Eine derart ordentlich hergerichtete und gepflegte illegale Cannabis-Aufzucht sieht man selten.

 

Bereits beim ersten Blick auf das Polizeifoto der mehr als 2.500 Pflanzen umfassenden Anlage in Hennef wird klar, dass hier jemand wusste, was er tut. Durch einen Hinweis kamen die Ermittler auf die heiße Spur einer vermeintlich leerstehenden Fabrikhalle. Die Betreiber konnten bisher nicht dingfest gemacht werden, eine polizeiliche Überwachung blieb bis auf weiteres ergebnislos. Die Pflanzen, denen von polizeilicher Seite ein siebenstelliger Verkaufswert beigemessen wird, werden nun leider unter behördlicher Aufsicht vernichtet. Welch eine Verschwendung!

 

Für die Beamten ist es der zweite große Erfolg in der 50.000-Einwohner-Stadt Hennef im Rhein-Sieg-Kreis in kurzer Zeit: erst vergangene Woche wurde eine beachtliche Cannabis-Anlage mit etwa 1.000 Pflanzen im Stadtteil Bröl entdeckt.

Der Gründer des weltberühmten „Cirque du Soleil“, Guy Laliberté, wurde Presseangaben zufolge in Französisch-Polyniesien von der Polizei festgenommen. Der Grund: Cannabisanbau in „beträchtlichem“ Ausmaß. Denn wie es sich für einen Milliardär gehört, fand der Anbau nicht etwa im heimischen Schuppen oder im Growzelt statt, sondern auf der eigenen Privatinsel.

 

Das Atoll mit dem Namen Nukutepipi umfasst eine Fläche von 0,6 Quadratkilometern und ist mitten im Pazifischen Ozean gelegen. Der 60-Jährige kaufte sich das ausgesprochen idyllische Stück Land im Jahr 2007. Seitdem vermietet er es für knapp 200.000 Dollar pro Woche an gut betuchte Erholungssuchende und nutzt offenbar einen Teil der Fläche zum Anbau von medizinischem Cannabis, das ausschließlich für „streng persönliche“ Zwecke bestimmt gewesen sei (so das offizielle Statement). Ganze elf Gärtner sollen sich um die Outdoor-Anlage gekümmert haben, von daher ist davon auszugehen, dass der Kanadier ziemlich ausgeprägte Ansprüche an seinen persönlichen Bedarf stellt.

 

Aber auch wenn mit der Cannabisgesetzgebung von Französisch-Polynesien eigentlich nicht zu spaßen ist (es gelten die rigiden französischen Gesetze), kann man davon ausgehen, dass der Beschuldigte aufgrund seiner Beziehungen und seiner finanziellen Möglichkeiten (glücklicherweise) mit einer verhältnismäßig milden Strafe davonkommen wird.

 

 

Außergewöhnlicher Fund in London: durch Zufall entdeckte die Polizei dort eine millionenschwere Cannabisanlage – und zwar unter einem alten Broadway-Theater. Dabei hatte die Angelegenheit, wie so oft, vergleichsweise unspektakulär begonnen.

 

Besorgte Nachbarn hatten der Polizei einen Einbruchsversuch in ein Haus in Deptford, im Südosten der britischen Hauptstadt gemeldet. Vor Ort trauten die Beamten ihren Augen nicht: im Boden einer Toilette im Untergeschoss entdeckten sie den Zugang zu einem gewaltigen Tunnel, der sich unter einem Privatparkplatz herführend bis in die Kellerräume des nebenstehenden Gebäudes erstreckte. Der Gang endete in einem riesigen heruntergekommenen Saal, die Überreste eines Broadway-Theaters mit 750 Sitzplätzen, das 1897 erbaut und Anfang der 1960er-Jahre wieder geschlossen worden war.

 

Leider geizt die britische Presse (möglicherweise aus ermittlungstaktischen Gründen) mit Details zur Cannabis-Anlage, doch nach Aussagen der ermittelnden Detectives ist es wahrscheinlich, dass die Anlage ein Jahrzehnt lang zum Anbau genutzt wurde. Die Beamten schätzen, dass die Anlage den Betreibern, über deren Verbleib bisher nichts bekannt ist, etwa vier Millionen Britische Pfund im Jahr eingebracht haben dürfte.

Und wieder zwei junge Lebensläufe zerstört – das Landgericht München bleibt der harten süddeutschen Linie in Puncto Cannabis treu und schickt zwei 21-Jährige für mehrere Jahre in Jugendhaft (die Täter waren zur Tatzeit noch Abiturienten). Die jungen Männer, die Pressemeldungen zufolge aus gutbürgerlichem Hause stammen, mussten sich vor dem Richter wegen eines Guerilla-Grows verantworten. Etwa 190 Pflanzen hatten sie in einem Maisfeld, das vom Vater einer der Täter verpachtet wurde, hochgezogen. Die „merkwürdigen“ Pflanzen zwischen dem Mais fielen jedoch einem Jäger auf, der, wie könnte es anders sein, umgehend die Polizei alarmierte.

 


Zuvor hatten die Angeklagten bereits ein halbes Kilo abgeerntet und es zum Preis von rund 1000 Euro (laut Augsburger Allgemeine) verkauft. Bevor die Geschäfte der Cannabisbauern aber so richtig Fahrt aufnehmen konnten, wurde die Pflanzung von der Polizei begutachtet und vernichtet. 60 Kilogramm Blütenmaterial sicherten die Beamten, geschätzt auf einen Straßenverkaufswert von 600.000 Euro. Einer der drei Grower, der mit dem Traktor zur Anlage aufgebrochen war, wurde sogleich von den Ordnungshütern bis auf Weiteres in Gewahrsam genommen. Es dauerte nicht lange, bis die Polizei auch auf die anderen beiden Täter stieß.

 

Am Flughafen München wurden die beiden bei ihrer Rückkehr aus Spanien verhaftet. Dort hatten sie in einer Hippie-Kommune weitere zwei Kilo Cannabis erworben und mithilfe eines Kuriers nach Deutschland schmuggeln lassen. Diese zusätzliche Verfehlung hat wohl zu dem angesichts der verhältnismäßig geringen tatsächlich verkauften Menge hohen Strafmaß beigetragen: die beiden Haupttäter bekamen jeweils Jugendhaftstrafen von vier bzw. dreieinhalb Jahren aufgebrummt, der Dritte im Bunde wurde wegen Beihilfe zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

 

Es bleibt zu hoffen, dass es den beiden 21-Jährigen gelingt, nach der Haftstrafe wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Wer weiß, vielleicht wird Cannabis in Deutschland legal sein, wenn sie in einigen Jahren wieder auf freien Fuß gesetzt werden

Noch kürzlich berichtete Highway über das neue Hanfbier aus dem Hause der Oettinger-Brauerei, da flattert schon die nächste Meldung bezüglich der Verflechtung Brauerei- und Cannabisindustrie ins Haus. Demecan, ein deutsches Start-up aus Berlin mit Lizenz zum medizinischen Cannabisanbau, konnte in einer Finanzierungsrunde sieben Mio. Euro einsammeln, die für den Auf- und Ausbau der firmeneigenen Plantage in der Nähe von Dresden genutzt werden sollen. Ende 2020 sollen dort dann die ersten Pflanzen geerntet werden und die Deutsche Cannabisagentur sagte bereits zu, zwischen 600 und 900 Kilogramm Medizinalcannabis pro Jahr aufkaufen zu wollen.

 

Doch woher kommen die Millionen, mit denen die Produktion so richtig ins Rollen gebracht werden soll? Zu einem großen Teil wohl aus der Tasche der Krombacher-Brauerei, die unter dem Deckmantel einer Beteiligungsgesellschaft unter der Leitung von Bernhard Schadeberg, Chef der populären Brauerei aus Nordrhein-Westfalen, die Investition tätigte. Demecan, Tochterfirma des kanadischen Produzenten Wayland, konnte sich im Kampf um die begehrten medizinischen Anbaulizenzen durchsetzen. Auch bei den anderen Firmen, die Zuschläge erhielten, handelt es sich um Ableger kanadischer Unternehmen.

Schön, dass sich so langsam aber sicher die Vernunft im gesellschaftlichen Umgang mit Cannabis durchsetzt, und das auf der ganzen Welt! Sehnsuchtsort und weltweit beliebtes Reiseziel Australien macht sich nun als nächste Nation daran, zu legalisieren. Allerdings nur Stück für Stück, denn vorerst wird die Neuregelung, die im Januar 2020 in Kraft treten wird, „nur“ die Landeshauptstadt Canberra betreffen. Für die Bewohner des sogenannten ACT (Australian Capital Territory) wird es ab nächstes Jahr erlaubt sein, bis zu 50 Gramm Marihuana für den privaten Konsum zu besitzen, pro Person dürfen zwei Pflanzen angebaut werden, pro ganzem Haushalt vier. Der Konsum in der Öffentlichkeit und in der Nähe von Kindern bleibt untersagt, wer growt, muss darauf achten, dass Kinder keinen Zugang zur Anlage haben.

 

Vater des Gesetzentwurfes ist der Labour-Abgeordnete Michael Pettersson, dessen Bestreben es eigenen Angaben nach ist, keine Lebensläufe mehr wegen kleiner Mengen Cannabis zu ruinieren. Vernünftiger Ansatz! Jetzt gilt es nur noch, die Regelung am besten eher früher als später auf das ganze Land zu übertragen. Denn laut dem Commonwealth Law, das für alle australischen Staaten gilt, ist Cannabis eigentlich nach wie vor verboten.

Auf einem schwer einsehbaren Grundstück nahe Wangen fanden Polizeibeamte mehrere Hanfpflanzen mit einer beachtlichen Größe von bis zu 3,5 Metern. Bei dem Besitzer und Bewohner handelt es sich um einen 85-jährigen Mann, der angab, die Pflanzen seien aus den Resten von Vogelfutter rein zufällig und ohne sein Zutun gewachsen. Bekannte des Senioren hatten den Mann davor gewarnt die Pflanzen einfach sprießen zu lassen.

 

Doch dem Hanf-Opa war das egal, er mochte die Pflanzen und statt sie abzuschlagen, hegte und pflegte er sie nach bestem Wissen und Gewissen. Ob die Geschichte des Verdächtigen so stimmt, bleibt unklar, wilder Hanf aus Vogelsamen ist jedenfalls keine Seltenheit, alte Menschen, die ein paar Pflanzen zur Schmerzlinderung hochziehen aber natürlich auch nicht. Wer sollte es ihnen auch verdenken? Ach ja, der deutsche Staat zum Beispiel, der auch in diesem Fall hart blieb und Polizisten schickte, um die Gewächse restlos abzuernten und dem Rentner ein Ermittlungsverfahren anzuhängen...

Die Titelstory der aktuellen Highway-Ausgabe beschäftigt sich mit dem Themenkomplex des unauffälligen Anbaus. Denn viel zu oft werden durch die Nichtbeachtung einfachster Sicherheitsmaßnahmen ohne Not Unbeteiligte auf die Cannabis-Anlage aufmerksam gemacht, die sich anschließend nur allzu oft dafür entscheiden, die Polizei zu informieren. Es kann allerdings auch ganz anders laufen und die Entdeckung einer Pflanzung auf sehr überraschendem, gar kuriosem Wege geschehen. Regelmäßige Leser des Highway-Magazins werden nur zu gut verstehen, was gemeint ist.

 

Der heutige Fall gehört auf jeden Fall in die letztere Kategorie, wenn auch hier wohl ebenso eine große Portion Leichtsinn auf Seiten der Grower im Spiel gewesen ist. Die diesjährige Vuelta, eines der wichtigsten Radrennen der Welt, sozusagen die spanische Version der legendären „Tour de France“, erlebte vergangenen Samstag ihre achte Etappe, die Route führte durch die nahe Barcelona gelegene Stadt Igualada. Radsportfans wissen, dass die TV-Berichterstattung eines solchen Events auf mit dem Hubschrauber aufgenommene Bilder aus der Vogelperspektive setzt, um das Fahrerfeld und die teilweise spektakulären Landschaften adäquat einzufangen und dem Zuschauer einen optimalen Überblick über das Renngeschehen zu verschaffen. So natürlich auch bei der Fahrt quer durch Igualda. Aufmerksamen Zuschauern rund um den Globus fielen dabei merkwürdige Pflanzen auf dem Dach eines Hauses auf, das unmittelbar am Rand der Rennstrecke lag.

 

Es dauerte nicht lange, bis die entsprechenden Szenen viral gingen und die Polizei Wind von der Sache bekam, das besagte Haus auf- und durchsuchte, und bestätigte, dass es sich tatsächlich, wie bereits vermutet, um Cannabispflanzen handelte. Etwa vierzig Gewächse wurden beschlagnahmt, zu einer Anzeige kam es allerdings nicht, da bisher keiner der Betreiber aufgefunden werden konnte.

Immer Ärger mit den Nachbarn! Jeder, der Cannabis anbaut weiß: neben technischen Unfällen stellen die eigenen Nachbarn oft den größten Risiko-Faktor dar. Ein nerviges Surren hier, ein merkwürdig würziger Geruch dort, und die Polizei ist schneller alarmiert, als man „Denunziant“ buchstabieren kann.

 

Doch egal, wie sorgfältig man die Cannabisanlage einrichtet und betreibt, es bleibt immer das Restrisiko Zufall. Das musste nun ein Grower aus Hürth am eigenen Leib erfahren. Doch der Reihe nach: einem 66-jährigen Nachbarn wurde es mit dem Unkraut in der Hauseinfahrt zu viel, deshalb beschloss er dem Gewächs mit einem Brenner auf die Pelle zu rücken. Unglücklicherweise fing dabei nicht nur das Unkraut Flammen, sondern auch ein Teil der Fassadendämmung des Hauses. Die Feuerwehr wurde gerufen, untersuchte das Haus von oben bis unten und entdeckte in der Dachwohnung die Cannabisanlage des erwähnten Cannabisliebhabers und Growers. Die 50 Pflanzen seien nach Angaben des 29-Jährigen ausschließlich für den Eigenanbau gedacht gewesen.

Normalerweise ist sie es, die eine Cannabisplantage aberntet und abtransportiert, doch in diesem Fall, der sich Anfang der Woche in Hessen abspielte, läuft für die Polizei alles anders herum. In der Nacht zum Montag verschafften sich Unbekannte Zutritt zu einem 60 Quadratmeter großen Cannabisfeld, rissen die Pflanzen heraus, schnitten sie ab und luden sie in einen Lieferwagen, mit dem sie, nachdem sie die komplette Anbaufläche dem Erdboden gleichgemacht hatten, vom Schauplatz des Diebstahls flüchteten.

 

Dass sich nun die Polizei tatsächlich einmal mit der Wiederbeschaffung und nicht mit der Vernichtung von Hanfpflanzen beschäftigen muss, mag für den Cannabisliebhaber zwar eine amüsante Randnotiz darstellen, der hessische Jungbauer, dem die Pflanzen gehörten, hat hingegen wenig Grund zur Freude. Auf zwölf Hektar Ackerfläche hatte der Landwirt im April Nutzhanf gesät, auf der geplünderten Fläche wuchs eine spezielle, CBD-reiche Sorte, von der er sich besonders viel versprochen hatte. Der entstandene finanzielle Schaden wird auf etwa 50.000 – 100.000 Euro geschätzt. Was genau die Diebe mit den geraubten Pflanzen vorhaben, ist fraglich. Daran berauschen können sie sich jedefalls nicht.