Na also, da haben wir's: so cannabisfeindlich ist die CSU gar nicht! All die Hass-Tiraden auf Cannabiskonsumenten, all die Verunglimpfungen, war das etwa alles nur Fassade? Wird in den Hinterzimmern der Partei etwa heimlich am Joint gezogen oder gar Haschisch gespritzt?

Die CSU wird zur Kifferpartei? Unglaublich! Aber wie ist es sonst zu erklären, dass CSU-Kreistagskandidatin Susanne Linhart auf einer Kreisdelegiertenversammlung zur Unterstützung von Landrat Rober Niedergesäß ein Schild hochhält, auf dem ein Hanfblatt-Aufkleber prangt, der zu allem Überfluss auch noch das stolze Wappentier von Grafing beim Joint-Rauchen zeigt?



Ok, aus Sicht aller Cannabisfreunde hätte der Sticker gerne noch etwas größer sein können, aber dass es der Täter (oder einer seiner Follower) überhaupt unbemerkt geschafft hat, die Grafik auf dem Schild anzubringen, verdient unsere Anerkennung. Denn natürlich ist die CSU nicht über Nacht zur Legalisierungspartei geworden (leider), vielmehr handelt es sich um die Tat eines Unbekannten, der unter dem Instagram-Profil „Der_Gaertner_von_Grafing“ aktiv ist und seine Sticker im ganzen Grafinger Stadtgebiet verteilt.

Dem CSU-Kreisverband Eberswalde blieb nichts weiter übrig, als die Sache mit Humor zu nehmen. Über einen Instagram-Kommentar ließ man lapidar verkünden: „Die CSU Ebersberg macht sich eben auch für die heimische Gartenbauszene stark, jedenfalls so lange der THC-Gehalt der Pflanzen im gesetzlichen Rahmen bleibt.“ Die Razzien, die zurzeit mal wieder viele süddeutsche Head-und Growshopbesitzerinnen und -besitzer an den Rand des Ruins treiben, sprechen eine andere Sprache

Branchenkenner prognostizieren Cannabis-Getränken eine große Zukunft. Besonders die Biermischgetränke sind offenbar vielversprechend, einige große internationale Hersteller haben bereits mit entsprechenden Produktentwicklungen für Aufsehen und Gesprächsstoff gesorgt. Nicht umsonst hat sich Constellation Brands, einer der größten Weinbrand-Hersteller der Welt und Eigner zahlreicher Brauereien, bereits ein gutes Stück vom kanadischen Cannabisproduzenten Canopy Growth einverleibt. Das große Geschäft mit dem Rauschmittel der Zukunft will sich natürlich keiner entgehen lassen, denn eines haben Studien aus „legalisierten“ Ländern schon zeigen können: junge Menschen sind ausgesprochen offen für Cannabis, während der Absatz von alkoholischen Produkten in den betroffenen Regionen merklich zurückgeht.



Auch in Deutschland hat sich jetzt die erste große Brauerei an das Thema Cannabis gewagt und im Sommer ein Hanfbier in die Testmärkte gebracht: dasHanfkiss“ aus dem Hause Oettinger soll dort aber so überzeugend gelaufen sein, das schon bald eine bundesweite Einführung anstehen soll. „Hanfprodukte sind in Deutschland noch eine Seltenheit am Point of Sale und damit automatisch aufmerksamkeitsstarke Produkte. Sie wecken die Neugier der Verbraucher, denn der Geschmack von Hanf dürfte vielen Menschen noch weitgehend unbekannt sein", zeigt sich Peter Böck, Betriebsgeschäftsführer von Oettinger, zuversichtlich.



THC enthält eine Dose Hanfkiss natürlich so gut wie gar nicht (höchstens 0,2 Prozent), dafür aber 2,5 Prozent Alkohol und ist in dieser Hinsicht mit einem gewöhnlichen Radler/Alsterwasser zu vergleichen. Dass ausgerechnet die süddeutsche Firma Oettinger, deren Eigenmarke ein Billigbier-Ruch anhaftet, den Vorstoss wagt, mag überraschen. Doch das Unternehmen mit Sitz in Bayern, das fast komplett auf Marketing verzichtet und daher immer etwas unter dem Radar fliegt, zählt schon lange zu den umsatzstärksten Brauereien in ganz Deutschland.

Habemus Drogenbeauftragte! Der weiße Rauch, der in den heimischen Wohnzimmern der deutschen Cannabisfreunde aufsteigt, hat damit allerdings nix zu tun. Höchstens könnte es sein, das der ein oder andere Cannabisfreund nach der Bekanntgabe den starken Drang verspürte, einen Beruhigungs-Joint zu rauchen. Denn ein Fortschritt in der hiesigen Drogenpolitik hin zu mehr Pragmatismus und Toleranz ist auch unter Daniela Ludwig, so der Name der Nachfolgerin Marlene Mortlers, nicht zu erwarten. Ludwig ist vielmehr aus demselben bajuwarischen Holz geschnitzt wie ihre viel gehasste Vorgängerin: mit zarten 19 Jahren trat sie in die CSU ein, Rebellion und kritisches Denken waren also wohl noch nie ihr Ding.

 

Als studierte Juristin kann sie sich ja jetzt zunächst mal mit der Justizkampagne des Deutschen Hanfverbands (DHV) und Richter Andreas Müller auseinandersetzen, das nötige Fachwissen müsste sie ja eigentlich mitbringen. Nur mit dem Thema Drogen(-politik) hatte Frau Ludwig leider bisher so gut wie keine Berührungspunkte, was sich auch in Aussprüchen wie dem folgenden aus dem Jahr 2015 zeigt: „Darüber hinaus gilt Cannabis auch weiterhin als Einstiegsdroge für viele Kinder und Jugendliche, die später auf weitere, härtere Drogen umsteigen.“ Für ihre kommende Amtszeit plant sie, das Thema „Alltagssüchte“ in den Vordergrund zu stellen, insbesondere Nikotin und Alkohol als gesellschaftlich akzeptierte, legale Drogen sollen in den Fokus der Debatte gerückt werden.

Da hat die Bundespolizei aber mal echt einen ordentlichen Fang gemacht! Im Zug von Prag nach München erwischten Zollbeamte zwei junge Männer mit wahrlich gefährlicher Fracht. Ein Glück, haben die Fahnder das richtige Näschen bewiesen und konnten durch eine Kontrolle der beiden Reisenden Schlimmeres gerade noch abwenden. Nicht auszudenken, wenn die beiden 18- und 19-Jährigen mit ihrem Gepäck unentdeckt nach Deutschland hätten einreisen dürfen! Mit THC-freien Hanf-Lollis und Cannabis-Eistees haben sich ja bekanntlich schon viele Jugendliche ins Cannabiskoma befördert, auch der Weg zum Heroin wäre quasi schon vorgezeichnet. Und das schlimmste kommt ja erst noch: ganze vier Gramm Suchtgift in Form von Marihuanablüten trug der Jüngere zu allem Überfluss auch noch bei sich.

 

Es wird also einmal mehr deutlich, die Steuergelder der deutschen Staatsbürger werden von der Exekutive anscheinend überaus sinnvoll eingesetzt. Und damit wir alle in Zukunft ruhiger schlafen können, müssen sich die beiden Verbrecher nun mit einer Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz auseinandersetzen. Alles in allem kann man also froh sein, dass der Fall dank des beherzten Einsatzes der Ordnungshüter noch einmal glimpflich ausgegangen ist …

Angezeigt von den eigenen Eltern! Vor dem Deggendorfer Landgericht musste sich gerade ein 21-Jähriger verantworten. Im Zimmer des jungen Mannes hatte die Polizei zum Jahreswechsel 3,7 Kilogramm Haschisch, 200 Gramm Marihuana, zwei Feinwaagen, ein Vakuumiergerät und eine Gaspistole gefunden.


Das Besondere an dem Fall: der Angeklagte lebte noch bei seinen Eltern, die die Utensilien selbst gefunden hatten. Beim Aufräumen stieß die Mutter auf eine Sporttasche, die sie nicht dem eigenen Haushalt bzw. dem Besitz ihres Sohnes zuordnen konnte. Der Blick ins Innere bestärkte die besorgten Eltern darin, dass der Inhalt unmöglich ihrem Sprössling, der sich zur Zeit des Fundes im Silvesterurlaub in Amsterdam befand, gehören könne. Sie waren sich dabei scheinbar so sicher, dass sie, ohne vorher Rücksprache zu halten, selbst die Polizei alarmierten.


Die sah das offenbar anders und verhaftete den Sohnemann noch auf der Rückreise aus den Niederlanden im Flixbus. Das Urteil, das Anfang Juni durch das Landgericht Deggendorf, erging, fiel vergleichsweise milde aus: mit einer zweijährigen Gefängnisstrafe, zur vierjährigen Bewährung ausgesetzt, sowie der Verpflichtung zum Antritt einer Therapie, kann sich der Verurteilte, gerade im (nieder-)bayrischen Raum, wohl noch einigermaßen glücklich schätzen.

In Bayern nimmt die Cannabis-Repression bekanntlich oft absurde Formen an. Da muss man für das Rauchen eines Joints schon mal knapp 10.000 Euro latzen oder bekommt wegen des Verkaufs von Marihuana hinterrücks einen Kopfschuss verpasst. Naja, wo gehobelt wird, da fallen eben Späne und Gesetz ist und bleibt schließlich Gesetz, oder?

 

Das bekam jetzt auch ein 23-jähriger junger Mann aus Kempten zu spüren. Glücklicherweise ging die Sache für ihn im Vergleich zu oben genannten Beispielen eher glimpflich aus. Polizeibeamte, die eigentlich bloß zu Ermittlungen in einem Mehrfamilienhaus gerufen worden waren, nahmen vor der Wohnung des unbeteiligten jungen Mannes Marihuana-Geruch wahr. OMG! Der Mieter öffnete bereitwillig die Tür und gab an, kein Cannabis zu besitzen. Die Reste des Joints, den bis gerade noch genüsslich geraucht hatte, hatte er aus Angst einfach aufgegessen (kann man so machen, aber wieso dann der Polizei davon erzählen?) und ansonsten befänden sich keinerlei illegale Substanzen in seiner Wohnung. Die Beamten, die sogleich die gesamte Wohnung auf den Kopf stellten, mussten dem jungen Mann schließlich recht geben: sie hatten bei der Durchsuchung rein gar nichts gefunden.

 

Den 23-Jährigen erwartet nun nichtsdestotrotz ein kostenaufwändiges Strafverfahren. Und das für einen quasi nicht existenten Joint, dessen Reste höchstwahrscheinlich längst irgendwo in der Kemptener Kanalisation versickert sind

Aktuell müssen sich zwei Männer wegen einer illegalen Cannabisanlage vor dem Landgericht München verantworten. Klingt jetzt erst mal nicht weiter spannend, doch der Fall hat eine Besonderheit:

 

Denn es konnten überhaupt keine Pflanzen gefunden werden, als ein SEK-Kommando einen Keller in Krailing stürmte. Angeblich konnte nur ein einziges, abgestorbenes Cannabisblatt gefunden werden. Nichtsdestotrotz sitzen die beiden Angeklagten jetzt bereits seit rund einem Jahr in Untersuchungshaft. Während der ältere der beiden Männer (36) bisher zu allen Vorwürfen geschwiegen hat, hat sein etwas jüngerer Cousin (30) ausführlich ausgesagt.

 

 

Unter anderem auch, warum die Beamten keine Pflanzen finden konnten. Der Grow ist nämlich gründlich schiefgegangen, denn nachdem die Raumtemperatur auf 64 Grad Celsius angestiegen war, gingen alle Cannabispflanzen ein. Von etwa 1200 Pflanzen ist die Rede, die von den Verdächtigen schließlich in einem Waldstück entsorgt wurden. Die Gesetzeshüter haben die Cannabispflanzung jedoch nur auf einem Foto zu Gesicht bekommen.

 

Gutachtern der Anklage reichte das aber voll aus, um von einer Ernte von zehn Kilo Blütenmaterial und einem geplanten „gewinnbringenden Handel“ auszugehen. Der Rechtsanwalt der Angeklagten hingegen verfolgt die Strategie, nachzuweisen, dass die Tat der beiden Männer überhaupt erst durch die Anstiftung des eingangs erwähnten V-Manns zustande gekommen ist.

 

 

Wer kennt es nicht? Da trinkt man über die Feiertage mal ein paar Drinks zu viel und muss dann um zwei Uhr morgens feststellen, dass man gar nicht genug Geld dabei hat, um die Rechnung zu bezahlen. Was nun? Anschreiben lassen oder die Zeche prellen? Und was, wenn beides keine Option darstellt? Ein Kneipengast im Raum Augsburg wählte eine andere Lösung und entschied sich für den beherzten Griff in die Hosentasche, um dem verdutzten Barmann etwas Marihuana als Bezahlung anzubieten. Im restriktiven Süddeutschland ein durchaus gewagter Move, aber was macht man nicht alles im betrunkenen Kopf. Und so kam es, wie es kommen musste: was unter Cannabisfreunden durchaus ein vielversprechender Lösungsansatz gewesen wäre, hat dem Mitarbeiter des Lokals leider so gar nicht zugesagt, sondern ihn im Gegenteil dazu veranlasst, die Polizei zu Hilfe zu rufen. Die nahm dem 37-jährigen Gast seine Ersatzwährung ab und fand in der Wohnung des Mannes gleich noch weitere 100 Gramm.

Kiffen ist Mainstream. Genau wie Fußball. Dass beides zusammen natürlich auch funktioniert, versuchte erste kürzlich Bayern-Star David Alaba zu beweisen, wie wir berichteten. Doch die Fans seiner Mannschaft FC Bayern München zeigten nun am Freitag wie man es richtig macht (bzw. auch nicht):

 

Die Mannschaft aus München musste im Freitagabendspiel bei Bayer Leverkusen antreten. Im Bus von 55 Bayern-Ultras der Gruppierung „Schickeria“ roch es jedoch verdächtig nach Gras, als die Polizei mit einem Drogenspürhund am Parkplatz der BayArena herumschlich. Der Hund schlug an und so wurde der Bus durchsucht – 300 Gramm Marihuana und einige Gramm Amphetamin wurden dabei zutage gebracht. Nach dem Spiel kamen alle 55 Insassen des Busses zunächst in Gewahrsam, um ihre Personalien festzustellen.

 

Warum die Polizei in ersten Meldungen behauptete, es wären 1,5 Kilogramm Marihuana gefunden worden, und wie dann daraus anschließend bloß 300 Gramm wurden, bleibt wohl das Geheimnis der Polizei...

 

Auch im gegnerischen Lager wurde übrigens auf Kifferjagd gegangen: Bei einem Leverkusen-Fan wurde vor einer Fan-Kneipe Drogenbesitz festgestellt, was zur Hausdurchsuchung führte. Dabei wurden über zwei Kilo Weed aufgefunden.

Wie wir alle wissen, ist der Freistaat Bayern nicht das beste Pflaster, wenn es um Cannabis geht. Und was für den Otto-Normal-Bayern gilt, gilt erst recht für die Kicker des FC Bayern.

 

Steuerhinterziehung und Weißbier zum Frühstück (na gut, vielleicht nicht für die Spieler) ist okay, aber kiffen geht natürlich gar nicht. Umso erstaunlicher, in welchem Aufzug der langjährige Stammspieler David Alaba in die Öffentlichkeit trat: Auf einem Hip-Hop-Konzert zeigte sich der österreichische Nationalspieler mit einem schwarzen T-Shirt, auf dessen Brust der unmissverständliche Schriftzug „Legalize it“ prangte. Ob sich der Starspieler jetzt nur den Gepflogenheiten der Hip-Hop-Szene anpassen wollte oder tatsächlich einem persönlichen Anliegen Ausdruck verleihen wollte, ist nicht ganz klar. Jedoch ist davon auszugehen, dass ein mediengeschulter Fußballprofi ganz genau einschätzen kann, wie man sich vor den Augen der Öffentlichkeit zu präsentieren hat, um aufzufallen oder eben nicht.

 

Und da sich (seriöse) deutschsprachige Promis mit Pro-Cannabis-Aktivismus generell eher zurückhalten: danke David!