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Weed 2.0? Microsoft steigt ins Cannabis-Geschäft ein

Von  Jun 20, 2016

Das hat Signalwirkung für die ganze Cannabis-Branche weltweit – und darüber hinaus. Der Software-Gigant und Global Player Microsoft steigt mit kleinen Schritten ins legale Cannabusiness ein, finanziell kleinen Schritten. Die Außenwirkung hingegen ist riesig – nachdem die „New York Times“ über diese Entscheidung Microsofts berichtete, gab es ein riesiges Medienecho aus allen Teilen der Erde.

 

Eins der größten und anerkanntesten Unternehmen überhaupt macht nun in Gras? Eigentlich nur ein logischer Schritt für eine gewinnorientierte Firma, denn in der gerade in Amerika entstehenden legalen Cannabis-Branche sind Millionen und Milliarden zu holen. Dennoch sind größere Unternehmen ziemlich einheitlich nicht bereit, sich mit dieser Branche in Verbindung zu stellen, denn es werden statt Gewinnen Umsatzeinbrüche befürchtet. Das liegt daran, dass Cannabis leider von vielen Menschen fälschlicherweise immer noch als schlimme Droge, die die Menschen verdirbt, angesehen wird. Große, etablierte Firmen gehen hier kein Risiko ein und warten auf eine flächendeckende Legalisierung, bis sie sich auf den Markt wagen.

 

Dies ist aber natürlich auch eine Chance für viele kleine und mittelständische Unternehmen, die sich gerade in Amerika ihr Netzwerk aufbauen. Ein weiteres Problem ist aber, dass das legale amerikanische Weed-Geschäft auf Bargeld basiert, da die Banken aufgrund der amerikanischen Bundesgesetze, die Marihuana als illegale Droge einstufen, ebenfalls keine Risiken eingehen möchten und den Shops beispielsweise erst gar keine Konten einräumen. (Die deutschen Sparkassen eröffnen übrigens auch keine Konten für deutsche Cannabis-konnotierte Unternehmen – vermutlich befürchtet man, die Sparstrümpfe diverser Omas zu verlieren.)

 

Microsoft hat schon einmal rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und übernimmt nun wieder eine Vorreiterrolle. Praktisch natürlich, dass der Firmensitz im Bundesstaat Washington liegt, wo Cannabis neben drei weiteren Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington (nicht zu verwechseln mit dem Bundesstaat) vollständig legalisiert ist. Mindestens fünf amerikanische Bundesstaaten stimmen dieses Jahr noch über eine komplette Legalisierung ab, medizinisches Cannabis ist sogar bereits in über der Hälfte aller US-Staaten erlaubt und an der Tagesordnung.

 

Allerdings ist es nicht so, dass Microsoft nun Weed statt Windows vertickt. Die ersten Schritte im Cannabusiness gestalten sich im Zuge einer Kooperation mit dem Start-up Kind aus Los Angeles. Kind offeriert viele verschiedene Produkte für den legalen Weed-Markt, etwa kleine Geldautomaten-ähnliche Marihuana-Ausgabeboxen. Microsoft wird zusammen mit Kind aber an einem Produkt für die Regierung feilen: Mithilfe der Microsoft-Cloud „Azure“ sollen Cannabissamen getaggt werden und ihre Lieferkette vom Einpflanzen bis zum Verkauf des Cannabis-Endprodukts überwacht werden können. So soll sichergestellt werden, dass die Samen, die Pflanzen und die Produkte dieser alle im Rahmen der legalen Bedingungen verarbeitet und konsumiert werden.

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