Starke Wurzeln und ihre Bedeutung für den Cannabis-Anbau

Von  Mär 27, 2020

Schwache Wurzeln sind am Ende nicht nur zu einem großen Teil mitverantwortlich, wenn die Ernte nicht wie gewünscht ausfällt, sondern stellen auch ganz klar eine Verschwendung von Dünger dar, denn bei schwachen Wurzeln kann man den Dünger auch gleich wegkippen. Pflanzen, die über kein gut entwickeltes Wurzelsystem verfügen,  haben nichts, womit sie den Dünger aufnehmen könnten. Daher sollte der Wurzelentwicklung also besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies gilt auch für erfolgreiche Grower, denn keine Ernte ist so gut, als dass sie nicht noch besser sein könnte. Die regelmäßige Kontrolle der Wurzeln hilft jedem Gärtner auf dem Weg zu den besten Ernten.

 

Vertrauen ist gut...

Diejenigen Grower, die Erde und ähnliche Medien verwenden, haben es bei der Kontrolle am schwersten. Während des Vegetationszyklus wird niemand eine Pflanze herausziehen, um zu erfahren wie die Wurzeln entwickelt sind. Die Verwendung eines leichteren Substrates (unter Zugabe von Perlit, Keramsit oder Rockwool) nutzt nicht nur den Pflanzen selbst, sondern auch den Growern, die den Wurzeln mehr Beachtung schenken wollen. Korrekt ausgebildete Wurzeln finden ihren Weg zum Boden des Anbaugefäßes, aus welchem sie dann herausschauen. Eine gesunde Wurzel ist schneeweiß und hat weiche, weiße Härchen. Wenn eine gelbliche, unterentwickelte oder sogar faulige Wurzel herausschaut, ist mit den Wurzeln etwas nicht in Ordnung. Man sollte auf jeden Fall die Unterschiede der Wurzelsysteme der verschiedenen Pflanzen verfolgen. Wenn aus einem Pflanzengefäß eine schöne weiße Wurzel herausschaut, aus dem anderen aber nicht, dann ist definitiv etwas nicht in Ordnung.

 

Für den Fall, dass die Wurzeln aus irgendeinem Grund nicht zum Boden des Gefäßes gelangen, bleibt nichts anderes übrig, als mit der Bewertung der Entwicklung bis zum Ende der Ernte zu warten. Es mag dem ein oder anderen sinnlos erscheinen, die Stärke und den Gesundheitszustand der Wurzeln nach der Ernte zu begutachten, aber das kann durchaus auf dem Weg zu besseren Ergebnissen bei den folgenden Ernten helfen. Wenn man feststellt, dass die Wurzeln zu schmal oder verfault sind oder die Masse der Wurzeln nicht im richtigen Verhältnis zur Pflanze steht, muss der Anbauvorgang beim nächsten Mal abgeändert werden: Zunächst sollte mehr Wert auf den Gießvorgang gelegt werden. Es kommt häufig vor, dass Anbauer bewährte Methoden für das Gießen und die Wasseranpassung benutzen und aufhören, den pH-Wert, den EC-Wert oder die Feuchtigkeit im Anzuchtmedium zu messen, da davon ausgegangen wird, dass sich bei einer gleichen Dosierung auch die gleichen Werte wie beim vorherigen Grow ergeben. Sorgfältigkeit zahlt sich beim Anbau aber sehr aus und deshalb ist es notwendig, diesen Werten die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Bei einer Reihe von Growern hat sich das Gießen von unten als günstig erwiesen. Die Pflanzen fühlen die Feuchtigkeit von unten. Die Wurzeln versuchen zu ihr zu gelangen, wachsen deshalb schneller und schauen eher aus den Pflanzengefäßen heraus. Eine Bewässerung von unten nutzen zum Beispiel auch passive Bewässerungssysteme.

 

Gärtner, die Hydrokulturen verwenden, haben eine deutlich bessere Möglichkeit, die Wurzeln während der gesamten Vegetationszeit zu verfolgen. Rockwoolmatten lassen sich problemlos anheben, durch Keramsit wachsen die Wurzeln einfach hindurch und in Luft- und NFT-Systemen bietet sich der Blick auf die Wurzel direkt. Die Kontrolle der Wurzeln ist in jedem System Pflicht. Oft werden die Wurzeln aber erst beachtet, wenn eine Ursache für ein Problem gesucht wird. Wenn eine Pflanze schön aussieht, heißt das aber nicht, dass ihr Wurzelsystem keine Unterstützung braucht.

 

...Kontrolle ist besser

Super Wurzeln gewünscht? Dann muss auch schon bei den Sämlingen beziehungsweise Stecklingen begonnen werden, darauf zu achten. Die Anfangsphase des Wurzelwachstums ist sehr wichtig. Wenn schon die Steckis oder Sämlinge beschädigte, schwache oder strukturlose Wurzeln haben, bilden sie nur schwer einen schönen Wurzelballen aus. Mit schlechtem Tabak dreht sich schließlich auch keine gute Zigarette. Es muss dringend auf Eindringlinge im Anzuchtmedium geachtet werden. Jeder Parasit kann nicht wiedergut zumachende Schäden verursachen. Gefährlich sind vor allem Trauermücken, die ihre Eier in das Substrat legen. Die geschlüpften Larven greifen sofort die Wurzeln an und die Folgen können fatal sein. Es existieren aber verschiedene Mittel, um sie zu bekämpfen. Während der gesamten Vegetationszeit sollte ein qualitativ hochwertiger Wurzelstimulator gegeben werden.

 

In der Blüte reicht es, diesen bei jedem zweiten Gießen hinzuzugeben. Zwei bis drei Wochen vor der Ernte wird die Gabe dann eingestellt. Das Gießwasser sollte mit einem Gebläse belüftet werden – die Wurzeln benötigen Sauerstoff, also sollen sie diesen auch bekommen. Die Wurzeln sollten während der Vegetationszeit und nach der Ernte kontrolliert und die Wurzelsysteme von sehr erfolgreichen Pflanzen mit denen der anderen verglichen werden. Dies sollte auch hinsichtlich dem Standort der jeweiligen Pflanzen geschehen – eventuell hat das Bewässerungssystem kleine Fehler, die es zu erkennen gilt. Durch eine sorgfältige Analyse kann man durchaus erkennen, dass es an einigen Stellen des Systems den Wurzeln gut geht und an anderen nicht. Darauf folgt die Suche nach den Ursachen. Bei der nächsten Runde haben dann vielleicht schon alle Pflanzen starke Wurzeln!

 

Dieser Artikel von Grow-Experte Mr. José erschien erstmals in Highway-Ausgabe 03/17.

 

 

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