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Wie verschiedene Medien berichteten, entschied vergangenen Freitag die Gesundheitskommission des Schweizer Nationalrats, dass sie keine Versuche zur kontrollierten Abgabe von Cannabis für Genusszwecke möchte. Die Kommission war in der Frage allerdings absolut gespalten: Sie lehnte die Gesetzesvorlage bei 11 zu 11 Stimmen und 2 Enthaltungen mit Stichentscheid von Kommissionspräsident Thomas de Courten (SVP/BL) ab. Schlussendlich entscheiden muss der Nationalrat, aber die Empfehlung ist damit klar.

 

Im Mai hatte sich die Kommission im Grundsatz noch für einen Experimentierartikel ausgesprochen. Es stelle ein Problem dar, dass mindestens 200.000 Menschen in der Schweiz regelmässig illegal Cannabis konsumieren – und dass dessen Qualität keiner Kontrolle unterliege, hieß es damals.

 

Der Nationalrat hatte letztes Jahr mehrere Vorstöße gutgeheißen und den Auftrag erteilt, einen Experimentierartikel einzuführen. SVP und CVP sprachen sich damals dagegen aus. Der Bundesrat ist jedoch schon vorher aktiv geworden und hat dem Parlament eine eigene Vorlage präsentiert. Diese ist auf zehn Jahre befristet und würde eine gesetzliche Grundlage für wissenschaftliche Pilotversuche schaffen.

 

Hintergrund ist die verweigerte Bewilligung für eine Cannabis-Studie der Universität Bern. Das Bundesamt für Gesundheit kam zum Schluss, dass es dafür keine Rechtsgrundlage gebe. Diese Lücke soll mit dem Experimentierartikel geschlossen werden.

Wie die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM) berichtet, kann CBD-reiches Cannabis bei Autismus hilfreich sein: Cannabis mit einem hohem CBD- und niedrigem THC-Gehalt (Verhältnis von 75 zu 1) kann laut einer Beobachtungsstudie mit 15 Patienten bei der Behandlung von Autismus hilfreich sein. Die Studie wurde von Forschern der Universität von Minas Gerais in Belo Horizonte und der Universität von Brasília, Brasilien, durchgeführt. Eine Gruppe von 18 autistischen Patienten wurde eingeschlossen. Von den 15 Patienten, die die Behandlung bis zum Ende durchführten (10 nicht-epileptisch und fünf epileptisch), zeigte nur ein Patient keine Verbesserung der autistischen Symptome.

 

Aufgrund von Nebenwirkungen stellten drei Patienten den Cannabiskonsum vor Ende eines Monats ein. Nach sechs bis neun Monaten Behandlung zeigten die meisten Patienten, einschließlich derjenigen mit Epilepsie und derer ohne Epilepsie, eine gewisse Verbesserung in mehr als einer der acht untersuchten Symptomkategorien: Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung; Verhaltensstörungen; motorische Defizite; Autonomiedefizite; Kommunikations- und Sozialinteraktionsdefizite; kognitive Defizite; Schlafstörungen und Anfälle, mit sehr seltenen und leichten Nebenwirkungen. Die stärksten Verbesserungen wurden bei Anfällen, Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörungen, Schlafstörungen sowie Kommunikations- und Sozialinteraktionsdefiziten erzielt.

Ältere Leser werden das Artwork vielleicht noch aus ihrer Sturm-und-Drang-Zeit wiedererkennen: der Comic-Strip mit dem klingenden Namen „Stoned Again!“ von Underground-Comic-Ikone Robert Crumb ist ein echtes Stück Cannabiskultur und zierte als Print in den 1970er-Jahren nicht wenige Wohn- und Jugendzimmer. Kein Wunder, der raue Charme der Zeichnung dürfte viele Kiffer ansprechen und Erinnerungen an die ein oder andere etwas aus dem Ruder gelaufene Session wecken.

 

Die augenzwinkernde Zeichnung zeigt die verschiedenen Stadien des Dichtheitsgrades von angenehm high bis zur totalen Gesichtsschmelze. Ja, da werden Erinnerungen wach! Am vergangenen Wochenende wurde dieses berühmte Comic-Kunstwerk auf der Comics & Comic Art Auction in Dallas, USA versteigert. Von Experten auf etwa eine Viertelmillion US-Dollar geschätzt, kam das gute Stück letztendlich für stolze 690.000 US-Dollar unter den Hammer. Für den heiligen Gral crumbscher Comickunst (laut Experten) und eine Sternstunde der psychedelischen Kunst kann man mal aber auch echt mal was springen lassen.

 

Bleibt nur zu hoffen, dass Robert Crumb selbst, der in finanziellen und Lizenzdingen nach eigenen Angaben nie besonders geschickt war, wenigstens einen kleinen Teil des Auktionserlöses auf seinem eigenen Konto wiederfinden konnte. Eine relativ hoch aufgelöste digitale, kolorierte Version zum Selbstausdrucken findet man übrigens hier.

 

 

 

Manchmal kann man echt neidisch werden auf die Amis, zumindest auf die, die in den Legalisierungs-Bundestaaten leben. Einmal mehr schwappt eine kuriose Stellenausschreibung über den großen Teich, die alle deutschsprachigen Cannabisfreunde vor Neid erblassen lassen dürfte.

 

Das Cannabis-Unternehmen mit dem klingenden Namen „American Marijuana“ sucht Leute, deren Passion Cannabis ist und die sich bereiterklären, eine große Bandbreite an Cannabisprodukten aus dem Sortiment zu testen und darüber zu schreiben, zu bloggen, zu filmen. Puh, das klingt ja echt nach einer langweiligen Plackerei! Spaß beiseite, welcher Kiffer wird hier nicht hellhörig, zumal ein Jahresgehalt von bis zu 36.000 US-Dollar im Raum steht? Dafür erhält man einmal im Monat ein fettes Paket mit Cannabisprodukten, die man nach Herzenslust austesten kann. Der „Arbeitsalltag“ besteht dann daraus, die ehrliche Meinung über das jeweilige Testobjekt sowohl in schriftlicher, als auch in Form eines Videoclips zu artikulieren und einzuschicken.

 

Na gut, wenn es weiter nichts ist, wo kann ich mich bewerben? Tja, und da steckt auch leider der Haken, denn es werden wie so oft nur Bewerber mit Wohnsitz in den USA und Kanada akzeptiert. Außerdem fällt beim Blick ins Kleingedruckte auf, dass sich ausgerechnet die Regelung des Gehalts etwas schwammig anhört und sich scheinbar nach der Anzahl der eigenen Social-Media-Follower richtet (speziell hervorgehoben werden die Netzwerke Facebook und Twitter).

 

Wer sich jetzt trotzdem bewerben will oder vielleicht jemanden kennt, der die richtigen Voraussetzungen mitbringt, der sollte noch die, etwas speziellen, Applikationsbedingungen beachten: neben einem regulären Lebenslauf und einem 60-sekündigen Video, das klarmacht, warum man die richtige Person für den Job ist, wird auch noch die Aufzählung von sechs Slang-Begriffen für Marihuana verlangt.

 

Hmm, ok, wie wäre es damit? Ganja, Ott, Mary Jane, Weed, Kraut und Kaya. Also, wann kann ich anfangen? ich zieh auch sofort in die USA...

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt.“

Dieser mittlerweile zur gebräuchlichen Redewendung avancierte Spruch aus dem Filmklassiker Forrest Gump trifft gerade in der Weihnachtszeit voll ins Schwarze. Denn was wäre die besinnliche Adventszeit ohne einen schönen Adventskalender, der ja bekanntlich nicht weniger als 24 Überraschungen beinhaltet?

 

Wobei man sich im Fall des Glymmy-Adventskalenders zumindest auf zwei Dinge verlassen kann. Erstens haben alle 24 Geschenke etwas mit Cannabis zu tun und zweitens kann man sicher sein, hinter jedem Türchen ein hochwertiges Premium-Produkt zu finden, das mit großer Sorgfalt vom Glymmy-Team ausgewählt wurde.

 


Einige der verwendeten Produkte wurden sogar in speziellen Kooperationen eigens für den Glymmy-Adventskalender kreiert und hergestellt. So bietet er auch für alte Hasen der Szene und Besitzer des im letzten Jahr erschienenen Kalenders einen hohen Neuigkeits- und Wiederkaufwert. Außerdem kann das in Anlehnung an den guten alten Weihnachtspullover ansprechend gestaltete Stück mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis punkten: die enthaltenen Produkte haben nach Angaben des Herstellers einen höheren Wert, doch der Glymmy wechselt schon für schlappe 99 Euro den Besitzer. Auf den Bildern bekommt ihr schon mal einen kleinen Einblick, was euch erwartet, aber natürlich zeigen wir hier bei Weitem nicht alles, um niemandem die Überraschung zu verderben. Denn wie gesagt, man weiß eben nie, was man bekommt und das soll ja auch so sein! Es würde uns allerdings schwer überraschen, wenn nicht zum Beispiel auch ein paar hochdosierte CBD-Kristalle und ein schönes CBD-Öl enthalten wären...

 


Grob lässt sich der geheimnisumwobene Inhalt des in limitierter Auflage hergestellten Kalenders in zwei Kategorien aufteilen: Premium-Headshopartikel sowie Kosmetik-Produkte. Der zusätzliche Hinweis auf „Dinge, die du noch nie gesehen hast“, verursacht natürlich besonderes Kopfkino. Was da wohl noch alles auf den geneigten Cannabisfreund wartet? Selbst Forrest Gump höchstpersönlich dürfte bei einer solchen Ankündigung hibbelig werden.

 


Der Versand ist übrigens kostenlos beziehungsweise im Preis inbegriffen und eine diskrete Bezahlung und Lieferung in einer unauffälligen Verpackung wird garantiert. Diskretion steht hier ganz klar an erster Stelle. Ebenfalls garantiert wird, und das ist bei einem Adventskalender selbstverständlich besonders wichtig, eine Lieferung bis zum 1. Dezember (vorausgesetzt, die Bestellung erfolgt bis spätestens zum 28. November). Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis für Sparfüchse: zum Black Friday gibt es satte 20 Prozent auf den Glymmy-Kalender.

Anlässlich ihrer 10. Konferenz über Cannabis und Cannabinoide in der Medizin vom 31. Oktober bis 2. November 2019 in Berlin, an der rund 460 Personen aus 35 Ländern teilnahmen, hielt die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM) ihre Mitgliederversammlung ab. Bonni Goldstein (USA), Debra Kimless (USA), Francisco Guimaraes (Brasilien) und Daniele Piomelli (USA) wurden erstmals in den Vorstand gewählt. Roger Pertwee (Großbritannien) Manuel Guzman (Spanien), Ilya Reznik (Israel), Raquel Peyraube (Uruguay), Kirsten Mueller-Vahl (Deutschland) und Franjo Grotenhermen (Deutschland) wurden wiedergewählt. Dr. Kirsten Müller-Vahl, Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover, wurde zur 1. Vorsitzenden gewählt. Dr. Manuel Guzman, Professor an der Complutense Universität von Madrid, Spanien, wurde zum zweiten Vorsitzenden gewählt.
 
 
 
Die Satzung wurde geändert und neue Organe der IACM, der Patient Council und der Professional Council, eingeführt. Die neue Satzung für den IACM Patient Council lautet: „Der IACM Patient Council besteht aus Patienten, Pflegepersonal von Patienten und Nominierten von IACM-Partnerorganisationen, die die Arbeit der IACM unterstützen wollen. Die Anzahl der Mitglieder kann durch den Vorstand begrenzt werden. Die Mitglieder beraten den Vorstand in Patientenfragen. Mitglieder des IACM Patient Council können ihre eigenen Aktivitäten im Rahmen der IACM und ihrer Konferenzen organisieren.“ Die neue Satzung für den IACM Professional Council lautet: „Der IACM Professional Council besteht aus ordentlichen Mitgliedern (Wissenschaftler, Ärzte, etc.), die die Arbeit des Vorstands unterstützen wollen. Die Mitglieder werden vom IACM-Vorstand ausgewählt. Die Mitglieder beraten den Vorstand in wissenschaftlichen und Weiterbildungsfragen. Mitglieder des IACM Professional Council können zur Teilnahme an IACM-Ausschüssen und anderen IACM-Aktivitäten eingeladen werden.“
 
Eine neue Cannabis-Meinungsumfrage des Pew Research Centers unter US-Amerikanern ergab eine neue Rekordunterstützung für die landesweite Legalisierung von Marihuana: Zwei Drittel der amerikanischen Erwachsenen sind inzwischen der Meinung, dass Cannabis bundesweit vollständig legalisiert werden sollte. Stolze 67 Prozent der Amerikaner sind nun bereit für eine Legalisierung - noch einmal fünf Prozent mehr als noch vor einem Jahr und somit erstmals mehr als zwei Drittel der Gesamtbevölkerung.
 
 
 
Unter den in diesem Jahrtausend geborenen, waren gleich 76 Prozent dafür. Die geringste Zustimmung wurde von Personen über 74 Jahren geteilt, dort waren lediglich 32 Prozent für eine Freigabe. Deutliche Unterschiede waren auch auszumachen, wenn man auf die politische Ausrichtung der Befragten schaute. Anhänger der Demokraten sprachen sich zu stolzen 78 Prozent für eine landesweite Cannabislegalisierung aus, die Anhänger der Republikaner um Donald Trump wollen nur zu 55 Prozent eine Legalisierung.
 
 
 
Den persönlich interessiert das auch herzlich wenig, auf Bundesebene passiert nichts in diese Richtung. Sollte es mit der Amtsenthebung nichts mehr werden, bleibt wohl nur der Blick auf die Präsidentschaftswahlen im November 2020. Denn alle Hauptbewerber der Demokraten haben bereits ihre Unterstützung für eine vollständige und bundesweite Legalisierung zum Ausdruck gebracht. Somit stehen die Chancen für eine baldige, amerikaweite Legalisierung nicht schlecht.

Der Gründer des weltberühmten „Cirque du Soleil“, Guy Laliberté, wurde Presseangaben zufolge in Französisch-Polyniesien von der Polizei festgenommen. Der Grund: Cannabisanbau in „beträchtlichem“ Ausmaß. Denn wie es sich für einen Milliardär gehört, fand der Anbau nicht etwa im heimischen Schuppen oder im Growzelt statt, sondern auf der eigenen Privatinsel.

 

Das Atoll mit dem Namen Nukutepipi umfasst eine Fläche von 0,6 Quadratkilometern und ist mitten im Pazifischen Ozean gelegen. Der 60-Jährige kaufte sich das ausgesprochen idyllische Stück Land im Jahr 2007. Seitdem vermietet er es für knapp 200.000 Dollar pro Woche an gut betuchte Erholungssuchende und nutzt offenbar einen Teil der Fläche zum Anbau von medizinischem Cannabis, das ausschließlich für „streng persönliche“ Zwecke bestimmt gewesen sei (so das offizielle Statement). Ganze elf Gärtner sollen sich um die Outdoor-Anlage gekümmert haben, von daher ist davon auszugehen, dass der Kanadier ziemlich ausgeprägte Ansprüche an seinen persönlichen Bedarf stellt.

 

Aber auch wenn mit der Cannabisgesetzgebung von Französisch-Polynesien eigentlich nicht zu spaßen ist (es gelten die rigiden französischen Gesetze), kann man davon ausgehen, dass der Beschuldigte aufgrund seiner Beziehungen und seiner finanziellen Möglichkeiten (glücklicherweise) mit einer verhältnismäßig milden Strafe davonkommen wird.