Neues aus der total unnötigen Rubrik „Geschichten, die die Prohibition schreibt“: in Mainz erlebte ein 40-Jähriger auf die harte Tour, warum der Kauf auf der Straße nicht unbedingt die beste Möglichkeit darstellt, an Cannabisprodukte zu kommen. Was hat man nicht schon alles lesen müssen über verunreinigtes oder gar synthetisches Cannabis. Haarspray, Zucker, Glas, Blei, Fäkalien – böse Erinnerungen an die 2000er-Jahre kommen auf und an das Wunderkerzen-Weed, das bei jedem Zug mehr Funken versprüht hat als das jährliche Silvester-Feuerwerk. Oder an die gute alte Vogelsand-Zeit, als man beim Jointrauchen das Gefühl hatte, man lutscht eine Handvoll Kieselsteine. Ach ja, gar nicht so lang ist´s her!

Mit derartigen Problemen musste sich der Mainzer zwar nicht rumschlagen, dafür aber mit seinen Dealern, die ihn, nachdem sich herausgestellt hatte, dass es sich bei dem gekauften „Haschisch“ um handelsübliches Kaffeepulver handelte, mit Holzlatten bearbeiteten. Wirklich nicht gerade die feine englische Art. Das wäre dann wohl das, was Bundesdrogenbeauftragte Ludwig mit ihrer Feststellung „Cannabis tötet vielleicht nicht direkt, aber...“ meinte. Aber wer kann schon sagen, was dem unglücklichen Kunden passiert wäre, wenn er sich sein Cannabis ganz regulär in einem zertifizierten Geschäft gekauft hätte? Vielleicht wäre dem Pechvogel da das Hängeregal auf den Kopf gefallen...

 

Teenager sein in Bayern – das heißt in erster Linie saufen bis der Arzt kommt. Mit dem Weizen am Hals ist man fein raus, da wird auch gern ein Auge zugedrückt, wenn man die ohnehin schon niedrige Altersgrenze noch um ein paar Jährchen verpasst. Aber wehe man zieht zur Abwechslung mal an der Marihuana-Zigarette! Dann ist der Spaß ganz schnell vorbei und man riskiert, dass der eigene Lebenslauf mal so richtig durcheinandergewirbelt wird. Einem 17-Jährigen in Illertissen zogen vielleicht schon die entsprechenden Schreckensbilder von Führerscheinverbot und Jugendstrafe am inneren Auge vorbei, als er die Polizisten erblickte, die ihm zum zwecke einer Kontrolle entgegen kamen. Den Joint, den er gerade noch genüßlich rauchte, schluckte er deshalb kurzerhand runter.

 

Leider gab er genau das hinterher gegenüber den Beamten zu, was die ganze Aktion rückblickend gesehen relativ unnötig macht, zumal er noch Reste des Joints im Mund hatte. Tatsächlich folgte daraufhin nach richterlicher Anordnung zum allem Überfluss noch eine Wohnungsdurchsuchung, bei der, schockschwere Not, eine geringe Menge Marihuana gefunden wurde. Katastrophe! Bleibt zu hoffen, dass das nun anstehende Strafverfahren den Lebenslauf des jungen Mannes nicht allzu negativ beeinträchtigt...

 

Cannabis und Führerschein – für Cannabisfreunde ein leidiges Thema, das nach einer zeitgemäßen Regelung schreit. Denn so wie es zurzeit noch geregelt ist, kann es nicht weitergehen, das weiß jeder (ob Kiffer oder nicht), der sich einmal mit der Problematik auseinandergesetzt hat. Es kann einfach nicht sein, dass man als nüchterner Fahrer dafür belangt werden kann, vor Tagen mal am Joint gezogen zu haben. Doch egal wie eine Lockerung letzendlich im Detail geregelt sein könnte – der 34-Jährige, der vergangenen Mittwoch Mittag auf einem Rastplatz am Rand der A81 Polizeibeamten auffiel, wäre wohl in kaum einem Fall straffrei davongekommen. Bei der Überprüfung des Fahrers fielen den Beamten Anzeichen für Drogenkonsum auf, die der Fahrer damit erklärte, lediglich am Vortag einige Joints geraucht zu haben.

 

Tja, genau die falsche Antwort, denn das machte die Polizisten erst recht neugierig. Der Verdächtige hätte es besser wissen sollen, zumal sich in seinem Gepäck neben einigen Gramm Marihuana stolze 72 vorgedrehte, konsumfertige Joints befanden. Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, was mit der Fahrerlaubnis des jointliebenden Fahrers passieren wird. Das holländische Pärchen, das vor einiger Zeit mit über 2.000 Joints im Auto erwischt wurde, dürfte für den aktuellen Fall jedoch nur ein müdes Lächeln übrig haben...

Kiffen macht vergesslich – so lautet eines der gängigsten Stereotype über Cannabis (-konsum). Dass Studien mit Demenzpatienten nahelegen, dass es auch anders geht, soll an dieser Stelle ausnahmsweise mal nicht weiter interessieren. Darauf, dass das Kurzzeitgedächtnis, gerade bei unerfahrenen Nutzern, bei akutem Konsum manchmal nicht ganz das macht, was man von ihm erwartet, kann man sich wohl einigen.

 

Dass man aber seine 40 Gramm Cannabis auf der Sitzbank in der Bahn liegen lässt und seelenruhig aussteigt – das ist schon ein starkes Stück und eher nicht auf eventuell stattgefundenen Cannabiskonsum zu schieben. Einem 23-Jährigen aus Freudenstadt passierte genau das und bevor er merkte, was los ist, hatte ein Bahnmitarbeiter bei seinem Kontrollgang im leeren Abteil schon eine herrenlose Einkaufstasche mit merkwürdigem Inhalt (und Geruch) gefunden. Eine heikle Situation, die eine schnelle Entscheidung erfordert: sollte man trotz des Risikos, erwischt zu werden, nach dem vergessenen Objekt fragen oder lieber den Verlust akzeptieren und mit großer Wahrscheinlichkeit unbehelligt bleiben? Der junge Mann entschied sich für Option A (wer könnte es ihm verdenken): als er die fehlende Tasche endlich bemerkt hatte und an das Fenster der Lok klopfte, um nachzufragen, war das Bahnpersonal leider schon im Begriff, die Polizei zu informieren.

 

Vor Gericht wurde es dem jungen Mann dann zusätzlich zum Verhängnis, dass die 40 Gramm Weed nicht am Stück vorlagen, sondern in kleine Zwei-Gramm-Baggys abgepackt worden waren. Zuvor hatte der Angeklagte beteuert, dass es sich bloß um Eigenbedarf handele und er keinen Handel betreibe. Das Gericht glaubte seiner Version der Geschichte wohl nicht so ganz und folgte bei der Urteilsfindung der Linie der Staatsanwaltschaft. Das Resultat: eine einjährige Freheitsstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe über 2.000 Euro.

Wie sagt man so schön? Dreist gewinnt. Nach diesem Motto handelte wohl auch ein Mann aus Wien, der sich dazu entschloss, Cannabispflanzen in seiner Wohnung anzubauen, obwohl sich das Mehrfamilienhaus, in dem er lebte, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Polizeistation befand. Womöglich hatte er darauf gesetzt, dass niemand auf die Idee käme, neben einem Polizeirevier eine Cannabis-Anlage zu vermuten. Eine zeitlang ging auch tatsächlich alles gut, doch irgendwann stieg Beamten im Innenhof des betroffenen Häuserblocks ein süßlich-würziger Geruch entgegen, den sie nur allzu gut kannten. Ein verdächtig aussehendes, zugeklebtes Fenster wies den neugierig gewordenen Polizisten dann schließlich den Weg zur Wohnung des Growers.

 

32 Pflanzen hatte der 38-Jährige in einem Zelt angebaut, nach eigenen Angaben alles für den Eigenbedarf bestimmt. Die Qualität des Straßen-Weeds sei einfach zu schlecht, versuchte sich der Verdächtige zu rechtfertigen. Die Highway-Redaktion kann ihn da gut verstehen, zumal er ja, wie die meisten Grower, niemandem Schaden zugefügt hatte. Bei den Beamten stieß er mit seiner Erklärung leider naturgemäß auf taube Ohren und muss jetzt mit einer Anzeige rechnen.

 

In Brasilien kam es am vergangenen Mittwoch zum größten Cannabis-Bust in der Geschichte des Landes. Knapp 28 Tonnen Marihuana fand man auf der Ladefläche eines Trucks, versteckt unter einer Schicht von Maiskörnern. Der Truck beziehungsweise vielmehr sein Fahrer hatte sich offenbar schon zuvor verdächtig gemacht, als er in einem Hotel in Grenznähe zu Paraguay übernachtet hatte.

 

Die Polizei beobachtete das Fahrzeug auf seiner Weiterfahrt in Richtung des südlich gelegenen Bundesstaats Rio Grande do Sul und entschied sich auf einem Highway bei Mato Grosso du Sul zum Zugriff. Der Fahrer gab gegenüber den Beamten an, dass er den LKW bereits in komplett beladenem Zustand übernommen und dementsprechend von nichts gewusst habe.

 

Wenn man schon sein halbes Leben lang Joints raucht, dann, das weiß jeder erfahrene Konsument, erhöht man nicht nur die physische und psychische Toleranz, nein, auch die soziale Toleranz wird heraufgesetzt: der ständige Cannabis-Konsum fühlt sich einfach komplett normal und selbstverständlich an (und de facto ist er das ja auch), es schleicht sich eine Abstumpfung ein, die fast schon voraussetzt, dass alle anderen Menschen genauso denken und die das Konfliktpotenzial, das im Zuge des Konsums einer (leider immer noch) illegalen Droge zwangläufig vorhanden ist, völlig ausblendet. Jeder, der sich dazu entscheidet, am Wochenende in der Kneipe ausnahmsweise mal keinen Alkohol zu trinken, kann eine Abwandlung des vorab beschriebenen Effekts an der verdutzt-empörten Reaktion seiner vermeintlichen Saufkumpane erkennen.

 

Ein Mann aus Mülheim, der am frühen (!) Samstagmorgen am Hauptbahnhof eine Polizeistreife bat, ihm doch bitte einen Zehn-Euro-Schein zu wechseln, steckte offenbar bereits tief in seiner Filter-Blase. So kam ihm scheinbar nicht der Gedanke, dass es den Polizeibeamten ein Dorn im Auge sein könne, dass er während seiner Bitte um Kleingeld seelenruhig einen Joint rauchte. Als die Polizisten ihn schließlich darauf hinwiesen, zeigte sich der 43-Jährige regelrecht überrascht. Eine vollkommen unnötige Strafanzeige wird’s nun wohl leider trotzdem geben. Und der Zehner konnte zu allem Überfluss auch nicht gewechselt werden.

 

Ja, eine Zugfahrt, die ist lustig – zumindest solange man sich entspannt zurückgelehnt die vorbeisausende Landschaft anschaut oder eine Runde Karten am Vierertisch zockt. Der 35-Jährige, der am Samstag mit der Bahn von Magdeburg nach Stendal fuhr, konnte die Vorzüge einer beschaulichen Bahnfahrt wohl eher nicht genießen. Denn im Gepäck trug er 69 Cannabis-Pflanzen im Stecklings-Stadium mit sich herum. Klar, mit so einer Fracht kann man leicht nervös werden, zumal auf engstem Raum im Zugabteil natürlich eine besonders große Gefahr von den aufsteigenden Duftschwaden ausgeht.

 

Es ist unklar, ob der Geruch dem Mann selbst nicht aufgefallen war, jedenfalls bemerkten ihn weitere Passagiere und schließlich auch Beamte der Polizei. Als verzweifelten letzten Strohhalm überreichte der Verdächtige den Polizisten eine kleine Dose mit Marihuana, doch das Ablenkungsmanöver schlug spätestens in dem Moment fehl, als das Gepäck des Mannes geöffnet wurde und zwei mit Stecklingen vollgestopfte Blumenkästen zum Vorschein kamen. Nun erwartet den Pechvogel eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

 

Im vergangenen November wurde ein 45-Jähriger Schweizer mit 30 Gramm Marihuana an einem internationalen Flughafen in Bali erwischt. Highway berichtete über die Festnahme, da Drogenvergehen von Seiten der indonesischen Justiz oft mit drakonischer Härte begegnet wird. Generell genießt der südostasiatische Raum nicht zu Unrecht einen Hardliner-Ruf, was Konsum und Handel von Betäubungsmitteln angeht, und leider nimmt Indonesien innerhalb diesem eine der Spitzenpositionen in Sachen Repression ein. Cannabis steht hier auf einer Stufe mit Heroin oder Kokain, selbst Todesurteile werden hier, zumeist für Verkaufsdelikte, ausgesprochen.

 

Die Schweizer Botschaft war dementsprechend alarmiert und setzte sich umgehend mit den lokalen Behörden in Verbindung. Wie lokale Medien berichten, ist nun das Urteil im Falle des 45-Jährigen gefallen: ganze sechseinhalb Jahre Haft und eine Geldstrafe von gut 65.000 Franken (etwa 61.000 Euro) wurden dem Verurteilten aufgebrummt. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass der Mann, der den Schmuggel vor Gericht zugegeben hatte, noch einmal glimpflich davon gekommen sei, schließlich hätte die Strafe auch noch deutlich härter ausfallen können. Verschwiegen werden soll aber auf der anderen Seite auch nicht, dass die Haftbedingungen in Indonesien nicht so ohne Weiteres mit denen in der Schweiz oder beispielsweise Deutschland verglichen werden können. Die Verteidigung legte Berufung gegen das Urteil ein.

Zwei mutmaßliche Cannabis-Händler müssen sich bald in Wien vor Gericht verantworten. Die Polizei hatte bei den Verdächtigen eine größere Menge Cannabis im Kilobereich sowie 15.000 Euro Bargeld gefunden. Auf deren Spur kamen die Beamten dank eines Zufalls und dem leichtsinnigen Verhalten der Männer: im Zuge einer Corona-Streife hielten die Polizisten Anfang April in Wien an einer roten Ampel und warfen bei der Gelegenheit einen Blick in das neben ihnen zum Stehen kommende Fahrzeug, in dem gerade der Beifahrer dem Fahrer ein gefülltes (Marihuana-)Baggy zur Geruchsprobe vor die Nase hielt. Die Beamten entschlossen sich, nicht gleich zuzuschlagen, sondern dem verdächtigen Fahrzeug erst einmal weiter zu folgen. Vor den Augen der uniformierten Beobachter holten die Verdächtigen tatsächlich kurze Zeit später eine größere Menge Cannabis aus dem Kofferraum – und der Zugriff erfolgte prompt.

 

Trotz erdrückender Indizienlage gaben sich die Verdächtigen auf der Wache nicht nur äußerst wortkarg, auch ein weiteres Detail an dem Fall dürfte die Ermittler zur Weißglut treiben: denn bei den Smartphones der mutmaßlichen Dealer handelte es sich um speziell „getunte“ Handys, die es jedem unregistrierten Nutzer extrem schwer machen, auf seinen Inhalt zuzugreifen. Handelsübliche Telefonie soll mit diesen Geräten gar nicht möglich gewesen sein, so ergaben Recherchen der Nachrichtenseite Heute.at, die außerdem als Herkunft der Geräte die Niederlande nannte. Stattdessen bleibe nur die Kommunikation über Chat-Nachrichten mithilfe eines speziell angepassten Messenger-Programms. Werde aber der Entsperr-Code dreimal falsch eingegeben, so würden alle Daten unwiderruflich von der Festplatte des Smartphones gelöscht. Auch ein nachträglicher Zugriff auf die Server falle dann weg, denn die befänden sich außerhalb der Reichweite der österreichischen Justiz. Somit haben die Beamten in diesem Fall, der bald vor Gericht landen wird, wohl keine Chance an die wahrscheinlich höchst sensiblen Daten heranzukommen. Hätten die Verdächtigen am Steuer ihres Wagens doch mal genau so eine Vorsicht walten lassen wie mit ihrer Kommunikationstechnik...