Highway

Ein weiteres Land hat sich für den Einsatz von medizinischem Cannabis entschieden – dieses Mal ein Nachbar Deutschlands: Das Parlament in Kopenhagen hat am Freitag einstimmig beschlossen, für vier Jahre den Einsatz von Cannabis als Medikament zu erproben. Der Einsatz ist für Schmerzpatienten, Teilnehmer von Chemotherapien sowie für unter Multipler Sklerose und Rückenmarksschäden leidende Patienten angedacht.

 

Der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ zufolge dürfen Ärzte aber auch Marihuana bei anderen Krankheiten verschreiben, wenn sie es angebracht halten. „Mit dem Versuch helfen wir einer Reihe sehr kranker Menschen zu einem besseren Leben“, sagte Dänemarks Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby.

Diesen Sonntag wird einem am Züricher Hauptbahnhof ein besonderes Spektakel geboten: Im Zuge des grassierenden CBD-Hypes wird im Rahmen einer PR-Aktion des Hanfanbieters Zuya der wohl größte Space-Cake der Welt präsentiert und zur Verköstigung angeboten.

 

Roger Vollenweider, Schweizer Hanfpionier und -aktivist, zeichnet sich mit für die Aktion verantwortlich. Er ist der Meinung, dass „ein Stück von diesem Cake (…) jedem guttun“ wird. Bei dem Getümmel im Hauptbahnhof „kommt die beruhigende Wirkung des CBD gerade richtig. Ein Stück von diesem Cake macht es möglich, im Trubel der Vorweihnachtszeit den inneren Frieden zu finden.“, so der 56-jährige Vollenweider.

 

Die Zutatenliste für den monströsen CBD-Weed-Kuchen liest sich beeindruckend: 160 Eier, 40 Kilo Zucker, 40 Liter Milch, 32 Kilo Mehl, acht Kilo Schokolade und sechs Kilo Butter werden für das Rezept benötigt. Fehlt natürlich noch die Hauptzutat, ein ganzes Kilogramm CBD-Cannabis. Das fertige Backwerk soll sage und schreibe 15 Meter messen und in 1850 einzelne Portionen aufgeteilt werden. Also, keine Panik, es ist wohl genug für alle da.

 

Leider wurde es versäumt, die Aktion rechtzeitig beim Guinness-Buch der Rekorde anzumelden, denn rekordverdächtig ist der Kuchen in jedem Fall. Und die Frage, ob ein CBD-Kuchen trotz mangelnder Psychoaktivität wirklich als Space-Cake bezeichnet werden darf, wurde auch noch nicht abschließend geklärt. Nichtsdestotrotz wird Highway euch in dieser Sache weiter auf dem Laufenden halten...

Oh Tannenbaum, du grünst nicht nur zur Sommerzeit...

Dass in Grower-Haushalten zur Weihnachtszeit nicht nur Tannenbäume geschmückt werden, davon zeugen dutzende Fotos im Netz. Wer braucht schon den guten alten Christbaum, wenn man auch eine prächtige Indica mit bunten Kugeln, goldenen Sternen und Zuckerzeug drapieren kann?

 

Ein paar findige Köpfe der Marketing-Abteilung des amerikanischen Kaufhaus-Riesen Walmart haben offenbar Wind von dieser Tradition bekommen und – da sich mit allem, was mit legalem Cannabis zu tun hat, momentan sowieso eine Menge Kohle machen lässt – den Cannabis-Weihnachtsbaum ins Sortiment aufgenommen. Der Haken an der Sache ist, dass es sich um eine Plastikpflanze handelt, die zudem mit rund 250 US-Dollar recht kostspielig ist.

 

Nachdem bereits einige Potheads im Netz auf die Aktion aufmerksam gemacht hatten, bekam man in der Walmart-Zentrale wohl kalte Füße und nahm den Cannabis-Weihnachtsbaum ganz schnell wieder aus dem Sortiment. Als (äußerst zweifelhafte) offizielle Begründung ließ das Unternehmen verlautbaren, man wolle die Cannabis-Community nicht als Cash-Cow mißbrauchen. Die URL unter der man den Plastikbaum kaufen konnte, steht zwar momentan noch, aber sämtliche Seiteninhalte wurden bereits entfernt.

Medizinisches Marihuana in Südamerika: Paraguay ist nun neben Argentinien, Chile, Kolumbien, Peru und Uruguay der sechste südamerikanische Staat, der medizinisches Cannabis in der ein oder anderen Form legalisiert.

 

Dieses Jahr wurde in Paraguay bereits der Import von Cannabisöl für medizinische Zwecke genehmigt, nun wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Einfuhr von Cannabissamen und die Herstellung von Marihuana für medizinische Zwecke erlaubt.

Auch wenn viele Stoner es nicht wahrhaben wollen: für den Durchschnittsmenschen sind Cannabis und Alkohol teilweise schon austauschbar. Unumstritten aber natürlich, dass Alkohol die weitaus gefährlichere Droge für Geist und Körper ist. Vom volksgesundheitlichen Standpunkt her ist daher natürlich ein höherer Cannabiskonsum einem höheren Alkoholkonsum vorzuziehen.

 

Bereits 2016 berichteten wir, dass die Legalisierung von Cannabis sich negativ auf Bierverkäufe auswirkt – nun wurde eine Studie veröffentlicht, die den Alkoholverkauf der Jahre 2006 bis 2015 in US-Staaten mit legalisiertem medizinischen Marihuana mit dem Alkoholverkauf in US-Staaten ohne legale Möglichkeiten zum Marihuana-Erwerb vergleicht.

 

Dabei kam heraus, dass sich legales medizinisches Marihuana ungünstig auf die Einnahmen von Alkohol-Produzenten auswirkt: der Verkauf von Bier sank um 13,8 Prozent, der Verkauf von Wein um gar 16,2 Prozent. Die Autoren der Studie schreiben, dass diese Ergebnisse „Besorgnisse über mögliche Auswirkungen der Gesetze zu medizinischem Marihuana auf die Verwendung anderer Substanzen, die zu den negativen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen beitragen könnten, thematisieren. Denn die Beziehung zwischen diesen Substanzen ist ein wichtiges Thema für die öffentliche Gesundheit.“

 

Bier-Hersteller Constellation Brands (Corona) reagierte bereits vor Kurzem und sicherte sich als erster Alkohol-Produzent weltweit eine Beteiligung von 10 Prozent an dem kanadischen Unternehmen Canopy Growth, das Cannabis produziert.

So stellt man sich als Außenstehender Bayern vor: ein Mensch, der aus medizinischen Gründen Cannabis konsumieren muss, wird währenddessen von der Polizei umstellt, als Junkie beschimpft und bekommt seine Medizin weggenommen – das alles trotz mitgeführtem Betäubungsmittelrezept.
 
Bereits am 8. Mai geschah der Vorfall: am Ufer der Isar in München konsumierte Christoph N. seine Medizin, als er von der Polizei angegangen und durchsucht wird. Durch den Schock verunsichert, entschloss er sich erst spät, Beschwerde bei der Polizei einzureichen, wie er „tz.de“ berichtete:
 
„Nach dem Vorfall war ich wochenlang verängstigt und habe mich erst spät entschieden, Beschwerde einzureichen. Ich wollte nicht akzeptieren, dass Patienten als Kollateralschaden einer ohnehin verfassungsrechtlich fragwürdigen Jagd auf Cannabis-Konsumenten werden und sich entweder entsprechend dem Wunsch des Beamten dauerhaft in ihren Wohnungen verstecken oder regelmäßige körperliche Durchsuchungen über sich ergehen lassen müssen. Dass dabei auch noch Medikamente zerstört werden, ist gerade in Anbetracht der seit Monaten nicht sichergestellten Versorgung in den Apotheken einfach unerhört.“
 
Und tatsächlich: das Polizeipräsidium München muss nun Schadensersatz für das vernichtete Cannabismedikament zahlen – immerhin 6,60 Euro für eine „Konsumeinheit“ Cannabis.

 

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Der ein oder andere Cannabiskonsument kennt das Gefühl vielleicht: das war das halbe Gramm zu viel, auf einmal ist die Wahrnehmung nicht mehr fröhlich, sondern eher beängstigend, das Herz schlägt plötzlich so schnell, ist das normal, war das schon immer so, hat da wer geklopft, wer ruft mit unbekannter Nummer an? Hilfe!

 

Okay, viele Konsumenten kennen diese Gefühle auch nicht – und können die folgende Geschichte, die sich so vorgestern in Erfurt zugetragen hat, wohl noch viel weniger nachvollziehen: ein 30-jähriger Mann rief am Montagabend den Notruf und berichtete, zu viel Cannabis konsumiert zu haben, sodass es ihm nun schlecht gehen würde.

 

Neben dem angeforderten Rettungswagen kam natürlich auch die Polizei mit, die bereits im Treppenhaus Cannabisgeruch erschnüffelte und in der Wohnung des Mannes dann auch gleich 110 Gramm Marihuana, einige Cannabispflanzen sowie zwei Schreckschusswaffen entdeckte.

 

Vielleicht hätte der Anrufer es doch lieber mit einem großen Glas Orangensaft und ein paar Folgen seiner favorisierten Sitcom probieren sollen...

Dass Stars sich für eine vermeintlich gute Sache einspannen lassen, ist keine Seltenheit. Die Idee dahinter ist natürlich, dass die Idole ihren Vorbildcharakter nutzen, um insbesondere leicht beeinflussbare Teenager auf den richtigen Weg zu führen: Gemüse essen, verantwortungsbewusst trinken, keine Drogen nehmen etc

 

Auch die Helden der in der 80er-Jahren sehr populären Actionserie Knight Rider, Michael Knight (David Hasselhoff) und sein sprechendes Auto KITT, ließen es sich nicht nehmen, auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs ein derartiges Belehrungsvideo zu veröffentlichen. Nun ist aber so, dass die Serie inzwischen nicht nur leicht angestaubt ist, sondern längst die Grenze zum kultigen Trash überschritten hat. Dementsprechend trashig wirkt auch das Aufklärungsvideo aus heutiger Sicht, in dem David Hasselhoff mit seiner Karre diskutiert, wie man die Kids am besten vom Kiffen abhalten könnte. Während die künstliche Intelligenz KITT naturgemäß einen statistischen Ansatz vorschlägt, stellt sein Herrchen mit entschlossener Miene am Ende des Clips ganz einfach klar: „Illegal drugs are bad news, dont mess with them!“

 

Ein paar Jahrzehnte später erschien Hasselhoff (diesmal spielte er sich selbst) übrigens ein weiteres Mal in einem abschreckenden Anti-Drogen-Clip. Diesmal jedoch ging es um Alkoholkonsum und das Video hat tatsächlich einen höchst verstörenden Inhalt: Hasselhoffs Teenager-Tochter filmte ihren alkoholkranken Vater dabei, wir er sturzbetrunken versucht, einen fetten Burger in sich reinzustopfen. Im Gegensatz zu dem unfreiwillig komischen Marihuana-Video handelt es sich aber hier wirklich um echtes Albtraum-Material!