Highway

Seit 2014 haben ja bereits eine handvoll Bundesstaaten in den USA Cannabis legalisiert und gestern kamen noch vier weitere dazu (wir berichteten). Sozusagen über Nacht hat sich damit die Population der Amerikaner, die nun legal Gras kaufen können, verdreifacht. Die legalen Cannabisausgabestellen („Dispensaries“) gepaart mit dem heutigen Informationszeitalter geben genaue Aufschlüsse darüber, wie der durchschnittliche Konsument von legalem Gras aussieht und wie viel Geld er für Gras ausgibt.

 

Wie Bloomberg berichtete, ist der durchschnittliche Käufer von legalem Weed zu Freizeitzwecken 37 Jahre alt und kommt alle 19,5 Tage in die Dispensary, um Weed zu checken. Dabei lässt er im Jahr 647 Dollar in den Dispensaries. Junge Menschen zwischen 21 und 34 bilden hingegen über 50 Prozent der Käuferschicht, kommen häufiger in die Cannabisläden (alle 16 Tage) und lassen im Schnitt 27 Dollar pro Einkauf da.

 

Das gezeichnete Bild lässt sich auch auf ältere Personengruppen übertragen: Je älter die Kunden werden, desto seltener kommen sie, aber desto mehr kaufen sie bei ihren Besuchen. Die meiste Kohle für legales Cannabis lassen dabei die 40- bis 50-Jährigen da, die jährlich 823 Dollar ausgeben, direkt danach folgen die 50- bis 60-Jährigen Cannabiskonsumenten mit 753 Dollar pro Jahr.

 

Dass der durchschnittliche Kiffer in den USA nur knapp 650 Dollar für Gras im Jahr ausgeben soll, ist allerdings nicht so ganz zu glauben: Viele Leute werden vermutlich gelegentlich auf den Schwarzmarkt ausweichen, der in den Nachbarstaaten durch die Prohibition noch blüht und daher auch niedrige Preise als die für legales Marihuana anbieten kann. Zudem sind vermutlich auch Touristen in den Statistiken erfasst, die in ihren eigenen Bundesstaaten sowieso auf den Schwarzmarkt angewiesen sind. Auch darf nicht vergessen werden, dass in den Staaten mit legalem Marihuana auch der Eigenanbau von zumeist sechs Pflanzen gleichzeitig erlaubt ist, was natürlich auch von vielen Menschen liebend gerne in Anspruch genommen wird.

Update vom 9.11., 15 Uhr: Inzwischen sind alle Abstimmungen zur Cannabispolitik ausgezählt. In Montana wurde das neue Medizin-Gesetz angenommen. Und auch Maine gehört nun zu den inzwischen acht Bundesstaaten (zuzüglich Washington, D.C.), die Cannabis zu Freizeitzwecken für alle Erwachsenen, ob krank oder putzmunter, legalisiert haben. Einzig Arizona hat gegen eine Legalisierung gestimmt. Damit wurden acht der neun gestrigen Cannabisabstimmungen im Sinne aller Cannabisfreunde entschieden. Das sind sehr gute Nachrichten, wenn auch die sonstige Nachrichtenlage viele bedenklich stimmen mag.

 

Ein schmerzlicher Abend für Clinton und die Demokraten, aber ein toller Erfolg für Cannabis: Kalifornien, der bevölkerungsreichste Staat der USA und der Staat, in dem Hollywood liegt, hat gestern beschlossen, Marihuana und Haschisch komplett zu legalisieren. Das gleiche gilt für Nevada, wo beispielsweise Las Vegas verortet ist, und Massachusetts – der nun der erste Ostküstenstaat der USA ist, wo jeder Erwachsene jederzeit Gras kaufen darf.

 

Den Wahlausgang in den Vereinigten Staaten haben sich viele Deutsche, Österreicher und Schweizer ganz anders vorgestellt, als es nun gekommen ist: Donald Trump ist nun designierter Präsident der USA. Auch viele Amerikaner haben sich das nicht gewünscht – noch mehr Amerikaner allerdings anscheinend schon.

 

Aber die Frage nach dem neuen Präsidenten war nicht die einzige Frage, die viele US-Bürger gestern Abend beantworten mussten: wie wir berichteten, durften die Einwohner von neun Bundesstaaten außerdem darüber abstimmen, ob sie für oder gegen die Legalisierung von Cannabis sind – entweder rein zu medizinischen Zwecken („medical“) oder aber auch zu Freizeitzwecken („recreational“).

 

Und für viele enttäuschte Clinton-Anhänger dürfte es zumindest in puncto Weed ein wenig Linderung vom Schmerz geben: Drei der fünf Staaten, die über eine vollständige Legalisierung abstimmten, entschieden sich dafür – die Staaten Nummer vier und fünf, Arizona und Maine, sind noch „too close to call“, werden also noch ausgezählt. Damit haben, die Hauptstadt Washington, D.C. mitgezählt, nun acht der 50 Bundesstaaten Cannabis komplett legalisiert. Folgen heute noch Arizona und Maine ist Marihuana in 20 Prozent aller amerikanischen Bundesstaaten komplett legal. Dazu kommen die bald 30 der 50 Bundesstaaten, in denen Marihuana dann aus medizinischen Gründen legal ist.

 

Auch die Bürgerbefragungen hinsichtlich medizinischem Marihuana sind bis jetzt äußerst erfolgreich: Arkansas, Florida und North Dakota haben sich gestern Abend in positiver Weise zu legalem medizinischem Cannabis bekannt. Die Entwicklung in Montana, wo medizinisches Cannabis eigentlich schon legal war, müssen wir nachreichen – das gleiche gilt natürlich besonders für die Entscheidungen aus Arizona und Maine.

 

Für den weltweiten Status von Marihuana ist dies eine sehr wichtige und erfolgreiche Nacht gewesen. Durch die Legalisierung in Kalifornien könnte weltweit ordentlich Schwung in die ganze Angelegenheit kommen. Und noch ein Wermutstropfen für alle Trump-Hasser: Mit ihm als Oberhaupt der USA ist es zumindest nicht unwahrscheinlicher als mit Hillary Clinton, dass Cannabis auf Bundesebene und flächendeckend in den ganzen USA legalisiert wird. Viele Experten sehen eine komplette Legalisierung in allen 50 amerikanischen Bundesstaaten sogar eher mit dem unberechenbaren und finanzfixierten Trump, als sie es mit Clinton gesehen hätten.

 

Hier noch einmal die Cannabis-Wahlen im Überblick:

 

Recreational / komplette Legalisierung:

 

Arizona – Proposition 205

Abgelehnt: Keine Legalisierung

 

Kalifornien – Proposition 64

LEGALISIERT

 

Maine – Question 1

LEGALISIERT

 

Massachusetts – Question 4

LEGALISIERT

 

Nevada – Question 2

LEGALISIERT

 

Medical / medizinische Legalisierung (zu verschiedenen Bedingungen):

 

Arkansas – Medical Cannabis Act

LEGALISIERT

 

Florida – Amendment 2

LEGALISIERT

 

Montana – Initiative 182

LEGALISIERT

 

North Dakota – Measure 5

LEGALISIERT

 

...für alle Infos zu den neuen Legalisierungs-Staaten sowie für, News, Entertainment und alles über den Cannabis-Anbau schaut einfach in die neuste Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin, die gerade erschienen und für schlappe 2,30 Euro im gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk und Growshop erhältlich ist.

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Na sowas – wer von euch war vorgestern mit dem Regionalexpress zwischen Lübeck und Güstrow unterwegs? Und ultradicht? Denn wie bei der „Ostsee-Zeitung“ zu lesen war, hat einer der Fahrgäste seinen Rucksack im Zug liegen lassen. Und nicht nur das: der Rucksack war randvoll mit Weed, insgesamt vier Päckchen mit mehr als 200 Gramm Gesamtgewicht. Die eingeschaltete Polizei nahm den Rucksack an sich – ob der Vorbesitzer ihn abholen kann und ob dann die gängigen drei Prozent Finderlohn anfallen ist allerdings noch nicht geklärt...

Am morgigen Dienstag wird in den USA nicht nur darüber abgestimmt, wer es sich als nächstes im Chefsessel des Weißen Hauses gemütlich machen darf, die Einwohner diverser Bundesstaaten dürfen außerdem darüber abstimmen, ob sie für oder gegen die Legalisierung von Cannabis sind – entweder rein zu medizinischen Zwecken („medical“) oder aber teilweise auch zu Freizeitzwecken („recreational“). Die Regeln der Abstimmung sind einfach: Es kann nur für ja oder nein gestimmt werden und die Mehrheit setzt sich durch. Wir stellen die Staaten sowie die vorgeschlagenen Gesetzesregelungen, über die abgestimmt werden darf, vor.

 

Recreational / komplette Legalisierung:

 

Arizona – Proposition 205

Alles über die hoffentlich bevorstehende Legalisierung in Arizona erfährst du in der aktuellen Ausgabe von Highway 05/2016.

 

Kalifornien – Proposition 64

Kalifornien war 1996 der erste Staat, der medizinisches Marihuana in den USA legalisierte. Nun wird auch über „recreational cannabis“ abgestimmt. Es würden Steuern von 15 Prozent und eine Abgabe von 9,25 Dollar pro kultivierter Unze fällig. Ein Erfolg wäre besonders hier im bevölkerungsreichsten Staat, der zugleich auch Hollywood beheimatet, wünschenswert.

 

Maine – Question 1

Alles über die hoffentlich bevorstehende Legalisierung in Maine erfährst du in der aktuellen Ausgabe von Highway 05/2016.

 

Massachusetts – Question 4

Alles über die hoffentlich bevorstehende Legalisierung in Massachusetts erfährst du in der aktuellen Ausgabe von Highway 05/2016.

 

Nevada – Question 2

In Nevada wird ebenfalls über eine komplette Freigabe von Cannabis abgestimmt. Las Vegas hätte dann noch einen Touristenmagneten mehr im Angebot. Die Steuereinnahmen dieser Legalisierung sollen gesetzlich festgelegt für Bildungszwecke eingesetzt werden. Interessanterweise gibt es im Gegensatz zu den anderen Bundesstaaten praktisch keine öffentlichen Gegner der Legalisierung.

 

Medical / medizinische Legalisierung (zu verschiedenen Bedingungen):

 

Arkansas – Medical Cannabis Act

Mit ärztlichem Gutachten sollen Patienten bis zu zweieinhalb Unzen (ca. 70 Gramm) besitzen dürfen. Wenn sie mehr als 20 Meilen weit von einer der mindestens 39 geplanten Ausgabestellen leben, soll ihnen außerdem erlaubt werden bis zu fünf Pflanzen und zwölf Stecklinge gleichzeitig großzuziehen. Eigens ernannte Betreuer sollen für bis zu fünf Patienten anbauen dürfen.

 

Florida – Amendment 2

Alles über die hoffentlich bevorstehende medizinische Legalisierung in Florida erfährst du in der aktuellen Ausgabe von Highway 05/2016.

 

Montana – Initiative 182

Moment, gibt es in Montana nicht schon medizinisches Marihuana? 2004 haben die Einwohner schon einmal (positiv) über „medical cannabis“ abgestimmt, doch der Staat hat seitdem nichts unversucht gelassen, um die Gesetze zu untergraben – und das sehr erfolgreich. Daher wird nun über neue Gesetze abgestimmt, die die meisten dieser Restriktionen aufheben würden.

 

North Dakota – Measure 5

Alles über die hoffentlich bevorstehende medizinische Legalisierung in North Dakota erfährst du in der aktuellen Ausgabe von Highway 05/2016.

 

...für den vollständigen Artikel, News, Entertainment und alles über den Cannabis-Anbau schaut einfach in die neuste Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin, die gerade erschienen und für schlappe 2,30 Euro im gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk und Growshop erhältlich ist.

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Ihr habt von Halloween noch immer nicht genug? Und vom Kiffen kriegt ihr sowieso nie genug? Dann solltet ihr vielleicht mal einen Blick auf Halloweed werfen, eine US-Lowbudget-Produktion, die zwei beliebte Genres mischt, die man sonst in dieser Kombination nur selten antrifft.

Trent (Shannon Brown) und sein Stiefbruder Joey (Simon Rex), zwei sympathische Potheads, sind die Söhne des Serienmörders „Bridgeport Butcher“, der einst für Angst und Schrecken sorgte, inzwischen aber im Gefängnis auf seine Hinrichtung wartet. Um den Vorurteilen und Anfeindungen in ihrer Heimatstadt zu entfliehen, ziehen die beiden in das verschlafene Nest Mooseheart, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch kaum haben sie sich eingelebt, sorgt eine grausame Mordserie in der Kleinstadt für Aufregung

Halb Kifferkomödie und halb Slashermovie, setzt Halloweed ganz auf die Spielfreude seiner Darsteller und versucht das geringe Produktionsbudget durch Gastaufrtitte namhafter Stars, wie zum Beispiel Tom Sizemore (Heat) oder Danny Trejo (Machete) wettzumachen. Mithilfe des Original-Trailers könnt ihr euch an dieser Stelle schon mal ein eigenes Bild machen, der deutsche Veröffentlichungstermin ist bisher noch nicht bekannt.

Durch das Runterbinden der Stängel von Cannabispflanzen kann nicht nur eine ausgeglichene Kultur erzielt werden, sondern auch eine reichere Ernte und festere Blüten. Durch das Runterbinden (oder nach dem englischen Wort dafür auch „Bending“ genannt) kann zudem auch der freie Platz im Raum ausgefüllt werden. Wie das funktioniert, erklärt Mr. José in diesem Artikel.

Mr. José

Cannabiszüchter binden ihre Pflanzen gleich aus mehreren Gründen runter. Die Begründung dafür ist, dass so allen Pflanzenteilen beziehungsweise allen Pflanzen der gleichmäßige Zugang zum Licht gewährt wird. Auch kann durch das Bending eine gleiche Höhe aller Pflanzen erzielt werden. Außerdem kann dadurch auch leerer Platz im Anbaugebiet genutzt werden.

 

Wann sollte runtergebunden werden?

Das Runterbinden kann prinzipiell zu jedem Zeitpunkt während des Wachstums und Blühens durchgeführt werden, es muss nur darauf geachtet werden, dass die Pflanzen nicht umknicken oder brechen. Es ist gut, mit dem Bending erst dann anzufangen, wenn die Pflanzen gut verwurzelt und bereits ein bisschen hochgewachsen sind. Denn dann kann erst gesehen werden, wie sich der Aufbau einer Pflanze entwickelt und welche Stängel zum Runterbinden geeignet sind. Auch ist es nicht ratsam, das Bending in den letzten zwei Wochen vor der Ernte durchzuführen. Die Spitzen der Pflanzen sind dann meistens schon ziemlich fest und ihre Verformung ist sehr beschwerlich. Der geeignetste Zeitpunkt überhaupt ist die Wachstumsphase und der erste Monat der Blüte, besonders wenn die Methoden Sea of Green (SOG) oder Screen of Green (SCROG) eingesetzt werden.

 

Welche Zweige können gebogen werden und wie?

Zum Runterbinden kann ein Gartendraht, der mit einem Isolierrohr beschichtet ist, oder ein Stütznetz benutzt werden. Auch sind manchmal Plastikklammern erhältlich, die man über die Stängel zieht, sodass sie sich unter dem Druck biegen. Am einfachsten ist ein Runterbinden mithilfe des Stütznetzes möglich – und das gleich aus mehreren Gründen. Auf der einen Seite ermöglicht es einem, die Zweiglein ohne größere Komplikationen im Verlauf des gesamten Zuchtzyklus zu biegen. Der zweite Vorteil besteht darin, dass man bei der Ernte das Netz viel einfacher beseitigen kann als den Gartendraht. Wenn man zum Beispiel die Methode See of Green mithilfe des Gartendrahtes ausprobiert, wird man bei der Ernte mit dem Entfernen desselben von den Stängeln völlig überflüssige Arbeit haben. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass der Gartendraht die Zweiglein zuverlässig biegt, während das Netz die Zweige anheben kann – die Lösung für dieses Problem ist jedoch, das Netz fest genug zu spannen. Das Netz wird über der Pflanzenkultur in so einer Höhe befestigt, dass man die gebogenen Stängel in dessen Löcher richten kann. Stütznetze haben gewöhnlich verschiedene Maße viereckiger Maschen. Zum Bending eignet sich am besten eine Lochgröße von 12 mal 12 Zentimetern und weniger, weil so mehr Möglichkeiten zum Auffangen der gebogenen Zweige geboten werden. Zusätzlich verhindert das Stütznetz das Brechen der Stängel vor der Ernte, wenn die Buds schon groß und schwer sind. Es muss angemerkt werden, dass man bei der Verwendung von Gartendraht mehr Möglichkeiten zum Runterbinden hat. Die Löcher des Stütznetzes sind oft nicht dort, wo man sie gerade gebrauchen kann...

 

...den vollständigen Artikel (u.a. wie runterbinden?, Was sind die Effekte?, Sea of Green) findest du in der aktuellen Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin.

 

Außerdem findest du in Highway – Das Cannabismagazin weitere Infos über den Cannabis-Anbau, News und Entertainment. Die neue Ausgabe (05/2016) ist nun für schlappe 2,30 Euro im gut sortierten (Bahnhofs-)Kiosk und Growshop erhältlich.

 Weblink: Highway am Kiosk finden

Während des Sommers mussten wir in der Highway-Redaktion über allerlei durchgeknallte Typen berichten, die sich auf den unmöglichsten Wege selbst gebustet haben: Beispielsweise flogen dieses Jahr Cannabisplantagen auf, weil Grower ihr Essen auf dem Herd verbrennen ließen, eine Plantage am Ort einer Zwangsräumung betrieben, Selfies vor den Pflanzen machtensich gegenseitig blutig schlugen oder den entlaufenen Hund von der Polizei wiederbringen ließen.

 

Wir dachten eigentlich, dass solche Vorfälle mit dem heißen Wetter zusammenhingen, aber oft scheint da auch eine grundsätzliche Verwirrung der Beteiligten Personen im Spiel zu sein. Im Juli berichteten wir über einen Fall aus Wien, der besonders abstrus wirkte: Ein 33-jähriger Mann warf nachts seinen Fernseher und allerlei andere Elektrogeräte aus dem sechsten Stock, betrieb aber in derselben Wohnung eine größere Cannabisaufzucht, die dadurch natürlich aufflog.

 

Nun gibt es anscheinend einen Nachahmungstäter aus Wien, wie beim ORF zu lesen war. Am Allerheiligen-Abend gegen 18 Uhr warf ein 44-jähriger Wiener aus der Troststraße in Wien-Favoriten diverses Zeug aus seinem Wohnungsfenster und beschallte die Straße durch seine Schreie. Ein eher weniger nachvollziehbares Verhalten, wenn man in derselben Wohnung 812 Gramm Marihuana aufbewahrt und dort zudem 144 Cannabispflanzen großzieht.

 

Das fand auch die Polizei komisch und kassierte die gesamte illegale Ware ein. Den amtsbekannten Vorbesitzer stufte die Polizei als verwirrt ein. Dieser erklärte den Polizisten, das ganze Gras sei einzig und allein für den Eigenbedarf gedacht – seit er unter einem Bandscheibenvorfall leide, rauche er 40 Joints mit jeweils einem Gramm Marihuana pro Tag. Hinweise auf eine Verkaufstätigkeit wurden in seiner Wohnung tatsächlich nicht gefunden.

An Halloween wurden Wilhelm „Willi“ Wallner, Obmann des Cannabis Social Clubs (CSC) Salzburg, zum bereits achten Mal medizinische Cannabispflanzen umgeschnitten, die Wohnung verwüstet und alle Vermögenswerte beschlagnahmt: Handys, Computer, Navis, Dokumente – alles von der Polizei beschlagnahmt, weil ein kranker Mensch anderen kranken Menschen helfen will. Nachstehend veröffentlichen wir an dieser Stelle die diesbezügliche Pressemitteilung des Hanf-Instituts (www.hanfinstitut.at).

 

Ein exemplarisches Beispiel für die Sinnlosigkeit der Verfolgung kranker Menschen, die sich mit Cannabis erfolgreich selbst behandeln, lieferte die österreichische Exekutive während Halloween und an Allerheiligen.

 

Das Haus und Vereinslokal des CSC Salzburg in Henndorf am Wallersee wurde am vergangenen Montag im Zuge eine Hausdurchsuchung durch niederösterreichische Kriminalpolizisten verwüstet.

 

Die Polizisten waren bei diesem Besuch nach Angaben des Clubobmanns Wilhelm Wallner sehr unfreundlich und fast brutal. „Jetzt habe ich schon acht Hausdurchsuchungen hinter mir. Aber so eine Verwüstung haben die Eugendorfer Polizisten nie angerichtet“, wundert sich Wallner, dessen Verein über 140 betagte und schwerkranke Menschen versucht, mit der Medizin ihrer Wahl zu versorgen.

 

Wilhelm „Willi“ Wallner, Obmann des CSC Salzburg

 

Diese bereits achte Hausdurchsuchung und Beschlagnahme von 78 Hanfpflanzen sowie einem Kilogramm Hanfbutter endete damit, dass die Behörden den Clubobmann und chronischen Schmerzpatienten Wilhelm Wallner zuerst während des fünf Stunden langen Verhörs seine Cannabis-Medizin vorenthielten. Als der in Agonie liegende Wallner im Zuge der Einvernahme meinte, dass nach der Verwüstung seines Hauses und der Konfiskation der Gärtnerei-Ausstattung alles keinen Sinn mehr mache, verfrachtete die Polizei den haftunfähigen Cannabis-Aktivisten wegen ‚Selbstgefährdung‘ in eine psychiatrische Klinik, wo er sich aktuell noch immer auf Weisung der Behörden befindet, aber immerhin Kontakt zur Aussenwelt hat.

 

Halloween-Horror: Hausdurchsuchungen bei mehreren Cannabis Social Clubs

 

Auch der Obmann des CSC Wien, Markus Winter, erhielt an Allerheiligen unerwünschten Blaulicht-Besuch. „Zwei Hünen in Uniform standen vor meiner Tür. Konfisziert wurde außer einem Fläschchen mit (legalem) Cannabidiol-Öl aber nichts“, sagte Winter dem Hanf-Institut. Auch für andere Cannabis-Patienten wurde der 31. Oktober zum Halloween-Horror – nicht weil Horror-Clowns sie terrorisierten, sondern da schwer bewaffnete Polizei-Einheiten im Rahmen weiterer Hausdurchsuchungen ihr oft lebensnotwendiges Heilmittel beschlagnahmten.

 

 

Kann sich Österreich diese Milliarden-Kosten leisten?

 

„Die Republik Österreich muss immer noch ein sehr reiches Land sein, wenn sie sich derart unverhältnismäßige Maßnahmen im sinnlosen Krieg gegen Schwerstkranke leisten kann“, kommentierte Hanf-Institutsobmann Toni Straka am Mittwoch den neu aufgeflammten Cannabis-Krieg gegen die wertvollste Heilpflanze dieser Erde.

 

Nach Schätzungen des Hanf-Instituts kostet jede polizeiliche Aktion gegen HanffreundInnen mindestens 15.000 Euro. „Wenn niederösterreichische Kriminalbeamte Kapazitäten für eine Landpartie nach Salzburg wegen ein paar ungiftiger Pflanzen haben, zeugt das von mangelnder Kooperation der Landespolizei-Direktionen. Wilhelm Wallner ist ja der Salzburger Exekutive von sieben früheren Hausdurchsuchungen gut bekannt“, sagte Straka weiter.

 

„Während die Legalisierung in Colorado im Jahr 2015 über 25.000 neue Arbeitsplätze schuf, kostet die gesetzliche Zwangsbehandlung von Zehntausenden HanffreundInnen in Österreich den Steuerzahler jährlich insgesamt über eine Milliarde Euro durch unnötige Ausgaben für die Verfolgung durch Justiz, Exekutive und Gesundheitsbehörden, zu denen noch dazu entgangene Steuereinnahmen in etwa derselben Höhe hinzukommen“, wies Straka wiederholt auf den ganzen Irrsinn im Namen eines Gesetzgebers hin, „der tausendfache Beweise über die Nützlichkeit von Hanf als nebenwirkungsarmes Heil- und ungiftiges Genussmittel weiter ignoriert. Die Erde ist aber ebensowenig eine Scheibe wie Cannabis ein ‚Suchtmittel‘ ist.“

 

Auch Mario Danne vom Netzwerk Cannabis Social Clubs Austria hat kein Verständnis für die harte Vorgehensweise: „Wir finden diese Spielchen mit Patienten, Menschen die täglich Schmerzen erleiden müssen, einfach unmenschlich. Man ist einer Behördenwillkür ausgeliefert, was einer Folter gleichkommt. Ob das Ziel ist, die Menschen auf Dauer mürbe zu machen oder gar egal ist, ob sie daran sterben? Wir rufen dazu auf, euch noch mehr für Patienten einzusetzen, schließt euch an, werdet selbst aktiv, wir dürfen dem nicht länger zusehen!“

 

Quelle der Pressemitteilung: www.hanfinstitut.at

Weblink zur Website des CSC Salzburg: www.csc-salzburg.at

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