Highway

Vor kurzem ging das Video eines jungen Mannes aus Tennessee viral, der sich als Angeklagter vor Gericht einen Joint rauchte, um Aufmerksamkeit für eine seiner Meinung nach dringend notwendige Cannabislegalisierung zu schaffen. Der Clip ging um die Welt, vielleicht hat ihn auch der 20-Jährige gesehen, um den es nun geht. Einen Joint hat der junge Mann, der sich gerade vor dem Amtsgericht Wetter verantworten musste, zwar nicht ausgepackt, sein uneinsichtiges Verhalten vor dem Richter schlug aber in dieselbe Kerbe. Angeklagt war der junge Mann aus Herdecke für den Besitz von Sage und Schreibe einem Gramm Marihuana. Leider hatte er zuvor schon aufgrund eines Cannabisdelikts eine Geldstrafe bekommen, deshalb kam der erneute Fund trotz geringer Menge beim Jugendrichter gar nicht gut an.

 

„Wenn ich jeden Tag eine Flasche Wodka saufe, interessiert das keine Sau“, konterte der Angeklagte die Belehrungen des Gerichts und konstatierte trocken, dass er die Cannabisgesetzgebung für „schwachsinnig“ halte. Tja, dem wäre eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen, doch der Richter sah das naturgemäß anders (Das ist verboten!“) und verordnete drei Drogenscreenings, 50 Sozialstunden und eine sechsmonatige Betreuungsweisung.

 

Die Meldung, dass die niederländische Regierung die Schließung von Gaststätten aller Art  angeordnet hat, sorgte auch unter Cannabisfreunden für Aufregung. Denn betroffen waren auch die Coffeeshops, in denen man sich legal mit Cannabis eindecken kann (also, wenn man fünf Gramm pro Kunde pro Shop als „eindecken“ bezeichnen kann). Das führte zu langen Schlangen vor den Abgabestellen und auch zu dem ein oder anderen amüsanten Seitenhieb bezüglich der Klopapier-hortenden Deutschen. Aber auch viele deutsche Kiffer, die in Grenznähe leben, beschlich beim Anblick der Bilder ein ungutes Gefühl.

 

Tatsächlich kam es nun zu einem Einlenken der niederländischen Regierung, die den weiteren Betrieb von Restaurants und Coffeeshops wieder erlaubte, allerdings nur unter der Bedingung, dass die Speisen (oder eben die Blüten) nur zum Mitnehmen gekauft werden können. Es wird gemunkelt, dass vor allem die Angst vor einem florierenden Straßenverkauf von Marihuana für die erneute Anpassung der erst am Sonntag beschlossenen Sperr-Maßnahmen verantwortlich sei.

 

Mit dem untenstehenden Clip könnt ihr euch einen kleinen Eindruck von der Lage verschaffen. Er zeigt die Schlange vor einem Shop in Nimwegen.

 

Die Wahl des richtigen Orts hat einen wichtigen Einfluss auf den Anbauverlauf und die Qualität der Ernte. Falls ein Gewächshaus bereitsteht, wird es wohl nicht mehr versetzt werden. Jedenfalls sollte es sich am besten in sonniger Lage und auch in Wassernähe befinden, damit das Bewässern nicht zur Qual wird. Im Nachfolgenden erläutere ich, wie der optimale Ort für einen Anbau am besten auszusehen hat. Es sollten bei der Auswahl keinerlei Kompromisse eingegangen werden, sondern ein Platz gesucht werden, der den festgelegten Kriterien voll entspricht.

 

Töpfe oder Beet?

Bereits bei der Auswahl des Orts sollte entschieden werden, ob man die Pflanzen in Töpfen oder im Beet züchten möchte. Beides hat seine Vor- und Nachteile, mit denen man rechnen muss. Eine klare Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Alles hängt von den Umständen ab. Im Folgenden sollen diese Unterschiede herausgearbeitet werden. Töpfe haben den Vorteil, dass sie überall platziert werden können: unter freiem Himmel, im Gewächshaus sowie am Fenster, auf dem Balkon oder der Terrasse. Das bedeutet auch, dass die Pflanzen verstellt werden können, etwa wenn sie versteckt werden müssen oder die Witterungsverhältnisse dies verlangen, beispielsweise bei mangelnder Sonne, wegen Wind oder bei Hagel. Zwei weitere Vorteile sind die bessere und leichtere Dosierung von Düngemitteln sowie der einfachere Schutz vor Bodenschädlingen, Unkraut und dergleichen. Aber der Anbau in Töpfen birgt auch Nachteile. So haben die Wurzeln weniger Platz, wenn man einen kleinen Topf wählt – ein großer lässt sich dafür nur schlecht bewegen. Bei selbstblühenden Sorten ist dies zu vernachlässigen. Auch müssen Töpfe häufiger bewässert werden, während in Beeten immer ein Teil der Feuchtigkeit im Boden bleibt. Wenn man also verreisen muss und die Bewässerung nicht gesichert wird, werden Pflanzen eher in Beeten als in Töpfen überleben.

 

Die Vor- und Nachteile von Beeten sind de facto gegenteilig zu denen der Züchtung in Töpfen: Die Pflanzen überleben länger ohne Bewässerung. Im Beet gibt es mehr Platz für Wurzeln. Dieser Vorteil ist im gewissen Maß von der Härte des Bodens abhängig. Je besser ein Beet vorbereitet wird, desto besser werden Wurzeln gebildet. Pflanzen im Beet kann man nur schwer umstellen. Auch riskiert man eine langsame Pflanzenentwicklung, wenn man sie umpflanzt. Außerdem bietet ein Beet mehr Gelegenheiten für Bodenschädlinge, Nagetiere und Unkraut.

 

 

Anbau auf dem Feld

Zum Anbau unter freiem Himmel nutzen manche Züchter Felder, die von Landwirten bearbeitet werden. Sie pflanzen oder sähen ihre Pflanzen einfach zwischen den normalen landwirtschaftlichen Kulturpflanzen ein. Zu diesem Zweck ist ein Maisfeld am besten geeignet und zwar aus mehreren Gründen: Mais wächst in die Höhe, deshalb sind Cannabispflanzen zwischen Mais gut versteckt. Auch wird Mais in der Regel erst im Spätherbst geerntet. Deshalb gibt es eine große Wahrscheinlichkeit, dass Cannabis früher reif wird, also bevor alles durch die Maisernte zunichte gemacht wird. Da Mais in Reihen und regelmäßigen Abständen angebaut wird, kann man sich im Feld leicht orientieren und bewegen. Auch wächst im Maisfeld weniger Unkraut, das die Pflanzen gefährden könnte. Sollte der Cannabisbauer den Maisfeldbesitzer nicht um Erlaubnis gebeten haben, birgt das ganze Unternehmen allerdings auch eine Reihe von Nachteilen: Düngung und Bewässerung sind etwas schwieriger vorzunehmen, denn einen Wasserzugang hat man auf dem Feld nicht. Auch sind häufige Kontrollen der Pflanzen komplizierter – jemand könnte die Ausflüge bemerken. Dies bedeutet auch, dass man sich nie sicher sein kann, ob die Cannabispflanzen entdeckt und von jemand anderem geerntet oder entfernt werden. Auch könnte sich der Feldbesitzer entscheiden, seine Ernte vorzuziehen und dann geht alles verloren. Für Lebensmittel bestimmter Mais wird früher geerntet.

 

Anbau auf fremden Feldern ist meiner Meinung nach nur für Züchter geeignet, die kein eigenes Grundstück besitzen und für die es die einzige Möglichkeit ist, ein paar Cannabispflanzen zu züchten. Allerdings ist dies natürlich auch nicht die einzige Möglichkeit, extern Pflanzen anzubauen. Neben Feldern können auch Waldränder oder andere Lokalitäten genutzt werden. In jedem Fall sollten wenig frequentierte Orte gewählt werden. Zum Beispiel gehen kaum Menschen an Eisenbahngleisen entlang. Ein eigener Garten gibt dem Züchter jedoch weitaus größere Möglichkeiten, die Entwicklung der Pflanzen zu kontrollieren und für sie zu sorgen.

 

Rekultivierung

Bei der Ortsauswahl muss man auch eine künftige Rekultivierung in Betracht ziehen. Oft ist es notwendig, die vorhandene Erde durch eine leichte Erde mit Nährstoffen zu ersetzen. Deshalb sollte sich jeder Gärtner ansehen, ob er am gewählten Ort umgraben kann. Auch muss der Standort hinsichtlich der Pflanzenwelt begutachtet werden. Stark bewachsene Orte, ob mit Brombeeren, Himbeeren, Unkraut oder einer anderen Plage besiedelt, wird man nur sehr schwer in einen Garten umwandeln können. In der Nähe von großen Bäumen läuft man Gefahr, dass deren Wurzeln den Pflanzen Nährstoffe und Feuchtigkeit wegnehmen.

 

Dieser Artikel von Grow-Experte Mr. Jose erschien erstmals in Highway-Ausgabe 01/16

Bei den Bildern, die gestern Abend aus den Niederlanden um die Welt gingen, könnte man glatt denken, dass Cannabis tatsächlich ein Heilmittel gegen den Corona-Virus ist.

 

Vor einigen Wochen verbreitete sich ein entsprechender Fake im Netz, doch die Menschen, die hier vor einem Coffeeshop Schlange stehen, dürften es besser wissen. Sie haben einfach nur verstanden, dass es weitaus mehr Sinn ergibt, Weed zu hamstern als Klopapier. Denn wie bei vielen anderen Gütern mit internationalen Lieferwegen könnte es schon bald passieren, dass den Händlern die Vorräte ausgehen und Nachschub ausbleibt. Dass die legalen Shops in den Niederlanden zusammen mit Bars, Kneipen, Sportstätten etc. schließen müssen, war angesichts der europaweiten Lage zu erwarten und im Vorfeld kommuniziert worden, aber auch die Straßenhändler, die jetzt ihre große Stunde wittern, sind vor Grenzschließungen und Ausgangssperren nicht gefeit.

 

"Also schnell noch mal in den Shop", mag sich da der ein oder andere Cannabisfreund gedacht haben. Oder besser gesagt: in die Shops. Denn ein Coffeeshop darf pro Kunde nur fünf Gramm auf einen Schlag verkaufen, was dazu geführt haben könnte, das viele eben nicht nur einen, sondern alle möglichen Shops in Reichweite aufgesucht haben.

 

Bis zum sechsten April soll der landesweite Stillstand vorerst aufrechterhalten werden. Da in Deutschland die Gefahr ähnlicher Maßnahmen besteht, dürften auch deutsche Cannabisfreunde zurzeit verstärkt in Erwägung ziehen, einen kleineren (oder größeren) Vorrat anzulegen, um nicht mitten während einer Ausgangssperre mit leeren Händen dazustehen.

 

Wie es sich anfühlt, wenn alle legalen Abgabestellen plötzlich auf einen Schlag wegfallen, konnte der Autor dieser Zeilen noch vor kurzem in Barcelona erfahren. Seit dort am Wochenende die Cannabis Social Clubs geschlossen wurden, bersten die entsprechenden Messenger-Gruppen und sozialen Medien vor Weed-Anfragen.

 

 

Cannabis bewässern – klingt eigentlich wie ein einfaches Thema: Wasser rein und fertig? Nicht ganz! Um am Ende eine gesunde und kräftige Cannabispflanze großgezogen zu haben, muss ein Grower bei der Bewässerung einige Dinge beachten. In diesem Artikel liefert Grow-Experte Junior Gong daher einige Tipps zum Bewässern bei einem Grow auf Erde und auf Cocos.

 

Wasser ist quasi das Transportmedium für Nährstoffe und Mineralien, die die Pflanze für ihr Wachstum braucht. Über den Vorgang der Osmose wird Wasser samt der darin gelösten Nährstoffe aus dem Growmedium angesaugt und durch die Pflanze transportiert. Die Nährstoffe werden in den Zellen verarbeitet und anschließend verdunstet das Wasser über die Spaltöffnungen der Blätter.
 

Ein typischer Anfängerfehler ist es, der Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser zu geben. Gerade wenn man nie wirklich mit Zimmerpflanzen zu tun hatte und zum ersten Mal growt, fehlt einem die Erfahrung beim Gießen. Bekommt die Pflanze nicht genug Wasser, kann sie nicht ausreichend Nährstoffe aufnehmen. Es bilden sich dadurch Nährstoffmängel. Die Cannabispflanze benötigt außerdem für die chemischen Vorgänge (etwa die Photosynthese) ausreichend Wasser in den Zellen. Wird zu wenig gegossen, wird der gesamte Stoffwechsel gebremst und das Wachstum stark gehemmt. Die Pflanze droht von innen auszutrocknen. Zu viel Wasser ist aber genauso schädlich.  Ist der Boden zu sehr durchwässert, kann Wurzelfäule entstehen, die gerade von Anfängern meist nicht erkannt wird. Zudem steigt die Schimmelgefahr immens, da sich Pilze in feuchten Umgebungen ohne viel Bewegung rasend schnell ausbreiten können. Hinzu kommt, dass die Wurzeln bei zu viel Feuchtigkeit nicht genug Sauerstoff bekommen und absterben können.

 

Damit die Cannabispflanze prächtig wachsen und gedeihen kann, muss also bei der Bewässerung ein gesundes Mittelmaß gefunden werden. Auch bedacht werden muss, dass die Zusammensetzung des Wassers auch eine wichtige Rolle spielt. Im Idealfall hat Gießwasser für Cannabis einen neutralen pH-Wert von circa 7, einen EC-Wert von 0,2 bis 0,4 und eine Zimmertemperatur von 22 bis 24 °C. Damit kann es den pH-Wert des Bodens nicht kaputt machen und die Pflanze nicht übersalzen. Gleichzeitig ist es damit perfekt geeignet, um Dünger anzumischen.

 

Es wäre zu schön, wenn man ganz unkompliziert das Wasser aus dem Hahn nehmen und damit die Cannabispflanze gießen könnte. Leider ist es aber nicht ganz so einfach. Leitungswasser enthält Kleinstmengen an Salzen, Mineralien und Chemikalien, die zwar für den menschlichen Organismus keine Gefahr darstellen, aber der Cannabispflanze schaden können. Das größte Problem ist der Kalk im Wasser, der das Substrat versalzen kann. Zu viel Salz kann die Wasseraufnahme der Pflanze bremsen. Ab einer bestimmten Salz-Konzentration droht die Umkehrosmose und der Boden beginnt, Wasser aus der Pflanze zu saugen. Ohne Gegenmaßnahmen trocknet die Pflanze rasant aus und stirbt einen schnellen Tod. Je nach Gegend kann der Kalkgehalt im Leitungswasser sehr hoch sein. Kalk ist nichts anderes als ein Salz und muss herausgefiltert werden. Bei hartem, also sehr kalkhaltigem Leitungswasser macht es Sinn, etwa fünfzig Euro in ein EC-Meter zu investieren, um den Salzgehalt des Leitungswassers im Blick zu behalten. Ist der EC-Wert des Leitungswassers nur leicht erhöht, ist eine Filterkanne von der Firma Brita die einfachste Lösung. Diese kann den EC-Wert um 0,15 bis 0,3 senken. Bei EC-Werten über 0,7 kann nur eine Umkehrosmose-Anlage dabei helfen, die Salze aus dem Leitungswasser zu filtern.

 

Im Gegensatz zu Leitungswasser ist Regenwasser schon etwas besser zum Gießen geeignet, da es nahezu keine Salze enthält. Doch es enthält auch nahezu keine Mineralien. Problematisch wird dies beim Anmischen von Dünger, da die Dünger-Lösungen vom Salz- und Mineraliengehalt her auf Leitungswasser abgestimmt sind. Beim Gießen mit reinem Regenwasser entstehen deshalb oft Calcium- oder Magnesiummängel in der Pflanze. Eine häufige Lösung ist das Mischen von Leitungs- und Regenwasser, sodass man am Ende einen EC-Wert von 0,2 bis 0,4 herausbekommt. So erhält die Pflanze genug Mineralien und der Boden kann auch nicht versalzen. Wichtig dabei ist es, kaltes Wasser aus dem Hahn zu nehmen, da warmes Wasser in der Heizanlage mehr Mineralien aufnehmen und den EC-Wert dadurch erhöhen kann. Zusätzlich sollte das Leitungswasser vor dem Mischen und der Messung über Nacht in offenen Eimern „lüften“, sodass sich die unerwünschten Chloride verflüchtigen können. Die Eimer dürfen nicht aus Metall sein, da sonst Mineralien aus dem Metall in das Wasser diffundieren können.

 

Hat man nun die Versorgung mit passendem Gießwasser sichergestellt, stellt sich die Frage, wie man die passende Gießmenge feststellt. Es liegt auf der Hand, dass junge Sämlinge weitaus weniger Wasser brauchen als schon ausgewachsene Pflanzen. Zum Glück gibt es ein paar praktische und unkomplizierte Tricks, um die passende Menge an Wasser zu finden. Und sowieso gilt immer, die Pflanze aufmerksam zu beobachten, wie sie auf die Gießmenge reagiert.

 

Grundsätzlich ist ein Wassermangel einfacher zu beheben als eine Überwässerung. Im Zweifelsfall sollte man daher lieber etwas zu wenig gießen als zu viel. Einen Wassermangel erkennt man an zu trockener Erde und herunterhängenden Blättern an der gesamten Pflanze. Hier hilft es, den Topf einmal anzuheben und zu überprüfen, ob er sich verdächtig leicht anfühlt. Die Lösung für einen Wassermangel ist einleuchtend: mehr gießen – allerdings bitte sehr, sehr langsam! Denn die vertrocknete Erde bildet einen Spalt am Topfrand, an dem das Wasser bei zu schnellem Gießen einfach zum Boden ablaufen würde. Sollte die Erde sehr stark ausgetrocknet sein, hilft es, etwa einen Zentimeter der obersten Erdschicht vorsichtig mit einer Gabel aufzulockern.

 

Eine Überwässerung kann gerade bei Keimlingen und jungen Pflanzen verheerende Folgen haben. Die Symptome an der Pflanze sind die gleichen wie bei einem Wassermangel – die Blätter hängen an der gesamten Pflanze nach unten. Im späteren Verlauf bilden sich gelbe Flecken an der Blattoberfläche. Die Erde ist total durchnässt und es bildet sich eventuell Schimmel an der Erdoberfläche. Die Lösung für eine Überwässerung ist ein sofortiger Wasserstopp. Als Präventivmaßnahme kann man vor dem Grow für bessere Drainage sorgen, indem genug Löcher an der Topfunterseite angebracht werden. So kann das Wasser besser ablaufen. Zusätzlich kann man vor dem Befüllen mit Erde eine etwa drei Zentimeter hohe Schicht aus Blähton-Granulat im Topf anlegen und so die Drainage-Wirkung nochmals erhöhen.

 

Was die Gieß-Häufigkeit angeht, mögen alle Pflanzen lieber häufiger kleinere Portionen anstatt große Portionen in dafür auch größeren Zeitabständen. So kann man beispielsweise ein- bis zweimal täglich in kleinen Portionen gießen, dadurch eine Überwässerung vermeiden und gleichzeitig die Erde vor dem Austrocknen bewahren. Das Gießen beim Indoor-Growing findet optimalerweise kurz vor dem Start der Lichtphase statt. Mit der Beleuchtung startet auch die Photosynthese und die Pflanze kann mehr Wasser über die Spaltöffnungen aufnehmen, da sie darüber auch das notwendige CO2 aufnimmt.

 

Die einfachste Gieß-Methode ist, alle zwei bis drei Tage (bei jungen Pflanzen täglich) die oberste Erdschicht zu prüfen. Sobald ungefähr drei Zentimeter der Erde trocken sind, muss nachgegossen werden. Beim Gießen muss darauf geachtet werden, die Erde langsam und gleichmäßig zu durchtränken und die Ränder des Topfs nicht zu vernachlässigen. Bei schlechter Drainage kann man zunächst mit der Hälfte der Gießmenge anfangen und nach fünf bis zehn Minuten Pause die restliche Hälfte dazugeben. Sobald unten am Topf Wasser abläuft, hat man genug gegossen. Das Wasser in den Topfuntersetzern wird später von den Wurzeln abgesaugt. Es hilft zusätzlich, bei jedem Gießen den Topf anzuheben und das Gewicht zu überprüfen, um ein Gefühl für die optimale Menge an Wasser zu bekommen. Erst wenn sich das Gewicht um mindestens die Hälfte reduziert hat, kann man wieder gießen. Das Topfgewicht als Maß braucht zwar etwas Feingefühl, es ist aber dafür ein äußerst zuverlässiger Weg, um den Wasserbedarf zu bestimmen.

 

Wie viel Wasser am Ende verbraucht wird, hängt von dem Grow-Setup und den Umständen ab. Nach dem Umtopfen geht der Wasserverbrauch beispielsweise häufig runter, da sich die Pflanze erst einmal von dem Stress erholen muss. Bei leistungsstarken NDL-/MHL-Setups verdunstet beispielsweise relativ viel Wasser, sodass häufiger nachgegossen werden muss als bei einem ähnlichen LED-Setup.

 

Bei einem Grow in einem anderen Growmedium als Erde muss das Gießverhalten oft angepasst werden. Alle Growmedien haben unterschiedliche Eigenschaften, wenn es um die Aufnahme von Wasser geht. Cocos-Substrat kann Wasser extrem gut aufnehmen und überschüssiges Wasser auch sehr schnell wieder abgeben. Denn durch die fluffige Konsistenz können Cannabispflanzen Wasser in Cocos schneller resorbieren als etwa in Erde. Deshalb muss bei einem Grow auf Cocos mindestens einmal täglich nachgegossen werden – in manchen Fällen sogar zwei- bis dreimal pro Tag. Da Cocos-Substrat keine Mikroorganismen enthält, muss es bei jedem Gießen auch gedüngt werden, um den Nährstoffhaushalt sowie die pH- und EC-Werte stabil zu halten. Bei jedem Gieß- und somit Düngvorgang auf Cocos sollten etwa 15 bis 20 Prozent der Gießmenge als Drainage abfließen. Sprich für jeden Liter Gießwasser sollten unten am Topf etwa 150 bis 200 Milliliter Wasser abfließen. Deshalb sollte man bei einem Cocos-Grow unbedingt für ausreichende Drainage sorgen.

 

Da Wasser für die Cannabispflanze (so wie auch für jede andere Pflanze) essentiell ist, können die in diesem Artikel genannten Grundlagen mit dem kleinen Einmaleins gleichgesetzt werden. Wer schon beim Gießen nicht auf die bestmögliche Art und Weise achtgibt, wird auch mit dem besten Zubehör und teuren Zusätzen keine großen Grow-Erfolge feiern können.

 

Eine interessante Nachricht für alle Cannabisfreunde, die im Stadtstaat Bremen leben. Wer künftig von der Polizei mit bis zu zehn Gramm Cannabis erwischt wird, kommt im Regelfall um ein Strafverfahren herum. Entsprechend den öffentlich verfügbaren Richtlinien der Bremer Justizsenatorin sollen Verfahren bei bis zu 10 Gramm immer eingestellt werden, bis 15 Gramm liegt die Entscheidung im Ermessen der Staatsanwaltschaft.

 

Wer aber Handel mit Cannabis betreibt, begeht weiterhin eine Straftat. Auch wer mit THC im Blut Auto fährt, darf keinesfalls darauf hoffen, straffrei auszugehen. An der Tatsache, dass die entsprechenden Grenzwerte viel zu niedrig angesetzt sind, ändert sich ebenfalls leider nichts. Die neue Richtlinie, für die sich Justizsenatorin Claudia Schilling von der SPD verantwortlich zeichnet, wird ab dem 1. April dieses Jahres greifen.

 

Noch 2018 blockierte die SPD einen ähnlichen Antrag der Grünen – nach dem Umschwung der Bundes-SPD, der sich in einem Parteibeschluss zur Entkriminalisierung von Cannabis äußerte, scheint nun aber endlich der Weg für den nächsten Schritt auf dem Weg zu einer menschlicheren Cannabispolitik geebnet. Auch, wenn noch ein langes Stück zu gehen ist...

 

Was Drogenbeauftragte Daniela Ludwig von dem neu festgesetzten Grenzwert hält, ist fraglich. Noch vor kurzem machte sie mit ihrer Forderungen nach bundesweit einheitlichen Grenzwerten Schlagzeilen. Allerdings dürfte eine landesweite Angleichung auf den hohen Berliner Wert (dem sich Bremen nun angenährt hat) nicht unbedingt das sein, was sie mit ihrer Aussage im Sinn hatte.

Enttäuschung unter Legalisierungsbefürwortern aus aller Welt. Schon im Februar 2019 empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den UN-Staaten eine Neuklassifizierung von Cannabis. Diese, so sah es der Ablauf vor, sollten eigentlich bereits vor genau einem Jahr über den Sachverhalt abstimmen. Das ging den Mitgliedsländern dann aber doch etwas zu schnell und so entschied man sich, die Abstimmung um zwölf Monate auf den März 2020 zu verschieben.

 

Im Rahmen der in Wien tagenden Suchtstoffkommisssion sollte nun endlich das Thema Cannabis auf den Tisch kommen. Aber Pustekuchen! Statt einer Neubewertung gab es eine Neuverschiebung und zwar auf den Dezember dieses Jahres. Das bedeutet cannabispolitisch weitere Monate Stillstand. Zugegeben, das Dokument, anhand dessen sich die Abstimmungsteilnehmer über die Sachlage informiern sollen, umfasst stolze 90 Seiten, das ist innerhalb eines Jahres ja auch kaum zu schaffen!

 

Besonders die USA zeigten sich verstimmt über die erneute Verschiebung und drängen auf eine zügige Entscheidung ohne weitere Verzögerungen. Wir bedauern, dass der CND diese Woche nicht in der Lage war, Maßnahmen bezüglich der Cannabisempfehlungen der WHO zu ergreifen, da die Mitgliedstaaten seit Februar 2019 bereits hart daran gearbeitet haben, einen eingehenden Konsultationsprozess in den Bereichen Recht, Verwaltung, Soziales und ökonomische Auswirkungen der Empfehlungen einzuleiten“, so der stellvertretende Hauptsekretär des Büros für internationale Drogen- und Strafverfolgungsangelegenheiten James A. Walsh.

Dass viele Cannabiskonsumenten gerne mal high mit ihrem Partner ins Bett steigen, ist bekannt und ob der stimulierenden Wirkung nicht überraschend. Auch Studien, die eine Kausalität zwischen Cannabiskonsum und gesteigerter Libido nahe legen, stellen einen Zusammenhang zwischen Cannabis und Sexualität her. Der Fall eines Mannes aus dem US-Bundestaat Georgia allerdings ist so ungewöhnlich, dass selbst die, was kuriose Cannabis-Storys angeht, recht abgehärtete Highway-Redaktion zunächst an einen verfrühten Aprilscherz glaubte.

 

Der 32-Jährige Mann, der im Mittelpunkt dieses merkwürdigen Falles steht, war mehrfach mit starken Schmerzen in die Notaufnahme gekommen, die durch stundenlang andauernde Erektionen hervorgerufen wurden – und das ohne jede sexuelle Aktivität oder die Einnahme von Potenzmitteln. Nach eingehender Untersuchung des Mannes (und der Gabe einer lindernden, abschwellenden Spritze) fanden die Mediziner zunächst keine Ursache für die Beschwerden. Bei der Anamnese fiel ihnen dann aber doch noch etwas Merkwürdiges auf. Im „Journal of Cannabis Research“ veröffentlichten sie ihre Theorie, was ihrer Meinung nach wahrscheinlich zu dem Priapismus (Dauererektion) des Mannes geführt habe: Cannabis soll schuld gewesen sein! Der Patient hatte angegeben in den letzten Monaten regelmäßig Marihuana geraucht zu haben und verwundert festgestellt, dass sein bestes Stück sozusagen „high“ werde. Die Erektionen seien zunächst immer relativ schnell wieder abgeklungen, bis sie jedoch irgendwann auch über Stunden nicht mehr schwächer wurden und die Sache anfing, richtig schmerzhaft zu werden.

 

Es ist der erste bekannte Fall eines Priapismus in Verbindung mit Cannabis bei einem Patienten bei dem alle anderen bekannten Ursachen ausgeschlossen werden konnten, erklärten die Ärzte des Coliseum Medical Centers in Macon. Da der Patient zu weiteren Folgeuntersuchungen nicht mehr erschienen war, ist unklar, wie genau der Cannabiskonsum die Erektionen auslösen konnte.