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Cannabisanbau durch Schmerzpatient: Verfahren eingestellt!

Von  Feb 25, 2016

Cannabis hilft gegen Schmerzen, das ist schon lange bekannt. Manchen Menschen hilft sogar nur Cannabis gegen ihre Schmerzen. Deswegen dürfen sogar in der Bundesrepublik Deutschland wenigsten ein paar Hundert Schmerzpatienten Cannabis über Apotheken beziehen. Doch genau das ist nicht unproblematisch, da diese dafür horrende Preise verlangen. Ein Eigenanbau ist durch die Regierung aber auch für die offiziellen Schmerzpatienten nicht vorgesehen.

 

Was soll man also tun, wenn man unter übelsten Schmerzen leidet, wegen diesen erwerbsunfähig ist und dann natürlich kein Geld hat, um einen vierstelligen Betrag im Monat in legale Cannabisblüten zu investieren? Dass der ein oder andere dann doch an Anbau denkt, ist wohl nachvollziehbar. Dumm nur, wenn dann der Nachbar noch schlimmer ist als der Durchschnittsnachbar und sich als Vollblut-Denunziant erweist.

 

So geschehen im Fall des 47-jährigen Andreas Wieczorek, einem austherapierten Schmerzpatienten mit Sondergenehmigung für den Erwerb von Apotheken-Cannabis. Da ihm das Geld dafür fehlte, wollte er sich in seinem Keller selbst mit Marihuana versorgen. Der Nachbar zeigte ihn an, die Polizei kam und nahmen Pflanzen und Gerätschaften mit. Das Amtsgericht Unna sprach Wieczorek aufgrund seiner Krankheit im Sommer 2015 tatsächlich frei und ordnete sogar die Rückgabe der Pflanzen an. Allerdings legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein.

 

Nun wurde das Ganze vor dem Dortmunder Landgericht daher neu aufgerollt. Ergebnis: Nach wie vor keine Strafe für den Angeklagten, dem sein geringes Vergehen aufgrund seiner Leidensgeschichte und mit Ausblick auf die sich in Zukunft ändernden Gesetze für Schmerzpatienten in Deutschland, die eine Kostenübernahme von Cannabis durch die Krankenkassen vorsieht, nachgesehen wird. Wermutstropfen dabei: Im Gegensatz zum Amtsgericht Unna warnt das Dortmunder Landgericht vor einem erneuten Anbauversuch, der dann zu einer Verurteilung führen würde.

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