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Doktor der Daily Mail behauptet: Cannabis mit schuld an islamistischem Terrorismus

Von  Mai 26, 2017

Lügen über Cannabis gibt es viele – und auch wenn sich einige der langjährigen Cannabis-Hetzen inzwischen nicht mehr in den Köpfen der Menschen halten können, bleiben manche der nicht belegten oder sogar widerlegten Vorwürfe – wie etwa die Einstiegsdrogentheorie – in Teilen der Gesellschaft immer noch bestehen und werden weiter verbreitet.

 

Oder es werden einfach gleich neue Vorwürfe und Lügen über Cannabis kreiert. Die englische „Daily Mail“ veröffentlichte gestern in ihrer Print- wie Online-Ausgabe ein besonders ekelhaftes Stück Cannabis-Hetze, das nur wenige Tage nach dem feigen Terroranschlag in Manchester islamistischen Terrorismus mit Cannabis in Verbindung bringt.

 

„Dr. Max Pemberton“, der so aussieht, als hätten ihn die coolen Jungs auf dem Pausenhof damals nicht am Joint ziehen lassen, rächt sich in dem von ihm verfassten Artikel nun also auf schäbige Weise: „Potheads – Ist Marihuana ein Faktor bei Dschihad-Morden?“, fragt er in der Titelzeile und gibt im Text dann auch sogleich die Antwort: „Der Beweis für die gefährlichen Effekte von Cannabis könnte nicht klarer sein.“

 

Im Artikel zählt er einige der zuletzt bekannt gewordenen Terroristen auf und behauptet, dass diese allesamt chronische Cannabiskonsumenten seien, früher mal Cannabis geraucht haben oder irgendwo bei ihnen Cannabis entdeckt wurde: „Es ist sicher kein Zufall, dass wir immer wieder in der Nacharbeitung von Terroranschlägen, wenn wir mehr über die Täter und ihre Motivation erfahren, entdecken, dass Cannabis ein Teil ihres alltäglichen Lebens war.“

 

Dann geht es in bester Reefer-Madness-Manier weiter – Sätze wie der folgende stehen dem Anti-Cannabis-Propagandafilm von 1936 in nichts nach: „Nur allzu regelmäßig hören die Gerichte von Individuen, die nach dem Rauchen der Droge psychotisch geworden sind und im Griff von Paranoia und Wahn kaltblütige Morde begangen haben.“

 

Dann behauptet der Autor, Cannabis lasse das Gehirn schrumpfen und ähnlichen Unfug, um abschließend entgegen seinen vorherigen Worten zu behaupten: „Natürlich sage ich nicht, dass Cannabis-Gebrauch jemanden in einen Selbstmordattentäter verwandeln kann.“ Nein, nur mit einer riesigen Schlagzeile andeuten wollte der gute Doktor das. Vermutlich, damit zwischen all den Kim-Kardashian- und Side-Boob-News auch mal etwas anderes in der „Daily Mail“ zu finden ist.

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