Highway

Anfang der Woche mietete sich der Musiker und Rihanna-Schläger Chris Brown einen Privatjet in Miami, doch weit gekommen ist er nicht. Denn noch bevor das Flugzeug abheben konnte, wollte sich Chris Brown schon ein Hochgefühl mittels Joint verschaffen. Das passte aber dem Piloten nicht und so mussten Brown und seine Entourage schlußendlich am Boden bleiben. Eine Warnung des Piloten wurde ignoriert und so rief er die Polizei anstatt loszufliegen, wie „vip.de“ berichtet. Diese verwies die Gäste des Flugzeugs, erstattete aber keine Anzeigen.

 

Auf Instagram verkündete Brown, er habe seine Lektion gelernt: „Wir brauchen nicht wirklich Drogen im Flugzeug. Ich bin reich, bleibe reich und glücklich.“ Er bleibt auch einfach ein Sympathiebolzen. Bereits letztes Jahr wurde er an Bord eines Privatfliegers gebeten, den Cannabiskonsum einzustellen, woraufhin er der Stewardess Rauch ins Gesicht blies und verkündete: „Ich habe 60.000 Dollar für diesen Jet bezahlt, also gehört er und jeder, der an Bord ist, mir.“

Interessante Neuigkeiten von der Hanfparade: Es konnte ein Sponsor gewonnenen werden, der nicht aus Deutschland oder einem der umliegenden Länder stammt, sondern aus den Vereinigten Staaten von Amerika: Der bekannte Sorten-Informationsdienst Leafly wird nicht nur die Berliner Hanfparade sponsern, die am 13. August stattfindet, sondern auch mit einigen Team-Mitgliedern selbst vor Ort sein und tatkräftig mit für die Legalisierung von Cannabis demonstrieren – ebenfalls bemerkenswert, dass es sich dabei um den ersten öffentlichen Auftritt des Unternehmens Leafly handelt.

 

Leafly hat als Portal für die verschiedenen Sorten von Marihuana begonnen, ist inzwischen aber auch in Richtung News-Portal und Dispensary-Verzeichnis expandiert. Vergangenes Jahr machte Leafly auf sich aufmerksam, als über 70 Millionen Dollar zu Finanzierungszwecken eingesammelt werden konnten und als eine ganzseitige Anzeige in der „New York Times“ geschaltet wurde. Leafly.com hat monatlich etwa sechs Millionen Besucher, wovon die meisten aus Amerika stammen.

Nur noch eine Woche, dann öffnen die Pforten der ersten Berliner Cannabismesse seit über zehn Jahren. Die „Mary Jane Berlin“ findet vom 27. bis 29. Mai im Berliner Postbahnhof am Ostbahnhof statt. An drei Tagen wird auf der Messe über alle Facetten der Cannabispflanze informiert, etwa einhundert Aussteller aus den verschiedensten Bereichen präsentieren sich zu diesem Zweck.

 

Viele der Messestände kommen aus den unmittelbaren Bereichen rund um Cannabis, sozusagen eine Auswahl der verschiedenen Unternehmen, deren Produkte in Head- und Growshops vertreten sind. Erfreulicherweise hat sich sogar eine Handvoll Samenbanken (zum Beispiel Barney’s Farm und Royal Queen Seeds) angekündigt – und das, obwohl sie in Berlin ihre Waren nur in der Theorie präsentieren dürfen, denn die Samen, aus denen später Cannabis gewonnen werden kann, sind in Deutschland nach wie vor illegal.

 

Aber auch aus dem medizinischen und dem aufstrebenden CBD-Bereich sind viele Aussteller auf der Messe anzutreffen. Neben diversen Medienvertretern sind außerdem auch verschiedene Organisationen auf der Mary Jane zugegen: Für Hanfparade und den Deutschen Hanfverband ist das Ganze natürlich ein Heimspiel, was man von der Wiener Hemp Embassy nicht gerade behaupten kann – um so schöner, dass sich die Hanfbotschaft auch in Berlin präsentiert. Weitere Aussteller aus diesem Bereich sind beispielsweise der Cannabis Social Club Plauen, die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin oder die Grüne Hilfe, die seit über zwanzig Jahren bei rechtlichen Problemen weiterhilft.

 

Über die drei Tage des Messewochenendes verteilt finden mehr als zwanzig Vorträge und Redebeiträge zu allen Bereichen des Konsums und Anbaus von Cannabis statt. Unter anderem spricht „Deutschlands härtester Jugendrichter“ Andreas Müller über die Kriminalisierung, Deutschlands bekanntester Ethnopharmakologe Christian Rätsch über Hanf in der Ethnomedizin, Deutschlands umtriebigster Cannabismediziner Franjo Grotenhermen über die Wirkung von Cannabis als Medizin und Deutschlands beliebtester Grow-Autor Mr. José über die Vor- und Nachteile automatischer Bewässerungssysteme.

 

So wie es aussieht, scheint die Cannabismesse mitten in Berlin ein großer Erfolg zu werden. Aussteller sind reichlich vertreten und es darf auch mit einem relativ großen Besucheransturm gerechnet werden. Über Facebook haben sich bereits 5.000 Besucher angekündigt und mehr als 15.000 interessiert an der Veranstaltung gezeigt. Highway wird natürlich an allen drei Tagen auf unserer Website und unserer Facebook-Seite live von der Messe berichten!

 

Mary Jane Berlin

Termin: 27. Mai 2016 bis 29. Mai 2016

Veranstaltungsort: Berlin, Postbahnhof im Ostbahnhof

Preis: Tagesticket 10 Euro im Vorverkauf, 15 Euro regulär; 3-Tagesticket 20 Euro im Vorverkauf, 30 Euro regulär

Website: www.maryjane-berlin.com

Aurora, die drittgrößte Stadt des amerikanischen Staats Colorado, kann dank der dortigen Legalisierung von Cannabis auf jährliche Steuereinnahmen von über fünf Millionen Dollar bauen. Diese werden nun (wie auch von praktisch allen anderen betroffenen Städten ebenfalls angekündigt) zu großen Teilen für soziale Zwecke eingesetzt. 1,5 Millionen Dollar sollen für verschiedene Projekte verfügbar gemacht werden, die sich für Obdachlose und für Familien, die in Motels hausen müssen, stark machen. 680.000 Dollar werden für städtische gemeinnützige Zwecke verwendet und 2 Millionen Dollar werden zum Bau eines städtischen Erholungszentrums eingesetzt, wie die amerikanische Ausgabe der „Huffington Post“ meldete.

 

In Los Angeles wird derzeit eine zusätzliche Steuer von bis zu 15 Prozent auf medizinisches Cannabis besprochen, das dort (im Gegensatz zu Cannabis für den Freizeitgebrauch) legalisiert ist. Die möglichen Einnahmen von bis zu 17 Millionen Dollar jährlich sollen ebenfalls dazu genutzt werden, um in der zweitgrößten Stadt der Vereinigten Staaten die Situation der Obdachlosen zu verbessern. Sollte Marihuana in Kalifornien, wo Los Angeles liegt, auch für den Freizeitgebrauch freigegeben werden, was eventuell schon im November so entschieden werden könnte, ist sogar noch ein Vielfaches an Steuereinnahmen zu erwarten.

Schon wieder Ärger um Stecklinge in Österreich – und zwar richtig großer Ärger, immerhin geht es auch um den Verkauf von 104.000 Stecklingen. Die Polizei im Burgenland ermittelte zwei Jahre lang gegen eine 45-jährige Unternehmerin, die ein eigentlich legales Geschäft betreibt. Erst vergangene Woche berichteten wir im Zuge der Lesetipps über polizeiliche Plünderungen in zwei Henndorfer Stecklingsgeschäften.

 

Wie der „Kurier“ heute berichtet, steht in Kürze eine Geschäftsfrau vor Gericht, da sie mit Cannabisstecklingen handelt. Dank der Gesetzeslage in Österreich dürfen Samen und Jungpflanzen normalerweise frei verkauft werden. Voraussetzung ist, dass die Pflanzen nicht blühen und auch nicht zum Blühen gebracht werden. Laut Oberlandesgericht Wien macht sich ein Stecklingshändler nur dann strafbar, wenn er mit dem Vorsatz veräußert, dass daraus Cannabis gewonnen werden soll. Sie hat daher in ihrem Geschäft Warnhinweise aufgehängt und fügt den verkauften Pflanzen Anleitungen bei, wie diese durch die richtige (bzw. falsche) Beleuchtung an der Blüte gehindert werden. Um ihr also den unterstellten Vorsatz der Beihilfe zur Herstellung von rauchbaren Cannabisprodukten zu beweisen, investierte die Polizei zwei Jahre Ermittlungsarbeit, inklusive Telefonüberwachungen, Hausdurchsuchungen und der Befragung von 180 Zeugen.

 

Von diesen 180 Zeugen hat allerdings laut „Kurier“ nur ein einziger angegeben, dass er von der Unternehmerin ihn hinsichtlich der Pflanzenaufzucht beraten hätte. Zudem behauptet noch ein verdeckter Ermittler das Gleiche. Würde sie schuldig gesprochen werden, wäre damit ein Präzedenzfall geschaffen, der die ganze Österreichische Stecklings-Industrie gefährden könnte. Verhandelt wird das Ganze im Juni. Die bisherige Rechtsprechung gibt der Geschäftsfrau allerdings recht, immerhin existieren auch knapp achtzig Fachgeschäfte für Stecklinge in Österreich. Alleine ihr Betrieb soll laut den Ermittlungen zwischen 2012 und 2014 insgesamt 104.000 Stecklinge verkauft haben. Der Bedarf in Österreich ist also zweifelsohne riesig.

Umfragen in den drei amerikanischen Bundesstaaten Florida, Ohio und Pennsylvania haben ergeben, dass die Legalisierung von Cannabis weitaus höher im Kurs steht als irgendeiner der Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur. In allen drei Staaten wurde die Legalisierung von über der Hälfte der Bewohner gewünscht (Florida 56 %, Ohio 52 %, Pennsylvania 57 %). Die Zustimmung unter Anhängern der Demokraten betrug zwischen 63 % und 67 %, bei Anhängern der Republikaner zwischen 30 % und 41 %. Die Zustimmung medizinisches Cannabis betreffend ist sogar sehr hoch und beträgt in Florida 80 % und in Ohio 90 %. In Pennsylvania wurde diese Frage nicht gestellt.

 

Mit so einer hohen Unterstützung konnten die Präsidentschaftskandidaten nicht mithalten. Die Zustimmung mit den Ansichten der Kandidaten war bei den Umfrageteilnehmern jedenfalls überall deutlich geringer als bei der Frage nach einer Cannabislegalisierung. Hillary Clinton kam in keinem der drei Staaten über 37 % hinaus, Donald Trump konnte nicht mehr als maximal 39 % herausholen und nur Bernie Sanders konnte immerhin zwischen 43 % und 50 % Zustimmung vorweisen.

 

Weblink: Umfrage 10. Mai 2016 auf qu.edu

Weblink: Umfrage 11. Mai 2016 auf qu.edu

Eine große Online-Umfrage unter den Schweizer Bürgern ergab ein deutliches Votum für den Wunsch nach einer liberaleren Cannabispolitik und zeigte, dass sich die meisten der Teilnehmer eine Legalisierung von Cannabis wünschen würden.

 

Der Zusammenschluss „Newsnet“, der die vier Schweizer Tageszeitungen „Basler Zeitung“, „Berner Zeitung“, „Der Bund“ und „Tages-Anzeiger“ vereint, führte nun eine nicht repräsentative Umfrage unter der Schweizer Leserschaft durch, um zu erfahren, was diese von der aktuellen Cannabispolitik hält (Links am Ende des Artikels). 6.232 Teilnehmer folgten dem Aufruf und klickten sich durch die Fragen. 35,6 % von ihnen gaben dabei an, noch nie oder nur ein einziges Mal Cannabis konsumiert zu haben. 27,4 % der Befragten stuften sich selbst als tägliche oder wöchentliche Konsumenten ein.

 

Das Ergebnis erstaunt vermutlich gar nicht besonders viele Menschen, weder auf Seiten der Befürworter noch der Legalisierungsgegner: 83,8 % der Umfrageteilnehmer sind für eine Liberalisierung von Cannabis und auch eine regulierte Abgabe von Marihuana und Haschisch in der Schweiz wird mit einer großen Mehrheit von 71,5 % befürwortet. Der Wunsch nach einer Liberalisierung wird vor allem mit der Aushebelung des Schwarzmarkts (79 %) und der Entkriminalisierung der Konsumenten (88,9 %) begründet. Die Freigabe-Gegner begründeten ihre Sorgen mit Angst um die Jugendlichen (62,3 %), Angst um steigende Konsumentenzahlen (36 %), ganz allgemein dem Wunsch nach einer drogenfreien Gesellschaft (25,2 %) und mit der unsäglichen Einstiegsdrogen-Theorie (46,9 %). Eine ärztliche Verordnung von Cannabisprodukten lehnten allerdings nur 3,8 % der Umfrageteilnehmer ab.

 

Besonders interessante Ergebnisse: 13,1 % der Konsumenten gaben Eigenanbau als Bezugsquelle für Marihuana an. Für den Fall einer Freigabe durch die Schweizer Regierung sahen über die Hälfte (52,2 %) aller Befragten ihr favorisiertes Abgabemodell im Freien Markt, also einer Behandlung ähnlich der von Tabak. 29,2 % stimmten für die Produktion und den Vertrieb durch nicht gewinnorientierte Organisationen. Staatliche Produktion und Abgabe konnten sich nur 18,6 % der Befürworter vorstellen.

 

Alle Umfrageergebnisse gibt es hier zu finden:

Weblink: „Tages-Anzeiger“ – Cannabis-Umfrage: Die Resultate

Weblink: SurveyGizmo – Auswertung der Cannabis-Umfrage

Vor einem knappen Monat startete eine weltweite Crowdfunding-Kampagne mit dem Ziel, auf der ganzen Welt zur Aufklärung über den medizinischen Nutzen von Cannabis beizutragen. Ins Leben gerufen wurde sie durch den 2013 in Deutschland gegründeten gemeinnützigen Verein The Medical Cannabis Declaration. Die Aktion „Yes to Cannabis as Medicine“ läuft noch bis zum 18. Juni und bittet um finanzielle Unterstützung. Mit dieser soll eine weltweite und mehrsprachige Aufklärungskampagne zur medizinischen Nutzung von Cannabis, die sich insbesondere an politische Entscheidungsträger, medizinische Fachkräfte und Patienten richtet, finanziert werden.

 

Erklärtes Crowdfunding-Ziel sind 85.000 Dollar. Bis heute wurden bereits mehr als 14.000 Dollar von insgesamt 72 Spendern aufgebracht. Die Aktion läuft über die Plattform Indiegogo und wurde als Kampagne mit flexiblem Funding-Ziel eingerichtet, das bedeutet, dass nicht zwangsläufig die 85.000 Dollar erreicht werden müssen, und die Gelder so oder so in die Kampagne fließen. Führende Köpfe hinter der Aktion sind der Kölner Luis Sarmento und der bekannte deutsche Cannabismediziner Franjo Grotenhermen. Wie bei Crowdfunding-Aktionen üblich werden je nach Spendenumfang verschiedene Belohnungen ausgelobt, in diesem Fall zum Beispiel T-Shirts, Hanfprodukte oder Zertifikate.

 

Weblink: Die Crowdfounding-Kampagne „Yes to Cannabis as Medicine“ findet ihr auf der Indiegogo-Seite – https://www.indiegogo.com/projects/say-yes-to-cannabis-as-medicine--5#/

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