Highway

Dass die Prohibitionisten dieser Welt praktisch ungefiltert ihre dreckigen Lügen über Cannabis verbreiten dürfen, ohne dafür belangt zu werden, hat im Laufe der Jahrzehnte auch leider dazugeführt, dass wie leider von rechtspopulistischen Politikern von 1920 bis 2020 gewünscht, auch die Vorurteile gegenüber Cannabiskonsumenten sehr ungerecht ausfallen.

 

Gerade hier im deutschsprachigen Raum ein Klassiker unter den Omis und Opis, die die Politik-Lügen nacherzählen: kiffen macht schlapp, müde und antriebslos. Ach ja... gähn! Schön, dass mal wieder eine neue Studie mit diesem Quatsch aufräumt. Denn wenn es um Sport geht, ist offenbar sogar das Gegenteil der Fall.

 

Laut einer neuen Studie, die im „American Journal of Health Behavior“ veröffentlicht wurde, führen Cannabiskonsumenten ab 60 Jahren mit größerer Wahrscheinlichkeit ein gesünderes Leben als Nicht-Konsumenten derselben Altersgruppe. Diese Studie verglich die Gesundheits- und Fitnessgewohnheiten von 28 älteren Cannabiskonsumenten mit 136 Nicht-Konsumenten.

 

„Im Vergleich zu älteren erwachsenen Nicht-Konsumenten hatten ältere erwachsene Cannabiskonsumenten einen signifikant niedrigeren BMI, nahmen während der Studie mehr wöchentliche Trainingstage in Anspruch und führten allgemein mehr bewegungsbezogene Aktivitäten durch“, schreiben die Studienautoren.

 

Die Studie weist zwar eine Reihe von Einschränkungen auf, etwa die Tatsache, dass sie sich auf Fragebögen stützt, dass es keine Informationen über die von den Probanden konsumierten Cannabisdosen gibt und dass die Probandengruppen klein waren. Dennoch glauben die Forscher, dass ihre Ergebnisse, „darauf hindeuten, dass es für ältere Erwachsene, die Cannabiskonsum befürworten, leichter sein könnte, ihr Bewegungsverhalten zu steigern und beizubehalten, möglicherweise weil Cannabiskonsumenten ein geringeres Körpergewicht haben als ihre nicht konsumierenden Altersgenossen.“

 

Denn eine Studie aus dem Jahr 2019, in der BMI-Messungen und Cannabiskonsum unter 33.000 Amerikanern verglichen wurden, ergab, dass Konsumenten mit der Zeit weniger Gewicht zulegen als Nicht-Konsumenten. Übrigens: Cannabiskonsumenten betreiben nicht nur generell eher Sport, sondern viele kombinieren ihr Gras auch gerne mit ihrem Training: eine weitere Studie aus dem vergangenen Jahr ergab, dass fast 82 Prozent aller Cannabiskonsumenten angaben, dass sie vor dem Training konsumieren.

Große Politiker arbeiten schon zu ihren aktiven Zeiten an ihrem Vermächtnis – als unschätzbar in dieser Hinsicht erwies sich in der Vergangenheit häufig eine eingängige Redewendung: „Ich bin ein Berliner“ (John F. Kennedy), „Yes, we can“ (Barack Obama), „Basta“ (Gerhard Schröder) oder „Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München ... mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen ... am ... am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug. Zehn Minuten. Schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an, wenn Sie in Heathrow in London oder sonst wo, meine sehr ... äh, Charles de Gaulle in Frankreich oder in ... in ... in Rom“ (Edmund Stoiber) sind nur einige der berühmtesten Aussprüche, die heute untrennbar mit dem jeweiligen Redner verknüpft sind und die auch oft als Leitspruch ihre gesamte politischen Agenda kennzeichneten.

 

Weniger fähige Staatsmänner und –frauen hingegen unterschätzen oft die Macht der Worte und deren Eigenart, Menschengruppen hinter sich zu sammeln und zu vereinen. Da kann es dann schon mal passieren, dass einem während des Interviews ein „Cannabis ist verboten, weil es eine illegale Droge ist“ (Marlene Mortler) rausrutscht und man sich seine gesamte Amtszeit nicht mehr davon erholt.

Endlich hat nun auch die amtierende Bundesdrogenbeauftragte ihre Zunge gelockert und auf einer Pressekonferenz ein Bonmot zum Besten gegeben, das das Zeug hat, ihre politische Karriere mit Abstand zu überleben: „Nur weil Alkohol nicht ungefährlich ist, ist Cannabis kein Brokkoli.“ Wow, der hat gesessen. Zwar war es keine Antwort auf die Frage, die Journalist Tilo Jung eingangs gestellt hatte („Halten Sie Alkohol auch für gefährlicher als Cannabis?“), aber dafür gab es den schnippischen Unterton ("Ja, sie müssen mit meinen Antworten klarkommen, so wie ich mit ihren Fragen") gleich gratis mit dazu. Könnte es etwa sein, dass bei einer gewissen Drogenbeauftragten so langsam die Nerven blank liegen? Aber so ist das nun mal, Politik ist ein hartes Business und das gut dotierte Pöstchen in der freien Wirtschaft, das man im Anschluss an das Mandat bekleiden möchte, will ja auch erst einmal verdient werden.

 

Kurioser Fakt am Rande: auch der berühmte Spruch von Ludwigs Amtsvorgängerin Mortler über das verbotene, weil illegale Cannabis fiel in einem Interview mit Tilo Jung. Der Mann scheint ein echtes Gespür dafür zu haben, wie man CSU-Drogenbeauftragte sich selbst entlarven lässt.

 

Das beschauliche Städtchen Langenfeld bei Düsseldorf kommt einfach nicht zur Ruhe. Stadtplaner müssen sich öffentlich rechtfertigen, Klagen und Regressforderungen werden vorbereitet, Ermittlungsbehörden und Stadtverwaltung rotieren – doch was ist überhaupt passiert?

 

Aufmerksame Nachrichtenleser mögen es schon am Rande mitbekommen haben: in dem ländlichen 60.000-Seelen-Ort wurden einige Hanfpflanzen entdeckt und darüber ist die komplette Verwaltung der Gegend in Panik und blinden Aktionismus verfallen. Mitten auf öffentlichem Grund und Boden entdeckte man die Pflanzen entlang eines Getreidefeldes und entfernte diese mit irrsinnigem Verwaltungs- und Personalaufwand. Als wäre die Entdeckung an sich nicht schon ein Grund für die Beamten vor Ort total auszuflippen, stellte sich auch noch heraus, dass besagter Grünstreifen des Anstoßes im Rahmen der städtischen Aktion „Langenfeld summt“ zur Stärkung der Bienenpopulation bepflanzt wurde. Nachdem die Presse auf den Fall aufmerksam wurde, hat man nun den Salat und der Haus- bzw. Stadt-Segen hat sich bereits in eine besorgniserregende Schieflage begeben, sodass sich nun ganze Untersuchungskommissionen mit dem „Fall“ beschäftigen.

 

Dabei weiß doch jeder, der sich auch nur ein wenig mit dem Thema Landwirtschaft auskennt, dass in herkömmlichen Samenmischungen (beispielsweise aus dem Baumarkt) immer mal ein paar Hanfsamen mit dabei sein können. Außerdem ist sonnenklar, dass es sich in so einem Fall dann lediglich um THC-freien Nutzhanf handelt, an dem man sich nicht berauschen kann. Diese Tatsache ist auch den Langenfelder Behörden bekannt, doch anstatt die Kirche einfach mal im Dorf zu lassen, regt man sich nichtsdestotrotz furchtbar über die von der Stadt als ungewollte Drogenplantage“ bezeichneten Pflänzchen auf. „Wir werden dafür den Zulieferer der Saatgut-Mischung in Regress nehmen“, äußerte sich der städtische Chefplaner Ulrich Beul martialisch. Die Firma habe nämlich „nicht nur die Ermittlungsbehörden beschäftigt, sondern auch für einen zusätzlichen Personaleinsatz der Stadtverwaltung gesorgt“.

 

 

Was jetzt überhaupt das Problem an der ganzen Sache sein soll, darauf wird allerdings nicht weiter eingegangen. Befürchten die Stadtoberen etwa, dass die braven Bürger beim Anblick des „Teufelskrauts“ augenblicklich in Anarchie verfallen? Welchen Grund könnte man haben, ein solches Gewese zu veranstalten? Zur Genüge aus der Bundespolitik bekannt, geht es jetzt offenbar darum, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, sich in den Amtsstuben gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, schnellstmöglich einen Sündenbock zu finden und ihm den schwarzen Peter unterzujubeln. Die Chancen, den Saatgut-Lieferanten erfolgreich zu verklagen, dürften jedenfalls ziemlich schlecht stehen.

 

Bei all der Aufregung kommt eine Partei definitiv zu kurz: die Bienenvölker, um die es bei der Bepflanzungsaktion ja ursprünglich ging. Man war sich in der Tat nicht zu schade, davon zu sprechen, dass die Hanfpflanzen auf „bienenfreundliche“ (O-Ton Stadtplanung) Weise entfernt wurden. Na dann. Am bienenfreundlichsten wäre es übrigens gewesen, die unerwünschten Pflanzen einfach in Ruhe zu lassen: denn Bienen haben nachgewiesenermaßen eine hohe Affinität zu Hanf, insbesondere zu männlichem. Nicht umsonst empfehlen viele Experten Hanf-Kulturen, um dem grassierenden Bienensterben entgegenzuwirken.

 

Hoffnung auf eine baldige Legalisierung in Deutschland macht das lächerliche, hysterische Treiben in Langenfeld jedenfalls nicht...

Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig lässt zu praktisch keiner Gelegenheit einen Zweifel, dass sie sich in keinster Weise sachlich mit dem Thema Cannabis auseinandersetzen möchte, sondern voreingenommen agiert und darüber hinaus versucht, Cannabiskonsumenten in möglichst schlechtem Licht dastehen zu lassen.

 

Dabei scheut sie sich auch beispielsweise nicht, Auftragsarbeiten von beispielsweise der „Bild“, die Lügen über Cannabis verbreiten, die nicht im Ansatz wissenschaftlich gedeckt sind, zu beklatschen und verbreiten oder aufbauschende Propaganda wie „Cannabis tötet nicht direkt, aber...“ abzusondern.

 

Doch das reicht offenbar nicht. Neuerdings bedient sich Daniela Ludwig für ihre Denunziationen sogar illegaler Mittel – und das obwohl sie zwar schon keinerlei Qualifikation für ihren Job als Drogenbeauftragte mitbringt, sondern Rechtswissenschaften studiert hat und es deswegen eigentlich zumindest in dieser Sache doppelt und dreifach besser wissen müsste.

 

Daniela Ludwigs Abneigung gegen Cannabiskonsumenten ist aber offenbar derartig groß, dass sie sich trotzdem vergangene Woche dazu hat hinreißen lassen, die Persönlichkeitsrechte einer Person zu verletzten, die ihr unerwünschte Nachrichten per Facebook hat zukommen lassen.

 

Oder sieht Daniela Ludwig Cannabiskonsumenten einfach als derartig niedrige Subjekte an, dass sie davon ausgeht, dass der Rest der Welt es schon gutheißen wird, wenn sie einfach deren Persönlichkeitsrechte mit Füßen tritt? Denn ansonsten lässt man sie ja auch weitestgehend jedes Schindluder mit der kiffenden Bevölkerung treiben?

 

 

Ohne den Namen des Absenders unkenntlich zu machen (dies hat die Highway-Redaktion auf dem Screenshot nachgeholt!) – und somit rechtswidrig – postete Ludwig voller Wut bei Twitter einen Screenshot von der Nachricht, die sie erhalten hatte, und machte diese samt Klarnamen des Verfassers somit im kompletten Öffentlichen Raum publik.

 

Ein starkes Stück für eine Politikerin – so etwas macht vielleicht ein Donald Trump, aber in Deutschland ist man eine solche Niveaulosigkeit noch nicht von den Mitgliedern des Bundestags gewohnt, nicht einmal von den rechtspopulistischen Hetzern der AfD-Fraktion.

 

Darüber hinaus pauschalisierte Daniela Ludwig auch noch und nahm diese Nachricht von einer Einzelperson zum Anlass, um wieder einmal gegen alle Cannabiskonsumenten und das Kraut an sich zu hetzen:

 

 

 

Besonders bitter: Hunderte von Cannabiskonsumenten suchen seit Monaten das Gespräch mit Daniela Ludwig und sind dabei freundlich und nett. Nie reagiert Daniela Ludwig auf diese freundlichen und öffentlichen Anfragen. Dann schreibt ihr ein einzelner Verwirrter und den und seine dümmliche Nachricht nutzt die deutsche Bundesdrogenbeauftragte dann, um alle Cannabisfreunde schlechtzumachen. Das ist Framing! Das ist unwürdig für eine Politikerin.

 

Was, wenn Daniela Ludwig so über eine beliebige andersdenkende Bevölkerungsschichten reden würde? Der Aufschrei wäre riesig, Ludwig wäre ihren Job augenblicklich los. Daniela Ludwigs Amt als Drogenbeauftragte will eigentlich so verstanden sein, dass den Drogen konsumierenden Menschen geholfen wird, nicht, dass sie an den Pranger gestellt werden, dass sie beschimpft werden, dass sie pauschal als Spinner und Gewalttäter abgetan werden.

 

Daniela Ludwig ist die letzte Person in Deutschland, die sich so verhalten sollte, wie sie es tut.

Der tendenziöse dpa-Artikel um (das fiktive?) Cannabis-Opfer „Stefan“ treibt momentan viele Cannabisfreunde nicht zu Unrecht zur Weißglut. Wer sich über das „journalistische“ Machwerk infomieren möchte, kann das hier tun.

Da wir besonders viel Resonanz auf diese Artikel-/Medien-Kritik erhielten, haben wir mithilfe einer Suchmaschine eine Liste derjenigen Online-Zeitungen erstellt, die den Artikel gebracht haben.

 

 

Alle übernahmen den Text ohne weitere Prüfung im gleichen Wortlaut, höchstens der Titel variierte hin und wieder leicht. Wenn euch der Sinn danach stehen sollte, sucht euch gerne die Zeitung eurer Region heraus und schickt ein paar Worte Feedback. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

abendzeitung-münchen.de

ad-hoc-news.de

allgaeuhit.de

allgemeine.zeitung.de

apollon-hochschule.de

apotheken-umschau.de

augsburger-allgemeine.de

azononline.de

badische-zeitung.de

bbv-net.de

berchtesgardener-anzeiger.de

bietigheimerzeitung.de

bild.de

bnn.de

borkenerzeitung.de

buerstaedter-zeitung.de

cannstatter-zeitung.de

chiemgau24.de

die-glocke.de

dieharke.de

donaukurier.de

dzonline.de

echo-online.de

emderzeitung.de

esslinger-zeitung.de

frankenpost.de

freiepresse.de

fuldaerzeitung.de

ga-online.de

general-anzeiger-bonn.de

giessener-anzeiger.de

gmuender-tagespost.de

goslarsche.de

greenpeace-magazin.de

haller-kreisblatt.de

handelsblatt.com

hna.de

idowa.de

infranken.de

insuedthueringen-de

ka-news.de

krankenkassen.de (!)

kreis-anzeiger.de

krzbb.de

ksta.de

kurier.de

lampertheimer-zeitung.de

lauterbacher-anzeige.de

leonberger-kreiszeitung.de

lokal26.de

lr-online.de

lz.de

main-echo.de

mainpost.de

marbacher-zeitung.de

merkur.de

mittelhessen.de

moz.de

msn.com

mt.de

muensterschezeitung.de

mz-web.de

n-tv.de

nau.ch

newsdeutschland.de

nnn.de

noows.de

noz.de

np-coburg.de

ntz.de

nw.de

nwzonline.de

oberhessische-zeitung.de

on-online.de

onetz.de

oz-online.de

pnn.de

pnp.de

prosieben.de

radio7.de

rhein-zeitung.de

rnd.de

rnz.de

rundschau-online.de

saarbruecker-zeitung.de

saechsische.de

sat1.de

schwaebische.de

schwarzwaelder-bote.de

shz.de

sol.de (von RP Online)

stern.de

stuttgarter-nachrichten.de

stuttgarter-zeitung.de

süddeutsche.de

svz.de

swp.de

t-online.de

tagblatt.de

theworldnews.net

top.st

usinger-antzeiger.de

verlagshaus-jaumann.de

vieventi.de

volksfreund.de

volksstimme.de

welt.de

westfalen-blatt.de

wiesbadener-kurier.de

wn.de

wz.de

yahoo.com

zeit.de

zoran-online.de

zvw.de

 

 

Daniela Ludwig war fleißig und strebsam, quatschte jeden CSU-Quatsch nach, den man von ihr verlangte. Alle Wege schienen ihr offenzustehen – die Eltern sahen für ihre Tochter eine Karriere als Hopfenbäuerin voraus. „Sie war ein Sonnenkind“, erinnert sich Mama Laura. Doch vergangenes Jahr aus der Traum: die 44-Jährige kommt nicht mehr regelmäßig zum Schlafen nach Hause, ist im Deutschen Bundestag auffällig und überdreht, wirkt in ihren immer merkwürdiger werdenden Tweets und Insta-Stories teils bedrohlich…

 

Die Ferndiagnose von Twitter-Nutzern ein Schock für Danielas Eltern: schizophrene Psychose im Zusammenhang mit regelmäßigem Konsum von Cannabis-Tweets bei Twitter! Eine Social-Media-App, die gemeinhin als harmlos gilt, aber bei Politikern irreversible Schäden anrichten und das Leben der Bürger auf den Kopf stellen kann. „Ich war verzweifelt“, sagt Mama Laura, die wie ihr Mann, Papa Stefan, nie zuvor mit dem Thema in Berührung gekommen war.

 

Diverse Studien zeigen: Politiker lügen noch mehr als normale Menschen es tun. Gerade Drogenbeauftragte haben es schwer – viele haben keine anständige Ausbildung in diese Richtung genossen und werden von ihren Mit-Politikern nur als ausführende Objekte angesehen, die beliebig ersetzbar sind. „Das Gehirn ist da eine Großbaustelle und besonders irritierbar und leicht aus der Balance zu bringen“, sagte der Vizepräsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte zu einem völlig anderen Thema.

Niemand weiß, ob Daniela Ludwig zuerst mit Twitter in Berührung kam oder zuerst eine Karriere als Schaumschlägerin anvisierte. Nicht nur, dass sie rechtspopulistischen „Zeitungen“ wie der Bild Interviews gibt, auch quatscht sie – obwohl Drogenbeauftragte der Bundesregierung – geistlose Anti-Cannabis-Lügen in die ihr hingestellten (wenn nicht gleich von ihr beorderten) Mikrophone.

 

Wider besseren Wissens phantasiert sie etwa Erzählungen wie diese herbei: „Cannabis tötet nicht direkt, aber... bla bla... Psychosen... bla“, die an das Lieblings-Bonmot eines jeden Rassisten erinnern: „Ich bin zwar kein Rassist, aber...“

 

Psychosen, wie auch manche Leute unterstellen, dass Daniela sie hat, sind Störungen der Wahrnehmung: Betroffene glauben, sich in einem Film zu befinden oder dass kiffen impotent machen würde. In schlimmen Fällen glauben selbst erwachsene Menschen, dass Cannabiskonsum sogar für fehlende Urinkontrolle sorgen würde. Diesen Wahrnehmungen ist eines gemeinsam: sie haben mit der Realität nichts zu tun. Daniela, ein pudeliger Typ, meint etwa, solche Aussagen entsprächen der Realität. Niemand kann sie von dem Gegenteil überzeugen.

 

 

Nach Ansicht des Reporters Gregor Fröhlich ist der Fall daher klar: „Daniela Ludwig fehlen meiner Meinung nach gewisse kognitive Fähigkeiten. Ihren Aussagen nach vermute ich, dass sie mindestens sechs bis zehn IQ-Punkte unter dem IQ von Marlene Mortler liegt. Das ist schon traurig.“

 

Dieser Artikel ist keine Auftragsarbeit von dpa. (Weitere Informationen hier.)

„Stefan war fleißig und strebsam, alle Wege schienen ihm offenzustehen - die Eltern Laura und Peter Müller sahen für ihren Sohn nach dem Abitur eine Karriere als Maschinenbauer voraus.“ – Wer sich für Cannabispolitik interessiert, der könnte in den letzten Tagen beim täglichen Nachrichtenüberblick bereits auf diese Zeilen gestoßen sein. Und das ist noch vorsichtig formuliert, denn eigentlich war es schwer, nicht über den armen „Stefan“ und sein Cannabisproblem zu stolpern.

 

Der Artikel, der von der Nachrichtenagentur dpa verfasst wurde, fand in vielen kleinen und großen Redaktionen Deutschlands scheinbar großen Anklang: ein kurzer Blick in die Google-Suchergebnisse offenbart, dass der Text in den letzten Tagen unter dem Titel „Wie Cannabis Familien zerstören kann“ in zahllosen (Online-) Zeitungen publiziert wurde. Von der „Münchener Abendzeitung“ über die „Mainpost“ bis zur „Hamburger Morgenpost“, von fragwürdigen Anbietern wie „lokal26.de“ über renommierte Branchenriesen wie „Die Zeit“, von der „Apotheken-Umschau“ über den Greenpeace-Blog – die Liste mit Beispielen ist schier endlos. Offenbar gab es so gut wie keine halbwegs „seriöse“ Redaktion in ganz Deutschland, die dem fragwürdigen Charme des Artikels widerstehen konnte. Und das ist wahrlich keine Untertreibung: die Chance ist sehr groß, in dieser Woche auf einer beliebigen deutschen Nachrichtenseite auf „Stefan“ zu treffen. Dabei ist das Geschreibsel nichts weiter als ein Stück Cannabis-Alarmismus, wie man es in Abwandlung schon dutzende Male gelesen hat.

Wieder einmal geht es um einen Teenager, der, da besteht offenbar kein Zweifel, durch ungezügelten Cannabiskonsum sein Gehirn und seinen Lebenslauf ruiniert, sowie die armen Eltern, die dem Verfall hilflos zuschauen müssen. Über die positiven Gegenbeispiele, die zu Millionen ihr Leben ganz normal auf die Reihe bekommen, hört man natürlich nix, die angewendete Erzählform des intimen Betroffenheitsduktus eignet sich besser dazu, den Leser einzuwickeln, als einen wissenschaftlichen Diskurs anhand diverser Studienergebnisse zu führen. Dabei ist der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychotischen Episoden keineswegs so eindeutig, wie einen der Artikel glauben macht. Auch die neue, alte Leier vom hochpotenten Cannabis wird natürlich wieder gespielt, witzigerweise aufgepeppt mit einem Bier-Wodka-Vergleich. Es wäre dem Autor dieser Zeilen neu, dass Wodka inzwischen verboten wurde. Über „fehlende Urin-Kontrolle“ als angebliche Nebenwirkung des Cannabiskonsums dürften erfahrene Cannabisfreunde dann wohl nur noch den Kopf schütteln.

 

 

Was darüber hinaus irritiert, ist der Tonfall, der zwischen Sentimentalität und Leistungs-Logik chargiert. Letztere offenbart sich zum Beispiel im seltsam unterkühlt anmutenden Schlussteil des Lehrstücks: „Die Müllers haben mittlerweile ihre Erwartungen an ihr Kind auf ein Minimum heruntergeschraubt: Wenn Stefan ein einigermaßen selbstständiges Leben führen könnte, wären sie schon zufrieden.“ Die überwiegende Anzahl an Cannabisfreunden wäre wohl schon zufrieden, wenn sie von Prohibitionsbefürwortern hin und wieder auch mal ein paar Graustufen, ein bisschen weniger schwarz-weiß hören würden. Und wenn vielleicht zur Abwechslung mal nicht jede Zeitung von Nord- bis Süddeutschland denselben Agentur-Artikel unverändert nachplappern würde...

Neues aus der total unnötigen Rubrik „Geschichten, die die Prohibition schreibt“: in Mainz erlebte ein 40-Jähriger auf die harte Tour, warum der Kauf auf der Straße nicht unbedingt die beste Möglichkeit darstellt, an Cannabisprodukte zu kommen. Was hat man nicht schon alles lesen müssen über verunreinigtes oder gar synthetisches Cannabis. Haarspray, Zucker, Glas, Blei, Fäkalien – böse Erinnerungen an die 2000er-Jahre kommen auf und an das Wunderkerzen-Weed, das bei jedem Zug mehr Funken versprüht hat als das jährliche Silvester-Feuerwerk. Oder an die gute alte Vogelsand-Zeit, als man beim Jointrauchen das Gefühl hatte, man lutscht eine Handvoll Kieselsteine. Ach ja, gar nicht so lang ist´s her!

Mit derartigen Problemen musste sich der Mainzer zwar nicht rumschlagen, dafür aber mit seinen Dealern, die ihn, nachdem sich herausgestellt hatte, dass es sich bei dem gekauften „Haschisch“ um handelsübliches Kaffeepulver handelte, mit Holzlatten bearbeiteten. Wirklich nicht gerade die feine englische Art. Das wäre dann wohl das, was Bundesdrogenbeauftragte Ludwig mit ihrer Feststellung „Cannabis tötet vielleicht nicht direkt, aber...“ meinte. Aber wer kann schon sagen, was dem unglücklichen Kunden passiert wäre, wenn er sich sein Cannabis ganz regulär in einem zertifizierten Geschäft gekauft hätte? Vielleicht wäre dem Pechvogel da das Hängeregal auf den Kopf gefallen...