In Bayern nimmt die Cannabis-Repression bekanntlich oft absurde Formen an. Da muss man für das Rauchen eines Joints schon mal knapp 10.000 Euro latzen oder bekommt wegen des Verkaufs von Marihuana hinterrücks einen Kopfschuss verpasst. Naja, wo gehobelt wird, da fallen eben Späne und Gesetz ist und bleibt schließlich Gesetz, oder?

 

Das bekam jetzt auch ein 23-jähriger junger Mann aus Kempten zu spüren. Glücklicherweise ging die Sache für ihn im Vergleich zu oben genannten Beispielen eher glimpflich aus. Polizeibeamte, die eigentlich bloß zu Ermittlungen in einem Mehrfamilienhaus gerufen worden waren, nahmen vor der Wohnung des unbeteiligten jungen Mannes Marihuana-Geruch wahr. OMG! Der Mieter öffnete bereitwillig die Tür und gab an, kein Cannabis zu besitzen. Die Reste des Joints, den bis gerade noch genüsslich geraucht hatte, hatte er aus Angst einfach aufgegessen (kann man so machen, aber wieso dann der Polizei davon erzählen?) und ansonsten befänden sich keinerlei illegale Substanzen in seiner Wohnung. Die Beamten, die sogleich die gesamte Wohnung auf den Kopf stellten, mussten dem jungen Mann schließlich recht geben: sie hatten bei der Durchsuchung rein gar nichts gefunden.

 

Den 23-Jährigen erwartet nun nichtsdestotrotz ein kostenaufwändiges Strafverfahren. Und das für einen quasi nicht existenten Joint, dessen Reste höchstwahrscheinlich längst irgendwo in der Kemptener Kanalisation versickert sind

Aktuell müssen sich zwei Männer wegen einer illegalen Cannabisanlage vor dem Landgericht München verantworten. Klingt jetzt erst mal nicht weiter spannend, doch der Fall hat eine Besonderheit:

 

Denn es konnten überhaupt keine Pflanzen gefunden werden, als ein SEK-Kommando einen Keller in Krailing stürmte. Angeblich konnte nur ein einziges, abgestorbenes Cannabisblatt gefunden werden. Nichtsdestotrotz sitzen die beiden Angeklagten jetzt bereits seit rund einem Jahr in Untersuchungshaft. Während der ältere der beiden Männer (36) bisher zu allen Vorwürfen geschwiegen hat, hat sein etwas jüngerer Cousin (30) ausführlich ausgesagt.

 

 

Unter anderem auch, warum die Beamten keine Pflanzen finden konnten. Der Grow ist nämlich gründlich schiefgegangen, denn nachdem die Raumtemperatur auf 64 Grad Celsius angestiegen war, gingen alle Cannabispflanzen ein. Von etwa 1200 Pflanzen ist die Rede, die von den Verdächtigen schließlich in einem Waldstück entsorgt wurden. Die Gesetzeshüter haben die Cannabispflanzung jedoch nur auf einem Foto zu Gesicht bekommen.

 

Gutachtern der Anklage reichte das aber voll aus, um von einer Ernte von zehn Kilo Blütenmaterial und einem geplanten „gewinnbringenden Handel“ auszugehen. Der Rechtsanwalt der Angeklagten hingegen verfolgt die Strategie, nachzuweisen, dass die Tat der beiden Männer überhaupt erst durch die Anstiftung des eingangs erwähnten V-Manns zustande gekommen ist.

 

 

Wer kennt es nicht? Da trinkt man über die Feiertage mal ein paar Drinks zu viel und muss dann um zwei Uhr morgens feststellen, dass man gar nicht genug Geld dabei hat, um die Rechnung zu bezahlen. Was nun? Anschreiben lassen oder die Zeche prellen? Und was, wenn beides keine Option darstellt? Ein Kneipengast im Raum Augsburg wählte eine andere Lösung und entschied sich für den beherzten Griff in die Hosentasche, um dem verdutzten Barmann etwas Marihuana als Bezahlung anzubieten. Im restriktiven Süddeutschland ein durchaus gewagter Move, aber was macht man nicht alles im betrunkenen Kopf. Und so kam es, wie es kommen musste: was unter Cannabisfreunden durchaus ein vielversprechender Lösungsansatz gewesen wäre, hat dem Mitarbeiter des Lokals leider so gar nicht zugesagt, sondern ihn im Gegenteil dazu veranlasst, die Polizei zu Hilfe zu rufen. Die nahm dem 37-jährigen Gast seine Ersatzwährung ab und fand in der Wohnung des Mannes gleich noch weitere 100 Gramm.

Bayern ist ein hartes Pflaster für Cannabisfreunde, besonders für solche aus toleranteren Städten wie etwa Berlin. Diese Erfahrung musste Tobias Gill vergangenen Sommer vor einem Café in München machen (wir berichteten): der junge Hauptstädter, der mit Cannabis seine chronischen Rückenschmerzen lindert, hielt es für eine gute Idee, sich dort in aller Ruhe einen Joint zu rauchen. Die Polizei war von diesem Einfall ganz und gar nicht angetan, nahm Gill kurzerhand fest und fand vier Gramm Marihuana.

 

Im August bekam Gill von der Staatsanwaltschaft seinen Strafbefehl und der hatte sich gewaschen: entweder akzeptiere der Beschuldigte eine Geldstrafe von 9.600 Euro oder er müsse für vier Monate in Haft. Um auf seinen Fall und das überharte Strafmaß aufmerksam zu machen, veröffentlichte Gill ein Statement auf YouTube (siehe unten). Ob es letztendlich wirklich an dem Clip lag, ist unklar, doch die bayerische Justiz zeigte sich nachgiebig und akzeptierte ein Gnadengesuch des 35-Jährigen, woraufhin die Strafe in gemeinnützige Arbeit umgewandelt wurde.

 

Doch damit nicht genug: Gills Verteidiger erreichte doch tatsächlich, dass die Stunden bei der Grünen Hilfe, einem Verein, der sich in der Hauptsache um strafverfolgte Cannabiskonsumenten kümmert, abgeleistet werden können. Was von Gill in einem Zwiegespräch mit seinem Verteidiger eigentlich als Spaß gemeint war, erhielt, aus welchen Gründen auch immer, tatsächlich die Zustimmung der bayerischen Justiz.

 

Nun sitzt Tobias Gill tatsächlich an der Kasse des Hanfmuseums in Berlin, das mit der Grünen Hilfe kooperiert und ist zufrieden: „Ich bin jetzt schon die zweite Woche hier und fühle mich absolut akzeptiert und angekommen. Es ist noch schöner, als ich mir das vorgestellt habe.“

Kiffen ist Mainstream. Genau wie Fußball. Dass beides zusammen natürlich auch funktioniert, versuchte erste kürzlich Bayern-Star David Alaba zu beweisen, wie wir berichteten. Doch die Fans seiner Mannschaft FC Bayern München zeigten nun am Freitag wie man es richtig macht (bzw. auch nicht):

 

Die Mannschaft aus München musste im Freitagabendspiel bei Bayer Leverkusen antreten. Im Bus von 55 Bayern-Ultras der Gruppierung „Schickeria“ roch es jedoch verdächtig nach Gras, als die Polizei mit einem Drogenspürhund am Parkplatz der BayArena herumschlich. Der Hund schlug an und so wurde der Bus durchsucht – 300 Gramm Marihuana und einige Gramm Amphetamin wurden dabei zutage gebracht. Nach dem Spiel kamen alle 55 Insassen des Busses zunächst in Gewahrsam, um ihre Personalien festzustellen.

 

Warum die Polizei in ersten Meldungen behauptete, es wären 1,5 Kilogramm Marihuana gefunden worden, und wie dann daraus anschließend bloß 300 Gramm wurden, bleibt wohl das Geheimnis der Polizei...

 

Auch im gegnerischen Lager wurde übrigens auf Kifferjagd gegangen: Bei einem Leverkusen-Fan wurde vor einer Fan-Kneipe Drogenbesitz festgestellt, was zur Hausdurchsuchung führte. Dabei wurden über zwei Kilo Weed aufgefunden.

Wie wir alle wissen, ist der Freistaat Bayern nicht das beste Pflaster, wenn es um Cannabis geht. Und was für den Otto-Normal-Bayern gilt, gilt erst recht für die Kicker des FC Bayern.

 

Steuerhinterziehung und Weißbier zum Frühstück (na gut, vielleicht nicht für die Spieler) ist okay, aber kiffen geht natürlich gar nicht. Umso erstaunlicher, in welchem Aufzug der langjährige Stammspieler David Alaba in die Öffentlichkeit trat: Auf einem Hip-Hop-Konzert zeigte sich der österreichische Nationalspieler mit einem schwarzen T-Shirt, auf dessen Brust der unmissverständliche Schriftzug „Legalize it“ prangte. Ob sich der Starspieler jetzt nur den Gepflogenheiten der Hip-Hop-Szene anpassen wollte oder tatsächlich einem persönlichen Anliegen Ausdruck verleihen wollte, ist nicht ganz klar. Jedoch ist davon auszugehen, dass ein mediengeschulter Fußballprofi ganz genau einschätzen kann, wie man sich vor den Augen der Öffentlichkeit zu präsentieren hat, um aufzufallen oder eben nicht.

 

Und da sich (seriöse) deutschsprachige Promis mit Pro-Cannabis-Aktivismus generell eher zurückhalten: danke David!

Das neue Jahr ist gerade einmal drei Tage jung, da erreichen uns schon die ersten traurigen Meldungen aus Bayern: Ein 50-jähriger Münchner wurde vergangenen Samstagabend von der Polizei in seinem Auto angehalten. Der Mann muss wohl das Misstrauen der Beamten auf sich gezogen haben, denn im weiteren Verlauf der Verkehrskontrolle wurde der Mann auf die Wache gebracht. So weit, so erträglich, möchte man meinen, doch was dann folgte, stimmt mehr als nachdenklich: Trotz Vorlage eines gültigen Cannabis-Rezeptes und eines Patienten-Passes ließen es sich die Beamten nicht nehmen, den Schwerstkranken, der seit Jahren mit üblen chronischen Schmerzen zu kämpfen hat, satte drei Stunden lang zu filzen. Besonders ärgerlich dabei: dem Mann, der schon einige Male in derartige Polizeikontrollen geraten war, wurde von behördlicher Seite bei einer früheren Überprüfung versichert, dass er als legaler Nutzer in das System eingetragen werde, damit so etwas nicht mehr passiert...


Der 50-Jährige will nun aufgrund der „schikanösen Behandlung“ Anzeige gegen die Polizei erstatten. Er wird dabei vom Cannabis-Verband Bayern unterstützt, der das Vorgehen verurteilt und von einer „Verschwendung von Steuermitteln“ spricht.

Cannabis-Liebhaber müssen jetzt ganz, ganz stark sein. Dass die Behörden in Bayern in Sachen Marihuana oft nicht lange fackeln und Kiffer selbst bei kleineren Konsumvergehen sehr schnell die ganze Härte des bajuwarischen Strafgesetzkatalogs zu spüren bekommen, ist längst kein Geheimnis mehr.



Nun gelangten wirklich traurige Bilder an die Öffentlichkeit, die zeigen, was mit all dem Kraut nach der Beschlagnahmung durch die Gesetzeshüter passiert. Und das ist ziemlich schade:



Es wird nämlich schlicht und einfach verbrannt, aber leider nicht auf eine Weise, in der das Weed seine wohltuende Wirkung freisetzen kann: In Olchingen wurden am Dienstag satte 550 Kilogramm, die bereits vor einem Jahr beschlagnahmt wurden, in einer Müllverbrennungsanlage dem Feuer übergeben. Und wie man am stahlharten Blick der vor Stolz funkelnden Augen der mit der Vernichtung beauftragten Zollbeamten erkennen kann, wurden bei der Verbrennung mit Sicherheit keine entspannenden Dämpfe freigesetzt

So stellt man sich als Außenstehender Bayern vor: ein Mensch, der aus medizinischen Gründen Cannabis konsumieren muss, wird währenddessen von der Polizei umstellt, als Junkie beschimpft und bekommt seine Medizin weggenommen – das alles trotz mitgeführtem Betäubungsmittelrezept.
 
Bereits am 8. Mai geschah der Vorfall: am Ufer der Isar in München konsumierte Christoph N. seine Medizin, als er von der Polizei angegangen und durchsucht wird. Durch den Schock verunsichert, entschloss er sich erst spät, Beschwerde bei der Polizei einzureichen, wie er „tz.de“ berichtete:
 
„Nach dem Vorfall war ich wochenlang verängstigt und habe mich erst spät entschieden, Beschwerde einzureichen. Ich wollte nicht akzeptieren, dass Patienten als Kollateralschaden einer ohnehin verfassungsrechtlich fragwürdigen Jagd auf Cannabis-Konsumenten werden und sich entweder entsprechend dem Wunsch des Beamten dauerhaft in ihren Wohnungen verstecken oder regelmäßige körperliche Durchsuchungen über sich ergehen lassen müssen. Dass dabei auch noch Medikamente zerstört werden, ist gerade in Anbetracht der seit Monaten nicht sichergestellten Versorgung in den Apotheken einfach unerhört.“
 
Und tatsächlich: das Polizeipräsidium München muss nun Schadensersatz für das vernichtete Cannabismedikament zahlen – immerhin 6,60 Euro für eine „Konsumeinheit“ Cannabis.

 

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Wer kennt es nicht? Schnell das Weed angebaut und dann auf dem Wäscheständer zum Trocknen aufgehängt – doof nur, wenn man sich während des Trockenprozesses derart laut streitet, dass die Nachbarn die Polizei rufen. Auf diese Art und Weise liefern sich übrigens immer wieder Konsumenten, Dealer und Grower selbst ans Messer.

 

Dieses Mal traf es einen 36-jährigen Mann und seine 31-jährige Freundin in Simbach am Inn in Niederbayern. Dienstagabend gegen 20 Uhr wurde die Polizei zu der Wohnung der beiden gerufen, da sie sich lautstark stritten. Nachdem sich die Lage wieder beruhigte, entdeckten die Beamten einen Wäscheständer der speziellen Art: 1,6 Kilogramm Marihuana war dort mit bunten Wäscheklammern zum Trocknen aufgehängt.

 

Wie die „Welt“ berichtete, machten die beiden keinerlei Angaben zur Herkunft des Weeds und wurden nach polizeilichen Maßnahmen der Kripo Passau und nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Landshut am Mittwoch wieder auf freien Fuß gesetzt.