Traumjob? Cannabiskonsument leistet Sozialstunden im Hanfmuseum Berlin ab Tobias Gill, 35

Traumjob? Cannabiskonsument leistet Sozialstunden im Hanfmuseum Berlin ab

Von  Mär 22, 2018

Bayern ist ein hartes Pflaster für Cannabisfreunde, besonders für solche aus toleranteren Städten wie etwa Berlin. Diese Erfahrung musste Tobias Gill vergangenen Sommer vor einem Café in München machen (wir berichteten): der junge Hauptstädter, der mit Cannabis seine chronischen Rückenschmerzen lindert, hielt es für eine gute Idee, sich dort in aller Ruhe einen Joint zu rauchen. Die Polizei war von diesem Einfall ganz und gar nicht angetan, nahm Gill kurzerhand fest und fand vier Gramm Marihuana.

 

Im August bekam Gill von der Staatsanwaltschaft seinen Strafbefehl und der hatte sich gewaschen: entweder akzeptiere der Beschuldigte eine Geldstrafe von 9.600 Euro oder er müsse für vier Monate in Haft. Um auf seinen Fall und das überharte Strafmaß aufmerksam zu machen, veröffentlichte Gill ein Statement auf YouTube (siehe unten). Ob es letztendlich wirklich an dem Clip lag, ist unklar, doch die bayerische Justiz zeigte sich nachgiebig und akzeptierte ein Gnadengesuch des 35-Jährigen, woraufhin die Strafe in gemeinnützige Arbeit umgewandelt wurde.

 

Doch damit nicht genug: Gills Verteidiger erreichte doch tatsächlich, dass die Stunden bei der Grünen Hilfe, einem Verein, der sich in der Hauptsache um strafverfolgte Cannabiskonsumenten kümmert, abgeleistet werden können. Was von Gill in einem Zwiegespräch mit seinem Verteidiger eigentlich als Spaß gemeint war, erhielt, aus welchen Gründen auch immer, tatsächlich die Zustimmung der bayerischen Justiz.

 

Nun sitzt Tobias Gill tatsächlich an der Kasse des Hanfmuseums in Berlin, das mit der Grünen Hilfe kooperiert und ist zufrieden: „Ich bin jetzt schon die zweite Woche hier und fühle mich absolut akzeptiert und angekommen. Es ist noch schöner, als ich mir das vorgestellt habe.“

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