Highway

Ein paar Hände voll Gras für ein paar Dollar? Dafür muss man schon an andere Ecken der Welt fahren – und damit die Daheimgebliebenen auch etwas davon haben, kann man schon mal mit der GoPro (Helmkamera) auf dem Kopf rumlaufen, wenn man sein Weed kauft... eigentlich eine schlechte Idee, aber in Jamaika scheint man das an der ein oder anderen Straßenkreuzung etwas anders zu sehen.

 

YouTube-User Swagg Jones besuchte diesen Sommer die jamaikanische Kleinstadt Runaway Bay (6.742 Einwohner) und deckte sich mit einer kleinen Mülltüte voll Gras und Hasch ein – für umgerechnet etwa 20 Euro. Probleme an Gras zu kommen, scheint es in dem Städtchen nicht zu geben, im Gegenteil: die Verkäufer scheinen ihre Ware schon fast verzweifelt loswerden zu wollen, sogar an einen Typen mit einer riesigen Helmkamera auf dem Kopf. Dabei würde sich der ein oder andere Tourist vermutlich auch ohne Kamera nicht auf diesen Markt trauen.

 

Hier gibt es direkt das Video:

Die Peyote Purple ist eine sehr eigentümliche Pflanze, die aus Abkömmlingen einer Bubba Kush selektiert wurde. Besonders auffällig ist die sehr starke Ausprägung der Farbe Lila, die die ganze Pflanze betrifft. Erdig-würzige, aber auch süße Töne bestimmen Geruch und Geschmack dieser Pflanze, die teilweise auch ein Aroma von Kaffee und Schokolade hinterlässt.

 

Die Wirkung ist stark und kann einen schon gelegentlich kalt erwischen, denn mit Peyote Purple liegt ein absolutes Indica-Schwergewicht vor. Kultiviert werden kann diese Sorte der relativ unbekannten Samenbank Cannabiogen, die zum Umfeld von ACE Seeds gehört, nicht nur indoor, sondern auch gut im heimischen Garten. Erntezeit ist hier Ende September.

Ach ja, die Amis: So sehr sie unter Volltrotteln wie Donald Trump leiden müssen, so sehr beneiden wir sie auf der anderen Seite um ihre Cannabisgesetze der letzten Jahre. In den Bundesstaaten mit legalisiertem Cannabis gehen nicht nur die Verbrechensraten und Krankmeldungen zurück, auch steigen die Steuereinnahmen und das subjektive Wohlbefinden. Und außerdem entstehen viele neue Jobs in der Cannabisbranche: Grower, Verkäufer, Wachmänner – aber den Vogel abgeschossen hat wohl Tony Greenhand, dem wir nicht unbedingt glauben, dass dies tatsächlich sein echter Name ist.

 

 

Frustriert durch seinen ersten selbst gedrehten Joint, besorgte er sich vor vielen Jahren eine Unze (28 Gramm) Marihuana und investierte ein komplettes Wochenende in die Perfektionierung des klassischen konischen Joints, wie er dem US-Portal „vocativ“ berichtete. Das war ihm aber nicht genug und so experimentierte er mit diversen äußerst unüblichen Joint-Formen. Zu seinen ersten Kreationen gehörten ein Raketenschiff, kleine Drachen und die Pfeife von Sherlock Holmes. Einer von Tonys Freunden ermutigte ihn die Pfeife bei „reddit“ hochzuladen – und die Internetuser rasteten aus vor Begeisterung.

 

 

So lud Tony immer mehr von seinen Werken hoch und erschuf immer neuere Modelle, teilweise auch mit immer größeren Mengen enthaltenem Gras. Und sein elektronisches Postfach war auf einmal voll mit Anfragen, diesen oder jenen Joint zu drehen: Eine Geschäftsidee wurde geboren. Und so ist Tony Greenhand inzwischen tatsächlich ein professioneller und hauptberuflicher Joint-Dreher, der den ganzen Tag Joints auf Kundenwunsch anfertigt – angeblich alle rauchbar. Zu seinen Kunden gehören natürlich auch der ein oder andere Rapstar, etwa B-Real von Cypress Hill.

 

 

Wie viel er mit seinem Beruf verdient, verrät er nicht, nur dass es reicht, davon ein gutes Leben zu führen. Sein durchschnittlich veranschlagter Lohn liegt bei 50 Dollar pro Stunde, hinzu kommen natürlich noch die Kosten für das Gras. Das kann aber auch vom Kunden selbst angeliefert werden. Für manche Joint-Skulpturen benötigt er nur eine Stunde, für andere geht auch schon einmal eine ganze Woche drauf. Aufgrund herrschender Gesetze müssen die fertigen Produkte persönlich bei Tony in Oregon abgeholt werden, allerdings besteht auch je nach gewünschter Form die Möglichkeit, dass er die Joints ohne Füllung dreht und der Kunde diesen Schritt selbst übernimmt. So kann er die Hüllen dann auch per Post verschicken.

 

Die nächsten Ziele von Tony? Er wird sehen, was sich ergibt und träumt von einem 5-Kilo-Joint oder einem Joint, der Mike Tyson darstellt, der eine Avocado isst. Wir sind gespannt.

 

Weblink: Instagram-Account von Tony Greenhand

Schaut euch hier das YouTube-Video von den Kollegen von „vocativ“ an:

Wenig Zeit? Unter dem Artikel gibt es die Zusammenfassung in einem Satz.

 

Wie viele Studien müssen noch erscheinen, bis die Lügen über Cannabis endlich aufhören und die vielen Vorzüge von Marihuana und Haschisch, von THC und CBD, von Freizeitkonsum und medizinischem Konsum endlich überall bekannt und vor allem anerkannt werden? Die wenigen negativen Studien der letzten Jahre bescheinigten Cannabiskonsumenten im schlimmsten Fall schlechtere Zähne als den Nicht-Konsumenten – Studien, die diverse Vorzüge offenbaren, haben inzwischen ein extremes Übergewicht.

 

So wurde nun ergänzend in der Fachzeitschrift „Health Economics“ eine Studie veröffentlicht (Link zur Studie), die die Pharmaindustrie mal wieder in vieler Hinsicht verärgern dürfte. Es wurde untersucht, inwieweit sich die Krankschreibungen von Arbeitnehmern in den amerikanischen Staaten mit legalem medizinischem Marihuana erhöht oder reduziert haben. Und von einer Erhöhung kann nicht gesprochen werden, im Gegenteil:

 

Die Wahrscheinlichkeit von Krankschreibungen von Arbeitnehmern in Staaten mit medizinischem Marihuana sank gegenüber den Staaten ohne medizinisches Marihuana signifikant – und zwar zwischen acht und 16 Prozent. Am höchsten war der Effekt in den Staaten mit den lockersten Gesetzen, bei Arbeitnehmern in Vollzeitbeschäftigung und bei Männern im mittleren Alter (die auch die größte Gruppe an legalen Cannabispatienten darstellen). Ebenfalls Nutznießer dieser Umstände sind natürlich die Arbeitgeber, denen so einige Kosten durch Krankschreibungen erspart bleiben.

 

Zusammenfassung: Legales medizinisches Marihuana senkt Krankschreibungen und Kosten für die Arbeitgeber.

Manche Leute machen sich das Leben auch selbst schwer. Wenn man in Berlin lebt und einen Anruf eines Bekannten aus Bayern bekommt, ob man große Mengen Gras klarmachen könne, so um die 40 Kilo, dann sollte man vielleicht nicht direkt in blinden Aktionismus verfallen. So aber geschehen bei dem 20-jährigen N., wie „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ heute berichten.

 

Nach Angaben des „Berliner Kuriers“ war der vermeintliche Käufer ein V-Mann der Polizei, bei der „Berliner Zeitung“ liest es sich so, als sei der ursprüngliche Käufer verhaftet und durch einen Polizisten ersetzt worden. Wie auch immer: N. machte sich auf die Suche nach jemandem, der ihm 40 Kilo Marihuana besorgen könnte. Und wie fängt man so etwas an? Na klar: erst mal eine WhatsApp-Gruppe aufmachen und alle möglichen Komplizen einladen.

 

So machte es dann die Runde: N. fragt F. (35), F. fragt Ad. (34) und Ad. schließlich An. (38) – und dieser kann tatsächlich 40 Kilo klarmachen, sogar auf Kombi. Und das sogar zu einem Spottpreis: 62.000 Euro für 40 Kilo auf Kombi, nicht schlecht. Schlecht aber, dass am Ort der Übergabe die Polizei wartete, die 100.000 Euro für die Ware zahlen sollte. Machte sie aber natürlich nicht, sondern buchtete alle Beteiligten ein.

 

Das Gericht versprach für Geständnisse Strafrabatte: Der Jüngste kommt für die Vermittlung vermutlich mit Bewährung davon, die drei älteren Semester werden maximal mit viereinhalb Jahren Haft bedient werden. Der Prozess wird kommenden Dienstag fortgesetzt.

Die meisten Grower, die es in die Nachrichten schaffen, sind in irgendeiner Form selbst Schuld daran, dass sie aufgeflogen sind: Streitereien, Tür offen stehen lassen, Fernseher aus dem Fenster werfen – nichts, was es nicht gibt. Doch auf der anderen Seite gibt es auch oft Grower, die Pech haben, weil ihre Mitmenschen unachtsam sind: Wie viele Homegrows sind schon aufgeflogen, weil der Nachbar im oberen Stockwerk die Badewanne hat überlaufen lassen. Aber es geht noch schlimmer, wie illegale Cannabiszüchter in Australien gestern feststellen mussten.

 

In der Küstenstadt Adelaide, der Hauptstadt des Bundesstaats Südaustralien mit dem Beinamen „Festival City“, verlor gestern Mittag ein Autofahrer die Kontrolle über seinen Wagen und raste in der Oak Avenue in mehrere Autos und anschließend in ein Wohnhaus. Als wäre das nicht schon Grund genug für die Wohnungsinsassen sich zu ärgern, kommt es noch dicker: Durch den Aufprall wurden Teile der Hauswand eingerissen – und hinter dieser befand sich leider eine hydroponische Cannabiszucht. Wie Yahoo meldet, wird sich die Polizei wohl kaum nehmen lassen, die Züchter (die zum Zeitpunkt des Unfalls nicht vor Ort waren) zu ermitteln und anzuzeigen.

Der Marihuana-Markt boomt – und mit ihm blühen auch einige andere Geschäftszweige auf. Immer mehr TV-Serien, die sich mit der Thematik Cannabis beschäftigen, werden angekündigt. Das kann im Hinblick auf eine Steigerung der weltweiten Akzeptanz von Marihuana und Haschisch nur förderlich sein. Ein neuer Anwärter auf die Krone der Sensimilla-Serien ist die noch abzudrehende Produktion namens „Humboldt“.

 

In Amerika ist der Begriff „Humboldt“ schon seit langer Zeit mit Cannabis verknüpft – denn in der gleichnamigen abgeschotteten Stadt in Nord-Kalifornien wird seit über 40 Jahren Marihuana angebaut und vertrieben, praktisch die ganze Stadt lebt vom Anbau und Verkauf von Cannabis.

 

Luftaufnahme der Humboldt Bay, Kalifornien

 

Die Journalistin und Sachbuchautorin Emily Brady veröffentlichte 2013 ein Sachbuch („Humboldt: Life on America's Marijuana Frontier“), nachdem sie ein Jahr lang mit den Einwohnern des Städtchens zusammenlebte und sagenhafte Einblicke in die dortige – illegale – Cannabisindustrie erlangte. Auf Grundlage dieses Buches wird nun die Fernsehserie produziert. Hauptdarsteller des Crime-Dramas wird niemand Geringeres als Hollywood-Star John Malkovich sein. Produziert wird das ganze von Sony TV und Anonymous Content („True Detective“), für die Pilotfolge wird Carl Franklin („House of Cards“, „Bloodline“) Regie führen. Die Serie steht noch zum Verkauf, somit ist noch kein ausstrahlender Sender oder Streamingdienst bekannt.

 

Dem ein oder anderen ist der Name Humboldt vielleicht auch von der beliebten Samenbank Humboldt Seed Organization bekannt, die viele interessante Strains anbieten. Ein kleiner Einblick in die Arbeit dieser Seedbank kann im untenstehenden Video erhascht werden.

 

Weblink: Amazon USA – „Humboldt: Life on America's Marijuana Frontier“ von Emily Brady

Weblink: Website der Humboldt Seed Organization

Die Qual der Wahl – ein Problem, das man in Deutschland, Österreich und der Schweiz eher seltener hat, wenn es um Gras geht. Selbst exzellente Dealer haben selten mehr als fünf Sorten im Angebot, oft ist gar nicht mal sicher, ob wirklich die Sorte im Päckchen ist, die man gerade genannt bekommen hat. Und auch wer selbst anbaut, wird sich in der Regel wohl maximal auf eine Handvoll unterschiedlicher Strains beschränken.

 

Besser ist es in dieser Hinsicht in den niederländischen Coffeeshops – wobei man wieder anerkennen muss, dass die Amerikaner in ihren Dispensaries einfach deutlich mehr Sorten im Angebot haben. Daher ist auch die von den amerikanischen Kollegen von „High Times“ herausgegebene Statistik über die aktuell meistgekauften Weed-Sorten Amerikas und ihre Durchschnittspreise sehr interessant.

 

Auffällig ist, dass bei den meisten Käufen anscheinend keine Experimente eingegangen werden und somit alle fünf Sortennamen auch auf dieser Seite des Atlantiks wohlbekannt sind. Hier die Top 5 mitsamt der Durchschnittspreise pro Gramm:

 

1. Kush (12,39 $ pro Gramm)

2. Diesel (11,89 $ pro Gramm)

3. Blue Dream (13,09 $ pro Gramm)

4. Girl Scout Cookies (11,71 $ pro Gramm)

5. Haze (12,35 $ pro Gramm)

 

12 Dollar sind derzeit umgerechnet etwa 10,77 Euro.

 

Zweiter Gewinner: Diesel

 

Im Mittelfeld plaziert: Blue Dream (flickr.com/photos/nickel_bag_of_funk/3488357454)

 

Platz 4, Girl Scout Cookies