Noch kürzlich berichtete Highway über das neue Hanfbier aus dem Hause der Oettinger-Brauerei, da flattert schon die nächste Meldung bezüglich der Verflechtung Brauerei- und Cannabisindustrie ins Haus. Demecan, ein deutsches Start-up aus Berlin mit Lizenz zum medizinischen Cannabisanbau, konnte in einer Finanzierungsrunde sieben Mio. Euro einsammeln, die für den Auf- und Ausbau der firmeneigenen Plantage in der Nähe von Dresden genutzt werden sollen. Ende 2020 sollen dort dann die ersten Pflanzen geerntet werden und die Deutsche Cannabisagentur sagte bereits zu, zwischen 600 und 900 Kilogramm Medizinalcannabis pro Jahr aufkaufen zu wollen.

 

Doch woher kommen die Millionen, mit denen die Produktion so richtig ins Rollen gebracht werden soll? Zu einem großen Teil wohl aus der Tasche der Krombacher-Brauerei, die unter dem Deckmantel einer Beteiligungsgesellschaft unter der Leitung von Bernhard Schadeberg, Chef der populären Brauerei aus Nordrhein-Westfalen, die Investition tätigte. Demecan ist übrigens der einzige deutsche Produzent, der sich im Kampf um die begehrten medizinischen Anbaulizenzen durchsetzen konnte. Bei den anderen Firmen, die den Zuschlag erhielten, handelt es sich um Ableger kanadischer Unternehmen.

Schön, dass sich so langsam aber sicher die Vernunft im gesellschaftlichen Umgang mit Cannabis durchsetzt, und das auf der ganzen Welt! Sehnsuchtsort und weltweit beliebtes Reiseziel Australien macht sich nun als nächste Nation daran, zu legalisieren. Allerdings nur Stück für Stück, denn vorerst wird die Neuregelung, die im Januar 2020 in Kraft treten wird, „nur“ die Landeshauptstadt Canberra betreffen. Für die Bewohner des sogenannten ACT (Australian Capital Territory) wird es ab nächstes Jahr erlaubt sein, bis zu 50 Gramm Marihuana für den privaten Konsum zu besitzen, pro Person dürfen zwei Pflanzen angebaut werden, pro ganzem Haushalt vier. Der Konsum in der Öffentlichkeit und in der Nähe von Kindern bleibt untersagt, wer growt, muss darauf achten, dass Kinder keinen Zugang zur Anlage haben.

 

Vater des Gesetzentwurfes ist der Labour-Abgeordnete Michael Pettersson, dessen Bestreben es eigenen Angaben nach ist, keine Lebensläufe mehr wegen kleiner Mengen Cannabis zu ruinieren. Vernünftiger Ansatz! Jetzt gilt es nur noch, die Regelung am besten eher früher als später auf das ganze Land zu übertragen. Denn laut dem Commonwealth Law, das für alle australischen Staaten gilt, ist Cannabis eigentlich nach wie vor verboten.

Auf einem schwer einsehbaren Grundstück nahe Wangen fanden Polizeibeamte mehrere Hanfpflanzen mit einer beachtlichen Größe von bis zu 3,5 Metern. Bei dem Besitzer und Bewohner handelt es sich um einen 85-jährigen Mann, der angab, die Pflanzen seien aus den Resten von Vogelfutter rein zufällig und ohne sein Zutun gewachsen. Bekannte des Senioren hatten den Mann davor gewarnt die Pflanzen einfach sprießen zu lassen.

 

Doch dem Hanf-Opa war das egal, er mochte die Pflanzen und statt sie abzuschlagen, hegte und pflegte er sie nach bestem Wissen und Gewissen. Ob die Geschichte des Verdächtigen so stimmt, bleibt unklar, wilder Hanf aus Vogelsamen ist jedenfalls keine Seltenheit, alte Menschen, die ein paar Pflanzen zur Schmerzlinderung hochziehen aber natürlich auch nicht. Wer sollte es ihnen auch verdenken? Ach ja, der deutsche Staat zum Beispiel, der auch in diesem Fall hart blieb und Polizisten schickte, um die Gewächse restlos abzuernten und dem Rentner ein Ermittlungsverfahren anzuhängen...

Die Titelstory der aktuellen Highway-Ausgabe beschäftigt sich mit dem Themenkomplex des unauffälligen Anbaus. Denn viel zu oft werden durch die Nichtbeachtung einfachster Sicherheitsmaßnahmen ohne Not Unbeteiligte auf die Cannabis-Anlage aufmerksam gemacht, die sich anschließend nur allzu oft dafür entscheiden, die Polizei zu informieren. Es kann allerdings auch ganz anders laufen und die Entdeckung einer Pflanzung auf sehr überraschendem, gar kuriosem Wege geschehen. Regelmäßige Leser des Highway-Magazins werden nur zu gut verstehen, was gemeint ist.

 

Der heutige Fall gehört auf jeden Fall in die letztere Kategorie, wenn auch hier wohl ebenso eine große Portion Leichtsinn auf Seiten der Grower im Spiel gewesen ist. Die diesjährige Vuelta, eines der wichtigsten Radrennen der Welt, sozusagen die spanische Version der legendären „Tour de France“, erlebte vergangenen Samstag ihre achte Etappe, die Route führte durch die nahe Barcelona gelegene Stadt Igualada. Radsportfans wissen, dass die TV-Berichterstattung eines solchen Events auf mit dem Hubschrauber aufgenommene Bilder aus der Vogelperspektive setzt, um das Fahrerfeld und die teilweise spektakulären Landschaften adäquat einzufangen und dem Zuschauer einen optimalen Überblick über das Renngeschehen zu verschaffen. So natürlich auch bei der Fahrt quer durch Igualda. Aufmerksamen Zuschauern rund um den Globus fielen dabei merkwürdige Pflanzen auf dem Dach eines Hauses auf, das unmittelbar am Rand der Rennstrecke lag.

 

Es dauerte nicht lange, bis die entsprechenden Szenen viral gingen und die Polizei Wind von der Sache bekam, das besagte Haus auf- und durchsuchte, und bestätigte, dass es sich tatsächlich, wie bereits vermutet, um Cannabispflanzen handelte. Etwa vierzig Gewächse wurden beschlagnahmt, zu einer Anzeige kam es allerdings nicht, da bisher keiner der Betreiber aufgefunden werden konnte.

Immer Ärger mit den Nachbarn! Jeder, der Cannabis anbaut weiß: neben technischen Unfällen stellen die eigenen Nachbarn oft den größten Risiko-Faktor dar. Ein nerviges Surren hier, ein merkwürdig würziger Geruch dort, und die Polizei ist schneller alarmiert, als man „Denunziant“ buchstabieren kann.

 

Doch egal, wie sorgfältig man die Cannabisanlage einrichtet und betreibt, es bleibt immer das Restrisiko Zufall. Das musste nun ein Grower aus Hürth am eigenen Leib erfahren. Doch der Reihe nach: einem 66-jährigen Nachbarn wurde es mit dem Unkraut in der Hauseinfahrt zu viel, deshalb beschloss er dem Gewächs mit einem Brenner auf die Pelle zu rücken. Unglücklicherweise fing dabei nicht nur das Unkraut Flammen, sondern auch ein Teil der Fassadendämmung des Hauses. Die Feuerwehr wurde gerufen, untersuchte das Haus von oben bis unten und entdeckte in der Dachwohnung die Cannabisanlage des erwähnten Cannabisliebhabers und Growers. Die 50 Pflanzen seien nach Angaben des 29-Jährigen ausschließlich für den Eigenanbau gedacht gewesen.

Normalerweise ist sie es, die eine Cannabisplantage aberntet und abtransportiert, doch in diesem Fall, der sich Anfang der Woche in Hessen abspielte, läuft für die Polizei alles anders herum. In der Nacht zum Montag verschafften sich Unbekannte Zutritt zu einem 60 Quadratmeter großen Cannabisfeld, rissen die Pflanzen heraus, schnitten sie ab und luden sie in einen Lieferwagen, mit dem sie, nachdem sie die komplette Anbaufläche dem Erdboden gleichgemacht hatten, vom Schauplatz des Diebstahls flüchteten.

 

Dass sich nun die Polizei tatsächlich einmal mit der Wiederbeschaffung und nicht mit der Vernichtung von Hanfpflanzen beschäftigen muss, mag für den Cannabisliebhaber zwar eine amüsante Randnotiz darstellen, der hessische Jungbauer, dem die Pflanzen gehörten, hat hingegen wenig Grund zur Freude. Auf zwölf Hektar Ackerfläche hatte der Landwirt im April Nutzhanf gesät, auf der geplünderten Fläche wuchs eine spezielle, CBD-reiche Sorte, von der er sich besonders viel versprochen hatte. Der entstandene finanzielle Schaden wird auf etwa 50.000 – 100.000 Euro geschätzt. Was genau die Diebe mit den geraubten Pflanzen vorhaben, ist fraglich. Daran berauschen können sie sich jedefalls nicht.

 

 

 

In Manchester, England, haben Polizisten die Überreste einer Cannabisanlage für etwa 1.000 Pflanzen entdeckt. Das Pikante dabei: die Anlage befindet sich in einem Haus, das noch vor rund sechs Jahren als Polizeistation genutzt wurde. Über dem Hauseingang prangt noch immer der Schriftzug „Lancaster County Police Station“. Nur zufällig betraten Beamte das leerstehende Gebäude, da sie aufgrund von Baufälligkeiten Sicherheitsrisiken für Passanten vermuteten.

 

Im Inneren des Hauses dann die große Überraschung: unzählige Pflanzentöpfe, teilweise leer, teilweise noch mit verdorrten Pflanzenresten befüllt, Wurzelballen, Reflektoren und Grow-Lampen ließen keinen Zweifel daran, dass hier vor nicht allzu langer Zeit eine ganze Menge an Cannabis hochgezogen wurde. Das Polizeirevier wurde vor sechs Jahren aufgrund von Budgetkürzungen geschlossen und daraufhin in einer Auktion versteigert. Seitdem befand sich das Gebäude in Privatbesitz. Die Polizei geht davon aus, dass die Grow-Anlage von den Betreibern, die den Überresten nach wohl auch bei ihren Pflanzen geschlafen haben, erst am Morgen geräumt worden war.

 

Cannabisfreunde auf Reisen kennen das Problem: kifferfreundliche Hotels gibt es kaum, Raucherzimmer generell sind Mangelware und wenn es ganz blöd läuft, lassen sich aus Sicherheitsgründen noch nicht einmal die Fenster öffnen. Und dann sind da natürlich noch die Rauchmelder, die teilweise auch bei geringstem Qualmaufkommen stillen Alarm an der Rezeption auslösen.

 

Offenbar vollkommen unbeschwert von derlei Sorgen haben es sich zwei junge Männer im Alter von 21 und 25 in ihrem Hotelzimmer in Gremberghoven gemütlich gemacht. Ob sie in ihrem Zimmer Joints rauchten, ist nicht klar, in Anbetracht des Ausmaßes ihrer Verfehlungen aber auch vollkommen unerheblich. Selbst, wenn sie dort den größten Blunt aller Zeiten angezündet hätten, am weiteren Verlauf der Geschichte hätte das wohl recht wenig geändert. Denn anstatt bloß zu konsumieren, trockneten die beiden Männer ihr Marihuana im Hotelzimmer. Und wir reden hier nicht über ein paar Gramm, nein, stolze 14 Kilogramm Blütenmaterial lagen im ganzen Zimmer ausgebreitet auf dem Boden. Möbel stören in so einer Situation nur, das ist klar, und so wurde kurzerhand alles aus dem Weg geräumt. Das Treiben fiel natürlich auf, denn so eine Menge feuchten Weeds verströmt einen ziemlich intensiven Duft, wie eigentlich jeder, der schon mal einen Krümel Gras in der Hand hatte, wissen müsste.

 

Es kam, wie es kommen musste, andere Gäste beschwerten sich über die Geruchsbelästigung und eine Raumpflegerin verschaffte sich schließlich Zutritt zum Zimmer der Männer, um nach dem Rechten zu sehen. Die beiden befanden sich zu dem Zeitpunkt zwar nicht im Zimmer, aber das half ihnen auch nicht mehr. Die Polizei wurde verständigt, die Verdächtigen und ein Komplize, über den die Hotelbuchung lief, dürfen sich nun auf ein Verfahren einstellen.

Tja, die Cannabisanlage wäre wohl unentdeckt geblieben – wenn, ja, wenn sich der verantwortliche Grower nicht selbst bei der Polizei gemeldet hätte.

 

23 Cannabispflanzen plus Zubehör entdeckten die Kriminalbeamten bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung des Elmshorners. Doch aus welchem Grund hatte sich der 24-Jährige überhaupt selbst ans Messer geliefert? Als Rücktrittsgeschenk für Marlene Mortler? Wohl kaum. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, war der Grund ein ganz anderer: der junge Mann hatte diverse (vielleicht selbst hergestellte?) Düngemittel zusammengekippt, bekam es dann aber mit der Angst zu tun. Die Befürchtungen, versehentlich ein giftiges oder gar explosives Gasgemisch hergestellt zu haben, trieb den verunsicherten Cannabisfreund schließlich dazu, sich selbst ans Messer zu liefern.

 

Völlig zu Unrecht, wie sich kurz darauf herausstellte: denn die hinzugerufene Feuerwehr stellte fest, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung bestanden habe. Klingt nach einem klassischer Fall von Kiffer-Paranoia? Möglicherweise, doch ob der junge Mann zum Zeitpunkt des Notrufs akut berauscht gewesen ist, ist bisher unklar.

 

Seit März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist Deutschland für die Zulassung von Medikamenten und damit auch für Medizinalcannabis zuständig. Der Präsident der Behörde, Karl Broich, selbst Arzt und Psychiater, ließ nun in einem Interview mit dem Handelsblatt durchblicken, dass er die Ausgabe von Cannabisblüten nur für eine Übergangslösung halte und vielmehr Fertigarzneimittel, die (synthetische) Cannabinoide enthalten, als Weg der Zukunft sehe.

 

„Unser Ziel ist es, dass wir mehr cannabisbasierte Fertigarzneimittel bekommen“, so Broich. Dass er Cannabis als Medizin sowieso für überschätzt halte, verschleiert der Professor gar nicht erst: „Jedes regulär zugelassene Arzneimittel, das solche Nebenwirkungen zeigt, würden wir sofort vom Markt nehmen.“ Starker Tobak und unseres Erachtens nach die reinste Lüge! Gerade für jemanden wie Broich, der erst 2017 in das äußerst dubiose Zulassungsverfahren des Antidepressivums Zoloft verwickelt war. Die Linkspartei wirft Broich vor, als Gutachter zu einer Verschleierung möglicher Nebenwirkungen beigetragen zu haben, um einer möglichst schnellen Zulassung des Medikaments nicht im Wege zu stehen. Konkret ging es darum, inwiefern die Gabe des Medikaments Zoloft mit einer erhöhten Suizidrate unter den Patienten einhergehe und ob die zuständigen Gutachter (u. a. Broich) entsprechende Hinweise darauf in ihrer Bewertung gezielt übersehen hätten.

 

Broich selbst macht aus seiner eigentlichen Aufgabe aber eh keinen Hehl, betonte er doch auf einer Veranstaltung des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA): „Wir sehen uns als Partner der pharmazeutischen Industrie.“ Sinngemäß fügte er hinzu: was für die Pharmaindustrie gut ist, kommt auch dem Patienten zugute. Und da es der Pharmaindustrie leider nicht zugutekommt, wenn beispielsweise Epileptiker ihr eigenes Cannabis anbauen dürften, kann das für die Patienten natürlich auch nicht gut sein…

 

Da fragt man sich, wer ist hier eigentlich krank?