Amsterdam: kein Weed mehr für Touris, nur noch 68 Coffeeshops?

Von  Jan 08, 2021

Die niederländische Hauptstadt Amsterdam ist rund um den Globus als Kiffer-Mekka bekannt. Aus aller Herren Länder reisen Cannabisfreunde an, um sich an den Marihuana-Beständen der momentan noch 166 geöffneten Coffeeshops gütlich zu tun. Doch jeder, der der Grachtenstadt schon einmal einen Besuch abgestattet hat, weiß, wie sehr die Metropole unter den Menschenmassen ächzt. Das kann man auch als Cannabisfreund und Legalisierungsbefürworter durchaus anerkennen. 

 

Die inkonsequenten niederländische Cannabisgesetze tragen ihren Teil dazu bei, die Situation durch die völlig unnötige Kriminalisierung der Cannabis-Produzenten noch zu verschlimmern. Das Triumvirat aus Bürgermeisterin, Staatsanwalt und Polizei will dem ausufernden Treiben nun endgültig einen Riegel vorschieben, indem Coffeeshop-Produkte nur noch an Personen abgegeben werden sollen, deren dauerhafter Wohnsitz sich in den Niederlanden befindet.  

 

Dementsprechend würden viele Shops, die zur Zeit noch gute Geschäfte machen, überflüssig. Laut „De Telegraaf“ steht eine Zahl von nur noch 68 Coffeeshops im Raum, die Studien zufolge voll und ganz ausreichen würden, die Einwohner sowie die niederländischen Touristen mit Cannabis zu versorgen, was für die übrigen 98 Shops wohl das Aus bedeuten würde. Auch soll die Schattenseite des halblegalen Coffeeshop-Businesses endlich transparent gestaltet werden. Gleichzeitig soll ein Gütesiegel nach dem Vorbild der Stadt Haarlem eingeführt werden: Coffeeshops, die bestimmte Kriterien erfüllen bzw. übertreffen, können mit bevorzugter Behandlung seitens der Behörden rechnen. 

 

Die Initiatoren des Vorstoßes verschweigen allerdings auch nicht die Nachteile des Umbruchs: so wird, zumindest kurzfristig, ein starkes Aufflammen des unkontrollierten Straßenverkaufs befürchtet, der die Bedürfnisse der Touristen während der Übergangszeit mit Sicherheit nicht ignorieren wird. Dem Stadtparlament wird es nun obliegen, die Vor- und Nachteile der Planungen abzuwägen. In Anbetracht der Restriktionen, die die Hauptstadt-Coffeeshops bereits im Laufe des vergangenen Jahrzehnts über sich ergehen lassen mussten, ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass Amsterdams Tage als Kiffer-Mekka bald gezählt sind...

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