Highway

Aus mitteleuropäischer Perspektive ist die kanadische Handhabung Cannabis betreffend beinahe so undurchsichtig, wie uralte Gebietskonflikte am anderen Ende der Welt: Eigentlich ist Marihuana und Haschisch verboten, der Bevölkerung ist das aber egal, so auch weiten Teilen der Exekutive, aber so richtig halt dann doch nicht. Der neue Ministerpräsident Trudeau hat eigentlich für nächstes Jahr eine vollständige Legalisierung von Cannabis in Aussicht gestellt, aber dennoch begann vor zwei Wochen das „Project Claudia“ – in Kanadas berühmtester Stadt Toronto wurden 78 Dispensaries, also Ausgabestellen von (medizinischem) Marihuana, darüber informiert, dass bei ihnen ungesetzliche Aktivitäten festgestellt wurden, wie bei „Vice“ zu lesen ist.

 

Die Aktion führte dann auch zur Schließung einiger Dispensaries. Und das war höchst unerfreulich für den Kanadier Raymond Hathaway, einen Rechtsanwaltsfachangestellten aus Toronto. Hathaway leidet an einem nicht zu operierenden Tumor an der Wirbelsäule und ist auf eine Behandlung mit dem sogenannten „Rick Simpson Oil“ angewiesen. Da die Ausgabestellen von Marihuana in seinem Wohngebiet dank „Project Claudia“ nun geschlossen wurden, kann er ohne das Öl nicht mehr seine Schwellungen und Schmerzen kontrollieren. Daher verklagt er nun die Stadt Toronto auf eine Million kanadische Dollar, wie „Cannabis Culture“ berichtet. Ihm den Zugang zu medizinischem Marihuana zu nehmen, sei ein Verstoß gegen die Menschenrechte und ein direkter Angriff auf die Unversehrtheit seiner Person.

 

Die Polizei von Toronto äußerte sich daraufhin, dass offizielle Medizin-Patienten weiterhin mit Cannabis von Health Canada versorgt werden würden, allerdings wird bei Health Canada kein Rick-Simpson-Öl angeboten, auf das der Kläger angewiesen ist. Bemerkenswert: Der Bürgermeister Torontos, John Tory, verkündete, er habe mit den Schließungen der Ausgabestellen nichts zu tun. Weitere Reaktionen der Stadt sind bislang nicht bekannt.

 

Cannabis Legalisation in the UK: A Cost-Benefit Analysis [INFOGRAPHIC] by Paul at Cassiobury Court.

Damit Cannabispflanzen füllige und potente Buds entwickeln, müssen sie optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Doch nicht nur die bloße Versorgung spielt eine Rolle. Auch muss man im Growmedium eine Umgebung herstellen, bei der die Pflanze Nährstoffe überhaupt aufnehmen kann. Genau da spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle.

 

In der aktuellen Ausgabe von Highway (seit Freitag am Kiosk oder als E-Paper erhältlich) befasst sich unser Grow-Guru Junior Gong mit dem pH-Wert und Allem, was dazugehört. Ein kleiner Ausblick:

 

Jeder Grower kennt es: Die Cannabispflanze zeigt Mangelerscheinungen, die einfach nicht verschwinden wollen. Und obwohl die Dünger-Dosis erhöht wird, leiden die Pflanzen weiterhin, als ob sie in den Hungerstreik getreten wären. Gerade Anfänger tappen in diese „mehr hilft mehr“-Falle und vergessen dabei, sich zunächst zu fragen, warum die Pflanze die Nährstoffe nicht aufnimmt. Im gerade genannten Fall hätte der Grower mit einem fünf Euro teuren pH-Test-Kit und fünf Minuten Zeit den pH-Wert messen können, der in den meisten Fällen für einen Nährstoffmangel verantwortlich ist.

 

Was ist der pH-Wert überhaupt?

 

Der pH-Wert gibt an, ob eine Substanz eher sauer (niedriger Wert) oder basisch (höherer Wert) ist. Die Skala reicht von 1 bis 14 und ist logarithmisch aufgeteilt. Ein pH-Wert von 7 gibt an, dass eine Substanz neutral ist. Der Bereich 7 bis 14 gibt an, dass eine Substanz eher basisch ist. Der Bereich 0 bis 7 gibt an, dass eine Substanz eher sauer ist. In der Pflanzenwelt bestimmt der pH-Wert im Boden, welche Nährstoffe in welcher Menge von der Pflanze aufgenommen werden können. Das Maß dieser Aufnahmefähigkeit ist als Bioverfügbarkeit bekannt. Manche Nährstoffe werden in sauren Böden besser aufgenommen, andere wiederum in eher basischen. Da jede Pflanzenart einen unterschiedlichen Mix an Nährstoffen braucht, hat jede Art auch einen eigenen „Lieblings-pH-Wert“-Bereich. Beim Cannabisanbau ist der Boden das Growmedium (beispielsweise Blumenerde), auf dem man growt. Auch zu beachten ist das Gießwasser, das auch einen eigenen pH-Wert hat und damit den pH-Wert des Growmediums bei der Bewässerung beeinflusst.

 

 

Optimaler pH-Wert beim Grow

 

Alle Nährstoffe, die die Cannabispflanze braucht, haben dabei einen eigenen optimalen Bereich auf der pH-Wert-Skala, in dem sie optimal aufgenommen werden. Ist der pH-Wert rund um die Wurzeln zu hoch oder zu niedrig, können manche Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden. Ab einem bestimmten Wert kann die Aufnahme sogar komplett blockiert werden. Beispielsweise wird Stickstoff bei einem Grow auf Erde am besten bei einem pH-Wert von 7,0 aufgenommen. Mangan dagegen wird bei etwa 5,0 am besten aufgenommen – ein Wert bei dem Stickstoff allerdings nur noch in geringen Mengen in die Pflanze gelangt. Bei einem Hydroponik-Grow, also ohne Growmedium, weicht die Bioverfügbarkeit je nach pH-Wert etwas ab. Da man natürlich den Kleinen alle nötigen Nährstoffe zuführen möchte, muss ein Kompromiss-Wert her. Und da manche Nährstoffe nur in Kleinstmengen gebraucht werden, kann man einen optimalen Bereich für den pH-Wert wählen, bei dem noch genug von allem durchkommt. Insgesamt mag die Cannabispflanze eine leicht saure Umgebung rund um die Wurzeln. Damit können alle nötigen Nährstoffe aus dem Growmedium in ausreichender Menge aufgenommen und zur Pflanze transportiert werden. Je nachdem ob man mit Erde, Cocos oder Hydroponik growt, ist der optimale Bereich für den pH-Wert unterschiedlich (siehe Kasten).

 

...mehr zum pH-Wert findet ihr in Ausgabe 03/2016 von Highway. Der Artikel zum pH-Wert beschäftigt sich in Highway 03/2016 weiterführend mit folgenden Themen:

 

Den pH-Wert während des Grows regulieren

Wie den pH-Wert messen?

PH-Wert korrigieren

Was wird benötigt?

Gießmischung und Gabe

 

Highway 03/2016 ist ab sofort für schlappe 2,30 Euro am Kiosk oder im Head-/Growshop erhältlich. Alternativ kann Highway auch für 1,89 als E-Paper erworben werden.

 

Weblink: Highway am Kiosk finden

Weblink: Highway 03/2016 als E-Paper kaufen

Weblink: www.cannabisanbauen.net von Junior Gong

In manchen Familien geht es heiß her und gerade im Gras-Geschäft sind Zusammenschlüsse von Familienmitgliedern gar nicht mal selten – in der Regel handelt es sich aber um Vater-Sohn-Organisationen, wo dann auch oft der Vater den höherrangigen Geschäftspartner abgibt.

 

In Euskirchen wurde nun eine interessante Variante vor Gericht verhandelt, wie beim „Express“ zu lesen ist. Ein 26-jähriger Euskirchener wird der gewerbsmäßige Handel mit mindestens neun Kilogramm Marihuana vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft setzte den Kurs auf sechs Euro fest, sprach also von einem Mindestwert von 54.000 Euro.

 

Allerdings steht nicht nur der 26-Jährige vor Gericht, sondern auch dessen 50-jährige Mutter. Denn diese soll dem Sohn bei der Beschaffung des Marihuanas geholfen haben, angeklagt ist sie wegen einer telefonischen Bestellung von vier Kilo Gras, die sie für ihn in den Niederlanden aufgab. Zu diesem Zeitpunkt wurden die beiden allerdings schon überwacht, sodass der Sohn nach der Abholung von der Polizei gestoppt wurde. Die Mutter sagte nun aus, dass sie bloß ihrem Sohn aushelfen wollte, der durch seine Geschäfte immer mehr Probleme anzog.

 

Den telefonisch organisierten Vier-Kilo-Kauf bei einer niederländischen Weed-Händlerin machte die Mutter angeblich nur deswegen klar, weil das Handy des Sohnemanns keine Auslandsgespräche zuließ. Die Staatsanwaltschaft wird sich allerdings nicht nehmen lassen, nachzuhorchen, ob sie dies nicht vielleicht getan hat, weil ihr Sohn fünf Tage zuvor bereits zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Zum Dank für ihre Mithilfe sitzt die Mutter nun allerdings seit sieben Monaten in Untersuchungshaft. Diese wird wohl auch noch einen Moment andauern – der Prozess wird zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt.

Ab sofort ist die aktuelle Ausgabe von Highway – Das Cannabismagazin erhältlich. Für schlappe 2,30 Euro findet ihr das brandneue und schon jetzt heiß geliebte Cannabismagazin an jedem Bahnhof und Flughafen, in vielen Head- und Growshops und auch an einigen Tausend Kiosken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Übersicht der deutschen Kioske, die Highway führen findet ihr bei mykiosk.com – alternativ könnt ihr Highway auch preisgünstig als E-Paper erwerben. Highway bedient keine Vorurteile, sondern räumt mit ihnen auf!

 

Inhalte von Highway Ausgabe 03/2016 (Auswahl):

 

Titelstory Nachruf: Der größte Haschisch-Schmuggler aller Zeiten, Howard Marks alias Mr. Nice – Rückblick auf die wichtigsten Stationen seines Lebens. Außerdem: Die schönsten Cannabissorten der Mr. Nice Seedbank.

 

EURO 2016 Alle Teilnehmerländer der Fußball-EM 2016 im Cannabis-Check – Verfügbarkeit, Rechtliches, Akzeptanz. In welchen Ländern ist der Fußball auf dem Vormarsch? Und in welchen Cannabis?

 

Story Cannabis und Profisport: Doping mit Dope? Die Nutzung des Cannabis-Wirkstoffs THC ist das zweithäufigste Vergehen bei Dopingkontrollen. Doch kann man mit Cannabis überhaupt die sportliche Leistung steigern – oder doch nur das Wohlbefinden?

 

Event Der Global Marijuana March 2016 – auf der ganzen Welt wurde am 7. Mai für die Legalisierung von Cannabis demonstriert. 300 Städte weltweit beteiligten sich dieses Jahr, in Deutschland gingen etwa 10.000 Demonstranten auf die Straße.

 

High School Cannabis und der pH-WertDamit Cannabispflanzen potente Blüten entwickeln, muss im Growmedium eine Umgebung hergestellt werden, bei der die Pflanzen überhaupt Nährstoffe aufnehmen können. Genau da spielt der pH-Wert eine äußerst wichtige Rolle.

 

High Court Handeltreiben ohne Handel zu treiben – Sind Grower automatisch Dealer? Rechtsanwalt Steffen Dietrich aus Berlin informiert über die rechtlichen Zusammenhänge von Cannabisanbau und Cannabisverkauf.

 

Growing Skuff – das gewisse Extra. Als Faustregel gilt bei der Cannabisernte, dass aus den Schnittresten nochmals rund zehn Prozent des Trockengewichtes der Blüten an hochpotentem Skuff zusätzlich gewonnen werden können.

 

Weitere Artikel in Highway 03/2016 Im Tal der Weed-Nonnen: Fotoserie +++ Growing: Düngung beim Outdoor-Anbau +++ Kiffertypen: Der Dauerkiffer +++ Runner’s High: Dank Cannabis schmerzfrei Sport treiben +++ Sortenportraits: Angel Heart und Night Queen +++ Event: Spannabis 2016 +++ Film: Kid Cannabis +++ u.v.m.

 

Der Berliner Niksn möchte darauf aufmerksam machen, dass auch Polizisten nur Menschen sind und immer mal wieder einen durchziehen (sollten). Diesen Gedanken hat er musikalisch verarbeitet und dazu ein ansehnliches Video produziert. Der Track ist Teil seiner Debüt-EP „M.E.N.SCH. – Meister einer neuen Scheiße“, die vergangenen Monat erschienen ist.

 

Mehr Infos zu Niksn findet ihr auf www.traumsucht.com

Das Video „Kiffende Bullen“ könnt ihr euch direkt hier anschauen:

Die meisten Menschen werden nach dem Konsum von Cannabis eigentlich recht friedlich, ein schöner Nebeneffekt der Rauschmittel Marihuana und Haschisch. Doch was für Menschen gilt, trifft anscheinend nicht unbedingt auf Schafe zu. Denn von der britischen Insel Wales wurde Interessantes berichtet, so etwa auf msn.com.

 

In der Ortschaft Swansea machte schon vor geraumer Zeit eine latent kriminelle Schafherde auf sich aufmerksam, da sie des Öfteren mal ausbüxte und dabei sogar versuchte in Bauernhäuser einzudringen. Ein – aus Menschensicht – leicht asoziales Verhalten kann den Schafen also attestiert werden. Daher ließ sich der Stadtrat Ioan Richard dazu hinreißen, zu bemerken, dass die Schafe wenigstens kein Cannabis konsumieren, wer weiß, was dann geschehen würde.

 

Vermutlich sollte diese Aussage eine Spitze gegen die Dorfjugend darstellen. Diese ließ das natürlich nicht auf sich sitzen – und fütterte die kriminellen Schafe mit Cannabispflanzen. Davon scheinen in Swansea genug zu existieren, denn die Menge muss nicht unerheblich gewesen sein, da die Schafherde durch den Konsum angeblich in einen Rauschzustand versetzt wurde. Vielleicht können Schafe das in Cannabispflanzen enthaltene THC besser absorbieren, Menschen müssen geringe Mengen Cannabis in der Regel noch aufbereiten, wollen sie denn bei oralem Konsum eine Wirkung verspüren.

 

Nun ja, die Schafe waren jedenfalls schön dicht. Bei dem konsumierten Gras scheint es sich um eine Sativa-Varietät gehandelt zu haben, denn die kleinen Racker kamen richtig schön in Fahrt und zogen los in die Ortschaft Rhydypandy, um dort richtig Party zu machen. Die Crew verwüstete Gärten, blockierte ganze Straßen und brach sogar in einen Bungalow ein, um das Schlafzimmer zu verwüsten.

 

Nun werden die Scherzbolde gesucht, die die Tiere mit Cannabis gefüttert haben. Andere Theorien sprechen von entsorgten Grow-Abfällen oder illegalen Outdoor-Plantagen auf fremden Grundstücken. Auf der Weide ist inzwischen wieder Ruhe eingekehrt. Shaun S. sammelt nun Unterschriften unter den Schafen, um sich für eine Cannabislegalisierung für Tiere einzusetzen.

Was für ein Wochenende! Große Teile von Cannabis-Deutschland kam von Freitag bis Sonntag in Berlin zusammen, um die Fachmesse Mary Jane Berlin zu begehen, die zum ersten Mal veranstaltet wurde. Über zehn Jahre gab es keine Cannabismesse in Deutschland – bis dann im Sommer 2015 die Cannabis XXL in München veranstaltet wurde. Für bayrische Verhältnisse konnte die Cannabis XXL sicherlich als Erfolg verbucht werden, doch es fehlten die großen Namen und auch das Laufpublikum – sodass am Ende der letztjährigen Münchner Messe nicht jeder zufriedengestellt war.

 

Dennoch ist für nächsten Monat die zweite Auflage der Cannabis XXL angekündigt, auch wenn die diesbezügliche Informationslage momentan noch eher desolat anzusehen ist – so wurde beispielsweise bislang keine Ausstellerliste veröffentlicht, die Website war wochenlang offline. Und der recht große Erfolg und Zuspruch der vergangenes Wochenende abgehaltenen Mary Jane Berlin wird den Veranstaltern der Cannabis XXL auch nicht weiterhelfen. Denn zwei deutsche Cannabismessen – das ist schon einmal so geendet, dass am Ende zehn Jahre lang gar keine deutsche Cannabismesse mehr stattfand.

 

Allerdings fing auch die Planung der Mary Jane zunächst etwas holprig an – der erste Termin wurde verschoben und so rechnete zwischenzeitlich der ein oder andere gar nicht mehr mit einer tatsächlichen Realisierung. Doch die Berliner Messeleitung hat allen Unkenrufen zum Trotz gezeigt, dass sie wollen – und dass sie können. Für eine erste Messe eines solch jungen Teams in einer Branche, die doch noch ein paar mehr Unregelmäßigkeiten aufweist als die meisten anderen Wirtschaftszweige, kann man unter dem Strich von einer gut organisierten und abgehaltenen Messe sprechen. Wenige kleinere Kritikpunkte können sicherlich bei der nächsten Auflage im kommenden Jahr auch noch ausgemerzt werden.

 

 

Die Messe war an allen drei Tagen sehr gut besucht – wie erwartet am Samstag und Sonntag noch besser als am Freitag. Tausende von Messebesuchern erschienen auf dem Gelände und sorgten für eine tolle Stimmung an diesem Wochenende, das an jedem Tag von strahlendem Sonnenschein begleitet wurde. Das Publikum war so gut durchgemischt, wie man es sich für eine Messe, deren Hauptthematik Cannabis ist, nicht besser wünschen könnte. Es waren alle Altersschichten vertreten, es waren Business-Leute wie auch ausschließlich privat Interessierte zugegen, es waren weitaus mehr Frauen in Berlin, als vorher vermutet wurde, es waren klassische Hippies, aber auch Hemdenträger da – und natürlich einige Menschen mit verschiedenen Erkrankungen, die vor allem an der medizinischen Verwendung von Cannabis interessiert waren und die auf der Mary Jane an einigen Ständen und bei vielen Vorträgen Input erhalten konnten. Das beste – und wenn nicht auf einer Cannabismesse, wo dann? – war aber die friedliche Atmosphäre. Trotz der vielen verschiedenen Untertypen der Gattung Mensch kamen alle bestens miteinander aus.

 

 

Sogar der Typus „Polizist“ wurde am Samstagmorgen ausgemacht, als er sich zu mehreren Exemplaren im oberen Stockwerk des Postbahnhofs aufhielt. Grund waren aber nicht etwa Cannabis rauchende Besucher (die auch wenn, dann draußen anzutreffen gewesen wären), sondern der Diebstahl von Ware, der zwei Aussteller betraf. Die Polizei – dein Freund und Helfer, in Berlin sogar für offensichtlich der legalen Cannabisbranche zugehörige Unternehmen und Personen, sehr schön. Übrigens lag direkt gegenüber des Haupteingangs eine Filiale der Bundespolizei, was sich aber nicht im Geringsten als Störfaktor erwies.

 

 

Auch das Gebäude im Postbahnhof am Berliner Ostbahnhof selbst eignete sich überwiegend sehr gut als Messelocation. Auf dem Vorplatz waren die Fressalienstände aufgebaut und das Bushmobil von Bushplanet aus Wien sorgte für eine angenehme Beschallung des Außenareals. Einige Aussteller hatten sich ebenfalls für Außenstände entschieden und das Wetter spielte ihnen auch in die Karten. Im Postbahnhof selbst sorgten zwei vollständig mit Ständen besetzte Etagen für ein klassisches Messefeeling. Schon jetzt kann spekuliert werden, dass bei einer Neuauflage im kommenden Jahr der Platz vermutlich nicht ausreichen wird und mit einem Umzug zu einer anderen Location geliebäugelt werden muss.

 

 

Denn zwar hatte die Mary Jane im Gegensatz zur letztjährigen Cannabis XXL einige große internationale Namen vorzuweisen, etwa Barney’s Farm oder Royal Queen Seeds, aber in der Menge konnten auch Vertreter von nicht teilnehmenden Samenbanken wie etwa Dutch Passion oder Sensi Seeds ausgemacht werden, die sich das Treiben sicherlich ganz genau angeschaut haben. Im Vergleich mit etwa der Wiener Hanfmesse Cultiva ist die Berliner Messe natürlich noch etwas abgeschlagen, aber die noch schärfere Gesetzeslage macht den Standort Deutschland für einige Aussteller, allen voran Stecklings- und Samenhändler, natürlich auch etwas uninteressanter. Dennoch war die Resonanz bei Publikum und Ausstellern eindeutig positiv und eigentlich schien auch bereits zum jetzigen Zeitpunkt jeder davon auszugehen, dass die Mary Jane sich im nächsten Jahr selbst toppen wird.

 

 

 

 

 

Wie es nun mit den beiden deutschen Cannabismessen Mary Jane Berlin und Cannabis XXL langfristig weitergehen wird, ist unklar. Denn ob die Branche derzeit genug hergibt, um dauerhaft zwei Messen existieren lassen zu können, wird sich zeigen. Und diejenigen, die schon länger im Geschäft sind, erinnern sich noch zu gut daran, dass zwei deutsche Cannabismessen durchaus zu viel sein können. Daher war von einigen der Aussteller zu vernehmen, dass eine deutsche Messe vermutlich reichen würde. Hier hat die Mary Jane alleine schon durch den Standort Berlin die Nase vorne, da doch ein nicht unerheblicher Anteil der deutschen Hanfbranche in Berlin beheimatet ist. Zudem es außerhalb von Deutschland auch noch weitere deutschsprachige Messen gibt. Die Cultiva bei Wien wird jährlich abgehalten und auch die Cannatrade in Zürich findet im Zweijahresrhythmus statt, so auch dieses Jahr wieder vom 2. bis 4. September.

 

Deutschsprachige Cannabis-Messen:

Mary Jane Berlin: www.maryjane-berlin.com

Cannabis XXL: www.cannabisxxl.de

Cannatrade: www.cannatrade.ch

Cultiva: www.cultiva.at

Der Darwin-Award prämiert jedes Jahr unabsichtliche Selbsttötungen, die eindeutig zu vermeiden gewesen wären. Gäbe es einen vergleichbaren Award für die sinnlosesten Anzeigen für den Besitz von Cannabis, dann wäre ein heißer Anwärter für dieses Jahr ein 19-Jähriger Student aus dem Schwäbischen, der zu Besuch in München war und der sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen drei Uhr mehr oder weniger selbst anzeigte.

 

Doch eine Viertelstunde zurück: Ein 21-jähriger Münchener wird von zwei Einsatzkräften der Münchener Zivilstreife beobachtet, wie er einen Joint dreht. Also wird der junge Mann angesprochen und zwecks Anzeige in das – ebenfalls zivil getarnte – Einsatzfahrzeug (ein Kleinbus) der beiden Zivilpolizisten gebeten, wie die Polizei Bayern mitteilte.

 

Während also gerade die Personalien aufgenommen werden, schaut der kontaktfreudige 19-Jährige auf Münchenbesuch in den geöffneten Bus und fragt die drei Insassen, ob er sich vielleicht dazugesellen dürfe – er habe zwei Joints dabei und würde diese gerne im Warmen und nicht auf der Straße rauchen... wäre das nicht schön? Die Idee fand aber höchstens einer der drei im Inneren Wartenden interessant und so durfte der 19-Jährige zwar in den Bus einsteigen, allerdings nur um ebenfalls angezeigt zu werden – die Joints hat die Münchener Polizei lieber einkassiert anstatt sie anzuhauen.

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