Highway

Nach dem Amtsantritt von Präsident Erdoğan im Jahr 2014 besann sich die Türkei, die international eine wichtige Rolle als Schnittstelle zwischen Europa und dem Nahen Osten darstellt, zuletzt immer stärker auf konservative Werte und probte die Abgrenzung vom Westen.

 

Zumindest im Bereich Cannabis weicht diese Haltung gerade einer euphorischen Goldgräberstimmung. Denn um der kriselnden türkischen Wirtschaft neues Leben einzuhauchen, plant Erdoğan, der jahrzehntelangen Stigmatisierung ein Ende zu setzen. Regierungstreue Medien stimmen bereits auf das Loblied des „grünen Schatzes“ ein, der so wunderbar vielseitig einsetzbar und in der türkischen Kultur schließlich auch fest verankert sei. In der Tat besaß die Türkei einst eine florierende Hanfindustrie, auch der Konsum von berauschenden Cannabisprodukten war in den Kaffeehäusern und in bestimmten muslimischen Orden an der Tagesordnung. Das Agrarministerium stellt nun Unterstützungen für zukünftige Hanfbauern in Aussicht, um den landwirtschaftlichen Umschwung zu befeuern.

 

Die emotionale Seite der Debatte bespielt der Präsident natürlich selbst, mit Hanf-Anekdoten aus seiner Kindheit und der Verteufelung der USA, die die internationale Cannabisprohibition zu ihrem eigenen Vorteil international durchgesetzt hätten. Doch bekanntlich stellen die Vereinigten Staaten die Welt momentan mal wieder auf den Kopf und so überrascht es nicht, dass die erneute türkische Hanfbegeisterung Gerüchten zufolge wohl auch mit einem Fingerzeig der US-Beratungsfirma McKinsey zu tun hat...

Nach zwei langen Monaten Wartezeit ist ab heute endlich die neue Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin an allen (Bahnhofs-)Kiosken, Grow- und Headshops erhältlich. Für schlappe 2,60 Euro (2,99 Euro in Österreich, 4,20 Franken in der Schweiz oder 2,60 Euro als E-Paper, beispielsweise bei United Kiosk oder für Kindle bei Amazon) erhaltet ihr die volle Ladung Infos zu Cannabis, Legalisierung, Anbau indoor und outdoor und vieles mehr.

 

Eine Auswahl der Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Titelstory Cannabis-Extrakte Druck, Zeit und Temperatur: schon hat man die drei benötigten Voraussetzungen zum Pressen lösemittelfreier Konzentrate, besser bekannt unter dem Namen Rosin, beisammen. Unsere Titelstory verrät alles über Druck, Hitzepressen und empfehlenswertes Zubehör für die Produktion von Rosin.

 

 

Interview Open Mind / Simon Ruane – Über 200 Videos zu und über die verschiedensten Drogen, Tripberichte inklusive, wurden von Simon Ruane bereits bei YouTube veröffentlicht, über 400.000 Abonnenten folgen dem jungen Mann. Wir trafen uns mit ihm und haben mal ein ernstes Wörtchen mit ihm über seinen Drogenkonsum geredet...

 

 

Patientenbericht Morbus CrohnCannabis ist kein Allheilmittel, das garantiert jede Krankheit kuriert, wie manch Scharlatan behauptet, aber in manchen Fällen ist es auch tatsächlich die letzte Rettung. Wir schildern den Fall eines Cannabispatienten, erkrankt an Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmentzündung.

 

 

Musik Weed-Rapper Herzog: OG mit Herz Herzog, Deutschlands erster Rapper mit eigenem THC-haltigem Strain, veröffentlicht nächsten Monat sein viertes Album „OG mit Herz“. Wer zur Spannabis reist, kann ihn dort persönlich antreffen, für alle anderen haben wir stellvertretend mit ihm geplaudert...

 

 

Growing Gefahr im Garten Teil 8 – Im letzten Teil der Reihe Gefahr im Garten von Grow-Guru Mr. José stehen weitere Gefahren im Garten im Vordergrund, die nicht durch Tiere verursacht werden. Im Fokus stehen dieses Mal Algen und verschiedene Pilzerkrankungen, die gehörigen Schaden anrichten können.

 

 

Grow-Report Royal DwarfAch man würde ja so gerne. Nur ein bisschen Gras auf dem Balkon ziehen. An manchen Orten ist das ja sogar erlaubt. Warum nicht ein Bonsai-Bäumchen mit nur ein paar Gramm dran, ganz zweifelsfrei Eigenbedarf? Taugen solche Sorten? Autorin Alice Wunder hat zum Test Royal Dwarf auf dem Balkon blühen lassen.

 

 

Weitere Artikel TV-Tipp: Murder Mountain ++ News: 79 Firmen im Kampf um die Anbau-Lizenzen für Deutschland ++ Goodies: CBD-Test.ch ++ High Court: § 31 BtMG: Verräter-Paragraph oder sinnvolle Regelung? ++ Sortenportrait: Herz OG ++ uvm.

Das US-Cannabisunternehmen MedMen sorgt momentan mit einem spektakulären Werbeclip für Aufsehen. Das Unternehmen mit Niederlassungen in Kalifornien, Nevada New York und Florida beauftragte niemand geringeren als den Oscar-prämierten Regisseur Spike Jonze (Her, Being John Malkovich, Jackass), der für seine überbordende Kreativität und seinen schrägen Humor bekannt ist, mit der Regie des etwa zweiminütigen Spots.

 

Erzählt wird die Geschichte der Cannabisprohibition vom hanfanbauenden George Washington über den War On Drugs in 1980er-Jahren bis zur (teilweisen) Re-Legalisierung im Schnelldurchlauf. Und was soll man sagen? Spike Jonze jedenfalls macht seinem Namen mal wieder alle Ehre und beschert dem Zuschauer ein Fest für die Augen. Gedreht im Stil der "Mannequin-Challenge" fließen vermeintliche Standbilder ohne Schnitte ineinander über, während die Kamera wie schwerelos durch die kunstvoll arrangierten Tableaus gleitet. Das ist vielleicht nicht mehr ganz neu, so gut gemacht wie hier aber immer noch ein echtes Eye-Candy mit wichtiger Botschaft.

Mike Tyson scheint sich in der Cannabis-Branche rundherum wohl zu fühlen (sieh Bild). Wie Highway bereits berichtete, plant der ehemalige Schwergewichtsboxer, der sich nach wie vor enormer Popularität erfreut, den Bau eines riesigen Wellness- und Vergnügungskomplexes mit Schwerpunkt auf Cannabisprodukten und -lifestyle in Desert Hot Springs. Um noch mehr Aufmerksamkeit für dieses millionenschwere Projekt zu gewinnen, veranstaltete der ehemalige Champion nun ein Cannabis-Musikfestival namens „Kind“ auf dem (noch unbebauten) Grundstück der „Tyson Farm“.

 

Das Ein-Tages-Festival mit Headlinern wie „Miguel“ und „Ferg“ zog mehrere Tausend Feierlustige an, die auf dem Gelände zwar keine Cannabisprodukte kaufen konnten, aber dafür selbst mitgebrachtes in Ruhe konsumieren durften. Weitere Bilder der Veranstaltung gibt es hier. Wie man sieht, ist das ganze in Sachen Line-up und Andrang zwar (noch) keine Konkurrenz für das weltberühmte Coachella-Festival, das jedes Jahr auf der anderen Seite des Valley, in Palm Springs, stattfindet, aber ein Anfang ist gemacht.

„Lieber schlau als blau“, ein Projekt zur Suchtprävention, sorgt zur Zeit für Aufruhr im ostdeutschen Templin. Besorgte Eltern steigen auf die Barrikaden, sollen doch im Rahmen des Programms heranwachsende Schüler mit Bier, Wein und Schnaps abgefüllt werden.

 

Stattfinden soll das Ganze direkt im Klassenzimmer, wo die Schüler unter Aufsicht der Lehrkräfte an das „vernünftige Trinken“ herangeführt werden sollen. Ein Formular, das hier eingesehen werden kann, fordert die Eltern doch tatsächlich dazu auf, anzukreuzen, wie viele „Trinkeinheiten (TE)“ ihren Sprösslingen für die Aktion erlaubt werden sollen. 0,33 Liter Bier, 0,2 Liter Wein, 0,3 Liter Alkopop oder sogar 0,04 Liter hochprozentiges zählen als eine TE. Maximum sind 4 TE, also zum Beispiel vier doppelte (!) Schnäpse. Das reicht, um selbst erfahrene Alkoholkonsumenten betrunken zu machen. Zumindest für alle noch nicht volljährigen Schüler bleiben aber wenigstens Schnaps und Alkopops aber tabu.

 

Schulleiterin Barbara Liedtke verteidigt das Projekt: „Es geht ja nicht ums Besaufen, sondern ums Beobachten der Folgen. Schüler, die sich rühmen, dass ihnen Alkohol nichts ausmacht, sollen erleben, dass sie doch nicht so stark sind.“ Ob das Projekt die gewünschten Effekte bringt, ist mehr als fraglich, allerdings nicht, woher die Unterstützung für das Projekt kommt: es wird seit Jahren aus Steuergeldern finanziert.

Auch die Halbgötter in Weiß sind vor Fehlern nicht gefeit – das musste nun auch eine Frau feststellen, die wegen ihrer epileptischen Anfälle medizinische Hilfe gesucht hatte. Gemeinsam mit ihrem Mann waren die beiden bei der Recherche auf Cannabis als Medikament gestoßen. Von vielen positiven Erfahrungsberichten ermutigt, wendeten sie sich an die Uniklinik Freiburg, wo man bereit war, die alternative Therapie mithilfe von Cannabinoiden anzutesten.



Dronabinol (isoliertes THC), oral aufgenommen sollte die erwünschte Linderung bringen. Nach den ersten Anwendungen fühlte sich die Patientin gut, wenn auch etwas müde. In der Apotheke aber, wo die unerfahrene Cannabispatientin einen Nachschub an Dronabinol abholen wollte, war man ob der Dosis, die die Ärzte auf dem Rezept angegeben hatten, höchst erstaunt. Die war nämlich deutlich höher als normal – und tatsächlich: es stellte sich etwas später heraus, dass man in der Uniklinik einen dicken Bock geschossen hatte. Denn die Dronabinol-Dosis war in Millilitern und nicht in Milligramm, wie es korrekt gewesen wäre, angegeben worden. Das Resultat war (wenn man den Details der Badischen Zeitung Glauben schenken kann): die gute Frau hat sich auf Verordnung der Ärzte am Tag ein Vielfaches der Normaldosierung an reinem THC eingenommen. Und das als Cannabisneuling!



Zur Wiedergutmachung bot die Uniklinik der Patientin einen alternativen Behandlungsversuch mit CBD an, doch das Ehepaar gab an, dass das Vertrauen in die Klinik doch sehr gelitten habe. Ein Glück, dass die Überdosierung von Cannabisprodukten in der Regel zwar unangenehm, aber, im Gegensatz zu „bewährteren“ Arzneimitteln keinesfalls zu schweren organischen Schäden oder gar zu Lebensgefahr führt!

Jetzt kann es ganz schnell gehen! Nicht nur in Nordamerika tut sich was in Sachen Cannabislegalisierung, auch in Mittelamerika rumort es. Bereits im November 2018 berichtete Highway, dass das mexikanische Verfassungsgericht das geltende Cannabis-Verbot für ungültig erklärte. Für Freitag, den 22. Februar, wird von der ersten Kammer des obersten Gerichtshofs nun die Veröffentlichung einer Anweisung erwartet, die alle Richter in Mexiko anweist, den Bürgern den Anbau und den Konsum von Cannabis zu gestatten bzw. ihnen Schutz vor polizeilicher Strafverfolgung zu gewähren. Und zwar unverzüglich.

 

Dies gilt vorerst allerdings nur, solange keine Rechte dritter verletzt werden und keine kommerziellen Ambitionen beim Grower bestehen. Es wird dann der Politik obliegen, die entsprechenden Gesetze schnellstmöglich zu reformieren und das Land in Sachen Cannabis neu auf Kurs zu bringen. Zum Ende der Woche wird es also auf jeden Fall spannend, doch eines scheint jetzt schon klar: Mexiko steht nur einen winzigen Schritt vor der Cannabis-Legalisierung. Wie die dann letztlich genau geregelt sein wird, ist allerdings noch unklar.

Kommissar Rex und Co. könnten bald endgültig ausgedient haben. Auf dem „Europäischen Polizeikongress“ in Berlin-Mitte sorgt momentan eine Idee für Aufsehen, die das Potenzial hat, den klassischen Drogenspürhund in den Vorruhestand zu schicken. Doch wer jetzt an künstliche Intelligenz oder futuristische Roboter denkt, liegt daneben. Denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute (oder in dem Fall schlechte) so nah liegt?


Polizeikommissarin Sonja Kessler, die mit ihrer Bachelor-Arbeit für den „Zukunftspreis Polizeiarbeit 2019“ nominiert ist, hat zusammen mit ihrem Vater einen Ersatz gefunden, der jedem Leser aus dem heimischen Garten bekannt sein dürfte: die Biene, so möchte das Duo beweisen, ist beim Erschnüffeln von beispielsweise Marihuana deutlich effizienter als der vierbeinige Konkurrent mit der kalten Schnauze. Kürzere und deutlich günstigere Ausbildungszeit und höhere Ausdauer zeichnen die geflügelten Detektive aus – zudem sind sie rund um die Uhr einsetzbar und wären geeigneten Hunden zahlenmäßig deutlich überlegen.

 

Mit Hilfe klassischer Konditionierung lassen sich die Polizeibienen – zumindest im Laborversuch – auf jede beliebige Substanz trainieren. Ein Bienenvolk, das etwa 80.000 Mitglieder zählt, wäre in der Lage ein Gebiet von 50 Quadratkilometern zu durchsuchen, Sonja Kessler und ihr Vater, die auf eine langjährige Imker-Erfahrung zurückblicken können, besitzen 25 solcher Völker. Geeigneter Nachwuchs wäre also schon mal kein Problem. Der nächste Schritt wird nun ein großer Praxistest sein, in dem die Bienen ihre Fähigkeiten unter realistischen Einsatzbedingungen anwenden müssen. 

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