Highway

Update vom 11.5.: Der unten kritisierte Text auf „fudder.de“ wurde nachträglich auf den Druck der Leserschaft in der Kommentarfunktion und per Mail deutlich geändert. Die ganzen Beleidigungen, mit denen die Cannabiskonsumenten zuvor beschimpft wurden, fehlen nun und auch die Unwahrheiten wurden gegen Allgemeinplätze ausgetauscht. Den ganzen Spuk kommentiert die „fudder.de“-Redaktion wie folgt:

 

Liebe Fudder-Leser,

wie ihr seht, haben wir obigen Text überarbeitet. In der Tat hatten sich ein paar Fehler eingeschlichen, die so nicht hätten passieren sollen. Die haben wir korrigiert. Unsere noch sehr junge Mitarbeiterin hat einen (wie wir finden) unterhaltsamen Text geschrieben - leider wurde der an manchen Stellen als "diffamierend" verstanden, was weder ihre noch unsere Absicht war.

Zu der Thematik lest ihr morgen außerdem ein Meinungsstück - aus Sicht eines Demonstranten, der Cannabis legalisieren möchte.

Ansonsten raten wir aber zu Gelassenheit - noch selten fühlte sich gleich eine ganze Gruppe Menschen von einem doch eigentlich harmlosen Text auf Fudder so verunglimpft. Und wahrscheinlich noch nie wurde eine Mitarbeiterin von uns auf ihren privaten Profilen mit Nachrichten überschwemmt, sie hätte ihren Job verfehlt, ganz abgesehen von Beleidigungen aller Art.

Fehler passieren!

Liebe Grüße,
die Redaktion“

 

Die ursprüngliche Meldung: Meinung. Unfassbar, dass im Jahr 2016 noch solche Artikel verfasst werden und auch unfassbar, dass die Autorin vermutlich auch noch Geld für diesen bekommen hat. Oder ist der Artikel der Grund, dass das Freiburger Online-Portal „fudder.de“ gestern eine Stellenanzeige für einen Redakteursposten veröffentlicht hat?

 

Denn die hauseigenen Regeln des Portals sehen vor: „Verleumdungen, üble Nachrede und Provokationen werden von uns gelöscht.“ Demnach dürfte der Artikel über den Samstag abgehaltenen Global Marijuana March in Freiburg eigentlich gar nicht mehr auf der Seite zu finden sein. Die Autorin feiert in diesem „Artikel“ 50 Jahre alte Klischees, macht sich dabei selbst zu einem und ihr Plan, andere Menschen als lächerlich darzustellen, schlägt ins Gegenteil um.

 

Die ersten Zeilen sind eigentlich Einstimmung genug: „Sie bewegen sich immer langsamer, lassen ihre Arme baumeln und schlurfen barfuß die Pflastersteine entlang. Manchen ist die strahlende Sonne zu heiß, das Stehen zu anstrengend - sie müssen sich jetzt setzen.“ Wer sich noch ein wenig weiter vorarbeitet, darf auch noch erfahren: „Der Großteil der Demonstranten haben (sic!) ihre Haare zu Braids geflochten oder tragen Dreads.“

 

Zu diesen beiden Behauptungen liefert die Gute 26 Fotos, auf den eindeutig zu sehen ist, dass die Menschen mit Braids oder Dreads hoffnungslos in der Unterzahl sind. Und nicht einmal eine Handvoll Leute läuft barfuß über die Straße. Möchte die Autorin auf diesem Weg darauf hinweisen, dass sie im Text nur Lügen verbreitet? Damit niemand auf die Idee kommt, den Rest zu glauben? Denn auch dort lauern nur ausgedachte Unwahrheiten. Entgegen der Behauptungen der Verfasserin endete die Demo beispielsweise gar nicht auf dem Rathausplatz.

 

Der Artikel ist mehr oder weniger komplett ausgedacht und bildet die Realität kaum ab. Hier wird einfach nur Hetze gegen Cannabiskonsumenten betrieben. Besonders dreist etwa solche Passagen: „Ein Reggae-Song tönt aus den Boxen: "Bushman – Legalize it". Dass immer wieder der gleiche Song abgespielt wird, fällt den Kiffern gar nicht auf.“ Entweder handelt es sich bei dieser Aussage einfach nur um eine dreiste Lüge, um die Cannabisfreunde möglichst schlecht zu machen, oder die Autorin ist akustisch derart inkompetent oder unwillig, dass sie tatsächlich nicht fähig ist, verschiedene Reggae-Lieder auseinanderzuhalten. Denn kein einziges Lied lief auch nur ein zweites Mal.

Unseriös? Neben der Spur? Enttäuschend? Harte Worte, die hier zwischendurch in der Beurteilung des Global Marijuana Marchs 2016 durch Cannabis-YouTuber Stuermer fallen. Doch seine Meinung ist durchaus plausibel begründet und nicht aus der Luft gegriffen. Denn mit Sicherheit kann man sagen, dass die Global Marijuana Marchs in Deutschland auf verschiedenen Wegen noch ein gutes Stück optimiert werden könnten.

 

Schaut euch Stuermers untenstehendes Video zum Global Marijuana March an und teilt uns eure Meinung zu den GMMs auf unserer Facebook-Seite mit. Unsere eigene Beurteilung des Kölner GMMs könnt ihr hier nachlesen.

Das waren ideale Bedingungen für den Global Marijuana March (GMM) 2016 in Deutschland: Feinstes Wetter in allen Städten sorgte für gute Laune und auch bestimmt für den ein oder anderen Besucher, der sich den Marsch bei Regen gespart hätte. In 23 deutschen Städten wurden GMMs abgehalten – die Österreicher und vereinzelte deutsche Städte ziehen am kommenden Samstag noch nach (schaut euch hier die Termine auf unserer Karte an).

 

Insgesamt gingen am Samstag Tausende für die Legalisierung von Cannabis auf die Straße. Teilnehmende Städte waren Augsburg, Berlin, Braunschweig, Bremen, Dresden, Duisburg, Erfurt, Erlangen, Flensburg, Frankfurt am Main, Freiburg, Hannover, Heidelberg, Kempten, Köln, München, Osnabrück, Rostock, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Viersen.

 

Die meisten Veranstaltungen starteten gegen 14 Uhr und die Redaktion von Highway war für euch in Köln unterwegs, um die Stimmung einzufangen: Treffpunkt war der Heumarkt direkt in der Innenstadt. Dort warteten eine Bühne sowie Infostände, etwa von Cannabis Colonia e.V. oder der Piratenpartei auf die Interessierten, aber auch auf eine Menge Passanten.

 

Anzumerken ist, das bereits eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn der Veranstaltung und somit auch noch ein gutes Stück bevor sich der Marsch überhaupt in Bewegung setzte, viele Mitarbeiter diverser Presseorgane bereits verschwunden waren. 30 Minuten vor Ort, ein Foto und ein Zitat abgreifen und schnell in die Sonne legen – ganz ehrlich: so lesen sich viele Artikel zum Thema Cannabis auch. Eine Kein-Bock-Einstellung scheint also keine Spezialität von Cannabiskonsumenten zu sein. Interessant in diesem Zusammenhang auch, dass der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am späten Samstag meldete, dass in Berlin ein Global Marijuana March stattgefunden habe, Köln hingegen gar nicht erwähnt wird.

 

 

Das gute Wetter, das auch in Köln herrschte, hatte jedenfalls etwa fünfhundert Leute angelockt, die sich für eine baldige Cannabislegalisierung stark machen wollten. Zum Auftakt gab es verschiedene Redebeiträge von beispielsweise Cannabis Colonia, den Piraten, den jungen Liberalen, der Linken oder vom Deutschen Hanfverband (DHV). Zuletzt stieg Kai Langenberger, der auch im Anschluss den Marsch anleitete, auf die Bühne und beschalte den Heumarkt mit deutschsprachigen Cannabis-Songs, etwa zu den Melodien von Kölner Karnevalsliedern, Halleluja oder O Tannenbaum. Auch wenn diese Musikauswahl vielleicht nicht jedermann zu hundert Prozent zusagte, konnte er zumindest alle Teilnehmer des GMM charmant um den Finger wickeln. So lag es auch an ihm, die Stimmung des kurz vor vier Uhr gestarteten Marschs anzuheizen. Diesen Job erledigte er vom vorausfahrenden Wagen aus mit Bravour. Die Teilnehmer des Marschs wurden zum Skandieren diverser Parolen angeleitet und konnten dementsprechend viel Aufmerksamkeit beim Zug durch die Kölner Innenstadt erfahren. Dabei gab es je nach Standort kleine Anekdoten zu erfahren, vor einer Bank etwa, dass 30 Prozent eines Geldscheins aus Hanf bestehen. Natürlich wurde auch die Breite Straße besonders gewürdigt, als der Zug diese passierte. Immer wiederkehrendes Mantra der Truppe: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns das Ganja klaut!“

 

 

Die Polizei ließ das Treiben praktisch ungestört zu. Zu Beginn am Heumarkt waren nur vereinzelt Beamte anzutreffen, die sich auch sehr schnell in den Hintergrund zurückzogen. Der Zug selbst wurde durch voranfahrende Polizisten begleitet, die aber zum Zweck eines reibungslosen Ablaufes eingeteilt waren, und nicht etwa, um die Teilnehmer zu schikanieren. Daher und dank der Sonne waren viele Demonstrationsteilnehmer auch schon recht angedichtet, als der Zug startete. Die Energie des Anheizers ließ sich aufgrund dessen nicht kontinuierlich auf die Masse der Marschierenden übertragen. So wurden die Rufe während der zweiten Hälfte des Marschs etwas schwächer und beim großen Finale direkt am Kölner Dom zeigten sich doch bei dem ein oder anderen sowohl leichte Ermüdungs- als auch Einschüchterungserscheinungen, sodass das Motto „Wir sind hier, wir sind laut“ teilweise nicht mehr ganz passen wollte.

 

 

Allerdings muss man sagen, dass der Demonstrationszug von den Passanten durchgehend äußerst freundlich begrüßt wurde. Jeder schien Sympathien für die Cannabisfreunde aufzubringen, Kritik am Zug konnte nicht ausgemacht werden. Es folgten sogar einige Bürger den Aufrufen aus den Lautsprechern, sich dem Zug anzuschließen. Allerdings wurden auch umstehende Jugendliche mit Hanfblatt-Kappen ausgemacht, die sich über die ganze Veranstaltung lustig gemacht haben – es bleibt also noch viel Aufklärungsarbeit zu betreiben.

 

 

Der Zug endete wieder am Heumarkt, wo THC-freie Hanf-Joints verteilt wurden. Dies nahm die Polizei zum Anlass, doch noch einmal darum zu bitten, keine „richtigen“ Joints zu rauchen und anzukündigen, bei Verstößen nun gegen diese vorzugehen. Diese Nachricht läutete dann auch gleich sozusagen das inoffizielle Ende des Kölner GMMs ein, da einige sie zum Anlass nahmen aufzubrechen.

 

Spätestens in den Abendstunden endeten dann die Märsche überall in Deutschland und erfreulicherweise gab es nichts Negatives zu berichten, etwa aus Reihen der Polizei. Der DHV meldete Samstagabend 400 Demonstranten in Rostock, jeweils über 300 in Berlin, Erfurt, Stuttgart und Ulm, etwa je 200 in Frankfurt und Tübingen, 150 in Osnabrück und 100 in Kempten. Die sowohl erstmals in Viersen als auch in Flensburg abgehaltenen GMMs kamen beide jeweils auf immerhin 25 Marschierende. Spitzenreiter waren die Dresdner mit circa 750 Teilnehmern, gefolgt von Bremen mit grob 700 und Freiburg mit über 600 Demonstranten.

Kurioses aus Würzburg. Am Vatertag feierte ein 30-jähriger Mann ausgiebig mit Alkohol, um nach eigenen Aussagen abends mit einem ihm unbekannten Holländer ins Gespräch zu kommen. Angeblich gab man sich gegenseitig eine Zigarette aus, wobei ihm von der Zigarette des Unbekannten schlecht geworden sein soll. So bewahrte er den Stummel auf, um ihn in der Nacht zu Samstag zur Polizei zu bringen – er wolle die Reste auf gesundheitsschädliche Substanzen überprüfen lassen.

 

Laut Polizei Würzburg identifizierte diese den Stummel als Rest eines Marihuana-Joints. Vermutlich ohne eine genauere Überprüfung wurde dies festgestellt, dabei könnten natürlich auch diverse „Legal Highs“ oder sonstwas in der Tausch-Zigarette gewesen sein. Um dem Ganzen dann die Krone aufzusetzen, schrieb die Polizei dem jungen Mann auch gleich noch eine Anzeige – Jointbesitz ist schließlich illegal.

 

Und die Moral von der Geschicht? Geh nicht zur Polizei – ob dicht oder nicht.

Die Spanier haben es in Sachen Cannabis ganz gut, so aus deutschsprachiger Konsumentenperspektive gesehen. Cannabis Social Clubs, lockere Gesetze und eine Kultur der THC-Toleranz und des Wegschauens vonseiten der Polizei. Was macht also ein spanischer Fußballfan, der den Finaleinzug seiner Mannschaft Atlético Madrid nach dem Spiel in der Münchner Allianz-Arena feiern will? Na klar – Party! Und da ist es schon fast gute spanische Gepflogenheit zu nennen, wenn auch der ein oder andere Joint geraucht wird.

 

Aber München ist nicht Madrid und die Münchner Polizei ist nicht gerade dafür bekannt, gerne die Augen zuzudrücken, sondern im Gegenteil dafür, besonders genau hinzusehen. Das war in dem Fall des Atlético-Fans und seiner drei Freunde aber vermutlich nicht mal nötig – laut Bericht der Münchner „Abendzeitung“ fiel der Polizei am Vormittag nach dem Spiel Bayern gegen Atlético in der Hirtenstraße ein Auto auf, dessen Insassen die Party des Vorabends offensichtlich anzusehen war.

 

Ergo: Verkehrskontrolle. Die nahm der Fahrer anscheinend gelassen, denn er begrüßte die Polizisten noch mit Joint im Mund. Diese fanden das allerdings gar nicht lustig und brummten ihm für den Verkehrsdelikt 500 Euro Strafe auf. Da bei ihm auch noch etwas Marihuana gefunden wurde, erwartet ihn zudem ein Strafverfahren.

Bei dem Namen dieses Strains aus dem Hause Green House Seed Co. handelt es sich um eine Abkürzung. Zwar kann man sich angesichts der THC-Höchstwerte von 19 % vorstellen, dass A.M.S. auch für „Absolute-Mörder-Sorte“ stehen könnte, allerdings ist die tatsächliche Auflösung dahinter „Anti-Mould-Strain“, also zu deutsch „Anti-Schimmel-Sorte“.

 

Der Name kommt natürlich nicht von ungefähr, sondern hier wurde aus Schweizer Indica- und Sativa-Landrassen eine sehr robuste Pflanze gezüchtet, die besonders resistent gegen Schimmel und andere Krankheiten ist. Daher ist A.M.S. vor allem bei Growern in Nordeuropa und anderen Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit sehr beliebt.

 

    

 

 

Der Anbau dieser feminisierten Sorte ist aber nicht nur draußen (Erntezeitpunkt Ende September) möglich, sondern auch indoor. Hier beträgt die Blütezeit acht bis neun Wochen. Das High ist klar, aber eher introspektiv veranlagt. Geschmacklich ist diese Sorte recht eigen, süße Töne geben hier die Richtung vor.

 

 

Alle Fotos von: www.greenhouseseeds.nl

Hawaii hat nun entschieden, wer die acht heißbegehrten Lizenzen für die Eröffnung von Ausgabestellen für medizinisches Marihuana (Dispensaries) bekommt. Wer eine Lizenz ergattern konnte, darf zwei Produktionsstätten und zwei Verkaufsstellen errichten. Inzwischen haben über die Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten Marihuana zu medizinischen Zwecken legalisiert, so auch kürzlich Hawaii. Einer der über 60 Bewerber auf eine solche Lizenz ist niemand anderes als Schauspieler Woody Harrelson höchstpersönlich gewesen (wir berichteten).

 

Doch die Lizenzen wurden nun vergeben und Woody ging leer aus, wie auch der Videospiel-Entrepeneur Henk Rogers, Mitgründer von The Tetris Company. Ein vierköpfiges Gremium entschied über die Lizenz-Vergabe, kommentierte die Entscheidungen aber nicht.

 

Die Bewerber für die Dispensary-Plätze mussten vorweisen, über eine Millionen Dollar in bar zu verfügen, plus noch einmal 100.000 Dollar für jede zu eröffnende Filiale. Alle lizenzierten Betreiber müssen zudem innerhalb von sieben Tagen die Lizenzgebühr von 75.000 Dollar an das Gesundheitsministerium Hawaiis überweisen. Das Ministerium inspiziert zudem alle Geschäfte vor Eröffnung.

 

Experten erwarten einige Schwierigkeiten für die Grower Hawaiis, da die Elektrizitätskosten auf Hawaii so hoch sind wie nirgends sonst in Amerika und auch weil der Transport von Marihuana zwischen den Inseln eigentlich nicht erlaubt ist. Sechs Dispensaries werden auf Oahu eröffnet, vier auf Hawaii Island, zwei auf Kauai und vier auf Maui – apropos, kennt ihr schon unser Sortenportrait von Maui Waui? Startschuss für die Ausgabestellen ist bereits der 15. Juli.

 

Wir in der Redaktion bedauern Woody. Er hätte es verdient, denn Harrelson ist nicht nur bekennender Cannabiskonsument, sondern auch Cannabisaktivist und Mitglied der amerikanischen Legalisierungsbewegung NORML. Bereits vor zwanzig Jahren setzte er sich öffentlichkeitswirksam für Hanf und Cannabis ein.

 

Wollt ihr mehr über Woody Harrelson, seine Aktivitäten und sein Faible für Cannabis erfahren? In der aktuellen Ausgabe von Highway (Highway 02/2016) beleuchten wir Woody in unserer Rubrik „High Society“ ganz genau.

 

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Cannabis auf Rezept! In Deutschland! Schon nächstes Jahr! Wer hätte das gedacht – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte an, dass bereits im kommenden Jahr Cannabis auf Kassenrezept in Deutschland verfügbar sein soll. So sagte Gröhe heute der „Welt“: „Ohne dem Bundestag vorgreifen zu wollen, ist es wahrscheinlich, dass das Gesetz spätestens im Frühjahr 2017 in Kraft treten kann.“

 

    

 

Vor etwa einem Jahr gab es die ersten Ankündigungen in diese Richtung durch die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU), seitdem wurde ein Gesetzesentwurf verfasst, der schon im Bundeskabinett und auch im Zuge eines EU-Notifizierungsverfahrens in Brüssel durchgesprochen wurde. Morgen soll das Gesetz dann im Bundestag tatsächlich verabschiedet werden – wie von Gröhe angekündigt aller Voraussicht nach mit Erfolg.

 

Besonders erfreulich ist diese Nachricht für all diejenigen Patienten, die zwar Gras in der Apotheke beziehen dürften, aber nicht für die Kosten aufkommen können. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann“, äußerte sich Gröhe weiter in der „Welt“.

 

Langfristig soll der Bedarf an Medizinalhanf durch einen staatlich kontrollierten Anbau in Deutschland erfolgen. Bis dieser allerdings in die Wege geleitet wurde, sollen Importe für die Versorgung der Kranken zuständig sein. Bislang bekommen nur etwa 5.000 deutsche Patienten THC-Präparate und nur grob 500 Personen verfügen über eine Ausnahmeerlaubnis für den Konsum von Cannabisblüten. Experten rechnen nun aber mit bis zu 800.000 Patienten, die jährlich auf Medizinalhanf zurückgreifen möchten.

 

Auch wenn sich die Patienten über die aktuelle Entwicklung grundsätzlich natürlich sehr freuen können, bleibt allerdings anzumerken, dass der abzusehende Versorgungsnotstand durch eine Erlaubnis des Selbstanbaus problemlos gelöst werden könnte. Dies möchten Gröhe und Mortler aber nach wie vor auf jeden Fall unterbinden. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt... die letzten Gesinnungsänderungen kamen jedenfalls schnell.

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