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Ein deutsches Gericht hat entgegen der Rechtslage einen 58-jährigen Mann freigesprochen, der für seinen Freund illegalerweise Cannabis angebaut hatte, um daraus Medizin herzustellen. Der Mann musste sich aktuell vor dem Amtsgericht Grimma verantworten. Sein ebenfalls 58-jähriger Mitbewohner und langjähriger Freund leidet seit Jahren unter einer bislang nicht genau zu diagnostizierenden Erkrankung, die bei ihm heftige Schmerzen verursacht.

 

Bereits vor zehn Jahren entdeckte er, dass Cannabis ihm dabei hilft, diese Symptome in den Griff zu bekommen. Jahrelang importierten die beiden daher Cannabis illegal nach Deutschland, um daraus eine Cannabispaste herzustellen – denn das Rauchen oder Vaporisieren ist körperlich zu anstrengend für den Erkrankten. Ohne eine Rauschwirkung zu veranlassen, half ihm diese Salbe bislang immer gut gegen die Schmerzen. Doch dafür war bis zu 5.000 Euro im Monat für illegales Cannabis notwendig – ein unhaltbarer Zustand.

 

Also beschloss der Gesunde, seinem kranken Freund zu helfen und für ihn Cannabis anzubauen, um so die horrenden Kosten zu regulieren. Doch 2016 kam es zu einer Hausdurchsuchung, da die Polizei Kundendaten eines Growshops einkassiert und durchforstet hatte.

 

So stand der Mann nun vor Gericht. Doch dieses ließ Gnade vor Recht ergehen und sprach den Mann frei: Ein Gutachter bestätigte den schlechten Gesundheitszustand des Freundes vor Gericht und legte glaubwürdig die Tragödie und die Hilflosigkeit der Medizin in diesem ganz konkreten Fall dar, sodass die Richterin keine Zweifel an der Notwendigkeit des Handelns sehen konnte, wie die „Sächsische Zeitung“ meldete. Da die Staatsanwaltschaft keine Rechtsmittel eingelegt hat, ist das Urteil inzwischen rechtskräftig. Dies ist in Deutschland ein absoluter Sonderfall.

 

„Ich bin zwar freigesprochen worden, kann deswegen aber noch lange nicht legal Cannabis anbauen“, sagte der Freigesprochene. Bei einem weiteres Gesetzesbruch würde die nächste Verhandlung vermutlich nicht so glimpflich ablaufen. Nun suchen die beiden nach einem Arzt, der Marihuana verschreibt...

Wenn der eigene Stash immer kleiner wird, obwohl man selbst gar nicht so viel gepafft hat, stellt sich natürlich die Frage, welche Naschkatze sich denn da heimlicherweise bedient.

 

Überträgt man diese Ausgangsituation auf die Asservatenkammer einer Polizeistation, ergibt sich natürlich erstens ein reges Interesse seitens Presse und Dienstaufsicht. So geschehen im argentinischen Pilar, einer Provinz bei Buenos-Aires. Im Zuge der Inventur im Rahmen der Übergabe einer Polizeistation entdeckte der zuständige Kommissar, dass eine nicht unbeträchtliche Menge Marihuana aus der Asservatenkammer verschwunden war. Die fehlende Menge belief sich auf handfeste 540 Kilogramm Weed. Während der sich entfaltenden Untersuchung des Falls gaben Experten zu bedenken, dass sich die fehlenden Kilos infolge eines Trocknungsprozesse quasi in Luft aufgelöst haben könnten. Andere Mitglieder der Untersuchungskommission halten diesen Hergang in Anbetracht der verschwundenen Menge an Cannabis für äußerst unwahrscheinlich.

 

Allerdings ist diese Theorie wohl immer noch wahrscheinlicher als die unglaubliche, von den Sprechern der betroffenen Polizeiwache tatsächlich im Ernst veröffentlichte Erklärung, dass Ratten das getrocknete Blütenmaterial verspeist hätten. Obwohl die Untersuchung weiter geführt wird, ist zu bezweifeln, dass der Fall jemals zu einer befriedigenden Aufklärung gebracht wird.

 

Update vom 12.4.2018: Es wurden mittlerweile acht der Polizisten entlassen, die behaupteten, dass Mäuse das Gras gefressen hätten. Des Weiteren haben Experten der Universität Buenos Aires erklärt, dass Mäuse die Drogen nicht mit Nahrung verwechseln würden und dass, wenn eine große Gruppe von Mäusen das Cannabis gefressen hätte, eine Menge Kadaver gefunden worden wären.

Ein interessantes Urteil des Amtsgerichts Radolfzell: eine 34-jährige Frau musste sich dort wegen vorsätzlicher Beihilfe zum Anbau von Cannabis verantworten. Ihr Freund, mit dem sie sich eine Wohnung teilt, hatte in ebendieser Wohnung drei Cannabispflanzen aufgezogen, Ertragswert: 64 Gramm.

 

Die Frau argumentierte vor Gericht, sie hätte zwar von den Pflanzen gewusst, aber absolut nichts damit zu tun gehabt, ja nicht einmal gekifft. Den Anbau und Konsum ihres Partners habe sie zwar toleriert, aber nie für gut befunden.

 

Aufgeflogen war der Anbau, da ein Polizeibeamter, der gelegentlich Verwandtschaft im selben Haus besuchte, die Pflanzen auf einem Balkon entdeckte. Für die Polizei war der Fall auch klar: gemeinsame Wohnung, gemeinsame Pflanzen. Das Amtsgericht sah dies aber erfreulicherweise anders, wie der „Südkurier“ berichtet:

 

„Weil durch die Aussage des Polizeibeamten und die des Lebensgefährten keine Beweise geliefert werden konnten, dass die Angeklagte tatsächlich bei der Pflege der Marihuana-Pflanzen geholfen hatte – also durch Topfen, Gießen oder andere pflegende oder unterstützende Handlungen – wurde die Angeklagte freigesprochen. Es sei lediglich eine Duldung des Anbaus von Marihuana gegeben. Dies reiche aber für eine Verurteilung wegen des Tatbestandes der Beihilfe zum Anbau von Marihuana nicht aus, hieß es bei der Verkündung des Urteils.“

Nach Hinweisen und mit einem ausgestelltem richterlichem Beschluss ausgestattet, drangen Polizeibeamte vergangenen Freitagmorgen in die Wohnung eines 63-jährigen Manns und seiner 66-jährigen Ehefrau in Moers ein. Dort fand sich neben verschiedenen Waffen auch eine Cannabis-Aufzucht im Keller. Des Weiteren war in der Wohnung über ein Kilo Marihuana, teilweise verkaufsbereit portioniert. Der Mann wurde verhaftet. Seine Ehefrau erschreckte sich laut „Rheinischer Post“ bei dem Einsatz so sehr, dass sie in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

 

Währenddessen wurde nach fast zweijähriger Verhandlung am Wieder Landgericht ein 61-jähriger Mann zu 15 Jahren Haft verurteilt, da er als führendes Mitglied einer kriminellen Organisation seit 2004 mehr als 500 Kilogramm Cannabisprodukte von Spanien nach Österreich geschmuggelt haben soll.

56 Personen wurden im Monat März im US-Bundesstaat Illinois mit rätselhaften Symptomen in die Krankenhäuser eingeliefert. Viele der Personen bluteten aus Augen, Ohren, hatten Blut im Urin und litten zudem an Zahnfleischbluten. Eine Person (die Welt berichtet gar von zweien) starb sogar an den Folgen ihrer inneren Blutungen.

 

Für die Ärzte ist die Ursache der schaurigen Blutungssymptome nach anfänglicher Ratlosigkeit mittlerweile klar: sie gehen davon aus, dass es sich um die Folgen des Konsums von synthetischen Cannabinoiden handelt. Alle 56 Personen, die die merkwürdigen Symptome aufwiesen, hatten angegeben, zuvor eben diese konsumiert zu haben. In neun Fällen konnte man im Körper der Betroffenen die hochgiftige chemische Verbindung Brodifacoum nachweisen, im Volksmund besser bekannt als Rattengift. Der Stoff behindert die Bildung von Vitamin K im Körper, das eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielt. Das Illinois Departement of Public Health (IDPH) fand tatsächlich in mindestens drei Fällen Brodifacoum in synthetischen Cannabinoiden.

 

Synthetische Cannabinoide sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Todesfälle, sind in den USA aber nach wie vor frei verkäuflich.

Neues vom Paten von Gerresheim! Bei dem ungewöhnlichen Spitznamen klingelt vielleicht bei dem ein oder anderen etwas: 2016 stand der inzwischen 80-jährige Pate von Gerresheim, mit richtigem Namen Leonardo L., bereits vor dem Düsseldorfer Landgericht (wir berichteten).

 

Vorgeworfen wurden dem Mann der Betrieb einer riesigen Cannabisplantage (etwa 3200 Pflanzen), die von sklavenähnlich gehaltenen Erntehelfer aus Vietnam gepflegt wurde. In den Räumlichkeiten in einem alten Hochbunker stellte die Polizei außerdem 160 Kilo erntereifes sowie 60 Kilo verkaufsfertiges Cannabis sicher. Es handelte sich um eine der größten Cannabisanlagen, die je in NRW entdeckt wurde. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Angeklagten und dessen Krebserkrankung wurde das Strafverfahren nichtsdestotrotz aus humanitären Gründen bis auf Weiteres eingestellt.

 

Ein Stromanbieter gibt sich damit allerdings nicht zufrieden und strengt nun eine eigene Klage gegen den Paten wegen Stromdiebstahls an. Denn der exorbitante Stromhunger der Plantage (170 600-Watt-Lampen beleuchteten die Pflanzen) wurde mit illegal abgezapftem Strom befriedigt. Insgesamt 64.562,73 Euro fordert das Unternehmen nun von Leonardo L. zurück.

Der Cannabisverkauf ist zwar tendenziell eher eine Männerdomäne, doch dieser spektakuläre Fall aus Burgenland zeigt, dass es auch anders geht. Durch Hinweise gelangte die Polizei auf die Spur einer Cannabishändlerin, einer erst 16-jährigen Handelsschülerin aus Eisenstadt. Stilecht gelang der Polizei der Zugriff im Klassenzimmer (!), wo das Mädchen mit etwa fünf Gramm Cannabis, einer Feinwaage und 1.400 Euro in kleinen Scheinen dingfest gemacht wurde. Ein aufgegriffener Kunde hatte die Gesetzeshüter auf die Spur der Heranwachsenden gebracht.



In ihrem Kinderzimmer fand man dann doch tatsächlich eine Abnehmerliste mit mehr als 50 Kunden, alle zwischen 16 und 20 Jahre alt, weitere Drogen und dazugehöriges Verpackungsmaterial. Mit dem Verkauf von Cannabis, Amphetaminen und Ecstasy soll die junge Frau im Sommer 2017 rund 200.000 Euro verdient haben. Besonders pikant macht den Fall aber eine brisante Entdeckung am Rande: auf der beschlagnahmten Kundenliste fanden sich Angaben zufolge auch die Namen von Kindern bekannter österreichischer Politiker. Wer weiß, vielleicht wird dieser Fall noch größere Kreise ziehen als auf den ersten Blick vermutet

Update vom 2.4.: Viele haben es schon geahnt... April, April!

 

Glück im Unglück – oder doch eher Unglück im Glück? Ein Cannabis-Grower im beschaulichen Rodaun bei Wien erlebte etwas, was vermutlich noch nicht vielen vor ihm passiert ist: er sperrte sich versehentlich in seinem selbst gebauten Grow-Schrank ein – und das für über zwei Monate und drei Wochen.

 

Was sich im ersten Moment wie ein großer Spaß anhört, war tatsächlich ein großer Schock: „Nach zwei, drei Tagen bekam ich Todesangst. Aber schon nach einer Woche war mir nur noch langweilig – ab der Blütephase gab es dann auch zwölf Stunden am Tag Dunkelheit, einfach nur ätzend“, so der 43-jährige Grower Kai W.

 

Eigentlich wird die Anlage komplett automatisch betrieben, Grower Kai wollte sich nur an seinen jungen Pflanzen ergötzen, die er kurz zuvor eingesetzt hatte. Eigentlich ist er auf seinen Grow-Schrank Marke Eigenbau immer ziemlich stolz gewesen, doch die Türen mit den magnetischen Verschlüssen erwiesen sich im Nachhinein als reichlich schlechte Idee.

 

Als diese zufielen, begann Kais Leben mit den Pflanzen. Und die große Langeweile. Denn mit im Grow-Schrank hatte er nur Ed Rosenthals „Marijuana Grower’s Handbook“, zwei Tafeln Ritter Sport und ein paar Gramm Gras. „Feuer hatte ich in der Tasche, aber keine Papers. So musste ich das gute Grow-Buch Stück für Stück zum Joint-Rauchen nehmen – und natürlich auch noch für etwas anderes...“

 

Die Versorgung mit Trinkwasser war immerhin sichergestellt: „Aber ich konnte nur alle sechs Stunden trinken, wenn die Bewässerung einsetzte. Gott sei Dank dünge ich direkt die Erde und nicht über das Wasser.“ Die Schokolade teilte er sich von Anfang an sehr gut ein: „Ach das war kein Problem, ich war noch nie ein großer Esser.“

 

Aber das Gras reichte nicht so lange: „In der Blütephase habe ich dann immer Stück für Stück die Blüten schon abgebrochen und stundenlang unter die Lampen gehalten, damit sie ein bisschen trocknen. So konnte ich immer ein bisschen kiffen.“

 

Seine Ehefrau hatte Kai W. als vermisst gemeldet: „Dass er die ganze Zeit in der Wohnung war! In diesem Schrank da! Das konnte doch keiner ahnen. Ich wusste ja auch gar nicht wofür der Schrank gut war.“

 

Kais Pech, dass der Grow-Schrank komplett schallisoliert war – so konnte er sich nicht bemerkbar machen. Entdeckt wurde er schließlich, als die Polizei noch einmal zur Befragung der Ehefrau in der Wohnung war und dabei den Grow-Schrank entdeckte und fragte, ob sie einen Blick hinein werfen dürfe. Die nur von außen zu öffnenden Türen befreiten endlich den armen Grower – fast drei Monate waren seitdem vergangen.

 

Deutlich unterernährt und schwer genervt wurde Kai W. zunächst in ein Krankenhaus gebracht, das er aber nach einer Untersuchung gleich wieder verlassen durfte. Eine Anzeige von der Polizei muss er auch nicht befürchten: alle Blüten hatte er aufgeraucht, Blätter und Zweige in seiner Verzweiflung aufgegessen.

 

James Franco sicherte sich bereits die Filmrechte an dieser Geschichte und kündigte bereits an, den unglückseligen Grower in einer möglichen Verfilmung selbst spielen zu wollen.