Highway

Zu einem ungeheuerlichen Vorgang kam es bereits Mitte Dezember in der Schweiz. Erst jetzt dringen die Umstände des Falls an die Öffentlichkeit. Betroffen sind ein Mitarbeiter der eidgenössischen Grenzwacht und ein junger Mann, der sich mit der Bahn auf dem Heimweg von einem Besuch bei seiner Freundin befand.

 

Der 18-Jährige trug nach eigenen Angaben etwas Marihuana bei sich, wie viel genau ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es sich mit höchster Wahrscheinlichkeit um eine geringe Menge handelte. Verständlicherweise bekam er es trotzdem mit der Angst zu tun, als er Grenzwächter im Zug erspähte und wagte einen Fluchtversuch, um einer möglichen Kontrolle zu entgehen. Die drei Beamten aber überwältigten den Jungen und legten ihm äußerst unsanft Handschellen an. Ein ärztliches Gutachten stellte im Nachhinein mehrere Prellungen und Schürfwunden fest, die zweifelsohne von der Festnahme herrührten.

 

Doch da fing der Albtraum für den Heranwachsenden erst an: auf der Wache verpasste ihm, noch immer in Handschellen, einer der drei Grenzwächter mehrere Faustschläge ins Gesicht, gefolgt von weiteren Schlägen mit der flachen Hand. Und das ganze wegen etwas Marihuana! Als der Leidtragende nach dem Vorfall versuchte, Anzeige zu erstatten, wurden ihm Steine in den Weg gelegt. Erst wurden Anfragen und E-Mails schlichtweg ignoriert, dann riet man ihm, den Vorfall doch lieber zu vergessen.

 

Erst als mit der Presse gedroht wurde, ging auf einmal alles ganz schnell: gegen den Schläger in Uniform wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Der Sprecher der Zollverwaltung räumte zudem gegenüber Medien ein: „Im Laufe der Ereignisse ist es zu einem Fehlverhalten durch einen unserer Mitarbeiter gekommen.“ Mit Hinweis auf das laufende Verfahren wurden weitere Auskünfte, wie zum Beispiel die Frage nach der genauen Marihuana-Menge, fürs Erste zurückgehalten…

Wer kennt es nicht? Da trinkt man über die Feiertage mal ein paar Drinks zu viel und muss dann um zwei Uhr morgens feststellen, dass man gar nicht genug Geld dabei hat, um die Rechnung zu bezahlen. Was nun? Anschreiben lassen oder die Zeche prellen? Und was, wenn beides keine Option darstellt? Ein Kneipengast im Raum Augsburg wählte eine andere Lösung und entschied sich für den beherzten Griff in die Hosentasche, um dem verdutzten Barmann etwas Marihuana als Bezahlung anzubieten. Im restriktiven Süddeutschland ein durchaus gewagter Move, aber was macht man nicht alles im betrunkenen Kopf. Und so kam es, wie es kommen musste: was unter Cannabisfreunden durchaus ein vielversprechender Lösungsansatz gewesen wäre, hat dem Mitarbeiter des Lokals leider so gar nicht zugesagt, sondern ihn im Gegenteil dazu veranlasst, die Polizei zu Hilfe zu rufen. Die nahm dem 37-jährigen Gast seine Ersatzwährung ab und fand in der Wohnung des Mannes gleich noch weitere 100 Gramm.

Die thailändische Bevölkerung hat von ihrer Regierung ein schönes Neujahrsgeschenk erhalten. So zumindest kommentierte ein Abgeordneter die medizinische Legalisierung von Cannabis, die Thailand, nicht nur unter Deutschen ein überaus beliebtes Urlaubsziel, zum ersten asiatischen Staat macht, in dem der medizinische Konsum von Cannabisprodukten und die Forschung damit erlaubt ist. Im Fokus sollen dabei die Leiden unheilbar oder chronisch kranker Menschen stehen. Wie künftig die Frage des (Eigen-)Anbaus geregelt werden soll, darüber gibt es bisher allerdings noch keine Bestimmungen. Noch gibt es von Seiten der Politik keine Anzeichen, Marihuana komplett freizugeben, jedoch ist nun der erste Schritt in die richtige Richtung getan. Gerade in Anbetracht der teilweise drakonischen Strafen, die Drogenkonsumenten und -Händler in den meisten Ländern Asiens zu erwarten haben, kann man die aktuellen Entwicklungen gar nicht hoch genug einschätzen.

Die größte Sorge der Konservativen in der Legalisierungsfrage und ihr zentraler Einwand gegen eine Freigabe ist ein angeblicher Anstieg des Konsums unter Jugendlichen. Drogenbeauftragte und Hopfenbauerntochter Marlene Mortler wird nicht müde, gebetsmühlenartig ihr Mantra vom gefährlichen Signal der Verharmlosung zu wiederholen, mit dem die Heranwachsenden quasi zum Konsum genötigt würden. Konkrete Daten finden leider nur selten Berücksichtigung in der ideologisch aufgeheizten "Argumentation". Dabei gibt es mittlerweile, dank des Voranschreitens der USA, diverse Studien speziell zu der Frage: konsumieren Jugendliche nach einer Freigabe wirklich mehr? Eine kommt zum Beispiel ganz frisch aus dem US-Bundesstaat Washington, wo im Jahr 2014 legalisiert wurde. Das Ergebnis wird Mortler und Konsorten nicht schmecken, ein Anstieg des Konsums konnte nämlich nicht verzeichnet werden. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Unter Achtklässlern sank die Quote von 9,8 auf 7,3 Prozent, unter Zehntklässlern gab es ebenfalls sinkende Zahlen (von 19,8 auf 17,8 Prozent) zu vermelden. Unter den Seniors konnte keine nennenswerte Veränderung der Konsummuster gemessen werden. Wissenschaftlerin Julia Dilley, eine der Autorinnen der Studie, gab zwar zu bedenken, dass noch viel mehr Forschung nötig sei, um die Auswirkungen der Legalisierung auf Jugendliche in ihrer gesamten Komplexität erfassen zu können. Aber eins steht fest: die Schwarzmalerei der Cannabisgegner entbehrt momentan jeder empirischen Grundlage und die zur Schau gestellte Ignoranz hinterlässt einen mehr als faden Beigeschmack. Übrigens ist die Studie aus Washington nicht die erste ihrer Art, Highway berichtete bereits über Erhebungen aus Colorado, deren Ergebnisse ganz eindeutig in dieselbe Kerbe wie die aktuelle Studie schlagen. Also, liebe CDU/CSU-Abgeordnete, macht mal eure Hausaufgaben!

Im nordamerikanischen Cannabissektor bahnt sich eine weitere millionenschwere Kooperation an: Der kanadische Cannabisproduzent Tilray und das weltgrößte Brauunternehmen der Welt, Anhäuse-Busch InBev tun sich zusammen, um gemeinsam an THC- und CBD-haltigen Getränken ohne Alkohol zu forschen. Ein gemeinsames Budget von 100 Millionen Dollar wird für Zusammenarbeit vorgesehen, es gibt allerdings bisher keine konkreten Pläne etwaige Resultate des Projekts zu kommerzialisieren. AB InBev ist auf dem Feld der alkoholischen Getränke weltweit führend und umfasst mehr als 500 Marken, darunter auch Schwergewichte wie Budweiser und Stella Artois. Auch hierzulande bekannte und beliebte Biere wie Beck’s, Hasseröder und Diebels gehören zum Portfolio des Konzerns. Es handelt sich nicht um die erste Verflechtung zwischen Alkoholindustrie und Cannabissektor: erst im Oktober 2017 sicherte sich Constellation Brands, weltgrößter Weinbrand-Hersteller knapp zehn Prozent des kanadischen Cannabisproduzenten Canopy Growth.

Wer vielleicht schon selbst einmal das ein oder andere Gramm an den Mann (oder die Frau) gebracht hat, der weiß um das leicht beunruhigende Gefühl, eine größere Menge Weed in der Schublade zu haben. Da liegt der Gedanke, ein Versteck außerhalb der eigenen vier Wände zu installieren, nah. Wie man aber ausgerechnet auf den Spind eines öffentlichen Fitness-Studios kommt, ist durchaus fragwürdig. Ein Mann aus Kaiserslautern, von der Polizei als „mutmaßlicher Drogenhändler“ bezeichnet fand jedenfalls, das sei eine gute Idee und verstaute etwa 146 Gramm Marihuana sozusagen zwischen Duschgel, Handtuch und Eiweißriegel. Klar, so ein Spind ist schließlich abschließbar, und außerdem, bei der miefigen Luft, die in den Umkleideräumen oft herrscht, fällt so ein bisschen Grasgeruch gar nicht weiter auch, so mag der 22-jährige Verdächtige überlegt haben. Aber letztendlich war es doch der Duft des Marihuanas, der die Mitarbeiter des Studios alarmierte und zur Durchsuchung des Schranks durch die Polizei führte.

Spektakulärer Fund am internationalen Hafen Malta Freeport! Der Container, um den es geht, war aus Spanien gekommen und dem Zoll gleich als verdächtig aufgefallen. Mit verschiedenen Scannern war die Fracht durchleuchtet worden, wobei den zuständigen Zollbeamten einige Unstimmigkeiten sozusagen „spanisch“ vorgekommen waren. Der Verdacht erwies sich als berechtigt, denn in der physischen Untersuchung, die folgte, konnte man nichts Geringeres als den zweitgrößten Fall von Drogenschmuggel aufdecken, den Malta jemals erlebt hat. Ganze fünf Tonnen Cannabis-Resin, sorgfältig in Schaumstoff eingewickelt und im Inneren von mehreren großen Plastikrohren verstaut wurden von den Zollbeamten zu Protokoll gegeben. Wie man in den lokalen Medien allerdings auf den angegebenen Warenwert von 450.000 Euro kommt, bleibt schleierhaft. Der wahre Wert der Cannabisextrakte dürfte wohl um einiges darüber liegen. Bleibt zu hoffen, dass zu den Feiertagen trotzdem niemand auf seinen Weihnachts-Dab verzichten muss.

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hielt am Montag eine heiß erwartete Rede, in der er seine politischen Pläne für 2019 skizzierte. Genauer gesagt ging es um seine Agenda für die nächsten Monate. Für Legalisierungsbefürworter waren die Ausführungen besonders interessant: das Mitglied der Demokraten gab bekannt, „Marihuana zu Genusszwecken für Volljährige ein für allemal zu legalisieren“. Der 59-Jährige rechnet durch die Maßnahme mit zusätzlichen Steuereinnahmen von etwa 1,7 Milliarden US-Dollar jährlich. Eine vollständige Freigabe wäre für die gesamten USA ein Akt von besonderer Bedeutung, der wohl ähnlich wie im Fall von Kalifornien eine große Strahlkraft auf andere, in der Cannabisfrage bisher unentschlossene US-Bundestaaten hätte. Auch international würde eine derartige Entscheidung mit Sicherheit auf einiges Interesse stoßen. Der Vorstoß Cuomos ist ein weiterer Schritt in der linken Evolution des in Queens geborenen Politikers, der sich in den letzten acht Jahren vom wirtschaftsnahen Prohibitionsbefürworter (Stichwort „gateway drug“) langsam aber sicher zur gegenüberliegenden Seite des politischen Spektrums bewegt hat.

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