Cannabisfreunde auf Reisen kennen das Problem: kifferfreundliche Hotels gibt es kaum, Raucherzimmer generell sind Mangelware und wenn es ganz blöd läuft, lassen sich aus Sicherheitsgründen noch nicht einmal die Fenster öffnen. Und dann sind da natürlich noch die Rauchmelder, die teilweise auch bei geringstem Qualmaufkommen stillen Alarm an der Rezeption auslösen.

 

Offenbar vollkommen unbeschwert von derlei Sorgen haben es sich zwei junge Männer im Alter von 21 und 25 in ihrem Hotelzimmer in Gremberghoven gemütlich gemacht. Ob sie in ihrem Zimmer Joints rauchten, ist nicht klar, in Anbetracht des Ausmaßes ihrer Verfehlungen aber auch vollkommen unerheblich. Selbst, wenn sie dort den größten Blunt aller Zeiten angezündet hätten, am weiteren Verlauf der Geschichte hätte das wohl recht wenig geändert. Denn anstatt bloß zu konsumieren, trockneten die beiden Männer ihr Marihuana im Hotelzimmer. Und wir reden hier nicht über ein paar Gramm, nein, stolze 14 Kilogramm Blütenmaterial lagen im ganzen Zimmer ausgebreitet auf dem Boden. Möbel stören in so einer Situation nur, das ist klar, und so wurde kurzerhand alles aus dem Weg geräumt. Das Treiben fiel natürlich auf, denn so eine Menge feuchten Weeds verströmt einen ziemlich intensiven Duft, wie eigentlich jeder, der schon mal einen Krümel Gras in der Hand hatte, wissen müsste.

 

Es kam, wie es kommen musste, andere Gäste beschwerten sich über die Geruchsbelästigung und eine Raumpflegerin verschaffte sich schließlich Zutritt zum Zimmer der Männer, um nach dem Rechten zu sehen. Die beiden befanden sich zu dem Zeitpunkt zwar nicht im Zimmer, aber das half ihnen auch nicht mehr. Die Polizei wurde verständigt, die Verdächtigen und ein Komplize, über den die Hotelbuchung lief, dürfen sich nun auf ein Verfahren einstellen.

Tja, die Cannabisanlage wäre wohl unentdeckt geblieben – wenn, ja, wenn sich der verantwortliche Grower nicht selbst bei der Polizei gemeldet hätte.

 

23 Cannabispflanzen plus Zubehör entdeckten die Kriminalbeamten bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung des Elmshorners. Doch aus welchem Grund hatte sich der 24-Jährige überhaupt selbst ans Messer geliefert? Als Rücktrittsgeschenk für Marlene Mortler? Wohl kaum. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, war der Grund ein ganz anderer: der junge Mann hatte diverse (vielleicht selbst hergestellte?) Düngemittel zusammengekippt, bekam es dann aber mit der Angst zu tun. Die Befürchtungen, versehentlich ein giftiges oder gar explosives Gasgemisch hergestellt zu haben, trieb den verunsicherten Cannabisfreund schließlich dazu, sich selbst ans Messer zu liefern.

 

Völlig zu Unrecht, wie sich kurz darauf herausstellte: denn die hinzugerufene Feuerwehr stellte fest, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung bestanden habe. Klingt nach einem klassischer Fall von Kiffer-Paranoia? Möglicherweise, doch ob der junge Mann zum Zeitpunkt des Notrufs akut berauscht gewesen ist, ist bisher unklar.

 

Seit März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist Deutschland für die Zulassung von Medikamenten und damit auch für Medizinalcannabis zuständig. Der Präsident der Behörde, Karl Broich, selbst Arzt und Psychiater, ließ nun in einem Interview mit dem Handelsblatt durchblicken, dass er die Ausgabe von Cannabisblüten nur für eine Übergangslösung halte und vielmehr Fertigarzneimittel, die (synthetische) Cannabinoide enthalten, als Weg der Zukunft sehe.

 

„Unser Ziel ist es, dass wir mehr cannabisbasierte Fertigarzneimittel bekommen“, so Broich. Dass er Cannabis als Medizin sowieso für überschätzt halte, verschleiert der Professor gar nicht erst: „Jedes regulär zugelassene Arzneimittel, das solche Nebenwirkungen zeigt, würden wir sofort vom Markt nehmen.“ Starker Tobak und unseres Erachtens nach die reinste Lüge! Gerade für jemanden wie Broich, der erst 2017 in das äußerst dubiose Zulassungsverfahren des Antidepressivums Zoloft verwickelt war. Die Linkspartei wirft Broich vor, als Gutachter zu einer Verschleierung möglicher Nebenwirkungen beigetragen zu haben, um einer möglichst schnellen Zulassung des Medikaments nicht im Wege zu stehen. Konkret ging es darum, inwiefern die Gabe des Medikaments Zoloft mit einer erhöhten Suizidrate unter den Patienten einhergehe und ob die zuständigen Gutachter (u. a. Broich) entsprechende Hinweise darauf in ihrer Bewertung gezielt übersehen hätten.

 

Broich selbst macht aus seiner eigentlichen Aufgabe aber eh keinen Hehl, betonte er doch auf einer Veranstaltung des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA): „Wir sehen uns als Partner der pharmazeutischen Industrie.“ Sinngemäß fügte er hinzu: was für die Pharmaindustrie gut ist, kommt auch dem Patienten zugute. Und da es der Pharmaindustrie leider nicht zugutekommt, wenn beispielsweise Epileptiker ihr eigenes Cannabis anbauen dürften, kann das für die Patienten natürlich auch nicht gut sein…

 

Da fragt man sich, wer ist hier eigentlich krank?

 

Einen erstaunlichen Fund machte die Waliser Polizei vergangenen Sonntag. Mitten auf dem Gehweg stolperten Beamte über einen verlassenen Kühlschrank. Das Seltsame daran: im Inneren des etwas lädierten Küchengeräts befand sich eine Cannabispflanze. Die Polizei geht von einem Straßenverkaufswert von einigen Hundert Pfund Sterling (ein Pfund Sterling entspricht etwa 1,16 Euro) aus, wundert sich dementsprechend über die lieblose Entsorgung.

 

Dem Foto nach zu urteilen, handelt es sich allerdings wohl eher um Erntereste von geringem Wert – Blüten sind jedenfalls nicht zu erkennen. Nichtsdestotrotz ist es natürlich durchaus riskant, die Überbleibsel eines Grows auf diese Art zu entsorgen – die Polizei kündigte bereits an das Fundstück genauestens zu untersuchen und die Anwohner zu befragen, um den Besitzer ausfindig zu machen.

Die Anbaulizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis auf deutschem Boden sind vergeben. Laut dem Handelsblatt haben jeweils die deutschen Ableger der kanadischen Produzenten Aphria und Aurora sowie das Berliner Unternehmen Demecan die Zuschläge erhalten. Insgesamt 13 Lose wurden unter den drei Firmen aufgeteilt.

 

Drei davon gingen nach Berlin, der Rest wurde zu gleichen Teilen an die Kanadier vergeben. Aphria wird den Anbau durch seine Tochter Nuuvera in einem riesigen 8000-Quadratmeter- Gewächshaus in Neumünster durchführen, wo derzeit noch medizinisches Chili die Hallen füllt. Insgesamt hatten sich 79 Firmen für die Lizenzen beworben. Näheres zu den Spezifikationen der Ausschreibung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt es hier.

 

Da nun aber theoretisch noch 10 Tage Zeit bleiben, um gegen die Vergabeentscheidung zu klagen, äußert sich das BfArM bisher noch nicht zu der Lizenzvergabe.

 

Branchenkenner gehen davon aus, dass trotz Anbaus in Deutschland auch weiterhin Cannabisimporte, zum Beispiel aus Kanada, nötig sein werden, um den Bedarf der deutschen Patienten decken zu können.

Dass Patienten in Deutschland seit März 2017 endlich die Möglichkeit haben, ihre Leiden legal mit medizinischem Marihuana zu lindern, ist natürlich per se eine gute Sache und war lange überfällig. Und natürlich kann es in der Anfangszeit einer medizinischen Legalisierung auch zu Problemen kommen – selbst im cannabisfreundlichen Kanada läuft nach der vollständigen Legalisierung noch bei weitem nicht alles rund. Einen schwarzen Markt weiß zu waschen ist eben eine ziemlich komplexe Aufgabe – sowohl juristisch, gesellschaftspolitisch als auch logistisch.

 

Leider gab es in Deutschland auch im Jahr 2018 noch immer gehörige Probleme mit der Cannabismedizin. Nachdem sich endlich immer mehr Ärzte dazu bereit erklärt hatten, Cannabis zu verschreiben, zeigte sich, dass es einfach viel zu wenig davon gibt bzw. viel zu wenig importiert wird. Vom Anbau in Deutschland ganz zu schweigen. Für die Kranken bedeutet das vor allem zusätzlichen Stress und Aufwand. Ein Patient aus Bayreuth, der seit vielen Jahren an Fibromyalgie und Borreliose leidet und Cannabis gegen seine chronischen Schmerzen verschrieben bekommt, musste erst kürzlich eine 200-Kilometer lange Fahrt auf sich nehmen, um seine verordnete 10-Gramm-Portion Medizinalblüten zu ergattern. Daraufhin fing der Mann an, selbst anzubauen, um sich unabhängig von Apotheken mit Marihuana versorgen zu können. 13 THC-arme Pflanzen (Gehalt: 1 %) zog er hoch – und wurde dabei erwischt.

 

Was diesen Fall nun so interessant macht ist, dass die zuständige Staatsanwaltschaft Bayreuth davon absieht, eine Strafverfolgung einzuleiten. Eigenmedikation ist hier das Stichwort, dass auch für andere Patienten durchaus bedeutsam werden könnte. Nach Wissen des Deutschen Hanfverbandes (DHV) ist dies der erste Fall, „in dem der Lieferengpass als Begründung für die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens“ genannt wird.

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder 2,60 Euro als E-Paper, beispielsweise bei United Kiosk oder für Kindle bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Cannabis-Extrakte Druck, Zeit und Temperatur: schon hat man die drei benötigten Voraussetzungen zum Pressen lösemittelfreier Konzentrate, besser bekannt unter dem Namen Rosin, beisammen. Unsere Titelstory verrät alles über Druck, Hitzepressen und empfehlenswertes Zubehör für die Produktion von Rosin.

 

 

Interview Open Mind / Simon Ruane – Über 200 Videos zu und über die verschiedensten Drogen, Tripberichte inklusive, wurden von Simon Ruane bereits bei YouTube veröffentlicht, über 400.000 Abonnenten folgen dem jungen Mann. Wir trafen uns mit ihm und haben mal ein ernstes Wörtchen mit ihm über seinen Drogenkonsum geredet...

 

 

Patientenbericht Morbus CrohnCannabis ist kein Allheilmittel, das garantiert jede Krankheit kuriert, wie manch Scharlatan behauptet, aber in manchen Fällen ist es auch tatsächlich die letzte Rettung. Wir schildern den Fall eines Cannabispatienten, erkrankt an Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmentzündung.

 

 

Musik Weed-Rapper Herzog: OG mit Herz Herzog, Deutschlands erster Rapper mit eigenem THC-haltigem Strain, veröffentlicht nächsten Monat sein viertes Album „OG mit Herz“. Wer zur Spannabis reist, kann ihn dort persönlich antreffen, für alle anderen haben wir stellvertretend mit ihm geplaudert...

 

 

Growing Gefahr im Garten Teil 8 – Im letzten Teil der Reihe Gefahr im Garten von Grow-Guru Mr. José stehen weitere Gefahren im Garten im Vordergrund, die nicht durch Tiere verursacht werden. Im Fokus stehen dieses Mal Algen und verschiedene Pilzerkrankungen, die gehörigen Schaden anrichten können.

 

 

Grow-Report Royal DwarfAch man würde ja so gerne. Nur ein bisschen Gras auf dem Balkon ziehen. An manchen Orten ist das ja sogar erlaubt. Warum nicht ein Bonsai-Bäumchen mit nur ein paar Gramm dran, ganz zweifelsfrei Eigenbedarf? Taugen solche Sorten? Autorin Alice Wunder hat zum Test Royal Dwarf auf dem Balkon blühen lassen.

 

 

Weitere Artikel TV-Tipp: Murder Mountain ++ News: 79 Firmen im Kampf um die Anbau-Lizenzen für Deutschland ++ Goodies: CBD-Test.ch ++ High Court: § 31 BtMG: Verräter-Paragraph oder sinnvolle Regelung? ++ Sortenportrait: Herz OG ++ uvm.

Spätestens im Juni soll es endlich so weit sein: die Zuschläge für das (erneute) Ausschreibungsverfahren der deutschen Cannabisagentur sollen erteilt werden. Diesmal aber wirklich.

Das Interesse an den Anbaulizenzen ist wieder groß: wie Anfang der Woche bekanntgegeben wurde, nehmen 79 Unternehmen bzw. Bieter am Bewerbungsverfahren teil, mit dem Ziel, Ende des Jahres 2020 die erste legale medizinische Cannabisernte auf deutschem Boden einzufahren. Nachdem sich mehr und mehr gezeigt hatte, dass die benötigte Menge an Marihuana von staatlicher Seite stark unterschätzt wurde, umfasst die Ausschreibung nun 10,4 statt 6,6 Tonnen Cannabis, wie es in der ersten Runde noch der Fall war. Diese 10,4 Tonnen sollen nach Meinung der Cannabisagentur den Vorrat für vier Jahre abdecken. Das entspricht einer Menge von 2,6 Tonnen pro Jahr, die auf 13 Lose zu je 200 Kilogramm aufgesplittet werden. Mehr zum Thema Anbaulizenzen gibt es hier.

Noch ist fraglich, ob im zweiten Versuch endlich alles rund läuft und die Lizenzen auch tatsächlich vergeben werden. Falls nicht, immer mehr fortschrittliche Länder (wie zum Beispiel Kanada und neuerdings auch Israel) warten nur darauf, ihr Cannabis zu exportieren. In etwa 80.000 Fällen hatten deutsche Ärzte ihren Patienten in der ersten Hälfte des Jahres 2018 Cannabis verschrieben.

Die kanadische Firma Nuuvera richtet sich im norddeutschen Neumünster offenbar heimisch ein. Der Cannabisproduzent hat gerade die Bodenarbeiten für eine 8000 Quadratmeter große Aufzuchthalle abgeschlossen. Da der Anbau von Medizinalcannabis in Deutschland ja bekanntlich immer noch nicht geregelt wurde, wird das Unternehmen dort vorerst Chili zu medizinischen Zwecken (beispielsweise für Wärmepflaster) hochziehen.

 

Nuuvera spekuliert auf gute Chancen bei der Neuauflage des Auswahlverfahrens für die Lizenzvergabe für den Cannabisanbau in Deutschland, nachdem es die Kanadier bereits in der letzten Runde unter die letzten zehn Bewerber (von insgesamt 120) geschafft hatten. Sollte der Plan aufgehen, soll die Produktion in Neumünster von Chili auf Cannabis umgestellt werden – beide Pflanzen haben im Anbau ähnliche Bedürfnisse. Das erneute Auswahlverfahren soll im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden, spätestens dann soll klar sein, ob in Neumünster das erste Cannabis aus deutscher Produktion wachsen wird.

Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Nach den Querelen der letzten eineinviertel Jahre rund um den legalen Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland, wurde nun eine neue Runde eingeläutet – und zwar eine neue Ausschreibungsrunde!

 

Seit dem 10. März 2017 ist Cannabis in Deutschland als Medikament zugelassen. Zwar sind bis jetzt erst wenige Zehntausende als Patienten zugelassen, aber das bedeutet trotzdem, dass die Kilos nicht so schnell rangeschafft werden können, wie sie verbraucht werden.

 

Da bislang kein Anbau von Cannabis in Deutschland möglich ist (man lasse sich diesen Satz auf der Zunge zergehen: natürlich wäre er möglich, ein bisschen Erde und eine Gießkanne vorausgesetzt...), setzen die Apotheken also auf Importe.

 

Dies klappt aber nur leidlich und Lieferschwierigkeiten standen mehr oder weniger von Anfang an auf der Tagesordnung – diese seien nun angeblich behoben, meldete die Bundesregierung vergangenen Monat. Aber das ist auch dieselbe Bundesregierung, die behauptet, dass zwei, zweieinhalb Tonnen medizinisches Marihuana jährlich genügen würden, um den Bedarf der deutschen Cannabispatienten zu decken.

 

Um immerhin diese Menge statt durch Importe durch den Anbau im eigenen Land sicherzustellen, startete das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergangenes Jahr eine Ausschreibung. Doch das Vergabeverfahren benachteiligte viele Firmen extrem, vor allem diejenigen aus Deutschland. So wurde gegen das Verfahren geklagt, das seitdem auf Eis lag.

 

Geklagt wurde gegen die vorausgesetzten Erfahrungswerte beim Anbau, die zu kurzen Fristen bei der Suche nach einem geeigneten ausländischen Partner, fragwürdige Verpflichtungserklärungen ausländischer Unternehmen, fehlerhafte Referenzbewertungen ausländischer Unternehmen sowie die mangelhafte Transparenz bei den Zuschlagskriterien.

 

Hauptproblem deutscher Firmen, die sich für den medizinischen Cannabisanbau bewerben wollten, war, vereinfacht ausgedrückt, dass man nachweisen musste, (mindestens) schon einmal erfolgreich medizinisches Cannabis produziert zu haben. Für deutsche Firmen natürlich ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Doch das war für das zuständige Oberlandesgericht kein Problem und nicht zuletzt die Klage gegen diese nicht erfüllbare Anforderung – die bedeutet, dass sich deutsche Firmen nicht ohne internationale Partner, die bereits fest im legalen Cannabishandel etabliert sind, für den Anbau im eigenen Land bewerben dürfen – wurde abgewiesen. Einzig der Klage gegen die zu kurzen Fristen wurde stattgegeben, was einen Stopp des Vergabeverfahrens zur Folge hatte.

 

Heute wurde nun vom BfArM bekanntgegeben, dass die neue Ausschreibung für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken veröffentlicht wurde, die hier eingesehen werden kann. Die Ausschreibung umfasst ein Gesamtvolumen von 10.400 Kilogramm Cannabis, verteilt auf vier Jahre mit jeweils 2.600 Kilogramm.

 

Das BfArM plant die Zuschlagserteilung in diesem neuen Ausschreibungsverfahren für die erste Jahreshälfte 2019. Die neue Ausschreibung sieht 13 Lose zu je 200 Kilogramm Jahresmenge in einem Zeitraum von vier Jahren vor. Nach den Ausschreibungsbedingungen kann ein Bieter maximal für fünf Lose einen Zuschlag erhalten.

 

Insofern ist vorgesehen, mit mindestens drei Bietern jeweils einen Vertrag über Anbau, Ernte, Weiterverarbeitung und Lieferung von Cannabis in standardisierter pharmazeutischer Qualität zu schließen. Unternehmen, die den Zuschlag erhalten, müssen dann den Anbau unter betäubungs- und arzneimittelrechtlichen Vorgaben umsetzen.

 

Bei erfolgreichem Ablauf geht das BfArM davon aus, dass Cannabis voraussichtlich ab 2020 aus dem Anbau in Deutschland zur Verfügung stehen wird. Der Import von medizinischem Cannabis nach Deutschland wird auch über diesen Zeitpunkt hinaus rechtlich grundsätzlich möglich sein.

 

Bleibt die große Frage: was ist im neuen Verfahren mit deutschen Unternehmen? Tja, da sieht es wieder eher schlecht aus. Weiterhin muss ein gewisses Anbauvolumen aus der Vergangenheit nachgewiesen werden – der Deutsche Hanfverband prüfte augenblicklich die Möglichkeit, den Anbau einer anderen Heilpflanze statt von Cannabis als Referenz bei der Bewerbung anzuführen. Ergebnis:

 

„Anstelle einer Cannabis-Referenz laut Unterpunkt 4.3.2 kann auch ,mindestens eine Anbau- und eine Verarbeitungs-Referenz gemäß Ziffer 4.2.‘ genügen, um sich an der Ausschreibung zu beteiligen! Unter 4.2 wird neben der Cannabisreferenz auch die Referenz zum Anbau von Arzneipflanzen genannt. Damit scheint es so, dass eine Beteiligung an der Ausschreibung auch für Firmen möglich ist, die nie legal medizinisches Cannabis angebaut haben, dafür aber Arzneipflanzen. Das BfArM wollte uns diese Interpretation auf Anfrage nicht bestätigen, dementiert sie allerdings auch nicht!“

 

So oder so bedeutet dies also auch weiterhin, dass man einen legalen Anbau von medizinischem Marihuana für den deutschen Markt vergessen kann, sollte man nicht zufällig im Besitz eines pharmazeutischen Betriebs sein, der bereits Arzneipflanzen produziert. Und nein: eure Zelte gelten leider nicht...

 

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