Bochum: Vater, Mutter, Sohn verkauften bis zu eine Tonne Marihuana openrangestock / Adobe Stock

Bochum: Vater, Mutter, Sohn verkauften bis zu eine Tonne Marihuana

Von  Aug 16, 2016

2,8 Millionen Euro Umsatz durch den Verkauf von Marihuana – das wird einer Familie aus Witten vorgeworfen, die sich nun auf der Anklagebank des Landgerichts Bochum wiederfindet. 15 Jahre lang sollen Vater (65), Mutter (64), Sohn (35) und auch dessen 29-jährige Freundin mit Gras gedealt haben. Angeklagt sind sie wegen 182 Fällen von Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge – insgesamt soll es sich um 700 bis 1.000 Kilo Cannabis handeln. Die „WAZ“ berichtete, dass zwei Abnehmer der Familie bereits zu Haftstrafen von 4,5 beziehungsweise 7,5 Jahren Haft verurteilt wurden. Vater und Sohn der Familienbande dürfen wohl mit noch empfindlicheren Strafen rechnen – beim Sohn wurden auch diverse Waffen aufgefunden, etwa eine scharfe Pistole und ein Gewehr. Einem anderen Bericht der „WAZ“ nach brauchte er die Waffen nach eigenen Aussagen, um sich in seinem „normalen“ Beruf als Münzhändler zu schützen. Er war vor einigen Jahren überfallen worden und trat damals sogar bei der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ auf.

 

Drahtzieher der ganzen Unternehmung soll der Sohn gewesen sein, für die Beschaffungsfahrten in den Niederlanden waren in der Regel der Vater oder gleich beide Eltern zuständig. Beweise gegen das seit Januar 2016 in Untersuchungshaft sitzende Quartett wurden zuhauf gesammelt: Einige Abnehmer packten aus, außerdem wurde der Sohn ein Jahr lang telefonisch und per Videokamera, die gegenüber seines Hauses installiert wurde, überwacht. Zu alledem verkaufte er auch noch verdeckten Ermittlern seine Ware. Die Beweislage ist also mehr oder weniger eindeutig, so sollen Vater und Sohn im Grunde auch geständig sein – um eine Gefängnisstrafe werden sie nicht herumkommen. Aber auch die Mutter, die gemeinsam mit dem Vater aus den Niederlanden einreiste und von der Polizei mit kiloweise Cannabis im Kofferraum erwischt wurde, sowie die Freundin des Sohns, die bei den Geschäften aushalf, werden wohl mit Haftstrafen versehen werden.