Highway

Kommissar Rex und Co. könnten bald endgültig ausgedient haben. Auf dem „Europäischen Polizeikongress“ in Berlin-Mitte sorgt momentan eine Idee für Aufsehen, die das Potenzial hat, den klassischen Drogenspürhund in den Vorruhestand zu schicken. Doch wer jetzt an künstliche Intelligenz oder futuristische Roboter denkt, liegt daneben. Denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute (oder in dem Fall schlechte) so nah liegt?


Polizeikommissarin Sonja Kessler, die mit ihrer Bachelor-Arbeit für den „Zukunftspreis Polizeiarbeit 2019“ nominiert ist, hat zusammen mit ihrem Vater einen Ersatz gefunden, der jedem Leser aus dem heimischen Garten bekannt sein dürfte: die Biene, so möchte das Duo beweisen, ist beim Erschnüffeln von beispielsweise Marihuana deutlich effizienter als der vierbeinige Konkurrent mit der kalten Schnauze. Kürzere und deutlich günstigere Ausbildungszeit und höhere Ausdauer zeichnen die geflügelten Detektive aus – zudem sind sie rund um die Uhr einsetzbar und wären geeigneten Hunden zahlenmäßig deutlich überlegen.

 

Mit Hilfe klassischer Konditionierung lassen sich die Polizeibienen – zumindest im Laborversuch – auf jede beliebige Substanz trainieren. Ein Bienenvolk, das etwa 80.000 Mitglieder zählt, wäre in der Lage ein Gebiet von 50 Quadratkilometern zu durchsuchen, Sonja Kessler und ihr Vater, die auf eine langjährige Imker-Erfahrung zurückblicken können, besitzen 25 solcher Völker. Geeigneter Nachwuchs wäre also schon mal kein Problem. Der nächste Schritt wird nun ein großer Praxistest sein, in dem die Bienen ihre Fähigkeiten unter realistischen Einsatzbedingungen anwenden müssen. 

Wenn die diesjährige Verleihung der Academy Awards etwas entspannter ablaufen sollte als sonst, dann könnte das eventuell etwas mit den Goodie-Bags zu tun haben, die traditionell an alle nominierten Künstler und Künstlerinnen verteilt werden.

 

Nachdem Kalifornien Anfang 2018 Cannabis vollständig legalisiert hat, hat man sich nicht lumpen lassen und die teuren Täschchen mit einer ganz besonderen Zutat bestückt: neben einem Reisegutschein und einer Woche in einem exklusiven Spa wird es für die Stars unter anderem handgemachte Cannabis-Schokoladentrüffel geben. Und die sehen nicht nur toll aus und schmecken gut, sie sind mit 10 mg THC-Gehalt pro Stück auch hochpotent.

 

Die Süßigkeiten, die mit dem High Times Cup in der Kategorie Edibles ausgezeichnet wurden, sind aber nicht das einzige Goodie aus der wunderbaren Welt der Cannabisprodukte. Denn dazu gibt es noch eine Gesichtscreme auf Hanfbasis und eine Mitgliedskarte im ersten Cannabis-Social-Club von Los Angeles. Damit sich Bradley Cooper, Christian Bale, Glenn Close und Co. nicht übernehmen, liegt den 100.000-Dollar-Taschen eine Warnung bei, die unerfahrene Konsumenten zur Vorsicht mahnt. Seth Rogen hingegen dürfte sich in diesem Jahr besonders ärgern, dass er keine Nominierung einheimsen konnte...

Es geht nur in eine Richtung – und zwar bergauf! Das trifft zumindest auf die Entwicklung der durch legale Cannabisverkäufe erwirtschafteten Steuereinnahmen im US-Bundesstaat Colorado zu. Seit 2014 wurden Cannabisprodukte im Wert von 5,7 Milliarden Dollar verkauft, allein im Jahr 2018 beliefen sich die Verkäufe auf gut 1,5 Milliarden Dollar. Das entspricht Steuereinnahmen von 266,5 Millionen Dollar für das vergangene Jahr (gegenüber rund 247 Millionen im Jahr 2017).

 

Expertenschätzungen zufolge könnte sich die Größe des legalen Cannabismarkts in den USA bis 2025 auf 25 Milliarden Dollar ausweiten. Diese Entwicklungen haben natürlich auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: stolze 300.000 neue Arbeitsplätze könnten bis 2020 in den USA in der legalen Cannabisbranche entstehen.

 

Doch nicht nur aus Colorado, dem ersten Legalisierungs-Staat erreichen uns erfreuliche Zahlen: allein in Kalifornien entstanden innerhalb eines einzigen Jahres etwa 80.000 neue Cannabis-Jobs. Es bleibt zu hoffen, dass diese erfreulichen Trends durch die landesweite Legalisierung von Nutzhanf durch die „Farm Bill 2018“ in Zukunft noch weiter angefeuert werden.

In Bayern nimmt die Cannabis-Repression bekanntlich oft absurde Formen an. Da muss man für das Rauchen eines Joints schon mal knapp 10.000 Euro latzen oder bekommt wegen des Verkaufs von Marihuana hinterrücks einen Kopfschuss verpasst. Naja, wo gehobelt wird, da fallen eben Späne und Gesetz ist und bleibt schließlich Gesetz, oder?

 

Das bekam jetzt auch ein 23-jähriger junger Mann aus Kempten zu spüren. Glücklicherweise ging die Sache für ihn im Vergleich zu oben genannten Beispielen eher glimpflich aus. Polizeibeamte, die eigentlich bloß zu Ermittlungen in einem Mehrfamilienhaus gerufen worden waren, nahmen vor der Wohnung des unbeteiligten jungen Mannes Marihuana-Geruch wahr. OMG! Der Mieter öffnete bereitwillig die Tür und gab an, kein Cannabis zu besitzen. Die Reste des Joints, den bis gerade noch genüsslich geraucht hatte, hatte er aus Angst einfach aufgegessen (kann man so machen, aber wieso dann der Polizei davon erzählen?) und ansonsten befänden sich keinerlei illegale Substanzen in seiner Wohnung. Die Beamten, die sogleich die gesamte Wohnung auf den Kopf stellten, mussten dem jungen Mann schließlich recht geben: sie hatten bei der Durchsuchung rein gar nichts gefunden.

 

Den 23-Jährigen erwartet nun nichtsdestotrotz ein kostenaufwändiges Strafverfahren. Und das für einen quasi nicht existenten Joint, dessen Reste höchstwahrscheinlich längst irgendwo in der Kemptener Kanalisation versickert sind

Was für ein Schreck! Da hat man nichts weiter vor, als in Ruhe etwas rauchen und ein wenig zu entspannen und dann sowas: ein Stoner (einige Medien berichten von einer Frau, andere von von einer Gruppe von Kiffern, die Überzahl aber spricht von einer Einzelperson) aus Houston, Texas, hatte sich in ein Abrisshaus geschlichen, um in Ruhe etwas Weed zu rauchen.

 

Und während sich der Autor an dieser Stelle fragt, ob so ein verlassenes und verfallenes Haus wirklich so eine tolle Umgebung ist, um in aller Ruhe einen durchzuziehen, ist in der Realität alles noch viel schlimmer: denn im Inneren des Hauses wird der neugierige Cannabisfreund doch tatsächlich von einem ausgewachsenen Tiger erschreckt. Ihr habt richtig gelesen, Tiger.

 

Die etwa 150 Kilogramm schwere Raubkatze war in einem viel zu kleinen Käfig eingesperrt, aber offenbar gut im Futter. Neben dem Käfig befanden sich außerdem einige Rationen abgepackten Fleischs. Der erstaunte Eindringling behielt die Ruhe und tätigte einen anonymen Notruf. Die Polizei, die zunächst von einem Streich oder von drogeninduzierten Halluzinationen ausging, ließ das Tier unter großem Andrang von Schaulustigen umgehend in einer Aufnahmestation unterbringen.

Ach ja, es ist mal wieder soweit, eine neue Cannabis-Studie wird veröffentlicht. Kaum eine Woche, die vergeht, ohne dass irgendwelche Wissenschaftler meinen, herausgefunden zu haben, dass einem vom Kiffen ein drittes Nasenloch wächst oder eine siebte Brustwarze.

 

Im Ernst, der Aussagegehalt vieler moderner Studien (und das betrifft bei Weitem nicht nur Kiffer-Studien) ist ja zumindest fragwürdig: winzige Probandenzahlen, vermeintliche Kausalzusammenhänge, leere Korrelationen etc. – zu oft hat man den Eindruck, dass das Studienergebnis an die Wünsche der Finanziers angepasst wird. Nicht selten fallen die durch Studien erlangten „Kenntnisse“ dann zu Ungunsten von Cannabskonsumenten aus. Doch mit dem weltweiten Erstarken der Legalisierungsbewegung werden nun auch vermehrt cannabisfreundliche Studien veröffentlicht. Das muss natürlich nicht heißen, dass automatisch mehr Wahrheit drin steckt, aber das interessiert die Gegenseite ja auch nicht.

 

Die aktuelle Untersuchung, um die es nun gehen soll, beschäftigt sich einmal mehr mit dem Zusammenhang von Cannabiskonsum und Spermienanzahl. Und zur Überraschung aller entspricht das Ergebnis so gar nicht dem gängigen Mainstream, nach dem Kiffen die männliche Fruchtbarkeit bedrohe. Auch die Ärzte und Gesundheitsforscher der Harvard School of Public Health und des Massachusetts General Hospital, die die Studie durchführten, hatten nach eigenen Angaben ein anderes Resultat erwartet. Doch es ist, wie es ist und heraus kam eben eine positive Verknüpfung zwischen moderatem Joint-Rauchen und einer erhöhten Spermienanzahl und höherem Testosterongehalt im Blut. Teilgenommen hatten 662 Probanden, vor allem Gelegenheits- und ehemalige Konsumenten, im Gegensatz zu älteren Studien, die deutlich weniger Teilnehmer mit stärkerem Konsummuster aufbieten konnte.

 

Harvard-Professor Jorge Chavarro warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen: „Wir wissen viel weniger als wir denken, dass wir wissen.“ So könnte es eben auch einfach sein, dass Männer mit mehr Testosteron im Blut eher geneigt sind, das Risiko einzugehen, bestimmte Substanzen zu konsumieren. Und da wären wir dann mal wieder beim Thema Kausalzusammenhang

Seit drei Jahren nun durchforsten die Social-Media-Manager der Highway-Redaktion die Untiefen des Netzes nach den kuriosesten und bizarrsten Cannabis-Geschichten. Mit der heutigen Meldung sind wir jedoch an dem Punkt angelangt, an dem wir uns ernsthaft fragen müssen: what the fuck?

 

Die Menschheit bezeichnet sich ja selbst gern als Krone der Schöpfung. Denn was hat das komische Tier mit dem großen Gehirn nicht schon alles erreicht? Die Raumfahrt hat den Homo Sapiens auf den Mond geführt und vielleicht in Zukunft noch bis an den Rand des Universums, die moderne Medizin ist in der Lage lebenswichtige Organe von einem zum andern Körper zu transplantieren und soziale und politische  Errungenschaften ermöglichen Milliarden Menschen zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ein auskömmliches Leben fernab von Hunger und Krieg. Wenn man sich allerdings nun den Clip des australischen Fischers Billy Brislane, über den momentan das ganze Netz spricht, anschaut, zeigt sich eine ganz andere Seite der ach so noblen Schöpfung. Die Menschheit zeigt darin ihr zweites Gesicht und es ist eine Fratze. Doch worum geht es genau?

 


Brislane präsentiert in dem kurzen Video seine selbst "gebastelte" Bong. Das kranke daran: die Bong ist nicht anderes als ein toter Baby-Hai, den der junge Mann mit einem Köpfchen und einem pfeifenartigen Rohr zum Ziehen durchstochen hat. Als Gipfel der Geschmacklosigkeit lässt der Fischer, während er den Baby-Hai raucht, ein im englischsprachigen Raum bekanntes Kinderlied namens "Baby Shark" laufen. Brisbane hätte eigentlich wissen müssen, was er mit einem derartigen Film auslöst, denn natürlich (und zum Glück) folgte ein riesiger Shitstorm, der den Bong-Bastler dazu zwang, sich umgehend aus sämtlichen sozialen Netzwerken abzumelden. Denn wie sich zeigte, gab es da eine ganze Menge Tierfreunde, die nichts dagegen hätten, Billy selbst in eine Bong zu verwandeln und zu rauchen…

Der kanadische Cannabisaktivist Dana Larsen verfolgt ein großes Ziel: der Cannabispflanze endlich ihr Stigma nehmen. Denn auch, wenn Cannabis in Larsens Heimat mittlerweile legal ist und sich auch global so langsam aber sicher eine echte Trendwende vollzieht, kursieren noch immer zahlreiche Vorurteile und viel Negativpropaganda über die vielseitige Heil- und Nutzpflanze.

 

Die Art und Weise, mit der Larsen dieses Ziel erreichen will, ist ebenso einfach wie großzügig: auf seiner Website www.overgrowcanada.com verschenkt der 56-jährige Hanfsamen. Und zwar 100 Stück pro Anmeldung, die, wenn es nach Larsen geht, einfach willkürlich an öffentlichen Plätzen in Kanada verstreut werden sollen. Der Aktivist rät allerdings dazu, die Samen zunächst zuhause zum Keimen zu bringen und erst die Setzlinge an die frische Luft zu lassen, da dies die Überlebenschancen der Pflanzen natürlich enorm steigert. Zwischen 2016 und 2018 hat overgrow.com insgesamt stolze 9 Millionen Samen auf ganz Kanada verteilt. Im Jahr 2019 wird es Samen der Sorte Freedom Dream CBD geben, ein nicht feminisierter, CBD-reicher Strain.

 

Wäre doch schön, wenn auch hierzulande jemand dafür sorgen würde, dass  Deutschland bald von wilden Cannabispflanzen nur so überwuchert wird! Nicht nur das Stadtbild würde auf jeden Fall enorm profitieren.