Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung: Auch in Luxemburg wird bald medizinisches Cannabis legalisiert. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde letzte Woche im Parlament einstimmig angenommen. Die Regelung erlaubt es jedem Arzt, egal aus welchem Fachbereich, Cannabisprodukte zu verschreiben. Einzige Voraussetzung: interessierte Mediziner müssen vorher an einer speziellen Fortbildung teilgenommen haben. Marihuanablüten werden allerdings zunächst nicht erhältlich sein, die Patienten müssen sich zunächst mit cannabinoidhaltigen Tropfen, Ölen und Kapseln begnügen. Der Import von Medizinalcannabis aus Kanada ist allerdings bereits fest eingeplant.

 

Die Meldung platzt mitten in das von der Luxemburger Börsenaufsicht ausgelöste Chaos um ein Handelsverbot von Cannabis-Aktien, das auch deutsche Anleger betreffen würde. Einer Ankündigung der Clearstream Holding Luxemburg zufolge, die für die Frankfurter Börse alle ausländischen Werte verwaltet, wird dieses Verbot Firmen, deren Hauptgeschäftsfeld medizinisches Cannabis ist, konsequenterweise nun doch nicht mehr betreffen. Eine aktualisierte Liste aller zukünftig verbotenen Papiere wird für nächste Woche erwartet, die Namen kanadischer Produzenten wie etwa Canopy Growth werden sich dann wohl glücklicherweise nicht mehr darauf befinden.

Als Cannabisliebhaber ist man es gewohnt, dass einem staatliche Behörden und Institutionen allerhand Steine in den Weg legen. Selbst in den US-Bundestaaten, die bereits legalisiert haben, dürfen Cannabis-Unternehmen beispielsweise keine Geschäftskonten eröffnen und sind auf die Zahlungsabwicklung mit Bargeld angewiesen, von restriktiveren Ländern wie Deutschland noch einmal ganz zu schweigen… Einen drastischen Schritt in die falsche Richtung gibt es nun, diesmal zum Leidwesen vieler Cannabisaktienhalter, von der Deutschen Börse AG (Börse Frankfurt) und ihrer Tochter Clearstream Holding AG zu vermelden: Bis zum 28. September 2018 müssen Papiere von cannabisproduzierenden Unternehmen verkauft werden, ein Kauf ist nur noch bis zum 29. Juni möglich. Dies betrifft nicht deutsche Börsen, deren Aktien nicht bei Clearstream verwaltet werden.

 

Betroffen sind etwa Aktien von Unternehmen wie Canopy Growth, Aphria und Aurora Cannabis. Eine vollständige Liste der insgesamt betroffenen 145 Unternehmen (größtenteils kanadische und amerikanische) kann hier eingesehen werden. Aktien von Pharmaunternehmen, die Medikamente auf Basis synthetischer Cannabinoide herstellen, sind hingegen, wie könnte es auch anders sein, von der Regelung ausgenommen. Grund ist Angaben zufolge eine Entscheidung Clearstream Holding AG aus Luxemburg, die die ausländischen Werte der deutschen Clearstream verwahrt. Die Börsenaufsicht in Luxemburg hatte im Vorfeld entschieden, den Handel mit Cannabisaktien als illegal zu werten. Experten gehen nun von einem verstärkten Druck auf die Aktien der leidtragenden Unternehmen aus. Die kanadische Regierung hatte interessanterweise nur Tage vorher final bekanntgegeben, Cannabis ab dem 17. Oktober komplett zu legalisieren, was die ohnehin gehypten Papiere insbesondere kanadischer Cannabisproduzenten eigentlich weiter beflügeln dürfte.

 

Die Entscheidung der Deutschen Börse ist jedenfalls mal wieder eine selten dämliche und cannabisfeindliche Aktion im Sinne des Großkapitals. Traurig!

Die Deutsche Cannabis AG ist die erste europäische Private-Equity-Gesellschaft für die Cannabisindustrie und hat in ihrer jungen Geschichte schon für einiges Aufsehen gesorgt – allerdings leider nicht nur durch positive Meldungen. Nun reiht sich eine neue Nachricht in diese Linie ein: Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat dem börsengelisteten Unternehmen Deutsche Cannabis AG ein Zwangsgeld von 140.000 Euro aufgebrummt, was einen recht außergewöhnlichen Vorgang darstellt. Grund ist die nicht eingereichte Jahresbilanz, die innerhalb von vier Monaten nach Abschluss eines Geschäftsjahrs veröffentlicht werden muss. Es geht um die Bilanz für 2015, die immer noch nicht veröffentlicht wurde.

 

Der Firma gelingt es auch abseits solcher Meldungen nicht, erfolgreich auf den Cannabis-Zug, der Nordamerikas Finanzwelt im Griff hat, aufzuspringen. Bereits Anfang des Jahres warnte Highway-Autor Thomas Hohler in Highway – Das Cannabismagazin 02/2016:

Highway-Finanzexperte Thomas Hohler

 

„[...] Seit Anfang 2015 hat man nun ein komplett anderes Geschäftsmodell aufgetan: Cannabis. […] Trotz dieses ambitionierten Konzepts und dem vielversprechenden Namen war die Kriegskasse nach der Neuausrichtung leer und somit eine Kapitalerhöhung zwingend erforderlich. Diese sollte im Februar 2015 stattfinden, scheiterte im ersten Schritt jedoch daran, dass die für die Kapitalerhöhung erforderliche Mindestsumme nicht rechtzeitig eingesammelt werden konnte […] Kurz darauf verkündete die Firma im Mai 2015 ihre erste Beteiligung an dem in Florida ansässigen Manhattan Fund LLC, ohne jedoch die konkrete Beteiligungshöhe offenzulegen. Dieser positiven Nachricht folgte kurz darauf, die überraschende Offenbarung, dass plötzlich offene Forderungen aufgetaucht seien, die ihrer Höhe nach geeignet sein könnten, bestandsgefährdende Auswirkungen zu haben. Das Unternehmen schweigt sich bis heute über die Höhe dieser Forderungen aus. Wenig später las man in den Medien, dass eine Tochtergesellschaft […] Insolvenz beantragen musste. […] Jedenfalls sind solche Meldungen, gepaart mit der intransparenten Informationspolitik der Firma Gift für deren Aktienkurs und das Vertrauen potenzieller Anleger. Dies spiegelt die Entwicklung des Aktienkurses wider – die Aktie wird heute lediglich als Pennystock ohne nennenswerte Volumina an deutschen Börsenplätzen gehandelt, von ihrem Hoch ist man mittlerweile wieder weit entfernt und handelt in der Nähe der Kurse vor der Neuausrichtung.“

 

Du möchtest noch mehr Neuigkeiten über Cannabis? Vor Kurzem ist Highway – Das Cannabismagazin 04/2016 erschienen. Das Magazin ist für schlappe 2,30 Euro jedem gut sortierten Kiosk und Growshop in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich:


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Geld mit Cannabis verdienen? Ganz legal? Am besten auch noch an der Börse? Easy Money oder High Risk? Finanzexperte Thomas Hohler verrät uns alles Wissenswerte zu Marihuana-Aktien.

 

Der vollständige Artikel ist in Highway 02/2016 enthalten.

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Der im Oktober 2015 neu gewählte Regierungschef Kanadas, Justin Trudeau, möchte dieses Jahr eines seiner Wahlversprechen einlösen: Der Politiker, der nach eigener Aussage selbst schon Erfahrungen mit Cannabis gemacht hat, plant Marihuana – so wie bereits vier liberal regierte US-Staaten vor ihm – in Gänze zu legalisieren. Damit ist der ehemals als recht konservativ eingeschätzte Kontinent jenseits des Atlantiks dem alten Europa weit voraus. Man ist dort im Begriff einen milliardenschweren neuen Wirtschaftszweig zu erschließen, der neue Jobs schafft und von dem der Staat nachhaltig profitieren kann, indem er immense Steuereinnahmen und sinkende Prohibitions- und Strafverfolgungskosten verbuchen kann. Mit der Liberalisierung beteiligt sich Kanada an einem Prozess, der vor knapp zwei Jahren in den USA begann. Damals setzte Colorado als erster Bundesstaat in Amerika seine bereits im Jahr 2012 beschlossene Legalisierung von THC-haltigem Cannabis auch ohne medizinische Indikation durch. Wie bereits in der letzten Ausgabe von Highway (Highway 01/2016) näher erläutert, ist zum heutigen Zeitpunkt sogenanntes „recreational marijuana“ – also Marihuana für Hobbyzwecke – in den Bundesstaaten Colorado, Washington, Alaska, Oregon und im Bezirk Washington D.C. für Konsum und Verkauf freigegeben. Der Erwerb von medizinischem Marihuana ist sogar bereits in 23 Bundesstaaten und der Hauptstadt legal. Seitdem hat sich in den USA eine regelrechte Cannabisindustrie etabliert. Es entstand binnen kürzester Zeit ein Milliardenmarkt mit enormem Wachstumspotential, vertraut man den Prognosen einschlägiger Medien. Gemäß dem kürzlich erschienenen Investor-Network-Bericht der ArcView Group erreichte der Markt 2015 ein Gesamtvolumen von 5,4 Mrd. US-Dollar (USD). Vor allem der Verkauf von „recreational marijuana“ wuchs um satte 184 % auf 998 Mio. USD. Laut dem Bericht handelt es sich bei Cannabis um die am schnellsten wachsende Industrie in den USA. Auch Investoren und risikoaffine Anleger wittern fette Beute und wollen von den Freiheiten und Chancen dieser Neuen Welt profitieren.

 

Wie kann ich an diesem Boom teilhaben?

Als Privatanleger an diesem Boom zu partizipieren ist aus verschiedenen Gründen nicht ganz einfach. Zum einen impliziert alleine die Legalisierung von Cannabis nicht zwangsläufig profitable Geschäftsmodelle, zum anderen gibt es schlicht und ergreifend keine passablen Anlagevehikel, um sein Geld am Markt breit diversifiziert zu platzieren. Außer klassische Investments in Aktien gibt es bisher kaum Möglichkeiten, am Aufschwung der amerikanischen Cannabisbranche teilzuhaben, denn es existieren weder Publikumsfonds noch ETFs (börsengehandelte Fonds), die sich dem Thema Cannabis widmen. Neben den ausländischen Aktien und wenigen Crowdfunding-Plattformen (z. B. CannaFundr) gibt es in Deutschland lediglich ein börsengelistetes Unternehmen, das sich auf diese junge Branche spezialisiert hat, später mehr dazu.

 

Die „PotBong“-Blase

Zu Beginn des Jahres 2014 löste die Legalisierungs-Euphorie in Amerika einen regelrechten Run auf Aktien hochspekulativer Start-ups aus und es flossen in kürzester Zeit Milliardenbeträge in dieses neue Marktsegment. Die enthusiastische Reaktion der Kapitalanleger auf die politischen Veränderungen war im Nachhinein eine logische Konsequenz und erinnert stark an den immensen Hype des Neuen Marktes im Jahr 2000 (die sogenannte „DotCom“-Blase). Auf breiter Front herrschte Goldgräberstimmung und viele junge Unternehmen fluteten den Markt, um am augenscheinlichen Boom zu partizipieren. Sie deckten bald sämtliche Aspekte der Cannabisindustrie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ab: Von Beleuchtungs- und Belüftungssystemen, Edibles und Smartphone-Apps über Verpackungen mit Kindersicherungen bis hin zu Gras aus Automaten. Aktien mit einschlägigen Namensbestandteilen wie „Canna“, „Marijuana“ oder „Hemp“ wurden von der Anlegerschaft offenbar blind und ohne vorherige Recherche gekauft. Denn im ersten Quartal 2014 verzehnfachten sich in Windeseile viele der bis dato am Markt notierten Werte. Doch wie in der Vergangenheit so oft tendiert der Markt zur Blasenbildung, wenn in einem illiquiden Segment viele Handelsteilnehmer gleichzeitig durch ein und dieselbe Türe wollen.

 

Beispielhaft für den Wahnsinn des Marktes ist die Aktie CannaVest Corporation, die Anfang 2014 binnen kürzester Zeit von 5 USD auf über 200 US-Dollar anstieg, was am Hochpunkt einer Marktbewertung von 2,57 Mrd. USD entsprach. CannaVest ist ein Hersteller und Vertreiber von Hanf- und Cannabidiol-basierten Produkten und entwickelt, vermarktet und vertreibt unter anderem Hanf-Öle und Kosmetika aus Industriehanf mit Focus auf dem legalen Inhaltsstoff CBD. Das Unternehmen hat mehrere Tochtergesellschaften, die unter anderem mit dem Anbau und der Verarbeitung von Hanf-Samen betraut sind oder Spezial-Verarbeitungstechniken und Produktentwicklung im Zusammenhang mit hanfbasierten Produkten bieten. Zwei Jahre nach dem Auftritt des Unternehmens am Markt ist von der anfänglichen Euphorie nicht viel übrig geblieben, im Gegenteil: mit einem Kurs von 0,123 USD (11.2.2016) verfügt die Aktie heute lediglich noch (oder immer noch) über eine Marktkapitalisierung von aktuell 4,31 Mio. US-Dollar. Es wurden also bis dato alleine mit dieser Investition knapp 2,56 Mrd. USD verbrannt.

 

 

...Wollt ihr mehr über Cannabis-Aktien und die Möglichkeiten, die sie bieten, erfahren? In Highway 02/2016 (seit dem 1. April am Kiosk oder als E-Paper erhältlich) findet ihr auf acht Seiten die Fortsetzung dieses Artikels und könnt euch über deutsche und internationale Cannabis-Aktiengeschäfte sowie die Chancen und Risiken informieren.

 

Weblink: Highway – Das Cannabismagazin am Kiosk finden

Weblink: Highway – Das Cannabismagazin als E-Paper kaufen

Weblink: marihuana-aktien.de von Thomas Hohler (für fortgeschrittene Interessierte)

Heute neu: Highway 02/2016 ab sofort am Kiosk erhältlich

 

Kein Aprilscherz! Ab heute ist die neue Ausgabe von Highway für schlappe 2,30 Euro beim Kiosk eures Vertrauens erhältlich. Klickt hier für eine Übersicht aller deutschen Kioske, die Highway führen. Außerdem sind wir auch in Österreich und der Schweiz oder als E-Paper erhältlich.

 

Unter anderem findet ihr folgende Inhalte in der neuen Ausgabe:

Titelstory: High Finance – Geld verdienen mit Cannabisaktien? Finanzexperte Thomas Hohler (Stuttgart) klärt auf

Who’s Who: Interview mit Dominique Sarres von „Marlene Mortler absetzen“

Kiffertypen: Satirische Rubrik des Autors Jörg Auf dem Hövel (Hanfblatt, Telepolis, Der Spiegel) über Stereotype unter den Cannabiskonsumenten

Growing: Schädlinge – der Feind in meinem Beet. Vor allem im Garten warten viele Schädlinge auf Heimgärtner. Tipps zur Identifizierung und Beseitigung

News: Aktuelle politische und medizinische Entwicklungen aus Deutschland, Österreich und der ganzen Welt

Sorten: Die Marihuana-Varietäten „Money Maker“ und „Devil“ auf dem Prüfstand

Szeneberichte: Berühmte Cannabiskonsumenten und Cannabis konsumierende Berühmtheiten – in dieser Ausgabe unter anderem mit Woody Harrelson (Tribute von Panem, Natural Born Killers)

Growing: High School – Einfach ernten! So gelingt die Ernte ohne Probleme

Recht: Rechtsanwalt Steffen Dietrich berät über Hausdurchsuchungen wegen Cannabisanbau

Event: Informationen, Termine und Treffpunkte zum „Global Marijuana March 2016“

Growing: Der perfekte Geschmack beim Hydrokultur-Anbau

Reise: Das Vaporizer-Restaurant „Green House Kitchen“ in Amsterdam