Cannabis richtig bewässern – aus dem neuen Heft Highway 02/2017 Adobe Stock

Cannabis richtig bewässern – aus dem neuen Heft Highway 02/2017

Von  Mär 02, 2017

Cannabis bewässern – klingt eigentlich wie ein einfaches Thema: Wasser rein und fertig? Nicht ganz! Um am Ende eine gesunde und kräftige Cannabispflanze großgezogen zu haben, muss ein Grower bei der Bewässerung einige Dinge beachten. In diesem Artikel liefert Grow-Experte Junior Gong daher einige Tipps zum Bewässern bei einem Grow auf Erde und auf Cocos.

 

Wasser ist quasi das Transportmedium für Nährstoffe und Mineralien, die die Pflanze für ihr Wachstum braucht. Über den Vorgang der Osmose wird Wasser samt der darin gelösten Nährstoffe aus dem Growmedium angesaugt und durch die Pflanze transportiert. Die Nährstoffe werden in den Zellen verarbeitet und anschließend verdunstet das Wasser über die Spaltöffnungen der Blätter.

Ein typischer Anfängerfehler ist es, der Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser zu geben. Gerade wenn man nie wirklich mit Zimmerpflanzen zu tun hatte und zum ersten Mal growt, fehlt einem die Erfahrung beim Gießen. Bekommt die Pflanze nicht genug Wasser, kann sie nicht ausreichend Nährstoffe aufnehmen. Es bilden sich dadurch Nährstoffmängel. Die Cannabispflanze benötigt außerdem für die chemischen Vorgänge (etwa die Photosynthese) ausreichend Wasser in den Zellen. Wird zu wenig gegossen, wird der gesamte Stoffwechsel gebremst und das Wachstum stark gehemmt. Die Pflanze droht von innen auszutrocknen. Zu viel Wasser ist aber genauso schädlich. Ist der Boden zu sehr durchwässert, kann Wurzelfäule entstehen, die gerade von Anfängern meist nicht erkannt wird. Zudem steigt die Schimmelgefahr immens, da sich Pilze in feuchten Umgebungen ohne viel Bewegung rasend schnell ausbreiten können. Hinzu kommt, dass die Wurzeln bei zu viel Feuchtigkeit nicht genug Sauerstoff bekommen und absterben können.

Damit die Cannabispflanze prächtig wachsen und gedeihen kann, muss also bei der Bewässerung ein gesundes Mittelmaß gefunden werden. Auch bedacht werden muss, dass die Zusammensetzung des Wassers auch eine wichtige Rolle spielt. Im Idealfall hat Gießwasser für Cannabis einen neutralen pH-Wert von circa 7, einen EC-Wert von 0,2 bis 0,4 und eine Zimmertemperatur von 22 bis 24 °C. Damit kann es den pH-Wert des Bodens nicht kaputt machen und die Pflanze nicht übersalzen. Gleichzeitig ist es damit perfekt geeignet, um Dünger anzumischen.

 
Es wäre zu schön, wenn man ganz unkompliziert das Wasser aus dem Hahn nehmen und damit die Cannabispflanze gießen könnte. Leider ist es aber nicht ganz so einfach. Leitungswasser enthält Kleinstmengen an Salzen, Mineralien und Chemikalien, die zwar für den menschlichen Organismus keine Gefahr darstellen, aber der Cannabispflanze schaden können. Das größte Problem ist der Kalk im Wasser, der das Substrat versalzen kann. Zu viel Salz kann die Wasseraufnahme der Pflanze bremsen. Ab einer bestimmten Salz-Konzentration droht die Umkehrosmose und der Boden beginnt, Wasser aus der Pflanze zu saugen. Ohne Gegenmaßnahmen trocknet die Pflanze rasant aus und stirbt einen schnellen Tod. Je nach Gegend kann der Kalkgehalt im Leitungswasser sehr hoch sein. Kalk ist nichts anderes als ein Salz und muss herausgefiltert werden. Bei hartem, also sehr kalkhaltigem Leitungswasser macht es Sinn, etwa fünfzig Euro in ein EC-Meter zu investieren, um den Salzgehalt des Leitungswassers im Blick zu behalten. Ist der EC-Wert des Leitungswassers nur leicht erhöht, ist eine Filterkanne von der Firma Brita die einfachste Lösung. Diese kann den EC-Wert um 0,15 bis 0,3 senken. Bei EC-Werten über 0,7 kann nur eine Umkehrosmose-Anlage dabei helfen, die Salze aus dem Leitungswasser zu filtern.

 
Im Gegensatz zu Leitungswasser ist Regenwasser schon etwas besser zum Gießen geeignet, da es nahezu keine Salze enthält. Doch es enthält auch nahezu keine Mineralien. Problematisch wird dies beim Anmischen von Dünger, da die Dünger-Lösungen vom Salz- und Mineraliengehalt her auf Leitungswasser abgestimmt sind. Beim Gießen mit reinem Regenwasser entstehen deshalb oft Calcium- oder Magnesiummängel in der Pflanze. Eine häufige Lösung ist das Mischen von Leitungs- und Regenwasser, sodass man am Ende einen EC-Wert von 0,2 bis 0,4 herausbekommt. So erhält die Pflanze genug Mineralien und der Boden kann auch nicht versalzen. Wichtig dabei ist es, kaltes Wasser aus dem Hahn zu nehmen, da warmes Wasser in der Heizanlage mehr Mineralien aufnehmen und den EC-Wert dadurch erhöhen kann. Zusätzlich sollte das Leitungswasser vor dem Mischen und der Messung über Nacht in offenen Eimern „lüften“, sodass sich die unerwünschten Chloride verflüchtigen können. Die Eimer dürfen nicht aus Metall sein, da sonst Mineralien aus dem Metall in das Wasser diffundieren können.

 

...wir wollen aber an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten, denn in unserem druckfrischen Magazin Highway 02/2017 findet man den vollständigen Artikel zur optimalen Bewässerung von Cannabis. Weiter geht es mit diesen Punkten:

 

  • die passende Gießmenge

  • Wassermangel

  • Überwässerung

  • Gieß-Häufigkeit

  • verschiedene Methoden des Gießens

  • Wasserverbrauch

  • Wasseraufnahme verschiedener Grow-Medien

 

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