Highway

Die Spanier haben es in Sachen Cannabis ganz gut, so aus deutschsprachiger Konsumentenperspektive gesehen. Cannabis Social Clubs, lockere Gesetze und eine Kultur der THC-Toleranz und des Wegschauens vonseiten der Polizei. Was macht also ein spanischer Fußballfan, der den Finaleinzug seiner Mannschaft Atlético Madrid nach dem Spiel in der Münchner Allianz-Arena feiern will? Na klar – Party! Und da ist es schon fast gute spanische Gepflogenheit zu nennen, wenn auch der ein oder andere Joint geraucht wird.

 

Aber München ist nicht Madrid und die Münchner Polizei ist nicht gerade dafür bekannt, gerne die Augen zuzudrücken, sondern im Gegenteil dafür, besonders genau hinzusehen. Das war in dem Fall des Atlético-Fans und seiner drei Freunde aber vermutlich nicht mal nötig – laut Bericht der Münchner „Abendzeitung“ fiel der Polizei am Vormittag nach dem Spiel Bayern gegen Atlético in der Hirtenstraße ein Auto auf, dessen Insassen die Party des Vorabends offensichtlich anzusehen war.

 

Ergo: Verkehrskontrolle. Die nahm der Fahrer anscheinend gelassen, denn er begrüßte die Polizisten noch mit Joint im Mund. Diese fanden das allerdings gar nicht lustig und brummten ihm für den Verkehrsdelikt 500 Euro Strafe auf. Da bei ihm auch noch etwas Marihuana gefunden wurde, erwartet ihn zudem ein Strafverfahren.

Bei dem Namen dieses Strains aus dem Hause Green House Seed Co. handelt es sich um eine Abkürzung. Zwar kann man sich angesichts der THC-Höchstwerte von 19 % vorstellen, dass A.M.S. auch für „Absolute-Mörder-Sorte“ stehen könnte, allerdings ist die tatsächliche Auflösung dahinter „Anti-Mould-Strain“, also zu deutsch „Anti-Schimmel-Sorte“.

 

Der Name kommt natürlich nicht von ungefähr, sondern hier wurde aus Schweizer Indica- und Sativa-Landrassen eine sehr robuste Pflanze gezüchtet, die besonders resistent gegen Schimmel und andere Krankheiten ist. Daher ist A.M.S. vor allem bei Growern in Nordeuropa und anderen Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit sehr beliebt.

 

    

 

 

Der Anbau dieser feminisierten Sorte ist aber nicht nur draußen (Erntezeitpunkt Ende September) möglich, sondern auch indoor. Hier beträgt die Blütezeit acht bis neun Wochen. Das High ist klar, aber eher introspektiv veranlagt. Geschmacklich ist diese Sorte recht eigen, süße Töne geben hier die Richtung vor.

 

 

Alle Fotos von: www.greenhouseseeds.nl

Hawaii hat nun entschieden, wer die acht heißbegehrten Lizenzen für die Eröffnung von Ausgabestellen für medizinisches Marihuana (Dispensaries) bekommt. Wer eine Lizenz ergattern konnte, darf zwei Produktionsstätten und zwei Verkaufsstellen errichten. Inzwischen haben über die Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten Marihuana zu medizinischen Zwecken legalisiert, so auch kürzlich Hawaii. Einer der über 60 Bewerber auf eine solche Lizenz ist niemand anderes als Schauspieler Woody Harrelson höchstpersönlich gewesen (wir berichteten).

 

Doch die Lizenzen wurden nun vergeben und Woody ging leer aus, wie auch der Videospiel-Entrepeneur Henk Rogers, Mitgründer von The Tetris Company. Ein vierköpfiges Gremium entschied über die Lizenz-Vergabe, kommentierte die Entscheidungen aber nicht.

 

Die Bewerber für die Dispensary-Plätze mussten vorweisen, über eine Millionen Dollar in bar zu verfügen, plus noch einmal 100.000 Dollar für jede zu eröffnende Filiale. Alle lizenzierten Betreiber müssen zudem innerhalb von sieben Tagen die Lizenzgebühr von 75.000 Dollar an das Gesundheitsministerium Hawaiis überweisen. Das Ministerium inspiziert zudem alle Geschäfte vor Eröffnung.

 

Experten erwarten einige Schwierigkeiten für die Grower Hawaiis, da die Elektrizitätskosten auf Hawaii so hoch sind wie nirgends sonst in Amerika und auch weil der Transport von Marihuana zwischen den Inseln eigentlich nicht erlaubt ist. Sechs Dispensaries werden auf Oahu eröffnet, vier auf Hawaii Island, zwei auf Kauai und vier auf Maui – apropos, kennt ihr schon unser Sortenportrait von Maui Waui? Startschuss für die Ausgabestellen ist bereits der 15. Juli.

 

Wir in der Redaktion bedauern Woody. Er hätte es verdient, denn Harrelson ist nicht nur bekennender Cannabiskonsument, sondern auch Cannabisaktivist und Mitglied der amerikanischen Legalisierungsbewegung NORML. Bereits vor zwanzig Jahren setzte er sich öffentlichkeitswirksam für Hanf und Cannabis ein.

 

Wollt ihr mehr über Woody Harrelson, seine Aktivitäten und sein Faible für Cannabis erfahren? In der aktuellen Ausgabe von Highway (Highway 02/2016) beleuchten wir Woody in unserer Rubrik „High Society“ ganz genau.

 

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Cannabis auf Rezept! In Deutschland! Schon nächstes Jahr! Wer hätte das gedacht – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte an, dass bereits im kommenden Jahr Cannabis auf Kassenrezept in Deutschland verfügbar sein soll. So sagte Gröhe heute der „Welt“: „Ohne dem Bundestag vorgreifen zu wollen, ist es wahrscheinlich, dass das Gesetz spätestens im Frühjahr 2017 in Kraft treten kann.“

 

    

 

Vor etwa einem Jahr gab es die ersten Ankündigungen in diese Richtung durch die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU), seitdem wurde ein Gesetzesentwurf verfasst, der schon im Bundeskabinett und auch im Zuge eines EU-Notifizierungsverfahrens in Brüssel durchgesprochen wurde. Morgen soll das Gesetz dann im Bundestag tatsächlich verabschiedet werden – wie von Gröhe angekündigt aller Voraussicht nach mit Erfolg.

 

Besonders erfreulich ist diese Nachricht für all diejenigen Patienten, die zwar Gras in der Apotheke beziehen dürften, aber nicht für die Kosten aufkommen können. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, äußerte sich Gröhe weiter in der „Welt“.

 

Langfristig soll der Bedarf an Medizinalhanf durch einen staatlich kontrollierten Anbau in Deutschland erfolgen. Bis dieser allerdings in die Wege geleitet wurde, sollen Importe für die Versorgung der Kranken zuständig sein. Bislang bekommen nur etwa 5.000 deutsche Patienten THC-Präparate und nur grob 500 Personen verfügen über eine Ausnahmeerlaubnis für den Konsum von Cannabisblüten. Experten rechnen nun aber mit bis zu 800.000 Patienten, die jährlich auf Medizinalhanf zurückgreifen möchten.

 

Auch wenn sich die Patienten über die aktuelle Entwicklung grundsätzlich natürlich sehr freuen können, bleibt allerdings anzumerken, dass der abzusehende Versorgungsnotstand durch eine Erlaubnis des Selbstanbaus problemlos gelöst werden könnte. Dies möchten Gröhe und Mortler aber nach wie vor auf jeden Fall unterbinden. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt... die letzten Gesinnungsänderungen kamen jedenfalls schnell.

Bei eurem nächsten Amerika-Besuch solltet ihr auf jeden Fall auch einen Zwischenstopp in Seattle einplanen. Denn dort sitzen wahre Cannabis-Künstler und fertigen sogenannte „Dragon Balls“ an – benannt nach dem gleichnamigen Manga und wohl dank des Inhalts auch dazu geeignet, möglichen Konsumenten die Berge zu Haare stehen zu lassen wie Son-Goku persönlich.

 

Denn im Inneren dieser Bälle warten jeweils 3.000 Gramm Cannabisöl mit einem THC-Anteil von bis zu möglichen 99 Prozent. Eine Apparatur aus Kesseln, Spiralen und ähnlichen Gerätschaften, die einem noch aus dem Chemieunterricht in dunkler Erinnerung sind, verwandeln Kohlenwasserstoff und Cannabis in pure Magie, die wirklich umwerfend aussieht. Bis auf verschiedene Cannabinoide bleibt von den genutzten Cannabispflanzen nichts weiter übrig – so entstehen also Dragon Balls.

 

 

Der THC-Gehalt und die Optik sind vermutlich schon Grund genug, um alle Cannaseure zu begeistern, allerdings wurde der wirkliche Clou bislang noch gar nicht angesprochen: Das herstellende Unternehmen X-tracted Labs (Link zur Homepage) aus Seattle kann die Dragon Balls pimpen – und zwar durch die Beigabe verschiedener Terpene. So kann aber nicht nur Aroma und Geschmack des Öls den Wünschen angepasst werden. Terpene sind auch bekannt dafür, die Effekte von THC und anderen Cannabinoiden zu modifizieren.

 

 

Die meisten Extraktionsprozesse lassen die Terpene allerdings verschwinden. Das Team von X-tracted Labs hat daher eine Möglichkeit entwickelt, um die Terpene nach der Extraktion wieder ins Öl zu geben. So können auch die Wirkungen des Öls angepasst, ja fast schon programmiert werden – so ist es durch Terpenbeigabe möglich, bestimmte Strain-Eigenschaften anzupassen, etwa dafür zu sorgen, dass ein Extrakt mehr pusht als es die zugrundeliegende Sorte eigentlich erlauben würde. So können auch beispielsweise ganze Wirkungsprofile von Weedsorten eindeutig „nachgebaut“ werden. Aber auch der Geschmack kann durch die Terpene verändert werden, sodass die Firma beispielsweise Öle mit Bananen- oder Grapefruit-Geschmack offerieren kann.

Legale Shops, die Cannabisprodukte mitten in England verkaufen? Die britische Zeitschrift „The Independent“ ließ nun durch das Unternehmen ORB eine Umfrage durchführen, die genau auf diese Frage abzielte. Und siehe da: Das englische Volk ist anscheinend für eine Legalisierung von Cannabis so gut wie bereit. Und recht haben sie: Die Liberaldemokraten haben vergangenen Monat eine von ihnen in Auftrag gegebene Studie präsentiert, die ergab, dass bei einer Cannabislegalisierung über eine Milliarde Pfund an Steuern eingenommen werden könnte.

 

Diese Studie wurde den Teilnehmern der Befragung vorgelegt, bevor ihnen Fragen zur britischen Drogenpolitik gestellt wurden. Nur 39 Prozent der Befragten stimmten gegen einen legalen und lizenzierten Cannabisverkauf. Eine recht hohe Anzahl von 14 Prozent wollten sich nicht auf Pro oder Contra festlegen und fast die Hälfte aller 2.000 Befragten, 47 Prozent, stimmten für eine Legalisierung. Von den männlichen Umfrageteilnehmern stimmten sogar über die Hälfte (53 Prozent), von den weiblichen hingegen etwas weniger (41 Prozent) für die Legalisierung. In England hat London die höchste Zustimmungsrate (54 Prozent), während im Nord-Osten die Zustimmung am geringsten ist (37 Prozent).

 

Interessant: Zehn Prozent der Befragten äußersten sich dahingehend, dass Tabak verboten werden sollte, während 70 Prozent für das Gegenteil stimmten. Neun Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, noch nie Alkohol konsumiert zu haben.

 

Norman Lamb, der ehemalige Gesundheitsminister, ist erfreut von den Umfrageergebnissen und meint, dass dies zeigt, dass das Volk den Politikern weit voraus sei. Dem „Independent“ sagte er: „Die Einführung eines legalen, regulierten Markts entzöge dem organisierten Verbrechen jedes Jahr Milliarden Pfund. Es würde die Gesundheit der Menschen viel effektiver schützen, da man weiß, was man kauft – und der Wirkstoffgehalt kann kontrolliert werden. Auch würde es die irrwitzige Kriminalisierung von so vielen Menschen stoppen, die deren Berufschancen und Leben ruiniert.“

Manch einem mag diese Idee abstrus vorkommen, der ein oder andere hat vielleicht aber auch schon mal, aus welchem Grund auch immer, darüber nachgedacht: Marihuana, das aussieht, riecht und schmeckt wie ganz normales Gras, das allerdings über kein THC verfügt.

 

Das Schweizer Unternehmen Medropharm produziert als einzige Firma in der Schweiz Cannabisblüten, die alles mit gewöhnlichem Marihuana gemeinsam haben – bis auf den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC), der hauptsächlich für den Cannabisrausch zuständig ist. Die weiteren Wirkstoffe sind allerdings nicht herausgezüchtet worden, die Konsumenten können also die beruhigenden Wirkungen des Cannabidiol (CBD) erfahren ohne sich zu berauschen.

 

Hintergrund der Entwicklung des jungen Unternehmens ist der Einsatz als Ersatzstoff für diejenigen, die gerne mit dem Cannabis rauchen aufhören möchten, sich dazu aber nicht in der Lage sehen. Hauptzielgruppe sollen Jugendliche sein, wie das Schweizer Portal „20 Minuten“ berichtet. Diese könnten so in ihrem gewohnten Umfeld Cannabis konsumieren und die entsprechenden Rituale pflegen, allerdings ohne sich zu berauschen. Nach einigen Wochen oder Monaten können sie dann das Rauchen ganz einstellen, so der Plan.

 

Gerne würde das Unternehmen auch sehen, dass das THC-freie Marihuana auch im Zuge der geplanten Schweizer Modellprojekte (Highway berichtete) eingesetzt wird.

Update vom 6.5.2016: Liebe Leute, denkt daran, morgen ist der Global Marijuana March! Schaut in unserer Karte, welche Stadt in eurer Nähe zum Mitmachen einlädt. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

 

Rund um den 7. Mai ist es wieder soweit – auf der ganzen Welt wird der Global Marijuana March (GMM) abgehalten. Seit 1999 der erste Million Marijuana March (wie einer der vielen alternativen Namen des GMM lautet) vom amerikanischen Cannabisaktivisten Dana Beal ins Leben gerufen wurde, findet jedes Jahr am oder um den ersten Samstag im Mai herum der GMM statt. Gemeinsam soll für eine Legalisierung und gegen die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten demonstriert werden, das diesjährige Motto lautet in vielen deutschen Städten „Die Zeiten ändern sich!“. Alle Österreicher treffen sich wieder gesammelt in Wien, um den Hanfwandertag zu begehen. Allerdings erst eine Woche später, am 14. Mai. Denn wie bereits in den Jahren zuvor findet der GMM nicht überall am gleichen Tag statt, auch wenn dies nach wie vor ein wünschenswertes Ziel wäre, nicht zuletzt um eine Berichterstattung abseits der Fachpresse zu erleichtern, wie der Deutsche Hanfverband (DHV) anmerkt.

 

Auch ihr seid herzlich eingeladen, euch an einem GMM in eurer Nähe zu beteiligen und für die (baldige) Legalisierung von Marihuana auf die Straße zu gehen! Um den nächsten GMM zu finden, müsste ihr nur einen Blick auf unsere Karte werfen. Beachtet bitte die unterschiedlichen Daten und Uhrzeiten.