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UN-Drogenreport 2015: 20 Millionen Kiffer in der EU gemeldet

Von  Mär 02, 2016

Mit fast 20 Millionen Cannabiskonsumenten rechnet der Drogenbericht 2015 des Internationalen Suchtstoffkontrollrats – ein unabhängiger Rat, der die Einhaltung der internationalen Drogen-Kontrollabkommen der Vereinten Nationen überwacht.

 

Tagesschau.de zitiert den Suchtbericht dahingehend, dass im vergangenen Jahr 2015 19,3 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren Cannabis konsumiert haben sollen. Hierbei kann zusätzlich vermutlich immer noch von einer gewissen Anzahl von Cannabisenthusiasten, die nicht in dieser Statistik auftauchen, ausgegangen werden.

 

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler sieht die deutsche Drogen- und Suchtpolitik leider bestätigt und meldet, der Internationale Suchstoffbericht „gibt uns Recht“. Es gehe nicht um einen „Krieg gegen die Drogen“. „Wir setzen die international diskutierte Philosophie um, das Angebot illegaler Drogen auf der einen Seite zu verringern und auf der anderen Seite die Nutzung für medizinische Zwecke im Sinne der Patienten zu fördern“, so Mortler.

 

Werner Sipp, Präsident des Suchtstoff-Kontrollrats der Vereinten Nationen, hob hervor, dass der Cannabisgebrauch – außerhalb medizinischer und wissenschaftlicher Zwecke – nicht in Übereinstimmung mit den internationalen Drogenkontrollabkommen stehe. Trotzdem gäbe es genug nationale Flexibilität, um unterschiedlich auf den illegalen Gebrauch von Cannabis zu reagieren und ihn strafrechtlich zu bewerten.

 

Nach dem Report soll in der EU fast jeder vierte Erwachsene mindestens einmal in seinem Leben illegale Drogen ausprobiert haben. Die höchsten Quoten diesbezüglich werden aus Dänemark, Frankreich und Großbritannien gemeldet. Besorgt äußert sich der Bericht über die Zunahme neuer psychoaktiver Substanzen, darunter auch viele zugelassene Medikamente.

 

Weiterführende Informationen der Bundesregierung zum Suchstoff-Kontrollrat:

Der Suchtstoff-Kontrollrat der Vereinten Nationen hat die Aufgabe, die weltweite Drogenproduktion, den Handel und die Verteilung zu überwachen. Jährlich legt er einen Bericht zur weltweiten Drogensituation vor, entsendet Missionen in verschiedene Länder und steht im Dialog mit den Regierungen.

 

Seit 1961 gibt es das „Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel“. Dieser internationale Vertrag hat das Ziel, die Verfügbarkeit von Drogen einzuschränken. Über 180 Staaten sind an diesen Vertrag gebunden. Betäubungsmittelsucht stelle für den Einzelnen ein Übel und für die Menschheit eine wirtschaftliche und soziale Gefahr dar, so ist es in der Präambel des Vertrages zu lesen. Der Vertrag setzt daher vor allem auf die Bekämpfung des Anbaus und der Herstellung. Er verbietet jeden nichtmedizinischen und nichtwissenschaftlichen Gebrauch von Drogen. 1971 und 1988 gab es weitere internationalen Drogenkontrollabkommen der Vereinten Nationen.

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