Hausdurchsuchung beim Cannabis Social Club Salzburg: Polizei steckt haftunfähigen Patienten in die Psychiatrie Cannabis Social Club Salzburg

Hausdurchsuchung beim Cannabis Social Club Salzburg: Polizei steckt haftunfähigen Patienten in die Psychiatrie

Von  Nov 03, 2016

An Halloween wurden Wilhelm „Willi“ Wallner, Obmann des Cannabis Social Clubs (CSC) Salzburg, zum bereits achten Mal medizinische Cannabispflanzen umgeschnitten, die Wohnung verwüstet und alle Vermögenswerte beschlagnahmt: Handys, Computer, Navis, Dokumente – alles von der Polizei beschlagnahmt, weil ein kranker Mensch anderen kranken Menschen helfen will. Nachstehend veröffentlichen wir an dieser Stelle die diesbezügliche Pressemitteilung des Hanf-Instituts (www.hanfinstitut.at).

 

Ein exemplarisches Beispiel für die Sinnlosigkeit der Verfolgung kranker Menschen, die sich mit Cannabis erfolgreich selbst behandeln, lieferte die österreichische Exekutive während Halloween und an Allerheiligen.

 

Das Haus und Vereinslokal des CSC Salzburg in Henndorf am Wallersee wurde am vergangenen Montag im Zuge eine Hausdurchsuchung durch niederösterreichische Kriminalpolizisten verwüstet.

 

Die Polizisten waren bei diesem Besuch nach Angaben des Clubobmanns Wilhelm Wallner sehr unfreundlich und fast brutal. „Jetzt habe ich schon acht Hausdurchsuchungen hinter mir. Aber so eine Verwüstung haben die Eugendorfer Polizisten nie angerichtet“, wundert sich Wallner, dessen Verein über 140 betagte und schwerkranke Menschen versucht, mit der Medizin ihrer Wahl zu versorgen.

 

Wilhelm „Willi“ Wallner, Obmann des CSC Salzburg

 

Diese bereits achte Hausdurchsuchung und Beschlagnahme von 78 Hanfpflanzen sowie einem Kilogramm Hanfbutter endete damit, dass die Behörden den Clubobmann und chronischen Schmerzpatienten Wilhelm Wallner zuerst während des fünf Stunden langen Verhörs seine Cannabis-Medizin vorenthielten. Als der in Agonie liegende Wallner im Zuge der Einvernahme meinte, dass nach der Verwüstung seines Hauses und der Konfiskation der Gärtnerei-Ausstattung alles keinen Sinn mehr mache, verfrachtete die Polizei den haftunfähigen Cannabis-Aktivisten wegen ‚Selbstgefährdung‘ in eine psychiatrische Klinik, wo er sich aktuell noch immer auf Weisung der Behörden befindet, aber immerhin Kontakt zur Aussenwelt hat.

 

Halloween-Horror: Hausdurchsuchungen bei mehreren Cannabis Social Clubs

 

Auch der Obmann des CSC Wien, Markus Winter, erhielt an Allerheiligen unerwünschten Blaulicht-Besuch. „Zwei Hünen in Uniform standen vor meiner Tür. Konfisziert wurde außer einem Fläschchen mit (legalem) Cannabidiol-Öl aber nichts“, sagte Winter dem Hanf-Institut. Auch für andere Cannabis-Patienten wurde der 31. Oktober zum Halloween-Horror – nicht weil Horror-Clowns sie terrorisierten, sondern da schwer bewaffnete Polizei-Einheiten im Rahmen weiterer Hausdurchsuchungen ihr oft lebensnotwendiges Heilmittel beschlagnahmten.

 

 

Kann sich Österreich diese Milliarden-Kosten leisten?

 

„Die Republik Österreich muss immer noch ein sehr reiches Land sein, wenn sie sich derart unverhältnismäßige Maßnahmen im sinnlosen Krieg gegen Schwerstkranke leisten kann“, kommentierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka am Mittwoch den neu aufgeflammten Cannabis-Krieg gegen die wertvollste Heilpflanze dieser Erde.

 

Nach Schätzungen des Hanf-Instituts kostet jede polizeiliche Aktion gegen HanffreundInnen mindestens 15.000 Euro. „Wenn niederösterreichische Kriminalbeamte Kapazitäten für eine Landpartie nach Salzburg wegen ein paar ungiftiger Pflanzen haben, zeugt das von mangelnder Kooperation der Landespolizei-Direktionen. Wilhelm Wallner ist ja der Salzburger Exekutive von sieben früheren Hausdurchsuchungen gut bekannt“, sagte Straka weiter.

 

„Während die Legalisierung in Colorado im Jahr 2015 über 25.000 neue Arbeitsplätze schuf, kostet die gesetzliche Zwangsbehandlung von Zehntausenden HanffreundInnen in Österreich den Steuerzahler jährlich insgesamt über eine Milliarde Euro durch unnötige Ausgaben für die Verfolgung durch Justiz, Exekutive und Gesundheitsbehörden, zu denen noch dazu entgangene Steuereinnahmen in etwa derselben Höhe hinzukommen“, wies Straka wiederholt auf den ganzen Irrsinn im Namen eines Gesetzgebers hin, „der tausendfache Beweise über die Nützlichkeit von Hanf als nebenwirkungsarmes Heil- und ungiftiges Genussmittel weiter ignoriert. Die Erde ist aber ebensowenig eine Scheibe wie Cannabis ein ‚Suchtmittel‘ ist.“

 

Auch Mario Danne vom Netzwerk Cannabis Social Clubs Austria hat kein Verständnis für die harte Vorgehensweise: „Wir finden diese Spielchen mit Patienten, Menschen die täglich Schmerzen erleiden müssen, einfach unmenschlich. Man ist einer Behördenwillkür ausgeliefert, was einer Folter gleichkommt. Ob das Ziel ist, die Menschen auf Dauer mürbe zu machen oder gar egal ist, ob sie daran sterben? Wir rufen dazu auf, euch noch mehr für Patienten einzusetzen, schließt euch an, werdet selbst aktiv, wir dürfen dem nicht länger zusehen!“

 

Quelle der Pressemitteilung: www.hanfinstitut.at

Weblink zur Website des CSC Salzburg: www.csc-salzburg.at

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