Highway

Die Titelstory der aktuellen Highway-Ausgabe beschäftigt sich mit dem Themenkomplex des unauffälligen Anbaus. Denn viel zu oft werden durch die Nichtbeachtung einfachster Sicherheitsmaßnahmen ohne Not Unbeteiligte auf die Cannabis-Anlage aufmerksam gemacht, die sich anschließend nur allzu oft dafür entscheiden, die Polizei zu informieren. Es kann allerdings auch ganz anders laufen und die Entdeckung einer Pflanzung auf sehr überraschendem, gar kuriosem Wege geschehen. Regelmäßige Leser des Highway-Magazins werden nur zu gut verstehen, was gemeint ist.

 

Der heutige Fall gehört auf jeden Fall in die letztere Kategorie, wenn auch hier wohl ebenso eine große Portion Leichtsinn auf Seiten der Grower im Spiel gewesen ist. Die diesjährige Vuelta, eines der wichtigsten Radrennen der Welt, sozusagen die spanische Version der legendären „Tour de France“, erlebte vergangenen Samstag ihre achte Etappe, die Route führte durch die nahe Barcelona gelegene Stadt Igualada. Radsportfans wissen, dass die TV-Berichterstattung eines solchen Events auf mit dem Hubschrauber aufgenommene Bilder aus der Vogelperspektive setzt, um das Fahrerfeld und die teilweise spektakulären Landschaften adäquat einzufangen und dem Zuschauer einen optimalen Überblick über das Renngeschehen zu verschaffen. So natürlich auch bei der Fahrt quer durch Igualda. Aufmerksamen Zuschauern rund um den Globus fielen dabei merkwürdige Pflanzen auf dem Dach eines Hauses auf, das unmittelbar am Rand der Rennstrecke lag.

 

Es dauerte nicht lange, bis die entsprechenden Szenen viral gingen und die Polizei Wind von der Sache bekam, das besagte Haus auf- und durchsuchte, und bestätigte, dass es sich tatsächlich, wie bereits vermutet, um Cannabispflanzen handelte. Etwa vierzig Gewächse wurden beschlagnahmt, zu einer Anzeige kam es allerdings nicht, da bisher keiner der Betreiber aufgefunden werden konnte.

Da hat die Bundespolizei aber mal echt einen ordentlichen Fang gemacht! Im Zug von Prag nach München erwischten Zollbeamte zwei junge Männer mit wahrlich gefährlicher Fracht. Ein Glück, haben die Fahnder das richtige Näschen bewiesen und konnten durch eine Kontrolle der beiden Reisenden Schlimmeres gerade noch abwenden. Nicht auszudenken, wenn die beiden 18- und 19-Jährigen mit ihrem Gepäck unentdeckt nach Deutschland hätten einreisen dürfen! Mit THC-freien Hanf-Lollis und Cannabis-Eistees haben sich ja bekanntlich schon viele Jugendliche ins Cannabiskoma befördert, auch der Weg zum Heroin wäre quasi schon vorgezeichnet. Und das schlimmste kommt ja erst noch: ganze vier Gramm Suchtgift in Form von Marihuanablüten trug der Jüngere zu allem Überfluss auch noch bei sich.

 

Es wird also einmal mehr deutlich, die Steuergelder der deutschen Staatsbürger werden von der Exekutive anscheinend überaus sinnvoll eingesetzt. Und damit wir alle in Zukunft ruhiger schlafen können, müssen sich die beiden Verbrecher nun mit einer Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz auseinandersetzen. Alles in allem kann man also froh sein, dass der Fall dank des beherzten Einsatzes der Ordnungshüter noch einmal glimpflich ausgegangen ist …

Die Niederlande werden ja häufig als Positivbesipiel ins Feld geführt, wenn es darum geht, die Vorteile einer toleranten Cannabispolitik zu benennen. Was viele jedoch nicht wissen: zwar ist der Marihuana-Verkauf in den sogenannten Coffeeshops legal, doch das, was da in den Plastiktütchen über die Ladentheke in die Taschen der Gäste wandert, wurde im Vorfeld illegal produziert bzw. angebaut (Stichwort: Hintertürregelung). Anders ist das zurzeit aber auch gar nicht möglich, was schlicht und einfach daran liegt, dass Cannabisanbau auch in Holland illegal ist, von bis zu fünf Pflanzen für den privaten, (medizinischen) Eigenanbau einmal abgesehen.

 

Doch endlich bewegt sich was bei den Nachbarn: in insgesamt 79 Coffeeshops (von etwa 500 im ganzen Land) soll ab 2021 vier Jahre lang ausschließlich lizenziertes Blütenmaterial verkauft werden, dass in den Niederlanden gegrowt und geerntet wurde. Die Politik verspricht sich von dem "Staatsmarihuana" weniger Verunreinigungen und bessere Kontrollmöglichkeiten. Wer sich von der Qualität des neuen Marihuanas selbst überzeugen will, braucht leider noch etwas Geduld und sollte sich ab 2021 an folgende Teilnehmerstädte halten: Arnheim, Almere, Breda, Groningen, Heerlen, Hellevoetsluis, Maastricht, Nimwegen, Tilburg und Zaanstad.

Da soll noch mal einer sagen, dass der heutigen Gesellschaft Respekt und Höflichkeit abhandengekommen seien! Zumindest in Heilbronn stimmt das schon mal nicht, wie der folgende Fall, der sich am gestrigen Donnerstagnachmittag zutrug, nahe legt.

 

Ein 36-Jähriger, der Joint rauchend mit dem Fahrrad unterwegs war, verspürte offenbar den Drang seine Marihuanazigarette mit jemandem zu teilen. Wer weiß, vielleicht fühlte er sich selbst schon zu dicht oder er wollte einfach einem anderen Passanten den Nachmittag versüßen, jedenfalls bot der junge Mann seine Tüte zwei Männern an, die gerade seinen Weg kreuzten und scheinbar einen vertrauenswerweckenden Eindruck machten. Schade bloß, dass es sich ausgerechnet bei den Beiden um Polizeibeamte in Zivil handelte, die die nette Geste in keinster Weise zu würdigen wussten.

 

Die Beamten revanchierten sich statdessen mit einer Durchsuchung, nachdem der 36-jährige Pechvogel bei seinem misslungenen Fluchtversuch mit dem Fahrrad zwei in der Nähe parkende Fahrzeuge beschädigt hatte. Im Zuge dieser wurden dann schließlich noch etwa 30 Gramm Marihuana bei dem Mann gefunden.

Das gab es noch nie! Ein ganz normales Mainstream-Musikfestival – Outside Lands 2019 – richtete, da in Amerika gelegen, am vergangenen Wochenende ein legales Areal zum Cannabisverkauf an Personen ab 21 Jahren ein, wo über 20 Händler ihrer Arbeit nachgingen.

 

Auch wenn auf Musikfestivals der Nachschub an Gras vermutlich schon immer geregelt war, auch bereits Jahrezehnte vor der Re-Legalisierung, ist es doch das erste Mal, dass das Ganze völlig legal geschah. Und: gefiel das den Besuchern?

 

Und wie das den Besuchern gefiel! Innerhalb der drei Tage, die das Festival dauerte, gingen Cannabisprodukte im Wert von über einer Million Dollar über die Theken. Wow!

 

Gerade erst haben wir über das neue Pokémon „Galarian Weezing“ berichtet, dass (aller Wahrscheinlichkeit nach) unfreiwillig an eine Bong erinnert, nun haben wir schon wieder eine Videospiel-Nachricht zu vermelden. Allerdings eine ziemlich unerfreuliche: denn in Australien wurde nun das beliebte Computerspiel „DayZ“, das bereits 2013 erschien, durch die australische Behörde ACB (Australian Classification Board) für illegal erklärt. Physische Verkaufsexemplare dürfen nicht mehr angeboten werden, auch die digitalen Versionen sollen in Kürze verboten werden.

 

Als Grund nennen die Verantwortlichen den „illegalen oder verbotenen Drogenkonsum im Zusammenhang mit Anreizen oder Belohnungen“ im Spiel. Genau genommen geht es um Marihuana, das man im Spiel als Heilmittel nutzen kann. „Im Laufe des Spiels ist der Spieler in der Lage, eine Vielzahl von Ausrüstungsgegenständen, Materialien und Waffen zu sammeln und zu benutzen“ heißt es in der offiziellen Erklärung. „Eine der Möglichkeiten, die Gesundheit des Spielers wiederherzustellen, ist das Rauchen eines Joints, das mit einem Symbol in Form einer Blüte im Inventar des Spielers dargestellt wird.“

 

Wie es in dem Bericht weiter heißt, erlauben die Klassifizierungsrichtlinien im Bereich „ab 18 Jahren“ die Darstellung von Drogenkonsum. Dieser darf allerdings nicht „detailliert oder realistisch“ dargestellt werden. „Wenn der Konsum von Cannabis im Rahmen dieses Spiels nicht als Anreiz oder Belohnung gewirkt hätte“, wäre eine Einstufung „ab 18“ drin gewesen, heißt es in der Erklärung. „Der Konsum von Drogen (Marihuana) als Anreiz oder Belohnung während des Spiels übersteigt aber die in der Klassifikation „ab 18“ zulässigen Werte und muss aus diesem Grund abgelehnt werden“, so das ACB.

 

DayZ“ ist nicht das erste Spiel, das mit dieser Begründung in Australien verboten wurde. Auch „Fallout 3“ wurde dort aus dem gleichen Grund aus dem Verkauf genommen. Dass man sich in „DayZ“ erst mit anderen Spielern anfreunden kann, um sie dann hinterrücks zu erschießen, scheint für das ACB jedoch keinerlei Problem darzustellen. So sind in der australischen Computerspielewelt anscheinend Drogen das, was hierzulande übermäßige Gewaltdarstellungen und in Amerika nacktes Fleisch sind. Darauf erst einmal einen Kopf durch das Smokémon!

 

Na sowas, da staunten die Internetnutzer aber nicht schlecht, als am Mittwoch das neue Pokémon aus dem Hause Nintendo vorgestellt wurde. Das japanische Unternehmen, das sich absolute Kinderfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat, jahrzehntelang ausführliche Gewalt- und Sexdarstellungen auf seinen Konsolen versuchte zu vermeiden und bis heute weder normalen noch Voice-Chat für die Nintendo-Systeme anbietet, damit sich niemand gegenseitig beleidigen kann, hat ein merkwürdiges neues Pokémon vorgestellt:

 

Galarian Weezing heißt der kleine Bursche, doch nur Minuten nach der Vorstellung im Internet durfte sich der erste Twitter-User für seinen unglaublich komplizierten Witz – ein Bild des Pokémons Galarian Weezing mit der Unterschrift „Bong Weezing“ – über 1.500 Retweets und Tausende von Likes freuen. Bis der erste auf den naheliegenden Namen „Smokémon“ kam, dauerte es auch nur Sekunden. Was hat sich Nintendo wohl dabei gedacht? Vermutlich gar nichts – Japan dürfte wohl eines der Länder mit dem geringsten Cannabiskonsum überhaupt auf dieser Erde sein.

 

„Solange, bis es jemand schafft, uns davon zu überzeugen, dass es einen vernünftigen Grund dafür gibt, dass Cannabis verboten ist, solange werden wir weiter machen und bis an die Grenze gehen." Mit diesem Mantra zweier Cannabis-Aktivisten aus England können sich sicherlich auch hierzulande viele Legaliesierungskämpfer identifizieren. Die außergewöhnliche Aktion hingegen, die die beiden Aktivisten, von denen einer nur als „Outlaw“ bekannt ist, durchgeführt haben, dürfte den meisten Cannabisfreunden etwas zu waghalsig sein.
 

Mitten in einer der beliebtesten Grünflächen von Manchester, Picadilly Gardens, bezogen „Outlaw“ und sein Mitstreiter, beide komplett vermummt, Position und verteilten kostenlose Marihuanablüten an die interssierten Passanten. Ein Banner mit der Botschaft „FREE BUD“ (etwa: GRATIS BUDS) verkündete die frohe Botschaft und sicherte den beiden schnell die ungeteilte Aufmerksamkeit vieler Parkbesucher. Nach Angaben der Initiatoren wechselten auf diese Weise Cannabisblüten im Wert von insgesamt mindestens 900 Euro die Besitzer.
 

Nach der Aktion, die erwartungsgemäß für ein großes Medienecho sorgte, verkündete Outlaw, dem es im Gegensatz zu seinem Kollegen gelang, sich der staatlichen Autorität zu entziehen, dass die gewagte Aktion „nur der Anfang“ gewesen sei. Man darf also gespannt sein, was da noch kommt!