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Cannabis – Schädlinge beim Growing: Spinnmilben

Von  Apr 04, 2016

Endlich ist die Sonne da! Aber genauso wie beim Anbau von anderen Pflanzen muss auch beim Cannabisanbau vor allem im Garten mit Schädlingen gerechnet werden, die die Ernte bedrohen könnten. Es gibt eine ganze Reihe von ihnen. Sie sind schwer zu entdecken und ihre Bekämpfung kann noch schwerer sein. Jedoch gibt es für jedes Problem auch eine Lösung.

 

In der aktuellen Ausgabe von Highway (seit dem 1. April am Kiosk oder als E-Paper erhältlich) befasst sich unser Grow-Guru Mr. José auf acht Seiten mit den verschiedensten Schädlingen, die den heimischen Garten infiltrieren können und gibt Ratschläge zur Identifizierung (inklusive Zeichnungen), zur Vorbeugung und zur Bekämpfung. Zu den bekanntesten Störenfrieden gehören die Blattläuse, Ameisen, Trauermücken, Mottenschildläuse, Fransenflügler, Nacktschnecken und natürlich auch die berühmt-berüchtigten Spinnmilben.

 

 

Als kleinen Ausblick auf unseren angesprochenen Artikel in Highway 02/2016 präsentieren wir euch hiermit den Beginn des Artikels sowie alle relevanten Infos zu den gemeinen Spinnmilben:

 

Cannabispflanzen haben viele Feinde aus dem Bereich der Schädlinge. Daher sollen diese einmal detailliert vorgestellt werden, um ihre Identifizierung und Bekämpfung durchzugehen. Vorab ist zu erwähnen, dass es viele verschiedene Mittel zum Schutz gegen Schädlinge gibt. Zu empfehlen ist hier eine Anwendung von Biopräparaten, die versprüht werden. Biopräparate sind Pflanzenschutzmittel, die hundertprozentig natürliche Stoffe enthalten. Das verhindert eine Kontamination von Pflanzen durch unerwünschte Giftstoffe. Biopräparate nutzen natürliche Feinde der Parasiten oder fungieren als nicht passierbare Hindernisse. Sie haben in der Regel keine Schutzfrist zum Abbau des im Mittel enthaltenen Stoffes. Deshalbkann solch ein Pflanzenschutzmittel bis zum Tag der Ernte angewandt werden, ohne zu riskieren, dass die geernteten Pflanzen irgendwelche Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten könnten.

 

Bekämpfung durch Besprühen

Bekämpfung durch Besprühen, ob mit chemischen oder biologischen Mitteln, ist am besten abends durchzuführen, wenn die Sonneneinstrahlung nicht mehr so intensiv ist. Würde man die Pflanzen bei intensiver Sonneneinstrahlung besprühen, könnten ihre Blätter verbrannt werden. Das Besprühen sollte bei trockenem Wetter durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass die Pflanzen nicht nass sein sollten und es auch innerhalb der nächsten 24 Stunden nicht regnen sollte. Das gleiche gilt auch bei anderen Anwendungen von Düngemitteln oder unterstützenden Präparaten. Bei der Behandlung ist auch wichtig, die Pflanzen komplett zu besprühen, das heißt, so zu besprühen, dass sie gänzlich nass werden. An den unteren Blattseiten finden Parasiten häufig eine Zuflucht. Bei der Nutzung von Biopräparaten muss mehr versprüht werden als bei chemischen Mitteln. Naturpräparate enthalten nämlich weniger aggressive Wirkstoffe und deshalb muss die Behandlung sorgfältiger durchgeführt werden. Chemische Präparate belasten die Pflanze und haben einen negativen Einfluss auf ihre Entwicklung. Obwohl chemische Präparate Schädlinge und Krankheiten gezielt bekämpfen, wurde bewiesen, dass Bio- Pflanzenschutzpräparate freundlicher zu den Pflanzen sind.

 

Hoher Wuchs – ein Platz für nützliche Prädatoren

Im Kampf gegen Schadinsekten kann die Natur selbst helfen. Jeder Schädling hat nämlich seine natürlichen Feinde. Diese halten sich aber am liebsten in hochgewachsenem Gras auf. Wenn man also den Garten regelmäßig mäht und einen perfekten Rasenschnitt zu erhalten versucht, dann sollte eine kleine Veränderung vorgenommen werden: Das Gras um das Cannabisfeld sollte höher wachsen, aber man sollte dort natürlich nicht Distel und Quecke wachsen lassen. Eine gewöhnliche Wiesenmischung bietet guten Schutz für Heuschrecken, Marienkäfer und weitere Prädatoren, die gerne und kostenfrei vor unerwünschten Eindringlingen schützen werden.

 

Chemische Pflanzenschutzmittel

Neben biologischen Pflanzenschutzmitteln wird auf dem Markt eine breite Palette an chemischen Produkten angeboten. Bei diesen Produkten genügt schon oft eine relativ kleine Menge des entsprechenden Wirkstoffs. Sie lassen sich nach ihrer Einwirkungsart unterteilen: Kontaktmittel beseitigen Schimmelpilze, Krankheiten und Schädlinge durch den Kontakt mit dem aktiven Wirkstoff. Diese Pestizide können anschließend von der Pflanze abgespült werden, um die Menge der Giftstoffe, die in die Pflanze gelangen können zu reduzieren. Systemmittel behandeln Krankheiten und Schimmelpilze. Die Spritzmittel werden von der Pflanze aufgenommen und gelangen in ihren „Kreislauf“. Somit kann der Wirkstoff in jedem Teil der Pflanze einwirken. Systemmittel bleiben in der Pflanze relativ lang erhalten und ihr Abbau ist komplizierter als bei den Kontaktmitteln.

 

 

Spinnmilben (Tetranychidae)

Zu den am häufigsten auftretenden und gefürchtetsten Cannabis-Schädlingen gehören zweifellos Spinnmilben. Diese achtbeinigen und einen halben Millimeter großen Spinnen schaffen es recht schnell, den ganzen Bestand zu vernichten. Am wohlsten fühlen sie sich in einem warmen und trockenen Klima, in dem sie sich radikal schnell vermehren. Bei Temperaturen von über 30 °C kann eine neue Generation von Spinnmilben bereits innerhalb von dreieinhalb Tagen entstehen. Jedes Weibchen legt im Laufe ihres Lebens etwa einhundert Eier. Es ist unglaublich, aber bei den erwähnten Temperaturen von über 30 °C kann aus einer einzigen schwangeren Spinnmilbe eine Population mit 13 Millionen Einzelwesen entstehen – und dies innerhalb eines Monates. Bei einer Temperatur von etwa 21 °C bilden sich innerhalb eines Monats immerhin ein Tausendstel davon, also 13.000 Einzelwesen.

 

Wie sind Spinnmilben zu erkennen?

Wegen ihrer Größe sind Spinnmilben sehr schwer zu entdecken. Im Allgemeinen leben sie an der Unterseite von Blättern, auf denen sich weiße Punkte bilden – sie sehen dann gesprenkelt aus. Dies wird durch ein Aussaugen des Safts aus den Blättern verursacht. Eine Lupe kann bei der Untersuchung von gesprenkelten Blättern sehr hilfreich sein. Die Spinnmilbe hat acht Beine – die meisten vorkommenden Schädlinge haben hingegen nur sechs Beine. Ihre Farbe kann rot, braun, weiß, schwarz oder hellgrün ausfallen. Ein klares Zeichen der Anwesenheit von Spinnmilben ist auch das Auftreten von feinen, aber festen Netzen. In diesem Stadium gibt es bereits eine große Menge an Spinnmilben, eine geeignete Maßnahme muss also schon viel früher durchgeführt werden.

 

Vorbeugung gegen Spinnmilben

Zusätzlich zu den grundlegenden Vorbeugungsmaßnahmen können Pflanzen mit geeigneten Biopräparaten präventiv behandelt werden. Es sollte sich um Mittel zur Bekämpfung von saugenden und beißenden Insekten handeln, z. B. Biool, Diamond Shield, Rock Effect, Produkte der Firma Neudorff oder aber um Phytoseiulus persimilis – eine Raubmilbe, die Spinnmilben frisst. Bio-Präparate und Raubmilben helfen effektiv in den Anfangsphasen des Befalls, bei großem Befall bleibt jedoch nichts anderes übrig, als zu chemischen Mitteln wie etwa Omite (Wirkstoff Propargit), Magus (Wirkstoff Fenazaquin) oder Karate (Wirkstoff Lambda-Cyhalotrin) zu greifen. Bei der Auswahl von chemischen Mitteln muss die Schutzfrist beachtet werden. Sie sollte immer kürzer als der Zeitraum zwischen der Behandlung und der Ernte sein.

 

Highway 02/2016 ist ab sofort für schlappe 2,30 Euro am Kiosk oder im Head-/Growshop erhältlich. Alternativ kann Highway auch für 1,89 als E-Paper erworben werden.

 

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