Na, wer von euch hat denn auch schon wieder so richtig Bock auf Weihnachten?

 

Okay, okay, wahrscheinlich eher die Minderheit, schließlich ist erstens noch fast Sommer und zweitens ist das familiäre Fressfest auch immer ganz schön anstrengend, zumindest, wenn man seine Familie anstrengend findet. Und trifft das nicht auf uns alle irgendwie zu?

 

Aber Weihnachten hat natürlich auch seine guten Seiten, die Ferien zum Beispiel oder den obligatorischen Adventskalender. Jeden Morgen erst mal ein kleines Geschenk, das macht Laune und erleichtert das frühe Aufstehen bzw. überhaupt irgendwann mal aufzustehen. Vor allem, wenn der Kalender so randvoll steckt mit den verschiedensten Hanf-Produkten, wie die neuen Adventskalender des Hanf Magazins. Ja, ihr habt richtig gelesen, in diesem Jahr wird es gleich mehrere Kalender geben, da wird bestimmt jeder Typ Cannabisfreund fündig. Egal ob Stoner, Grower oder Hanf- und CBD-Enthusiast, hier ist für alle etwas dabei.

 

Den klassischen Hanf-Kalender, der mit der letztjährigen Ausgabe vergleichbar ist und der von Lebensmitteln bis Kosmetika alles mögliche enthält, wo Hanf oder CBD draufsteht, gibt es übrigens in diesem Jahr in gleich zwei Ausführungen: die große, aufklappbare Gold-Version enthält nach Angaben des Herstellers Produkte im Warenwert von stolzen 700 Euro, die Silber-Variante immer noch für lohnenswerte 230 Euro. Versprochen werden Waren von namhaften Herstellern wie Marry Jane CBD, Vaay, Hans Brainfood, Hempamed und vielen weiteren.

 

Neu sind in diesem Jahr auch die Kalender für Stoner und Grower, die, wie die Bezeichnungen schon charmant unsubtil andeuten, vollgestopft sind mit Head- und Growshop-Artikeln, von Herstellern wie Black Leaf, Lumatek, Piecemaker, Bio Nova und Dipse. Gekrönt wird das Ganze mit einem einzigartigen Verpackungsdesign von Illustrator und Karikaturist Steve Stoned.

 

 Oben der Grower-Kalender, unten der für Stoner

 

Jeder der vier Kalender wird limitiert sein, schnell zuschlagen lohnt sich also. Mit dem Kauf eines Kalenders erhält man außerdem die Möglichkeit, an der großen Silvester-Tombola des Hanf Magazins teilzunehmen, die mit Preisen im Gesamtwert von 30.000 Euro aufwarten kann. Zu den Kalendern wird des Weiteren eine App gehören, mit deren Hilfe man sich über die Verwendungsmöglichkeiten der einzelnen Produkte informieren kann, was natürlich besonders dann Sinn macht, wenn man vor hat, das gute Stück an Freunde oder Verwandte zu verschenken, die bisher nur wenige Berührungspunkte mit dem Thema hatten.

 

Derartig ausgerüstet kann man sich dann im Dezember ganz entspannt zurücklehnen und selbst wenn Großtante Renate wieder einmal etwas zu tief ins Eierlikör-Glas geschaut hat und ihre beste Tom-Jones-Interpretation auspackt, dann gönnt man sich einfach ein paar beruhigende CBD-Tropfen aus dem Hanf-Kalender. Und vielleicht, aber nur vielleicht, schunkelt man ja insgeheim doch ein bisschen mit...

Und wieder eine Cannabis-Anlage, die es leider nicht geschafft hat. Im Stadtteil Lank-Latum in Meerbusch zwischen Düsseldorf und Krefeld wandte sich der Vermieter eines Einfamilienhauses an die Polizei, nachdem er bei einem Besuch des Objekts starken Cannabisgeruch und abgeklebte Fenster bemerkt hatte. Da wird man als Eigentümer natürlich schnell mal ein bisschen nervös, zumal das Haus erst seit Anfang dieses Jahres belegt gewesen sein soll.

 

Im Inneren des Wohnhauses fanden die Beamten dann auch tatsächlich etwa 700 Pflanzen, die, nach dem Polizeifoto zu urteilen, gerade erntereif waren oder zumindest kurz davor standen. In Presseberichten wird die Ausstattung der Pflanzung als professionell beschrieben, inklusive einer extra verlegten Starkstromleitung für das Belüftungs- und Beleuchtungssystem. Ersteres war dann wohl aber trotzdem nicht leistungsfähig genug, um eine Enttarnung zu verhindern. Das Abkleben der Fenster, die vielleicht kontraproduktivste aller Vorsichtsmaßnahmen, hat sich in diesem Fall einmal mehr als fatal für den Anlagen-Betreiber erwiesen. Zur Lage des Gebäudes äußerte sich die Polizei in nichtssagender Weise: weder befinde es sich abgelegener Lage noch in belebter Nachbarschaft.

 

 

Anfang Juni traf sich die Highway- Redaktion – natürlich mit anderthalb Metern Abstand – mit Philipp Frost, der durch die Erfindung der Hazelbox Teil der legalen Unternehmer, die Grow-Zubehör anbieten, geworden ist. Wie ist das so, dazu noch wenn man sein Geschäft in Bayern unterhält? Wir möchten mehr über ihn und sein Geschäft in Erfahrung bringen. Dazu gehört natürlich auch sein Produkt, das im Lauf der Zeit immer weiter entwickelt wurde – ein abschließbarer und möglichst leicht zu bedienender Growschrank, über dessen erstes Modell wir in der Erstausgabe von Highway vor bald fünf Jahren berichteten. Stilecht um 16:20 Uhr beginnt das Interview auf dem Throne of Weed...

 

Hallo Philipp, du bist Anfang 30, Gründer und Erfinder der Hazelbox, einem Grow-Schrank für Zuhause, und damit selbstständig auch im legalen Cannabusiness unterwegs. Erzähl uns doch, wie kam es dazu? 

Also ich fand es schon immer sehr interessant, zuhause eigene Früchte anzubauen, und hab das auch bei Freunden gesehen. Und ich habe mir gedacht, das kann doch eigentlich nicht sein, dass es da nicht einfach einen Kasten für gibt, mit dem man sofort loslegen kann, ohne sich selbst ein Set zusammenzustellen und eventuell noch was löten zu müssen oder so. Ich hab da mal ein bisschen in den Shops geschaut und hab gemerkt, dass man da auch ein gewisses Vorwissen braucht und dachte, das muss doch auch besser gehen. 

Wann war das? 

Angefangen mir Gedanken zu machen, habe ich so im Jahr 2013. Und zu der Zeit habe ich auch noch in einem WG-Zimmer gewohnt. Das heißt, ich hatte dabei auch die Überlegung: was ist, wenn ich mal nicht zuhause bin und Besuch in der Wohnung ist, kann man das auch irgendwie abschließen? So habe ich darüber nachgedacht, was sind denn so die Sachen, die die Leute von der Eigenversorgung abhalten? Thema Lautstärke, Thema Geruch, Thema Auffälligkeit, also dass da so ein komisches Zelt dann steht. Normalerweise geht ja auch kein Fremder einfach an einen Schrank dran, aber bei einem Zelt mitten im Raum kommen vielleicht schon Fragen auf. Diese ganzen Probleme haben wir versucht wegzubekommen und ein einfaches System für Leute zu entwickeln, die sich gar nicht so lang mit der technischen Thematik auseinandersetzen wollen oder können. Daraus ist dann die erste Version der Hazelbox entstanden – und die ist jetzt seit 2015 am Markt.

Welcher Aspekt war für dich der dringlichste an einer neuen Growschrank-Lösung? Das All-in-one-Paket? 

Ja schon, das hat sich Schritt für Schritt entwickelt, in der ersten Hazelbox war das noch nicht ganz so gegeben. Es war zwar schon etwas einfacher als bei einem Growzelt, aber man musste schon noch beispielsweise den Aktivkohlefilter und den Lüfter verbinden und die Lampe einzeln einhängen, bevor man starten konnte, also da waren auch schon noch ein paar Schritte nötig. Ich habe am Anfang teilweise auch noch mit einem kleinen Caddy selbst ausgeliefert und gesehen, dass die Kunden nicht nur aus 18-Jährigen Skatern mit Baseballcaps bestehen. Eine frühe Kundin war eine Dame über 60, die mit der Inbetriebnahme nicht ganz zurechtkam und da habe ich überlegt, wie man es noch einfacher gestalten kann, Stichwort All-in-one. Da haben wir mit den Kollegen von Lientec in Quickborn, die mit uns schon von Anfang an zusammenarbeiten, die Hazelbeam 2 entwickelt, die seit zwei Jahren auch automatisch in der neuen Hazelbox-Variante verbaut ist. 

Was darf man sich darunter vorstellen? 

Die Hazelbeam 2 ist ein komplettes System, das es so vorher noch nie gab und bei dem du Lüfter, Aktivkohlefilter, Timer und LED in einem verbaut hast.

Also in dem Fall ist kein Schrank drumrum? 

Sie ist zwar auch in unserer Hazelbox, unserem abschließbarem Growschrank, als Herzstück enthalten. Aber man kann sie auch autonom sehen und verwenden. Man könnte sie also auch einem Zelt oder einem alten Holzschrank verwenden, weil die Hazelbeam 2 einfach alles für einen macht, was man da so braucht – Luftdurchsatz, Filterung, Licht in verschiedenen Phasen vorprogrammiert, sodass man da keine verschiedenen Lampen oder Zeitschaltuhren bemühen muss und so weiter. Man muss im Prinzip die Hazelbeam nur einhängen, Netzstecker rein – und los geht’s. 

 

Hazelbox-Modelle im Vergleich (Klicken zum Vergrößern)

 

Wo kommen eure Kunden her? Was sind das so für welche, du sagtest gerade schon, ganz so klassisch (männlich, um die 20, Joint im Mund) wäre die Klientel nicht? 

Richtig, richtig, das sind weniger Skater in ihren Zwanzigern, die sich mal nebenbei so eine Box bestellen, grundsätzlich sind es eher Leute, von denen man gar nicht erwarten würde, dass sie sich mit dem Thema Eigenanbau daheim beschäftigen. Viele Leute, die eher im Alter meiner Eltern sind. 

Und sind die eher auf Anonymität bedacht oder gibt es persönlichen Kontakt? 

Also ausliefern tun wir seit geraumer Zeit europaweit mit Spedition, da kommt nicht mehr so viel Kontakt zustande. Aber dass sich da mal einer Sorgen macht wegen Datenschutz oder ähnlichem, das ist vielleicht einer von Zweihundert Fällen. Von Kundenseite kommen da eigentlich keine Bedenken oder Fragen in die Richtung. Wir haben aber auch eine sichere Seite, es gab noch nie Probleme. Wir achten sehr auf den Datenschutz, alle Daten werden nach Abschluss der Bestellung gelöscht. Der Kunde hat nur eine Kundennummer für Garantiezwecke. Newsletter wird man auch keinen bekommen. 

Wozu wird die Hazelbox eigentlich alles so genutzt – in manchen europäischen Staaten ist die Gesetzgebung ja auch lockerer, wird da viel Cannabis mit angebaut? 

Ja, das Thema Eigenanbau hat tatsächlich eine riesige Bandbreite. Urban Gardening, alles mögliche einfach zuhause anbauen, das ist natürlich mit der Hazelbox möglich. Wir hatten auch schon Universitäten als Kunden, um Kreuzungen zu züchten. Im befreundeten Ausland, wo die Gesetze es schon ermöglichen, sich seine tropischen Pflanzen mit erhöhtem Energiebedarf in kleinerer Stückzahl zu halten, wird die Box natürlich auch dafür genutzt. 

 

 

Eigenanbau in Europa (Klicken zum Vergrößern)

 

 

Und was Cannabis angeht – rauchst du es auch? 

Ja, ich bin seit 2017 Cannabispatient und fühle mich sehr gut damit. Derzeit kämpfe ich darum, dass die Kostenübernahme durch meine Krankenkasse gewährleistet wird.  Fährst du Auto, wenn du geraucht hast?  Bei mir ist es so, dass ich am Tag zuvor geraucht haben darf, nach dem Konsum selbst fahre ich nicht mehr Auto. 

Firmen- und Wohnsitz hast du in München. Spürst du da Vorbehalte der Behörden oder Institutionen gegenüber dir persönlich oder gegenüber der Firma? Und glaubst du, es wäre ein Unterschied, wenn du in einer anderen Stadt wie Hamburg oder Frankfurt wärst? 

Überhaupt nicht, muss ich sagen, was ich anfangs auch echt anders erwartet hätte. Man muss ja auch mit den verschiedensten Leuten zusammenarbeiten. Neulich sind wir beispielsweise in ein größeres Lager umgezogen, der Vermieter ist auch eher ein älterer Herr. Der hat sich aber unsere Website angeschaut und gesagt: „Sauber, das ist eine gute Idee, herzlich Willkommen!“ Und wir haben sofort die Halle bekommen. Ja irgendwie ist es fast schon so, als wäre das Gegenteil der Fall. Als ich vor ein paar Jahren einen Kredit für die Firma gebraucht habe, habe ich sofort das Geld bekommen, das Ganze sogar mit Förderung von einer Bank, die im bayrischen Wald ansässig ist. Der zuständige Sachbearbeiter lobte mich sogar noch für die innovative Idee. Auf Unfreundlichkeit oder Ablehnung stoße ich eigentlich nie. 

Und ganz allgemein gesprochen, auch abseits des bayrischen Raums, siehst du Probleme für junge Unternehmen im Cannabis-Sektor, die es nur für solche gibt, oder ist es ein Geschäft wie jedes andere?

Ich glaube, für einige ist das größte Problem erst einmal die Angst, mit ihrem Lebenslauf diese Richtung einzuschlagen. Man muss es natürlich auch irgendwann mal seinen Eltern erzählen, sag ich mal. Aber es birgt selbstverständlich auch Chancen, in unserem Fall sieht das so aus, dass fast der ganze Markt noch mit Zelten abgedeckt wird, allein in Deutschland, Österreich und Schweiz, so schätze ich, dürften das Hundert- bis Zweihunderttausend Zelte sein, die jährlich verkauft werden. Solche Zahlen machen es natürlich interessant, etwa ein Geschäft im Growtechnik-Bereich zu starten. Unsere Firma hat beispielsweise auch schon Anfragen von Investoren aus ganz anderen Branchen, die auch ein Auge auf den Bereich geworfen haben. 

Wie sieht die Zukunft der Growboxen aus? Was euch betrifft und allgemein gesprochen? Gibt es vielleicht auch Trends aus Amerika, deren Ankunft du erwartest? 

Andersherum! Die Trends werden von uns aus nach Amerika rüberschwappen. Denn auch in Amerika gibt es so etwas wie die Hazelbeam 2 noch nicht und wir sind dabei, das alles auf den Weg zu bringen und da rüberzubringen. Allgemein gesehen wird es vermutlich so sein, dass immer mehr Leute auf Eigenanbau setzen oder anfangen, sich dafür zu interessieren. Wir haben jetzt auch gesehen, dass wir aufgrund von Corona viel mehr Bestellungen als sonst hatten. Die Leute werden in Zukunft vermutlich auch mehr im Blick haben, dass eventuell mal wieder Zeiten kommen könnten, wo nicht immer alles gleich verfügbar ist. Und fast kein anderes Produkt wie unseres steht so für die Selbstversorgung zuhause wie unseres. Ich möchte in Zukunft alle Produkte noch einfacher machen, noch effektiver, noch zugänglicher. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber es gibt im Detail natürlich immer etwas zu verbessern. 

Eine Cannabis-Legalisierung in Deutschland wäre vermutlich auch für euer Geschäft zuträglich. Meinst du, da wird sich in näherer Zukunft etwas tun? 

Eigentlich bin ich ja grundsätzlich  optimistisch und auch gerade hier im bayrischen Raum hat sich total viel getan in den letzten Jahren. Deutschlandweit gesehen gibt es nun Rezepte und den CBD-Boom. Das kann man vielleicht auch etwas mit den Vorjahren der Cannabislegalisierungen in den USA vergleichen. Auf der anderen Seite ist es natürlich schwierig, da die Politik leider nicht immer so flexibel ist. In Baden-Württemberg haben wir jetzt die Grünen in der Regierung, da passiert trotzdem nichts. 

Zum Abschluss erkundigen wir uns bei einem Interview immer gerne nach der Lieblingssorte. Wie sieht es da bei dir aus? 

Als ich zum ersten Mal Bedrocan geraucht habe, war ich total fasziniert, wie gut es mir gefällt und wie gut und funktionstüchtig ich mich fühle. Das ist auch nach wie vor so.

Angesichts der andauernden Gegenüberstellung von Alkohol und Cannabis, die sowohl von Legalisierungsbefürwortern als auch -Gegnern immer wieder vorgebracht wird (mit unterschiedlichen Stoßrichtungen freilich) und die man durchaus als absurde Substanz-Rivalität bezeichnen könnte, entbehrt es nicht einer gewissen Ironie wie nah Cannabis- und Hopfengewächse sich verwandtschaftlich eigentlich stehen: denn botanisch gesehen sind sie sozusagen „Geschwister“ unter dem Dach der Familie der Hanfgewächse. 

 

Es darf allerdings bezweifelt werden, dass der Grower, der sich das seit 1968 vor sich hin rottende Ibing-Brauereigebäude aus diesem Grund aussuchte, um dort in Ruhe sein Cannabis anzubauen. Vielmehr interessierte ihn wohl die auf den Bildern erkennbare Abgeschiedenheit der Anlage mitten in einer Bauruine in Mülheim an der Ruhr nahe Duisburg. Leider war der Ort dann wohl doch nicht abgeschieden genug, zumindest einem anonymen Hinweisgeber schien der Anbau dort ein Dorn im Auge gewesen zu sein.

 

Elf Pflanzen wurden bei dem Polizeieinsatz gefunden, der Betreiber konnte laut Presseberichten bisher glücklicherweise nicht ermittelt werden. Und auch wenn seine Pflanzen nun zerstört werden: junge Cannabispflanzen, die auf einem verrosteten Bier-Braukessel gen Himmel wachsen (siehe oben rechts auf dem Artikelfoto) – damit hat der Unbekannnte (ob nun bewusst oder nicht) ein schönes Bild für einen längst überfälligen Paradigmenwechsel in der Drogenpolitik kreiert. Nichtsdestotrotz ist es natürlich schade, dass es nach dem Aus des Ibing-Pils nun bis auf Weiteres auch kein Ibing-Weed gibt...

Jeder Grower kennt es: Die Cannabispflanze zeigt Mangelerscheinungen, die einfach nicht verschwinden wollen. Und obwohl die Dünger-Dosis erhöht wird, leiden die Pflanzen weiterhin, als ob sie in den Hungerstreik getreten wären. Gerade Anfänger tappen in diese „mehr hilft mehr“-Falle und vergessen dabei, sich zunächst zu fragen, warum die Pflanze die Nährstoffe nicht aufnimmt. Im gerade genannten Fall hätte der Grower mit einem fünf Euro teuren pH-Test-Kit und fünf Minuten Zeit den pH-Wert messen können, der in den meisten Fällen für einen Nährstoffmangel verantwortlich ist.

 

Der pH-Wert gibt an, ob eine Substanz eher sauer (niedriger Wert) oder basisch (höherer Wert) ist. Die Skala reicht von 1 bis 14 und ist logarithmisch aufgeteilt. 

• Ein pH-Wert von 7 gibt an, dass eine Substanz neutral ist

• Der Bereich 7 bis 14 gibt an, dass eine Substanz eher basisch ist

• Der Bereich 0 bis 7 gibt an, dass eine Substanz eher sauer ist 

 

In der Pflanzenwelt bestimmt der pH-Wert im Boden, welche Nährstoffe in welcher Menge von der Pflanze aufgenommen werden können. Das Maß dieser Aufnahmefähigkeit ist als Bioverfügbarkeit bekannt. Manche Nährstoffe werden in sauren Böden besser aufgenommen, andere wiederum in eher basischen. Da jede Pflanzenart einen unterschiedlichen Mix an Nährstoffen braucht, hat jede Art auch einen eigenen „Lieblings-pH-Wert“-Bereich. Beim Cannabisanbau ist der Boden das Growmedium (beispielsweise Blumenerde), auf dem man growt. Auch zu beachten ist das Gießwasser, das auch einen eigenen pH-Wert hat und damit den pH-Wert des Growmediums bei der Bewässerung beeinflusst.

 

Alle Nährstoffe, die die Cannabispflanze braucht, haben dabei einen eigenen optimalen Bereich auf der pH-Wert-Skala, in dem sie optimal aufgenommen werden. Ist der pH-Wert rund um die Wurzeln zu hoch oder zu niedrig, können manche Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden. Ab einem bestimmten Wert kann die Aufnahme sogar komplett blockiert werden. Beispielsweise wird Stickstoff bei einem Grow auf Erde am besten bei einem pH-Wert von 7,0 aufgenommen. Mangan dagegen wird bei etwa 5,0 am besten aufgenommen – ein Wert bei dem Stickstoff allerdings nur noch in geringen Mengen in die Pflanze gelangt. Bei einem Hydroponik-Grow, also ohne Growmedium, weicht die Bioverfügbarkeit je nach pH-Wert etwas ab.      Da man natürlich den Kleinen alle nötigen Nährstoffe zuführen möchte, muss ein Kompromiss-Wert her. Und da manche Nährstoffe nur in Kleinstmengen gebraucht werden, kann man einen optimalen Bereich für den pH-Wert wählen, bei dem noch genug von allem durchkommt.

 

Insgesamt mag die Cannabispflanze eine leicht saure Umgebung rund um die Wurzeln. Damit können alle nötigen Nährstoffe aus dem Growmedium in ausreichender Menge aufgenommen und zur Pflanze transportiert werden. Je nachdem ob man mit Erde, Cocos oder Hydroponik growt, ist der optimale Bereich für den pH-Wert unterschiedlich. Die Regulierung des pH-Werts fängt schon vor dem Grow an, und zwar beim Einkauf. Mit einer hochwertigen Blumenerde, einem passenden hochwertigen Dünger und passendem Gießwasser stellt man schon vorab sicher, dass man später keine (oder nur wenige) Probleme mit dem pH-Wert bekommt. 

• Blumenerde: Wenn man auf Erde growt, greift man zu einer hochwertigen Blumenerde eines namhaften Herstellers. Hochwertige Blumenerden haben eine gute Pufferwirkung für Schwankungen im pH-Wert, was vor allem Anfängern zugutekommt.

• Dünger: Man kauft am besten einen hochwertigen NPK-Dünger von einem namhaften Hersteller, der einen für Cannabis passenden Nährstoff-Mix bereithält. Billiger Baumarkt-Dünger ist oft unausgewogen und hat einen nicht passenden pH-Wert.

• Bewässerung: Das Gießwasser sollte möglichst pH-neutral sein. Wenn das Leitungswasser sehr kalkhaltig ist, ist es eventuell zu alkalisch (sprich zu hoher pH-Wert) und sollte mit Regenwasser vermischt und vorher über Nacht in offenen Behältern „gelüftet“ werden. Eins vorweg: Der pH-Wert muss nicht exakt in der Mitte des optimalen Bereichs liegen. Kleine Schwankungen sind nicht nur normal, sondern sogar erwünscht. Jeder Nährstoff hat seinen eigenen optimalen Wert für die Aufnahme. Und durch die Schwankungen können so abwechselnd unterschiedliche Nährstoffe besonders gut absorbiert werden.

 

Um den pH-Wert zu messen, gibt es drei Methoden: 

• pH-Teststreifen: Sehr günstig. Gibt es in jeder Apotheke, allerdings recht ungenau. Eher eine Notfall-Lösung

• pH-Test-Kits: Recht genau und zuverlässig. Preislich im gleichen Bereich wie die pH-Teststreifen, also sehr günstig

• Digitales Messgerät: Sehr präzise, muss dafür regelmäßig kalibriert werden und auch etwas teuer 

 

Im Folgenden soll die Messung mit einem pH-Test-Kit (im nachfolgenden Beispiel eines der Marke GHE) veranschaulicht werden. Bei einem Grow auf Erde wird zusätzlich auch noch destilliertes Wasser benötigt.          

Das Vorgehen bei Erde: Es wird eine kleine Probe aus der Blumenerde der Pflanze genommen und in das Reagenzglas gepackt – dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass feuchte Erde nahe der Wurzel entnommen wird. Dann wird das Reagenzglas mit destilliertem Wasser aufgefüllt (etwa zu drei Vierteln) und zwei bis drei Tropfen der GHE-Testflüssigkeit werden hinzugegeben. Anschließend wird der Deckel draufgepackt und die Probe ordentlich durchgeschüttelt, sodass sich die Erde mit dem destillierten Wasser gut vermischt. Nun wird gewartet, bis sich die Erde in der Lösung auf dem Boden absetzt. Sobald dies geschehen ist, wird die Farbe der Lösung mit der mitgelieferten Farbskala verglichen und der pH-Wert abgelesen.

Das Vorgehen bei Hydroponik: Eine kleine Probe aus dem Wassertank wird in das Reagenzglas gefüllt, bis es zu etwa drei Vierteln gefüllt ist und zwei bis drei Tropfen der GHE-Testflüssigkeit werden hinzugegeben. Dann wird die Probe ordentlich durchgeschüttelt und die Farbe der Lösung mit der mitgelieferten Farbskala verglichen und der pH-Wert abgelesen.

 

Nun ist der pH-Wert bekannt und man kann entsprechend handeln. Falls der pH-Wert im optimalen Bereich liegt, kann man sich auf die Schulter klopfen und chillen. Falls der pH-Wert allerdings nicht im optimalen Bereich liegt, muss man sofort handeln, um ihn zu korrigieren. Man hat nun den pH-Wert gemessen und festgestellt, dass er zu hoch beziehungsweise zu niedrig ist. Um den pH-Wert zu korrigieren, muss man seinem Gießwasser eine (oder mehrere) pH-regulierende Beigaben hinzumischen und damit die Pflanze gießen. Der pH-Wert der Gießmischung (Gießwasser mit Dünger) muss immer im erwähnten optimalen Bereich liegen. Bei der Korrektur des pH-Werts wendet man dabei einen kleinen Trick an: Man passt den pH-Wert der Gießmischung so an, dass er in der oberen beziehungsweise in der unteren Hälfte des optimalen Bereiches liegt. Ist bei einem Grow auf Erde beispielsweise der pH-Wert zu hoch, sollte die Gießmischung einen pH-Wert von 6,0 bis 6,5 haben. Ist der pH-Wert auf Erde hingegen zu niedrig, verfügt die Gießmischung am besten über einen pH-Wert von 6,5 bis 7,0. Man „kontert“ quasi den falschen pH-Wert leicht in die entgegengesetzte Richtung. Man sollte dabei stets den gesunden Menschenverstand einsetzen – falls der pH-Wert in der Erde nur leicht erhöht ist, muss man auch nur wenig ausgleichen. Beispiel: Ist der pH-Wert der Erde mit 7,2 leicht erhöht, sollte die Gießmischung eher bei 6,5 liegen und nicht bei 6,0. Selbst eine Gieß-Mischung mit einem pH-Wert von 6,7 ist noch in Ordnung.

 

Folgendes Equipment wird benötigt: Gießwasser, ein Plastikeimer oder ein ähnliches Gefäß (allerdings keines aus Metall), Latexhandschuhe (ungepudert) und ein pH-Test-Kit. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme sei empfohlen, am besten eine Schutzbrille für die Augen zu benutzen und vollständig bekleidet zu arbeiten, um Hautkontakt mit Konzentraten zu vermeiden. Wenn man den pH-Wert erhöhen will, kommen unterschiedliche Zusätze infrage. Meine persönliche Empfehlung ist der pH-Corrector pH-Plus von Hesi, aber es gibt auch verschiedene Hausmittel-Alternativen wie etwa Backsoda, Maerl-Kalk, Dolomit-Kalk (fein pulverisiert, ggf. mit Löschkalk mischen), Gesteinsmehl oder Algenkalk (Natriumhydrogencarbonat). Zum Absenken des pH-Werts empfehle ich als Gegenstück den pH-Corrector pH-Minus von Hesi. Aber auch hier gibt es verschiedene Hausmittel, die als Alternative genutzt werden können, so etwa Zitronensäure, Ascorbinsäure (Vitamin C) oder Phosphorsäure.  

 

Um eine Gießmischung herzustellen, wird das Gießwasser in einen Plastikeimer (keinen Metalleimer!) gefüllt. Falls Dünger verwendet wird, wird dieser zuvor gemäß Düngeschema ins Wasser gegeben. Der pH-Wert wird getestet und sollte er nicht zufriedenstellend sein, wird dem Gießwasser der gewünschte Stoff für die pH-Korrektur hinzugefügt. Nach ausreichendem Verrühren wird der pH-Wert erneut gemessen. Das Ziel ist, dass der pH-Wert des Gießwasser-Gemischs im optimalen Bereich liegt. Man muss ihn solange senken beziehungsweise erhöhen, bis das Wasser den gewünschten Wert hat. Wie viel man beimischen muss, hängt von mehreren Faktoren ab: „Weiches“ Wasser mit wenig Mineralien wird schon bei kleiner Menge an Beigaben den pH-Wert ändern. „Hartes“ Wasser mit einer hohen Menge an Mineralien braucht hingegen wesentlich mehr Beigaben, um die Mineralien zu neutralisieren. Leicht härteres Wasser ist einfacher zu regulieren, da der pH-Wert nicht gleich durch kleine Beigaben extrem abfällt beziehungsweise ansteigt.      

 

In den nächsten Tagen werden dann die Pflanzen mit dem Gemisch nach dem gewohnten Gießschema bewässert (beziehungsweise das Gemisch wird dem Wassertank beigegeben). Bei jedem Gießvorgang wird der pH-Wert des Drainage-Wassers (das abfließende Wasser bei/nach dem Gießen) gemessen. Hydroponik-Grower messen das Wasser im Wassertank. Sobald der pH-Wert wieder im optimalen Bereich liegt, kann man die Menge des pH-Korrektors langsam reduzieren und den pH-Wert beobachten. Sollte sich der pH-Wert dabei wieder zum Negativen ändern, sollte man dringend die Ursache ausfindig machen. Infrage kommen dann beispielsweise Gießwasser, Dünger oder die Erde: Eventuell ist das Gießwasser nicht pH-neutral. Ist dies in Ordnung, sollte der pH-Wert der Dünger-Gießwasser-Mischung gemessen und gegebenenfalls zu einem anderen Dünger gegriffen werden. Wenn Gießwasser und Dünger ausgeschlossen werden können, liegt es wahrscheinlich an der Blumenerde. Die Erde sollte dann mit dem Dreifachen der üblichen Gießmenge gespült und anschließend leicht gedüngt werden. Wenn der pH-Wert weiterhin abweicht, sollten die Pflanzen in hochwertige Erde umgetopft werden.

 

Welcher Freund des Rauschhanfs ohne Händler im Freundes- oder Bekanntenpreis kennt das Problem nicht? Man möchte Marihuana kaufen, aber auf der Straße ist es oft von minderer Qualität oder sogar gestreckt. Dazu sind Straßen-Dealer gerne auch etwas zwielichtige (nicht immer!) Personen, die man meist heimlich in Nebenstraßen oder Parks treffen muss. Erst zu Hause kann dann die Güte des erworbenen Materials begutachtet werden, oft genug mit negativem Ergebnis. Wer nachwiegt, wird oft genug zusätzlich enttäuscht. Abweichungen vom angegebenen Gewicht sind beim Straßenverkauf eher die Regel als die Ausnahme.

 

Was liegt also näher, als den begehrten Stoff selbst anzubauen? Genau das dachte ich mir auch eines Tages: nie wieder schlechte Ware zu überteuerten Preisen kaufen müssen und stets einen guten Vorrat zu haben, das sind die Vorteile des Anbaus in der eigenen Wohnung. Doch wie geht das, wenn der Platz begrenzt ist, so wie es bei mir der Fall war? Ist es überhaupt machbar, auf einer Wohnfläche von nur zwölf Quadratmetern ausreichend viele Pflanzen anzupflanzen und sich so einen moderaten Konsum zu sichern? Und das in einem Raum, der von einem selbst bewohnt wird? Die Antwort ist eindeutig: ja, es ist möglich und im Folgenden möchte ich davon berichten. Konkret handelte es sich bei den zwölf Quadratmetern um ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Hier lebte ich und neben meiner Ausbildung beziehungsweise Studium hatte ich es geschafft, eine Guerillaaufzucht der beliebten Pflanzen in dem relativ kleinen Raum zu etablieren. Zwar war das Prinzip simpel, der Teufel steckte aber im Detail.

 

Doch die Schwierigkeiten kamen erst im Laufe der Zeit, der Anfang war genial einfach. Den Start machte ich mit einem minimalistischen Pflanzschrank, den ich in meinem Kleiderschrank abgetrennt hatte. Dort wuchsen unter einer rund 40 Watt starken LED-Spezialleuchte einige selbstblühende Cannabispflanzen. Der Ertrag war bescheiden und den beengten Platzverhältnissen entsprechend. Das dazu nötige Wissen vermittelte mir ein Freund, der mir auch die passende Leuchte auslieh. Was er mir zum Anbau sagte, war nicht viel. Ich sollte einen Samen in einen Putzeimer mit etwa zehn Litern Erde fünf Millimeter unter die Oberfläche einbringen, sodass dieser im Dunkeln lag. Danach sollte ich die Stelle dort stets feucht halten und nach dem Keimen regelmäßig aber vorsichtig gießen, weil Cannabis zu viel Wasser nicht verträgt. Alles andere sollte sich dann von selbst entwickeln. Ich bräuchte nur darauf zu warten, dass die Blütenstände reiften, so seine Worte. Und tatsächlich, schon der erste Wurf gelang und ich hatte einen kleinen Vorrat der begehrten Blüten aus eigener Herstellung gewonnen.            

 

Nachdem ich also einige dieser recht einfach zu kultivierenden Gewächse aufgezogen hatte, erklärte ich den Heimanbau zu meinem Hobby und vergrößerte die Anbaufläche. Bald war der gesamte Kleiderschrank voller Pflanzen, meine Kleidung hatte Platz in Umzugskartons und Koffern gefunden. Als ich dann erstmalig eine feminisierte, nicht selbstblühende Cannabispflanze aufzog, wurde der Platz dennoch zu eng. Zudem stellte sich das Problem der Beleuchtungsdauer. Der Grund war der, dass automatisch blühende Cannabispflanzen täglich 16 bis 18 Stunden lang beleuchtet werden, sie kommen irgendwann von alleine in die Blüte. Reguläre Sorten benötigten in der Wachstumsphase ebenso lange Licht, aber zum Blühen musste die Lichtdauer dann auf zwölf Stunden am Tag reduziert werden. Und ich wollte beides anbauen. Es half also alles nichts, ich war gehalten, einen zweiten Platz zu finden. Nur so konnte ich den Vorteil nutzen, selbstblühende und mehrere herkömmliche Exemplare parallel aufzuziehen. Dazu war es mir dann auch möglich, Stecklinge von einer Mutterpflanze zu klonen, die Kosten für das Saatgut entfielen dadurch völlig. Auch wurde die Anbaumethode, die man Sea of Green (SoG) nennt, nun attraktiv. Sie sollte es mir ermöglichen, auf kleinstem Raum nennenswerte Erträge zu erwirtschaften.

Nach etlichen Messungen und endlosen Überlegungen, wo ich in dem kleinen Raum einen weiteren Pflanzschrank installieren konnte, entschloss ich mich dazu, lichtundurchlässige Silo-Folie zu ordern. Diese hatte eine hellweiße, gut reflektierende Seite, die im Anbaugebiet die Ausleuchtung optimierte. Am Ende hatte ich dann zwei Pflanzräume abgetrennt. Einen zimmerhohen am Kopfende meines Bettes mit 70 x 100 Zentimetern Grundfläche und einen in meinem Kleiderschrank, der 40 x 85 x 150 Zentimeter maß. In dem großen Growzelt zog ich die Mutterpflanzen und die selbstblühenden Pflanzen auf. In dem kleinen Schrank kamen dann die Stecklinge in die Blüte und entwickelten dank der SoG-Methode reiche Blütenstände. Natürlich hatten sich auch die Ansprüche an die Beleuchtung verändert. Statt einer einzigen LED-Leuchte waren nun zwei Stück im Einsatz. In dem einen Pflanzraum verhalfen 180 Watt den Pflanzen zu üppigem Wachstum, in dem anderen waren es rund 80 Watt.         

 

Das größte Problem war nun der Geruch, der sich kaum noch unterdrücken ließ. Bis zu einer bestimmten Pflanzengröße und Anbaumenge halfen einfache, mit Aktivkohle gefüllte Säckchen gut weiter. Doch brachten die von mir bevorzugt angebauten Sorten, die meist indicadominiert waren, mich und meine Mitbewohner fast um den Verstand. Ständiges Lüften war eine absolute Notwendigkeit geworden und die Angst, ob des Aromas entdeckt zu werden, wuchs tagtäglich. Zudem wurde es im Winter sehr schwer, den Duft durch simples Belüften zu mindern. Es war kaum mehr möglich, das Fenster Tag und Nacht geöffnet zu lassen. Um das Risiko weiter zu reduzieren, achtete ich anschließend darauf, dass die aufgezogenen Arten weniger stark rochen. Ich selbst mag zwar die Wirkung von indischem Hanf (indica) mehr als die des gewöhnlichen Cannabis sativa, aber das war die Gefahr einer Entdeckung auf Dauer nicht wert. Zusätzlich wurde als ergänzende Maßnahme eine marginale elektrische Lüftung installiert, die den immensen Geruch dämpfte. Von da an, so hoffte ich und so kam es auch, war die Aufzucht gänzlich verborgen und einem entspannten Genuss besten Grases zu günstigem Preis stand nichts mehr im Wege.

 

Fazit: Alles in allem ist es sehr gut möglich, auf insgesamt kaum mehr als einem Quadratmeter Anbaufläche zwei Mutterpflanzen im großen und 16 Stecklinge im kleinen Raum aufzuziehen. Im Monat können so im Schnitt etwa dreißig Gramm Marihuana geerntet werden, gemeint ist die getrocknete Blütenmasse. Natürlich variiert diese Menge, weil nicht immer alle Setzlinge anschlagen und auch nicht alle gleich große Blüten ausbilden. Die überschlägigen Kosten von etwa zwei Euro je Gramm sind durchaus vertretbar, das ist deutlich günstiger als auf dem Schwarzmarkt. Die eingebrachte Erntemenge ist zwar nicht überwältigend, aber für den mäßigen Konsum ausreichend und der Anbaufläche angemessen.

Nach langen vier Monaten Corona-Pause ist es endlich wieder so weit: Deutschlands größtes Cannabismagazin steht endlich wieder in den Zeitungsregalen. Mit einem neuen, noch günstigeren Verkaufspreis von nur 1,90 Euro, einem frischen Layout und neuen Rubriken. Ach ja, und wie ihr anhand der Covervorschau sehen könnt, kriegt unsere Drogenbeauftragte diesmal so richtig ihr Fett weg.

 

Wir freuen uns natürlich riesig über euren Support, aber wenn ihr die 1,90 Euro lieber für Weed sparen möchtet, verstehen wir das natürlich auch. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, das E-Paper auch weiterhin kostenlos zur Verfügung zu stellen, ganz so wie wir es bei den letzten beiden HIghway-Ausgaben gehalten haben.

 

Unter diesem Link (und unten auf dieser Seite im Player) gibt es die neue Ausgabe 05/20 in der E-Paper-Version zum lesen und downloaden. Und jetzt viel Spaß bei der Lektüre, ob nun virtuell oder gedruckt!

Fast jeder hat schon einmal von Moonrocks gehört. Dabei handelt es sich, wie auch bei den äußerst eng verwandten Cousins, den sogenannten Sunrocks, in beiden Fällen um in Haschöl getunktes Marihuana, das in Skuff (auch Kief genannt) gewälzt wurde und darum wie Mondgestein aussieht. Solche Rocks sind selten und teuer. Das ist verständlich, weil der Aufwand zur Herstellung relativ hoch ist. Dennoch lohnt es sich, weil dieses Gestein gut gelagert werden kann und nicht so klebrig ist, wie reines Haschöl. Die Rauschwirkung ist wegen des hohen Wirkstoffgehalts ausgeprägt und eher für erfahrene Konsumenten geeignet. Die Warnungen vor einer Überdosierung laufen mit denen von Haschöl parallel: unvorsichtigen Menschen droht ein eventuell stundenlanger Rausch mit Herzrasen, Angstanfällen und Pseudohalluzinationen. Darum wird allen Erstkonsumenten empfohlen, sich langsam an die gewünschte Dosis heranzutasten. Doch wie werden nun die beliebten Steinchen hergestellt?

 

Im Prinzip ist das ganz einfach. Marihuana, bei Moonrocks (im Gegensatz zu Sunrocks) besonders die kleineren Blüten, werden in flüssiges Haschöl getunkt, bis sie sich vollgesogen haben. Danach werden sie in Skuff gewälzt, das an dem Öl klebenbleibt. Fertig! Schwierig ist also einzig und allein die Beschaffung der nötigen Zutaten. Dieser Artikel zeigt jedoch auf, wie alles Benötigte mit simplen Mitteln gewonnen werden kann. Es wird lediglich davon ausgegangen, dass Marihuana in ausreichender Menge verfügbar ist. Die Anleitung richtet sich an experimentierfreudige Cannabisliebhaber, darum sind wirklich nur die einfachsten Methoden zur Gewinnung der notwendigen Stoffe beschrieben. Wer regelmäßig Skuff oder Haschöl herstellen möchte, der wird früher oder später auf effektivere, aber auch technisch anspruchsvollere Verfahren zurückgreifen.

 

Genug der einleitenden Worte. Als Erstes wird für die Rocks ausreichend Kief gebraucht. Dazu werden Blütenstände oder Schnittreste in kaltem Wasser eingeweicht und etwa 30 Minuten lang gerührt. Dabei sollen die Pflanzenteile möglichst unverletzt bleiben, weil zerkleinerte Teile ansonsten die Qualität des Endergebnisses mindern. Nach dem Rühren wird die Flüssigkeit abgegossen und ruhig stehengelassen. Binnen kurzer Zeit setzen sich am Boden des Gefäßes die harzgefüllten Trichome ab, das ist dann das benötigte Skuff. Nach drei Stunden wird das Wasser vorsichtig abgeschüttet und das gewonnene Produkt getrocknet. Es kann danach leicht zu Pulver zerrieben werden. Aber Vorsicht, sonst platzen die Drüsen und die Masse wird klebrig. Die verbliebenen Pflanzenreste werden ebenso getrocknet und zur Herstellung von Haschöl verwendet. In der Regel enthalten sie noch eine beachtliche Menge an Harz, das sich durch mechanische Methoden nicht von den Pflanzenteilen lösen lässt. Um es zu extrahieren, wird für diesen Anwendungsfall der Auszug mit Ethylalkohol empfohlen. Dieser ist in Form von Schnaps in jedem Supermarkt günstig zu erwerben und für dieses Szenario optimal einsetzbar. Gut geeignet sind Wodka und Doppelkorn. Um also das Öl zu gewinnen, werden die getrockneten Pflanzenreste in einem Einmachglas mit dem Hochprozentigen übergossen und fünf Tage stehen gelassen. In dieser Zeit wird das Harz vollständig aus den verbliebenen Trichomen herausgelöst. Nach dem Abgießen ist die Lösung grünlich, das liegt an dem Chlorophyll, das mit gelöst wurde.

 

Das Extrakt wird nun an einem dunklen Ort ausdünsten gelassen, bis nur noch das klebrige Öl übrig ist. Bitte nicht auf einer Herdplatte trocknen! Alkohol ist feuergefährlich und bildet mit dem Sauerstoff der Atmosphäre eine explosive Mischung. Beim Thema Explosionsgefahr: das Extrahieren von Haschöl mittels Butan wird immer wieder angepriesen und der Fachhandel stellt die nötigen Geräte samt dem benötigten Flüssiggas bereit. Dennoch ist dieses Extraktionsverfahren ungemein gefährlich. Selbst im Freien kommt es immer wieder zu Unfällen, die Brandwunden und zerstörte Einrichtungen zur Folge haben. In geschlossenen Räumen überleben die Betroffenen meist nur knapp und oft genug ist nach der Explosion das Haus baufällig. Darum meine ganz persönliche Bitte, die Extraktion mit Butangas nicht durchzuführen. Alkohol ist sicherer und hinterlässt keine gefährlichen Rückstände, die im Butangas durch Vakuumtrocknung entfernt werden müssen (was aber selten ein Privatmann macht), und ist alles in allem kaum teurer.

 

Nach dem Trocknen bieten sich zwei Wege an. Steht nur wenig Haschöl zur Verfügung, wird es mit ganz wenig hochprozentigem Ethylalkohol aufgelöst und dann werden die Blüten darin getränkt. Sobald diese trocken sind, das kann ein paar Tage dauern, werden sie im Skuff gewälzt. Ist hingegen genügend Öl vorhanden, wird es erwärmt, bis es flüssig ist. Dann werden die Blüten darin so lange geschwenkt, bis sie keine weitere Flüssigkeit mehr aufnehmen. Nach dem Erkalten werden sie dann direkt mit dem Kief bestäubt. Was ist denn nun eigentlich der Unterschied zwischen Sun- und Moonrocks? Für Sunrocks werden bei der Herstellung nur allerbeste Zutaten verwendet und sie erinnern optisch weiterhin mehr an Blüten als die Moonrocks, bei denen in der kommerziellen Herstellung weniger hochwertige Stoffe als bei den Sunrocks zum Einsatz kommen. Wer aber die Rocks wie hier beschrieben herstellt, der kann diese wahlweise Sun- oder Moonrocks nennen. Der Genuss wird so oder so überwältigend sein.

Richter genießen in der Gesellschaft hohen Respekt, müssen aber auch eine hohe Verantwortung tragen. Nur die allerbesten Jura-Absolventen (wahrlich kein Studiengang, in dem man den Studenten die guten Noten hinterherwirft) bekommen überhaupt die Chance, den Beruf zu ergreifen. Man sollte also davon ausgehen, dass größtenteils intelligente und vernunftbegabte Menschen einen solchen, nebenbei bemerkt, gut bezahlten Posten besetzen.

 

Davon ist vielleicht auch ein 35-Jähriger aus dem Bezirk Melk ausgegangen, bei dem im Rahmen einer Hausdurchsuchung 26 Cannabispflanzen gefunden wurden. Wobei in Zeiten der Prohibition ja klar sein muss, dass auch dem tolerantesten Richter durch die Gesetzbücher ein großes Stück weit die Hände gebunden sind. Im Zuge der Gerichtsverhandlung wurde leider deutlich, dass es sich bei dem Vorsitzenden in diesem Fall nicht um eine tolerante und verständnisvolle Person handelte, sondern wohl um eine sehr dumme. So dumm, dass man sich fragen muss, wie er es überhaupt auf der Karriereleiter so weit nach oben schaffen konnte.

 

Die Verteidigung berief sich darauf, dass das beschlagnahmte Cannabis einzig und allein für den Eigenbedarf kultiviert wurde, genauer gesagt der Linderung des Cluster-Kopfschmerzes des Angeklagten gedient habe. Eine eher seltene Erkrankung, bei der Medizinalcannabis, wie Einzelfälle belegen, durchaus helfen kann.

 

Der Richter machte allerdings keine Anstalten, der Rechtfertigung Glauben zu schenken. Das mag die eine Sache sein, eine ganz andere ist es, mit welcher lachhaften Begründung der Vorsitzende die Erklärung abschmetterte. Auf der Nachrichtenseite meinbezirk.at wird er mit folgenden Worten zitiert: „Sie haben eine Sorte mit einem exorbitant hohem halluzinogenen Wirkstoff verwendet, die für eine Schmerztherapie jedoch nicht geeignet ist.“ Puh, das ist starker Tobak für jeden, der auch nur ein bisschen Ahnung von den Wirkstoffen der Cannabispflanze hat. Doch es kommt noch schlimmer: bei der Schmerzbekämpfung seien außerdem nur Cannabisblätter und nicht die Blüten wirksam, das sei auch die Meinung von Experten und Sachverständigen. Spätestens hier rollen sich wohl bei vielen Cannabiskonsumenten die Fußnägel hoch. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, da bekanntlich gerade THC (wohl der vom Richter gemeinte „halluzinogene Wirkstoff“) bei der Linderung von Schmerzen hilft, das sich natürlich vor allem in den Blüten befindet und nur zu einem deutlich kleineren Anteil in den Blättern.

 

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man eigentlich darüber lachen. Aber leider wurde der 35-jährige Angeklagte auf Grundlage dieses Unwissens von „Richter Ahnunglos" zu einer 12-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

 

 

In Herne in Nordrhein-Westfalen wurde eine Postsendung aus Österreich zwei Männern zum Verhängnis. Ausgehend von der Beschlagnahme dieser Sendung entsponn sich in der Folge ein ganzer Reigen an kleinen Busts, der aufgrund vieler Zufälle (zum Beispiel der genau zur richtigen Zeit aufkreuzende Elektriker) in der Schilderung der Vorfälle durch Polizei, Zoll und Presse stutzig macht.

 

In dem eingangs angesprochenen Paket, das der Zoll als „auffällig“ bezeichnete und daher auch untersuchte, befanden sich laut Pressemeldungen 222 (wahrscheinlich junge) Cannabispflanzen. Dadurch neugierig geworden, wurde fix eine Durchsuchung der Empfängeranschrift durchgeführt, die eine unbestimmte Menge konsumfertiges Marihuana zu Tage brachte. Doch damit riss die Pechsträhner des Mieters noch nicht ab, denn just während Beamte damit beschäftigt waren, die Wohnung auseinanderzunehmen, kehrte er, zusammen mit einem Nachbarn, aus einer Dachgeschosswohnung des Hauses zurück.

 

 

Noch bevor der 35-jährige Mann sich groß über die Polizisten in seiner eigenen Wohnung erschrecken konnte, hatten die schon Witterung aufgenommen und auch die eben erwähnte Dachgeschosswohnung, die wohl dem 33-jährigen Nachbarn gehörte, genauer in Augenschein genommmen. Dort fand man zu allem Überfluss noch mehr Cannabis sowie eine Anlage mit zehn Pflanzen. Damit fand die Litanei der beiden Canabisfreunde aber immer noch kein Ende, denn auf einmal tauchte in dem Gewusel auch noch ein Elektriker auf, der im Auftrag des Verdächtigen eine Stromleitung zum Dachboden des Hauses legen sollte, der daraufhin auch durchsucht wurde.

 

Dabei wurde weiteres belastendes Material gefunden, eine kleinere Pflanzung befand sich dort allem Anschein nach gerade im Aufbau. Laut Zollfahndung deuteten einige der beschlagnahmten Beweismittel darauf hin, dass sich die beiden Verdächtigen, gegen die nun die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt, in der Wax-Produktion versuchen wollten.