Schön, dass sich so langsam aber sicher die Vernunft im gesellschaftlichen Umgang mit Cannabis durchsetzt, und das auf der ganzen Welt! Sehnsuchtsort und weltweit beliebtes Reiseziel Australien macht sich nun als nächste Nation daran, zu legalisieren. Allerdings nur Stück für Stück, denn vorerst wird die Neuregelung, die im Januar 2020 in Kraft treten wird, „nur“ die Landeshauptstadt Canberra betreffen. Für die Bewohner des sogenannten ACT (Australian Capital Territory) wird es ab nächstes Jahr erlaubt sein, bis zu 50 Gramm Marihuana für den privaten Konsum zu besitzen, pro Person dürfen zwei Pflanzen angebaut werden, pro ganzem Haushalt vier. Der Konsum in der Öffentlichkeit und in der Nähe von Kindern bleibt untersagt, wer growt, muss darauf achten, dass Kinder keinen Zugang zur Anlage haben.

 

Vater des Gesetzentwurfes ist der Labour-Abgeordnete Michael Pettersson, dessen Bestreben es eigenen Angaben nach ist, keine Lebensläufe mehr wegen kleiner Mengen Cannabis zu ruinieren. Vernünftiger Ansatz! Jetzt gilt es nur noch, die Regelung am besten eher früher als später auf das ganze Land zu übertragen. Denn laut dem Commonwealth Law, das für alle australischen Staaten gilt, ist Cannabis eigentlich nach wie vor verboten.

Seit drei Jahren nun durchforsten die Social-Media-Manager der Highway-Redaktion die Untiefen des Netzes nach den kuriosesten und bizarrsten Cannabis-Geschichten. Mit der heutigen Meldung sind wir jedoch an dem Punkt angelangt, an dem wir uns ernsthaft fragen müssen: what the fuck?

 

Die Menschheit bezeichnet sich ja selbst gern als Krone der Schöpfung. Denn was hat das komische Tier mit dem großen Gehirn nicht schon alles erreicht? Die Raumfahrt hat den Homo Sapiens auf den Mond geführt und vielleicht in Zukunft noch bis an den Rand des Universums, die moderne Medizin ist in der Lage lebenswichtige Organe von einem zum andern Körper zu transplantieren und soziale und politische  Errungenschaften ermöglichen Milliarden Menschen zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ein auskömmliches Leben fernab von Hunger und Krieg. Wenn man sich allerdings nun den Clip des australischen Fischers Billy Brislane, über den momentan das ganze Netz spricht, anschaut, zeigt sich eine ganz andere Seite der ach so noblen Schöpfung. Die Menschheit zeigt darin ihr zweites Gesicht und es ist eine Fratze. Doch worum geht es genau?

 


Brislane präsentiert in dem kurzen Video seine selbst "gebastelte" Bong. Das kranke daran: die Bong ist nicht anderes als ein toter Baby-Hai, den der junge Mann mit einem Köpfchen und einem pfeifenartigen Rohr zum Ziehen durchstochen hat. Als Gipfel der Geschmacklosigkeit lässt der Fischer, während er den Baby-Hai raucht, ein im englischsprachigen Raum bekanntes Kinderlied namens "Baby Shark" laufen. Brisbane hätte eigentlich wissen müssen, was er mit einem derartigen Film auslöst, denn natürlich (und zum Glück) folgte ein riesiger Shitstorm, der den Bong-Bastler dazu zwang, sich umgehend aus sämtlichen sozialen Netzwerken abzumelden. Denn wie sich zeigte, gab es da eine ganze Menge Tierfreunde, die nichts dagegen hätten, Billy selbst in eine Bong zu verwandeln und zu rauchen…

Nun hat auch die erste legale Riesen-Plantage Australiens ihren Betrieb aufgenommen. Auf insgesamt 47 Hektaren wird ab sofort Cannabis für medizinische Einsatzzwecke angebaut. Der genaue Standort der Plantage ist nicht bekannt, liegt aber etwa 400 Kilometer südlich von Sydney, berichtete die „Pharmazeutische Zeitung online“.

 

Seit dieser Woche ist im australischen Bundesstaat Victoria Marihuana für Patienten legalisiert und so besteht natürlich auch direkt ein Bedarf nach legaler Medizin. Angeführt wurde der Kampf für die Rechte der Patienten vom Australier Dan Haslam, der im vergangenen Jahr mit nur 25 Jahren an Darmkrebs verstarb.

Auch in Australien ist Marihuana weit verbreitet. Nun wurde im australischen Parlament eine Gesetzesänderung eingebracht, die den Cannabisanbau zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken erlauben und gesetzlich regeln soll. Freizeitkonsum ist in der Planung aber nicht vorgesehen. Die Gesundheitsministerin Australiens Sussan Ley sprach von einem „wichtigen Tag“ für Australien. Es darf erwartet werden, dass die Parteien dem Vorschlag zustimmen werden, wie n-tv berichtet.

 

Die letzten Cannabis-News aus Australien betrafen die drei Anti-Kiffer-Werbespots des australischen Bundestaats News South Wales, die ihr euch hier unter der Nachricht noch einmal am Stück ansehen könnt.

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