Was für eine Aktion! Hat da jemand etwa eine Wette verloren? Oder haben wir es mit einem eisenharten Aktivisten zu tun? Oder vielleicht doch nur mit einem Verwirrten?

 

Doch der Reihe nach: Montag Nacht gegen halb drei erschien ein Mann auf dem 1. Polizeirevier in Wiesbaden, um eine Anzeige zu erstatten. Auf die dringende Bitte des 41-Jährigen hin, zeigten ihm die vor Ort zuständigen Beamten aber erst einmal den Weg zur Toilette. Klar, in so einer aufregenden Situation kann es durchaus helfen, in Ruhe Wasser zu lassen. Als der Mann sich jedoch auch nach einigen Minuten nicht wieder blicken ließ, wurden die Beamten misstrauisch und näherten sich unter mehrfacher lauter Nachfrage dem WC-Raum im Wartebereich. Als sie plötzlich einen süßlich-würzigen Geruch bemerkten, war klar, dass der Mann tatsächlich Entspannung gesucht hatte: nicht aber durch das Verrichten seines Geschäfts, sondern durch den Konsum von Marihuana.

 

Das Erstaunen der Beamten über seine Aktion konnte der Joint-Raucher laut Polizeimeldung nicht wirklich nachvollziehen. Auch eine medizinische Erlaubnis lag wohl nicht vor und so muss der Mann leider mit einer baldigen Strafanzeige rechnen.

 

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Mittelfranken ist die Polizei leider mal wieder auf eine größere Cannabis-Anlage gestoßen.

 

Angefangen hatte alles schon Mitte März, als Beamte im Zuge einer Verkehrskontrolle etwa 300 Gramm Marihuana in einem Fahrzeug fanden. Man hatte zuvor Hinweise über die beiden Insassen, einen 33-Jährigen Mann und seine 26-jährige Beifahrerin erhalten, nach denen eine Drogen-Lieferung kurz bevorstehe. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen kam es zur Durchsuchung des gemeinsam bewohnten Anwesens in Ellingen, bei der ein weiterer Verdächtiger sowie etwa 720, offenbar hauptsächlich junge Cannabispflanzen gefunden wurden. Die nach Polizeiangaben „professionell“ betriebene Anlage befand sich im Keller des Hauses. Des Weiteren wurden noch sechs Kilo Marihuana-Blüten und 45.000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

 

Die festgenommenen Tatbeteiligten müssen sich nun auf eine Anklage wegen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge einstellen müssen.

 

Seit der aufgrund der Corona-Krise ausgerufenen Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote kann es einem zumindest beim innerstädtischen (Spazier-)Gang schnell mal passieren, dass man in eine polizeiliche Personenkontrolle gerät. Eigentlich sollte dabei ja nur der Schutz der Bevölkerung vor Covid-19-Viren im Mittelpunkt stehen, aber naja, wenn sich schon mal die Gelegenheit bietet, auf die Schnelle ein paar kleine Kiffer hopszunehmen, warum nicht? So häufen sich in den letzten Tagen und Wochen die Meldungen von Personenkontrollen, die in der Regel, abgesehen von der obligatorischen Strafanzeige, nichts weiter als Kleinstmengen von Marihuana zu Tage fördern.

 

 

Nichtsdestotrotz wirft das Verhalten eines 21-Jährigen, der am Montagabend am Erfurter Hauptbahnhof unterwegs war, Fragen auf. Vielleicht fühlte sich der junge Mann von dem aktuell vorherrschenden repressiven Klima derart eingeschüchtert, dass er sich nicht mehr anders zu helfen wusste. Vielleicht wollte er auch eine Art politisches Signal setzen, wer weiß. Jedenfalls entscheid er sich dafür, proaktiv vorzugehen: er näherte sich zwei Streifenpolizisten, die am und um den Bahnhof patroullierten und händigte den beiden erstaunten Beamten mit den Worten „Ich will keine weiteren Schwierigkeiten“ eine geringe Menge Marihuana aus.

 

 

Laut Polizeimeldung „begrüße man die freiwillige Abgabe von Drogen“ außerordentlich. Eine Anzeige gab es für den jungen Mann dann aber natürlich trotzdem...

 

Ein Familienunternehmen der etwas anderen Art betrieben ein Berliner und sein 19-jähriger Sohn. Die beiden mussten sich vergangene Woche wegen des Anbaus von Cannabis vor Gericht verantworten. Als Ort für ihre kleine Pflanzung, die gerade einmal vier Töpfe umfasste, suchten sich der Vater einen ungewöhnlichen Platz aus: dem 50-Jährigen schien ein Friedhof in Britz, auf dem er vor Jahren mal gearbeitet hatte, für die Unternehmung gut geeignet. Ruhig und verlassen ist so ein verstecktes Eckchen (das auch der Öffentlichkeit nicht ohne weiteres zugänglich war) auf einem Friedhof ja allemal.

 

Die Polizei machte ihm einen Strich durch die Rechnung, als sie einen weiteren Verwandten des Mannes, der mit prall gefülltem Rucksack aus des Vaters Wohnung kam und sich wohl „verdächtig benahm“, erwischte.

 

Einige Zeit später wollten die Ermittler schließlich dem umtriebigen Vater einen Besuch abstatten – doch der lag zur der Zeit im Krankenhaus. Es öffnete der Sohn, auf dem Wäscheständer wurde gerade frisches Marihuana getrocknet. Der Vater hatte seinem Sprössling offenbar den Auftrag gegeben während seiner Abwesenheit auf die Ernte aufzupassen.

 

Das Gericht hielt sich beim Urteil glücklicherweise zurück und setzte die zweijährige Haftstrafe für den Erziehungsberechtigten auf Bewährung aus. Der Sohn kam mit einer Verwarnung wegen Beihilfe davon.

 

Da kann man wirklich nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ganz egal, ob man nun selbst zu den Cannabisliebhabern zählt oder nicht. Denn die Angelegenheit, die in Lehrte zur Einleitung eines Strafverfahrens wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz geführt hat, ist an Erbärmlichkeit kaum zu überbieten. Was war geschehen? Polizeibeamte, die eigentlich in anderer Sache unterwegs waren, erschnüffelten am vorgestrigen Donnerstag aus einem offenen Fenster eines Mehrfamilienhauses doch tatsächlich den Geruch von Marihuana.

 

Da die Beamten offenbar mit ihrer Zeit nichts Besseres anfangen konnten, entschlossen sie sich, die betroffene Wohnung einer Durchsuchung zu unterziehen und fanden doch tatsächlich ganze 4 (v-i-e-r) angerauchte Joints (andere würden es vielleicht Stummel nennen) im Aschenbecher. Die Wohnungsbesitzerin erklärte den Beamten, dass die einem Freund gehören würden, von dem sie aber nicht wisse, wo er sich zur Zeit aufhalte. Nachdem die Polizisten dann nochmal gründlich in allen Zimmern nachgesehen hatten, fanden sie den Freund und vermeintlichen Besitzer der Jointstummel versteckt in einem Wandschrank.

 

Insgesamt dürfte der Fall ein heißer Anwärter auf den sinnlosesten Bust des Jahres sein und ein weiteres trauriges Signal dafür, dass Teile der Strafverfolgung (und Politik) jeglichen Kontakt zur Lebensrealität der Bürger verloren haben.

 

Toll, wenn Menschen auch im Alter noch aktiv bleiben! Ein 79-Jähriger Mann aus Kärnten jedenfalls ließ sich von den Gebrechen des Alters nicht davon abhalten, den Gangster-Lifestyle zu leben. Dollar- und Euro-Bündel, Plastikbeutel voller Cannabis, etwas, das wie Haschisch aussieht, eine Digital-Waage sowie eine abgesägte Schrotflinte samt passender Munition fanden Ermittler im Anwesen des Senioren. Leider hapert es mit dem Growen wohl noch ein wenig, wenn man sich die fragwürde Qualität des gefundenen Blütenmaterials anschaut. Da verwundert es auch nicht weiter, dass der betagte Verdächtige in einem Fall etwa 20 Gramm Cannabis verschenkt haben soll. Bereits länger zurückreichenden Ermittlungen hatten ihn in Zusammenhang mit dem Anbau und Verkauf von Marihuana gebracht, zur Hausdurchsuchung war die Polizei mit Suchhunden und dem Sondereinsatzkommando EKO Cobra angerückt.

 

0,01 Gramm Cannabis. Kann man so eine Kleinstmenge mit bloßem Auge überhaupt erkennen, geschweige denn vernünftig abwiegen? Oder braucht man dafür ein Mikroskop? Jeder Wochenend-Kiffer hat in seinem Wohnzimmerteppich vermutlich ein Vielfaches mehr an Marihuana kleben als bei einem Mann aus Recklinghausen gefunden wurde. Die Gefängniswärterin, die das Marihuana-Teilchen im Tabakbeutel des damals noch inhaftierten Obdachlosen aufgespürt hatte, muss auf jeden Fall echt gute Augen haben. Die Menge an sich spielt aber sowieso keine Rolle in dem sich nun aufrollenden Gerichtsprozess, da bei Vergehen im Gefängnis, auch den kleinsten, generell Null-Toleranz-Politik vorherrscht.

 

Den Vorfall, der sich schon vor zwei Jahren ereignet hatte, hatte der 40-jährige Angeklagte schon wieder vergessen, als ihm kürzlich der Strafbefehl ins Haus bzw. die Behausung flatterte (Anm. der Redaktion: es herrscht Unklarheit darüber, ob der Angeklagte nach wie vor auf der Straße lebt oder nicht). Nun heißt es für den Unglücklichen leider: entweder 400 Euro blechen oder erneut einsitzen, und zwar ganze 40 Tage lang. Wobei, der zuständige Oberstaatsanwalt deutet in seiner scheinbar unendlichen Güte tatsächlich Gesprächsbereitschaft an: im Rahmen von Strafarbeitsprogrammen wie „Schwitzen statt sitzen“ könne die Strafe alternativ auch abgearbeitet werden...

Das Stoner-Movie „So High“ mit den Wu-Tang-Rappern Method Man und Redman in den Hauptrollen dürfte vielen Cannabisfreunden ein Begriff sein. Für alle, die die Kiffer-Komödie noch nicht kennen: in dem Film wird eine Cannabispflanze mit der Asche eines Verstorbenen gedüngt, was dazu führt, dass dem Konsumenten beim Genuss dieses speziellen Marihuanas dessen Geist erscheint. Jeder, der den Film gesehen hat, wird sich wohl an die entsprechenden Szenen erinnern können. Zu den Fans des Films zählt möglicherweise auch ein 26-Jähriger aus dem US-Bundestaat Wisconsin.

 

Der junge Mann, dem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vorgeworfen wird, wurde von der Polizei mit einer Hausdurchsuchung überrascht, nachdem ein Informant der Behörden Marihuana bei ihm gekauft hatte. Die Beamten fanden beim Verdächtigen dann auch tatsächlich etwa 70 Gramm Cannabisblüten, eine kleine Menge MDMA, eine Waage und eine Auswahl an Bongs. Besondere Aufmerksamkeit erregte jedoch ein unidentifizierbares Pulver, das die Ermittler zunächst vor ein Rätsel stellte. Handelte es sich bei der unbekannten Substanz etwa um Streckmittel? Tja, wie soll man sagen: ja und nein. Der Verdächtige gab zu, dass es sich tatsächlich um die Asche seiner vor einem Jahr verstorbenen Mutter handele. Zwar konnte bisher nicht geklärt werden, ob der Mann damit auch das für den Verkauf bestimmte Marihuana versetzt hat, aber die Aussage, zumindest seinen Eigenbedarf mit der toten Mutter „gestreckt“ zu haben, lässt das Schlimmste erahnen. Mit den Mitgliedern seines Kundenkreises möchte man jetzt auf jeden Fall nicht tauschen...

Im Osten Australiens wüten seit Wochen schlimme Waldbrände. Mehr als tausend Häuser wurden bereits zerstört, doch es entstand leider nicht nur Sachschaden, auch Todesopfer haben die Flammen bereits gefordert. Die Bilder der brennenden Koala-Bären, die nicht in der Lage, sind vor dem Feuer zu fliehen, gingen um die Welt. Und leider ist keine Besserung in Sicht, besonders im Bundesstaat New South Wales (der bevölkerungsreichste Australiens) lassen katastrophale Wetterbedingungen (Temperaturen knapp unter 50 Grad Celsius) vermuten, dass sich die Situation wohl noch weiter verschlimmern wird. Umso dankbarer kann man den vielen tapferen Einsatzkräften sein, die unter Einsatz ihres Lebens versuchen, der Flammen Herr zu werden.

 

Mitglieder des NSW Rural Fire Service entdeckten nun in einem von den Bränden bedrohten Waldstück nahe der Satdt Tahmoor eine illegale Cannabis-Plantage. Der Anblick der Pflanzen ließ die Feuerwehrleute scheinbar einen Moment lang die Katastrophe um sie herum vergessen – mit einem Social-Media-Post hielten sie den, aus ihrer Sicht wohl bizarren Moment fest. Angesichts der schmunzelnden Einsatzkräfte auf einem der Bilder stellt sich die Frage, ob möglicherweise schon einige Pflanzen in Anwesenheit der Männer verbrannt sind bzw. wurden. Klar ist, dem Grower, der das Feld angelegt hatte, dürfte dagegen so gar nicht zum Lachen zumute sein. Vielleicht hatte er seinen Pflanzen noch Chancen eingeräumt, das Feuer irgendwie unbeschadet zu überstehen. Doch nach dem viel beachteten Fund dürften die Feuersbrünste nun das geringste Problem sein...

Bereits am 4. November wurde ein Schweizer auf Bali mit 30 Gramm Cannabis erwischt. Dem jungen Mann aus Lausanne wird nun Schmuggel vorgeworfen. Aus Datenschutzgründen sind Detailinformationen zu dem Fall rar gesät, allerdings gelangte eine Fotografie in Umlauf (siehe oben), die den 40-jährigen Eidgenossen mit blassem Gesicht und abgemagertem Körper in oranger Häftlingskleidung beim Abtransport durch maskierte Polizisten zeigt.

 

Die Schweizer Botschaft in Jakarta steht mit den lokalen Behörden in Verbindung und tut alles, was im Rahmen des konsularischen Schutzes möglich ist. In Anbetracht der rigiden Drogengesetzgebung in Indonesien tut das auch wirklich Not. Nicht nur, dass die indonesischen Haftbedingungen, gelinde gesagt, nicht zu den Besten gehören: wie vielen westlichen Cannabisliebhabern bekannt sein dürfte, zählt Südostasien global gesehen zu den drogenfeindlichsten Regionen überhaupt und setzt die strikte Verbotspolitik kompromisslos um.

 

Innerhalb von Südostasien wiederum nimmt Indonesien einen der ganz vorderen Plätze in Sachen Repressivität und Härte in Bezug auf Drogendelikte ein. Marihuana gehört hier zur Drogen-Kategorie 1 und steht in einer Reihe mit Heroin und Kokain. Tatsächlich werden bei Vergehen, die Substanzen dieser Kategorie betreffen, immer wieder Todesstrafen verhängt, wobei die indonesische Regierung auch nicht davor zurückschreckt, ein Exempel an Ausländern und Touristen zu statuieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Betroffene junge Mann auf einen guten Rechtsbeistand verlassen kann und vielleicht auch in Lage ist, mithilfe von Freunden oder Verwandten auf größere Geldbeträge zurückgreifen zu können.