Wow! Was ist hier bloß schiefgelaufen? Beim Highway-Magazin sind wir ja inzwischen die dollsten Dinger gewohnt, aber dieser Vorfall reiht sich ganz vorne ein im Feld der dümmsten Busts. Ein 17-Jähriger aus Erftstadt hielt es, aus welchen Gründen auch immer, für eine gute Idee, Klingelmännchen bei einer örtlichen Polizeistation zu spielen. Nicht nur einmal, nein, gleich mehrmals hintereinander forderte der Spaßvogel am vergangenen Mittwoch sein Schicksal heraus, klingelte und versteckte sich dann schnell hinter einem Container in der Nähe. Nun ja, der Leichtsinn der Jugend, Grenzen austesten, Hauptsache Spaß haben, waren wir früher nicht genauso? Der ein oder andere verständnisvolle Zeitgenosse mag den Jugendlichen jetzt vielleicht in Schutz nehmen. Aber der Spaß fand an der Stelle ein bitteres Ende, als ein paar Beamte den Jungen am Container stellten und auf der Suche nach seinem Ausweis doch tatsächlich 19 Tütchen mit Marihuana fanden. Wow!

Wenn es um den Schmuggel von Marihuana geht, kennt die Kreativität scheinbar keine Grenzen. Ein besonders spektakulärer Versuch ereignete sich nun an der serbisch-ungarischen Grenze. Um den Grenzzaun zu umgehen, der von ungarischer Seite im Sommer 2015 hochgezogen worden war, ließ sich ein Mann einiges einfallen. Im Gepäck hatte der Ungar 18 Kilo Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von umgerechnet 111.000 Euro, die er vermutlich in Serbien erworben hatte und nun in seine Heimat einführen wollte. Aber wie das 170 Kilometer lange und drei Meter hohe Bollwerk umgehen? Einen Tunnel graben? Zu aufwendig! Mit dem Katapult rüberschießen? Zu kompliziert! Einfach über den Zaun klettern? Zu risikoreich! Mit dem motorisierten Gleitschirm-Flieger elegant darüber schweben? Perfekt! Vielleicht gingen Überlegungen dieser Art tatsächlich durch den Kopf des Cannabisschmugglers, doch hätte er sich wohl lieber um die in Zaunnähe installierten Bewegungsmelder und Wärmebildkameras Gedanken machen sollen. Denn nachdem er es tatsächlich geschafft hatte, mit seinem Gleiter des Nachts die Grenze zu überfliegen und sicher auf einem Acker auf der anderen Seite zu landen, dauerte es nicht lange, bis alarmierte Polizisten mit Drogenspürhunden anrückten und die Handschellen klickten.

Wir meckern ja gerne mal über die Cannabisgesetzgebung insbesondere in Deutschland, aber verglichen mit den Zuständen in Malaysia lebt es sich hierzulande wie im Weed-Paradies. Doch soll es hier nicht darum gehen, die deutschen Missstände zu relativieren, sondern um einen schlimmen Fall, der sich zur Zeit in besagtem Inselstaat in Südostasien abspielt – und in dem das letzte Wort hoffentlich doch noch nicht gesprochen ist. Denn sonst wird der junge Familienvater Muhammad Lukman den Tod am Galgen sterben – für eine Tat, die in den meisten anderen Ländern im schlimmsten Fall mit ein paar Jahren Haft geahndet würde. Das Todesurteil wurde in der Tat bereits verhängt, nur die Chance auf Revision gibt nun noch Hoffnung. Begonnen hatte alles vor etwa drei Jahren, als der 29-Jährige Lukman verhaftet und in seiner Wohnung drei Liter Cannabisöl und 279 Gramm gepresstes Blütenmaterial gefunden wurden. Der junge Mann arbeitete als Aktivist für eine Organisation, die es sich zum Ziel gemacht hatte, die Bevölkerung über die Vorteile von medizinischem Cannabis aufzuklären. Die bei der Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmten Cannabisprodukte hatte Lukman teilweise umsonst an Kranke und Schwache verteilt, die sich die Medizin sonst niemals hätten leisten können. Die Verteidigung bemühte sich, diesen Punkt immer und immer wieder zu bekräftigen: Lukman sei kein Dealer gewesen, sondern ein Idealist, der finanziell nicht von der Distribution profitierte. Außerdem dürfe das Gericht nicht die Forschungsergebnisse der letzten Jahre auf dem Gebiet des medizinischen Cannabis und die globalen Öffnungstendenzen außer Acht lassen. Seit dem Erlass des Dangerous Drugs Act von 1952 gilt Malaysia weltweit als eines der Länder mit den grausamsten und härtesten Cannabisgesetzen überhaupt. 

Eine ausgewachsene Cannabis-Anlage entdeckten Polizisten vergangene Woche im nordrheinwestfälischen Wesel. Bei der Durchsuchung einer Scheune auf einem Bauernhof stießen die Beamten auf 1100 teilweise blühende Cannabispflanzen sowie rund 500 Stecklinge. Der Strom für die 110 Grow-Lampen, die für das nötige Licht sorgten, wurde von dem dringend tatverdächtigen niederländischen Pärchen (32 und 35), das das Gehöft bewohnte, illegal abgezapft. Beim Zugriff kam es zu einem kuriosen Fluchtversuch: während die Gesetzeshüter keinerlei Mühe hatten, die Frau festzunehmen, war der Mann zunächst unauffindbar. Erst mithilfe eines Spürhundes konnte er dingfest gemacht werden, da er sich auf einem Firmengrundstück in der Nähe des Hofes im Sand eingebuddelt und regungslos verharrt hatte.

Im US-Bundestaat New Hampshire ist der Besitz kleinerer Mengen Marihuanas dekriminalisiert. Das heißt allerdings nicht, dass man einfach 25 Cannabispflanzen auf einem fremden Grundstück pflanzen darf. Der unbekannte Grower, der aber genau das getan hatte, fand anstelle seiner Pflanzung nun eine Zettelbotschaft der zuständigen Polizeidienststelle vor. Auf dem Papier stand geschrieben, dass die beschlagnahmten Pflanzen jederzeit im Revier abgeholt werden könnten, allerdings nur gegen Vorlage eines gültigen Ausweisdokuments. Ja, wie man sieht, auch Polizisten haben Humor. Immer wieder posten vor allem US-Beamte derartige Botschaften in den sozialen Netzwerken, wenn Pflanzen in Abwesenheit der verantwortlichen Grower in Verwahrung genommen werden. Dem ein oder anderen Cannabisfreund wird angesichts drohender Strafen vielleicht das Lachen im Hals stecken bleiben, doch immerhin haben die Beamten im vorliegenden Fall davon abgesehen, Ermittlungen aufzunehmen, die in Anbetracht der Erfolgsaussichten auch in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Fahndungsaufwand stünden.

Der ein oder andere Bewohner des US-Bundesstaats Michigan blickt wohl voller Neid nach Colorado oder Kalifornien, wo Cannabis inzwischen komplett freigegeben ist. In Michigan selbst ist zwar zumindest der medizinische Konsum gestattet, allerdings scheinen die Polizeibehörden gar nicht gut auf Marihuana zu sprechen zu sein. Diese bittere Erfahrung musste nun eine 80-jährige (!) Dame machen, die die Polizei aufgrund des gestohlenen Smartphones ihres Enkels zu sich gerufen hatte. Doch anstatt sich um den Diebstahl zu kümmern, rochen die Beamten einen herb-süßlichen Duft im Innern des Hauses. Die Neugier geweckt, fanden die Gesetzeshüter auch sogleich ein paar Grämmchen Weed, vier Joints, Pfeifen und einen Ausweis, dessen Besitz die Trägerin zum Konsum von medizinischem Marihuana befähigt. Leider hatte die alte Dame es versäumt, ihn rechtzeitig erneuern zu lassen und so musste sie die geballte Wut der Deputies über sich ergehen lassen. Die verhafteten die Omi ohne zu zögern und – obwohl eine simple Verwarnung auch dem Gesetz nach angebrachter gewesen wäre – und sperrten die 80-Jährige in eine Gefängniszelle, in der sie tatsächlich auch die Nacht verbringen musste. Natürlich musste die Anklage im Nachhinein wieder fallengelassen werden, einmal weil die Seniorin ihre Konsumerlaubnis erneuerte und pikanterweise auch deshalb, weil die Beamten die Oma nicht über ihre Rechte aufgeklärt hatten…

Bei einer ausgeprägten Verkehrskontrolle im Raum Frankfurt am Main überprüften Polizeibeamte eine ältere Mercedes-E-Klasse. Der Fahrer hatte angegeben, sich auf dem Weg zum Burg-Herzberg-Festival zu befinden, einem Hippie-Festival nähe Kassel. Ein Hippie in einem Mercedes (wenn auch ein alter), wie passt das denn zusammen? Gut möglich, dass sich den Gesetzeshütern diese eigentlich berechtigte Frage gar nicht erst stellte, da sie bereits beim Blick auf die Motorhaube des Fahrzeugs ins Stutzen gerieten. Dort prangte nämlich nicht einfach nur der begehrte Stern, nein, der Fahrer hatte seiner Kreativität freien lauf gelassen und das Markenzeichen mit einem schönen Joint verziert. Falls der betroffene Fahrer das hier liest: wir schicken dir gerne eine Ladung Highway-Sticker, mit denen du dein Joint-Mobil noch weiter dekorieren kannst!

Der ein- oder andere Cannabisfreund mag sich noch an den Wahlkampf 1998 erinnern, in dem die Grünen bei vielen jungen Menschen mit dem Versprechen, endlich die Legalisierung herbeizuführen, punkten und letztendlich zusammen mit der SPD eine rot-grüne Regierung stellen konnten. Leider versäumte man es, in der darauf folgenden Legislaturperiode, der vollmundigen Ankündigung Taten folgen zu lassen. Heute trommeln die Grünen, aus der Opposition heraus, wieder lautstark für eine Freigabe des beliebten Krauts, doch die Glaubwürdigkeit beim Pöbel hat natürlich gelitten...

 

Doch Rettung naht aus Rostock: In einem Lagerraum fanden Polizeibeamte gerade eine kleine, aber sorgfältig betriebene Cannabisanlage, die insgesamt acht Pflanzen umfasste. Die Beamten hatten den Raum aufgrund eines Lecks in der Wasserversorgung aufbrechen müssen. Wie sich herausstellte, gehörten Raum und Pflanzen dem Rostocker Bündnis-90/Die-Grünen-Mitglied Henning Wüstemann, seines Zeichens unter anderem Bürgerschaftsmitglied, Vorsitzender des Kulturausschusses und Mitglied des Finanzausschusses. Fraktionschef Flachsmeyer dazu: „Auch wenn die Grünen für eine begrenzte Legalisierung von Cannabis für den Eigenbedarf eintreten, gilt natürlich die bestehende Gesetzeslage.” Wüstemann, gegen den nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, wird seine Ämter ruhen lassen und beteuerte, dass das Cannabis nur für den Eigenbedarf gedacht war. Wie dem auch sei, schön zu sehen, dass die Grünen ihren Worten zur Abwechslung auch mal Taten folgen lassen.

Die mit Spannung erwarteten Untersuchungsergebnisse der beschlagnahmten CBD-Hanfblüten aus der Hanfbar (Mühlenpfordtstraße) in Braunschweig wurden nun gestern endlich veröffentlicht. Highway berichtete bereits vergangene Woche über die Razzien in den beiden Filialen des Hanf- und CBD-Ladens „Hanfbar“, wo bis letzte Woche unter anderem nicht berauschende CBD-Blüten als Tee verkauft wurden. Was in Anbetracht der teilweise sehr rückständigen und ignoranten deutschen Haltung bezüglich Cannabis leider wenig überrascht, ist das vorläufige Untersuchungsergebnis der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die das konfiszierte Material nun als illegal einstuft.

 

Warum? Zuerst einmal enthielt etwa die Hälfte der untersuchten Blüten einen THC-Gehalt von 0,57 Prozent und damit in etwa dreimal so viel wie es der kritische Grenzwert von 0,2 Prozent zuließe. Dazu muss allerdings auch ganz klar festgehalten werden: beide Konzentrationen sind keinesfalls berauschend, auch für unerfahrene Konsumenten. Es ist physisch nicht möglich, davon „bekifft“ zu werden. Das weiß wohl auch der Staatsanwalt, denn er führt außerdem an, dass es letztlich gar nicht auf die THC-Menge ankäme, sondern zu welchem Zweck das Produkt verkauft und wie es vermarktet würde. Ein (versuchter) Missbrauch zu Rauschzwecken müsse klar ausgeschlossen werden. Dies sei jedoch nur dann der Fall, wenn auch auf der Käuferseite eine derartige Nutzung ausgeschlossen werden könne, was allerdings nur bei gewerblichen oder wissenschaftlichen Einsatzzwecken gegeben sei. Diese Auslegung dürfte bei den zahlreichen CBD-Händlern, die inzwischen auch in Deutschland nach dem Vorbild Österreichs und der Schweiz immer mutiger wurden, auf reges Interesse stoßen. Es bleibt zu hoffen, dass ein Gericht (endgültig) die Frage klärt, wie man denn Hanfblüten, die aufgrund von so gut wie nicht vorhandenem THC gar nicht berauschend sein können, zu Rauschzwecken nutzen kann...

Eine illegale Aufzuchtsanlage, die die Bezeichnung „Plantage“ mal wirklich verdient hat, wurde in Navarro County, Texas entdeckt: auf über fünf Acre (etwa 20.000 Quadratmeter) wuchsen circa 10.000 Outdoorpflanzen, die die Polizei dank des Einsatzes einer Drone ausfindig machen konnte. Das umgebende Gelände erwies sich als derart unwegsam, dass ein Bulldozer zu Hilfe genommen werden musste, um zu den Pflanzen und dem dazugehörigen Camp vordringen zu können. Clever: mithilfe einer „Vogelscheuche“, die mit einer Maschinengewehrattrappe ausgestattet worden war (siehe Bild in der Mitte), hatten die Betreiber versucht, die Anlage zusätzlich abzusichern und eventuelle Eindringlinge abzuschrecken. Laut den Behörden handelte es sich um die größte illegal betriebene Cannabisplantage der jüngeren texanischen Geschichte.