Kiffen in der Schweiz: 71,5 % für regulierte Abgabe von Cannabis Adobe Stock

Kiffen in der Schweiz: 71,5 % für regulierte Abgabe von Cannabis

Von  Mai 12, 2016

Eine große Online-Umfrage unter den Schweizer Bürgern ergab ein deutliches Votum für den Wunsch nach einer liberaleren Cannabispolitik und zeigte, dass sich die meisten der Teilnehmer eine Legalisierung von Cannabis wünschen würden.

 

Der Zusammenschluss „Newsnet“, der die vier Schweizer Tageszeitungen „Basler Zeitung“, „Berner Zeitung“, „Der Bund“ und „Tages-Anzeiger“ vereint, führte nun eine nicht repräsentative Umfrage unter der Schweizer Leserschaft durch, um zu erfahren, was diese von der aktuellen Cannabispolitik hält (Links am Ende des Artikels). 6.232 Teilnehmer folgten dem Aufruf und klickten sich durch die Fragen. 35,6 % von ihnen gaben dabei an, noch nie oder nur ein einziges Mal Cannabis konsumiert zu haben. 27,4 % der Befragten stuften sich selbst als tägliche oder wöchentliche Konsumenten ein.

 

Das Ergebnis erstaunt vermutlich gar nicht besonders viele Menschen, weder auf Seiten der Befürworter noch der Legalisierungsgegner: 83,8 % der Umfrageteilnehmer sind für eine Liberalisierung von Cannabis und auch eine regulierte Abgabe von Marihuana und Haschisch in der Schweiz wird mit einer großen Mehrheit von 71,5 % befürwortet. Der Wunsch nach einer Liberalisierung wird vor allem mit der Aushebelung des Schwarzmarkts (79 %) und der Entkriminalisierung der Konsumenten (88,9 %) begründet. Die Freigabe-Gegner begründeten ihre Sorgen mit Angst um die Jugendlichen (62,3 %), Angst um steigende Konsumentenzahlen (36 %), ganz allgemein dem Wunsch nach einer drogenfreien Gesellschaft (25,2 %) und mit der unsäglichen Einstiegsdrogen-Theorie (46,9 %). Eine ärztliche Verordnung von Cannabisprodukten lehnten allerdings nur 3,8 % der Umfrageteilnehmer ab.

 

Besonders interessante Ergebnisse: 13,1 % der Konsumenten gaben Eigenanbau als Bezugsquelle für Marihuana an. Für den Fall einer Freigabe durch die Schweizer Regierung sahen über die Hälfte (52,2 %) aller Befragten ihr favorisiertes Abgabemodell im Freien Markt, also einer Behandlung ähnlich der von Tabak. 29,2 % stimmten für die Produktion und den Vertrieb durch nicht gewinnorientierte Organisationen. Staatliche Produktion und Abgabe konnten sich nur 18,6 % der Befürworter vorstellen.

 

Alle Umfrageergebnisse gibt es hier zu finden:

Weblink: „Tages-Anzeiger“ – Cannabis-Umfrage: Die Resultate

Weblink: SurveyGizmo – Auswertung der Cannabis-Umfrage