Highway

Bereits Mitte Mai erlebte ein Pärchen aus den Niederlanden einen schwarzen Tag auf dem Weg von Den Haag nach Recklinghausen. Wie nun bekannt wurde, wurde die Polizei auf einem Autobahn-Rastplatz nahe Hamminkeln auf die 38-jährige Frau und ihren 56-jährigen Begleiter aufmerksam. Von den Beamten auf ihr Reiseziel angesprochen, zeigten sich die beiden sichtlich nervös. Den Polizisten fielen sogleich die zitternden Hände auf, als die Fahrzeug- und Ausweisdokumente zur Kontrolle überreicht wurden. Es kam, wie es kommen musste: der Wagen des Pärchens wurde einer Kontrolle unterzogen, wobei im Kofferraum ein gutes Kilogramm Haschisch sowie sage und schreibe 2787 Joints gefunden wurden. Für welchen Anlass beziehungsweise Zweck (abgesehen vom Konsum) insbesondere die enorme Menge an Joints bestimmt war, ist unklar. Für das Pärchen aus endete der Trip wenig überraschend mit einer Festnahme.

 

Tja, die Cannabisanlage wäre wohl unentdeckt geblieben – wenn, ja, wenn sich der verantwortliche Grower nicht selbst bei der Polizei gemeldet hätte.

 

23 Cannabispflanzen plus Zubehör entdeckten die Kriminalbeamten bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung des Elmshorners. Doch aus welchem Grund hatte sich der 24-Jährige überhaupt selbst ans Messer geliefert? Als Rücktrittsgeschenk für Marlene Mortler? Wohl kaum. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, war der Grund ein ganz anderer: der junge Mann hatte diverse (vielleicht selbst hergestellte?) Düngemittel zusammengekippt, bekam es dann aber mit der Angst zu tun. Die Befürchtungen, versehentlich ein giftiges oder gar explosives Gasgemisch hergestellt zu haben, trieb den verunsicherten Cannabisfreund schließlich dazu, sich selbst ans Messer zu liefern.

 

Völlig zu Unrecht, wie sich kurz darauf herausstellte: denn die hinzugerufene Feuerwehr stellte fest, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung bestanden habe. Klingt nach einem klassischer Fall von Kiffer-Paranoia? Möglicherweise, doch ob der junge Mann zum Zeitpunkt des Notrufs akut berauscht gewesen ist, ist bisher unklar.

 

Der 1. Juli 2019 wird ein ganz besonderer Tag. Insbesondere Cannabisfreunde und Prohibitionsgegner sollten sich diesen Montag ganz dick im Kalender anstreichen. An diesem Tag wird die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) offiziell ihr Amt niederlegen und als Agrarexpertin ins Europaparlament einziehen.

 

Wow, das muss man erst mal sacken lassen! Die ultimative Hassfigur all derer, die seit Jahren für eine progressive Drogen- und Suchtpolitik plädieren, nimmt ihren Hut. Und was bleibt ist gähnende Leere: denn wer Mortlers Platz einnehmen wird, ist bisher unklar. Ebenso, wer die Sozialarbeiter, Suchtexperten und Aktivisten des Landes in Zukunft mit heuchlerischen Argumenten, mangelndem Fachwissen und entwaffnender Ignoranz bei Laune halten soll. Ja, irgendwie gehörten sie mittlerweile schon fast dazu, die haarsträubenden Statements der gelernten Hauswirtschaftsmeisterin aus dem Freistaat. Mit Gaga-Sprüchen wie „Cannabis ist verboten, weil es illegal ist.“ oder „Äh, was für eine portugiesische Erfahrung? Meinen Sie Fussball?“ gelang es Mortler immer wieder, Cannabisfreunde und Satiriker im ganzen Land zu erheitern und zum leidenschaftlichen Widerspruch herauszufordern.

 

Schon geht die Angst um, mit Mortlers NacholgerIn könnte ein deutlich kompetenterer Widersacher das Amt des Drogenbeauftragten übernehmen, mit dem die Legalisierungsfraktion weniger leichtes Spiel haben wird. Doch wer wird gleich alles schwarzmalen wollen? Bekanntlich sind CDU/CSU ein natürliches Habitat für herzlose Karrieristen, aalglatte Lobbyisten und rückgratlose Emporkömmlinge aller Couleur. Da wird sich schon jemand finden, der der Hopfenbauern-Tochter Paroli bieten kann, ganz sicher. Doch genug der Spekulation. Jetzt ist erst einmal Zeit den Moment mit all seinen sich bietenden Chancen zu genießen und einen dicken Joint auf Marlene Mortlers Rücktritt zu rauchen!

 

Da hat ein Aldi-Kunde vergangenen Donnerstag aber nicht schlecht gestaunt! Der Gelsenkirchener, der eigentlich einfach nur einen Blumentopf zur Dekoration der heimischen Terrasse kaufen wollte, hatte wohl kaum damit gerechnet, sich ob seines harmlosen Kaufes alsbald mit der Polizei auseinandersetzen zu müssen.

 

Doch als der 52-Jährige zu Hause seinen Einkauf auspackte, endeckte er in dem Pflanzgefäß, das er soeben erstanden hatte, doch tatsächlich ein Tütchen mit Marihuana. Anstatt sich einen entspannten Abend mit dem Zufallsfund zu machen (für ein paar Joints hätte es bestimmt gereicht), rief der Mann umgehend die Polizei. Die erkannte den Ernst der Lage und machte sich gemeinsam mit der Marktleitung sogleich daran, die betroffene Filiale gründlich zu durchsuchen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn einem unbedarften Kunden zwischen Maternus-Edelpils aus der stilvollen Plastikflasche und Wodka Zaranoff ein paar Krümel Gras in die Hände fielen

 


Da nichts weiter gefunden wurde, schlussfolgerte der erleichterte Filialleiter, dass es sich bloß um einen „Einzelfall“ handeln müsse. Weil der Pflanzentopf unverpackt angeboten wurde, ist es durchaus möglich, dass sich ein cannabisfreundlicher Kunde einen kleinen Spaß erlaubt hat. Ist doch auch praktisch, wenn man zum Blumentopf gleich etwas zum Einpflanzen dazu bekommt. Wobei beim Blick auf das gefundene Baggy leider nicht zu erkennen ist, ob es tatsächlich auch Samen enthält (siehe Originalmeldung).

 

Green Thumb Industries (GTI), ein Produzent medizinischen Marihuanas aus Illinois, USA, sorgt gerade für großes Aufsehen unter US-Cannabisfreunden. Das Unternehmen hat einen neuen Strain kreiert, der in Sachen THC-Gehalt alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll: „Brownie Scout“, so der Name der Kreuzung aus „Platinum Girl Scout Cookies“ und einer GTI-exklusiven Sorte namens „Great Divide“. Das zuständige Testlabor ACT Laboratories gab an, die Blüten der Neukreation seien mit einem Gehalt von 37,5 Prozent THC (THCa) die potentesten, die man jemals getestet habe. Kate Denton, stellvertretende Marketingchefin von GTI, berichtete, dass die letzten vier Brownie-Scout-Ernten ausnahmslos im Enddreißiger-Bereich lagen.

 

Derartige Messungen sorgen oft für Skepsis, da in Zweifel gezogen wird, ob solch hohe Werte im rohen Blütenmaterial überhaupt möglich seien. Laut „Phylos Bioscience“ aber, einem renommierten Cannabis-Forschungsunternehmen, sind THC-Werte bis knapp unter vierzig Prozent zwar unwahrscheinlich, aber auf jeden Fall im Bereich des Möglichen. Und auch wenn sich mittlerweile in der Branche die Meinung durchgesetzt hat, dass dem THC-Gehalt bei Weitem nicht so viel Bedeutung beigemessen werden sollte und dass andere Cannabinoide und Terpene für die Potenz und Wirkung des Cannabis ebenfalls von zentraler Bedeutung seien: die THC-Bombe namens „Brownie Scout“ dürfte so einige Potheads ziemlich neugierig machen. Erhältlich ist der Strain bisher allerdings nur über die GTI-EigenmarkeRythm“ und in vorgedrehten Joints der Marke „Dogwalkers“.

 

Der vergangene April war für viele Cannabisfreunde ein aufregender Monat. Erst beschlagnahmte die Polizei Deutschlands ersten CBD-Automaten in Trier, dann wütete sie in zahlreichen Hanfshops Süddeutschlands und konfiszierte 370 Kilogramm Hanftee, 530 Gramm CBD-Haschisch, 40 Liter CBD-Öl und 60 Kilogramm CBD-Blüten. Warum bloß? Selbst, wenn man all diese CBD-Produkte auf einmal konsumieren würde, wäre man nicht berauscht! Kurz danach eine weitere schlechte Nachricht für den CBD-Markt: die Drogeriemarkt-Riesen dm und Rossman strichen entsprechende Produkte aus ihrem Sortiment. Es hieß, man wolle die Rechtslage prüfen.

 

Das ist nun offenbar geschehen, denn es kursieren Meldungen, nach denen zumindest dm wieder das CBD-Öl von Limucan (fünf Prozent) anbietet. Ein positives Signal für die gesamte CBD-Branche? Scheinbar schätzt die Rechtsabteilung der Drogeriekette das Verkaufsrisiko als gering genug ein, um die Produkte wieder zu listen. Die Entwicklungen markieren den vorläufigen Höhepunkt eines lächerlichen Hin und Her um das nicht berauschende Cannabinoid CBD. Was fehlt, sind klare Richtlinien, nach denen sich Geschäftstreibende und Konsumenten richten können, diese Erkenntnis scheint nun auch so langsam im Mainstream anzukommen.

 

Bei einer großangelegten Razzia im Raum Hannover haben Sondereinsatzkommandos der Polizei zahlreiche Wohnungen durchsucht. Am Ende der Aktion stand die Festnahme eines mutmaßlichen Cannabis-Händlers, der im Verdacht steht, mehr als zwei Tonnen Marihuana geschmuggelt und verkauft zu haben. Im Verlauf der Durchsuchungen lief allerdings nicht alles reibungslos ab. Ganze drei Mal irrten sich die schwer bewaffneten, Rammbock-schwingenden SEK-Männer in der Tür. In einem der Fälle rechtfertigte sich das Landeskriminalamt damit, dass der Gesuchte hausintern die Wohnung gewechselt hatte, ohne sich dabei entsprechend umzumelden. Und wer schon in solchem Ausmaß wie der verdächtigte junge Mann das Gesetz bricht, der kann doch wenigstens beim Umzug Bescheid sagen, schließlich ist das Bürgerpflicht...

 

Der Schmuggel verbotener Substanzen via Fernbus boomt. Keine Woche vergeht ohne eine entsprechende Meldung in den Lokalblättern. Diesmal fanden Stuttgarter Zollbeamte im Fernbus von Amsterdam nach München bei einer Kontrolle ein scheinbar herrenloses Gepäckstück, auf das der Spürhund angeschlagen hatte und das auf Nachfrage keinem der Fahrgäste gehörte. Schnell wurde klar, warum sich niemand zu dem Trolley bekennen wollte: im Inneren befanden sich sieben Kilogramm Marihuana und etwa 300 Gramm Kokain. Der unglückliche Schmuggler hatte versucht, den Geruch mit einigen Packungen reifen Käses zu übertünchen. Zeugenaussagen (und vielleicht auch der Käse) lenkten den Verdacht auf einen Mann aus den Niederlanden, der jedoch jede Beteiligung abstritt. Trotzdem wurde er wegen des Verdachts auf unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln festgenommen und vorerst in Untersuchungshaft gesteckt.