Highway

Marihuana rauchen macht friedlich und freundlich. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Weed rauchende Menschen mit gutem Einkommen spenden mit Sicherheit auch zumindest nicht weniger als Menschen, die kein Marihuana konsumieren.

 

Aber die folgende Geschichte, ist doch recht merkwürdig: Als Mitarbeiter einer Sozialeinrichtung im amerikanischen Bundeststaat Washington am Montag die eingegangen Sachspenden der letzten Zeit durchgingen, machten sie einen interessanten Fund. Jemand hatte eine Kühlbox abgegeben, in der sich 1,7 Kilo Marihuana befanden.

 

Wie SWR3 berichtete, riefen die Mitarbeiter der Organisation „Goodwill“ umgehend die Polizei, die das Marihuana an sich nahm und nun nach dem netten Spender sucht. Dieser sollte sich aber tunlichst nicht bei ihnen melden – denn mehr als 28 Gramm Marihuana sind für eine Einzelperson auch in Washington nicht erlaubt.

Wären wir kein Cannabismagazin, würden wir jetzt zu naheliegenden Einleitungen greifen, etwa das Kiffen vergesslich mache oder dergleichen. Aber wer hat noch nicht seine Mütze, sein Handy oder den Koffer mit sämtlichen Bankunterlagen mal irgendwo liegen lassen?

 

Dennoch sollte man nicht für möglich halten, was aller Wahrscheinlichkeit nach einem 30-jährigen Österreicher passiert ist (auch wenn er dies gegenüber den Behörden abstreitet): Bereits im Oktober vergangenen Jahres vergaß jemand (vermutlich der 30-jährige Student) in einem Zug der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) eine Tasche mit einem Inhalt von mehr als zwei Kilogramm Marihuana, wie „heute.at“ berichtet.

 

Und was macht man dann später, wenn einem dieses Mißgeschick aufgefallen ist? Na klar: Man ruft seinen Kollegen an – in diesem Fall den 32-jährigen Tomas J. –, ob dieser nicht mal bei den ÖBB nach einer verlorenen Tasche fragen könnte.

 

Die war aber natürlich schon längst von der Polizei geöffnet worden.

 

Ergebnis: Anzeige gegen Tomas J. Doch dieser schob alles auf den 30-jährigen Studenten. Dieser habe ihn gebeten, sich nach der Tasche zu erkundigen. Also Freispruch für Tomas J. und Anklage gegen den 30-Jährigen. Doch auch dieser wird vor Gericht freigesprochen – keine Beweise.

 

Und wenn sie nicht gestorben sind (zum Beispiel an Hasch-Kuchen), dann leben sie noch heute.

Frau in Bremen isst Hasch-Kuchen und tötet danach 420 Babys mit ihrer angespitzten Hasch-Pfeife! Noch gar nichts von gehört? Ist nicht schlimm – wir denken uns jetzt einfach unsere eigenen News aus. Machen alle anderen Zeitungen ja auch, wenn es um Cannabis geht...

 

Was ist das für eine Welt, in der wir leben? Schon als Jugendlichen wird uns, sofern wir Cannabiskonsumenten sind, noch früher als anderen Menschen klar, dass der Staat uns Lügen erzählt (vor allem, wenn es um Cannabis geht).

 

Dies führt dazu, dass wir der Polizei nicht mehr vertrauen können, denn sie jagt uns, obwohl wir überhaupt nichts gemacht haben – außer eine Pflanze zu inhalieren. Mit unseren Ärzten können wir in der Regel nicht über unseren Cannabiskonsum sprechen, dabei wäre dies in Einzelfällen sogar besonders wichtig.

 

Und dann gibt es da noch die Journalisten – diejenigen, die eigentlich eine Kontrollfunktion des Staats darstellen sollten. Aber diese käuen auch im Jahr 2017 noch die alten Cannabislügen wieder, als wären sie total verblödet.

 

Seit gestern geht die schöne Nachricht rum, ein Flüchtling habe zwei Frauen mit – Tusch! – einem Cannabiskuchen vergiftet. Und zwar so, dass eine von beiden nun in Lebensgefahr schwebt.

 

Muss ja ziemlich heftiges Cannabis gewesen sein. Das erste Cannabis auf dieser Erde, das Menschen in Lebensgefahr bringt. Interessant, dass die letzten 5.000 Jahre noch niemand von so einem Cannabis wusste.

 

Nun scheint ein minderjähriger Flüchtling in Bremen endlich eine tödliche Version von Cannabis entwickelt zu haben. Schwups in einen Kuchen damit und zwei seiner Betreuerinnen vergiftet. So oder so ähnlich behaupten es diese Woche zumindest unter anderem Bild, Stern, Hannoversche Allgemeine, B.Z. Berlin, Die Welt, Nordwest-Zeitung, Spiegel, FAZ, Sächsische Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung, Kölner Stadt-Anzeiger, Tiroler Tageszeitung, Hildesheimer Allgemeine und Focus.

 

Jetzt liegt eine 25-Jährige im Sterben und die Medien dieses Landes wollen uns erzählen, Cannabis sei daran Schuld. Eine Droge, an der noch nie jemand gestorben ist. Was auch durch den Umkehrschluss bereits unendlich oft nachgewiesen wurde.

 

Auch wenn es unwahrscheinlich ist: Dass in dem Kuchen eventuell wirklich nur Cannabis und nicht noch allerhand anderes gewesen ist, mag sein. Dann war das Cannabis aber mit extremsten Giften gestreckt, sodass man den dazugehörigen Dealer direkt mit einer Mordanklage versorgen sollte.

 

Und die Bundesregierung gleich dazu: denn mit legalem Gras würde so etwas niemals passieren.

 

Dann lieber einen Wodka trinken. Aber nicht mehr als eine halbe Flasche! Denn: „Ein Joint wirkt wie eine halbe Flasche Wodka“, behauptet die Kölnische Rundschau. Im Jahr 2017. Lächerlich.

Das alte Problem: Da man Kiffer nicht wie früher in den USA jahrelang wegsperren kann, sucht man sich in Deutschland eine Alternativstrafe zu den gerade noch verschmerzbaren Geldstrafen für erwachsene Cannabiskonsumenten. Und das sieht dann so aus: Führerschein weg. Und im schlimmsten Fall wird damit ein (berufliches) Leben zerstört.

 

Wer mit Marihuana oder Haschisch im Blut erwischt wird, muss seinen Führerschein in der Regel auch abgeben, wenn der Cannabiskonsum tagelang zurückliegt und eine Rauschwirkung schon lange abgeklungen ist. Aber Hauptsache mit drei frisch getrunkenen Bier im Kopf darf man noch legal durchs Land fahren.

 

Dass der aktuell gültige Grenzwert von 1 Nanogramm (ng) THC pro Milliliter Blut eigentlich bedeutet, dass man nüchtern ist, wird von der deutschen Politik ignoriert. Heftig ignoriert: 2015 empfahl eine sogenannte Grenzwertkommission einen Wert von 3 Nanogramm. Diese Kommission wurde von der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin und der Gesellschaft für Forensische und Toxikologische Chemie gegründet.

 

Drei Autofahrer, deren Führerscheine bei Grenzwerten von 1,1 bis 1,9 Nanogramm eingezogen wurden, klagten daher vor Gericht. Doch wie auch die fünf Kläger, die im Januar 2016 vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen scheiterten (wir berichteten), hatten sie keinen Erfolg.

 

Denn auch das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat nun ebenfalls die Expertenmeinungen ignoriert und ohne jegliche Beweise behauptet, mit mehr als 1 Nanogramm THC im Blut sei kein sicheres Autofahren möglich.

 

Weltfremd, ignorant, unverschämt.

Dass die Umsetzung des neuen Cannabis-Medizin-Gesetzes holprig werden würde, war klar. Immerhin ist es jetzt geltendes Recht, allerdings nehmen sich derzeit auch viele Apotheker nur zu gerne das Recht raus, einen Aufschlag von 100 Prozent auf die Cannabis-Medizin aufzuschlagen.

 

Somit kostet das Cannabis für Selbstzahler nun doppelt so viel, wie die Besitzer von Ausnahmegenehmigungen bisher zahlen mussten. Das ist für Patienten mit Privatrezept äußerst ärgerlich – zumal es auf der Straße nicht einmal die Hälfte kostet –, aber auch Patienten mit Kassenübernahme müssen in Vorkasse treten.

 

Und auch die Krankenkassen selbst sind bereits nach fünf Tagen gegen das neue Cannabis-Gesetz Sturm gelaufen und möchten die Kosten nicht übernehmen. Da hilft ein von heute auf morgen verdoppelter Preis den potentiellen Cannabispatienten nur schwerlich bei der Argumentation gegenüber den Ärzten und Krankenkassen.

 

Hintergrund ist, dass die Apotheker angehalten oder zumindest oft der Meinung sind, dass das den Kunden zur Verfügung gestellte Cannabis zuvor gemahlen werden muss. Und wir reden hier von teilweise zu unkenntlichem Pulver zermahlenem Cannabis. Das möchte sowieso praktisch kein Konsument – Schimmel, Minisamen, sonstige Substanzen sind nicht mehr als Fremdkörper zu erkennen, eventuell bleiben Cannabinoide in der Apotheken-Mühle zurück und die Dosierung wird erschwert, anstatt wie behauptet vereinfacht.

 

Außerdem: Wenn die Apotheken das Cannabis zermahlen, dürfen sie es als Rezepturarzneimittel abrechnen. Das bedeutet einen Preisaufschlag von 90 beziehungsweise 100 Prozent, den sich die Apotheke einstecken darf. Werden die Blüten im Ganzen abgegeben, fällt nur ein kleine Zuzahlung von etwa 10 Euro pro 5 Gramm an.

 

Dr. Franjo Grotenhermen, dem wir das aktuelle Gesetz zu Cannabis als Medizin zu einem ordentlichen Anteil zu verdanken haben, kämpft nun gegen die Apotheken, die Cannabis als Rezepturarzneimittel abgeben wollen.

 

Bei „Apotheke Adhoc“ rechnet er vor: „Werden 5 Gramm Cannabisblüten als Fertigarzneimittel behandelt, so kosten diese den Patienten 68,61 Euro, und der Apotheker verdient etwa 10 Euro. Werden die Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel behandelt, so kann der Apotheker auf den Einkaufspreis 100 Prozent aufschlagen, sodass der Abgabepreis bei 113,31 Euro liegen würde, und der Apotheker fast 50 Euro verdient.“

 

Auch sind die Kosten für das Cannabis aus der Apotheke laut Grotenhermen ein wichtiger Faktor bei der Frage, ob ein Arzt das Medikament überhaupt verschreibe.

 

Nicht zuletzt deswegen sollten alle Betroffenen unbedingt ihren behandelnden Arzt darauf hinweisen, dass er auf ihrem Rezept notiert, dass die Blüten nicht von der Apotheke zermahlen werden sollen.

 

Dr. Franjo Grotenhermen fordert alle Cannabispatienten auf, Apotheken zu melden, die Cannabisblüten als Fertigarzneimittel berechnen. So soll eine Liste mit kundenfreundlichen Apotheken auf seiner Website angelegt werden.

 

Wir wollen dafür sorgen, dass Apotheken, die den Patienten gute Preise machen, die wahren Profiteure sein werden“, erklärt Grotenhermen gegenüber „Apotheke Adhoc“. Denn die Gründe für den Preiszuschlag sind laut ihm klar: „Dabei geht es ganz offensichtlich im Wesentlichen darum, für die Apotheker, möglichst viel bei diesem Geschäft zulasten der oft nicht reichen Patienten und der Krankenkassen in die eigenen Taschen zu wirtschaften.“

Update: Diese Meldung, die auf die entsprechende Nachricht in der „Zeit“ zurückgeht, stellt sich – wie wir auch bereits in unserem Fazit haben anklingen lassen (siehe unten) – als in dieser Form unrichtig heraus. Für weitere diesbezügliche Informationen haben wir ein entsprechendes Video vom Deutschen Hanfverband unter den Artikel gestellt.

 

Cannabis auf Rezept: Seit fünf Tagen ist dies die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland. Doch die Widerstände häufen sich nicht nur auf Seiten der oft schlecht informierten und uninteressierten Ärzte, nein: Auch die Krankenkassen wollen nun die Kosten für Cannabis nicht übernehmen, obwohl sie jetzt gesetzlich dazu verpflichtet sind.

 

Man hat es einfach nicht leicht als Cannabiskonsument. Der größte Teil der Herrschenden dieser Welt kaut seit Jahren nur längst widerlegte Lügen über eine Jahrtausende alte Heilpflanze wieder, während Alkohol, Tabak und Pillen legal verkauft und beworben werden dürfen. Noch schlimmer geht es da den Cannabispatienten, die auf Cannabis als Medikament angewiesen sind, oftmals in Form getrockneter Blüten, Marihuana.

 

Denn diesen wurden (bis auf ein paar Ausnahmen) in Deutschland (und in vielen anderen Ländern natürlich auch) ihr Medikament vorenthalten und wenn nicht, dann mussten sie es selbst zahlen. Wie wir berichteten, existiert das neue, seit diesem Monat gültige Gesetz mehr oder weniger aufgrund der Tatsache, dass Patienten erfolgreich einen Selbstanbau von Cannabis letztinstanzlich eingeklagt haben.

 

Durch das neue Medizin-Gesetz werden ihnen die Anbau-Lizenzen nun wieder entzogen, da die Rechtfertigung für diese auf dem zu teuren, selbst zu bezahlenden Medikament (Cannabis) beruhte. Und die Krankenkassen sind nun eigentlich verpflichtet in solchen schweren Fällen, die Kosten von Cannabis bzw. Marihuana zu übernehmen.

 

Aber die Krankenkassen wollen nicht. Wie soeben von der „Zeit“ gemeldet wurde, möchten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Cannabistherapien nicht übernehmen. Ein Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung sagte: „Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt der Nachweis der Wirksamkeit.“

 

Die Krankenkassen setzen nun auf die von der Bundesopiumstelle in Auftrag gegebene Studie, durch die Cannabis und Cannabiswirkungen weiter untersucht werden sollen. Auf Basis dieser Studie – als gäbe es keine anderen – soll sich dann in einigen Jahren zeigen, „ob die Cannabistherapie dauerhaft zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehört“.

 

Was bedeutet dies nun konkret? Das wird sich zeigen. Nach fünf Tagen zeichnet sich aber bislang ab, dass weder Krankenkassen noch die meisten Ärzte oder Apotheker besonders große Lust auf oder auch nur ein Interesse an Cannabis als Medizin haben.

Cannabis ist in Kanada eigentlich per se kein großes Ding: Medizinisches Marihuana ist dort recht weit verbreitet und in kaum einem anderen Land haben Marihuana und Haschisch einen solch großen Rückhalt bei der Bevölkerung – 70 Prozent der Kanadier sind für die Legalisierung von Cannabis.

 

Und so war es auch keine große Kunst für Justin Trudeau, Vorsitzenden der Libertären Partei, mit dem Wahlkampfversprechen, Cannabis zu legalisieren, auf Stimmenfang zu gehen. Und so ist er seit November 2015 Premierminister Kanadas. Von seinem Versprechen aber, die Cannabislegalisierung bis 2017 umgesetzt zu haben, scheint er weit entfernt zu sein.

 

Ja, im Gegenteil: Zu dem Thema gab es seit weit über einem Jahr praktisch nichts Neues mehr zu vermelden. Dies wollte das weltberühmte Aktivistenpärchen Marc und Jodie Emery, die auch das kanadische Magazin „Cannabis Culture“ herausgeben, nicht hinnehmen und daher eröffneten sie in den letzten Wochen einige Cannabis-Shops unter dem Markennamen Cannabis Culture. Dort wurde feinstes Gras zu moderaten Preisen bei bester Beratung für alle Volljährigen angeboten.

 

Denn versprochen ist versprochen, nicht wahr? Und schließlich haben wir inzwischen 2017, auch wenn Cannabis in Kanada immer noch nicht legalisiert wurde. Doch anstatt dass sich die kanadische Regierung dank dieser freundlichen Erinnerung darum bemühen würde, die Cannabislegalisierung nun endlich voranzutreiben, ließ sie die Cannabis-Shops der Emerys durch die Polizei schließen und die beiden verhaften.

 

Jodie Emery teilte „CBC News“ mit, dass sie von der Polizei schikaniert wurde, sich nackt auszuziehen. Zudem wurde ihr gegen ihren Willen Blut abgenommen. Marc Emery dürfte das Ganze einen Tick entspannter angegangen sein, schließlich war dies bereits seine 30. Verhaftung. Der Marihuana-Aktivist wurde zuletzt erst im Dezember 2016, kurz nach der Eröffnung des ersten Cannabis-Culture-Shops, mit 18 Kilogramm Cannabis festgenommen.

 

Besonders bekannt ist Marc Emery Ende der 2000er-Jahre geworden, als er von der kanadischen Regierung an die USA ausgeliefert wurde, da er mit Cannabissamen gehandelt und diese auch in die Vereinigten Staaten exportiert hatte. Nach fünf Jahren Gefängnis kehrte er 2014 nach Kanada und zu seiner Frau Jodie zurück.

 

Inzwischen sind die beiden auch nach der neuesten Verhaftung auf Kaution entlassen worden – theoretisch blühen ihnen allerdings lebenslange Haftstrafen für den Verkauf von Cannabis. Also genau die Art von Behandlung, gegen die sie schon ihr ganzes Leben durch friedlichen Protest kämpfen.

Jeder weiß es: Cannabis ist ein Milliardengeschäft. Ja sogar Cannabis, das nicht knallt, sorgt für Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Wie wir berichteten, gibt es seit Ende 2016 in der Schweiz legal Cannabis zu kaufen, das nur über äußerst geringe THC-Werte verfügt, dafür aber reich an Cannabidiol (CBD) ist. Dieser Wirkstoff wirkt nicht auf die Psyche, sodass man im Fall von kerngesunden Menschen von „wirkungslosem“ Gras sprechen kann.

 

Ganz stimmt dies aber natürlich auch nicht, denn auch CBD hat beachtliches (therapeutisches) Potential. Außerdem gibt es viel mehr Cannabiskonsumenten, die auch mal aus den verschiedensten Gründen Cannabis ohne THC konsumieren möchten, als man denkt. Und sei es nur, um es statt Tabak mit „herkömmlichen“ Marihuana zu mischen.

 

Diverse Shops, die sich auf den Vertrieb dieser Produkte spezialisiert haben, sprießen daher nun aus dem Boden. Auch gibt es in der Schweiz nun bereits verschiedenste Anbieter und Sorten von Cannabidiol-Cannabis. Und diese werden nach der Tabaksteuer besteuert – mit 25 Prozent. Dieser Satz wird auch für Feinschnitttabak angewandt, anderer Rauchtabak nur mit 12 Prozent.

 

Für das erste Verkaufsjahr rechnet die eidgenössische Zollverwaltung mit Verkäufen von CBD-Marihuana in Höhe von 100 Millionen Schweizer Franken (ca. 93 Millionen Euro) und dementsprechend mit Steuereinnahmen in Höhe von 25 Millionen Franken (ca. 23 Millionen Euro).

 

Seit November nimmt der Umsatz von legalem CBD-Cannabis in der Schweiz jeden Monat um 10 bis 30 Prozent zu, wie „20 Minuten“ berichtet. Wenn man bedenkt, dass Cannabidiol trotz des großen Interesses vermutlich nur etwa jeden zehnten Cannabiskonsumenten interessiert, kann man sich ganz leicht ausrechnen, wie viel Steuereinnahmen mit einer kompletten Legalisierung von jedwedem Cannabis zu machen wären:

 

Der amerikanische Bundesstaat Colorado, der weniger Einwohner als die Schweiz hat, erzielte im Jahr 2016 etwa 180 Millionen Dollar (ca. 168 Millionen Euro) mit den Einnahmen aus THC-haltigen Cannabisverkäufen.

 

Interner Link: Die wichtigsten Cannabinoide auf einen Blick