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Marihuana in Österreich: Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich für Cannabis-Grow!

Von  Jun 24, 2016

Das gab es noch nicht in Österreich – zwei Cannabis-Grower sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für den Rest ihres Lebens hinter Gitter: Im August beginnt ein Prozess in Wien, in dem einer 13-köpfigen Gruppe vorgeworfen wird, insgesamt sechs Wohnungen bzw. Häuser angemietet und dort Plantagen mit bis zu jeweils 850 Cannabispflanzen unterhalten zu haben. So sollen in einem Zeitraum von zwei Jahren 350 Kilogramm Marihuana produziert und verkauft worden sein, wie der „Kurier“ heute berichtet. Außerdem wurde der Strom für das Unterfangen abgezwackt, sodass auch noch Stromdiebstahl im Wert von 180.000 Euro auf den Deckel der beiden Hauptangeklagten kommt.

 

Diese sind 38 und 41 Jahre alt und haben nun, obwohl erstmals vor Gericht, ein riesiges Problem. Denn die Staatsanwaltschaft bedient sich eines Paragraphen, der damals geschaffen wurde, um internationale Drogenbosse für immer hinter Gitter zu sperren. In Absatz Nr. 5 des Paragrafen 28a des Suchtmittelgesetzes steht, dass wer gemeinsam mit „einer größeren Anzahl Menschen“ Drogengeschäfte begeht, zu zehn bis zwanzig Jahren bzw. lebenslanger Haft verurteilt werden kann. Und eben diesen bislang kaum genutzten Paragrafen zückt nun die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Die Drogenfahndung im Landeskriminalamt Niederösterreich freut sich derweil und hofft (garantiert vergebens – selbst in Ländern mit Todesstrafe wird Gras angebaut) auf eine abschreckende Wirkung für andere Grower.

 

Dass (auch wenn es um 350 Kilo Marihuana geht) relativ kleine Cannabis-Dealer für immer in den Knast sollen, und das in Österreich, ist ein wahrer Skandal. Die Anwälte der Angeklagten zeigten sich im „Kurier“ sichtlich schockiert: „Ich vertrete schon mein ganzes Berufsleben lang Drogendealer vor Gericht. Und da waren große Fische dabei. Aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen“, lässt sich einer der Verteidiger zitieren.

 

Highway berichtet im August vom Prozess.

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