Schlechte Nachrichten aus Österreich. Seitdem in der Alpenrepublik die rechtskonservative Koalition aus ÖVP und FPÖ regiert, ist das Thema Hanf ein heißes Eisen. Dies bekam nun auch der Betreiber eines Shops für Cannabis-Stecklinge am eigenen Leib zu spüren: der Tiroler wurde für den Verkauf von 1.300 Setzlingen zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Der 36-Jährige hatte sein Geschäft längere Zeit von der Polizei unbehelligt betrieben, geriet jedoch durch den Fund einer Pflanzung mit einem durchschnittlichen THC-Gehalt von 15 Prozent unter behördlichen Druck. Der Shopbetreiber hatte mit der Anlage ansonsten nichts zu tun – die verwendeten Setzlinge stammten aber aus seinem Sortiment. Zwar ist in Österreich erst das Abernten von Cannabispflanzen zur „Suchtgiftgewinnung“ strafbar – die Aufzucht an sich, zum Beispiel als Zierpflanze, ist (noch) legal. Doch eben daran wollte das Gericht in diesem Fall nicht glauben: Eine derart hohe Anzahl an Stecklingen würden nicht zur Zierde angebaut und angesichts des erhöhten THC-Levels wohl auch nicht zur Seilherstellung oder als Dämmmaterial. Aus dem ausgewerteten SMS-Verkehr zwischen Verkäufer und Käufer der 1.300 Pflanzen könne man eindeutig entnehmen, dass beide Seiten über den eigentlichen (illegalen) Zweck der Aufzucht Bescheid wussten. Zu diesem Schluss kam jedenfalls der Schöffensenat des Landgerichts. Der Betreiber der betroffenen Aufzucht, ein Hollönder, muss für vier Jahre hinter Gitter. Dem Stecklingsverkäufer half es letztendlich auch nicht, dass er seinem Geschäft einen medizinischen Anstrich gegeben hatte und jeder Käufer unterschreiben musste, dass mit den gekauften Pflanzen kein illegaler Zweck verfolgt werde.

In Kanada ist Cannabis seit dem 17. Oktober dieses Jahres komplett legal – allerdings kam und kommt es in der Anfangsphase der Umstellung doch immer wieder zu Konflikten mit der Polizei. Gründe hierfür sind häufig formalbürokratische Versäumnisse wie nicht eingehaltene Fristen etc. Es entstehen aber Konflikte grundlegenderer Art: das Compassion House, ein Hanf-Shop in Windsor, Ontario, wurde nach nicht einmal zwei Wochen von der Polizei aufgrund des Verkaufs von Cannabis durchsucht und der weitere Verkauf von Pflanzenmaterial wurde untersagt.

 

Bei der Aktion von Shopbetreiber L. Lucier kam einiges zusammen

 

Das Problem ist nämlich, das Marihuana in Ontario ausschließlich über eine staatliche Website gekauft werden darf, zumindest bis April nächsten Jahres. Shopbetreiber und Aktivist Leo Lucier entschied sich daraufhin zu einer ebenso ungewöhnlichen wie medienwirksamen Aktion: Er beschloss, sein Cannabis einfach zu verschenken, wenn er es nicht verkaufen dürfe. Und zwar an jeden einzelnen Shopbesucher, der im Gegenzug etwas zu Essen oder warme Kleidung an Bedürftigenorganisationen wie die örtliche Tafel spendet. Interessenten, und davon gab es, wenig überraschend, eine ganze Menge, tauschten sozusagen ihre mitgebrachten Konservendosen mit Ravioli und Bohnen gegen Joints. In weiser Voraussicht wurden diese in Massen von den Angestellten des Compassion House vorgerollt, sodass auch wirklich jeder Spender einen schönen Spliff als Dankeschön mit nach Hause nehmen durfte.

Ja, auch Polizisten mögen Cannabis. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) setzt sich sogar für die komplette Legalisierung ein. Klar, unter der Uniform stecken ja auch nur Menschen wie du und ich, also zumindest teilweise. So wie zuletzt die beiden kanadischen Cops, die nach dem Konsum von Edibles im Dienst einen heftigen Paranoia-Absturz hatten und mittlerweile ihren Job los sind. In diesen Momenten lernen auch Gesetzeshüter den bitteren Geschmack der Prohibition kennen. Während besagte Polizisten die unzweifelhafte Verfehlung begingen, während der Dienstzeit zu konsumieren, gibt der Fall um einen Hamburger Hauptkommissar und Polizeiausbilder schon weniger Anlass zur Schadenfreude. Dieser wurde nämlich in seiner Freizeit erwischt, wie er bei einem Straßendealer etwas Marihuana erstand. Zivilfahnder beobachteten den Deal und griffen ein. Es lässt sich darüber streiten, wie schlau es gewesen ist, das Kraut an einem stadtbekannten Dealer-Hotspot kaufen zu wollen, eigentlich sollte der 47-jährige Hamburger schon einmal von der berüchtigten Balduintreppe gehört haben. Und sollte man von einem erfahrenen Hauptkommissar nicht etwas mehr Beobachtungsgabe und Cleverness erwarten? Wie dem auch sei, ohne Umschweife wurde der Mann von der Akademie abgezogen und an eine andere Dienststelle versetzt, wo er jetzt auf den Beginn der eingeleiteten Straf- und Disziplinarverfahren warten darf.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wo sich in Deutschland überall ausgewachsene Indoor-Anlagen befinden. Im sogenannten "Horror-Haus" von Höxter wurde angebaut, ebenso in einem Weltkriegsbunker in Bremen. Vor wenigen Tagen wurde nahe der Highway-Redaktion in Wuppertal ein Grow mit 3000 Pflanzen gefunden. Nun wurde die Polizei in Norddeutschland fündig und entdeckte eine große, etwa 2000 erntefähige Cannabispflanzen umfassende Pflanzung in Kiel. In einer Tiefgarage hatten die Betreiber einen abgetrennten und zugemauerten Bereich zu einer Indoor-Plantage umfunktioniert, in der sich nach Polizeiangaben rund 35 Kilogramm Marihuana mit einem Straßenwert von 350.000 Euro befand. Die Betreiber der Anlage konnten Presseangaben zufolge bisher noch nicht ausgemacht werden.

Einen ungewöhnlichen Platz suchten sich die Betreiber einer riesigen Indoor-Plantage für ihr Unterfangen aus: einen Schutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Etwa 10.000 Cannabispflanzen und Anbauzubehör entdeckte die Polizei dort vergangenen Mittwoch bei einer Durchsuchung in Bremen. Über die Täter ist bisher noch nichts bekannt geworden, die Beamten vermuten jedoch, dass es sich um einen Fall von organisierter Kriminalität handelt. Na ja, Eigenbedarf wird’s wohl kaum sein…

In den Untiefen des Darknets kann man sich so ziemlich alles besorgen, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Natürlich erfreuen sich dort auch Marihuanaprodukte, die so ziemliche das harmloseste sind, was man auf den dunklen Märkten so bekommt, großer Beliebtheit. Aufgrund der komplexen Verschlüsselungsmechanismen gelangen den Behörden aber bisher eher selten Schläge gegen Händler und Käufer.

 

Der Staatsanwaltschaft Köln ist nun aber ein solcher gelungen: bereits Mitte Oktober kam es zu Hausdurchsuchungen in 17 Wohnungen und einem Lager. 50 Kilo Marihuana sowie 25.000 Euro Bargeld konnten im Zuge der Aktion sichergestellt werden, neun dringend tatverdächtige Personen wurden verhaftet. Wie ein Blick auf das Foto, das die „Versandabteilung“ zeigt, nahelegt, verlief der Online-Handel recht erfolgreich. Bezahlt haben die Kunden ihre Bestellungen mit Kryptowährungen. Drei Männer aus Sankt-Augustin und Troisdorf stehen als Köpfe der Bande im Zentrum der Ermittlungen. Aufgeflogen war der Handel dadurch, dass die versendeten Pakete und Umschläge mit den Adressen existierender Firmen als Absender beschriftet wurden. Als eines der betroffenen Unternehmen eine mysteriöse Rücksendung aufgrund von Nichtzustellbarkeit bekam, wurde die Polizei informiert, die die Ermittlungen aufnahm.

Wow! Was ist hier bloß schiefgelaufen? Beim Highway-Magazin sind wir ja inzwischen die dollsten Dinger gewohnt, aber dieser Vorfall reiht sich ganz vorne ein im Feld der dümmsten Busts. Ein 17-Jähriger aus Erftstadt hielt es, aus welchen Gründen auch immer, für eine gute Idee, Klingelmännchen bei einer örtlichen Polizeistation zu spielen. Nicht nur einmal, nein, gleich mehrmals hintereinander forderte der Spaßvogel am vergangenen Mittwoch sein Schicksal heraus, klingelte und versteckte sich dann schnell hinter einem Container in der Nähe. Nun ja, der Leichtsinn der Jugend, Grenzen austesten, Hauptsache Spaß haben, waren wir früher nicht genauso? Der ein oder andere verständnisvolle Zeitgenosse mag den Jugendlichen jetzt vielleicht in Schutz nehmen. Aber der Spaß fand an der Stelle ein bitteres Ende, als ein paar Beamte den Jungen am Container stellten und auf der Suche nach seinem Ausweis doch tatsächlich 19 Tütchen mit Marihuana fanden. Wow!

Wenn es um den Schmuggel von Marihuana geht, kennt die Kreativität scheinbar keine Grenzen. Ein besonders spektakulärer Versuch ereignete sich nun an der serbisch-ungarischen Grenze. Um den Grenzzaun zu umgehen, der von ungarischer Seite im Sommer 2015 hochgezogen worden war, ließ sich ein Mann einiges einfallen. Im Gepäck hatte der Ungar 18 Kilo Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von umgerechnet 111.000 Euro, die er vermutlich in Serbien erworben hatte und nun in seine Heimat einführen wollte. Aber wie das 170 Kilometer lange und drei Meter hohe Bollwerk umgehen? Einen Tunnel graben? Zu aufwendig! Mit dem Katapult rüberschießen? Zu kompliziert! Einfach über den Zaun klettern? Zu risikoreich! Mit dem motorisierten Gleitschirm-Flieger elegant darüber schweben? Perfekt! Vielleicht gingen Überlegungen dieser Art tatsächlich durch den Kopf des Cannabisschmugglers, doch hätte er sich wohl lieber um die in Zaunnähe installierten Bewegungsmelder und Wärmebildkameras Gedanken machen sollen. Denn nachdem er es tatsächlich geschafft hatte, mit seinem Gleiter des Nachts die Grenze zu überfliegen und sicher auf einem Acker auf der anderen Seite zu landen, dauerte es nicht lange, bis alarmierte Polizisten mit Drogenspürhunden anrückten und die Handschellen klickten.

Wir meckern ja gerne mal über die Cannabisgesetzgebung insbesondere in Deutschland, aber verglichen mit den Zuständen in Malaysia lebt es sich hierzulande wie im Weed-Paradies. Doch soll es hier nicht darum gehen, die deutschen Missstände zu relativieren, sondern um einen schlimmen Fall, der sich zur Zeit in besagtem Inselstaat in Südostasien abspielt – und in dem das letzte Wort hoffentlich doch noch nicht gesprochen ist. Denn sonst wird der junge Familienvater Muhammad Lukman den Tod am Galgen sterben – für eine Tat, die in den meisten anderen Ländern im schlimmsten Fall mit ein paar Jahren Haft geahndet würde. Das Todesurteil wurde in der Tat bereits verhängt, nur die Chance auf Revision gibt nun noch Hoffnung. Begonnen hatte alles vor etwa drei Jahren, als der 29-Jährige Lukman verhaftet und in seiner Wohnung drei Liter Cannabisöl und 279 Gramm gepresstes Blütenmaterial gefunden wurden. Der junge Mann arbeitete als Aktivist für eine Organisation, die es sich zum Ziel gemacht hatte, die Bevölkerung über die Vorteile von medizinischem Cannabis aufzuklären. Die bei der Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmten Cannabisprodukte hatte Lukman teilweise umsonst an Kranke und Schwache verteilt, die sich die Medizin sonst niemals hätten leisten können. Die Verteidigung bemühte sich, diesen Punkt immer und immer wieder zu bekräftigen: Lukman sei kein Dealer gewesen, sondern ein Idealist, der finanziell nicht von der Distribution profitierte. Außerdem dürfe das Gericht nicht die Forschungsergebnisse der letzten Jahre auf dem Gebiet des medizinischen Cannabis und die globalen Öffnungstendenzen außer Acht lassen. Seit dem Erlass des Dangerous Drugs Act von 1952 gilt Malaysia weltweit als eines der Länder mit den grausamsten und härtesten Cannabisgesetzen überhaupt. 

Eine ausgewachsene Cannabis-Anlage entdeckten Polizisten vergangene Woche im nordrheinwestfälischen Wesel. Bei der Durchsuchung einer Scheune auf einem Bauernhof stießen die Beamten auf 1100 teilweise blühende Cannabispflanzen sowie rund 500 Stecklinge. Der Strom für die 110 Grow-Lampen, die für das nötige Licht sorgten, wurde von dem dringend tatverdächtigen niederländischen Pärchen (32 und 35), das das Gehöft bewohnte, illegal abgezapft. Beim Zugriff kam es zu einem kuriosen Fluchtversuch: während die Gesetzeshüter keinerlei Mühe hatten, die Frau festzunehmen, war der Mann zunächst unauffindbar. Erst mithilfe eines Spürhundes konnte er dingfest gemacht werden, da er sich auf einem Firmengrundstück in der Nähe des Hofes im Sand eingebuddelt und regungslos verharrt hatte.