Wie die Polizei Bielefeld mitteilte, wurde im sogenannten „Horrorhaus von Höxter“ eine professionelle Zuchtanlage für die Produktion von Cannabis ausgehoben. Es handelt sich dabei genau um das Wohnhaus, das seit vergangenem Jahr für Schlagzeilen sorgt, da dort das Paar Angelika W. und Wilfried W. Lebte, Frauen in das Haus lockte und dort quälte – zwei von Ihnen sogar bis zum Tod.

 

Der Prozess gegen Angelika W. und Wilfried W., die sich derzeit gegenseitig beschuldigen, die treibende Kraft gewesen zu sein, läuft nach wie vor. Das „Horrorhaus“ wurde zwischenzeitlich (laut „Bild“ für nur 5.000 Euro) verkauft – und zum Schauplatz eines Verbrechens anderer Art: Laut Ermittlungen des Kommissariats für Organisierte Kriminalität wurde im Haus unter der Anleitung eines 42-jährigen Niederländers eine professionelle Cannabiszucht aufgezogen. Als die Polizei gestern Morgen zugriff, wurden dort mehr als 1.000 Cannabispflanzen entdeckt.

 

Insgesamt wurden zwölf Personen festgenommen – der Betreiber und Komplizen, der neue Hauseigentümer sowie Fahrer und Erntehelferinnen der Cannabisanlage. Gegen die Festgenommenen wurde Haftbefehl beantragt.

 

Schauen wir mal, wer am Ende die größere Strafe bekommt: die beiden Freaks, die in ihrer Wohnung zwei Frauen zu Tode quälten, oder der Zusammenschluss von Growern, die sich ein bisschen Geld mit einer weichen Droge dazuverdienen wollten.

Cannabis aus Kanada – jetzt auch in der EU: Das Unternehmen Tilray, weltweit ganz vorne mit dabei, wenn es um die Erforschung und Entwicklung (und den Verkauf) von medizinischem Cannabis geht, wird eine 25.000 Quadratmeter große Cannabisplantage (mit zusätzlichen 3.000 Quadratmetern Produktionsfläche) in Portugal errichten, um den wachsenden Bedarf an medizinischem Cannabis in Europa zu decken. Die portugiesische Regierung hatte Tilray zuvor nationale Lizenzen für den Import und Anbau von Cannabis erteilt.

 

Rund 20 Millionen Euro wird Tilray nun in die Errichtung seiner Anlage in Cantanhede in Portugal investieren, bereits diesen Monat beginnen die Bauarbeiten. Nach Fertigstellung werden mehr als 100 Arbeitsplätze geschaffen sein. Die erste Phase des Projekts wird Tilrays weltweite Gesamtproduktion auf 62 Tonnen Cannabis jährlich erhöhen.

 

Brendan Kennedy, der CEO von Tilray erklärte: „Der neue EU-Campus in Portugal ist ein weiterer strategischer Meilenstein auf unserem Weg, die führende Marke für medizinisches Cannabis weltweit zu werden. Zwei Jahre lang haben wir intensiv nach einem passenden Standort in Europa gesucht, von dem aus wir den stark wachsenden europäischen Markt für qualitativ hochwertige, streng geprüfte medizinische Cannabis-Produkte bedienen können. Portugal besitzt ein ideales Klima für den Anbau von Cannabis, eine Vielzahl qualifizierter Fachkräfte und eine große wissenschaftliche Community.“

 

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Die meisten Cannabiskonsumenten reagieren allergisch auf Außenstehende, die sich an die Polizei wenden, nur weil sie bei jemandem ein bisschen Marihuana riechen oder weil der Nachbar ein paar Cannabispflanzen im Garten oder seinem Kabuff großzieht. Denn niemand kommt zu Schaden dadurch, dass manche Menschen gerne Cannabis rauchen. Der einzige Schaden entsteht den von der Polizei Aufgegriffenen: im allerschlimmsten Fall Führerschein weg, Arbeit weg, Wohnung weg, Familie weg.

 

Letzteres würden sich die beiden Akteure der heutigen News-Meldung eventuell sogar wünschen, zumindest für den Moment. Unglaublich, aber dennoch wahr: ein 13-jähriger Junge aus St. Leon-Rot (Baden-Württemberg) entdeckte im heimischen Garten 20 Pflanzen, die ihm komisch vorkamen. Ein Blick ins Internet bestätigte seinen Verdacht – das, was seine Mutter dort im Garten angepflanzt hatte, waren Cannabispflanzen.

 

Und was macht ein braver Junge nach so einer Entdeckung? Die Polizei rufen und die eigene Mutter verpfeifen? Auf diese Idee würden wohl nur die wenigsten kommen, doch der 13-Jährige aus St. Leon-Rot machte genau dies und schaltete die Beamten ein. Diese kamen gleich und bestätigten den Verdacht. Im Garten wuchsen 20 etwa anderthalb Meter große Cannabispflanzen, die nun von der Polizei geerntet wurden.

 

Gegen die Mutter des Jungen wird jetzt wegen Drogenbesitzes ermittelt. Wie die „Deutsche Welle“ berichtet, reagierte sie über den Verrat ihres Sprösslings derart erbost und war nicht in der Lage, sich zu beruhigen, sodass die Polizei den 13-Jährigen „zu seiner eigenen Sicherheit“ mit aufs Revier nehmen musste.

 

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Einfach nur noch gruselig: Ein bayrisches Amtsgericht in Neumarkt steckt einen 34-jährigen Schmerzpatienten in den Knast. Der Mann war 2014 während eines Urlaubs überfallen und mit einer Schrotflinte angeschossen worden – einige Schrotkugeln sind immer noch in seinem Körper und können auch nicht herausoperiert werden, was bei dem Mann immer wieder zu heftigsten Schmerzattacken führt. Was ihm gegen die Schmerzen gut hilft: ein Joint.

 

Doch in Bayern fand er keinen Arzt, der ihm Cannabis verschreibt, auch wenn seine Ärztin ihm heftigste Schmerzattacken attestiert. Und so machte der Mann, was einem gelernten Gärtner wie ihm in solch einer Situation vermutlich relativ schnell durch den Kopf geht: Gras anbauen. Daher fand die Polizei bei einer Durchsuchung bei ihm kürzlich 23 Cannabispflanzen sowie 170 Gramm Marihuana. Auch 2.300 Euro Bargeld wurden gefunden und so stand der junge Mann vergangene Woche mit einer Anklage wegen Drogenhandel vor Gericht.

 

Die Anklage wegen Drogenhandel konnte jedoch abgewendet werden: das Geld gehört seiner Verlobten, die bei ihm wohnt, und sie bekommt das Geld zurückgezahlt. Das war aber auch die einzige freudige Meldung für den Angeklagten, auch wenn sogar der Staatsanwalt laut „nordbayern.de“ einige Argumente aufzählte, die für den Angeklagten sprachen: die Verletzung, sein Geständnis, der Anbau als Schmerzmittel und nicht nur zum Spaß.

 

Doch da der Angeklagte bereits zum zweiten Mal beim Cannabisanbau erwischt wurde und die Tat somit in seine offene Bewährungszeit fiel, bestand die Staatsanwaltschaft auf einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung. Die Verteidigung forderte aufgrund der Umstände die eine Ausnahme unter Tausend ein – doch der Richter, der dem Angeklagten seine Umstände und die Schmerzen nach eigenen Aussagen durchaus abnahm, verurteilte diesen zu einem halben Jahr Gefängnis ohne Bewährung.

 

Unsere Meinung: Es ist einfach nur traurig, dass im Jahr 2017 Staatsanwaltschaft und Richter einem (illegalen) Cannabispatienten glauben, dass dieser Cannabis anbaut, nur um seine Schmerzen zu lindern, aber ihn aufgrund der geltenden Rechtslage dennoch ins Gefängnis stecken (müssen). Wer mithelfen möchte, zumindest irgendetwas daran zu ändern, sollte bei der kommenden Bundestagswahl am 24. September bloß nicht CDU/CSU wählen, sondern irgendjemand anderem seine Stimme schenken.

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder sogar nur 1,89 als E-Paper, beispielsweise bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Spezial: BHO und Rosin Dabbing erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch es gibt verschiedene Wege, um an das begehrte Extrakt zu gelangen. Wir haben uns mit Ambrosia Extracts in Amsterdam getroffen und uns über BHO unterhalten. Autor Light Addict hat währenddessen die Rosin-Technologie genauer unter die Lupe genommen.

 

 

Bundestagswahl 2017 Parteienvergleich – Am 24. September wird in Deutschland zur Bundestagswahl gebeten. Vieles spricht dafür, dass Merkel in eine weitere Runde geht. Gerade aus Sicht von Cannabiskonsumenten ist dies jedoch die schlechteste Wahl überhaupt. Doch wen denn wählen? Ein Parteienvergleich hinsichtlich der Cannabispolitik.

 

 

Interview Dr. Harald Terpe – Anlässlich der anstehenden Wahl haben wir uns mit dem drogen- und suchtpolitischen Sprecher sowie Obmann im Gesundheitsausschuss der grünen Bundestagsfraktion, Dr. Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen), getroffen und ihn zu den Themen Cannabis, Legalisierung und Wahlversprechen befragt.

 

 

Growing Der richtige Erntezeitpunkt – Das Ende des Sommers macht viele Leute traurig – meist wegen der Aussicht auf einen nasskalten Herbst und Winter. Cannabiszüchter, vor allem Outdoor-Züchter, verbinden den Herbst jedoch auch mit einem frohen Ereignis – es wird geerntet! Doch wann exakt sollte die Ernte am besten stattfinden?

 

 

Recht „Nur“ Geldstrafe trotz sieben Kilo Marihuana – Unser Rechtsanwalt Steffen Dietrich betrachtet einen interessanten Fall, bei dem ein Angeklagter zwar sieben Kilo Marihuana anbaute, dies aber von dermaßen schlechter Qualität waren, dass er in der Revision mit einer Geld- statt Gefängnisstrafe davonkam.

 

 

Growing Hitze in der Grow-BoxDurch hohe Umgebungstemperaturen kann man als Indoor-Grower Schwierigkeiten mit der Hitze in der Growbox bekommen. Gerade bei Grows mit einer Metallhalogen- oder Natriumdampflampe können die Temperaturen sehr schnell zu stark ansteigen und die Pflanze schädigen. Wir zeigen Lösungen auf.

 

 

High School Achtung Streckmittel – Der größte Nachteil der Illegalität von Marihuana und Haschisch ist neben der Strafverfolgung die Unsicherheit, ob man „sauberes“ Cannabis erworben hat oder ob man sich durch den Konsum die Gesundheit ruiniert. Wir zeigen, wie die gängigsten Streckstoffe von Marihuana erkannt werden können.

 

 

 

Weitere Artikel Film: Savages +++ Sortenportrait: Crown Royale +++ Kiffertypen: Der High-Tech-Kiffer +++ High Five: Marihuana als Medizin +++ Messe-Bericht: Mary Jane Berlin 2017 +++ Cannabusiness: „High Times“ verkauft +++ und vieles mehr...

 

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Das Cannabisgeschäft ist auch oft ein Familiengeschäft. Zusammenschlüsse von Vater und Sohn sind in der illegalen Cannabisbranche gar nicht mal selten. Klar, so ein Hobby verbindet einfach. Aber ruft natürlich auch Neider auf den Plan: Nach einem Zeugenhinweis wurde in der Alten Poststraße in Loßburg (Baden-Württemberg) ein Auto überprüft, indem ein 55-jähriger Mann mit seinem 25-jährigen Sohn saß. Dabei hatten die beiden etwas mehr als ein Kilo Marihuana.

 

Es folgte die Festnahme und auch eine Wohnungsdurchsuchung. Dabei stellten die Polizisten fest, das fast das komplette Wohnhaus der beiden zu einer Indoor-Cannabiszucht umgebaut wurde. Wie „regio-news.de“ berichtet, wurde von der Polizei 450 Pflanzstellen gezählt, 300 davon bereits abgeerntet. Außerdem wurden insgesamt 4.350 Gramm Marihuana beschlagnahmt.

 

Da Vater und Sohn umfangreiche Geständnisse ablegten, wurde kein Haftbefehl erlassen und beide durften vorerst in ihr nun ziemlich leeres Zuhause zurückkehren.

Eine viel gehörte und dennoch oft missachtete Regel besagt, dass man sich lieber in jeder Hinsicht unauffällig verhalten sollte, wenn man in der eigenen Wohnung Cannabis anbaut. Auch Schulden bei unfreundlichen Zeitgenossen sollte man besser nicht haben, wie ein 22-jähriger Mann in Dresden nun gleich doppelt auf die harte Tour lernen musste.

 

Vergangene Woche traten zwei vermutlich eher inoffizielle Geldeintreiber seine Wohnungstür ein, um Außenstände einzutreiben, wie „tag24.de“ berichtet. Obwohl er ihnen 850 Euro aushändigte, bekam er dennoch einen Faustschlag ins Gesicht ab. Die demolierte Wohnungstür „reparierte“ er notdürftig mit Klebeband. Die Konstruktion hielt allerdings nur einige Tage, dann öffnete sich die Tür von selbst und blieb offen. Daraufhin informierten besorgte Nachbarn die Polizei, die zum Nachschauen anrückte: und natürlich – in einem Kleiderschrank fanden sie drei Cannabispflanzen, die dort angebaut wurden.

Ein Spaziergänger in einem Wald bei Augsburg wunderte sich über Blumenkübel, die dort herumstanden. Auch die darin befindlichen Pflanzen kamen ihm merkwürdig vor – es handelte sich um Cannabis, wie er durch eigene Recherchen herausfand, meldete „region-muenchen.de“. Wie es sich für einen braven bayrischen Bürger gehört, wurde der Fund natürlich gleich der Polizei gemeldet.

 

Diese rückte an und fand an verschiedenen Stellen im Haunstetter Wald weitere Kübel mit Cannabispflanzen – insgesamt 275 Stück. Besonders bemerkenswert ist dabei der Umstand, dass ein großer Teil der Cannabispflanzen nicht auf dem Waldboden positioniert wurde, sondern dass viele Pflanzen in den Baumkronen des Waldes positioniert wurden – auf rund 25 Metern Höhe!

 

Ob dies gemacht wurde, damit die Pflanzen mehr Sonne abbekommen oder damit sie nicht entdeckt werden, ist unklar – der oder die Cannabisgrower konnten bislang nicht ermittelt werden.

Vor dem Klever Landgericht wurde diese Woche ein interessanter Fall verhandelt: ein 52-Jähriger Mann aus Goch wurde wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt, wie „RP Online“ berichtete.

 

Seit Anfang 2015 hatte der Angeklagte gemeinsam mit anderen in einem Wohnhaus mit Nebengebäuden eine professionelle Marihuana-Aufzucht betrieben, die dieses Jahr nach einem Hinweis des BKA entdeckt wurde. Das Interessante an dem Fall ist aber die Story des Angeklagten, von der aus der Ferne nicht gesagt werden kann, ob es sich wohl um eine vermeintlich clevere Schutzbehauptung oder tatsächlich um die Realität handelt.

 

Vor Gericht legte er direkt zu Beginn ein Geständnis ab, wollte aber keine weiteren Personen nennen: „Ich sitze lieber ein oder zwei Jahre länger, als den Rest meines Lebens in Angst leben zu müssen“, äußerte er sich vor Gericht. Denn die Mittäter hätten ihn auch schon während des laufenden Geschäfts mit Waffen bedroht und ihn sogar im Streit verprügelt. Kennengelernt habe er seine späteren Komplizen in den Niederlanden – allerdings nicht bei Drogengeschäften, sondern beim Pokern. An nur einem einzigen Abend will er 38.000 Euro verloren haben, die er allerdings nicht zahlen konnte.

 

Daher hätten ihn die Niederländer gezwungen, eine Marihuana-Aufzucht anzulegen und zu betreiben. Dafür seien ihm die Pokerschulden erlassen und auch ein „Gehalt“ in Höhe von 5.000 Euro monatlich, von denen allerdings auch die Betriebskosten gezahlt werden mussten, ausgehändigt worden.

 

Bei der Durchsuchung wurden 7,1 Kilogramm Marihuana vorgefunden, beim Urteil wurde jedoch von sechs Ernten mit jeweils 1.100 Cannabispflanzen ausgegangen – daher auch das hohe Strafmaß: sechs Jahre und neun Monate Haft, zudem wurden die angeblichen 120.000 Euro „Gehalt“ eingezogen. Das Gericht äußerte zwar keine Zweifel an der Geschichte des Angeklagten, zeigte aber dennoch keine Milde, was der Vorsitzende Richter derart begründete: „Der Angeklagte hätte sich an die Polizei wenden können, hat aber trotzdem mitgemacht und zwei Jahre lang mehr schlecht als recht von dem Betrieb der Plantage gelebt.

Nicht zu fassen: weil sie eine Familie beim Kauf von Zubehör für die Tomatenzucht beobachtete, ließ die Polizei in Missouri die Wohnung dieser Familie von einem Sondereinsatzkommando stürmen.

 

Ein Polizist in Missouri schlenderte täglich durch einen Gartenbaumarkt und observierte die dort Einkaufenden – immerhin könnte ja jemand planen, illegales Cannabis anbauen zu wollen. Eines Tages schoss er sich dann auf Robert Harte ein, der zusammen mit seinen beiden Kindern dort verschiedene Gerätschaften für den Garten einkaufte. Also meldete er die Familie bei seinen Vorgesetzten.

 

Diese ließen daraufhin mehrfach den Müll der Familie durchsuchen, sicher ist schließlich sicher. Und siehe da: seltsame Blätter im Hausmüll der Familie Harte, ganz nass und sehen aus wie Tee – es muss einfach Marihuana sein! Dies überprüft man am besten mit den klassischen 2-Dollar-Drogentests der amerikanischen Polizei, die seit 40 Jahren beinahe unverändert produziert werden und für ihre lachhafte Fehleranfälligkeit im ganzen Land berühmt sind. Ergebnis: Na klar, der Tee enthält THC. Also Hausdurchsuchung!

 

Ein SWAT-Team inspizierte zweieinhalb Stunden lang das Haus und Grundstück der Hartes, konnte allerdings bloß die Tomatenzucht auffinden. Die beiden Familienoberhäupter, zwei ehemalige CIA-Mitarbeiter, klagten gegen den Polizeieinsatz, der bereits 2012 stattfand und über den nun ein Bundesgericht entschied.

 

Und das gab den Hartes recht und rügte die Polizeibeamten, die die Drogentests der Teeblätter weder fotografiert noch in anderer Form dokumentiert hatten. Mit eindrucksvollen Worten zitiert „rt.com“ Richter Carlos Lucero:

 

Gesetzestreue Teetrinker und Gärtner passt auf: Ein Besuch in einem Gartenbaumarkt und einige lose Teeblätter in eurem Müll könnten eine frühmorgendliche Razzia eines schwerbewaffneten Einsatzkommandos nach sich ziehen, ausgerüstet mit einem Rammbock, kugelsicheren Westen und Sturmgewehren. Vielleicht werden die Beamten die furchteinflößende Razzia absichtlich zu einer Zeit durchführen, wo Ihre Kinder im Haus sind, und bewaffnete Wachposten zweieinhalb Stunden lang die ganze Familie in Schach halten, während sich besorgte Anwohner der ruhigen, familienfreundlichen Nachbarschaft fragen, welches schändliche Verbrechen Sie begangen haben müssen. Das ist keine Übertreibung oder eine Metapher – das ist genau das, was der Familie Harte in diesem Fall geschehen ist.“