Highway

Ahhh... wir als Cannabismagazin leiden gelegentlich darunter, dass wir Nachrichten veröffentlichen müssen, bei denen wir befürchten, dass sie uns keiner glaubt (wir veröffentlichen jedoch übrigens ausschließlich jedes Jahr am 1. April unsere liebgewonnenen Fake-News). Aber die Welt ist verrückt – und Cannabis ist so sehr verbreitet, dass immer wieder merkwürdige Meldungen auftauchen. So auch heute...

 

Folgendes geschah vor wenigen Tagen in Mexiko-Stadt: die 37-jährige Gloria C. suchte ein Krankenhaus auf, gab Bauchbeschwerden an und sagte den Ärzten, sie würde ihr ungeborenes „Baby“ nicht mehr spüren. Nachdem die Ärzte keinen Herzschlag des Babys feststellen konnten, wurde sie unmittelbar in eine Spezialklinik verlegt und notoperiert.

 

Dabei stellten die Ärzte Erstaunliches fest – ein Baby gab es in der Frau nicht zu finden, jedoch über ein Kilo mit Klebeband umwickeltes Marihuana, das teilweise mit Erdklumpen versetzt war und in der Vagina und dem Bauch der Frau steckte.

 

Die Frau wurde festgenommen und vor ein Gericht gebracht, um sich wegen „Verbrechen gegen die Gesundheit“ zu verantworten, aber der Richter ließ sie frei, da ihre Festnahme illegal gewesen sei. Laut Berichten der „Daily Mail“ wurde sie in den Jahren 2010 und 2015 bereits aufgrund desselben Vergehens verurteilt.

 

Einfach nur seltsam.

„Diese Menge hätte eine Ernte von rund 100 Kilo Rauschgift ergeben“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadja Niesen. Nur durch einen anonymen Tipp kamen die Ermittler des Friedberger Rauschgiftdezernats auf die Spur der drei Grower aus dem Raum Hessen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft umfasste die Anlage stolze 3750 Pflanzen. Der Ort der Unternehmung, ein altes Anwesen samt Villa und Nebenhaus in Bad Vilbel, das direkt am nördlichen Stadtrand Frankfurts gelegen ist, wurde von den drei männlichen Tatverdächtigen in professioneller Weise für die Nutzung als Anbaufläche umgebaut. Das Amtsgericht Frankfurt erließ gegen die Männer mittleren Alters umgehend Untersuchungshaftbefehle.

 

Das sind Geschichten, die das Leben schreibt: eine 55-jährige Frau aus Neumarkt in der Oberpfalz benachrichtigte am Samstag die Polizei, da sie ihr etwa 7000 Euro teures Gebiss (!) verloren hatte. Die Beamten besuchten die Dame zu Hause, um den Sachverhalt aufzunehmen. Leider hatte die zahnlose Frau es versäumt, zuvor in der Wohnung klar Schiff zu machen und so fanden die Gesetzeshüter Cannabis und eine Aufzuchtanlage in ihrem Schlafzimmer. Auf einen Hinweis der Frau hin, der wohl unter Druck der Polizei getätigt wurde, schauten die Polizisten dann noch schnell in der Wohnung eines Bekannten vorbei.

 

Witzigerweise fanden die Ordnungshüter dort nicht nur weiteres Cannabis, nämlich elf Pflanzen, sondern auch das vermisste Gebiss. Ob es der Bekannte ob des hohen Wertes geklaut oder die 55-Jährige es einfach verlegt hatte, bleibt vorerst ungeklärt. Weiterhin bleibt auch die Frage, ob das Kauwerkzeug nun erst einmal bis auf Weiteres beschlagnahmt wurde oder endlich wieder da steckt, wo es hingehört…

Ein Priester in einem Hyundai. Erst einmal nichts ungewöhnliches. Aber auch der wird bei einer Routinekontrolle mal kontrolliert – so vor Kurzem geschehen auf der Strecke zwischen Ponta Porã und Dorados in Brasilien. Doch der katholische Priester, der nach Angaben der Polizei äußerst höflich behandelt wurde, wurde immer nervöser und hatte Probleme, die Fragen, wo er hinwolle und wo er herkomme, richtig zu beantworten.

 

Daraufhin wurde das Auto des angeblich Geistlichen durchsucht. Darin befanden sich zwei Taschen randvoll mit Marihuana – insgesamt 101 Kilogramm. Wie das „Wochenblatt“ aus Paraguay berichtet, gab der falsche Priester an, das Marihuana aus Paraguay geholt zu haben, um Schulden zu begleichen, die seine Freundin bei einem mächtigen brasilianischen Drogenhändler habe. Die Verkleidung als Geistlicher habe er gewählt, um nicht kontrolliert zu werden...

Eine unglaubliche Szene hat sich in einer Ortschaft im englischen Kent zugetragen. Cameron Tucker, ein Lokalreporter der KMTV-Fersehnachrichten, berichtet gerade über ein ganz in der Nähe lebendes Pärchen, in dessen Wohnhaus 88 illegal angebaute Cannabispflanzen gefunden wurden. Der Reporter klärt die Zuschauer gerade über die Details des Falls auf: die Angeklagten hatten gegenüber der Polizei angegeben, aus den beschlagnahmten Pflanzen Cannabisöl für die Krebsbehandlung herstellen zu wollen, wurden aber nichtsdestotrotz zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung und 150 Sozialstunden verurteilt. Doch plötzlich wird all dies zur Nebensache, als im linken Bildhintergrund hinter dem Reporter ein junger Mann hinter eine Hausecke hervortritt und entspannt die Straße entlang geht. Mit einem Mal erblickt der Mann die Kamera, schreckt auf und rennt wie von der Tarantel gestochen davon. Pikant: auf dem Arm trägt der Fußgänger eine große Topfpflanze, die einer Cannabispflanze doch sehr ähnelt.

 

Reporter Cameron Tucker, ganz Profi, versucht sich von dem kuriosen Flitzer nicht ablenken zu lassen und sagt unbeirrt weiter seinen Text auf. Im Nachhinein gab er an, dass es sich keinesfalls um eine gestellte Szene handelt, die Hintergründe der Aktion jedoch nach wie unklar sind, da der lauffreudige Herr bisher nicht aufgefunden und befragt werden konnte. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sich der junge Mann mit der Topfpflanze in einigen Memes wiederfinden wird, das lustige Video jedenfalls hat längst das Netz erobert.

Das sogenannte Guerilla-Growing übt auf Cannabisliebhaber und Growing-Interessierte eine große Faszination aus. Das Risiko erwischt zu werden hält sich in Grenzen und man erlebt ein kleines Abenteuer an der frischen Luft. Und wenn man sich bei der Auswahl des Spots und der richtigen Sorte für den Anbau nicht lumpen lässt, können sich auch die Ergebnisse durchaus sehen lassen.

 

Etwas Ähnliches dachten sich wohl einer oder mehrere Unbekannte aus dem Raum Krefeld. Denn auf einer idyllisch gelegenen Insel im Krefelder Stadtweiher fand die Polizei nun 41 bis zu einem halben Meter hohe, „wilde“ Cannabispflanzen. Ein Spaziergänger hatte die Pflanzen vom anderen Ufer aus erspäht und daraufhin (leider) die Polizei informiert. Die betroffene Insel liegt etwa 20 Meter vom Ufer entfernt, je nach Wasserstand könne man den Ort aber auch fußläufig erreichen, so die zuständigen Beamten der Rauschgiftfahndung.

Die Geschichte der Anti-Weed-Aufklärungsvideos ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Und eine unfreiwillig komische meistens auch. Denn wenn die Mitarbeiter diverser Gesundheitsbehörden versuchen, sich in die Lebenswelt eines Teenagers hineinzudenken, dann wird in der Regel kein Fettnäpfchen ausgelassen. Das Trauerspiel beginnt meist schon mit der Auswahl des entsprechenden Mediums, mit dem man die suchtgefährdete Jugend am besten zu erreichen plant. Nicht selten fällt die Wahl auf den rhythmischen Sprechgesang (von Szenekennern auch Hip-Hop genannt), der in Jugendkreisen zurecht als sehr beliebt gilt. Schon hier werden die Weichen zwangsläufig auf Trash gestellt, denn in der Regel verstehen die Sozialarbeiter von Hip-Hop ungefähr so viel wie Kenneth Glöckler.

Ein schönes Beispiel für einen derartigen Fehltritt leistete sich nun das Los Angeles County Departement of Public Health, das im Zuge der Legalisierung in Kalifornien cannabiskritische Musikvideos mit Unterhaltungsanspruch auf die unwissende Jugend losließ. Die Clips spielen auf einer Party, auf der drei ganz in Weiß gekleidete Teenager, die so aussehen, als hätten sie in ihrem ganzen Leben noch nie Spaß gehabt, minderjährigen Cannabiskonsumenten erklären, warum Kiffen schlecht ist. Und das alles in Form von Rap-Versen. Beispiel gefällig? „But everyone is smoking up and girls will think I’m fly.“ – „Girls won’t think you’re fly when your bank account is dry.“ Wow, das hat gesessen! Vielleicht sollten die drei Streber im jungfräulich weißen Engels-Look mal weniger den Marihuanakonsum unter Partygästen hinterfragen, sondern lieber ihr eigenes Frauenbild, das scheinbar in den 1950er-Jahren stecken geblieben ist…

Da schauen wir uns lieber zum hundertsten Mal die Clips einer längst viral gegangenen australischen Aufklärungskampagne an. Die kleinen Storys, in denen jugendliche Kiffer als bis zur Lebensunfähigkeit apathische Faultiere dargestellt werden, verzichten nämlich auf den Gestus des erhobenen Zeigefingers und sind stattdessen derart bizarr-verstörend geraten, dass sie zumindest niemanden kalt lassen werden.

Noch vor Kurzem durften wir mit Freude darüber berichten, dass die Supermarktkette Lidl in der Schweiz CBD-Cannabis-Produkte in ihr Sortiment aufnimmt. Ohne Frage ein großer und wichtiger Schritt, um Cannabis weiter im Alltag der Bürger zu etablieren und die gesellschaftliche Akzeptanz zu steigern (auch wenn das in Kanada nur begrenzt nötig zu sein scheint). Doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Plänen einer der größten Supermarktketten Kanadas: die Loblaw Companies LTD. plant im Rahmen der für Juli anberaumten landesweiten Legalisierung in den dichter besiedelten Regionen Neufundlands und Labradors Marihuana zum Freizeitkonsum anzubieten. Verkauft werden soll das (natürlich THC-haltige) Blütenmaterial in bereits bestehenden, an die regulären Lebensmittelläden angeschlossenen Kiosken, in denen momentan Tabakprodukte an den Mann gebracht werden. Loblaws (so der Name der Filialen) ist mit über 2.000 Filialen der größte Lebensmittelvertrieb in Kanada und nimmt national einen vergleichbaren Stellenwert ein wie Walmart in den USA.

 

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