Highway

Weltrekorde im Kiffen gibt es nicht zu viele. Im jährlich erscheinenden Weltrekorde-Buch Guinness World Records wurde etwa im Jahr 2009 der Amerikaner Irvin Rosenfeld, der am längsten bekannte offizielle Cannabispatient, mit der Auszeichnung für die meisten gerauchten Joints bekannt: 115.000 Joints in 27 Jahren wurden im angerechnet – wir berichteten und diskutierten kürzlich auf unserer Facebook-Page.

 

Zwar nicht vom Guinness-World-Records-Team überprüft, aber unserer Erkenntnis nach auch nicht widerlegt, ist die Behauptung des Amerikaners Joel Hradecky, der unter dem Namen CustomGrow420 auf YouTube aktiv ist und über eine Million Abonnenten hat. Joel hat eine über drei Meter lange Vaporizator-Tüte zunächst gefüllt und dann innerhalb kürzester Zeit inhaliert. Also den Inhalt, nicht die Tüte selbst. Auf seinem Kanal findet ihr noch weitere abstruse Konsumformen für Cannabis. Das Video mit dem Vapo-Weltrekord könnt ihr direkt hier anschauen:

Es soll ja Leute geben, die gerne in einer bayrischen 13.000-Einwohner-Kleinstadt leben würden. Dass unter solchen Leuten aber auch handfeste Kiffer sind, die nach eigenen Angaben den ersten Joint schon vorm Frühstück rauchen, das verwundert doch ein wenig. Davon gibt es aber mindestens einen – und der stand nun vor Gericht. Dass der Bedarf des 41-Jährigen von etwa zwei Gramm am Tag ins Geld geht, ist in Bayern vermutlich noch zutreffender als anderswo. Deswegen lies sich der Mann aus dem Städtchen Poing, inspiriert von YouTube-Videos, Grow-Zubehör ins Haus liefern, dass er im Internet kaufte. Und baute sich fortan sein eigenes Gras an, stolze neun Pflanzen.

 

Zum Glück für alle anständigen Bayern hat er aufmerksame Nachbarn, bei denen allein schon die Anlieferung von größeren Paketen Panik auslöste, und die direkt schon einmal Böses vermuteten. Vollkommen zurecht: Eine Überwachung der Stromzähler im Haus bestätigte den schlimmen Verdacht der Nachbarn – da stimmt etwas nicht. Also schnell eine E-Mail an die Polizei geschrieben, bitte mal eben gucken. Und, na klar, die Polizei kam. Und durchsuchte in Abwesenheit des Manns dessen Wohnung, fand 350 Gramm und die neun Pflanzen.

 

So fand sich der 41-Jährige diese Woche, rund anderthalb Jahre nach der Hausdurchsuchung, vorm Amtsgericht wieder. Angeklagt wegen illegalem Handel mit Betäubungsmitteln. Obwohl in Bayern, konnte er zumindest diesen Vorwurf ausräumen, auch wenn er dafür tief in die Selbstverleugnungskiste greifen musste: Er habe zu viel gekifft, „die Kontrolle verloren“ und sei abhängig gewesen. Der Anbau war zum Eigenbedarf und zur Kostenreduzierung bestimmt. Er legte dem Richter ein Schreiben einer ambulanten Drogentherapie vor, dass seine Drogenfreiheit seit anderthalb Jahren bescheinigt. Auch von Alkohol und Tabletten sei er clean. Ja, er müsse dem anonymen Anzeigenerstatter irgendwie sogar dankbar sein. Für bayrische Verhältnisse hat sich das Ganze wohl sogar gelohnt: Die 14 Monate auf Bewährung und 5.000 Geldstrafe sowie weitere Auflagen wurden vom Richter als Geschenk dargestellt.

 

Der genaue Bericht des Prozesses ist bei der Lokalpresse nachzulesen, die den Mann zu allem Unglück auch noch in der Überschrift verhöhnt: „Cannabis angebaut, Bewährungstrafe geerntet“ – merkur.de

Die Cannabislegalisierung ist eine mühsame Angelegenheit. Doch langsam gibt es auch in Deutschland immer mehr Menschen, die erkannt haben, dass die Prohibition zu nichts führt und eine regulierte Cannabisabgabe dringend nötig ist. Immer wieder gibt es kleine Schritte in die richtige Richtung und auch in den Köpfen der Bevölkerung ist langsam die Zeit erreicht, wo auch Menschen ohne Berührungspunkte zu Cannabis anerkennen, dass eine Kriminalisierung der Konsumenten so zwecklos wie asozial ist.

 

Selbst bei den Volksparteien SPD und CDU findet man inzwischen gelegentlich Politiker, die sich öffentlich für eine Freigabe von Gras aussprechen. Aus den Reihen der SPD-Bundestagsfraktion hat sich nun deren drogenpolitischer Berichterstatter Burkhard Blienert auf seiner Website und bei Facebook hinsichtlich einer Legalisierung von Cannabis so geäußert: „Als drogenpolitischer Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion und als Koordinator des Arbeitskreises Drogenpolitik bei der Friedrich-Ebert-Stiftung habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Cannabis auseinandergesetzt. In einer Vielzahl von Gesprächen mit Experten unterschiedlichster Passion hat sich bei mir die Erkenntnis verfestigt: Die Repression, die in den letzten Jahrzehnten in der Drogenpolitik angewandt wurde, ist gescheitert. Der Cannabis-Konsum wurde nicht verhindert, ganz im Gegenteil: Die Zahl der Konsumenten stieg immer weiter an! Somit steht für mich fest: Wir müssen neue Wege in der Drogenpolitik beschreiten und endlich eine regulierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene ermöglichen.“

 

Das hört sich natürlich erst einmal gut an. Die derart eingestellten Sozialdemokraten haben sogar eine eigene Website zum Thema, die unter fuercannabis.de abrufbar ist. Dennoch würden wir für das nächste Jahr nur eine bedingte Wahlempfehlung aussprechen, wenn es um die Chancen einer baldigen Cannabislegalisierung geht. Im Gespräch mit vorwaerts.de sagte Blienert: „Von einem Cannabis-Wahlkampf würde ich der SPD zwar abraten, die Punkte Modellprojekte und Entkriminalisierung würde ich aber gern im Regierungsprogramm vertreten sehen.“ Das werden schon noch genug Leute in der eigenen Partei anders sehen.

 

Was meint ihr, welche Partei in Deutschland ist noch am ehesten dazu geeignet, die Legalisierung herbeizuführen? Diskutiert mit auf unserer Facebook-Seite: facebook.com/HighwayMagazin

Immer wieder berichten wir in Highway – Das Cannabismagazin und auf unserer Website über die nur spärlich vorhandenen Rechte von Cannabiskonsumenten und Cannabispatienten in Deutschland, Österreich und der Schweiz (so erst kürzlich wieder, als ein Schwerbehinderter in Deutschland zu acht Monaten Haft verurteilt wurde). Und das ist schlimm, keine Frage.

 

Aber leider geht es immer noch schlimmer: Aus Singapur erreichen uns schreckliche Nachrichten, die fassungslos machen. Ein 38-jähriger Mann aus Nigeria, der 2005 nach Singapur gezogen war, um eine Football-Karriere zu starten, wurde vergangenen Freitag im Auftrag der Regierung durch den Strick getötet.

 

Wie das südafrikanische Newsportal „IOL“ berichtete, wurde der Mann 2007 mit 1,3 Kilo Cannabis von der Drogenpolizei Singapurs verhaftet, in seiner Wohnung fand sich noch einmal die gleiche Menge. In Singapur sind diese Mengen kein Scherz mehr, denn nach dem Gesetz kann ab dem Besitz von 500 Gramm Marihuana oder Haschisch die Todesstrafe verhängt werden.

 

Der gebürtige Nigerianer legte 2010, 2013 und einen Tag vor seiner Tötung erfolglos Gnadengesuche ein, um seine Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Am 18. November wurde ihm wegen ein paar Joints das Leben genommen.

 

...für weitere News, Entertainment und alles über den Cannabis-Anbau schaut einfach in die neuste Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin, die gerade erschienen und für schlappe 2,30 Euro im gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk und Growshop erhältlich ist.

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Nur falls es jemand noch nicht wissen sollte: In den Niederlanden ist Cannabis nicht legal. Klar, es gibt Coffeeshops und man kann auch in Ruhe am Amsterdamer Hauptbahnhof einen Joint rauchen, aber dennoch: Gras ist in den Niederlanden höchstens toleriert – und das gilt auch nur für die Konsumenten und dann zumindest den Verkaufsraum betreffend auch noch die Coffeeshops (wenn diese nicht mehr als 500 Gramm lagern und niemand mit harten Drogen dort angetroffen wird).

 

Ansonsten sind Gras und Hasch auch in den Niederlanden illegal. Das betrifft auch den Anbau (es gibt schätzungsweise etwa 30.000 gewerbliche Cannabisplantagen in den Niederlanden) und den Verkauf an die Coffeeshops, die dann das illegal gekaufte Gras an der Vordertheke tolerierterweise an die Konsumenten verkaufen dürfen – die sogenannte Hintertürregelung. Und dass diese Hintertürregelung ziemlicher Schwachsinn ist, ist schon lange bekannt: Produzenten und Verkäufer werden kriminalisiert, Qualitätskontrolle ist nicht vorhanden und ein Großteil der Einnahmen landet oft in den Händen der Kriminialisierten – die sich dann auch entsprechend kriminell benehmen. Das nutzt praktisch niemandem.

 

Das hat nun mit einiger Verspätung auch die niederländische Regierungspartei VDD erkannt, wie die Website „NiederlandeNet“ heute berichtet. Am Samstag traf man zum Parteitag zusammen und nahm sich auch dieser Problematik an. Erfreuliches Ergebnis für alle Cannabisfreunde: 86,1 Prozent der Parteimitglieder stimmten für eine faktische Legalisierung von Marihuana und Haschisch. Es soll nach dem Willen der VDD eine landesweite Regelung eingeführt und werden, anstatt weiter im Kleinen Experimente einzelner Gemeinden und andere Alleingänge auszutesten.

 

Die niederländische Bevölkerung steht eindeutig hinter diesem Beschluss: Über 70 Prozent der Bevölkerung unterstützen eine „richtige“ Legalisierung. Dies wird der VDD vielleicht noch einige Extra-Stimmen für die Parlamentswahl in den Niederlanden, die am 15. März 2017 stattfinden wird, bescheren. Vermutlich wird die VDD aber so oder so wieder die meisten Stimmen der Wähler erhalten und somit steht dann der baldigen, flächendeckenden und kompletten Legalisierung von Cannabis in den Niederlanden nichts mehr im Wege.

 

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Gut Ding will Weile haben: Bereits vor knapp drei Jahren hat der Kongress des kleinsten spanischsprachigen Lands Südamerikas – Uruguay – beschlossen, Cannabis zu legalisieren. Seitdem ist viel Zeit vergangen und so richtig in Fahrt gekommen ist die Legalisierung noch nicht. Es soll vermieden werden, dass Uruguay zu einem Cannabismekka verkommt, daher ist viel Zeit in die Ausarbeitung der betreffenden Gesetze geflossen.

 

Aufgrund der Entfernung trifft es die meisten Leser wohl nicht all zu hart, aber Ausländern ist es nicht gestattet, sich mit Marihuana einzudecken – dafür wird ein uruguayischer Personalausweis benötigt. Doch nicht nur das, auch eine behördliche Registrierung ist nötig.

 

Danach gibt es für die Einwohner Uruguays drei verschiedene Möglichkeiten, um an ihr Gras zu kommen: entweder durch den Anbau von bis zu sechs Pflanzen (auch dies setzt eine Registrierung voraus), Mitgliedschaft in einem Cannabis-Club oder über den Einkauf in Apotheken.

 

Nun wurde auch der Preis für das Apotheken-Marihuana festgelegt, sodass nun auch wirklich in Kürze die Legalisierung in vollen Zügen genossen werden kann. Der Preis dürfte dem Ganzen jedenfalls nicht im Wege stehen: Umgerechnet werden etwa 1,20 Euro pro Gramm Marihuana fällig. Wer jetzt auswandern und die uruguayische Staatsbürgerschaft beantragen will, sei aber noch vorgewarnt: Die monatliche Einkaufsmenge soll 40 Gramm nicht übersteigen dürfen.

Immer ärgerlich, wenn man gerade mit einem Riesenbeutel Gras durch die Gegend fährt und dann in eine Verkehrskontrolle kommt. Viele denken dran, doch nur wenige tun es: Vollgas geben. So geschehen zuletzt am 9. November, wie die Polizei laut „Hildesheimer Allgemeinen“ nun erst mitteilte.

 

Der 9. November war ein Mittwochmorgen und die zwei Fahrzeuginsassen waren vermutlich beflügelt von den Legalisierungsmeldungen aus den Vereinigten Staaten locker-beschwingt mit 5 Kilo Marihuana in ihr Auto eingestiegen. Blöd nur, dass sich gegen 11:25 Uhr ein Streifenwagen in Alfeld auf der Hildesheimer Straße hinter sie setzte und eine Kontrolle ankündigte.

 

Der Fahrer, ein 26-Jähriger ohne Wohnsitz in Deutschland, trat daraufhin aufs Gaspedal und lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, die allerdings schon nach kurzer Zeit zu Fuß fortgesetzt werden musste – der flüchtende Wagen kam rechts von der Fahrbahn ab und wurde durch ein parkendes Auto und eine Steinmauer gebremst.

 

Der Fahrer und der Beifahrer, ein 39-jähriger Alfelder, verließen das Auto und flüchteten. Der Beifahrer wurde gefasst, als er eine verschlossene Kellertür öffnen wollte, der Fahrer war zunächst erfolgreich verschwunden, wurde dann aber durch herbeigerufene Unterstützung hinter Mülltonnen versteckt entdeckt.

 

Grund der Flucht war wohl der Inhalt des Kofferraums – fünf Kilo Marihuana. Der 26-Jährige wurde zudem mit Haftbefehl gesucht und war außerdem nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Das Amtsgericht Hildesheim ordnete Untersuchungshaft für die beiden Männer an.

 

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Lange Zeit gab es das weitverbreitete Gerücht, Marihuana sei eine Einstiegsdroge, die automatisch zur Einnahme von härteren Drogen führt. Inzwischen, im Jahr 2016, wissen viele Menschen, dass dies nicht wahr ist. Wer diese Meinung heutzutage vertritt, offenbart sich als uninformiert. Eine nun veröffentlichte Studie der Universität von British Columbia zeigt auf, dass man eventuell sogar das Gegenteil behaupten kann: Marihuana soll durchaus erfolgreich als „Ausstiegsdroge“ eingesetzt werden können. Dies gilt vor allem für die Nutzer von Alkohol und Opiaten. Aber auch der Kokainentzug scheint mithilfe von Cannabis etwas mehr Erfolg zu versprechen.

 

Die Zahlen, die genannt werden, sind hoch: In einer Auswahl von 400 kanadischen Cannabis-Medizin-Patienten gaben 75 Prozent an, mit Cannabis eine andere Substanz zu ersetzen (Medikamente, Alkohol, illegale Drogen). Über 25 Prozent der kanadischen Medizinpatienten sollen mit Cannabis eine härtere Droge ersetzen, über 40 Prozent Alkohol.

 

Auch fand die Studie Belege dafür, dass mit Cannabis die Symptome von Depressionen und Posttraumatischen Belastungsstörungen behandelt werden können. Der Leiter der Studie, Dr. Zach Walsh, sagte, dass man sich mit der baldigen Legalisierung in Kanada nicht davor verschließen sollte, auch den Einsatz von Marihuana in die Planungen, mit dem Konsum anderer Drogen aufzuhören, einzubeziehen.

 

Weblink: Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie im Fachblatt „Clinical Psychology Review“.

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