Highway

Unser Autor und Grow-Experte Mr. José bekommt häufig Mails von Growern, die über ein bestimmtes Aufzuchtsystem meckern, für das sie viel Geld ausgegeben haben und das gar nicht nach ihren Vorstellungen funktioniert. Manche Grower haben gleich mit mehreren Systemen ihre Schwierigkeiten – und das, obwohl die allererste Ernte oft ein großer Erfolg war. Daher beschäftigt sich vorliegender Artikel mit nachlassender Leistung beim Indoor-Grow und was man ihr entgegensetzen kann.

 

Es ist schon fast unglaublich, wie vielen Growern ihre erster Grow sehr gut gelingt. Wie beim Pokern vom Anfängerglück zu sprechen, scheint mir aber nicht die richtige Herangehensweise sein. Denn oft sind die nachfolgenden Ernten schon weniger vielversprechend als die erste und hier dem Glück oder gar auf der anderen Seite dem Pech in Form von schlechten Stecklingen oder Samen die Schuld zu geben, trifft es in der Regel wohl nicht. Fehler, die gemacht werden, werden in den allermeisten Fällen von den Growern selbst begangen. Doch welche sind dies – und warum treten sie auf?

 

Faulheit und Schlamperei

Eine Ursache für Misserfolge ist die Faulheit. Wenn die erste Ernte gut gelungen ist, ruhen sich bereits einige Grower auf ihrem Lorbeer- beziehungsweise Cannabiskranz aus und vermindern ihren Fleiß und Einsatz. Wenn sie das erste Mal von ihren eigenen Blüten kosten und zufrieden sind, denken einige bereits, dass sie zum Experten geworden sind. Doch der erste Erfolg führt oft zur Nachlässigkeit: beim ersten Grow wird in der Regel nichts dem Zufall überlassen. EC- und pH-Werte und die Feuchtigkeit des Mediums werden permanent überprüft, alle vorgeschlagenen Empfehlungen und Anleitungen werden genau eingehalten und dergleichen. Doch bereits bei der zweiten oder dritten Runde wird der EC-Wert nicht mehr so oft gemessen, die Pflanzen werden mehr aus Pflichtgefühl anstatt aus Interesse kontrolliert und automatischen Prozessen wird mehr und mehr vertraut, anstatt persönlich nach dem Rechten zu sehen. Das Ergebnis lässt dann nicht lange auf sich warten: schlecht gedüngte Pflanzen, eine zu heftige Bewässerung und zu viel Feuchtigkeit, große Temperaturunterschiede und eventuell sogar übersehene Schädlinge. Wenn also plötzlich Probleme beim Growen auftreten, lautet mein erster Rat: Man sollte wieder mit mehr Sorgfalt arbeiten und sich vor allem der richtigen Bewässerung und dem richtigen Klima widmen.

 

„Verbesserungen“

Wenn einem beim ersten Mal etwas gut gelingt, hat man das Gefühl, dass es beim nächsten Mal noch besser sein sollte. Einige Grower beginnen mit dieser Begründung zu experimentieren. Dies ist auch gar nicht verwerflich, denn so kommen neue Erkenntnisse zustande, allerdings wird oft dort angefangen zu experimentieren, wo es weniger Sinn macht. Typisch ist beispielsweise das Herumdoktern an der Bewässerung – der Häufigkeit des Gießens und der Menge an Wasser. Manche denken etwa, wenn man mehr gießt, wachsen auch größere Pflanzen, was natürlich nicht stimmt. Ein weiteres grundlegendes Problem vieler Grower ist auch der vollständige Verzicht auf Aufzeichnungen. Wer notiert schon jeden Tag die EC- und pH-Werte der Nährlösung oder mehrfach in der Woche die Temperatur und Feuchtigkeit der Erde? Und wer notiert schon, an welchem Tag er wie viel Wasser gegeben hat, falls er doch mit dem Gießen herumexperimentiert? Viele Grower werden dies lästig finden, aber wie soll man einen Anfangserfolg wiederholen oder sogar übertreffen, wenn man nicht genau weiß, wie man ihn erreicht hat? Wenn man alle Veränderungen hinsichtlich Belüftung, Bewässerung, Lampenhöhen und Nährwerten notiert, wird man in Zukunft deutlich einfacher die Unterschiede zwischen einer erfolgreichen und einer nicht erfolgreichen Ernte erkennen können.

Hüten sollte man sich vor individuellen Verbesserungsvorschlägen aus diversen Internet-Foren. Viele Grower scheinen zu glauben, dass bestimmte Individuallösungen von manchen Forenteilnehmern unglaubliche Entdeckungen darstellen, die noch niemand anderes kennt oder ausprobiert hat. Doch nur, weil ein Grower eine hervorragende Ernte eingefahren hat und davon berichtet, muss dies nicht zwangsläufig mit dem von ihm besonders hervorgehobenen Umstand zusammenhängen. Die Ernte kann auch aus ganz anderen Gründen besonders gut ausgefallen sein – und dennoch halten dann einige Leser die vorgestellte Idee für den rettenden Einfall, um ihre eigene Zucht voranzutreiben. Dabei reicht es, sich an hinlänglich bekannte und überprüfte Verfahren zu halten. Niemand verheimlicht das riesige Geheimnis, wie man seine Ernte verdoppeln kann, vor den kleinen Homegrowern. Im Gegenteil – all die sensationellen Internet-Entdeckungen sind gewöhnlich Unsinn, die mehr Schaden als Nutzen verursachen können.

Ein häufiges „Experiment“ ist die Erhöhung der Anzahl der Lampen bei gleichzeitiger Einhaltung der Größe der Zuchtfläche. Klar, kaum etwas ist wichtiger als Licht und die Pflanzen sollten davon so viel wie möglich bekommen. Wenn man jedoch einfach eine weitere Lampe zu einem bestehenden System hinzunimmt, müssen auch parallel weitere Faktoren geändert werden, etwa Feuchtigkeit und Temperatur. Kauft man beispielsweise zur bestehenden noch eine zweite 400-Watt-NDL, ist man auf dem besten Weg, sich bald über eine miserable Ernte zu beschweren, wenn man nicht gleichzeitig auch für stärkere Zu- und Abluft sorgt. Denn eine weitere Lampe bedeutet nicht nur zusätzliches Licht, sondern auch zusätzliche Wärme, die zu einer verminderten Feuchtigkeit und einem schnelleren Austrocknen des Zuchtmediums führt. Daher mein zweiter Rat: Man sollte sich sorgfältig Notizen zur Aufzucht machen und wenn man sich für eine Änderung entscheidet, sollte man dabei auch alle Zusammenhänge bedenken. Und mein zweieinhalbster Rat lautet: Internetforen sind gute Helfer, wenn es um allgemeine Probleme geht, die schon von mehreren Personen gelöst wurden. Bezüglich Notfallrettungen und revolutionären Verfahren eignen sie sich eher nicht zur Recherche.

 

Neuheiten

Wer hat nicht schon von dem System gehört, das keinerlei Fürsorge voraussetzt und das dennoch doppelt so hohe Ernten hervorbringt wie andere? Ich habe so etwas schon öfter gehört. Ich habe aber auch gehört, dass ich, wenn ich Ulta Fit'n Slim trinke, zum Abendessen doppelt so viel essen kann wie sonst und trotzdem abnehme. Mir sind Dutzende Fälle bekannt, bei denen Züchter immer wieder etwas Neues ausprobieren, aber niemals an die Erfolge der Anfangszeit, meist mit einem selbst hergestellten Heimsystem, anknüpfen können. NFT (Nutrient Film Technique), Aeroponik, Aquasysteme – das sind alles Systeme, die hervorragend funktionieren, aber deren richtiger Einsatz auch erlernt werden muss. Doch wenn die erste Ernte bereits ein Erfolg war, warum sollte man vorschnell auf ein neues System umsteigen? Ein NFT-Hersteller wird zum Beispiel in seinen Werbematerialien nur auf die Vorteile hinweisen, aber eher nicht darauf, dass solch ein System perfekt ausbalanciert und einige Dinge beachtet werden müssen. NFT-Systeme können natürlich tatsächlich beste Ergebnisse hervorbringen und werden grundsätzlich auch von mir empfohlen, ich möchte nur auf das alte Sprichwort „ohne Fleiß kein Preis“ hinweisen, denn auch beim Anbau bekommt man nichts geschenkt. Mein dritter Rat lautet daher: Wenn ein bestehendes System funktioniert, sollte es nicht ausgetauscht werden. Stattdessen sollte zur Qualitäts- und/oder Ertragssteigerung vermehrt auf die bestmögliche Erfüllung der Bedürfnisse der Pflanzen geachtet werden.

 

Komplexität

Ein weiteres Problem vieler Zuchtsysteme ist ihre Kompliziertheit. Das Growen soll vor allem ein Hobby und eine Unterhaltung sein. Deswegen sollte man es auch so unkompliziert wie möglich halten. Auch der Anschluss von Beleuchtung, Ventilation und eventuell Bewässerung sollte daher so übersichtlich wie möglich geschehen. Der gewählte Dünger sollte so leicht wie möglich dosiert werden können und so wenige Bestandteile wie möglich enthalten. Wenn man sich mal in einem Growshop umsieht, könnte man den Eindruck bekommen, dass der Cannabisanbau etwas mit Alchemie zu tun hat, wenn man die ganzen angebotenen Präparate sieht. Doch es geht auch mit einem Minimum an Zusätzen und Elektronik. Die Auswahl der angebotenen Produkte wächst ständig, doch die Anbauergebnisse bleiben im Allgemeinen auf dem gleichen Niveau. Mein vierter Rat lautet daher: Je weniger Elektrogeräte und Fläschchen im Growroom zu finden sind, desto übersichtlicher und einfacher ist die Zucht selbst.

 

Übertriebene Erwartungen

In einem Punkt ähneln viele Grower begeisterten Anglern – ihre Ernte ist in den Erzählungen ihren Freunden und Bekannten gegenüber meist viel größer ausgefallen als in der Realität. Dadurch bekommen andere Grower allerdings das Gefühl, dass sie schlechtere Ernten einfahren würden als die Allgemeinheit. Doch in Wirklichkeit gelingt auch sehr erfahrenen Growern mal eine Ernte so gut, dass sie selbst ins Staunen geraten, die ein oder andere dafür aber nur unterdurchschnittlich. Schwankungen bei der Ernte sind normal und das Ziel sollte sein, diese Schwankungen so gering wie möglich zu halten. Dabei ist es immer besser, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen. Dies gilt bereits bei der Auswahl der Cannabissorte. Die Versprechungen der Verkäufer und Samenproduzenten sind, vorsichtig ausgedrückt, oft recht optimistisch, aber viele Grower denken, dass die angegebene Erntemenge realistisch sei. Die oftmals angegebene Erntemenge pro Quadratmeter ist von sehr vielen Faktoren abhängig und kann wohl in der Regel als die absolut zu erreichende Obergrenze angesehen werden. Jeder vernünftige Samenproduzent wird bestätigen, dass man diese Zahlen nicht für bare Münze nehmen sollte und diese aber dennoch oft auf Kundenwunsch hin angegeben werden. Mein fünfter Rat lautet also: Jeder Grower sollte auf sich selbst vertrauen, aber immer mit eher schlechteren Ergebnissen rechnen. So werden Enttäuschungen vermieden, aber angenehme Überraschungen ermöglicht.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich in Highway 06/2017

Nein, nein – keine Sorge, dieses Mal wird hier nicht versehentlich die falsche Droge vorgestellt. Neben Green Crack, Opium oder White Russian ist auch LSD der Name einer Cannabissorte, die offenbar nach einer anderen Droge benannt wurde. Der Strain LSD stammt aus dem Sortiment der Amsterdamer Seedbank Barney’s Farm. Der Name wurde aufgrund der psychischen Komponente gewählt, den das High dem deutlich spürbaren Sativa-Einschlag der Pflanze verdankt. Genetisch gesehen und auch von der Optik her ist LSD aber eine eher indicalastige Sorte. Gekreuzt wurde dieser Strain, der mit hohen THC-Werten und einem CBD-THC-Verhältnis von etwa 18 zu 1 aufwartet, aus Skunk #1 und einer Mazar-I-Sharif. Die Aromen sind vielfältig und reichen von erdigen, nussigen Tönen bis zu süßlichem Moschus. Das Saatgut wird von Barney’s in feminisierter Form angeboten.

 

 

Der Anbau gestaltet sich recht unkompliziert und die robusten, etwa einen Meter hoch wachsenden LSD-Pflanzen können unter künstlichem Licht nach einer Blütezeit von etwa neun Wochen geerntet werden. Das resultierende Blütenmaterial ist beim High Times Cannabis Cup 2008 in der Indica-Kategorie auf den dritten Platz gewählt worden. Auch im heimischen Garten kann sich LSD behaupten, größere Pflanzen gibt es aber auch dort nicht. Hierzulande ist dann etwa Mitte Oktober der Erntezeitpunkt für die Freiluftpflanzen gekommen. Laut Barney’s Farm können im Outdoor-Garten im Idealfall bis zu 750 Gramm pro Pflanze eingefahren werden. LSD stand bereits Pate für weitere daraus hervorgegangene Züchtungen, etwa White LSD oder Sour LSD.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in Highway 03/2017. Do-it-yourself-Experte Chuck Lore präsentiert in diesem, wie man ein kleines Low-Budget-Pflanzenzelt für unter 50 Euro zusammenzimmert und wie mit wenig Aufwand eine einzelne oder einige wenige Cannabispflanzen aufgezogen werden können. Im Fokus stehen geringe Kosten und ein marginaler Arbeitsaufwand bei der Aufzucht, nicht die Maximierung der Ernte. Selbst wenn nur eine einzelne Pflanze aufgezogen wird, betragen die Stromkosten weniger als drei Euro je Gramm. Zu den Energiekosten kommen lediglich die Ausgaben für das Saatgut und die benötigte Ausrüstung, wobei sich diese schnell amortisieren wird.

 

Benötigt wird allein Folgendes:

1 Rettungsfolie gold/silber für etwa einen Euro das Stück

1 Pflanzkübel für 20 Liter mit Unterschale für etwa fünf Euro

1 Dachlatte mit den Maßen 4 cm x 2 cm x 200 cm für etwa drei Euro

1 Zeitschaltuhr für etwa fünf Euro

1 100-Watt-Werkstattstrahler mit LED oder Energiesparlampen (kaltweiß!) für etwa dreißig Euro

1 Sack Pflanzenerde mittlerer Qualität für rund drei Euro

1 Flasche biologischer Blumendünger für etwa zwei Euro

Kleinmaterial wie Schrauben, Nägel, Leim oder Paketschnur

 

Damit ist die Grundausrüstung für noch nicht einmal fünfzig Euro zusammengestellt. Allerdings ist das wirklich nur das Allernötigste, um den Betrieb aufzunehmen. Das Wichtigste der Ausrüstung ist übrigens die Lampe. Mit ihr steht und fällt das Endergebnis, weil die Pflanzen viel Licht benötigen, um zufriedenstellend zu wachsen. Die Leistung von 100 Watt sollte nicht unterschritten werden, weil der Ertrag sonst zu kümmerlich wird. Spezielle LED-Lampen, die genau das benötigte Lichtspektrum abgeben, sind derzeit noch deutlich teurer als gewöhnliche Baustrahler.

 

Der Aufbau des Growzelts ist denkbar einfach. Von der Dachlatte wird ein Stück von etwa 50 Zentimetern Länge abgesägt. Dieses wird mittig im rechten Winkel an einem Ende der Latte festgeschraubt, festgenagelt, festgeleimt oder mit einer Schnur festgebunden. Dann wird die Latte mit der langen Seite auf einen Schrank gelegt und mit einem schweren Gegenstand gesichert. An dem freien Ende mit dem rechten Winkel wird das Elektrokabel des Strahlers so angebunden, dass dieser frei hängt und in der Höhe verstellbar ist. Unter den Strahler kommt der Pflanzkübel mit der Erde und dem Steckling beziehungsweise Samenkorn und über die gesamte Konstruktion die Rettungsfolie, mit der Silberseite nach innen. Der Abstand des Strahlers zur Pflanze sollte zehn Zentimeter nicht unterschreiten.

 

Die Zeitschaltuhr ist bei jungen Pflanzen auf 18 Stunden Licht pro Tag zu stellen. Das ist für die Wachstumsphase optimal. Handelt es sich bei der Pflanze um eine selbstblühende Sorte, was ich einem Anfänger ans Herz legen würde, dann wird diese Zeiteinstellung einfach während des gesamten Lebenszyklus der Pflanze beibehalten. Ansonsten wird nach rund drei Monaten Wachstum die Blüte eingeleitet, indem die Beleuchtungszeit auf 12 Stunden pro Tag reduziert wird. Die Dauern der Vegetations- und Blütephasen sind sortenabhängig und können stark variieren. Selbstblühende Pflanzen sind in der Regel zehn Wochen nach der Keimung erntebereit.

 

Die Erde ist bei Stecklingen oder nach dem Keimen nur mäßig feucht zu halten – viele angehende Züchter ertränken ihre Pflanzen. Cannabis kann Trockenheit relativ gut verkraften, Nässe hingegen nicht. Die Erde soll sich nicht trocken anfühlen, aber auch nicht nass. Idealerweise wird die Pflanze von unten bewässert, so kann die benötigte Menge Wasser durch die Kapillarwirkung nach oben zu den Wurzeln ziehen. Selbstverständlich braucht die Pflanze neben Licht und Wasser auch ausreichend Dünger. Ein biologisch hergestelltes Produkt bietet der Pflanze alle nötigen Nährstoffe und hat den Vorteil, dass ein Überdüngen der Pflanze praktisch ausgeschlossen ist. Es wird einfach nach Anweisung des Herstellers verfahren und gut ist.

 

Ein wirkliches Problem kann der Geruch darstellen. Cannabispflanzen riechen mitunter sehr intensiv und viele Hobbyzüchter verraten sich durch den typischen Duft der Pflanze, der besonders beim indischen Hanf (Cannabis indica) ausgeprägt ist. Der gewöhnliche Hanf (Cannabis sativa) riecht weniger stark und der selbstblühende Ruderal-Hanf (Cannabis ruderalis) ist auch eher unauffällig. Darum sind Automatik-Sorten mit Sativa-Einschlag, eventuell vorsichtig mit einer Indica kombiniert, besonders geeignet. Mittlerweile bieten alle namhaften Hersteller geeignete, schwach riechende Sorten an.

 

Nun zur Ernte. Die erste Frage ist die, wann die Pflanze erntebereit ist. Das ist an der Farbe der Trichome (den Harzdrüsen der Cannabispflanze) erkennbar. Mit einer starken Lupe oder einem Mikroskop werden diese untersucht und anhand der Farbe kann bestimmt werden, in welchem Stadium die Pflanze ist. Die meisten der Drüsenköpfe sollten milchig sein und einige wenige sollten bernsteinfarben schimmern. Sind die Trichome klar, dann ist die Pflanze noch nicht so weit. Ist kein Mikroskop und auch keine ausreichend starke Lupe vorhanden, wird geerntet, sobald sich die Narben der Blüten deutlich verfärbt haben. Als Faustregel gilt, dass rund 40 bis 50 Prozent der Blütenhärchen bräunlich verfärbt sein sollten. Sind die Narben bereits zum Teil verdorrt, wurde der optimale Zeitpunkt zur Ernte verpasst.

 

Die zweite Frage ist die, wie geerntet werden soll. Dazu werden die einzelnen Äste nach und nach herausgeschnitten und direkt manikürt. Das heißt, dass alle Blätter um die Blüten herum weggeschnitten werden. Die Blüten werden dann an den Stängeln zum Trocknen aufgehangen, das kann je nach Dichte der Blüten bis zu zwei Wochen dauern. Wichtig ist hier, dass die Blüten durchgetrocknet sind, weil sonst Schimmelbefall droht. Pflanzenteile, die sichtbare Trichome haben, werden separat gesammelt und später weiter verarbeitet. Der Rest kommt auf den Kompost, in den Ofen oder in die Toilette.

 

Das ist auch schon die komplette Schnellanleitung für den praktischen Anbau für Hobbyzüchter. Sicher fragen sich jetzt einige Leserinnen und Leser, warum viele Grower einen deutlich höheren Aufwand betreiben. Sie messen den pH-Wert des Bodens, verwenden spezielle Lampen, düngen je nach Wachstumsphase unterschiedlich und sind mit der Pflege ihren Pflanzen völlig ausgelastet. Die Frage ist einfach zu beantworten. Durch all diese Maßnahmen wird der Ertrag gesteigert. Und wer viel Marihuana braucht, entweder weil er krank ist oder tagtäglich konsumiert, für den kommt es auf jedes Gramm an. Darum abschließend noch ein paar Tipps, wie der Ertrag am effektivsten gesteigert werden kann.

 

Eine Ertragssteigerung ohne den Arbeitsaufwand zu erhöhen wird durch eine stärkere Lampe erzielt. Mit einer 150 Watt starken Weißlichtlampe werden runde 50 Prozent mehr Ertrag erzielt und mit einer speziellen Lampe, die nur das benötigte Lichtspektrum abdeckt, sogar noch einmal so viel. Auch ein größerer Pflanzentopf erhöht den Ertrag, wenn auch nicht so maßgeblich. Eine weitere Steigerung bringt der Verzicht auf selbstblühende Sorten. Der Aufwand und die Anforderungen an die Geduld und das Fachwissen des Züchters steigen allerdings im gleichen Maß an.

 

Wer den Ertrag weiter steigern möchte, kultiviert mehrere Pflanzen gleichzeitig und steigt von Samen auf Stecklinge um. Dies ist allerdings mit noch mehr Aufwand verbunden und erfordert explizite Fachkenntnisse. Dazu steigen auch die Ansprüche an die Anbaubedingungen. Wegen des Geruchs und der Notwendigkeit, Stecklinge und Mutterpflanzen getrennt zu ziehen, ist dann bei Indoorzucht die Anschaffung einer professionellen Growbox mit Luftreinigung unabdingbar.

Auf den „Mein Schiff“-Linern, die im Auftrag von TUI Cruises die Weltmeere durchkreuzen, gilt laut AGB „Keine Macht den Drogen“ – für Alkohol und Arzneimittel gilt die Regelung aber natürlich nicht.

 

Dass man aber auch im Falle von Cannabis keine Ausnahme macht, durfte nun ein junger Mann aus Mannheim am eigenen Leib erfahren. Dieser hatte sich im Rahmen eines Landgangs in Jamaika mit etwa 30 Gramm Marihuana eingedeckt, das er, zurück an Bord, gleich im Safe seiner Kabine einschloss, wie er in einem Gespräch mit der Highway-Radaktion versicherte. Leider vergaß er einen angerauchten Joint, den er auf seinem Privat-Balkon im Aschenbecher abgelegt hatte. Diesen entdeckte wohl das Reinigungspersonal, denn als der Passagier nach einem weiteren Landgang wieder an Bord kommen wollte, löste seine Karte beim Abscannen einen Alarm aus und ein Security-Team nahm sich seiner mit der Frage nach illegalem Drogenkonsum an. Nach der Durchsuchung der Kabine, in dessen Verlauf die Blüten im Safe gefunden wurden, wurde der Fall in Absprache mit der Reiseleitung umgehend an die mexikanische Polizei weitergeleitet. Die interessierte sich allerdings herzlich wenig für den Fall, da dort der Privatkonsum von Cannabis entkriminalisiert wurde.

 

Schon sah es so aus, als würde der Betroffene noch mal mit einem blauen Auge davonkommen, denn die Reiseleitung wollte es mit dem Hinweis, das Zeug beim nächsten Mal doch lieber an Land zu rauchen, bei einer Verwarnung belassen. In einem Fall wie diesem hat allerdings der Kapitän das letzte Wort und das fiel gnadenlos aus: er verwies den Mann noch in Mexiko kurzerhand des Schiffes und legte ab. Dass der Pechvogel das Marihuana zu medizinischen Zwecken zur Linderung der Symptome seiner ADHS-Erkrankung konsumierte, half letztendlich auch nicht weiter, da sich eine entsprechende Bescheinigung zum damaligen Zeitpunkt noch nicht in seinem Besitz befand. Inzwischen ist der Mannheimer auch ganz offiziell Cannabispatient, was die ganze Sache rückblickend gesehen natürlich noch ärgerlicher macht.

 

Kopfschmerzen bereiten auch die Facebook-Kommentare auf der „Mein-Schiff“-Facebookseite, wo der Zurückgelassene seinem Unmut Luft machte. Leider konnte er nicht auf die Solidarität der TUI-Fans und Mitreisenden zählen, stattdessen gab es Lob für den Kapitän und seine Entscheidung. Es scheint jedenfalls für den durchschnittlichen deutschen Kreuzfahrtgast (und Kleingeist) nichts Schlimmeres zu geben als den herüberwehenden Marihuanageruch vom benachbarten Kabinenbalkon riechen zu müssen.

 

TUI Cruises hat sich zu dem Vorfall bisher leider nicht geäußert.

Ein Familienunternehmen der etwas anderen Art betrieben ein Berliner und sein 19-jähriger Sohn. Die beiden mussten sich vergangene Woche wegen des Anbaus von Cannabis vor Gericht verantworten. Als Ort für ihre kleine Pflanzung, die gerade einmal vier Töpfe umfasste, suchten sich der Vater einen ungewöhnlichen Platz aus: dem 50-Jährigen schien ein Friedhof in Britz, auf dem er vor Jahren mal gearbeitet hatte, für die Unternehmung gut geeignet. Ruhig und verlassen ist so ein verstecktes Eckchen (das auch der Öffentlichkeit nicht ohne weiteres zugänglich war) auf einem Friedhof ja allemal.

 

Die Polizei machte ihm einen Strich durch die Rechnung, als sie einen weiteren Verwandten des Mannes, der mit prall gefülltem Rucksack aus des Vaters Wohnung kam und sich wohl „verdächtig benahm“, erwischte.

 

Einige Zeit später wollten die Ermittler schließlich dem umtriebigen Vater einen Besuch abstatten – doch der lag zur der Zeit im Krankenhaus. Es öffnete der Sohn, auf dem Wäscheständer wurde gerade frisches Marihuana getrocknet. Der Vater hatte seinem Sprössling offenbar den Auftrag gegeben während seiner Abwesenheit auf die Ernte aufzupassen.

 

Das Gericht hielt sich beim Urteil glücklicherweise zurück und setzte die zweijährige Haftstrafe für den Erziehungsberechtigten auf Bewährung aus. Der Sohn kam mit einer Verwarnung wegen Beihilfe davon.

 

Die Stiftung Warentest – in Zeiten von Fake-News, Kungelei und Lobbyismus ein objektiver, unabhängiger Fels in der Brandung. Oder etwa nicht? Zumindest in Sachen Cannabis als Medizin scheint die Objektivität von Deutschlands bekanntester Stiftung zumindest fraglich.

 

Im kürzlich unter der Überschrift „Cannabis: Wie THC, Nabilon und Cannabidiol Kranken helfen können“ veröffentlichten Artikel geht es jedenfalls recht einseitig zu. Da wird auf ominöse „Arzneimittelexperten“ verwiesen, nach deren Meinung „die medizinischen Effekte von Cannabis oft schlecht belegt oder vergleichsweise schwach“ seien. Im selben Atemzug wird auf die Lieblingsstudie aller Cannabisgegner, die auf der umstrittenen Lancet-Datengrundlage basiert, verwiesen. Generell, so der Tenor des Artikels, seien, welche Überraschung, industrielle Fertigarzneimittel wie etwa Sativex in jedem Fall gegenüber unverarbeiteten Marihuana-Blüten vorzuziehen. Auf den sich ergebenden Widerspruch, wieso Pharmaunternehmen die aufwändige Herstellung und Zulassung solcher Präparate überhaupt auf sich nehmen, wenn die Wirksamkeit der Cannabinoide doch anscheinend so fraglich ist, wird nicht eingegangen. Ebenfalls keine Erwähnung finden die Schattenseiten herkömmlicher Schmerzmittel von Aspirin bis Paracetamol.

 

Von den bekannten Schattenseiten dieser und stärkerer Präparate erfährt man im Gegensatz zu den prominent dargestellten Nebenwirkungen von Cannabis in dem Artikel einfach mal gar nichts. Gut, dass die Bundesregierung erst 2017 das Stiftungskapital der Stiftung Warentest von 100 auf 175 Millionen erhöht wurde, um deren Unabhängigkeit weiterhin gewährleisten zu können...

Es ist kein Wunder, dass die Gruppe der Über-65-Jährigen oft große Berührungsängste beim Thema Cannabis hat. Die mediale Dämonisierung hat in den Köpfen gerade der Ältesten natürlich ihre Spuren hinterlassen. Auch in Deutschland weisen die Senioren in den entsprechenden Legalisierungs-Umfragen stets die niedrigsten Zustimmungswerte auf.

 

In den Vereinigten Staaten ändert sich das gerade. Im Zuge des legalisierungsbedingten Image-Wandels kommen viele Ältere langsam auf den Trichter, dass am verpönten „Teufelskraut“ vielleicht doch etwas dran sein könnte und dass gerade geriatrische Beschwerden wie Arthrose mit der richtigen Dosis Cannabis auf schonendem Wege gelindert werden können.

 

Mit einer auf dem Datenmaterial des National Survey on Drug Use and Health basierenden Studie (befragt wurden 14.000 Senioren) wird das Ausmaß des Umschwungs nun deutlich: war es im Jahr 2006 noch eine verschwindende Minderheit, nämlich 0,5 Prozent, die nach eigenen Angaben Cannabisprodukte nutzten, belief sich die Zahl der betagten Nutzer im Jahr 2018 bereits auf 4,2 Prozent aller Befragten. Mehr Details zur Studie, die im wissenschaftlichen Journal „JAMA Internal Medicine“ veröffentlicht wurde, gibt es hier (Login erforderlich).

 

Wer sich einen Eindruck davon machen möchte, wie schamlos Cannabis einst geächtet wurde, der kann sich unten den mittlerweile kultigen und unfreiwilllig komischen Propagandafilm „Reefer Madness" in voller Länge ansehen.

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder 2,60 Euro als E-Paper, beispielsweise bei United Kiosk oder für Kindle bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Titelstory Plusmacher im Interview +++ Neues Cannabinoid THCP: 30-mal so potent wie THC? +++ Bud Washing Water Curing & Bud Washing +++ Growing SCROG-Anleitung +++  Sortenportrait French Cookies +++ Cannabusiness Die neue Cannabis-Lobby +++ Grow-Report Mikromachine Auto +++ High School Purple Cannabis+++ Growing Die richtige Outdoor-Sorte finden +++ Kino-Tipp The Gentlemen +++ News CBD-Razzien von Berlin bis Würzburg

 

Du möchtest mehr Informationen über Cannabis und den Anbau von Cannabis? Wir können dir helfen: An jedem gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk sowie Head- und Growshop kannst du die brandneue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin für lächerliche 2,60 Euro erwerben:

 

Link: Highway am Kiosk finden (Deutschland) Link: Highway 02/2020 als E-Paper (PDF) kaufen Link: Highway 02/2020 für Kindle bei Amazon kaufen