Der ein oder andere Bewohner des US-Bundesstaats Michigan blickt wohl voller Neid nach Colorado oder Kalifornien, wo Cannabis inzwischen komplett freigegeben ist. In Michigan selbst ist zwar zumindest der medizinische Konsum gestattet, allerdings scheinen die Polizeibehörden gar nicht gut auf Marihuana zu sprechen zu sein. Diese bittere Erfahrung musste nun eine 80-jährige (!) Dame machen, die die Polizei aufgrund des gestohlenen Smartphones ihres Enkels zu sich gerufen hatte. Doch anstatt sich um den Diebstahl zu kümmern, rochen die Beamten einen herb-süßlichen Duft im Innern des Hauses. Die Neugier geweckt, fanden die Gesetzeshüter auch sogleich ein paar Grämmchen Weed, vier Joints, Pfeifen und einen Ausweis, dessen Besitz die Trägerin zum Konsum von medizinischem Marihuana befähigt. Leider hatte die alte Dame es versäumt, ihn rechtzeitig erneuern zu lassen und so musste sie die geballte Wut der Deputies über sich ergehen lassen. Die verhafteten die Omi ohne zu zögern und – obwohl eine simple Verwarnung auch dem Gesetz nach angebrachter gewesen wäre – und sperrten die 80-Jährige in eine Gefängniszelle, in der sie tatsächlich auch die Nacht verbringen musste. Natürlich musste die Anklage im Nachhinein wieder fallengelassen werden, einmal weil die Seniorin ihre Konsumerlaubnis erneuerte und pikanterweise auch deshalb, weil die Beamten die Oma nicht über ihre Rechte aufgeklärt hatten…

Bei einer ausgeprägten Verkehrskontrolle im Raum Frankfurt am Main überprüften Polizeibeamte eine ältere Mercedes-E-Klasse. Der Fahrer hatte angegeben, sich auf dem Weg zum Burg-Herzberg-Festival zu befinden, einem Hippie-Festival nähe Kassel. Ein Hippie in einem Mercedes (wenn auch ein alter), wie passt das denn zusammen? Gut möglich, dass sich den Gesetzeshütern diese eigentlich berechtigte Frage gar nicht erst stellte, da sie bereits beim Blick auf die Motorhaube des Fahrzeugs ins Stutzen gerieten. Dort prangte nämlich nicht einfach nur der begehrte Stern, nein, der Fahrer hatte seiner Kreativität freien lauf gelassen und das Markenzeichen mit einem schönen Joint verziert. Falls der betroffene Fahrer das hier liest: wir schicken dir gerne eine Ladung Highway-Sticker, mit denen du dein Joint-Mobil noch weiter dekorieren kannst!

Der ein- oder andere Cannabisfreund mag sich noch an den Wahlkampf 1998 erinnern, in dem die Grünen bei vielen jungen Menschen mit dem Versprechen, endlich die Legalisierung herbeizuführen, punkten und letztendlich zusammen mit der SPD eine rot-grüne Regierung stellen konnten. Leider versäumte man es, in der darauf folgenden Legislaturperiode, der vollmundigen Ankündigung Taten folgen zu lassen. Heute trommeln die Grünen, aus der Opposition heraus, wieder lautstark für eine Freigabe des beliebten Krauts, doch die Glaubwürdigkeit beim Pöbel hat natürlich gelitten...

 

Doch Rettung naht aus Rostock: In einem Lagerraum fanden Polizeibeamte gerade eine kleine, aber sorgfältig betriebene Cannabisanlage, die insgesamt acht Pflanzen umfasste. Die Beamten hatten den Raum aufgrund eines Lecks in der Wasserversorgung aufbrechen müssen. Wie sich herausstellte, gehörten Raum und Pflanzen dem Rostocker Bündnis-90/Die-Grünen-Mitglied Henning Wüstemann, seines Zeichens unter anderem Bürgerschaftsmitglied, Vorsitzender des Kulturausschusses und Mitglied des Finanzausschusses. Fraktionschef Flachsmeyer dazu: „Auch wenn die Grünen für eine begrenzte Legalisierung von Cannabis für den Eigenbedarf eintreten, gilt natürlich die bestehende Gesetzeslage.” Wüstemann, gegen den nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, wird seine Ämter ruhen lassen und beteuerte, dass das Cannabis nur für den Eigenbedarf gedacht war. Wie dem auch sei, schön zu sehen, dass die Grünen ihren Worten zur Abwechslung auch mal Taten folgen lassen.

Die mit Spannung erwarteten Untersuchungsergebnisse der beschlagnahmten CBD-Hanfblüten aus der Hanfbar (Mühlenpfordtstraße) in Braunschweig wurden nun gestern endlich veröffentlicht. Highway berichtete bereits vergangene Woche über die Razzien in den beiden Filialen des Hanf- und CBD-Ladens „Hanfbar“, wo bis letzte Woche unter anderem nicht berauschende CBD-Blüten als Tee verkauft wurden. Was in Anbetracht der teilweise sehr rückständigen und ignoranten deutschen Haltung bezüglich Cannabis leider wenig überrascht, ist das vorläufige Untersuchungsergebnis der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die das konfiszierte Material nun als illegal einstuft.

 

Warum? Zuerst einmal enthielt etwa die Hälfte der untersuchten Blüten einen THC-Gehalt von 0,57 Prozent und damit in etwa dreimal so viel wie es der kritische Grenzwert von 0,2 Prozent zuließe. Dazu muss allerdings auch ganz klar festgehalten werden: beide Konzentrationen sind keinesfalls berauschend, auch für unerfahrene Konsumenten. Es ist physisch nicht möglich, davon „bekifft“ zu werden. Das weiß wohl auch der Staatsanwalt, denn er führt außerdem an, dass es letztlich gar nicht auf die THC-Menge ankäme, sondern zu welchem Zweck das Produkt verkauft und wie es vermarktet würde. Ein (versuchter) Missbrauch zu Rauschzwecken müsse klar ausgeschlossen werden. Dies sei jedoch nur dann der Fall, wenn auch auf der Käuferseite eine derartige Nutzung ausgeschlossen werden könne, was allerdings nur bei gewerblichen oder wissenschaftlichen Einsatzzwecken gegeben sei. Diese Auslegung dürfte bei den zahlreichen CBD-Händlern, die inzwischen auch in Deutschland nach dem Vorbild Österreichs und der Schweiz immer mutiger wurden, auf reges Interesse stoßen. Es bleibt zu hoffen, dass ein Gericht (endgültig) die Frage klärt, wie man denn Hanfblüten, die aufgrund von so gut wie nicht vorhandenem THC gar nicht berauschend sein können, zu Rauschzwecken nutzen kann...

Eine illegale Aufzuchtsanlage, die die Bezeichnung „Plantage“ mal wirklich verdient hat, wurde in Navarro County, Texas entdeckt: auf über fünf Acre (etwa 20.000 Quadratmeter) wuchsen circa 10.000 Outdoorpflanzen, die die Polizei dank des Einsatzes einer Drone ausfindig machen konnte. Das umgebende Gelände erwies sich als derart unwegsam, dass ein Bulldozer zu Hilfe genommen werden musste, um zu den Pflanzen und dem dazugehörigen Camp vordringen zu können. Clever: mithilfe einer „Vogelscheuche“, die mit einer Maschinengewehrattrappe ausgestattet worden war (siehe Bild in der Mitte), hatten die Betreiber versucht, die Anlage zusätzlich abzusichern und eventuelle Eindringlinge abzuschrecken. Laut den Behörden handelte es sich um die größte illegal betriebene Cannabisplantage der jüngeren texanischen Geschichte.

In Australien berührt gerade ein ungewöhnlicher Cannabis-Prozess die Menschen: um ihren massiven Schuldenberg von etwa 58.000 australischen Dollar abzuzahlen und gleichzeitig ihre Familie durchzubringen, begann die 58-jährige Großmutter Vicki D. aus Sydney im vergangenen Dezember Cannabis zu verkaufen. Nach eigenen Angaben versorgte sie um die 100 Kunden pro Tag, was ihr rund 2.000 Dollar pro Woche eingebracht habe. „Ich habe es getan, um Weihnachten durchzustehen und für meine Enkelkinder“, versuchte sich die Seniorin vor Gericht zu rechtfertigen.

 

Und dass die Dame von ihrem illegalen Verdienst nicht etwa eine Kreuzfahrt buchte, sondern tatsächlich in erster Linie Geschenke für die Enkel kaufte, wurde im Verlauf der Ermittlungen bestätigt. Neben vielen alltäglichen Rechnungen für Lebensmittel und Kleidung wurden vor allem Belege für ein Hochbett in Feuerwehrauto-Optik, kindertaugliche Motocross-Räder und ähnliches Spielzeug gefunden. Ob ihre Gutmütigkeit das Gericht davon überzeugen kann, das Strafmaß zu verringern, wird sich im weiteren Verlauf der Verhandlung zeigen. Bis dahin befindet sich Granny Spliff, wie sie inzwischen in den Medien genannt wird, dank Kaution auf freiem Fuß.

Im Emsland an der holländischen Grenze, genauer im 1000-Seelen-Kaff Niederlangen, fanden Beamte der niederländischen Polizei bei einer Hausdurchsuchung eine Aufzuchtsanlage, die rund 300 Cannabispflanzen umfasste. Die Exemplare standen in voller Blüte und die ersten Ernteschritte waren von den Betreibern der Anlage bereits angegangen worden. Es handelte sich dabei interessanterweise um ein Senioren-Ehepaar im Alter von 71 und 76 Jahren, das offenbar schon Erfahrung im Anbau von Marihuana hatte: die Pflanzung war mithilfe von Lüftungsanlagen und Bewässerungssystem professionell eingerichtet und der benötigte Strom illegal abgezapft worden.

Vor etwa eineinhalb Wochen erst berichteten wir über die Maßnahmen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Braunschweiger Hanfbar, die legale Hanfblüten zwecks Teegewinnung verkauft, welche natürlich einen THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent aufweisen – so wie es der deutsche Staat gerne hat.

 

Doch der deutsche Staat hat es auch gerne, seine Bürger so richtig fertigzumachen, sobald sie sich nicht in Reih und Glied aufstellen. Schlimmer noch, wenn irgendwelche Hanf-Freaks sich erlauben, Geschäfte aufzumachen oder diese sogar öffentlichkeitswirksam bewerben.

 

Also wurde Anfang des Monats bereits die Hauptfiliale der Braunschweiger Hanfbars durchsucht, drei Kilo mega-bösen Tees (mit unter 0,2 Prozent THC natürlich) wurden einkassiert. Welch Erfolg gegen die Drogenkriminalität! Welch Sieg für den Jugendschutz! Für mehr Sicherheit wäre nur gesorgt gewesen, hätte man „versehentlich“ Personal und Kundschaft der Hanfbar in den Hinterkopf geschossen.

 

Da Polizisten allerdings nur in Bayern Kiffer hinterrücks erschießen dürfen, war dies wohl keine Möglichkeit. Und so wartete die Polizei die Eröffnung der zweiten Braunschweiger Filiale am Samstag ab und marschierte kurz danach auch dort ein. Denn man hat beim ersten Raid noch nichts dazugelernt (der Tee wurde also vermutlich noch nicht als Tee identifiziert, wahrscheinlich muss erst ein Tee-Sommelier aus der chinesischen Sichuan-Region zurate gezogen werden).

 

Daher galt auch am Samstag wieder: „Die verkaufen Gras! In einem angemieteten Geschäft! Mitten in der Braunschweiger Innenstadt! Auch noch versteuert! So blöde Dealer haben wir ja noch nie gesehen! Da gehen wir hin und konfiszieren alles!“

 

Aber gut, wenn Polizei und Staatsanwaltschaft in Deutschland sonst nichts zu tun haben, dann wird wohl auch diese zweite Aktion dem Wohle der Menschheit dienen. Die Menschheit freute sich übrigens gar nicht über den Polizei-Einsatz und protestierte zu Hunderten vor der neuen Hanfbar-Filiale, wie dieses Video zeigt.

Wer den ein oder anderen Grasdealer kennt, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass Leute, die in diesem Berufsfeld ihr Geld verdienen hin und wieder einen Hang zur übertriebenen Vorsicht haben – was angesichts der zahlreichen Risiken, die das Metier mit sich bringt, sicher nicht ganz verkehrt ist. Es lässt sich dennoch nicht von der Hand weisen: manch einer ist auch einfach hochgradig paranoid und hat in seiner Dealerkarriere schon mehr Marihuana im Klo heruntergespült als verkauft, da hinter jedem kleinen Geräusch im Treppenhaus gleich das nächste SEK-Kommando vermutet wird.

 

Dem Marihuanahändler hingegen, der die Hauptrolle in der vorliegenden Meldung spielt, würde etwas mehr Aufmerksamkeit allerdings guttun. Der 19 Jahre alte Mendener wurde nämlich am Montagnachmittag von seinen Nachbarn aus dem gegenüberliegenden Haus dabei beobachtet, wie er seelenruhig vor dem Fenster Cannabisblüten abwog und anschließend abpackte. Ja nun, das kann passieren, mag der geneigte Leser jetzt einwenden, was hat das die Nachbarn überhaupt zu interessieren? Tja, wenn die Nachbarn Polizisten im Dienst sind und das Nachbarhaus kein normales Wohnhaus ist, sondern eine Polizeiwache, dann stößt ein Vorgang wie dieser natürlich schon auf reges Interesse.

 

Und genau so war es leider. Die Beamten kamen dann auch gleich auf einen Sprung rüber und beschlagnahmten eine unbekannte Menge portionsgerecht abgepacktes Blütenmaterial. Der unvorsichtige junge Mann wird sich nun wegen des Verdachts auf Handel mit illegalen Betäubungsmitteln vor Gericht verantworten müssen.

Eine wunderbar blöde Cannabis-Story erreichte uns mal wieder aus den USA, genauer aus Teller County, Colorado. Stephen H. schaute sich gerade auf der Kleinanzeigen-Website Craigslist um, als sein Blick auf ein schickes Dirt-Bike fiel, das von einem jungen Mann in der Nähe angeboten wurde. Da es dem 26-jährigen Interessenten aber wohl gerade am nötigen Kleingeld mangelte, nicht aber an einem ordentlichen Vorrat Marihuana, bot er dem 17 Jahre alten Verkäufer einfach dieses zum Tausch gegen das Fahrzeug an. Man einigte sich auf einen „Verkaufspreis“ von 8,5 Unzen, was etwa 240 Gramm Weed entspricht.

 

Blöd für Käufer Stephen H., dass der junge Verkäufer gleichzeitig der Sohn des örtlichen Sheriffs ist und seinem Vater in puncto Gesetzestreue gewissenhaft nacheiferte. Will heißen, er informierte seinen Papa über das illegale Angebot, der seinerseits sofort Maßnahmen in die Wege leitete und ein Verkaufstreffen arrangierte, das natürlich von verdeckten Ermittlern observiert wurde. So kam es, wie es kommen musste: bei der Übergabe des Krauts schlugen die Beamten zu und Stehphen H. durfte sich von seinem Dirt-Bike ziemlich schnell wieder verabschieden. Interessanterweise sind Tauschangebote wie dieses in Colorado scheinbar nicht selten. Besagter Sheriff deckte bereits vor etwa einem Jahr einen ähnlich unsauberen Cannabis-Deal über Craigslist auf. Cannabis wurde in Colorado Anfang 2014 zwar komplett legalisiert, Privatpersonen jedoch ist der Besitz von mehr als einer Unze (etwa 28 Gramm) Marihuana allerdings gesetzlich untersagt.

 

 

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