Eklat auf Tech-Messe: smartes Cannabis-Gadget zu heftig

Von  Jan 08, 2020

Selbst dort, wo Cannabis bereits vollständig legalisiert worden ist, muss man sich noch mit den hässlichen kleinen Rückständen der Prohibtionsideologie abmühen, die sich über Jahre und Jahrzehnte in den Fugen und Ritzen der Gesellschaft festgesetzt haben wie Schimmel. Dabei könnte doch inzwischen alles so einfach sein in Las Vegas, Nevada, USA. In der Glücksspiel-Metropole ist Cannabis inzwischen legal und natürlich verdient sich die Stadt dumm und dämlich an den zahlreichen Dispensaries und der größten Cannabis-Ausstellung der Welt. An den Organisatoren der Consumer Electronics Show (CES), einer der größten Tech-Messen der Welt, ist diese Entwicklung aber scheinbar vorbeigegangen.

 

Dabei sah zunächst alles rosig aus für die Cannabisbranche: erstmals wurde im Rahmen der Messe-Awards ein für den Umgang mit Cannabis konzipiertes Produkt ausgezeichnet. Ein toller Erfolg für die Cannabisszene im Kampf um gesellschaftliche Akzeptanz. Der Keep Smart Storage, eine Art smarter Humidor voller nützlicher Sensoren, überzeugte die Jury mit seinem eleganten Design und der innovativen Funktionalität und konnte den ersten Preis in der Kategorie „Innovation“ einheimsen. Allerdings sollte der Hersteller-Firma nichtsdestotrotz eine Art Maulkorb angelegt werden, denn auf der Preisverleihung inklusive Produktpräsentation sollte unter keinen Umständen das Wort Cannabis auch nur fallen und befüllt werden sollte die Box damit natürlich erst recht nicht.

 

Der Hersteller weigerte sich standhaft bei dem seltsamen Spiel mitzuspielen und sagte seine Teilnahme an der Preisverleihung kurzerhand ab. Stattdessen nutzte man die mediale Aufmerksamkeit für eine spontane Crowdfunding-Aktion, an deren Erfolg nach jetzigem Stand (97 % funded) glücklicherweise kein Zweifel mehr besteht. Einer Massenproduktion und einem baldigen Testbericht im Highway steht nun also (so gut wie) nichts mehr im Wege.

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