Highway

Da hat ein Aldi-Kunde vergangenen Donnerstag aber nicht schlecht gestaunt! Der Gelsenkirchener, der eigentlich einfach nur einen Blumentopf zur Dekoration der heimischen Terrasse kaufen wollte, hatte wohl kaum damit gerechnet, sich ob seines harmlosen Kaufes alsbald mit der Polizei auseinandersetzen zu müssen.

 

Doch als der 52-Jährige zu Hause seinen Einkauf auspackte, endeckte er in dem Pflanzgefäß, das er soeben erstanden hatte, doch tatsächlich ein Tütchen mit Marihuana. Anstatt sich einen entspannten Abend mit dem Zufallsfund zu machen (für ein paar Joints hätte es bestimmt gereicht), rief der Mann umgehend die Polizei. Die erkannte den Ernst der Lage und machte sich gemeinsam mit der Marktleitung sogleich daran, die betroffene Filiale gründlich zu durchsuchen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn einem unbedarften Kunden zwischen Maternus-Edelpils aus der stilvollen Plastikflasche und Wodka Zaranoff ein paar Krümel Gras in die Hände fielen

 


Da nichts weiter gefunden wurde, schlussfolgerte der erleichterte Filialleiter, dass es sich bloß um einen „Einzelfall“ handeln müsse. Weil der Pflanzentopf unverpackt angeboten wurde, ist es durchaus möglich, dass sich ein cannabisfreundlicher Kunde einen kleinen Spaß erlaubt hat. Ist doch auch praktisch, wenn man zum Blumentopf gleich etwas zum Einpflanzen dazu bekommt. Wobei beim Blick auf das gefundene Baggy leider nicht zu erkennen ist, ob es tatsächlich auch Samen enthält (siehe Originalmeldung).

 

Green Thumb Industries (GTI), ein Produzent medizinischen Marihuanas aus Illinois, USA, sorgt gerade für großes Aufsehen unter US-Cannabisfreunden. Das Unternehmen hat einen neuen Strain kreiert, der in Sachen THC-Gehalt alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll: „Brownie Scout“, so der Name der Kreuzung aus „Platinum Girl Scout Cookies“ und einer GTI-exklusiven Sorte namens „Great Divide“. Das zuständige Testlabor ACT Laboratories gab an, die Blüten der Neukreation seien mit einem Gehalt von 37,5 Prozent THC (THCa) die potentesten, die man jemals getestet habe. Kate Denton, stellvertretende Marketingchefin von GTI, berichtete, dass die letzten vier Brownie-Scout-Ernten ausnahmslos im Enddreißiger-Bereich lagen.

 

Derartige Messungen sorgen oft für Skepsis, da in Zweifel gezogen wird, ob solch hohe Werte im rohen Blütenmaterial überhaupt möglich seien. Laut „Phylos Bioscience“ aber, einem renommierten Cannabis-Forschungsunternehmen, sind THC-Werte bis knapp unter vierzig Prozent zwar unwahrscheinlich, aber auf jeden Fall im Bereich des Möglichen. Und auch wenn sich mittlerweile in der Branche die Meinung durchgesetzt hat, dass dem THC-Gehalt bei Weitem nicht so viel Bedeutung beigemessen werden sollte und dass andere Cannabinoide und Terpene für die Potenz und Wirkung des Cannabis ebenfalls von zentraler Bedeutung seien: die THC-Bombe namens „Brownie Scout“ dürfte so einige Potheads ziemlich neugierig machen. Erhältlich ist der Strain bisher allerdings nur über die GTI-EigenmarkeRythm“ und in vorgedrehten Joints der Marke „Dogwalkers“.

 

Der vergangene April war für viele Cannabisfreunde ein aufregender Monat. Erst beschlagnahmte die Polizei Deutschlands ersten CBD-Automaten in Trier, dann wütete sie in zahlreichen Hanfshops Süddeutschlands und konfiszierte 370 Kilogramm Hanftee, 530 Gramm CBD-Haschisch, 40 Liter CBD-Öl und 60 Kilogramm CBD-Blüten. Warum bloß? Selbst, wenn man all diese CBD-Produkte auf einmal konsumieren würde, wäre man nicht berauscht! Kurz danach eine weitere schlechte Nachricht für den CBD-Markt: die Drogeriemarkt-Riesen dm und Rossman strichen entsprechende Produkte aus ihrem Sortiment. Es hieß, man wolle die Rechtslage prüfen.

 

Das ist nun offenbar geschehen, denn es kursieren Meldungen, nach denen zumindest dm wieder das CBD-Öl von Limucan (fünf Prozent) anbietet. Ein positives Signal für die gesamte CBD-Branche? Scheinbar schätzt die Rechtsabteilung der Drogeriekette das Verkaufsrisiko als gering genug ein, um die Produkte wieder zu listen. Die Entwicklungen markieren den vorläufigen Höhepunkt eines lächerlichen Hin und Her um das nicht berauschende Cannabinoid CBD. Was fehlt, sind klare Richtlinien, nach denen sich Geschäftstreibende und Konsumenten richten können, diese Erkenntnis scheint nun auch so langsam im Mainstream anzukommen.

 

Bei einer großangelegten Razzia im Raum Hannover haben Sondereinsatzkommandos der Polizei zahlreiche Wohnungen durchsucht. Am Ende der Aktion stand die Festnahme eines mutmaßlichen Cannabis-Händlers, der im Verdacht steht, mehr als zwei Tonnen Marihuana geschmuggelt und verkauft zu haben. Im Verlauf der Durchsuchungen lief allerdings nicht alles reibungslos ab. Ganze drei Mal irrten sich die schwer bewaffneten, Rammbock-schwingenden SEK-Männer in der Tür. In einem der Fälle rechtfertigte sich das Landeskriminalamt damit, dass der Gesuchte hausintern die Wohnung gewechselt hatte, ohne sich dabei entsprechend umzumelden. Und wer schon in solchem Ausmaß wie der verdächtigte junge Mann das Gesetz bricht, der kann doch wenigstens beim Umzug Bescheid sagen, schließlich ist das Bürgerpflicht...

 

Der Schmuggel verbotener Substanzen via Fernbus boomt. Keine Woche vergeht ohne eine entsprechende Meldung in den Lokalblättern. Diesmal fanden Stuttgarter Zollbeamte im Fernbus von Amsterdam nach München bei einer Kontrolle ein scheinbar herrenloses Gepäckstück, auf das der Spürhund angeschlagen hatte und das auf Nachfrage keinem der Fahrgäste gehörte. Schnell wurde klar, warum sich niemand zu dem Trolley bekennen wollte: im Inneren befanden sich sieben Kilogramm Marihuana und etwa 300 Gramm Kokain. Der unglückliche Schmuggler hatte versucht, den Geruch mit einigen Packungen reifen Käses zu übertünchen. Zeugenaussagen (und vielleicht auch der Käse) lenkten den Verdacht auf einen Mann aus den Niederlanden, der jedoch jede Beteiligung abstritt. Trotzdem wurde er wegen des Verdachts auf unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln festgenommen und vorerst in Untersuchungshaft gesteckt.

 

 

Die Führerschein-Problematik zählt zu den drängendsten Ungerechtigkeiten, wenn es um die möglichen Konsequenzen des Cannabiskonsums geht. Da Deutschland in dieser Sache nur wenige Fortschritte macht und noch immer geradezu lachhaft geringe THC-Konzentrationen im Blut zum Führerscheinentzug führen können, muss man wie so oft darauf hoffen, dass cannabisfreundlichere Länder mit gutem Beispiel vorangehen und alternative Möglichkeiten zum Nachweis der Fahruntauglichkeit entwickeln, die dann von anderen Ländern adaptiert werden.

 

Im US-Bundesstaat Michigan arbeitet man gerade genau daran. Eine sechsköpfige Kommission, unter anderem zusammengesetzt aus Cannabispatienten, Toxikologen und Verkehrsicherheitexperten, wurde von Ex-Gouverneur Snyder damit beauftragt, eine Studie zum Effekt von Cannabis auf die Fahrtauglichkeit zu erstellen. Das Team kam zu dem Ergebnis, dass von der THC-Konzentration im Blut allein nur geringe Rückschlüsse auf die individuelle Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, zulässig sind. Nicht infrage gestellt wurde, dass Cannabiskonsum sich auf die Fahrleistung auswirkt, aber sich bei der Beurteilung allein einzig auf den jeweiligen THC-Gehalt im Blut des Fahrers einzuschießen, gehe an der Realität vorbei. Zum einen zeigten erfahrene Konsumenten trotz hohem THC-Blutwert weniger Beeinträchtigung als Gelegenheits-Kiffer bei niedrigeren Blutwerten. Zum anderen können bestimmte Konsumformen dazu führen, dass der THC-Gehalt im Blut erst rapide ansteigt, um dann in kurzer Zeit wieder stark abzufallen. Gängige Testmethoden seien zu unflexibel, zu wenig akkurat für eine solche Fluktuation. Von der bekannten Tatsache, dass der THC-Gehalt auch lange Zeit nach dem letzten Konsum noch erhöht sein kann, einmal abgesehen.

 

„Interessanterweise fahren in den meisten Simulator- und Fahrzeugstudien Cannabiskonsumenten typischerweise langsamer, halten größeren Abstand zum Vordermann ein und gehen weniger Risiken ein als nüchtern“, schrieb die Kommission. „Das scheint darauf hinzudeuten, dass die Fahrer versuchen, die subjektiven Auswirkungen des Cannabiskonsums zu kompensieren. Im Gegensatz dazu stehen angetrunkene Fahrer, die typischerweise schneller fahren und mehr Risiken eingehen als nüchtern.“

 

Stolze 30 Kilogramm Marihuana entdeckte die Polizei in Baden-Württemberg im Raum Stuttgart. Ein schwarzer PKW, bis zum Anschlag gefüllt mit eingeschweißtem Weed (siehe Bild), wurde von den Beamten vor einem Ladengeschäft in Stuttgart-Feuerbach, in dem wohl die Übergabe stattfinden sollte, eingesackt. Kurios: das vollgepackte Auto musste aufgrund einer Panne von einem Abschleppwagen zum Übergabeort gezogen werden. In dem Laden wurden bei der Dursuchung 100.000 Euro in Bar gefunden, dazu ein Kilogramm Kokain.

 

Neun Männer und eine Frau zwischen 22 und 27 Jahren werden verdächtigt, fünf von ihnen befinden sich bereits in Untersuchungshaft. Besonders pikant an dem Fall: bei einem der Mitglieder der Bande, die sich wohl schon seit geraumer Zeit im Visier der Ermittler befanden, handelt es sich um einen 23-jährigen Polizeikommissaranwärter aus Hessen. Dies war der Öffentlichkeit zunächst vorenthalten worden, wurde aber nun von der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt. Nicht bestätigt wurde, dass es sich bei dem Polizei-Azubi um den Fahrer des Wagens handelte. So oder so, der Polizeischüler wurde bereits aus dem Beamtenverhältnis entlassen und wird seine Ausbildung nicht fortsetzen können.

 

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern vielmehr wann THC-haltiges Cannabis in der Schweiz legalisiert wird. So sieht es zumindest die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen (EKSF), ein Experten-Gremium, das die Aufgabe hat, den Schweizer Bundesrat in Fragen der Sucht- und Betäubungsmittelpolitik zu beraten. Die Experten betonen dabei, dass man durch die Forschung der letzten Jahre viel Positives über die zahlreichen Anwendungsgebiete der einst geächteten Pflanze gelernt habe. Außerdem habe auch international ein Paradigmenwechsel stattgefunden, zum Beispiel durch die Legalisierungen in den USA und Kanada.

 

Der Zeitpunkt der Empfehlung durch die Kommission geht mit einer Diskussion um Anpassungen im Betäubungsmittelgesetz einher, die weitere Forschung zum Thema Cannabiskonsum (zum Beispiel auch Modellprojekte) ermöglichen sollen. Die Schweiz müsse sich die Erfahrungen der beiden Nationen zunutze machen und einen eigenen Weg zur Freigabe ausarbeiten. CBD-Cannabis ist, im Gegensatz zum hiesigen Kuddelmuddel, bei den Eidgenossen schon länger komplett legal, unzählige Unternehmen drängten in den letzten Jahren auf den jungen Markt. Es liegt nahe, dass durch die positiven Erfahrungen mit CBD Berührungsängste in der Bevölkerung beim Thema Cannabis abgebaut wurden.