Highway

Lange Zeit gab es das weitverbreitete Gerücht, Marihuana sei eine Einstiegsdroge, die automatisch zur Einnahme von härteren Drogen führt. Inzwischen, im Jahr 2016, wissen viele Menschen, dass dies nicht wahr ist. Wer diese Meinung heutzutage vertritt, offenbart sich als uninformiert. Eine nun veröffentlichte Studie der Universität von British Columbia zeigt auf, dass man eventuell sogar das Gegenteil behaupten kann: Marihuana soll durchaus erfolgreich als „Ausstiegsdroge“ eingesetzt werden können. Dies gilt vor allem für die Nutzer von Alkohol und Opiaten. Aber auch der Kokainentzug scheint mithilfe von Cannabis etwas mehr Erfolg zu versprechen.

 

Die Zahlen, die genannt werden, sind hoch: In einer Auswahl von 400 kanadischen Cannabis-Medizin-Patienten gaben 75 Prozent an, mit Cannabis eine andere Substanz zu ersetzen (Medikamente, Alkohol, illegale Drogen). Über 25 Prozent der kanadischen Medizinpatienten sollen mit Cannabis eine härtere Droge ersetzen, über 40 Prozent Alkohol.

 

Auch fand die Studie Belege dafür, dass mit Cannabis die Symptome von Depressionen und Posttraumatischen Belastungsstörungen behandelt werden können. Der Leiter der Studie, Dr. Zach Walsh, sagte, dass man sich mit der baldigen Legalisierung in Kanada nicht davor verschließen sollte, auch den Einsatz von Marihuana in die Planungen, mit dem Konsum anderer Drogen aufzuhören, einzubeziehen.

 

Weblink: Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie im Fachblatt „Clinical Psychology Review“.

Dass Cannabis unter Hollywood-Stars ziemlich beliebt ist, darüber durfte Highway in der Vergangenheit bereits mehrfach berichten. A-Lister wie Jennifer Aniston oder Seth Rogen machen aus ihrer Liebe zum grünen Kraut keinen Hehl und erweisen damit Legalisierungsbewegungen weltweit indirekt einen großen Dienst. Wie nun bekannt (und von vielen im Vorfeld bereits vermutet) wurde, zählt auch einer der größten Filmstars aller Zeiten zu den Cannabisliebhabern: Harrison Ford.

 

Der Mann, der so viele Hauptrollen in absoluten Kinoklassikern gespielt hat, dass die Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde, hat sich mit seiner öffentlichen Meinung zum Thema Weed bisher immer sehr zurück gehalten. Ausgerechnet seine alte Kollegin aus Star Wars, Carrie Fisher alias Prinzessin Leia, packte nun aus.

 

Die Schauspielerin, damals gerade einmal 19 Jahre alt, begann während der Dreharbeiten eine Affäre mit dem verheirateten, deutlich älteren Pre-Megastar Ford. Leider, so Fischer, könne sie sich heute nicht mehr an viele Details erinnern, da Fords Marihuana einfach viel zu stark für sie gewesen sei. Eine Sache ist ihr aber offenbar im Gedächtnis geblieben: „Wenn es etwas gibt, zu dem Ford nicht nein sagen kann, ist das Essen – und Marihuana. Und was das Essen angeht, bin ich mir nicht mal sicher...“

Wie wir von Highway bereits mehrfach berichteten, hinterlässt der Cannabis-Boom in den USA auch seine Spuren im dortigen Pay-TV. Hochkarätig produzierte Formate wie Disjointed von Chuck Lorre oder Humboldt mit John Malkovich stehen bereits in den Startlöchern, da greift nun auch der deutsch-französische Kultursender arte den Trend auf und schickt die hauseigene Crime/Gangster-Serie mit dem wohlklingend-schlichten Namen Cannabis ins Rennen.

Eine Nacht im spanischen Marbella. Farid Belhadj und El Comandante überfallen ein Schiff, das Cannabis für den Drogenbaron El Feo geladen hat. Ein Schuss fällt, und Farid geht über Bord. Eine Nacht mit schweren Folgen für seine Familie, aber auch für die Drogenmafia, von den großen Haien bis zu den kleinen Dealern…

(Quelle: arte)

Die sechsteilige erste Staffel läuft vom 8. bis 15.12.2016 auch im deutschen TV, die Laufzeit beträgt 50 Minuten pro Episode. Leider gibt es den Trailer zur Serie bisher nur in französischer Sprache. Dass die Produktion spannende und professionell gemachte Unterhaltung verspricht, lässt sich aber auch so erahnen.

Deutschlands Jugend wird immer vernünftiger: Belauscht man die kleinen Störenfriede in Bus und Bahn, wird deutlich, dass nicht mehr saufen, prügeln und poppen im Vordergrund stehen, sondern Sport, Diäten und eine gute Berufswahl.

 

Da passt es nur ins Konzept, dass Alkohol und Zigaretten immer weniger im Leben von Jugendlichen zu suchen haben. Die „Drogentrendstudie 2015“, vor 14 Jahren von der Stadt Frankfurt und der Goethe-Universität ins Leben gerufen, zeigt dies auf, wie heute etwa bei der „Frankfurter Neuen Presse“ zu lesen ist: Über 1.000 Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren werden jedes Jahr zu ihrem Drogenkonsum befragt. Der Anteil der Jugendlichen, die täglich mindestens eine Zigarette rauchen, lag dabei bei 17 Prozent (zum Vergleich 2003: 40 Prozent), der Anteil derer, die in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken haben, bei 57 Prozent.

 

Das sind beides im Vergleich mit den vergangenen Studien sehr niedrige Werte für Zigaretten und Alkohol. Auch die Abstinenzler sind so stark vertreten wie noch nie: 12 Prozent der 15- bis 18-Jährigen gaben an, noch nie legale oder illegale Drogen konsumiert zu haben. Seit mindestens 30 Tagen abstinent waren 35 Prozent der Befragten.

 

Nur eine Droge ist seit Jahren ungebrochen auf dem Vormarsch – dass es sich dabei um die gesündeste der abgefragten Drogen handelt, macht dabei nur Sinn. 43 Prozent der Befragten gaben an, Cannabis bereits einmal probiert zu haben, 23 Prozent gaben an, in den letzten 30 Tagen Marihuana oder Hasch konsumiert zu haben. Als Grund für den Konsum wurde am häufigsten „Neugier“ angegeben (61 Prozent).

 

Neben der Rekordzahl der Abstinenzler gibt es auch weitere positive Meldungen hinsichtlich des Drogenkonsums von Jugendlichen: Noch 2002 begannen Jugendliche sowohl mit Rauchen als auch Trinken fast ein Jahr, mit dem Kiffen etwa ein halbes Jahr früher. Heute liegt das Einstiegsalter für die legalen Drogen bei fast 14 Jahren, beim Cannabiskonsum bei fast 15 Jahren. Das Eindecken mit der illegalen Ware wird nur von etwa jedem Zehnten auf der Straße durchgeführt, der Großteil der jugendlichen Cannabiskonsumenten beschafft es sich über Freunde und Bekannte.

Ja, Cannabis ist in Deutschland illegal. Wir erinnern uns: weil es verboten ist, so unsere Drogenbeauftragte Marlene Mortler. Das reicht als Grund und deswegen werden Kiffer auch in den Knast gesteckt, wenn sie zu viel Gras besitzen oder anbauen. Aber ein paar Hundert schwerkranken Menschen wurde in der Bundesrepublik nach jahrelangen Schikanen das Recht gewährt, völlig überteuertes Apotheken-Marihuana zur Linderung ihrer Schmerzen und sonstigen Symptome zu beziehen.

 

Problematisch bloß, dass die Cannabispatienten aufgrund ihrer Krankheiten meist gar kein Einkommen haben und dass die Krankenkassen gar keine Kosten für Marihuana übernehmen. Was also tun in der Not? Selbst anbauen natürlich. Doch wehe ein schwerbehinderter Mensch, ob mit oder ohne Genehmigung zum Konsum von Marihuana, baut dieses selbst an. Eine Unverschämtheit den Apotheken gegenüber. Direkt in den Knast mit solchen Selbstanbauern!

 

Ein Witz? Nein, leider nicht: Wie bei den „Schleswiger Nachrichten“ zu lesen war, wurde nun ein 58-Jähriger, der am Tourette-Syndrom leidet, zu acht Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Gegen seine schweren Zuckungen und Bewegungsstörungen konsumiert er sieben oder acht Joints täglich und kann nur so ein halbwegs normales Leben führen. Zwar besitzt er eine Ausnahmeerlaubnis zum Marihuanaerwerb, hat aber keine finanziellen Mittel dazu. Das benötigte Apotheken-Cannabis für 1.500 Euro im Monat kann er sich mit den 500 Euro, die ihm monatlich zur Verfügung stehen, niemals leisten.

 

Also baut er selbst an, was bleibt ihm auch anderes übrig. Nun stand er bereits zum fünften Mal wegen Cannabis vor Gericht und sein Verteidiger versuchte vergeblich, den Richter davon zu überzeugen, dass es sich hierbei nicht um Cannabis zum Spaß handelt. Der Angeklagte versicherte zudem, niemals andere Straftaten zu begehen: „Nie würde ich schlagen, stehlen oder sonst etwas Gesetzloses tun. Ich bin ein friedlicher, ehrlicher Mensch.“ – Die Sozialprognose des Gerichts: „keine gute Sozialprognose.“ Acht Monate Gefängnis, Zahlung aller Kosten des Verfahrens und Einzug seines Growzubehörs ist die Strafe. Der Verteidiger des 58-Jährigen kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen und im Notfall bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.

 

In München bahnt sich derzeit ein ähnlicher Fall an, wie „Bild“ heute berichtet: Ein 53-jähriger Schwerbehinderter, der im Alter von fünf Jahren durch einen tragischen Unfall seinen rechten Arm verlor und wochenlang im Koma lag, soll nun angeklagt werden. Der durch den Unfall einen Großteil der Zeit ans Bett Gefesselte leidet unter ständigen Schmerzen, die er einzig durch Cannabis bekämpfen kann. Dafür benötigt er fünf bis zehn Gramm täglich, die er sich ebenso wie der oben genannte Tourette-Kranke natürlich nicht leisten kann.

 

Als in seinem Wohnhaus wegen einer Ruhestörung ermittelt wurde, erschnüffelten die anrückenden Beamten zufällig die kleine Marihuana-Anzucht des 53-jährigen Müncheners. 421 Gramm Marihuana und Growzubehör wurden von ihm eingezogen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ihm der Prozess gemacht wird. Sollte dies der Fall sein, müsste der Schwerbehinderte in einem Spezialbett zum Gericht gebracht werden – da dieses aber nicht durch sein Treppenhaus passt, müsste das Bett mit einem Kran durch das Fenster der Wohnung gehoben werden. Eine absolute Demütigung, die zudem die Frage aufwirft, wer den Kran am Ende bezahlen soll – der Steuerzahler oder der arme Angeklagte, der niemals in seinem Leben genug Geld haben wird, um solche Schulden abzahlen zu können.

 

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Wenn es um die Frage geht, wo es sich als Cannabis-Liebhaber in Europa am besten leben lässt, werden als Antwort in der Regel die Niederlande ins Feld geführt. Kenner der Cannabisbranche wissen aber, dass es ein schönes Land im Süden Europas gibt, in dem sich Cannabisfreunde noch wohler fühlen können, selbst wenn sich auch dort auf juristischer Basis noch einiges im Grauzonenbereich abspielt: Die Rede ist natürlich von Spanien.


Der deutsch-französische Kultursender arte, der für seine vielfältigen und informativen Formate abseits des Mainstream bekannt ist, ging in seinem „europäischen Investigationssmagazin" Vox Pop der Frage nach, was dran ist am „Kifferparadies Spanien". Unter anderem gibt's in dem Beitrag Impressionen von der Expogrow in Irún, ein Interview mit dem Chef von Plantasur, einem Großhändler von Samen und Growzubehör, und diverse Stimmen, die die Situation in Spanien aus rechtlicher Sicht beleuchten.


Wer nun neugierig geworden ist, kann sich die Reportage hier anschauen:

Danke Cannabis-Verbot, danke liebe Drogenbeauftragte Mortler. Jeden Tag erfahren wir auf neue vielfältige Weisen, wie sich die geltende Prohibition negativ auf die Leben von Abertausenden auswirkt: Führerscheine werden eingezogen, Jobs gekündigt, Menschen in Gefängnisse gesteckt und so ganze Familien zerstört. Wegen Gras.

 

Aber auch auf den Schulhöfen trägt das geltende Verbot von Marihuana im wahrsten Sinne des Wortes seltsame Blüten: Ein 15-jähriger Schüler, der nun vor Gericht aussagte, dass er „auch mal ein cooler Dealer“ sein wollte, händigte einem 13-Jährigen einen Beutel mit Oregano aus und machte ihm weiß, es handele sich dabei um Marihuana. So nachzulesen bei der „Westdeutschen Zeitung“.

 

Dieses angebliche Weed sollte der Kleine weiterverkaufen und dem Älteren 65 Euro dafür geben. Da der Verkauf komischerweise nicht so gut klappte, sollte er das Geld aus eigener Tasche zahlen und wurde deswegen durch den 15-Jährigen bedroht. Dies bemerkten die Eltern des Jüngeren aber und so landete der Ältere nun auf der Anklagebank – nicht nur wegen räuberischer Erpressung, sondern auch wegen Drogenhandels. Denn wer Drogen anbietet, kann wegen Drogenhandel belangt werden, auch wenn es sich bei der angebotenen Ware gar nicht um Drogen handelt.

 

Vorm Richter war der 15-Jährige dann auch ganz kleinlaut und bekam seine gerechte Strafe: Sechs Monate Begleitung durch die Jugendgerichtshilfe und 23 Sozialstunden im Tausch gegen eine Einstellung des Verfahrens. Und zusätzlich gab es noch Handyverbot und Stubenarrest durch die Eltern. Also so sehen „coole Dealer“ echt nicht aus...

 

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Berlin legalisiert Marihuana und Haschisch – eine Schlagzeile, auf die viele Millionen Cannabiskonsumenten und Cannabisfreunde schon lange warten. Anfang des Jahres gab es einen ernstgemeinten Vorstoß des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, um Coffeeshops in Görlitzer-Park-Nähe einzurichten, der aber nicht nur an Geldmangel, sondern vor allem natürlich am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) scheiterte.

 

Jetzt, mit neuer Rot-Rot-Grüner Regierung und den frischen News aus Amerika im Rücken, wo nun über 20 Prozent der Bevölkerung legal Weed kaufen können, wird ein neuer Vorstoß durch den Senat gewagt. Geplant werde „ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt zur kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene“. Also im Grunde etwas Ähnliches, wie schon Anfang 2016 vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg erfolglos angeregt.

 

Zwar hätte der Vorstoß des Berliner Senats nun mehr Gewicht als der des Bezirks, sagt der neue Senat, aber ganz im Ernst: warum sollte das BfArM dieses Mal anders entscheiden? Dort vertritt man die Ansicht, Cannabis ist böse, mimimi, und so weiter, lass mal stecken...

 

Ob Rot-Rot-Grün überhaupt daran glaubt, dass es irgendwie funktionieren könnte? Dennoch ist das geplante Modellprojekt einer Mini-Legalisierung natürlich ein lobenswertes Ansinnen, das hoffentlich in irgendeiner Weise zum Erfolg führen wird. Und immerhin besser als nichts: Mit der CDU hätte es solch einen Vorstoß jedenfalls nicht gegeben, die Opposition meckert jetzt schon wegen Gefahren für die Jugendlichen (bei einer Freigabe an Erwachsene)... Wir berichten für euch, sobald wir Neues erfahren.

 

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