Immer Ärger mit den Nachbarn! Jeder, der Cannabis anbaut weiß: neben technischen Unfällen stellen die eigenen Nachbarn oft den größten Risiko-Faktor dar. Ein nerviges Surren hier, ein merkwürdig würziger Geruch dort, und die Polizei ist schneller alarmiert, als man „Denunziant“ buchstabieren kann.

 

Doch egal, wie sorgfältig man die Cannabisanlage einrichtet und betreibt, es bleibt immer das Restrisiko Zufall. Das musste nun ein Grower aus Hürth am eigenen Leib erfahren. Doch der Reihe nach: einem 66-jährigen Nachbarn wurde es mit dem Unkraut in der Hauseinfahrt zu viel, deshalb beschloss er dem Gewächs mit einem Brenner auf die Pelle zu rücken. Unglücklicherweise fing dabei nicht nur das Unkraut Flammen, sondern auch ein Teil der Fassadendämmung des Hauses. Die Feuerwehr wurde gerufen, untersuchte das Haus von oben bis unten und entdeckte in der Dachwohnung die Cannabisanlage des erwähnten Cannabisliebhabers und Growers. Die 50 Pflanzen seien nach Angaben des 29-Jährigen ausschließlich für den Eigenanbau gedacht gewesen.

Normalerweise ist sie es, die eine Cannabisplantage aberntet und abtransportiert, doch in diesem Fall, der sich Anfang der Woche in Hessen abspielte, läuft für die Polizei alles anders herum. In der Nacht zum Montag verschafften sich Unbekannte Zutritt zu einem 60 Quadratmeter großen Cannabisfeld, rissen die Pflanzen heraus, schnitten sie ab und luden sie in einen Lieferwagen, mit dem sie, nachdem sie die komplette Anbaufläche dem Erdboden gleichgemacht hatten, vom Schauplatz des Diebstahls flüchteten.

 

Dass sich nun die Polizei tatsächlich einmal mit der Wiederbeschaffung und nicht mit der Vernichtung von Hanfpflanzen beschäftigen muss, mag für den Cannabisliebhaber zwar eine amüsante Randnotiz darstellen, der hessische Jungbauer, dem die Pflanzen gehörten, hat hingegen wenig Grund zur Freude. Auf zwölf Hektar Ackerfläche hatte der Landwirt im April Nutzhanf gesät, auf der geplünderten Fläche wuchs eine spezielle, CBD-reiche Sorte, von der er sich besonders viel versprochen hatte. Der entstandene finanzielle Schaden wird auf etwa 50.000 – 100.000 Euro geschätzt. Was genau die Diebe mit den geraubten Pflanzen vorhaben, ist fraglich. Daran berauschen können sie sich jedefalls nicht.

 

 

 

In Manchester, England, haben Polizisten die Überreste einer Cannabisanlage für etwa 1.000 Pflanzen entdeckt. Das Pikante dabei: die Anlage befindet sich in einem Haus, das noch vor rund sechs Jahren als Polizeistation genutzt wurde. Über dem Hauseingang prangt noch immer der Schriftzug „Lancaster County Police Station“. Nur zufällig betraten Beamte das leerstehende Gebäude, da sie aufgrund von Baufälligkeiten Sicherheitsrisiken für Passanten vermuteten.

 

Im Inneren des Hauses dann die große Überraschung: unzählige Pflanzentöpfe, teilweise leer, teilweise noch mit verdorrten Pflanzenresten befüllt, Wurzelballen, Reflektoren und Grow-Lampen ließen keinen Zweifel daran, dass hier vor nicht allzu langer Zeit eine ganze Menge an Cannabis hochgezogen wurde. Das Polizeirevier wurde vor sechs Jahren aufgrund von Budgetkürzungen geschlossen und daraufhin in einer Auktion versteigert. Seitdem befand sich das Gebäude in Privatbesitz. Die Polizei geht davon aus, dass die Grow-Anlage von den Betreibern, die den Überresten nach wohl auch bei ihren Pflanzen geschlafen haben, erst am Morgen geräumt worden war.

 

Cannabisfreunde auf Reisen kennen das Problem: kifferfreundliche Hotels gibt es kaum, Raucherzimmer generell sind Mangelware und wenn es ganz blöd läuft, lassen sich aus Sicherheitsgründen noch nicht einmal die Fenster öffnen. Und dann sind da natürlich noch die Rauchmelder, die teilweise auch bei geringstem Qualmaufkommen stillen Alarm an der Rezeption auslösen.

 

Offenbar vollkommen unbeschwert von derlei Sorgen haben es sich zwei junge Männer im Alter von 21 und 25 in ihrem Hotelzimmer in Gremberghoven gemütlich gemacht. Ob sie in ihrem Zimmer Joints rauchten, ist nicht klar, in Anbetracht des Ausmaßes ihrer Verfehlungen aber auch vollkommen unerheblich. Selbst, wenn sie dort den größten Blunt aller Zeiten angezündet hätten, am weiteren Verlauf der Geschichte hätte das wohl recht wenig geändert. Denn anstatt bloß zu konsumieren, trockneten die beiden Männer ihr Marihuana im Hotelzimmer. Und wir reden hier nicht über ein paar Gramm, nein, stolze 14 Kilogramm Blütenmaterial lagen im ganzen Zimmer ausgebreitet auf dem Boden. Möbel stören in so einer Situation nur, das ist klar, und so wurde kurzerhand alles aus dem Weg geräumt. Das Treiben fiel natürlich auf, denn so eine Menge feuchten Weeds verströmt einen ziemlich intensiven Duft, wie eigentlich jeder, der schon mal einen Krümel Gras in der Hand hatte, wissen müsste.

 

Es kam, wie es kommen musste, andere Gäste beschwerten sich über die Geruchsbelästigung und eine Raumpflegerin verschaffte sich schließlich Zutritt zum Zimmer der Männer, um nach dem Rechten zu sehen. Die beiden befanden sich zu dem Zeitpunkt zwar nicht im Zimmer, aber das half ihnen auch nicht mehr. Die Polizei wurde verständigt, die Verdächtigen und ein Komplize, über den die Hotelbuchung lief, dürfen sich nun auf ein Verfahren einstellen.

Tja, die Cannabisanlage wäre wohl unentdeckt geblieben – wenn, ja, wenn sich der verantwortliche Grower nicht selbst bei der Polizei gemeldet hätte.

 

23 Cannabispflanzen plus Zubehör entdeckten die Kriminalbeamten bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung des Elmshorners. Doch aus welchem Grund hatte sich der 24-Jährige überhaupt selbst ans Messer geliefert? Als Rücktrittsgeschenk für Marlene Mortler? Wohl kaum. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, war der Grund ein ganz anderer: der junge Mann hatte diverse (vielleicht selbst hergestellte?) Düngemittel zusammengekippt, bekam es dann aber mit der Angst zu tun. Die Befürchtungen, versehentlich ein giftiges oder gar explosives Gasgemisch hergestellt zu haben, trieb den verunsicherten Cannabisfreund schließlich dazu, sich selbst ans Messer zu liefern.

 

Völlig zu Unrecht, wie sich kurz darauf herausstellte: denn die hinzugerufene Feuerwehr stellte fest, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung bestanden habe. Klingt nach einem klassischer Fall von Kiffer-Paranoia? Möglicherweise, doch ob der junge Mann zum Zeitpunkt des Notrufs akut berauscht gewesen ist, ist bisher unklar.

 

Seit März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist Deutschland für die Zulassung von Medikamenten und damit auch für Medizinalcannabis zuständig. Der Präsident der Behörde, Karl Broich, selbst Arzt und Psychiater, ließ nun in einem Interview mit dem Handelsblatt durchblicken, dass er die Ausgabe von Cannabisblüten nur für eine Übergangslösung halte und vielmehr Fertigarzneimittel, die (synthetische) Cannabinoide enthalten, als Weg der Zukunft sehe.

 

„Unser Ziel ist es, dass wir mehr cannabisbasierte Fertigarzneimittel bekommen“, so Broich. Dass er Cannabis als Medizin sowieso für überschätzt halte, verschleiert der Professor gar nicht erst: „Jedes regulär zugelassene Arzneimittel, das solche Nebenwirkungen zeigt, würden wir sofort vom Markt nehmen.“ Starker Tobak und unseres Erachtens nach die reinste Lüge! Gerade für jemanden wie Broich, der erst 2017 in das äußerst dubiose Zulassungsverfahren des Antidepressivums Zoloft verwickelt war. Die Linkspartei wirft Broich vor, als Gutachter zu einer Verschleierung möglicher Nebenwirkungen beigetragen zu haben, um einer möglichst schnellen Zulassung des Medikaments nicht im Wege zu stehen. Konkret ging es darum, inwiefern die Gabe des Medikaments Zoloft mit einer erhöhten Suizidrate unter den Patienten einhergehe und ob die zuständigen Gutachter (u. a. Broich) entsprechende Hinweise darauf in ihrer Bewertung gezielt übersehen hätten.

 

Broich selbst macht aus seiner eigentlichen Aufgabe aber eh keinen Hehl, betonte er doch auf einer Veranstaltung des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA): „Wir sehen uns als Partner der pharmazeutischen Industrie.“ Sinngemäß fügte er hinzu: was für die Pharmaindustrie gut ist, kommt auch dem Patienten zugute. Und da es der Pharmaindustrie leider nicht zugutekommt, wenn beispielsweise Epileptiker ihr eigenes Cannabis anbauen dürften, kann das für die Patienten natürlich auch nicht gut sein…

 

Da fragt man sich, wer ist hier eigentlich krank?

 

Einen erstaunlichen Fund machte die Waliser Polizei vergangenen Sonntag. Mitten auf dem Gehweg stolperten Beamte über einen verlassenen Kühlschrank. Das Seltsame daran: im Inneren des etwas lädierten Küchengeräts befand sich eine Cannabispflanze. Die Polizei geht von einem Straßenverkaufswert von einigen Hundert Pfund Sterling (ein Pfund Sterling entspricht etwa 1,16 Euro) aus, wundert sich dementsprechend über die lieblose Entsorgung.

 

Dem Foto nach zu urteilen, handelt es sich allerdings wohl eher um Erntereste von geringem Wert – Blüten sind jedenfalls nicht zu erkennen. Nichtsdestotrotz ist es natürlich durchaus riskant, die Überbleibsel eines Grows auf diese Art zu entsorgen – die Polizei kündigte bereits an das Fundstück genauestens zu untersuchen und die Anwohner zu befragen, um den Besitzer ausfindig zu machen.

Die Anbaulizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis auf deutschem Boden sind vergeben. Laut dem Handelsblatt haben jeweils die deutschen Ableger der kanadischen Produzenten Aphria und Aurora sowie das Berliner Unternehmen Demecan die Zuschläge erhalten. Insgesamt 13 Lose wurden unter den drei Firmen aufgeteilt.

 

Drei davon gingen nach Berlin, der Rest wurde zu gleichen Teilen an die Kanadier vergeben. Aphria wird den Anbau durch seine Tochter Nuuvera in einem riesigen 8000-Quadratmeter- Gewächshaus in Neumünster durchführen, wo derzeit noch medizinisches Chili die Hallen füllt. Insgesamt hatten sich 79 Firmen für die Lizenzen beworben. Näheres zu den Spezifikationen der Ausschreibung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt es hier.

 

Da nun aber theoretisch noch 10 Tage Zeit bleiben, um gegen die Vergabeentscheidung zu klagen, äußert sich das BfArM bisher noch nicht zu der Lizenzvergabe.

 

Branchenkenner gehen davon aus, dass trotz Anbaus in Deutschland auch weiterhin Cannabisimporte, zum Beispiel aus Kanada, nötig sein werden, um den Bedarf der deutschen Patienten decken zu können.

Dass Patienten in Deutschland seit März 2017 endlich die Möglichkeit haben, ihre Leiden legal mit medizinischem Marihuana zu lindern, ist natürlich per se eine gute Sache und war lange überfällig. Und natürlich kann es in der Anfangszeit einer medizinischen Legalisierung auch zu Problemen kommen – selbst im cannabisfreundlichen Kanada läuft nach der vollständigen Legalisierung noch bei weitem nicht alles rund. Einen schwarzen Markt weiß zu waschen ist eben eine ziemlich komplexe Aufgabe – sowohl juristisch, gesellschaftspolitisch als auch logistisch.

 

Leider gab es in Deutschland auch im Jahr 2018 noch immer gehörige Probleme mit der Cannabismedizin. Nachdem sich endlich immer mehr Ärzte dazu bereit erklärt hatten, Cannabis zu verschreiben, zeigte sich, dass es einfach viel zu wenig davon gibt bzw. viel zu wenig importiert wird. Vom Anbau in Deutschland ganz zu schweigen. Für die Kranken bedeutet das vor allem zusätzlichen Stress und Aufwand. Ein Patient aus Bayreuth, der seit vielen Jahren an Fibromyalgie und Borreliose leidet und Cannabis gegen seine chronischen Schmerzen verschrieben bekommt, musste erst kürzlich eine 200-Kilometer lange Fahrt auf sich nehmen, um seine verordnete 10-Gramm-Portion Medizinalblüten zu ergattern. Daraufhin fing der Mann an, selbst anzubauen, um sich unabhängig von Apotheken mit Marihuana versorgen zu können. 13 THC-arme Pflanzen (Gehalt: 1 %) zog er hoch – und wurde dabei erwischt.

 

Was diesen Fall nun so interessant macht ist, dass die zuständige Staatsanwaltschaft Bayreuth davon absieht, eine Strafverfolgung einzuleiten. Eigenmedikation ist hier das Stichwort, dass auch für andere Patienten durchaus bedeutsam werden könnte. Nach Wissen des Deutschen Hanfverbandes (DHV) ist dies der erste Fall, „in dem der Lieferengpass als Begründung für die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens“ genannt wird.

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder 2,60 Euro als E-Paper, beispielsweise bei United Kiosk oder für Kindle bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Cannabis-Extrakte Druck, Zeit und Temperatur: schon hat man die drei benötigten Voraussetzungen zum Pressen lösemittelfreier Konzentrate, besser bekannt unter dem Namen Rosin, beisammen. Unsere Titelstory verrät alles über Druck, Hitzepressen und empfehlenswertes Zubehör für die Produktion von Rosin.

 

 

Interview Open Mind / Simon Ruane – Über 200 Videos zu und über die verschiedensten Drogen, Tripberichte inklusive, wurden von Simon Ruane bereits bei YouTube veröffentlicht, über 400.000 Abonnenten folgen dem jungen Mann. Wir trafen uns mit ihm und haben mal ein ernstes Wörtchen mit ihm über seinen Drogenkonsum geredet...

 

 

Patientenbericht Morbus CrohnCannabis ist kein Allheilmittel, das garantiert jede Krankheit kuriert, wie manch Scharlatan behauptet, aber in manchen Fällen ist es auch tatsächlich die letzte Rettung. Wir schildern den Fall eines Cannabispatienten, erkrankt an Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmentzündung.

 

 

Musik Weed-Rapper Herzog: OG mit Herz Herzog, Deutschlands erster Rapper mit eigenem THC-haltigem Strain, veröffentlicht nächsten Monat sein viertes Album „OG mit Herz“. Wer zur Spannabis reist, kann ihn dort persönlich antreffen, für alle anderen haben wir stellvertretend mit ihm geplaudert...

 

 

Growing Gefahr im Garten Teil 8 – Im letzten Teil der Reihe Gefahr im Garten von Grow-Guru Mr. José stehen weitere Gefahren im Garten im Vordergrund, die nicht durch Tiere verursacht werden. Im Fokus stehen dieses Mal Algen und verschiedene Pilzerkrankungen, die gehörigen Schaden anrichten können.

 

 

Grow-Report Royal DwarfAch man würde ja so gerne. Nur ein bisschen Gras auf dem Balkon ziehen. An manchen Orten ist das ja sogar erlaubt. Warum nicht ein Bonsai-Bäumchen mit nur ein paar Gramm dran, ganz zweifelsfrei Eigenbedarf? Taugen solche Sorten? Autorin Alice Wunder hat zum Test Royal Dwarf auf dem Balkon blühen lassen.

 

 

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