Ein 67-Jähriger aus Bornheim musste sich wegen Anbaus von Cannabis vor dem Bonner Amtsgericht verantworten. Der Mann hatte auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses eine Cannabisaufzucht mit 400 Pflanzen angelegt. Zu seinem Pech erspähte der Vermieter des Hauses zufällig durch ein kleines Loch in der Wand das andauernd brennende Licht und das satte Grün. Er alarmierte die Polizei, die kurz darauf gut 2,5 Kilogramm Marihuana beschlagnahmte. Besonders pikant: bei dem Täter handelt es sich um einen Ex-Polizisten, der in Geldnot geraten war. Durch ein umfassendes Geständnis, das auch vorherige Ernten, die das Gericht niemals hätte nachweisen können, beinhaltete, versuchte der Angeklagte verzweifelt sein Strafmaß zu verringern. Doch es half alles nichts, das Gericht ließ sich nicht erweichen: den dreifachen Familienvater erwartet nun eine Gefängnisstrafe von drei Jahren ohne Bewährung.

Dramatische Szenen spielten sich am Londoner Flughafen Heathrow ab: Polizisten fingen Charlotte Caldwell und ihren 12-jährigen Sohn Billy bei ihrer Rückkehr aus Kanada mit einem Sechs-Monatsvorrat Cannabisöl ab und beschlagnahmten die Medizin, die dem Kind, das an einer extremen Form der Epilepsie mit bis zu 100 Anfällen am Tag leidet, Linderung verschaffen sollte. Obwohl der Zustand des Jungen (und der verzweifelten Mutter) für die Gesetzeshüter (siehe Foto) offensichtlich gewesen sein muss, hatten sie keine andere Wahl, als das heilsame Öl einzukassieren. Nach Angaben der Mutter hatte einer der Beamten, angeblich selbst Familienvater, bei der Aktion Tränen in den Augen, da ihm der Ernst der Lage bewusst war. Die Mutter zeigt sich nun kämpferisch und will bei der nächsten Gelegenheit erneut nach Kanada reisen. Schlimm: Nur einen Tag nach der Konfiszierung hatte der Junge bereits einen schweren Anfall, so berichtet die aufgebrachte Mutter.

Durch Zufall entdeckten Polizisten im Gewerbegebiet von Beckum eine Cannabisplantage, die etwa 1110 Pflanzen mit einer Höhe von 65 bis 75 Zentimeter umfasste. Die Pflanzen befanden sich in einem nur durch einen Zugang erreichbaren, etwa 10 mal 12 Meter großen Raum in einer leerstehenden Industriehalle. Die Plantage war professionell aufgezogen: Zeitschaltuhren regelten die Versorgung der Pflanzen und ein Dieselgenerator sorgte für die nötige Energie. Um den Betreiber zu stellen, legten sich die Gesetzeshüter in der Nähe der Halle auf die Lauer: Ermittlungen hatten ergeben, dass jeden Nachmittag eine Person vorbeischaut, um den Zustand der Anlage zu überprüfen. Der 30-jährige Mann aus Essen, der den Polizisten auch gleich ins Netz ging, sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Anlage wurde abgebaut und die Pflanzen vorerst sichergestellt.

Eine Cannabis-Dealerin ungewöhnlichen Formats musste sich dieser Tage vor dem Amtsgericht München verantworten. Über einen Zeitraum eines Jahres (Juni 2016–2017) verkaufte die Angeklagte Marihuana in ihrer Wohnung. Das Bemerkenswerte daran: bei der Dealer handelte es sich nicht wie gewöhnlich um einen jungen Mann, sondern um eine 72-jährige alte Frau. Die Ermittler konnten belegen, dass die betagte Dame ihren Kunden in mindestens 24 Fällen Ein-Gramm-Portionen Marihuana zu einem Verkaufspreis von 15 Euro feilbot. Nach eigenen Angaben hatte sie selbst zehn Euro pro Gramm bezahlt.

 

Abgesehen davon fand die Polizei im Keller der Frau noch weitere 260 Gramm Marihuana und Haschisch. Auf die Spur der Weed-Oma kamen die Beamten zufällig durch einen am Flughafen festgenommenen Mann, der offenbar zum Kundenkreis der Dealerin zählte. Das zuständige Schöffengericht verurteilte die 72-Jährige jetzt zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten bei einer Bewährungsauflage von 2.000 Euro.

„Diese Menge hätte eine Ernte von rund 100 Kilo Rauschgift ergeben“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadja Niesen. Nur durch einen anonymen Tipp kamen die Ermittler des Friedberger Rauschgiftdezernats auf die Spur der drei Grower aus dem Raum Hessen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft umfasste die Anlage stolze 3750 Pflanzen. Der Ort der Unternehmung, ein altes Anwesen samt Villa und Nebenhaus in Bad Vilbel, das direkt am nördlichen Stadtrand Frankfurts gelegen ist, wurde von den drei männlichen Tatverdächtigen in professioneller Weise für die Nutzung als Anbaufläche umgebaut. Das Amtsgericht Frankfurt erließ gegen die Männer mittleren Alters umgehend Untersuchungshaftbefehle.

 

Das sind Geschichten, die das Leben schreibt: eine 55-jährige Frau aus Neumarkt in der Oberpfalz benachrichtigte am Samstag die Polizei, da sie ihr etwa 7000 Euro teures Gebiss (!) verloren hatte. Die Beamten besuchten die Dame zu Hause, um den Sachverhalt aufzunehmen. Leider hatte die zahnlose Frau es versäumt, zuvor in der Wohnung klar Schiff zu machen und so fanden die Gesetzeshüter Cannabis und eine Aufzuchtanlage in ihrem Schlafzimmer. Auf einen Hinweis der Frau hin, der wohl unter Druck der Polizei getätigt wurde, schauten die Polizisten dann noch schnell in der Wohnung eines Bekannten vorbei.

 

Witzigerweise fanden die Ordnungshüter dort nicht nur weiteres Cannabis, nämlich elf Pflanzen, sondern auch das vermisste Gebiss. Ob es der Bekannte ob des hohen Wertes geklaut oder die 55-Jährige es einfach verlegt hatte, bleibt vorerst ungeklärt. Weiterhin bleibt auch die Frage, ob das Kauwerkzeug nun erst einmal bis auf Weiteres beschlagnahmt wurde oder endlich wieder da steckt, wo es hingehört…

Ein Priester in einem Hyundai. Erst einmal nichts ungewöhnliches. Aber auch der wird bei einer Routinekontrolle mal kontrolliert – so vor Kurzem geschehen auf der Strecke zwischen Ponta Porã und Dorados in Brasilien. Doch der katholische Priester, der nach Angaben der Polizei äußerst höflich behandelt wurde, wurde immer nervöser und hatte Probleme, die Fragen, wo er hinwolle und wo er herkomme, richtig zu beantworten.

 

Daraufhin wurde das Auto des angeblich Geistlichen durchsucht. Darin befanden sich zwei Taschen randvoll mit Marihuana – insgesamt 101 Kilogramm. Wie das „Wochenblatt“ aus Paraguay berichtet, gab der falsche Priester an, das Marihuana aus Paraguay geholt zu haben, um Schulden zu begleichen, die seine Freundin bei einem mächtigen brasilianischen Drogenhändler habe. Die Verkleidung als Geistlicher habe er gewählt, um nicht kontrolliert zu werden...

Ein bisschen Gras verkaufen, da wird schon nichts passieren – das denken sich wohl die meisten Leute, die hier und da mal (oder auch regelmäßig) einen Zehner oder Zwanni verkaufen. Da es gefühlt so viele Dealer wie Konsumenten gibt, geben ihnen die Statistiken ja auch recht: wer steht schon vor Gericht, nur weil er ein paar Freunden etwas Gras mit einem Euro Aufschlag weitergereicht hat? Und selbst wenn? Man kommt ja schon nicht jahrelang in den Knast, in Deutschland doch nicht – das denken wohl auch die meisten Leute.

 

Doch ganz anders sieht die Sache aus, wenn man an Minderjährige verkauft, auch wenn man selbst nicht viel älter ist: denn das sieht das Gericht überhaupt nicht gerne. Auch sind so junge Menschen deutlich einfacher durch die Polizei einzuschüchtern. Beides wurde nun einem 23-Jährigen aus Oppenheim zum Verhängnis. Seine damals 16-jährige Freundin verlor im Mai 2016 im Schulunterricht ein klein bisschen Gras, wie die „Allgemeine Zeitung“ berichtet. Die Lehrerin rief die Polizei, die befragte das Mädchen und eine Freundin, die daraufhin verrieten, dass der Oppenheimer regelmäßig Gras verkaufe.

 

Nun stand er wegen 14 Fällen im Gramm-Bereich vor Gericht und wurde in zehn Fällen verurteilt. Allerdings waren die Abnehmer zwischen 15 und 16 Jahren alt. Auch stand er bereits einmal wegen ähnlicher Vergehen vor Gericht. Zudem hatte er seine Freundin angehalten, in der Schule Gras zu verkaufen, sodass diese einmal zwölf und einmal zehn Gramm in der Schule verkaufte. Das Ganze kam den gelernten Metzger nun äußerst teuer zu stehen: fünf Jahre Haft für ein paar Gramm Gras. So wurde durch die Prohibition ein weiteres Leben zerstört, während gleichzeitig das Scheitern des angeblich so gewährleisteten Jugendschutzes aufgezeigt wurde.

 

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In Villach wurden auf einem Supermarkt-Parkplatz der Atrio-Kette vier junge Männer zwischen 29 und 34 Jahren festgenommen, die dort versuchten die nicht unerhebliche Menge von insgesamt 18 Kilogramm Marihuana zu verkaufen. Eine anschließende Hausdurchsuchung förderte noch ein bisschen Kleinkram zutage. Die vier Männer wurden in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert, wie „5 Minuten“ berichtet.

 

Zu einer filmreifen Verfolgungsjagd kam es am Mittwochabend in Fluorn im Kreis Rottweil.

 

Der 27-jährige Fahrer eines VW Tiguans gab Vollgas als er aus der Ferne eine Verkehrskontrolle der Polizei erspähte. In seinem Wagen befanden sich nämlich, das mag sein Verhalten zumindest teilweise verständlich machen, 17 für die Beamten gut sichtbare Cannabispflanzen. Auf einem einsamen Waldweg konnte der Flüchtige die Gesetzeshüter vorerst abhängen, wurde aber etwas später zusammen mit seinem Mitfahrer in einem nahegelegenen Ort schließlich doch gestellt. Bei der anschließenden Fahrzeugkontrolle waren die Cannabispflanzen aber aus dem Fahrzeug verschwunden. Nach einem Hinweis des Mitfahrers fanden die Beamten besagte Gewächse in einem Waldstück wieder.

 

Auf die beiden Männer warteten zwei Anzeigen: illegaler Drogenbesitz und Fahren unter Drogeneinfluss.

 

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