Kilo-Bust in Wien: Handy der Verdächtigen zu schlau für Polizei

Von  Mai 11, 2020

Zwei mutmaßliche Cannabis-Händler müssen sich bald in Wien vor Gericht verantworten. Die Polizei hatte bei den Verdächtigen eine größere Menge Cannabis im Kilobereich sowie 15.000 Euro Bargeld gefunden. Auf deren Spur kamen die Beamten dank eines Zufalls und dem leichtsinnigen Verhalten der Männer: im Zuge einer Corona-Streife hielten die Polizisten Anfang April in Wien an einer roten Ampel und warfen bei der Gelegenheit einen Blick in das neben ihnen zum Stehen kommende Fahrzeug, in dem gerade der Beifahrer dem Fahrer ein gefülltes (Marihuana-)Baggy zur Geruchsprobe vor die Nase hielt. Die Beamten entschlossen sich, nicht gleich zuzuschlagen, sondern dem verdächtigen Fahrzeug erst einmal weiter zu folgen. Vor den Augen der uniformierten Beobachter holten die Verdächtigen tatsächlich kurze Zeit später eine größere Menge Cannabis aus dem Kofferraum – und der Zugriff erfolgte prompt.

 

Trotz erdrückender Indizienlage gaben sich die Verdächtigen auf der Wache nicht nur äußerst wortkarg, auch ein weiteres Detail an dem Fall dürfte die Ermittler zur Weißglut treiben: denn bei den Smartphones der mutmaßlichen Dealer handelte es sich um speziell „getunte“ Handys, die es jedem unregistrierten Nutzer extrem schwer machen, auf seinen Inhalt zuzugreifen. Handelsübliche Telefonie soll mit diesen Geräten gar nicht möglich gewesen sein, so ergaben Recherchen der Nachrichtenseite Heute.at, die außerdem als Herkunft der Geräte die Niederlande nannte. Stattdessen bleibe nur die Kommunikation über Chat-Nachrichten mithilfe eines speziell angepassten Messenger-Programms. Werde aber der Entsperr-Code dreimal falsch eingegeben, so würden alle Daten unwiderruflich von der Festplatte des Smartphones gelöscht. Auch ein nachträglicher Zugriff auf die Server falle dann weg, denn die befänden sich außerhalb der Reichweite der österreichischen Justiz. Somit haben die Beamten in diesem Fall, der bald vor Gericht landen wird, wohl keine Chance an die wahrscheinlich höchst sensiblen Daten heranzukommen. Hätten die Verdächtigen am Steuer ihres Wagens doch mal genau so eine Vorsicht walten lassen wie mit ihrer Kommunikationstechnik...

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