Highway

Mal wieder eine Meldung, bei der man sich die Haare rauft: im römischen Bezirk Ostia hat ein 23-Jähriger die Obst- und Gemüse-Waage eines Carrefour-Supermarkts genutzt, um in aller Ruhe sein Haschisch abzuwiegen. Insgesamt handelte es sich um 94 Gramm.

 

Wie die italienische Zeitung „La Repubblica“ berichtete, sagte der Festgenommene vor Gericht aus, das Haschisch in einem Park gefunden zu haben. Da er keine Waage habe, habe er den Wert halt im Supermarkt ermitteln wollen.

Vor dem Klever Landgericht wurde diese Woche ein interessanter Fall verhandelt: ein 52-Jähriger Mann aus Goch wurde wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt, wie „RP Online“ berichtete.

 

Seit Anfang 2015 hatte der Angeklagte gemeinsam mit anderen in einem Wohnhaus mit Nebengebäuden eine professionelle Marihuana-Aufzucht betrieben, die dieses Jahr nach einem Hinweis des BKA entdeckt wurde. Das Interessante an dem Fall ist aber die Story des Angeklagten, von der aus der Ferne nicht gesagt werden kann, ob es sich wohl um eine vermeintlich clevere Schutzbehauptung oder tatsächlich um die Realität handelt.

 

Vor Gericht legte er direkt zu Beginn ein Geständnis ab, wollte aber keine weiteren Personen nennen: „Ich sitze lieber ein oder zwei Jahre länger, als den Rest meines Lebens in Angst leben zu müssen“, äußerte er sich vor Gericht. Denn die Mittäter hätten ihn auch schon während des laufenden Geschäfts mit Waffen bedroht und ihn sogar im Streit verprügelt. Kennengelernt habe er seine späteren Komplizen in den Niederlanden – allerdings nicht bei Drogengeschäften, sondern beim Pokern. An nur einem einzigen Abend will er 38.000 Euro verloren haben, die er allerdings nicht zahlen konnte.

 

Daher hätten ihn die Niederländer gezwungen, eine Marihuana-Aufzucht anzulegen und zu betreiben. Dafür seien ihm die Pokerschulden erlassen und auch ein „Gehalt“ in Höhe von 5.000 Euro monatlich, von denen allerdings auch die Betriebskosten gezahlt werden mussten, ausgehändigt worden.

 

Bei der Durchsuchung wurden 7,1 Kilogramm Marihuana vorgefunden, beim Urteil wurde jedoch von sechs Ernten mit jeweils 1.100 Cannabispflanzen ausgegangen – daher auch das hohe Strafmaß: sechs Jahre und neun Monate Haft, zudem wurden die angeblichen 120.000 Euro „Gehalt“ eingezogen. Das Gericht äußerte zwar keine Zweifel an der Geschichte des Angeklagten, zeigte aber dennoch keine Milde, was der Vorsitzende Richter derart begründete: „Der Angeklagte hätte sich an die Polizei wenden können, hat aber trotzdem mitgemacht und zwei Jahre lang mehr schlecht als recht von dem Betrieb der Plantage gelebt.

Verräter und Denunzianten gibt es überall – auch im Oberhausener Grillopark. Zwei junge Menschen sprachen dort Donnerstag Nachmittag einen 20-Jährigen auf der Suche nach Weed an, was von einem Passanten bemerkt wurde. Anstatt sich um seinen eigenen Scheiß zu kümmern, wählte dieser die 110.

 

Doch es kam noch besser: mit einem weiteren Passanten als Unterstützung stürzte er sich auf den vermeintlichen Dealer und hielt diesen so lange fest, bis die Polizei eintraf. Diese wurde dann auch tatsächlich fündig: sage und schreibe „ein Tütchen mit Marihuana“ konnte die Polizei beim dem 20-Jährigen vorfinden.

 

Anstatt, den Denunzianten wegen der Verschwendung von Zeit und Steuergeldern anzuzeigen, bedankte sich die Polizei Oberhausen auch noch bei diesem für das „aufmerksame und couragierte Verhalten“...

Ende August startet auf Netflix die neue Stoner-Sitcom Disjointed mit Oscar-Gewinnerin Kathy Bates in der Hauptrolle. Bates spielt eine langjährige Cannabisaktivistin, die beschließt, mit Hilfe ihres Sohnes in Los Angeles eine Cannabis-Dispensary zu eröffnen.

 

 

Produziert wird das Format von den Machern der Comedy-Hits Two and a Half Men und The Big Bang Theory. Die erste Staffel besteht aus zwanzig halbstündigen Episoden und startet am 25. August, bei Erfolg geht’s natürlich weiter. Im ersten Trailer könnt ihr euch jetzt einen Eindruck von dem überdrehten Treiben machen:

Das Cannabusiness ist eine gigantische Geldmaschine, vor allem in den Vereinigten Staaten. Doch um Geld zu verdienen, muss man zunächst investieren. Der große Cannabisproduzent American Green Inc. hat nun eine komplette Kleinststadt in Kalifornien gekauft, die auf den Namen Nipton hört, derzeit 20 Einwohner hat und ihren Höhepunkt vor etwa 120 Jahren durch den Goldrausch hatte.

 

Nun also der Grünrausch: Für 5 Millionen Dollar soll das Dörfchen in den Besitz von American Green Inc. übergegangen sein, die nun dort verschiedene Pläne verfolgt. Laut „CNN“ soll langfristig das ganze Dorf in eine Stadt für Cannabis-Firmen wie Cannabis-Fans umgebaut werden. Zum Start soll in Nipton Wasser mit Cannabisextrakt hergestellt und abgefüllt werden – innerhalb der ersten anderthalb Jahre soll aber auch der Anbau von Marihuana sowie die Herstellung von Edibles ins Programm aufgenommen werden. Kiffer-Touristen sollen mit Shops und Unterhaltungen aller Art bedient werden.

Cannabis in Deutschland? Zeit für die Legalisierung! Die Entwicklungen der letzten Jahre, ob in Europa oder dem Rest der Welt, scheinen sich auch auf den Gemütszustand der Deutschen ausgewirkt haben – oder liegt es daran, dass die ganzen alten Eierköpfe langsam, aber sicher aussterben?

 

Jedenfalls hat eine vom Meinungsinstitut Mafo.de für das Magazin „Playboy“ getätigte und gestern vorab veröffentlichte Umfrage unter der deutschen Bevölkerung ergeben, dass 57 Prozent der Deutschen für eine Legalisierung von Cannabis sind. Neun von zehn Befragten erklärten, dass das Cannabis-Verbot wohl niemanden davon abhalten könne, dennoch Marihuana oder Haschisch zu konsumieren.

So sehr wir hierzulande auch über die nutzlosen und menschenfeindlichen Cannabisgesetze schimpfen mögen – von der Schwachsinnigkeit der Gesetze her, sind wir in Mitteleuropa gerade einmal im Mittelfeld angesiedelt. Besonders schlimme Gesetze hat beispielsweise Indonesien – ein Land, in dem in den vergangenen Jahren 18 Menschen wegen Drogenvergehen hingerichtet wurden und in dem man auch als Ausländer mit einem einzigen Joint schon für ein Jahr ins Gefängnis wandert – so geschehen einem 25-jährigen Australier auf Bali, der noch froh sein konnte, dass die geforderte Strafe der Staatsanwaltschaft von vier Jahren Haft nicht durchkam.

 

Nun sorgte Indonesien erneut für Fassungslosigkeit. Ein Indonesier stand vor Gericht, da er Cannabis für seine todkranke Frau angebaut hatte, die an einer Rückenmarkserkrankung litt und die Symptome mit Cannabis lindern wollte. Wie „Focus“ meldete, wurde er im Februar festgenommen – drei Wochen nach der Verhaftung starb seine Frau. Das Gericht verurteilte ihn nun zu acht Monaten Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet 64.000 Euro. Die Verteidigung prüft, in Berufung zu gehen.

Nicht zu fassen: weil sie eine Familie beim Kauf von Zubehör für die Tomatenzucht beobachtete, ließ die Polizei in Missouri die Wohnung dieser Familie von einem Sondereinsatzkommando stürmen.

 

Ein Polizist in Missouri schlenderte täglich durch einen Gartenbaumarkt und observierte die dort Einkaufenden – immerhin könnte ja jemand planen, illegales Cannabis anbauen zu wollen. Eines Tages schoss er sich dann auf Robert Harte ein, der zusammen mit seinen beiden Kindern dort verschiedene Gerätschaften für den Garten einkaufte. Also meldete er die Familie bei seinen Vorgesetzten.

 

Diese ließen daraufhin mehrfach den Müll der Familie durchsuchen, sicher ist schließlich sicher. Und siehe da: seltsame Blätter im Hausmüll der Familie Harte, ganz nass und sehen aus wie Tee – es muss einfach Marihuana sein! Dies überprüft man am besten mit den klassischen 2-Dollar-Drogentests der amerikanischen Polizei, die seit 40 Jahren beinahe unverändert produziert werden und für ihre lachhafte Fehleranfälligkeit im ganzen Land berühmt sind. Ergebnis: Na klar, der Tee enthält THC. Also Hausdurchsuchung!

 

Ein SWAT-Team inspizierte zweieinhalb Stunden lang das Haus und Grundstück der Hartes, konnte allerdings bloß die Tomatenzucht auffinden. Die beiden Familienoberhäupter, zwei ehemalige CIA-Mitarbeiter, klagten gegen den Polizeieinsatz, der bereits 2012 stattfand und über den nun ein Bundesgericht entschied.

 

Und das gab den Hartes recht und rügte die Polizeibeamten, die die Drogentests der Teeblätter weder fotografiert noch in anderer Form dokumentiert hatten. Mit eindrucksvollen Worten zitiert „rt.com“ Richter Carlos Lucero:

 

Gesetzestreue Teetrinker und Gärtner passt auf: Ein Besuch in einem Gartenbaumarkt und einige lose Teeblätter in eurem Müll könnten eine frühmorgendliche Razzia eines schwerbewaffneten Einsatzkommandos nach sich ziehen, ausgerüstet mit einem Rammbock, kugelsicheren Westen und Sturmgewehren. Vielleicht werden die Beamten die furchteinflößende Razzia absichtlich zu einer Zeit durchführen, wo Ihre Kinder im Haus sind, und bewaffnete Wachposten zweieinhalb Stunden lang die ganze Familie in Schach halten, während sich besorgte Anwohner der ruhigen, familienfreundlichen Nachbarschaft fragen, welches schändliche Verbrechen Sie begangen haben müssen. Das ist keine Übertreibung oder eine Metapher – das ist genau das, was der Familie Harte in diesem Fall geschehen ist.“