Medizinisches Cannabis in Österreich: Bürgerinitiative eingeleitet (online unterschreiben!) Highway / Abwandlung von: Adobe Stock

Medizinisches Cannabis in Österreich: Bürgerinitiative eingeleitet (online unterschreiben!)

Von  Jun 01, 2017

Cannabis ist Medizin! Immer wieder käuen wir diesen Fakt wieder und dennoch ist es noch ein langer Weg bis diese Information überall angekommen ist. Deutschland hat nun immerhin ein – wenn auch hoch umstrittenes und bei Weitem nicht perfektes – Cannabis-Medizin-Gesetz. Doch Nachbar Österreich steht zumindest in dieser Beziehung schlechter da: es hat gar kein Gesetz, das Cannabis als Medizin ansieht. Vorreiter wie der Cannabis Social Club Salzburg um Willi Wallner werden dabei sogar noch angegangen und vor Gericht gestellt, obwohl sie einzig dafür kämpfen, schwer kranken Menschen einen Zugang zu Cannabismedizin zu verschaffen.

 

Und es kommt noch schlimmer: Mit einer geplanten Gesetzes-Novelle stellt sich Österreich gegen den weltweiten Trend der Gesetzeslockerungen und auch der Akzeptanz von Cannabis als Medizin. Die Novelle sieht vor, das Suchtmittelgesetz dahingehend abzuändern, dass nicht nur der psychoaktive Cannabis-Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) mit Strafen zu versehen ist, sondern in Zukunft auch das Cannabinoid Cannabidiol (CBD), das in keinster Weise psychoaktiv wirkt und daher in Österreich wie auch in fast allen anderen Ländern bisher nicht illegal ist. Zwar wirkt CBD nicht berauschend, dafür hilft es bei einigen Erkrankungen äußerst gut als Medikament.

 

Das österreichische Hanf-Institut tritt in einer Stellungnahme daher insbesondere der Behauptung entgegen, dass zu CBD keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen. Toni Straka vom Hanf-Institut sagt: „In Österreich will der Staat in wenigen Tagen eine neuerliche Gesetzes-Novelle abhandeln, in der Hanf wider alle Fakten zur Chemikalie hochstilisiert wird. Alle, die Cannabis kennen, wissen, dass es eine von über 28.000 Heilpflanzen auf dieser Welt – wie Kamille, Salbei oder Baldrian – ist. So soll Cannabis daher nach unserer Ansicht auch behandelt werden: als Pflanze.“

 

Um diese Forderung zu stützen, sammelten Cannabisaktivisten über 10.000 Unterschriften auf den Straßen Österreichs, die vergangenen Freitag von einem Komitee schwer kranker Cannabispatienten im Alter zwischen 4 und 78 Jahren an den Direktor des österreichischen Parlaments, Dr. Harald Dossi, übergeben wurde. Dies war auch zugleich der Startschuss der vom Hanf-Institut und der Arge Canna durchgeführten „parlamentarischen Medical-Cannabis-Bürgerinitiative“, die nun auch online unterzeichnet werden kann. Die Bürgerinitiative, deren zentrale Forderung die Legalisierung des Eigenanbaus von Cannabis für und durch kranke Menschen ist, kann bis mindestens Dezember auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00116/index.shtml) unterzeichnet werden.

 

Auf Basis hochgerechneter Zahlen aus den USA geht die Initiative von etwa 200.000 Österreichern aus, für die Cannabis als Medikament in Betracht kommen würde. Straka zur Bürgerinitiative: „Diesmal wollen wir daher rechtzeitig ein Zeichen setzen, dass die angestrebte Novelle des Suchtmittelgesetzes diametral zu den Wünschen der Betroffenen steht, die kein teures Monosubstanz-Extrakt aus der Apotheke, sondern die ganze, gesunde Blüte direkt aus dem eigenen Garten – oder auch Grow-Zelt – zur Behandlung ihrer unterschiedlichsten Leiden wollen.“ Der Obmann der Arge Canna, Gerfried Düregger, äußerte sich zum Start der Initiative zuversichtlich: „Fast 10.000 Unterschriften schon in der Offline-Phase aus ganz Österreich sind ein deutlicher Hinweis, wie positiv die Menschen zu Cannabis als Medizin stehen. Die Betroffenen könnten sich durch unser Eigenanbau-Modell kurzfristig selbst Hilfe verschaffen.

 

Somit bleibt uns nur, uns dem Aufruf anzuschließen und alle Leser aus Österreich aufzufordern, ihre Online-Unterschrift abzugeben, damit sich die Lage verbessert anstatt zu verschlechtern.

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