Highway

Post vom Staatsanwalt – das hat selten Gutes zu bedeuten. Als Rechtsverteidiger ist man dies allerdings gewohnt und öffnet ohne zu zögern einen jeden Brief von der Gegenseite. Der Linger Rechtsanwalt Robert Koop bloggt nun bereits seit zehn Jahren zu seinem Beruf und konnte heute ein besonders kurioses Fundstück auf seinem Blog präsentieren.

 

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück schickte dem Anwalt Koop eine Abholaufforderung: er möge bitte innerhalb einer Monatsfrist vorbeikommen und die aufbewahrten Gegenstände abholen. Die aufbewahrten Gegenstände – das sind in diesem Fall etwa zwei Kilo Gras, so ist es auch im Schreiben der Staatsanwaltschaft vermerkt: „ca. 2215,5 gr. Marihuana.“

 

Ein Personalausweis oder eine Vollmacht sollen angeblich genügen, um die heiße Ware in Empfang nehmen zu dürfen. Aus verständlichen Gründen erkundigte sich Koop nun aber auf seinem Blog augenzwinkernd nach Freiwilligen, die die Abholung für ihn übernehmen könnten.

 

Den Link zum Blog und das Originalschreiben der Staatsanwaltschaft findet ihr hier: Roberts Blog

Kiffen und Gewichte stemmen – in unserer Leserschaft werden wohl viele diese Kombination kennen. Für Nicht-Cannabis-Konsumenten scheint dieser Gedanke zunächst abwegig zu sein – von wegen Kiffen mache faul und so weiter. Der Amerikaner Jim McAlpine will diese Vorurteile nun entkräften und Gleichgesinnten die Möglichkeit geben, Cannabis-Sport in seinen neuen Fitnessstudios zu betreiben.

 

Wie McAlpine „Quartz“ im Interview verriet, kam ihm die Idee – genau – beim dichten Gewichte stemmen. Nun plant er eine Fitnessstudio-Kette mit dem einleuchtenden Namen „Power Plant Fitness“. Die erste Filiale ihrer Art öffnet im November in San Francisco – L.A., San Diego und Sacramento sollen folgen.

 

Bislang organisierte der Fitnessstudio-Gründer die „420 Games“, Wettläufe, Golfturniere und dergleichen für die Cannabis-Community. Im Gegensatz zu vielen Ärzten glaubt er, dass Cannabis ein gesunder und produktiver Weg sein kann, durch den Sportler in ihrem Tun unterstützt werden können. Die Fitnessstudio-Besucher bekommen demnach nicht nur Trainingspläne erstellt, sondern auch „Cannabis-Pläne“: „Es ist mehr eine ganzheitliche Körper-und-Geist-Philosophie. Wir machen hier eine ganze Menge mehr Kopfarbeit als andere Gyms“, erklärt McAlpine. Medical-Marijuana-Doktoren und Lieferdienste runden das Angebot ab.

 

Den Kunden wird allerdings abgeraten das Marihuana zu rauchen, sondern es wird der Konsum mittels Nahrung oder Vaporizer empfohlen, um die schädlichen Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren und um den Einsatz von Kleinstdosen besser ermöglichen zu können.

Cannabis und der Führerschein – zwar eine endlose Geschichte, aber hoffentlich nicht für immer. Vorerst führt es aber weiterhin zu großen Problemen, wenn berauscht (oder schlimmer noch: nicht berauscht, aber mit Reststoffen im Blut) Auto gefahren wird. Wird der Konsum von Cannabis durch die Polizei nachgewiesen, ist der Führerschein erst einmal für einige Zeit weg.

 

Bislang kann der Wirkstoff THC (bzw. dessen Abbauprodukte) von der Polizei durch einen Wisch-, Urin- oder Bluttest nachgewiesen werden. Solchen Tests muss bei einer Verkehrskontrolle aber nicht grundsätzlich zugestimmt, sondern diese können auch verweigert werden. Von der Praktikabilität liegen für Polizei und deren Kundschaft natürlich die Wischtests vorne. Wischtests, bei denen die Teststreifen zum Beispiel einfach nur über die Stirn gezogen werden, haben dabei je nach Hersteller Zuverlässigkeitsraten von etwa 70 bis 95 Prozent. Urin- und Bluttests sind eindeutig.

 

Wissenschaftler der TU Dortmund haben nun einem Bericht der „Ruhr Nachrichten“ nach ein Gerät entwickelt, mit dem der Konsum von Cannabis nachgewiesen werden soll, ohne dass den Autofahrern diverse Körperflüssigkeiten abgezapft werden sollen. Die Fehlerquote liegt zudem bei bloß einem Prozent. Ermittelt wird das ganze wie bei einem Alkoholtestgerät mittels Atemluft. Der Detektor weist in der ausgeatmeten Luft neben THC auch elf weitere Stoffe nach, mit denen Cannabiskonsum nachgewiesen werden kann.

 

Ob die Geräte in den flächendeckenden Einsatz kommen ist noch nicht klar – Käufer werden bislang gesucht. Polizeibehörden in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen haben laut „Ruhr Nachrichten“ bereits Interesse bekundet, wohingegen die Polizei in NRW bislang noch sehr zurückhaltend reagiert. Vielleicht möchte man auch gar kein solches Gerät, weil man sonst fürchtet einzugestehen, dass Cannabis genau so verbreitet ist wie Alkohol.

 

Für Cannabiskonsumenten können weitere Produkte aus der Reihe „Jagd machen auf friedliche Leute, die gerne mal einen rauchen“ jedenfalls eigentlich kein Grund zur Freude sein. Ein Vorteil an dem Testgerät ist aber vielleicht, dass es nur einen bis zu acht Stunden zurückliegenden Konsum anzeigt. Die bisherige Regelung, dass man aufgrund angewandter Gesetze in Deutschland eigentlich besser wochenlang nach dem Kiffen kein Auto fahren sollte, ist realitätsfern und menschenfeindlich – sollte dies irgendwann einmal überdacht werden, wäre stattdessen eine Grenze von acht Stunden Konsumpause vor dem Autofahren vielleicht sogar eine Regelung, mit der alle Seiten einverstanden sein könnten.

Das gab es noch nicht in Österreich – zwei Cannabis-Grower sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für den Rest ihres Lebens hinter Gitter: Im August beginnt ein Prozess in Wien, in dem einer 13-köpfigen Gruppe vorgeworfen wird, insgesamt sechs Wohnungen bzw. Häuser angemietet und dort Plantagen mit bis zu jeweils 850 Cannabispflanzen unterhalten zu haben. So sollen in einem Zeitraum von zwei Jahren 350 Kilogramm Marihuana produziert und verkauft worden sein, wie der „Kurier“ heute berichtet. Außerdem wurde der Strom für das Unterfangen abgezwackt, sodass auch noch Stromdiebstahl im Wert von 180.000 Euro auf den Deckel der beiden Hauptangeklagten kommt.

 

Diese sind 38 und 41 Jahre alt und haben nun, obwohl erstmals vor Gericht, ein riesiges Problem. Denn die Staatsanwaltschaft bedient sich eines Paragraphen, der damals geschaffen wurde, um internationale Drogenbosse für immer hinter Gitter zu sperren. In Absatz Nr. 5 des Paragrafen 28a des Suchtmittelgesetzes steht, dass wer gemeinsam mit „einer größeren Anzahl Menschen“ Drogengeschäfte begeht, zu zehn bis zwanzig Jahren bzw. lebenslanger Haft verurteilt werden kann. Und eben diesen bislang kaum genutzten Paragrafen zückt nun die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Die Drogenfahndung im Landeskriminalamt Niederösterreich freut sich derweil und hofft (garantiert vergebens – selbst in Ländern mit Todesstrafe wird Gras angebaut) auf eine abschreckende Wirkung für andere Grower.

 

Dass (auch wenn es um 350 Kilo Marihuana geht) relativ kleine Cannabis-Dealer für immer in den Knast sollen, und das in Österreich, ist ein wahrer Skandal. Die Anwälte der Angeklagten zeigten sich im „Kurier“ sichtlich schockiert: „Ich vertrete schon mein ganzes Berufsleben lang Drogendealer vor Gericht. Und da waren große Fische dabei. Aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen“, lässt sich einer der Verteidiger zitieren.

 

Highway berichtet im August vom Prozess.

„Teens in Colorado weigern sich hartnäckig, mehr Weed zu rauchen“ – mit dieser ironischen Formulierung garnierte die „Washington Post“ am Dienstag einige Grafiken, die belegen, dass seit der flächendeckenden Cannabis-Legalisierung in Colorado 2014 die Anzahl der jugendlichen Konsumenten gesunken ist.

 

Deutsche CSU-Politiker und diverse mitlesende Großmütterchen packen sich jetzt vermutlich an den Kopf, aber von den Jugendlichen in Colorado haben 21 Prozent in den letzten 30 Tagen Cannabis konsumiert. Und das ist aber erstens knapp unter dem nationalen amerikanischen Durchschnitt und zweitens ein gutes Stück unterhalb der Rate von 25 Prozent der Jugendlichen, die 2009 – also vor der Legalisierung – in Colorado innerhalb der letzten 28 Tage vor der Befragung Weed geraucht haben.

 

Somit ist belegt, was viele Menschen, die sich ernsthaft mit der Materie beschäftigen, schon lange vorher angekündigt haben: Eine regulierte Ausgabe führt zu weniger kiffenden Kindern – sei es, weil diese Marihuana rauchen eventuell nicht mehr als so cool ansehen, weil es nun legal ist, sei es, weil es viel weniger Straßendealer gibt und die legalen Shops ihnen nichts aushändigen. Legalisierung wirkt!

Roseanne Barr, die berühmte Schauspielerin die sich in der TV-Serie „Roseanne“ mehr oder weniger selbst spielte, war dort oft als überforderte Mutter, die sich nicht immer ideal gegenüber ihren Kindern verhält, zu sehen. Roseanne erzählte vergangene Woche in einem Interview in der Late-Night-Show „Conan“ von Conan O’Brien, dass es nun allerdings die 83-jährige Mutter von Roseanne war, die Grund zur Klage über ihre Tochter hatte.

 

Denn Roseanne lagert in ihrem Kühlschrank diverse medizinische Cannabiszubereitungen in Form von Lebensmitteln (Edibles). Sie ist, wie so viele Menschen in Kalifornien, „Medical-Marijuana-Patient“ – und da besteht die Medizin auch schon mal aus einem Cheesecake. Und woher soll die arme Mutter das wissen? Also snackte sich die hungrige 83-Jährige einen kompletten medizinischen THC-Cheesecake und weil ihr der Geschmack nicht passte, versuchte sie, diesen mit einem Schokoriegel wieder loszuwerden. Doch dieser Riegel war leider ebenfalls ein Cannabis-Riegel.

 

Es kam wie es kommen musste: Die arme Dame, die nach eigenen Aussagen in ihrem ganzen Leben bisher nicht einmal Alkohol probiert hatte, musste nun 26 Einheiten THC verdauen. Anfangs war das noch ganz lustig, allerdings war das doch deutlich zu viel und die arme Comedian-Mutter musste sich übergeben und ihr Bluthochdruck schoss in die Höhe. Daher endete der Trip für den Cannabis-Neuling dann leider im Krankenhaus, wo man sie wieder aufpeppelte.

 

Roseanne, die sich schon lange für Cannabis einsetzt, lässt sich von diesem Erlebnis aber nicht beirren und plant weiterhin die Eröffnung ihres eigenen Weed-Shops, der noch dieses Jahr eröffnen soll.

 

Das Video mit der Passage aus dem Interview mit Conan O’Brian findet ihr hier:

Das hat Signalwirkung für die ganze Cannabis-Branche weltweit – und darüber hinaus. Der Software-Gigant und Global Player Microsoft steigt mit kleinen Schritten ins legale Cannabusiness ein, finanziell kleinen Schritten. Die Außenwirkung hingegen ist riesig – nachdem die „New York Times“ über diese Entscheidung Microsofts berichtete, gab es ein riesiges Medienecho aus allen Teilen der Erde.

 

Eins der größten und anerkanntesten Unternehmen überhaupt macht nun in Gras? Eigentlich nur ein logischer Schritt für eine gewinnorientierte Firma, denn in der gerade in Amerika entstehenden legalen Cannabis-Branche sind Millionen und Milliarden zu holen. Dennoch sind größere Unternehmen ziemlich einheitlich nicht bereit, sich mit dieser Branche in Verbindung zu stellen, denn es werden statt Gewinnen Umsatzeinbrüche befürchtet. Das liegt daran, dass Cannabis leider von vielen Menschen fälschlicherweise immer noch als schlimme Droge, die die Menschen verdirbt, angesehen wird. Große, etablierte Firmen gehen hier kein Risiko ein und warten auf eine flächendeckende Legalisierung, bis sie sich auf den Markt wagen.

 

Dies ist aber natürlich auch eine Chance für viele kleine und mittelständische Unternehmen, die sich gerade in Amerika ihr Netzwerk aufbauen. Ein weiteres Problem ist aber, dass das legale amerikanische Weed-Geschäft auf Bargeld basiert, da die Banken aufgrund der amerikanischen Bundesgesetze, die Marihuana als illegale Droge einstufen, ebenfalls keine Risiken eingehen möchten und den Shops beispielsweise erst gar keine Konten einräumen. (Die deutschen Sparkassen eröffnen übrigens auch keine Konten für deutsche Cannabis-konnotierte Unternehmen – vermutlich befürchtet man, die Sparstrümpfe diverser Omas zu verlieren.)

 

Microsoft hat schon einmal rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und übernimmt nun wieder eine Vorreiterrolle. Praktisch natürlich, dass der Firmensitz im Bundesstaat Washington liegt, wo Cannabis neben drei weiteren Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington (nicht zu verwechseln mit dem Bundesstaat) vollständig legalisiert ist. Mindestens fünf amerikanische Bundesstaaten stimmen dieses Jahr noch über eine komplette Legalisierung ab, medizinisches Cannabis ist sogar bereits in über der Hälfte aller US-Staaten erlaubt und an der Tagesordnung.

 

Allerdings ist es nicht so, dass Microsoft nun Weed statt Windows vertickt. Die ersten Schritte im Cannabusiness gestalten sich im Zuge einer Kooperation mit dem Start-up Kind aus Los Angeles. Kind offeriert viele verschiedene Produkte für den legalen Weed-Markt, etwa kleine Geldautomaten-ähnliche Marihuana-Ausgabeboxen. Microsoft wird zusammen mit Kind aber an einem Produkt für die Regierung feilen: Mithilfe der Microsoft-Cloud „Azure“ sollen Cannabissamen getaggt werden und ihre Lieferkette vom Einpflanzen bis zum Verkauf des Cannabis-Endprodukts überwacht werden können. So soll sichergestellt werden, dass die Samen, die Pflanzen und die Produkte dieser alle im Rahmen der legalen Bedingungen verarbeitet und konsumiert werden.

Die Hawaiian Snow ist legendär und stolzer Gewinner des High Times Cannabis Cups 2003 und anderer Veranstaltungen. Geschmack und Geruch sind einzigartig hazig und gut wiederzuerkennen. Die THC-Werte liegen sehr hoch und es wurden schon bis zu 23 Prozent THC gemessen. Die CBD-Werte liegen bei dieser Sorte deutlich unter einem Prozent. Diese Sativa ist daher aus medizinischen Gesichtspunkten vor allem in der Schmerztherapie geeignet – oder aber auch als Antidepressivum.

 

 

Die starke Sativa-Wirkung ist allerdings nicht für jedermann geeignet, für Anfänger empfehlen sich vielleicht zunächst besser andere Sorten. Aber auch der Anbau dieser Sorte ist eher für erfahrenere Grower geeignet. Optimale Ergebnisse werden indoor erzielt, aber auch outdoor kann man sein Glück versuchen, jedoch sollte man sich dort besonders aufmerksam um die Pflanzen kümmern.

 

 

 

 

 

Alle Fotos von Green House Seeds: www.greenhouseseeds.nl