Highway

Da hat es die Dresdner Polizei zum Jahreswechsel mal so richtig krachen lassen: bereits am 4. Januar wurde ein sogenannter „Großeinsatz zur Bekämpfung der Straßen- und Betäubungsmittelkriminalität“ unterstützt von der sächsischen Bereitschaftspolizei in der Dresdner Innenstadt durchgeführt. Die Bilanz des Einsatzes fällt ernüchternd aus: ganze 12 Gramm Cannabisprodukte im Wert von etwa 100 Euro konnten beschlagnahmt werden.

 

Fünf Personen im Alter zwischen 17 und 24 Jahren, auf die sich die gefundenen zwölf Gramm aufteilten, müssen sich nun wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Insgesamt eine ziemlich traurige Ausbeute, vor allem, wenn man die anfallenden Einsatzkosten für den Steuerzahler bedenkt: bei 40 am Einsatz beteiligten Polizisten liegen die bei schätzungsweise ungefähr 17.000 Euro. Ein Betrag, der sogar noch weiter steigen wird, wenn es für die Verdächtigen demnächst vor Gericht gehen sollte

Das Jahr 2019 hat schon begonnen und wird wieder viel Veränderung in die Welt von Cannabis, Hanf, Weed, Marihuana, Haschisch – wie auch immer man es nutzen oder auch nur nennen möchte – bringen. Bereits das zurückliegende Jahr war wieder sehr aufregend für Cannabis-Befürworter auf der ganzen Welt, so auch in Deutschland, wo immer mehr Cannabis-Unternehmen entstehen und die ersten weiterführenden Schritte im Bereich CBD unternommen wurden. Cannabis-Patienten stehen zwar immer noch vor großen Problemen, aber es sind nochmals mehr geworden, und die Cannabis-Lobby findet immer mehr Gehör – und immer mehr Anhänger und Unterstützer. Und mit dem wachsenden Interesse und den wachsenden Umsätzen hat inzwischen fast jedes europäische Land auch seine eigene Cannabis-Messe. In Deutschland ist dies seit drei Jahren die Cannabis-Expo Mary Jane Berlin gewesen, die auch im Juni 2019 wieder in der Arena Berlin stattfindet.

 

Aber Deutschland ist mehr als groß genug für zwei Hanf-Messen, vor allem wenn das größte Bundesland NRW, direkt neben Holland gelegen, doch 500 Kilometer von Berlin entfernt ist. Und so findet nun am Wochenende vom 23. bis 25. August 2019 die Cannabis-Messe Cannafair 2019 in Düsseldorf statt. Veranstaltungsort ist die Mitsubishi Electric Halle, die nur fünf Minuten vom Düsseldorfer Hauptbahnhof entfernt liegt und über eine eigene U- und S-Bahn-Station verfügt und somit für alle Besucher perfekt zu erreichen ist. Der Freitag ist auf der Cannafair 2019 von 11 bis 15 Uhr ausschließlich für Fachbesucher zugänglich, also Menschen aus dem Cannabis-Business, die B2B-Geschäften frönen wollen – ab Freitagnachmittag wird dann für den Rest des Wochenendes für alle Messebesucher zu günstigen Eintrittspreisen geöffnet. Erste Infos und Aussteller sind unter www.cannafair.nrw zu finden, Tickets sind ab Frühsommer erhältlich.

 Cannafair 2019 – die Cannabismesse in Düsseldorf, NRW, Deutschland

Aktuell müssen sich zwei Männer wegen einer illegalen Cannabisanlage vor dem Landgericht München verantworten. Klingt jetzt erst mal nicht weiter spannend, doch der Fall hat eine Besonderheit:

 

Denn es konnten überhaupt keine Pflanzen gefunden werden, als ein SEK-Kommando einen Keller in Krailing stürmte. Angeblich konnte nur ein einziges, abgestorbenes Cannabisblatt gefunden werden. Nichtsdestotrotz sitzen die beiden Angeklagten jetzt bereits seit rund einem Jahr in Untersuchungshaft. Während der ältere der beiden Männer (36) bisher zu allen Vorwürfen geschwiegen hat, hat sein etwas jüngerer Cousin (30) ausführlich ausgesagt.

 

 

Unter anderem auch, warum die Beamten keine Pflanzen finden konnten. Der Grow ist nämlich gründlich schiefgegangen, denn nachdem die Raumtemperatur auf 64 Grad Celsius angestiegen war, gingen alle Cannabispflanzen ein. Von etwa 1200 Pflanzen ist die Rede, die von den Verdächtigen schließlich in einem Waldstück entsorgt wurden. Die Gesetzeshüter haben die Cannabispflanzung jedoch nur auf einem Foto zu Gesicht bekommen.

 

Gutachtern der Anklage reichte das aber voll aus, um von einer Ernte von zehn Kilo Blütenmaterial und einem geplanten „gewinnbringenden Handel“ auszugehen. Der Rechtsanwalt der Angeklagten hingegen verfolgt die Strategie, nachzuweisen, dass die Tat der beiden Männer überhaupt erst durch die Anstiftung des eingangs erwähnten V-Manns zustande gekommen ist.

 

 

Eine neu veröffentlichte Cannabis-Studie sorgt für ein Rauschen im deutschen Blätterwald. Die Aufmacher zu den entsprechenden Artikeln könnten reißerischer kaum sein: „Schon zwei Joints könnten Denkvermögen dauerhaft stören“ (Neue Presse, Westdeutsche Allgemeine), „Was Cannabis in den Hirnen 14-Jähriger anrichtet (Die Welt), „Jugendliche in Gefahr: Schon zwei Joints verändern das Gehirn“ (Bild) – es herrscht offenbar Alarmstimmung in der deutschen Medienlandschaft, doch worum genau geht es?

 

Die Studie eines internationalen Forscherteams, die im Journal of Neuroscience veröffentlicht wurde und jetzt so hohe Wellen schlägt, basiert auf der Hirnscan-Analyse von Jugendlichen, die eigenen Angaben zufolge, ein- bis zweimal Cannabis konsumiert haben. Bei dieser Versuchsgruppe konnte eine Vergrößerung der sogenannten Grauen Substanz (ein Teil des Großhirns) gegenüber der Kontrollgruppe festgestellt werden. Was aber nicht festgestellt, bzw. nachgewiesen werden konnte, und damit kommen wir zu den nicht unbeträchtlichen Fragezeichen, die die Studie aufwirft, ist ein kausaler Zusammenhang, wie beispielsweise Eva Hoch von der Uniklinik München zu bedenken gibt. Auch ist völlig unklar, welche Auswirkungen eine Vergrößerung der grauen Substanz überhaupt hat. Ein weiterer Knackpunkt sind die 46 heranwachsenden Teilnehmer: zum einen, weil es eben nur 46 sind und damit eine vergleichsweise kleine Probandengruppe und zum anderen, weil vonseiten der Studienleitung keine Anstalten gemacht wurden, deren Angaben zu eigenen Konsumverhalten zu überprüfen. Bluttests etwa, die den tatsächlichen THC-Gehalt messen, wurden unverständlicherweise nicht durchgeführt.

 

Die Studie, die unaufmerksame Leser dank der tendenziösen Berichterstattung leider schon davon überzeugt haben könnte, dass bereits ein Zug am Joint reicht, um in der Klapse zu landen, kann also allenfalls als Grundlage für weitere, ausführlichere Forschungen dienen. Das Highway-Wissenschaftsteam (14. Platz bei „Jugend forscht“ 1993) rät jedenfalls: legalisieren ab 18 Jahren, Jugendschutz stärken!

Diese Uber-Fahrt wird der US-Amerikaner M. Mollett wohl nicht so schnell vergessen! Denn der junge Mann aus Philadelphia musste nach dem Aussteigen aus dem Auto feststellen, dass er seine Tasche im Fahrzeug zurückgelassen hatte. Und diese enthielt leider zwei Pfund Marihuana, eingeschweißt in zwei transparenten Vakuum-Beuteln.

 

Obwohl dem 21-Jährigen klar gewesen sein musste, dass er sich Ärger mit dem Gesetz einhandeln würde (in Philadelphia bzw. Pennsylvania ist nur der medizinische Konsum von Cannabis legal), versuchte er, die Tasche durch einen Anruf bei seinem Uber-Fahrer zurückzubekommen. Der hatte das Blütenmaterial aber schon entdeckt und bereits die Polizei alarmiert. Die kontaktierte den Pechvogel inkognito und arrangierte ein Treffen mit einem Undercover-Beamten, der sich als Molletts Fahrer ausgeben sollte. In einem Diner sollte die Tasche übergeben werden, doch dazu kam es natürlich nicht. Nachdem der verdeckte Polizist sich mehrmals versichert hatte, dass die Cannabis-Tasche auch wirklich dem Verdächtigen gehörte, schnappte die Falle zu und Mollett wurde verhaftet.

 

Nun sitzt er im Gefängnis und muss sich bald wegen Drogenbesitzes und der kriminellen Nutzung eines Kommunikationsdienstes vor Gericht verantworten.

Der Name Antonio Bascaro dürfte den wenigsten Cannabisfreunden etwas sagen. Doch der Exil-Kubaner hätte die Aufmerksamkeit der Cannabiscommunity rund um den Globus mehr als verdient. Denn der 84-Jährige hat die letzten 39 Jahre wegen Cannabisschmuggels in einem US-Gefängnis verbracht und ist damit der am längsten einsitzende Cannabis-Häftling der westlichen Welt.

 

Bascaro wurde 1980 wegen des Schmuggels von 600.000 Pfund Marihuana in den Vereinigten Staaten verhaftet. In der Hochzeit des „War on Drugs“ bekam der ehemalige Air-Force-Pilot für seine (gewaltlosen) Vergehen die volle Härte der amerikanischen Justiz zu spüren. Laut seiner Tochter, die mehrmals pro Woche mit ihm telefoniert, verbringt der Senior heute seine Tage mit dem Lesen von Zeitungen und dem Schauen von Nachrichtensendungen. An den Rollstuhl gefesselt bleibt er dabei meistens für sich. Besonders bitter: der Drogenbaron, für den Bascaro damals arbeitete, ist inzwischen längst wieder auf freiem Fuß.

 

Aicha Bascaro startete eine Petition zur Begnadigung ihres Vaters, die es bisher auf knapp 110.00 Unterschriften gebracht hat. Wer ebenfalls unterschreiben möchte, kann dies hier tun.

Das Apothekennetz Zürich, ein Verband von rund 110 Apotheken, macht sich für eine Legalisierung von Cannabis stark. Das betrifft, in einem ersten Schritt, die medizinische Abgabe, die Freigabe zu Genusszwecken soll aber schnell folgen.

 

Die Präsidentin des Verbandes, Valeria Dora, warnt die Politik davor, „die Augen vor der Realität zu verschließen“. Der Konsum von Cannabis sei inzwischen so weit verbreitet, dass er längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Etwa 60 Tonnen Marihuana werden pro Jahr von den Eidgenossen verkonsumiert. Nach Schätzungen umfasst das Schwarzmarktmarktvolumen etwa 600 Millionen Franken (das entspricht etwa 530 Millionen Euro). Um dem illegalen Verkauf das Wasser abzugraben, sollen volljährige Konsumenten ihr Marihuana „in pharmazeutischer Qualität“ in der Apotheke kaufen können. Von Apothekerseite wird aber betont, dass nicht das Geschäft im Mittelpunkt stünde, sondern die Versorgung der Bevölkerung mit verunreinigungsfreiem Cannabis.

 

Eine verbandsinterne Umfrage zu dem Thema stieß größtenteils auf Zustimmung, was angesichts der jahrzehntelangen Ablehnung durchaus eine gute Nachricht für Cannabisfreunde ist.

Was ist denn da nun wieder passiert? Eine Story, so seltsam und bescheuert, dass man am liebsten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte.

 

Doch eins nach dem anderen. Ort des Geschehens ist Karlsruhe, genauer gesagt ein örtliches Polizeirevier. Am Dienstag, gegen zehn Uhr vernahmen die Beamten der Nachtschicht das Schrillen der Türklingel. Etwas spät, doch sicher noch nichts ungewöhnliches – doch dann nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung. Um Einlass bat nämlich ein junger Mann und offenbarte den Beamten über die Gegensprechanlage sein dringliches Anliegen: der 21-Jährige wollte unbedingt Marihuana rauchen – in der Polizeistation. Die Polizisten ließen sich nicht lange bitten und holten den Störenfried herein, um ihn einer Durchsuchung zu unterziehen. Das hatte sich der Mann, der Angaben zufolge einen etwas benebelten Eindruck machte, wohl anders vorgestellt und nahm Kampfstellung ein, um die Prozedur zu verhindern. Letztlich wurde er von drei Beamten überwältigt und muss sich nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

 

Und als ob das alles nicht schon bekloppt genug gewesen wäre, stellten die Polizisten mit einem Blick in die Daten fest, dass der Täter bereits vorbestraft war – wegen Handels mit Betäubungsmitteln.

 

 

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