Highway

Diese Woche berichtete die „Washington Post“ von einem Vorfall aus New Mexico in den USA: eine neunjährige Schülerin brachte Bonbons mit in die Schule – doch nicht irgendwelche, sondern THC-haltige, die den Eltern der Fünftklässlerin verschrieben wurden (was in New Mexico seit 2007 möglich ist).

 

Nicht, dass die Eltern ihr die Bonbons gegeben hätten, aber als die Schülerin diese entdeckte, nahm sie sie mit in die Schule, ohne zu wissen, dass es sich um Cannabisprodukte handelte. Einige der Edibles verschenkte sie an insgesamt fünf Mitschüler, sie selbst gönnte sich gleich fünf der THC-Fruchtgummis.

 

Damit hatte sie auch am meisten intus und so wurde ihr während des Unterrichts recht schnell schwindelig, sodass sie zur Schulkrankenschwester musste, die den Zusammenhang dann herstellte. Das war aber erfreulicherweise auch schon die schlimmste Nebenwirkung, die die Kinder erleiden mussten.

 

Denn von den anderen fünf Kindern, die ausgemacht und befragt wurden, äußerte sich nur ein weiteres über Unwohlsein, die anderen vier merkten erstaunlicherweise entweder überhaupt nichts oder waren lediglich ein wenig alberner als üblich.

 

Wir hoffen, wir müssen niemandem unserer Leser erklären müssen, dass das nicht lustig ist und erst recht nicht, dass man seine (in Mitteleuropa ja eh rar gesäten) Edibles auf keinen Fall dort lagern sollte, wo Kinder rankommen könnten.

So ziemlich jeden Cannabis-Liebhaber aus Westdeutschland verschlägt es früher oder später mal in die niederländische Grenzstadt Venlo, um die Freuden der Coffeshopkultur zu genießen. Manch ein Schlingel versucht vielleicht sogar mal einen Zwanni über die Grenze zurück nach Deutschland zu schmuggeln, aber was sich am Montag vergangener Woche im Regionalexpress aus Venlo abspielte, ist schon etwas Besonderes. Dort fiel Zöllnern aus Krefeld im vorletzten Abteil eine vermeintlich herrenlose Sporttasche auf. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten in der Tasche zwei Plastiktüten mit brisantem Inhalt: Rund 8.700 Gramm Haschisch. Des Weiteren fanden sich einige Kleidungsstücke in der Tasche, von denen ein paar mit einem auffälligen Firmenlogo bedruckt waren.


Den Zollbeamten fiel beim Blick durch das Abteil ein junger Mann auf, auf dessen Brust ebenfalls das soeben erwähnte Logo prangte. Damit konfrontiert, gab der 28-Jährige gegenüber den Zöllnern zu, dass es sich um seine Sporttasche handele. Die Festnahme und eine Vorladung bei der Staatsanwaltschaft folgten sogleich.


Der Pressesprecher des Hauptzollamtes Krefeld, Rainer Wanzke, ließ sich bezüglich des Falls zu einer merkwürdigen Äußerung hinreißen: „Mit dem sichergestellten Haschisch, das einen Straßenverkaufswert von fast 70.000 Euro aufweist, könnte sich eine einzelne Person über 20 Jahre lang jeden Tag in einen Rausch versetzen.“

Früh übt sich, was später – äh, Marihuana-Grower werden will?

 

Vergangene Woche Mittwoch entdeckte die Polizei in Bensdorf (Potsdam-Mittelmark) im Keller eines schlecht erhaltenen Einfamilienhauses eine professionell angelegte Cannabisplantage, der es an nichts mangelte: Belüftung, Beleuchtung, automatische Bewässerung und elektronische Pflanzenüberwachungstechnik versorgten 239 Cannabispflanzen, wovon 87 erntereif waren.

 

So weit, so gewöhnlich. Das Ungewöhnliche an der Sache war jedoch das Alter des Grow-Betreibers, der nach Angaben der Polizei erst 15 Jahre alt ist. Alt genug, um ordentlich Ärger zu bekommen, ist er damit jedenfalls schon – ein Aufenthalt in einer geschlossenen Einrichtung dürfte ihm unserer Einschätzung nach jedoch erspart bleiben.

Bad Bramstedt, ein 14.000-Seelen-Kaff im Norden Deutschlands, steht seit Neuestem im Fokus eines Cannabis-Unternehmens aus Kanada.

 

Nuuvera produziert medizinisches Marihuana und hat vor, durch massiven Import (von etwa 1,2 Tonnen Cannabis ist die Rede) die Versorgungslücken zu schließen, die seit der medizinischen Legalisierung in Deutschland auftreten. Zu diesem Zweck wird die Firma in dem norddeutschen Städtchen ein massives Hochsicherheitslager errichten, das einen der größten und schwersten Tresore Norddeutschlands beherbergt. In dem mehrere Hundert Kilo schweren Monstrum aus Stahlbeton soll in Zukunft Cannabis im Wert von bis zu zehn Millionen Euro gelagert werden. Bald soll der erste Spatenstich gesetzt werden und bereits im Sommer soll der Bau abgeschlossen sein.

 

An alle, die jetzt schon auf dumme Gedanken kommen: Ganz in der Nähe der geplanten Weed-Festung befindet sich übrigens eine Polizeiwache.

Ja, das Leben ist schon anstrengend: als gesunder Mensch darf man nirgendwo in Deutschland legal kiffen. Manche Cannabiskonsumenten rauchen einfach trotzdem mehr oder weniger überall und werden nie belästigt, andere irren – so wie zwei 19 und 22 Jahre alte Bremer am Samstag – durch die Straßen und suchen sich einen besonders abgelegenen Ort, um sich dort einen Joint anzuzünden.

 

Doof nur für die beiden gerade angesprochenen Bremer, dass sie sich in ihrer Heimatstadt offenbar nicht so gut auskennen und sich für den Rauchgenuss eine „dunkle Ecke“ in der Bremer Altstadt aussuchten, welche die Rückseite einer Polizeiwache darstellt.

 

Während sie also in der kameraüberwachten Garageneinfahrt des Polizeireviers ihre Tüte rauchten, staunten die Beamten vor den Überwachungsmonitoren nicht schlecht. Die Beamten, die den beiden Rauchenden entgegeneilten, unterbrachen dann den Cannabisgenuss, klauten den Joint und leiteten eine Ermittlung wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln ein.

Moderne Zeiten: heutzutage kann jeder im Internet kiloweise Marihuana bestellen und einen Großhandel mit der weichen Droge aufziehen. Wie die „Niederösterreichischen Nachrichten“ heute meldeten, wurde beispielsweise gerade ein Pensionist aus Hainburg überführt, mindestens 50 Kilogramm Gras über Facebook in Tschechien bestellt und in Österreich verkauft zu haben.

 

Den klassischeren Weg, um Weed über die Grenze zu bringen, ging vergangenen Donnerstag eine internationale Schmugglerbande: ein LKW mit spanischem Kennzeichen wurde nur wenige Meter vor der Schweizer Grenze in Italien gestoppt und der Frachtraum durchsucht. Wie „blick.ch“ berichtet, wurden dabei 100 Kilo Cannabis und ein mit Weihnachtspapier umwickelter Schuhkarton mit 100.000 Euro in bar zutage gefördert.

 

Zeitgleich wurde ein Lager in der italienischen Provinz Varese durchsucht, wo weitere 300 Kilo Cannabis beschlagnahmt wurden. Beide Aktionen waren von langer Hand geplant, denn die dahinter steckende Bande wurde schon länger überwacht. Daher wissen die Beamten auch, dass die 100 Kilo Cannabis in dem LKW von den Empfängern mit Bitcoin bezahlt werden sollten. Moderne Zeiten...

Kiffen ist Mainstream. Genau wie Fußball. Dass beides zusammen natürlich auch funktioniert, versuchte erste kürzlich Bayern-Star David Alaba zu beweisen, wie wir berichteten. Doch die Fans seiner Mannschaft FC Bayern München zeigten nun am Freitag wie man es richtig macht (bzw. auch nicht):

 

Die Mannschaft aus München musste im Freitagabendspiel bei Bayer Leverkusen antreten. Im Bus von 55 Bayern-Ultras der Gruppierung „Schickeria“ roch es jedoch verdächtig nach Gras, als die Polizei mit einem Drogenspürhund am Parkplatz der BayArena herumschlich. Der Hund schlug an und so wurde der Bus durchsucht – 300 Gramm Marihuana und einige Gramm Amphetamin wurden dabei zutage gebracht. Nach dem Spiel kamen alle 55 Insassen des Busses zunächst in Gewahrsam, um ihre Personalien festzustellen.

 

Warum die Polizei in ersten Meldungen behauptete, es wären 1,5 Kilogramm Marihuana gefunden worden, und wie dann daraus anschließend bloß 300 Gramm wurden, bleibt wohl das Geheimnis der Polizei...

 

Auch im gegnerischen Lager wurde übrigens auf Kifferjagd gegangen: Bei einem Leverkusen-Fan wurde vor einer Fan-Kneipe Drogenbesitz festgestellt, was zur Hausdurchsuchung führte. Dabei wurden über zwei Kilo Weed aufgefunden.

Das geltende Cannabis-Verbot ist dumm und widersinnig. Und teuer in jeder Hinsicht, vor allem für die Steuerzahler: nicht nur werden durch die Prohibition keine Steuereinnahmen eingenommen, schlimmer noch – allein durch die Strafverfolgung werden jedes Jahr viele Millionen Euro sinnlos verplempert.

 

Das müssten selbst eingefleischte Prohibitionisten eigentlich anerkennen, richten sich doch praktisch alle Maßnahmen der Polizei gegen Endkonsumenten. Zwar werden deren Leben dadurch teilweise zerstört, aber der Konsum von Marihuana und Haschisch kann durch solche Aktionen dennoch nicht im Ansatz unterbunden werden.

 

Ein besonders peinliches Exempel für den sinnlosen Kampf gegen Drogen im Allgemeinen und Cannabis im Speziellen wurde zum Jahresbeginn, genauer gesagt am 4. Januar, von der Dresdner Polizei statuiert: pünktlich um 12 Uhr rückten insgesamt 40 Beamte zum Großeinsatz zur „Bekämpfung der Straßen- und Betäubungsmittelkriminalität“ aus. Jeder der Beamten war laut der Pressestelle der Polizei Sachsen acht Stunden lang im Dienst.

 

Interessanterweise schafften die 40 Beamten in acht Stunden jedoch bloß, 14 Personen zu kontrollieren. Dabei wurden bei fünf Personen insgesamt 12 Gramm Cannabisprodukte konfisziert. Die „Huffington Post“ rechnete aus, dass dieser Einsatz den Steuerzahler vermutlich 17.000 Euro gekostet hat. Sollten gegen die fünf Personen Gerichtsverfahren eröffnet werden, kommen noch einige weitere Tausend Euro dazu.

 

Wir sagen: schämt euch. 17.000 Euro ausgeben, um 12 Gramm Cannabis zu beschlagnahmen. Was ist los mit euch?