Highway

Es geht nur in eine Richtung – und zwar bergauf! Das trifft zumindest auf die Entwicklung der durch legale Cannabisverkäufe erwirtschafteten Steuereinnahmen im US-Bundesstaat Colorado zu. Seit 2014 wurden Cannabisprodukte im Wert von 5,7 Milliarden Dollar verkauft, allein im Jahr 2018 beliefen sich die Verkäufe auf gut 1,5 Milliarden Dollar. Das entspricht Steuereinnahmen von 266,5 Millionen Dollar für das vergangene Jahr (gegenüber rund 247 Millionen im Jahr 2017).

 

Expertenschätzungen zufolge könnte sich die Größe des legalen Cannabismarkts in den USA bis 2025 auf 25 Milliarden Dollar ausweiten. Diese Entwicklungen haben natürlich auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: stolze 300.000 neue Arbeitsplätze könnten bis 2020 in den USA in der legalen Cannabisbranche entstehen.

 

Doch nicht nur aus Colorado, dem ersten Legalisierungs-Staat erreichen uns erfreuliche Zahlen: allein in Kalifornien entstanden innerhalb eines einzigen Jahres etwa 80.000 neue Cannabis-Jobs. Es bleibt zu hoffen, dass diese erfreulichen Trends durch die landesweite Legalisierung von Nutzhanf durch die „Farm Bill 2018“ in Zukunft noch weiter angefeuert werden.

In Bayern nimmt die Cannabis-Repression bekanntlich oft absurde Formen an. Da muss man für das Rauchen eines Joints schon mal knapp 10.000 Euro latzen oder bekommt wegen des Verkaufs von Marihuana hinterrücks einen Kopfschuss verpasst. Naja, wo gehobelt wird, da fallen eben Späne und Gesetz ist und bleibt schließlich Gesetz, oder?

 

Das bekam jetzt auch ein 23-jähriger junger Mann aus Kempten zu spüren. Glücklicherweise ging die Sache für ihn im Vergleich zu oben genannten Beispielen eher glimpflich aus. Polizeibeamte, die eigentlich bloß zu Ermittlungen in einem Mehrfamilienhaus gerufen worden waren, nahmen vor der Wohnung des unbeteiligten jungen Mannes Marihuana-Geruch wahr. OMG! Der Mieter öffnete bereitwillig die Tür und gab an, kein Cannabis zu besitzen. Die Reste des Joints, den bis gerade noch genüsslich geraucht hatte, hatte er aus Angst einfach aufgegessen (kann man so machen, aber wieso dann der Polizei davon erzählen?) und ansonsten befänden sich keinerlei illegale Substanzen in seiner Wohnung. Die Beamten, die sogleich die gesamte Wohnung auf den Kopf stellten, mussten dem jungen Mann schließlich recht geben: sie hatten bei der Durchsuchung rein gar nichts gefunden.

 

Den 23-Jährigen erwartet nun nichtsdestotrotz ein kostenaufwändiges Strafverfahren. Und das für einen quasi nicht existenten Joint, dessen Reste höchstwahrscheinlich längst irgendwo in der Kemptener Kanalisation versickert sind

Was für ein Schreck! Da hat man nichts weiter vor, als in Ruhe etwas rauchen und ein wenig zu entspannen und dann sowas: ein Stoner (einige Medien berichten von einer Frau, andere von von einer Gruppe von Kiffern, die Überzahl aber spricht von einer Einzelperson) aus Houston, Texas, hatte sich in ein Abrisshaus geschlichen, um in Ruhe etwas Weed zu rauchen.

 

Und während sich der Autor an dieser Stelle fragt, ob so ein verlassenes und verfallenes Haus wirklich so eine tolle Umgebung ist, um in aller Ruhe einen durchzuziehen, ist in der Realität alles noch viel schlimmer: denn im Inneren des Hauses wird der neugierige Cannabisfreund doch tatsächlich von einem ausgewachsenen Tiger erschreckt. Ihr habt richtig gelesen, Tiger.

 

Die etwa 150 Kilogramm schwere Raubkatze war in einem viel zu kleinen Käfig eingesperrt, aber offenbar gut im Futter. Neben dem Käfig befanden sich außerdem einige Rationen abgepackten Fleischs. Der erstaunte Eindringling behielt die Ruhe und tätigte einen anonymen Notruf. Die Polizei, die zunächst von einem Streich oder von drogeninduzierten Halluzinationen ausging, ließ das Tier unter großem Andrang von Schaulustigen umgehend in einer Aufnahmestation unterbringen.

Ach ja, es ist mal wieder soweit, eine neue Cannabis-Studie wird veröffentlicht. Kaum eine Woche, die vergeht, ohne dass irgendwelche Wissenschaftler meinen, herausgefunden zu haben, dass einem vom Kiffen ein drittes Nasenloch wächst oder eine siebte Brustwarze.

 

Im Ernst, der Aussagegehalt vieler moderner Studien (und das betrifft bei Weitem nicht nur Kiffer-Studien) ist ja zumindest fragwürdig: winzige Probandenzahlen, vermeintliche Kausalzusammenhänge, leere Korrelationen etc. – zu oft hat man den Eindruck, dass das Studienergebnis an die Wünsche der Finanziers angepasst wird. Nicht selten fallen die durch Studien erlangten „Kenntnisse“ dann zu Ungunsten von Cannabskonsumenten aus. Doch mit dem weltweiten Erstarken der Legalisierungsbewegung werden nun auch vermehrt cannabisfreundliche Studien veröffentlicht. Das muss natürlich nicht heißen, dass automatisch mehr Wahrheit drin steckt, aber das interessiert die Gegenseite ja auch nicht.

 

Die aktuelle Untersuchung, um die es nun gehen soll, beschäftigt sich einmal mehr mit dem Zusammenhang von Cannabiskonsum und Spermienanzahl. Und zur Überraschung aller entspricht das Ergebnis so gar nicht dem gängigen Mainstream, nach dem Kiffen die männliche Fruchtbarkeit bedrohe. Auch die Ärzte und Gesundheitsforscher der Harvard School of Public Health und des Massachusetts General Hospital, die die Studie durchführten, hatten nach eigenen Angaben ein anderes Resultat erwartet. Doch es ist, wie es ist und heraus kam eben eine positive Verknüpfung zwischen moderatem Joint-Rauchen und einer erhöhten Spermienanzahl und höherem Testosterongehalt im Blut. Teilgenommen hatten 662 Probanden, vor allem Gelegenheits- und ehemalige Konsumenten, im Gegensatz zu älteren Studien, die deutlich weniger Teilnehmer mit stärkerem Konsummuster aufbieten konnte.

 

Harvard-Professor Jorge Chavarro warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen: „Wir wissen viel weniger als wir denken, dass wir wissen.“ So könnte es eben auch einfach sein, dass Männer mit mehr Testosteron im Blut eher geneigt sind, das Risiko einzugehen, bestimmte Substanzen zu konsumieren. Und da wären wir dann mal wieder beim Thema Kausalzusammenhang

Seit drei Jahren nun durchforsten die Social-Media-Manager der Highway-Redaktion die Untiefen des Netzes nach den kuriosesten und bizarrsten Cannabis-Geschichten. Mit der heutigen Meldung sind wir jedoch an dem Punkt angelangt, an dem wir uns ernsthaft fragen müssen: what the fuck?

 

Die Menschheit bezeichnet sich ja selbst gern als Krone der Schöpfung. Denn was hat das komische Tier mit dem großen Gehirn nicht schon alles erreicht? Die Raumfahrt hat den Homo Sapiens auf den Mond geführt und vielleicht in Zukunft noch bis an den Rand des Universums, die moderne Medizin ist in der Lage lebenswichtige Organe von einem zum andern Körper zu transplantieren und soziale und politische  Errungenschaften ermöglichen Milliarden Menschen zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ein auskömmliches Leben fernab von Hunger und Krieg. Wenn man sich allerdings nun den Clip des australischen Fischers Billy Brislane, über den momentan das ganze Netz spricht, anschaut, zeigt sich eine ganz andere Seite der ach so noblen Schöpfung. Die Menschheit zeigt darin ihr zweites Gesicht und es ist eine Fratze. Doch worum geht es genau?

 


Brislane präsentiert in dem kurzen Video seine selbst "gebastelte" Bong. Das kranke daran: die Bong ist nicht anderes als ein toter Baby-Hai, den der junge Mann mit einem Köpfchen und einem pfeifenartigen Rohr zum Ziehen durchstochen hat. Als Gipfel der Geschmacklosigkeit lässt der Fischer, während er den Baby-Hai raucht, ein im englischsprachigen Raum bekanntes Kinderlied namens "Baby Shark" laufen. Brisbane hätte eigentlich wissen müssen, was er mit einem derartigen Film auslöst, denn natürlich (und zum Glück) folgte ein riesiger Shitstorm, der den Bong-Bastler dazu zwang, sich umgehend aus sämtlichen sozialen Netzwerken abzumelden. Denn wie sich zeigte, gab es da eine ganze Menge Tierfreunde, die nichts dagegen hätten, Billy selbst in eine Bong zu verwandeln und zu rauchen…

Der kanadische Cannabisaktivist Dana Larsen verfolgt ein großes Ziel: der Cannabispflanze endlich ihr Stigma nehmen. Denn auch, wenn Cannabis in Larsens Heimat mittlerweile legal ist und sich auch global so langsam aber sicher eine echte Trendwende vollzieht, kursieren noch immer zahlreiche Vorurteile und viel Negativpropaganda über die vielseitige Heil- und Nutzpflanze.

 

Die Art und Weise, mit der Larsen dieses Ziel erreichen will, ist ebenso einfach wie großzügig: auf seiner Website www.overgrowcanada.com verschenkt der 56-jährige Hanfsamen. Und zwar 100 Stück pro Anmeldung, die, wenn es nach Larsen geht, einfach willkürlich an öffentlichen Plätzen in Kanada verstreut werden sollen. Der Aktivist rät allerdings dazu, die Samen zunächst zuhause zum Keimen zu bringen und erst die Setzlinge an die frische Luft zu lassen, da dies die Überlebenschancen der Pflanzen natürlich enorm steigert. Zwischen 2016 und 2018 hat overgrow.com insgesamt stolze 9 Millionen Samen auf ganz Kanada verteilt. Im Jahr 2019 wird es Samen der Sorte Freedom Dream CBD geben, ein nicht feminisierter, CBD-reicher Strain.

 

Wäre doch schön, wenn auch hierzulande jemand dafür sorgen würde, dass  Deutschland bald von wilden Cannabispflanzen nur so überwuchert wird! Nicht nur das Stadtbild würde auf jeden Fall enorm profitieren.

Eines der größten Sportereignisse der Welt, der Super Bowl der amerikanischen Football-Liga NFL, wird jedes Jahr von Millionen Zuschauern rund um den Globus mit Spannung erwartet. Die Einschaltquoten liegen bei spektakulären 800 Millionen Zuschauern weltweit – knapp ein Siebtel der Weltbevölkerung hockt am Super-Bowl-Sunday vor dem Fernseher, um sich das Spiel selbst und das gigantische Brimborium drumherum anzuschauen. Kein Wunder, dass Unternehmen bereit sind, aberwitzige Summen zu bezahlen, um in der Halbzeitpause ihren Werbespot zeigen zu dürfen. Doch die Superbowl-Spots sind nicht nur extrem teuer, sie sind auch oft von herausragender Qualität und sorgen noch Tage nach dem Event für Gesprächsstoff.

 

So auch in diesem Jahr: der Clip des Cannabisporduzenten Acreage Holdings ist momentan in den USA in aller Munde – und dass, obwohl er gar nicht ausgestrahlt wurde. Denn der Sender CBS hatte sich geweigert, den Film ins Programm zu nehmen, da er angeblich gegen die Richtlinien der Fernsehanstalt verstoßen würde. Frei nach dem Motto: Werbung für Alkohol ist voll ok, aber Cannabis, das geht gar nicht. Dabei ist der heiß diskutierte Werbefilm sehr zurückhaltend, man sieht weder Pflanzen noch Joints noch Bongs, es geht ausschließlich um Cannabis als Medizin. Fast komplett in Schwarzweiß gehalten, erzählen in dem Clip schwer erkrankte Menschen davon, wie Cannabis ihnen geholfen hat, Schmerzen zu besiegen und wieder zurück ins Leben zu finden. Und zwar auf durchaus authentische, berührende Art und Weise und ohne in spekulative Propaganda abzugleiten.

 

Sehr schade auf jeden Fall, dass es der Spot nicht ins Programm geschafft hat, aber immerhin hat sich Acreage Holdings so die immensen Kosten der Schaltung sparen können, ohne auf den Aufmerksamkeitseffekt verzichten zu müssen. Und für alle, die jetzt neugierig geworden sind: hier könnt ihr euch den Spot ansehen:

Wenn es darum geht, verbotene Substanzen unbemerkt von A nach B zu transportieren, also zu schmuggeln, kennt die Kreativität der Verantwortlichen keine Grenzen. Vom menschlichen Darm bis zum Überraschungsei – nichts, was nicht schon einmal als Drogenversteck herhalten musste. Im vorliegenden Fall waren die Schmuggler allerdings weniger kreativ als dreist – und dazu verdammt nah am Zeitgeist.

 

In Zeiten, in denen sich „Obst“ und „Gemüse“ (siehe z. B. 187 Strassenbande, Marvin Game), ausgehend von der Hip-Hop-Kultur, als Codes für verbotene Substanzen wie Kokain oder Marihuana etabliert haben, muss man wohl einen ganz besonderen Humor haben, sein Weed zwischen Melonen, Pfirsichen und Karotten zu verstecken. Zumal es nicht um ein paar hundert Gramm ging, sondern mutmaßlich um insgesamt etwa eine Tonne Blütenmaterial, dass in insgesamt zehn Schmuggelfahrten mit jeweils 100 Kilo Marihuana von Spanien nach Köln bzw. Berlin verfrachtet worden sein soll.

 

Das ganze ereignete sich bereits im vergangenen Jahr, doch erst vergangenen Freitag, als der Fall längst aufgeklärt war, wurde die Öffentlichkeit durch eine DPA-Meldung informiert.  Der mutmaßliche Chef der Schmugglerbande, der im Verdacht steht, auch den Weiterkauf des Marihuanas organisiert zu haben wurde bereits am 10. Januar dieses Jahres in Köln festgenommen, ein weiterer Drahtzieher wurde eine Woche später in Berlin festgenommen.

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