0,01 Gramm Cannabis. Kann man so eine Kleinstmenge mit bloßem Auge überhaupt erkennen, geschweige denn vernünftig abwiegen? Oder braucht man dafür ein Mikroskop? Jeder Wochenend-Kiffer hat in seinem Wohnzimmerteppich vermutlich ein Vielfaches mehr an Marihuana kleben, als bei einem Mann aus Recklinghausen gefunden wurde. Die Gefängniswärterin, die das Marihuana-Teilchen im Tabakbeutel des damals noch inhaftierten Obdachlosen aufgespürt hatte, muss auf jeden Fall echt gute Augen haben. Die Menge an sich spielt aber sowieso keine Rolle in dem sich nun aufrollenden Gerichtsprozess, da bei Vergehen im Gefängnis, auch den kleinsten, generell Null-Toleranz-Politik vorherrscht.

 

Den Vorfall, der sich schon vor zwei Jahren ereignet hatte, hatte der 40-Jährige Angeklagte schon wieder vergessen, als ihm kürzlich der Strafbefehl ins Haus bzw. die Behausung flatterte (Anm. der Redaktion: es herrscht Unklarheit darüber, ob der Angeklagte nach wie vor auf der Straße lebt oder nicht). Nun heißt es für den Unglücklichen leider: entweder 400 Euro blechen oder erneut einsitzen, und zwar ganze 40 Tage lang. Wobei, der zuständige Oberstaatsanwalt deutet in seiner scheinbar unendlichen Güte tatsächlich Gesprächsbereitschaft an: im Rahmen von Strafarbeitsprogrammen wie „Schwitzen statt sitzen“ könne die Strafe alternativ auch abgearbeitet werden...

Das Stoner-Movie „So High“ mit den Wu-Tang-Rappern Method Man und Redman in den Hauptrollen dürfte vielen Cannabisfreunden ein Begriff sein. Für alle, die die Kiffer-Komödie noch nicht kennen: in dem Film wird eine Cannabispflanze mit der Asche eines Verstorbenen gedüngt, was dazu führt, dass dem Konsumenten beim Genuss dieses speziellen Marihuanas dessen Geist erscheint. Jeder, der den Film gesehen hat, wird sich wohl an die entsprechenden Szenen erinnern können. Zu den Fans des Films zählt möglicherweise auch ein 26-Jähriger aus dem US-Bundestaat Wisconsin.

 

Der junge Mann, dem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vorgeworfen wird, wurde von der Polizei mit einer Hausdurchsuchung überrascht, nachdem ein Informant der Behörden Marihuana bei ihm gekauft hatte. Die Beamten fanden beim Verdächtigen dann auch tatsächlich etwa 70 Gramm Cannabisblüten, eine kleine Menge MDMA, eine Waage und eine Auswahl an Bongs. Besondere Aufmerksamkeit erregte jedoch ein unidentifizierbares Pulver, das die Ermittler zunächst vor ein Rätsel stellte. Handelte es sich bei der unbekannten Substanz etwa um Streckmittel? Tja, wie soll man sagen: ja und nein. Der Verdächtige gab zu, dass es sich tatsächlich um die Asche seiner vor einem Jahr verstorbenen Mutter handele. Zwar konnte bisher nicht geklärt werden, ob der Mann damit auch das für den Verkauf bestimmte Marihuana versetzt hat, aber die Aussage, zumindest seinen Eigenbedarf mit der toten Mutter „gestreckt“ zu haben, lässt das Schlimmste erahnen. Mit den Mitgliedern seines Kundenkreises möchte man jetzt auf jeden Fall nicht tauschen...

Im Osten Australiens wüten seit Wochen schlimme Waldbrände. Mehr als tausend Häuser wurden bereits zerstört, doch es entstand leider nicht nur Sachschaden, auch Todesopfer haben die Flammen bereits gefordert. Die Bilder der brennenden Koala-Bären, die nicht in der Lage, sind vor dem Feuer zu fliehen, gingen um die Welt. Und leider ist keine Besserung in Sicht, besonders im Bundesstaat New South Wales (der bevölkerungsreichste Australiens) lassen katastrophale Wetterbedingungen (Temperaturen knapp unter 50 Grad Celsius) vermuten, dass sich die Situation wohl noch weiter verschlimmern wird. Umso dankbarer kann man den vielen tapferen Einsatzkräften sein, die unter Einsatz ihres Lebens versuchen, der Flammen Herr zu werden.

 

Mitglieder des NSW Rural Fire Service entdeckten nun in einem von den Bränden bedrohten Waldstück nahe der Satdt Tahmoor eine illegale Cannabis-Plantage. Der Anblick der Pflanzen ließ die Feuerwehrleute scheinbar einen Moment lang die Katastrophe um sie herum vergessen – mit einem Social-Media-Post hielten sie den, aus ihrer Sicht wohl bizarren Moment fest. Angesichts der schmunzelnden Einsatzkräfte auf einem der Bilder stellt sich die Frage, ob möglicherweise schon einige Pflanzen in Anwesenheit der Männer verbrannt sind bzw. wurden. Klar ist, dem Grower, der das Feld angelegt hatte, dürfte dagegen so gar nicht zum Lachen zumute sein. Vielleicht hatte er seinen Pflanzen noch Chancen eingeräumt, das Feuer irgendwie unbeschadet zu überstehen. Doch nach dem viel beachteten Fund dürften die Feuersbrünste nun das geringste Problem sein...

Bereits am 4. November wurde ein Schweizer auf Bali mit 30 Gramm Cannabis erwischt. Dem jungen Mann aus Lausanne wird nun Schmuggel vorgeworfen. Aus Datenschutzgründen sind Detailinformationen zu dem Fall rar gesät, allerdings gelangte eine Fotografie in Umlauf (siehe oben), die den 40-jährigen Eidgenossen mit blassem Gesicht und abgemagertem Körper in oranger Häftlingskleidung beim Abtransport durch maskierte Polizisten zeigt.

 

Die Schweizer Botschaft in Jakarta steht mit den lokalen Behörden in Verbindung und tut alles, was im Rahmen des konsularischen Schutzes möglich ist. In Anbetracht der rigiden Drogengesetzgebung in Indonesien tut das auch wirklich Not. Nicht nur, dass die indonesischen Haftbedingungen, gelinde gesagt, nicht zu den Besten gehören: wie vielen westlichen Cannabisliebhabern bekannt sein dürfte, zählt Südostasien global gesehen zu den drogenfeindlichsten Regionen überhaupt und setzt die strikte Verbotspolitik kompromisslos um.

 

Innerhalb von Südostasien wiederum nimmt Indonesien einen der ganz vorderen Plätze in Sachen Repressivität und Härte in Bezug auf Drogendelikte ein. Marihuana gehört hier zur Drogen-Kategorie 1 und steht in einer Reihe mit Heroin und Kokain. Tatsächlich werden bei Vergehen, die Substanzen dieser Kategorie betreffen, immer wieder Todesstrafen verhängt, wobei die indonesische Regierung auch nicht davor zurückschreckt, ein Exempel an Ausländern und Touristen zu statuieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Betroffene junge Mann auf einen guten Rechtsbeistand verlassen kann und vielleicht auch in Lage ist, mithilfe von Freunden oder Verwandten auf größere Geldbeträge zurückgreifen zu können.

Die serbische Nachrichtenlandschaft wird nun schon seit Wochen von einem beispiellosen Fall in Atem gehalten. Es geht um eine staatlich geförderte Farm zum biologischen Anbau von Gemüse. Serbische Behörden fanden im vergangenen November jedoch heraus, dass auf besagtem Hof vor allem ein ganz besonderes „Gemüse“, und zwar Cannabis, angebaut wurde: etwa 650 Kilogramm (die meisten Presseberichte schwanken zwischen 650 und 800 Kilogramm) getrocknetes Marihuana sowie tausende gerade frisch geerntete Pflanzen wurden auf dem Gut gefunden. Der von den Behörden festgesetzte Betreiber des Hofs und an dieser Stelle wird die ganze Geschichte besonders heikel, soll noch von der Polizeiwache nicht etwa seinen Anwalt, sondern den Bruder des serbischen Präsidenten Alekandar Vučić angerufen haben.

 

Sowohl beim Präsidenten selbst als auch bei seinem Bruder Andrej, die beide naturgemäß ihre Unschuld beteuern, handelt es sich um hochrangige Mitglieder der Serbischen Fortschrittspartei. Um alle Vorwürfe ein für allemal aus der Welt zu schaffen und Gerüchten Einhalt zu gebieten, geht das serbische Regierungsoberhaupt nun in die Offensive, frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Zu diesem Zwecke haben der Präsident und sein Bruder eine Selbstanzeige getätigt, die von Parteikollege Milos Vucevic eingebracht wurde. Durch die folgenden Ermittlungen und Verhöre soll nun der Bevölkerung wohl größtmögliche Transparenz und Bereitschaft zur Kooperation signalisiert werden. Sollten sich die Anschuldigungen dennoch als berechtigt erweisen, könnte der serbische Präsident als das erste Staatsoberhaupt seit dem US-Präsidenten George Washington in die Geschichtsbücher eingehen, das bewiesenermaßen Cannabispflanzen angebaut hat.

Die spanische Polizei hat eine gewaltige Cannabisplantage entdeckt. Im Nordosten Spaniens, in der Region Aragon, wo sich duftende Pinienwälder kilometerweit erstrecken, fanden Beamte zwei große Cannabisfelder, die die stolze Anzahl von 16.000 Pflanzen umfassten. Die Outdoor-Anlagen waren gut versteckt im abgelegenen Hinterland und nur mit allerhand Strapazen zugänglich. Ohne Offroad-Fahrzeug, um die Hauptwege verlassen zu können und einen beschwerlichen Fußmarsch über Stock und Stein gab es keine Chance, überhaupt auf die Pflanzungen zu stoßen.

 

Die Grower hatten massenweise Pinien abgeholzt, um Platz zu schaffen und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit Pumpen und Elektrogeneratoren zur Versorgung der Pflanzen konstruiert. Die Polizei war der Anlage unbeabsichtigt auf die Spur gekommen: bei der Observation einer Bande, die mit zahlreichen Diebstahlfällen in Bars und Tankstellen der Region in Verbindung gebracht wurde, entdeckte man die Cannabis-Anlagen, die von Behördenseite als größter Cannabisfund aller Zeiten in Aragon bezeichnet werden. Mittlerweile wurden die einzelnen Mitglieder der sechsköpfigen Bande, die unter dringendem Verdacht stehen, auch für die Cannabisplantagen verantwortlich zu sein, von der Polizei gestellt und identifiziert.

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Eine derart ordentlich hergerichtete und gepflegte illegale Cannabis-Aufzucht sieht man selten.

 

Bereits beim ersten Blick auf das Polizeifoto der mehr als 2.500 Pflanzen umfassenden Anlage in Hennef wird klar, dass hier jemand wusste, was er tut. Durch einen Hinweis kamen die Ermittler auf die heiße Spur einer vermeintlich leerstehenden Fabrikhalle. Die Betreiber konnten bisher nicht dingfest gemacht werden, eine polizeiliche Überwachung blieb bis auf weiteres ergebnislos. Die Pflanzen, denen von polizeilicher Seite ein siebenstelliger Verkaufswert beigemessen wird, werden nun leider unter behördlicher Aufsicht vernichtet. Welch eine Verschwendung!

 

Für die Beamten ist es der zweite große Erfolg in der 50.000-Einwohner-Stadt Hennef im Rhein-Sieg-Kreis in kurzer Zeit: erst vergangene Woche wurde eine beachtliche Cannabis-Anlage mit etwa 1.000 Pflanzen im Stadtteil Bröl entdeckt.

Der Gründer des weltberühmten „Cirque du Soleil“, Guy Laliberté, wurde Presseangaben zufolge in Französisch-Polyniesien von der Polizei festgenommen. Der Grund: Cannabisanbau in „beträchtlichem“ Ausmaß. Denn wie es sich für einen Milliardär gehört, fand der Anbau nicht etwa im heimischen Schuppen oder im Growzelt statt, sondern auf der eigenen Privatinsel.

 

Das Atoll mit dem Namen Nukutepipi umfasst eine Fläche von 0,6 Quadratkilometern und ist mitten im Pazifischen Ozean gelegen. Der 60-Jährige kaufte sich das ausgesprochen idyllische Stück Land im Jahr 2007. Seitdem vermietet er es für knapp 200.000 Dollar pro Woche an gut betuchte Erholungssuchende und nutzt offenbar einen Teil der Fläche zum Anbau von medizinischem Cannabis, das ausschließlich für „streng persönliche“ Zwecke bestimmt gewesen sei (so das offizielle Statement). Ganze elf Gärtner sollen sich um die Outdoor-Anlage gekümmert haben, von daher ist davon auszugehen, dass der Kanadier ziemlich ausgeprägte Ansprüche an seinen persönlichen Bedarf stellt.

 

Aber auch wenn mit der Cannabisgesetzgebung von Französisch-Polynesien eigentlich nicht zu spaßen ist (es gelten die rigiden französischen Gesetze), kann man davon ausgehen, dass der Beschuldigte aufgrund seiner Beziehungen und seiner finanziellen Möglichkeiten (glücklicherweise) mit einer verhältnismäßig milden Strafe davonkommen wird.

 

 

Auch wenn die USA in den letzten Jahren von Legalisierungsbefürwortern rund um den Globus verstärkt als Positivbeispiel für einen liberalen Umgang mit Cannabis herangezogen werden und die gesellschaftliche Akzeptanz in vielen Bundesstaaten schon weit fortgeschritten ist, hat auch die dortige Szene immer wieder mit Hindernissen zu kämpfen, die ihnen von der Politik und der Justiz in den Weg gelegt werden.

 

Zuletzt sorgte ein großer Fang der New Yorker Polizei (NYPD) und das dazugehörige Polizeifoto für Ärger in der Cannabisbranche, aber, zugegeben, auch für den ein oder anderen Schmunzler. Auf der Facebook-Seite des NYPD brüstete man sich mit dem Fund und der Beschlagnahmung von knapp 50 Kilogramm Marihuana. Diese Zurschaustellung in den sozialen Netzwerken ist ja leider mittlerweile gängige Praxis, doch diesmal erntete die Truppe vor allem Hohn und Spott. Zu Recht, denn die fetten Baggies, zwischen denen sich vor allem einer der beiden Cops in cooler Pose in Szene setzt, so als sei er die Reinkarnation von Charlie Bronson höchstpersönlich, enthielten gar kein Marihuana, sondern völlig legalen, komplett THC-freien Hanf des lizenzierten Produzenten Fox Holler Farms aus Vermont.

 

Das pikierte Unternehmen ließ mit einer Reaktion nicht lange auf sich warten und verlautete, ebenfalls über Facebook, unter anderem das Folgende: „Dieses Bild frustriert uns und macht uns Sorgen. (…) Warum sind sich die Menschen der Gesetze, mit deren Schutz sie betraut sind, nicht bewusst?“ Tja, eine durchaus berechtigte Frage, zumal die im „Hemp Farming Act“ bundesweit geregelte Legalisierung von Hanf erst vor einigen Monaten prominent durch alle US-Medien ging.