Highway

Der ein- oder andere Cannabisfreund mag sich noch an den Wahlkampf 1998 erinnern, in dem die Grünen bei vielen jungen Menschen mit dem Versprechen, endlich die Legalisierung herbeizuführen, punkten und letztendlich zusammen mit der SPD eine rot-grüne Regierung stellen konnten. Leider versäumte man es, in der darauf folgenden Legislaturperiode, der vollmundigen Ankündigung Taten folgen zu lassen. Heute trommeln die Grünen, aus der Opposition heraus, wieder lautstark für eine Freigabe des beliebten Krauts, doch die Glaubwürdigkeit beim Pöbel hat natürlich gelitten...

 

Doch Rettung naht aus Rostock: In einem Lagerraum fanden Polizeibeamte gerade eine kleine, aber sorgfältig betriebene Cannabisanlage, die insgesamt acht Pflanzen umfasste. Die Beamten hatten den Raum aufgrund eines Lecks in der Wasserversorgung aufbrechen müssen. Wie sich herausstellte, gehörten Raum und Pflanzen dem Rostocker Bündnis-90/Die-Grünen-Mitglied Henning Wüstemann, seines Zeichens unter anderem Bürgerschaftsmitglied, Vorsitzender des Kulturausschusses und Mitglied des Finanzausschusses. Fraktionschef Flachsmeyer dazu: „Auch wenn die Grünen für eine begrenzte Legalisierung von Cannabis für den Eigenbedarf eintreten, gilt natürlich die bestehende Gesetzeslage.” Wüstemann, gegen den nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, wird seine Ämter ruhen lassen und beteuerte, dass das Cannabis nur für den Eigenbedarf gedacht war. Wie dem auch sei, schön zu sehen, dass die Grünen ihren Worten zur Abwechslung auch mal Taten folgen lassen.

Dass die Stadien vieler Erstligisten wie etwa Bayern München, Borussia Dortmund oder FC Schalke 04, um nur ein paar zu nennen, nach ihren Firmensponsoren benannt sind, daran haben sich die Leute mittlerweile gewöhnt. Im liebsten Sport der Deutschen regiert eben der schnöde Mammon und nur noch wenige stören sich daran, samstags etwa der Allianz-Arena einen Besuch abzustatten (wenn sie denn überhaupt noch eine Karte bekommen). Auch im schottischen Fußball hat man sich eigentlich mit dieser Art Kommerzialisierung abgefunden. Die Betonung liegt auf eigentlich, denn zurzeit sorgt ein, sagen wir mal, ungewöhnlicher Sponsoring-Deal für Aufsehen:

 

Der schottische Erstligist Hamilton Academical wird seine Spielstätte von "New Douglas Park" in "Hope CBD Stadium" umbenennen. Das Unternehmen Hope CBD verkauft Öle, Sprays, Tees und Süßigkeiten auf CBD-Basis. Und das scheinbar recht erfolgreich, boten sie dem Fußballclub doch eine fünfstellige Summe für die Partnerschaft an. Auf Verlauten des Clubs heißt es, dass das Sponsoring ganz klar mit dem Vereinsethos vereinbar sei, da CBD keine süchtig machenden oder psychoaktiven Stoffe enthalte, man könne es mit alkoholfreiem Bier vergleichen. Die Meldung kommt nicht von ungefähr: erst vergangenen Donnerstag hat die britische Regierung die Verwendung von Medikamenten auf Cannabisbasis durchgesetzt. Die neue Regelung wird im Herbst dieses Jahres in Kraft treten.

In den kommenden Wochen stellen wir einige Ganja-Goodies auf unserer Website und bei Facebook vor, die wir teilweise auch verlosen. Los geht es mit dem Vaporizer Arizer Extreme Q, der in der kommenden Woche bei uns auf der Facebook-Seite verlost werden wird!

 

Vaporizer Arizer Extreme Q

Der Vaporizer Arizer Extreme Q zählt zu den besten im Handel erhältlichen Tisch-Vaporizern. Auch wenn das Gerät bei einem Preis von knapp unter 200 Euro nicht mehr zu den Einsteigergeräten gehört, kann das Funktionswunder dies mit etlichen Einstellungsmöglichkeiten und seiner kompakten Bauweise locker rechtfertigen. Der Arizer Extreme Q ist in Bezug auf sein Preis-Leistungsverhältnis unübertroffen. Lediglich der Volcano Classic scheint in den Augen mancher Enthusiasten den Arizer Extreme Q noch zu überragen. Dieser schlägt allerdings auch mit dem doppelten Preis zu Buche.

 

 

Optik

Der Vaporizer besitzt eine zylindrische Form und eine flache Basis. Auf den ersten Blick erinnert er an eine elegante Kaffeemaschine. Ein Teil der Basis ist blau beleuchtet. Die Beleuchtung lässt sich allerdings auch je nach Präferenz des Benutzers abschalten. Die metallene Oberfläche und das moderne Design sorgen für ein wertiges Erscheinungsbild. Der Arizer Extreme Q macht im heimischen Wohnzimmer eine gute Figur und muss sich nicht aufgrund minderwertiger Plastikkomponenten vor den Konkurrenten verstecken.

 

Funktionsumfang

Wie auch das Premium-Modell Volcano Classic besitzt der Arizer Extreme Q die Möglichkeit sowohl mit einem Mundstück als auch mit einem Ballon benutzt zu werden. Des Weiteren wird das Gerät mit einer Fernbedienung ausgeliefert, die eine auf den Benutzer individuell abgestimmte Einstellung des Vaporizers erlaubt. Besonders praktisch ist dabei im Zusammenspiel mit dem einen Meter langen Schlauch (im Lieferumfang enthalten), dass sich das Gerät auch mit der Fernbedienung ein- und ausschalten lässt. Wahlweise lässt sich auch ein ebenfalls im Lieferumfang enthaltener Mini-Schlauch verwenden.

 

Dem Arizer Extreme Q liegt auch eine aus Glas hergestellte Potpourri-Schale bei. Mit Kräutern oder Ölen befüllt, lassen sich mit dem optional einschaltbaren Gebläse auf der niedrigsten Temperaturstufe die gewünschten Aromen im Raum verteilen. Die drei im Gerät verbauten Temperatursensoren sorgen für eine konstante und fein regulierbare Verdampfungstemperatur. Das Gerät kann dabei auf bis zu 260 °C aufgeheizt werden.

 

Aus Brandschutzgründen ist der Extreme Q Vaporizer mit einer Abschaltautomatik ausgestattet. Ein noch eingeschaltetes und vergessenes Gerät kann daher keinen Schaden durch Überhitzen ausrichten. Unabhängig davon besitzt der Arizer Extreme Q Vaporizer eine Timer-Funktion, um das Verdampfen zeitlich zu begrenzen. Um Hautverbrennungen vorzubeugen, besitzt der Vaporizer darüber hinaus ein doppelwandiges Edelstahlgehäuse. Das Gerät kann während der Benutzung also gefahrlos berührt werden. Laut Hersteller verbraucht die aktuelle Version 4.0 des Vaporizers nur die Hälfte der Energie des Vorgängermodells.

 

Bedienung

Die Inbetriebnahme des Arizer Extreme Q gestaltet sich unkompliziert. Die Bedienelemente sind intuitiv gestaltet und das Gerät ist im Handumdrehen aufgebaut. Nach einer durchschnittlichen Aufwärmzeit von zwei bis drei Minuten produziert der Tisch-Vaporizer in beiden zur Verfügung stehenden Inhalations-Modi dichten, aromatischen Dampf. Das Gerät ermöglicht eine fast widerstandsfreie Inhalation. Für alle dampfführenden Elemente wurden geschmacksneutrale Materialien verwendet, die den Dampfgenuss nicht unangenehm beeinträchtigen. Auch das Heizelement ist aus Keramik und nicht aus Plastik oder Metall – eine optimale Dampfqualität ist somit garantiert. Am Ende des mit einem Meter besonders langen Schlauchs lässt sich ein mitgeliefertes Glasmundstück befestigen, sodass man als Benutzer kein Plastik in den Mund nehmen muss.

 

Bei Benutzung der Ballonfunktion lässt sich der gefüllte Ballon vom Gerät abnehmen und kann unabhängig vom Abstellort des Tischgeräts inhaliert werden. Der Tisch-Vaporizer lässt sich zum einen über die mitgelieferte Fernbedienung und zum anderen über direkt neben dem Display am Gerät verbaute Knöpfe bedienen. Das Display zeigt dabei die Temperatur in Fahrenheit oder Celsius, die eingestellte Stärke des Gebläses und die verbleibende Zeit des Timers an. Die Temperatur lässt sich über Knöpfe mit vorprogrammierten Temperaturen (50/100/200/210/220/230 °C) einstellen, ist aber auch durch die Tasten + und - bis zur Maximaltemperatur von 260 °C frei regulierbar.

 

Das Gebläse, hochwertig verarbeitet und kaum zu hören, lässt sich auf drei verschiedene Stufen einstellen. Lediglich ein leichtes Surren ist auf der höchsten Stufe zu wahrzunehmen. Aufgrund der kompakten Bauweise des Geräts lässt sich der Arizer Extreme Q Vaporizer auch problemlos auf dem Tisch umstellen und nach der Benutzung wieder verstauen.

 

 

Garantie

Käufer des Arizer Extreme Q kommen in den Genuss einer lebenslangen Garantie für das Keramik-Heizelement und die LCD-Anzeige. Alle weiteren Komponenten sind mit einer Garantie über drei Jahre abgedeckt. Diese Bauteile lassen sich auch nach Ablauf der Garantie beim Hersteller unkompliziert gegen eine kleine Gebühr nachbestellen.

 

Fazit

Der Arizer Extreme Q Vaporizer besticht durch seinen großen Funktionsumfang, besonders hochwertige Verarbeitung aller Bauteile und ein leises Betriebsgeräusch. Die Nutzung der Fernbedienung ist besonders für die Potpourri-Funktion sinnvoll, da sich das Gerät dadurch auch auf einen Schrank oder ein Regal stellen und bequem aus der Ferne bedienen lässt. Für die normalen Inhalations-Modi ist eine Fernbedienung abgesehen vom Ein- und Ausschalten jedoch nicht unbedingt von Nöten, da man in der Regel auch trotz des verhältnismäßig langen Schlauchs vor dem Gerät sitzt.

 

Der Extreme Q Vaporizer ist mit seiner soliden Performance und modernen Optik in seiner Preiskategorie klar der Gewinner unter den Tisch-Vaporizern, nicht zuletzt da er in verschiedenen Bereichen einsetzbar und einfach zu transportieren ist. Manch ein Nutzer des Arizer-Extreme-Q-Vaporizers wird eventuell eine Schlauchhalterung vermissen. Aber wer mit diesem Manko leben kann, ist mit dem Extreme Q der Firma Arizer jedoch mehr als gut ausgestattet.

 

Dieser Vaporizer kann ganz einfach online beispielsweise bei NamasteVapes Deutschland bestellt werden: www.namastevapes.de

Die mit Spannung erwarteten Untersuchungsergebnisse der beschlagnahmten CBD-Hanfblüten aus der Hanfbar (Mühlenpfordtstraße) in Braunschweig wurden nun gestern endlich veröffentlicht. Highway berichtete bereits vergangene Woche über die Razzien in den beiden Filialen des Hanf- und CBD-Ladens „Hanfbar“, wo bis letzte Woche unter anderem nicht berauschende CBD-Blüten als Tee verkauft wurden. Was in Anbetracht der teilweise sehr rückständigen und ignoranten deutschen Haltung bezüglich Cannabis leider wenig überrascht, ist das vorläufige Untersuchungsergebnis der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die das konfiszierte Material nun als illegal einstuft.

 

Warum? Zuerst einmal enthielt etwa die Hälfte der untersuchten Blüten einen THC-Gehalt von 0,57 Prozent und damit in etwa dreimal so viel wie es der kritische Grenzwert von 0,2 Prozent zuließe. Dazu muss allerdings auch ganz klar festgehalten werden: beide Konzentrationen sind keinesfalls berauschend, auch für unerfahrene Konsumenten. Es ist physisch nicht möglich, davon „bekifft“ zu werden. Das weiß wohl auch der Staatsanwalt, denn er führt außerdem an, dass es letztlich gar nicht auf die THC-Menge ankäme, sondern zu welchem Zweck das Produkt verkauft und wie es vermarktet würde. Ein (versuchter) Missbrauch zu Rauschzwecken müsse klar ausgeschlossen werden. Dies sei jedoch nur dann der Fall, wenn auch auf der Käuferseite eine derartige Nutzung ausgeschlossen werden könne, was allerdings nur bei gewerblichen oder wissenschaftlichen Einsatzzwecken gegeben sei. Diese Auslegung dürfte bei den zahlreichen CBD-Händlern, die inzwischen auch in Deutschland nach dem Vorbild Österreichs und der Schweiz immer mutiger wurden, auf reges Interesse stoßen. Es bleibt zu hoffen, dass ein Gericht (endgültig) die Frage klärt, wie man denn Hanfblüten, die aufgrund von so gut wie nicht vorhandenem THC gar nicht berauschend sein können, zu Rauschzwecken nutzen kann...

Das kanadische Start-up Province Brands ist kurz davor, das erste Cannabis-Bier der Welt auf den Markt zu bringen. Wieso das erste? Hanfblütenbier gibt es doch schon länger, mag der geneigte Leser nun einwenden. Allerdings nicht so eins: während die Hanfbiere, die zum Beispiel oft auf Cannabismessen zur Erfrischung gereicht werden, nur mit Hanf gewürzt, ansonsten aber in herkömmlicher Weise aus Hopfen und Malz hergestellt werden, wird das kanadische Weed-Bier nur aus den Blättern, Stängeln und Wurzeln der Cannabispflanze sowie etwas Hopfen gebraut. Alkohol, der während des Fermentationsprozesses zwangsläufig entsteht, wird das Getränk nicht enthalten, er wird im weiteren Produktionsprozess herausgefiltert. Dafür aber gibt’s ordentlich THC auf den Schädel, und zwar etwa 6,5 mg THC pro Flasche. Der Geschmack wird als etwas weniger süß als herkömmliches Bier beschrieben und das High als ziemlich schnell eintretend, was für ein Edible eher ungewöhnlich ist.

Eine illegale Aufzuchtsanlage, die die Bezeichnung „Plantage“ mal wirklich verdient hat, wurde in Navarro County, Texas entdeckt: auf über fünf Acre (etwa 20.000 Quadratmeter) wuchsen circa 10.000 Outdoorpflanzen, die die Polizei dank des Einsatzes einer Drone ausfindig machen konnte. Das umgebende Gelände erwies sich als derart unwegsam, dass ein Bulldozer zu Hilfe genommen werden musste, um zu den Pflanzen und dem dazugehörigen Camp vordringen zu können. Clever: mithilfe einer „Vogelscheuche“, die mit einer Maschinengewehrattrappe ausgestattet worden war (siehe Bild in der Mitte), hatten die Betreiber versucht, die Anlage zusätzlich abzusichern und eventuelle Eindringlinge abzuschrecken. Laut den Behörden handelte es sich um die größte illegal betriebene Cannabisplantage der jüngeren texanischen Geschichte.

Cannabisfreunde, Rechts-, und Strafvervolgungsexperten führen als eines der Top-Argumente für eine Legalisierung gerne an, dass die Behörden endlich mehr Kapazitäten freihätten, um sich um richtige Verbrechen kümmern zu können. Eine neue Studie der Washington University, die kürzlich im Magazin "Police Quarterly" veröffentlicht wurde, unterstützt diese Prognose. Die Autoren selbst sprechen anhand ihrer Erhebungen davon, dass die Cannabislegalisierung einen nachhaltig positiven Effekt auf die Erfolgsrate der Polizei erbracht hat. Anhand von Polizeidaten aus Colorado und Washington (Abstimmungen über die Legalisierungen Ende 2012) zeigt sich ein deutlicher Trend. Die Aufklärungsrate von Verbrechen im Zusammenhang mit Gewalt, die sich in beiden Bundesstaaten in den Jahren vor der Legalisierung stark rückläufig zeigte, konnte sich in Colorado ab etwa 2013 stabilisieren, in Washington ist sogar ein deutlicher Aufwärtstrend abzulesen. Noch deutlicher fiel hingegen der Aufwärtstrend bei den Auklärungen von Vermögensdelikten in Colorado aus. In Washington gab es auf diesem Sektor zunächst einen kurzen Schub, dann wurde jedoch weiter dem bisherigen Trend gefolgt. In beiden Staaten konnten seit Ende 2012 deutlich mehr Einbrüche und Fahrzeugdiebstähle aufgeklärt werden als im Landesdurchschnitt. Die Forscher stellten außerdem klar, dass es keine Verbrechenstypen gab, die von der Legalisierung profitiert haben.

Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Nach den Querelen der letzten eineinviertel Jahre rund um den legalen Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland, wurde nun eine neue Runde eingeläutet – und zwar eine neue Ausschreibungsrunde!

 

Seit dem 10. März 2017 ist Cannabis in Deutschland als Medikament zugelassen. Zwar sind bis jetzt erst wenige Zehntausende als Patienten zugelassen, aber das bedeutet trotzdem, dass die Kilos nicht so schnell rangeschafft werden können, wie sie verbraucht werden.

 

Da bislang kein Anbau von Cannabis in Deutschland möglich ist (man lasse sich diesen Satz auf der Zunge zergehen: natürlich wäre er möglich, ein bisschen Erde und eine Gießkanne vorausgesetzt...), setzen die Apotheken also auf Importe.

 

Dies klappt aber nur leidlich und Lieferschwierigkeiten standen mehr oder weniger von Anfang an auf der Tagesordnung – diese seien nun angeblich behoben, meldete die Bundesregierung vergangenen Monat. Aber das ist auch dieselbe Bundesregierung, die behauptet, dass zwei, zweieinhalb Tonnen medizinisches Marihuana jährlich genügen würden, um den Bedarf der deutschen Cannabispatienten zu decken.

 

Um immerhin diese Menge statt durch Importe durch den Anbau im eigenen Land sicherzustellen, startete das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergangenes Jahr eine Ausschreibung. Doch das Vergabeverfahren benachteiligte viele Firmen extrem, vor allem diejenigen aus Deutschland. So wurde gegen das Verfahren geklagt, das seitdem auf Eis lag.

 

Geklagt wurde gegen die vorausgesetzten Erfahrungswerte beim Anbau, die zu kurzen Fristen bei der Suche nach einem geeigneten ausländischen Partner, fragwürdige Verpflichtungserklärungen ausländischer Unternehmen, fehlerhafte Referenzbewertungen ausländischer Unternehmen sowie die mangelhafte Transparenz bei den Zuschlagskriterien.

 

Hauptproblem deutscher Firmen, die sich für den medizinischen Cannabisanbau bewerben wollten, war, vereinfacht ausgedrückt, dass man nachweisen musste, (mindestens) schon einmal erfolgreich medizinisches Cannabis produziert zu haben. Für deutsche Firmen natürlich ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Doch das war für das zuständige Oberlandesgericht kein Problem und nicht zuletzt die Klage gegen diese nicht erfüllbare Anforderung – die bedeutet, dass sich deutsche Firmen nicht ohne internationale Partner, die bereits fest im legalen Cannabishandel etabliert sind, für den Anbau im eigenen Land bewerben dürfen – wurde abgewiesen. Einzig der Klage gegen die zu kurzen Fristen wurde stattgegeben, was einen Stopp des Vergabeverfahrens zur Folge hatte.

 

Heute wurde nun vom BfArM bekanntgegeben, dass die neue Ausschreibung für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken veröffentlicht wurde, die hier eingesehen werden kann. Die Ausschreibung umfasst ein Gesamtvolumen von 10.400 Kilogramm Cannabis, verteilt auf vier Jahre mit jeweils 2.600 Kilogramm.

 

Das BfArM plant die Zuschlagserteilung in diesem neuen Ausschreibungsverfahren für die erste Jahreshälfte 2019. Die neue Ausschreibung sieht 13 Lose zu je 200 Kilogramm Jahresmenge in einem Zeitraum von vier Jahren vor. Nach den Ausschreibungsbedingungen kann ein Bieter maximal für fünf Lose einen Zuschlag erhalten.

 

Insofern ist vorgesehen, mit mindestens drei Bietern jeweils einen Vertrag über Anbau, Ernte, Weiterverarbeitung und Lieferung von Cannabis in standardisierter pharmazeutischer Qualität zu schließen. Unternehmen, die den Zuschlag erhalten, müssen dann den Anbau unter betäubungs- und arzneimittelrechtlichen Vorgaben umsetzen.

 

Bei erfolgreichem Ablauf geht das BfArM davon aus, dass Cannabis voraussichtlich ab 2020 aus dem Anbau in Deutschland zur Verfügung stehen wird. Der Import von medizinischem Cannabis nach Deutschland wird auch über diesen Zeitpunkt hinaus rechtlich grundsätzlich möglich sein.

 

Bleibt die große Frage: was ist im neuen Verfahren mit deutschen Unternehmen? Tja, da sieht es wieder eher schlecht aus. Weiterhin muss ein gewisses Anbauvolumen aus der Vergangenheit nachgewiesen werden – der Deutsche Hanfverband prüfte augenblicklich die Möglichkeit, den Anbau einer anderen Heilpflanze statt von Cannabis als Referenz bei der Bewerbung anzuführen. Ergebnis:

 

„Anstelle einer Cannabis-Referenz laut Unterpunkt 4.3.2 kann auch ,mindestens eine Anbau- und eine Verarbeitungs-Referenz gemäß Ziffer 4.2.‘ genügen, um sich an der Ausschreibung zu beteiligen! Unter 4.2 wird neben der Cannabisreferenz auch die Referenz zum Anbau von Arzneipflanzen genannt. Damit scheint es so, dass eine Beteiligung an der Ausschreibung auch für Firmen möglich ist, die nie legal medizinisches Cannabis angebaut haben, dafür aber Arzneipflanzen. Das BfArM wollte uns diese Interpretation auf Anfrage nicht bestätigen, dementiert sie allerdings auch nicht!“

 

So oder so bedeutet dies also auch weiterhin, dass man einen legalen Anbau von medizinischem Marihuana für den deutschen Markt vergessen kann, sollte man nicht zufällig im Besitz eines pharmazeutischen Betriebs sein, der bereits Arzneipflanzen produziert. Und nein: eure Zelte gelten leider nicht...

 

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