Die deutsche Cannabispolitik ist mehr als weltfremd und so sind es praktisch von Berufs wegen auch viele deutsche Richter. Dieser Umstand kam nun am Dienstag einen 28-jährigen Mann teuer zu stehen, der vor Gericht angeklagt war, im Landkreis Aichach-Friedberg Marihuana und Haschisch verkauft zu haben.

 

Wie bei der „Augsburger Allgemeinen“ zu lesen war, gab es um die Größe seiner Einkäufe wohl keine Zweifel (dreimal 50 Gramm Marihuana, je einmal 150 und 180 Gramm Marihuana sowie zweimal 100 Gramm Haschisch). Dies wurde wohl vom Angeklagten, der angab etwa drei Joints täglich zu rauchen, auch eingeräumt.

 

Doch die Staatsanwaltschaft wollte ihm Dealerei unterstellen, während er auf Eigenbedarf plädierte. Und mal ganz im ernst: viele Leute, die ein halbwegs passables Einkommen haben, kaufen sich 50 oder 100 Gramm zum Eigenbedarf. Es geht ja auch niemand jeden Tag in den Supermarkt (okay – niemand unter 70 Jahren), um sich mit Lebensmitteln für nur einen einzigen Tag einzudecken. Ganz davon abgesehen, dass der Kurs für Marihuana und Haschisch sich schon mal um das Doppelte unterscheiden kann, abhängig davon, ob man sich nun ein oder hundert Gramm kauft.

 

Doch einen riesigen Fehler hat der Angeklagte gemacht: er wohnt in Bayern! Hier wird nicht die Realität verhandelt, sondern unerträgliche Sinnlosigkeiten. Der junge Cannabiskonsument verstaute, wie so viele, sein Gras in einer Box. Und das wurde ihm zum Verhängnis.

 

Der vorsitzende Richter Walter Hell verurteilte ihn, obwohl laut dem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ ansonsten keinerlei Beweise dafür vorlagen, wegen einer angeblichen Tätigkeit als Dealer und nicht etwa als vorausschauenden Cannabisraucher. Begründung: „Größere Mengen Marihuana gehören in den Kühlschrank oder in den Tiefkühlschrank, so was weiß man. Es sei denn, man verkauft es gleich wieder weiter.“ Für diese völlig abstruse Behauptung gab es dann 2 Jahre und 6 Monate Haft – ohne Bewährung.

 

Der gleiche Richter verurteilte übrigens im März einen 33-Jährigen, der einem 15-jährigen Mädchen Masturbationsvideos und Ähnliches schickte zu 16 Monaten auf Bewährung – und vergangenen Monat ließ er einen 34-Jährigen, der mit 2,3 Promille zwei Autos anfuhr und versuchte, eine komplette Polizeiwache auseinanderzunehmen, zu einer lächerlichen Geldstrafe von 3.900 Euro – und das, obwohl der Richter selbst anmerkte, dass es bei seiner Aktion durchaus Tote hätte geben können.

 

Also alles wie gehabt in Bayern: Sexuelle Kontakte mit Kindern und Leute fast totfahren – nicht so schlimm, ein bisschen Gras kaufen – Knast!

Viele haben nicht daran geglaubt, dass das Crowdinvestment-Projekt der DCI Cannabis Institut GmbH um Wenzel Vaclav Cerveny die benötigte Schwelle von 100.000 Euro erzielen kann. Doch gestern wurde dieses vorläufige Ziel tatsächlich erreicht. Wir präsentieren an dieser Stelle die Pressemitteilung, die uns zu diesem Anlass erreicht hat:

 

Private und institutionelle Anleger haben sich mit 108.550 Euro über die Plattform Transvendo beteiligt/Lukratives Nachrangdarlehen mit 5,0 Prozent p. a. Verzinsung und 10 Prozent freiwilligem Bonus nach fünfjähriger Laufzeit/Crowdinvestment läuft weiter.

 

MÜNCHEN (06.07.17) – Erfolgreiches Crowdinvestment-Projekt: Das Cannabis-Start-up-Unternehmen DCI Cannabis Institut GmbH (München) hat die erste Fundingschwelle von 100.000 Euro erreicht. Private und institutionelle Anleger haben sich nach Angaben der Plattform Transvendo mit Stand vom 6. Juli 2017 mit einem klassischen Nachrangdarlehen in Höhe von 108.550 Euro an der DCI beteiligt. „Damit rückt die Finanzierung des bundesweit ersten Cannabis-Therapie-Zentrums in greifbare Nähe“, betonte Wenzel Vaclav Cerveny, geschäftsführender Gesellschafter der DCI Cannabis Institut GmbH (www.cannabis-institut.de).

 

Nach dem Start des „Cannabis als Medizin“-Gesetzes am 10. März 2017 haben laut Cerveny viele Patienten Hoffnung geschöpft und sind bitter enttäuscht worden. Nur für 20 Prozent der 1.000 Patienten mit früherer Ausnahmeerlaubnis der Bundesopiumstelle hätten die Krankenkasse die Kosten übernommen. Der jetzige Zustand kommt, so Cerveyn, „unterlassener Hilfeleistung gleich“: „Es wird Zeit, dass Cannabis-Patienten eine kompetente Anlaufstation bekommen.“ Das bundesweit erste Cannabis-Therapie-Zentrum soll Mitte September 2017 im Raum München eröffnet werden.

 

Das Geschäftsmodell der DCI Cannabis Institut GmbH sieht als bundesweiter Vorreiter ein komplementäres und synergetisches Angebot rund um die Therapie von Cannabis-Patienten vor. Dazu gehört als Zentrum der Aktivitäten ein Cannabis-Therapie- und Informations-Center (CTIC). Auf 600 bis 1.000 Quadratmetern soll eine Arztpraxis mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin und Schmerztherapie die Patienten mit Cannabis-basierter Medizin betreuen. Ein Informationszentrum mit Bistro, Show- und Produktionsküche soll über den Rohstoff „Hanf“ informieren. Ein Rechtsanwalt steht für rechtliche Fragen rund um Cannabis zur Verfügung. Angeschlossen ist ein Einzelhandel für Hanfprodukte.

 

Ziel ist der Aufbau von Cannabis-Therapie-Zentren in allen deutschen Landeshauptstädten. Nach Expertenschätzung benötigen in Deutschland bis zu 1,6 Millionen Menschen eine Cannabis-basierte Medizin. Schmerztherapie, neurologische und psychische Erkrankungen, Übelkeit und Erbrechen bei AIDS oder Krebs sowie chronisch-entzündliche Leiden wie Rheuma oder Morbus Crohn seien Einsatzgebiete von Cannabis.

 

Die am 1. März 2017 gestartete Crowdinvestment-Kampagne läuft unter www.transvendo.de/dci weiter. Die Expansionspläne der DCI GmbH sehen Investitionen in Höhe von einer Million Euro vor. Anleger können sich mit einem klassischen Nachrangdarlehen ab einer Mindestanlagesumme von 100 Euro beteiligen. Das Darlehen wird mit 5,0 Prozent p. a. verzinst, am Ende der fünfjährigen Laufzeit wird ein freiwilliger Bonus von 10 Prozent ausgeschüttet.

Blöd gelaufen für einen 22-Jährigen, der sich mit seinem Sitznachbarn im Zug von Nürnberg nach München über Cannabis und Cannabiskonsum austauschte, wie „merkur.de“ meldete: Nicht wissend, dass die Polizei ebenfalls im Zug anwesend war, erschrak der 22-Jährige vielleicht zu heftig, als er die zwei mitreisende Polizisten als solche wahrnahm und äußerte sich dann merkwürdigerweise lauthals dahingehend, dass er die „Taschen voller Joints und Marihuana“ habe.

 

Nun gut: da dieser Vorfall in Bayern spielte, werden viele wieder vermuten, dass dieser Satz fiktiv und eventuell nur im Nachhinein ganz allein in den Ohren der beiden Polizisten erklungen ist. So oder so, der junge Mann wurde untersucht. Dabei fand sich ein Joint und eine Tüte mit Cannabis. Da die Polizei kein Gewicht angab, darf hier von einer minimalen Menge ausgegangen werden. Zudem fand die Polizei auch noch etwas im Gepäck des jungen Mannes, das es wohl auch nur in den Gehirnen der bayrischen Polizei gibt: ein „Drogenbesteck“ für Cannabis. Was das ist und wie man damit sein Weed raucht, wurde von den Profis der bayrischen Polizei allerdings nicht verraten.

Cannabis und der Führerschein – die endlose Geschichte. Immerhin wurde nun ein neues Kapitel aufgeschlagen: Der Bayrische (!) Verwaltungsgerichtshof sprach nun ein interessantes Urteil. Ein junger Mann klagte, da ihm bei einer Verkehrskontrolle im Jahr 2014 Cannabiskonsum nachgewiesen wurde. Die Polizei verhängte damals eine Geldstrafe von 500 Euro und einen Monat Fahrverbot. Erträglich, immerhin.

 

Doch dann meldete sich das Landratsamt Starnberg bei ihm und entzog ihm gleich komplett den Führerschein. Dauerhaft. Begründung: der damals 20-Jährige sei im Grundsatz ungeeignet ein Auto führen zu dürfen. Aufgrund des Nachweises eines einmaligen Cannabiskonsums.

 

Solche Frechheiten muss man sich nicht gefallen lassen, auch nicht, wenn man erst 20 Jahre alt ist. Und so zog der Mann vor das Verwaltungsgericht München – dort wurde sein Klage allerdings abgewiesen. Also ging die Reise weiter und am Montag dieser Woche entschied nun der Bayrische Verwaltungsgerichtshof.

 

Ergebnis: Das Landratsamt hätte den Führerschein nicht entziehen dürfen, ohne vorher eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) anzuordnen. Eine Entscheidung über einen grundsätzlichen Führerscheinentzug könne und dürfe ohne eine solche MPU nicht gefällt werden. Der Bayrische Verwaltungsgerichtshof hat eine Revision zugelassen – schauen wir, ob eine weitere Runde eingeläutet werden wird.

 

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Update: In einer vorherigen Version dieses Artikels, wurde behauptet, dass sich das Zugetragene im bayrischen Landau ereignet hätte. Dies ist allerdings nicht richtig, Ort des Geschehens war das rheinland-pfälzische Landau.

 

Wir von Highway – Das Cannabismagazin und highway-magazin.de haben unsere Nachrichten neben den Medizin-News in Deutschland, Österreich und International eingeteilt. Bei der Fülle abstruser Nachrichten aus Bayern müssen wir aber auch bald über eine entsprechende Rubrik nachdenken.

 

Komisch nur, dass die Nachrichten aus Bayern auch meist zu Tränen rühren – entweder weil man so sehr lachen muss, oder aber weil die Meldungen so gruselig sind. Heute haben wir mal wieder eine Meldung parat, die Bayern wunderbar widerspiegelt:

 

Wie „Mannheim24“ meldete, begab es sich am vergangenen Freitag, dass ein „aufmerksamer und besorgter Bürger“ (oder doch eher ein besoffener und verblödeter Bürger?) aus Landau die Polizei um 21:20 Uhr anrief und darum bat, sofort auf seinen Nachbarn zuzugreifen – der würde Haschisch rauchen.

 

Bei so einer netten Anfrage lässt sich die Polizei in Bayern nicht lange bitten. Schließlich gibt es ja vielleicht einen Haschisch-Dealer, dem man auf einem Spielplatz in den Kopf schießen kann, also besser schnell vorbeigucken.

 

Doch das, was da im Garten des beschuldigten 32-Jährigen so sehr qualmte, war kein Haschisch, sondern Speck, den dieser auf seinem Grill scharf anbriet.

 

Und da diese Geschichte in Bayern vorgefallen ist, hier noch zur Beruhigung der Leserschaft: Nein, der Mann durfte seinen Speck behalten und wurde auch nicht zu zwei Jahren Zuchthaus ohne Bewährung verurteilt.

Seltsames aus Bayern: Ein Bekannter von zwei Schwestern im Alter von 17 und 19 Jahren, der gelegentlich einen Joint mit den beiden rauchte, fragte die jüngere Schwester, ob sie nicht Gras für 3.000 Euro klarmachen könnte. Auf die Schnelle vom Gedanken an einen schönen Schnapp angefixt, sagten die beiden Schwestern zu und setzten einen 19-jährigen Nachbarsjungen an, einen Verkäufer ausfindig zu machen. Das tat er auch und so wurden Zeit und Ort der Übergabe ausgemacht.

 

Der Schwätzer, der die Bestellung bei den beiden Mädels aufgegeben hatte, sagte vor lauter Schreck, dass das Ganze plötzlich tatsächlich funktioniert, aber ab. Und was machen brave Mädels? Nicht ebenfalls absagen, nein: Sondern Privatkredite aufnehmen und das Sparschwein plündern, um den noch nie getroffenen Dealer nicht zu verärgern. Gesagt, getan.

 

Die Übergabe, zu der der Nachbarsjunge die ältere Schwester zum Schutz begleitete, funktionierte reibungslos und der jungen Frau wurde ein Plastikeimer mit dem Gras übergeben, dass sie ohne die Menge zu überprüfen entgegennahm. Jetzt stand ein Plastikeimer voll Gras in ihrem Kleiderschrank und das gute Geld war in Weed investiert. Also ging sie auf Kundensuche und fand einen Abnehmer, dem sie zwei Gramm verkaufte. Natürlich nicht ohne ihm vorher den Eimer voll Gras zu zeigen.

 

Na klar: Die Gelegenheit ließ sich der junge Mann nicht nehmen und drang später unerlaubt in die Wohnung ein, um den ganzen Graseimer zu stehlen. Also Geld und Drogen weg. Was tun also die beiden Schwestern? Natürlich: Die Bullen anrufen. Wenn man einem Dealer einen Kauf zusagt, dann nimmt man einen Privatkredit auf, und wenn man etwas gestohlen bekommt, dann ruft man die Polizei an. In Bayern ist die Welt halt noch in Ordnung.

 

Und die Polizei zwar blöd, aber nicht dumm: Daher kam ziemlich schnell raus, dass es sich bei dem Diebesgut um Marihuana handelte. Der Dieb wurde inzwischen sogar vor Gericht gestellt und (noch nicht rechtskräftig) verurteilt. Die beiden Mädels hingegen durften sich nun Anfang der Woche zusammen mit ihrem Nachbarn vor dem Jugendrichter einfinden, wie „OVB online“ meldete. Dort konnten sie glaubhaft machen, das Gras nach der Absage des ursprünglichen Käufers nur aus Angst vor dem unbekannten Verkäufer trotzdem gekauft zu haben. Des Weiteren gab es ein umfassendes Geständnis aller Beteiligten. Alle waren sich daher einig, dass solche Spezialisten nicht nach Erwachsenenrecht verurteilt werden dürften. In Bayern sieht eine angeblich milde Jugendstrafe dann so aus: 500 Euro Bußgeld und eine Woche Arrest für die 19-Jährige, acht Tage gemeinnützige Arbeit und Wochenendarrest für die jüngere Schwester und 500 Euro Bußgeld für den nachbarlichen Unterstützer.

 

Und da wir in Bayern sind, sorgt die Gesellschaft noch für die Zusatzstrafe: Die Schwestern haben nicht nur das Geld beziehungsweise Gras verloren, nein, im Zuge der Entdeckung ihrer Aktivitäten wurden sie auch noch aus ihrer Wohnung geschmissen und ihre Arbeitsstellen wurden gekündigt. So macht man die Leute fertig! Ein Prosit auf Bayern!

Heuchling. (Ja, richtig gelesen: Heuchling – der Name ist Programm.) Marlene Mortler aus Dehnberg, von ihren Parteikollegen wenig liebevoll „Der Marlene“ genannt (Quelle: n-land.de), tritt zum fünften Mal für die CSU als Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Roth an. Dies wurde von der Delegiertenversammlung mit Parteivertretern aus den Landkreisen Nürnberger Land und Roth im Wollnersaal in Heuchling klargemacht: 151 von 152 Stimmen fielen auf „Der Marlene“. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. So wird in Bayern Politik gemacht.

 

„Der Marlene“ ist seit Januar 2014 die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Deutschland und möchte auch nach der Bundestagswahl 2017 weiter als Ober-Drogenheini ihr Unwesen treiben: Cannabis soll verboten bleiben und irgendwas mit Bauern, so lautet das Programm von Mortler. Wichtigste Säule ihrer Drogenpolitik: Repressionen und Bestrafungen! Bei so viel Einsatz kann Mortler viel Lob einheimsen: Sie ist eine „Perle für unsere Landkreise“ schwarwenzelt Norbert Dünkel von der CSU.

 

Vom Parteienzwist zwischen CDU und CSU möchte „Der Marlene“ aber nichts wissen: „Wer glaubt, es ginge anders, der spielt nur Rot-Rot-Grün in die Hände“, wird sie vom „Nürnberger Land“ zitiert. Wer also eine vernünftige Cannabispolitik möchte, weiß zumindest schon mal, wen sie oder er 2017 nicht wählen sollte. Aber das war wohl auch schon vorher klar...

Es soll ja Leute geben, die gerne in einer bayrischen 13.000-Einwohner-Kleinstadt leben würden. Dass unter solchen Leuten aber auch handfeste Kiffer sind, die nach eigenen Angaben den ersten Joint schon vorm Frühstück rauchen, das verwundert doch ein wenig. Davon gibt es aber mindestens einen – und der stand nun vor Gericht. Dass der Bedarf des 41-Jährigen von etwa zwei Gramm am Tag ins Geld geht, ist in Bayern vermutlich noch zutreffender als anderswo. Deswegen lies sich der Mann aus dem Städtchen Poing, inspiriert von YouTube-Videos, Grow-Zubehör ins Haus liefern, dass er im Internet kaufte. Und baute sich fortan sein eigenes Gras an, stolze neun Pflanzen.

 

Zum Glück für alle anständigen Bayern hat er aufmerksame Nachbarn, bei denen allein schon die Anlieferung von größeren Paketen Panik auslöste, und die direkt schon einmal Böses vermuteten. Vollkommen zurecht: Eine Überwachung der Stromzähler im Haus bestätigte den schlimmen Verdacht der Nachbarn – da stimmt etwas nicht. Also schnell eine E-Mail an die Polizei geschrieben, bitte mal eben gucken. Und, na klar, die Polizei kam. Und durchsuchte in Abwesenheit des Manns dessen Wohnung, fand 350 Gramm und die neun Pflanzen.

 

So fand sich der 41-Jährige diese Woche, rund anderthalb Jahre nach der Hausdurchsuchung, vorm Amtsgericht wieder. Angeklagt wegen illegalem Handel mit Betäubungsmitteln. Obwohl in Bayern, konnte er zumindest diesen Vorwurf ausräumen, auch wenn er dafür tief in die Selbstverleugnungskiste greifen musste: Er habe zu viel gekifft, „die Kontrolle verloren“ und sei abhängig gewesen. Der Anbau war zum Eigenbedarf und zur Kostenreduzierung bestimmt. Er legte dem Richter ein Schreiben einer ambulanten Drogentherapie vor, dass seine Drogenfreiheit seit anderthalb Jahren bescheinigt. Auch von Alkohol und Tabletten sei er clean. Ja, er müsse dem anonymen Anzeigenerstatter irgendwie sogar dankbar sein. Für bayrische Verhältnisse hat sich das Ganze wohl sogar gelohnt: Die 14 Monate auf Bewährung und 5.000 Geldstrafe sowie weitere Auflagen wurden vom Richter als Geschenk dargestellt.

 

Der genaue Bericht des Prozesses ist bei der Lokalpresse nachzulesen, die den Mann zu allem Unglück auch noch in der Überschrift verhöhnt: „Cannabis angebaut, Bewährungstrafe geerntet“ – merkur.de

Schon wieder ekelerregende Nachrichten aus Bayern. Im Rest von Deutschland kann man sich nur die Augen reiben und mit den Ohren schlackern, will den ganzen Scheiß am liebsten gar nicht glauben. Die Rechte der Bundesbürger werden in Bayern andauernd mit Füßen getreten, es scheint, als würden sich immer wieder Richter mit Staatsanwälten und Polizisten zu asozialen Verbindungen zusammenschließen, um jeden zu schikanieren, der nicht CSU wählt.

 

Aus Bayern wurde auch diese Woche wieder schier Unglaubliches berichtet, eine Story wie sie in einem demokratischen Staat gar nicht vorkommen dürfte: Vergangenes Jahr suchte die Polizei im Inntal nach einer Person und klingelte zu diesem Zweck bei einem 38-Jährigen, um nach der vermissten Person zu fragen. Diese war nicht dort, aber der klingelnde Polizist meinte, er hätte den Geruch von Haschisch wahrgenommen, wie bei „OVB Online“ zu lesen war: Daraufhin wollte er Zutritt zu der Wohnung haben, in der sich neben dem Mieter auch dessen Bruder sowie Vermieter aufhielten. Man beschied dem Polizisten, der seinen Fuß nicht aus der Tür nehmen wollte, dass er ohne Durchsuchungsbeschluss auf keinen Fall hereinkommen dürfe.

 

Das ließ dieser nicht auf sich sitzen und beantragte einen. Schließlich sei er schon einmal undercover für die Drogenfahndung im Einsatz gewesen und habe voll den Plan etc. Drei Wochen später bekam er dann den Durchsuchungsbeschluss und so wurde die Wohnung des 38-Jährigen inspiziert. Ergebnislos, keine Drogen, nichts.

 

Aber wir sind ja in Bayern. Also gibt es einfach trotzdem einen Strafbefehl! Und zwar wegen nicht zu beweisendem Besitz von Haschisch, na klar! Der Herr Polizist hat es doch gerochen. Es ist ja nicht so, dass dem 38-jährigen angeblichen Haschischkonsumenten nicht auch noch die zwei oben genannten Zeugen, die sich zum Zeitpunkt der ursprünglichen Befragung ebenfalls in der Wohnung aufhielten, bestätigten, dass auf keinen Fall Haschisch geraucht wurde.

 

Also zog der 38-Jährige vor Gericht, um Widerspruch gegen die Strafe einzulegen. Der Fall schien ihm klar, er nahm sich nicht mal einen Anwalt. Wozu auch? Hausdurchsuchung: keine Drogen. Zeugen: zwei. Der Geruch: sei durch Räucherstäbchen entstanden. Diese wurden dem Gericht auch vorgelegt. Das Gericht verzichtete aber auf die Überprüfung, ein bayrisches Polizistenwort zählt schließlich mehr als die Aussagen zweier Bürger und deren Vermieter, einem anerkannten Mediziner, der vor Gericht aussagte, er kenne in dieser Funktion sehr wohl den Geruch von Haschisch und es sei kein Haschisch zugegen gewesen. Aber scheiß drauf, wir sind in CSU-Asi-Land – also verkündete das Gericht, niemandem außer dem Polizisten zu glauben und verurteilte den Angeklagten zu 1.200 Euro Strafe. Wofür noch mal? Für nichts, genau.

 

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Der Cannabis-Verband Bayern (CVB) um Wenzel Cerveny hat einen Eilantrag bei der Bayrischen Staatskanzlei auf eine Anbau-Erlaubnis von medizinischem Cannabis nach §3 des Betäubungsmittelgesetzes gestellt: Vorgesehen sei ein Cannabisanbau im bayrischen Gewerbegebiet Forstinning auf 600 Quadratmetern in einem leerstehenden Gebäude, das dementsprechend abgesichert werden soll. Begleitend sollen in den nebenstehenden Räumlichkeiten Forschungsarbeiten und Seminare durchgeführt werden, wie die „Süddeutsche Zeitung“ gestern berichtete.

 

Das geplante Projekt nennt sich „Cannabis Therapie Center Bayern“ und soll in Zusammenarbeit mit einem Ärzteteam dafür sorgen, dass einwandfreies Cannabis angebaut und im Labor getestet wird, sodass das anzubauende Cannabis an Patienten mit bereits erteilter Genehmigung verteilt werden kann. So sollen monatlich sechs Kilogramm Marihuana produziert werden, womit für jeden offiziell anerkannten bayrischen Schmerzpatienten mit Erwerbsgenehmigung etwa 60 Gramm pro Monat produziert werden würden.

 

Dass es zu diesem Projekt kommt, ist aber nicht besonders wahrscheinlich: Nur wenige Stunden nach der Meldung auf der „Süddeutschen Zeitung“ dementierte der Besitzer des angedachten Gebäudekomplexes konkrete Kooperationspläne – weder habe er dem CVB das Gebäude in Forstinning zugesagt noch in Aussicht gestellt. Im Gegenteil bevorzuge er sogar einen Käufer, der nichts mit Cannabis am Hut habe, und daher bezweifle er dass es überhaupt zu einem Geschäft zwischen ihm und dem CVB kommen könnte. Außerdem seien auch andere Interessenten für das Gebäude vorhanden. Mit Wenzel Cerveny habe es bloß einen Besichtigungstermin gegeben. Davon abgesehen ist auch nicht davon auszugehen, dass dem Eilantrag auf Cannabisanbau stattgegeben wird.

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