Highway

Dieses Interview erschien erstmals zum Kinostart in Highway-Ausgabe 02/17. Wer sich den Film nun (noch einmal) anschauen möchte: Lommbock ist seit dem 29. September für alle Netflix-Abonennten kostenlos abrufbar.

 

Unmittelbar nachdem wir Lommbock im Rahmen einer Pressevorführung in Hamburg ansehen durften, wurden wir von Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz zum Gespräch über den Film und das Kiffen an sich eingeladen. Nachdem wir freundlich begrüßt wurden, verschwindet Moritz Bleibtreu kurz im Nebenraum und kehrt mit einem Stück schwarzen Haschisch wieder – „endlich einmal fachkundige Interviewer“, freut er sich und beginnt einen Hasch-Joint zu drehen. Da aber große Teile der Highway-Redaktion nur pur rauchen, beschließen wir, einen Joint aus den Highway-Reserven zu drehen, damit auch jeder daran ziehen kann. Rein zufällig haben wir Gras der Marke „genmanipulierte Haze-Scheiße“ am Start – eine Formulierung, wie sie im neuen Film Lommbock des Öfteren vorkommt. Denn Kai (Moritz Bleibtreu) und Stefans Vater (Elmar Wepper) beschweren sich in der neuen deutschen Kifferkomödie des Jahres 2017 mehrfach über die „genmanipulierte Haze-Scheiße“ und reminiszieren über Cannabissorten vergangener Tage, die nur einen geringeren THC-Anteil aufgewiesen haben sollen. Müssen wir uns eigentlich wundern, dass einer der größten deutschen Schauspieler einen Joint mit uns raucht? Nein, müssen wir nicht – wir gehen eigentlich davon aus, dass das Kiffen unter Filmstars mindestens so stark verbreitet ist wie in der restlichen Bevölkerung und machen uns daher direkt daran, mit unserem Interview loszulegen. 

 

Highway: Jungs, ihr verkörpert in Lommbock zwei „klassische“ Cannabiskonsumenten. Was macht für euch denn einen Kiffer aus? 

Lucas: Der muss auf jeden Fall kiffen. 

Moritz: Lucas hat so einen Lauf, du ahnst nicht, was er eben rausgehauen hat...

Highway: Das stimmt natürlich, aber seht ihr auch noch andere Konstanten? Uns ist vor allem aufgefallen, dass der „Klischee-Kiffer“ in beiden Filmen angesprochen wird – und nicht all zu gut dabei wegkommt. 

Moritz: Also, ich persönlich war noch nie ein Freund des Klischee-Kiffer-Bildes. Das Bild an sich kommt bestimmt auch dadurch zustande, dass das Kiffen eben durch die Art und Weise, wie es wirkt, eher eine introvertierte Droge ist – eine Droge, die eher nachdenklich macht, manche Leute auch paranoid oder wer weiß, was alles. Es ist keine Droge, die zu Selbstüberschätzung führt oder die dich hemmungslos macht oder dir ein falsches Selbstwertgefühl vermittelt, so wie beispielsweise Alkohol. Und ich glaube, das ist auch der große Unterschied zwischen Cannabis und eigentlich allen anderen Drogen: es ist eine Droge, die dich mehr zu dir selbst führt und dir nichts vorspielt. Und deswegen ist Cannabis im Gesamtkontext nicht besonders beliebt in der profitorientierten Gesellschaft. Sicher auch, weil es eine Droge ist, die eher dazu führt, dass man auf der Couch sitzen bleibt und Fünfe gerade sein lässt. 

Lucas: Cannabis macht halt meist nicht gerade effizient. 

Moritz: Genau! Anstatt dass du wie auf Kokain oder Crystal Meth vier Tage durchballerst und arbeitest und ein produktives Mitglied dieser Gesellschaft bist. Ich glaube, es hat auch viel damit zu tun, dass Cannabiskonsumenten stigmatisiert werden.

Highway: Natürlich hätten wir auch direkt gefragt, ob ihr selbst Cannabis konsumiert. Moritz, dass du es tust, sehen wir gerade – aber wie sieht es bei dir aus, Lucas? Kiffst du gar nicht oder nur selten? 

Lucas: Also ich habe kurz vor dem Drehbeginn des ersten Teils aufgehört zu kiffen – und seitdem, bis auf ein paar Versuche, die auch mächtig schief gegangen sind, einfach beschlossen, dass das keine Droge für mich ist. Weil sie mit mir Dinge macht, die ich nicht gut finde und über die ich keine Kontrolle habe. Ich kann es einfach nicht, ich komm davon nicht gut drauf. Trotzdem finde ich ein Verbot und eine Verteufelung überhaupt nicht gut, da so eine verruchte Aura entsteht, wo Jugendliche sich vielleicht genötigt fühlen, mitzumachen, um dazuzugehören. Und das macht es den Leuten, die damit nicht klarkommen, schwerer, sich das einzugestehen. Und solche Leute gibt es ja. Ich habe jedenfalls irgendwann beschlossen, dass das nicht meine Droge ist. Also ich kenne Leute, die werden dann irgendwie entspannt, denen tut das gut, denen macht es Spaß und die werden wirklich lustig. Und ich denke mir währenddessen: Oh Mann, der einzige Ausweg aus dieser Situation ist der Freitod. Und daher habe ich überhaupt kein Problem damit, auch damals schon, einfach zu sagen: ich mach es halt nicht. Weil es mir nicht guttut. Und diese Freiheit muss man haben, aber im Gegenzug sollte auch jeder die Mündigkeit haben dürfen, sich dafür zu entscheiden. 

Highway: Das wäre auch im weiteren Verlauf eine unserer Fragen gewesen, ob ihr auch schon mal schlechte Erlebnisse mit Cannabis gehabt habt. 

Lucas: Also ich kann das leider gar nicht, auch wenn ich es eigentlich super fände – ich rieche es gerne, ich finde den Vorgang toll, ich würde theoretisch auch ganz gerne mal ab und zu kiffen... 

Moritz: Also Lucas hat es jetzt beim zweiten Teil wieder ein paar Mal probiert. Wir haben den Film gedreht und ein, zwei Mal hab ich ihm dann ein kleines Eckchen mitgegeben, aber es ging nicht. Lucas kam dann am nächsten Morgen, ich hab ihn gefragt, wie es war – und er nur wieder so: „Kurz vor Freitod!“ Also, ich glaub wir lassen das. (Beide lachen) 

Highway: Das passt ja dann eigentlich ganz gut dazu, wie deine Rolle Stefan in Lommbock angelegt ist, Lucas.

Lucas: Schon ein wenig, aber ich glaube, er kann das im Gegensatz zu mir. Er verkneift sich das Kiffen nur, aber es macht ihm schon richtig Spaß. Das ist der Unterschied zwischen ihm und mir. Er kommt zwar auch auf seine komischen Trips, aber ich glaube, die sind anderer Natur. Er verkneift sich das Kiffen zum Beispiel, weil er denkt, er muss jetzt sein Konzept fertig machen oder weil er noch etwas zu erledigen hat. Das hält ihn eher vom Kiffen ab, nicht dass es ihn unglücklich machen würde. 

Moritz: Also ich kenne ganz viele Leute, bei denen das so ist wie bei Lucas. Die einfach sagen, ich komme gar nicht klar – sei es wegen Paranoia oder weil sie wirklich so lethargisch werden, bis zu dem Punkt, dass sie gar nicht mehr aus dem Quark kommen. In meinem Fall weiß ich halt auch zum Beispiel ganz genau, warum das eine Droge für mich ist – und zwar, weil ich so dermaßen viele Hummeln im Arsch habe. Ich habe eine Grundenergie, die sehr hoch ist. Und deswegen ist Cannabis gut für mich, weil es das total nivelliert. Aber bei anderen Leuten, die nicht über so eine Grunddynamik verfügen, wird es eventuell schwierig. Ganz wichtig sind natürlich auch Ziele und Motivation. Wenn du nicht weißt, warum du morgen früh aufstehen willst – nicht musst, sondern willst –, dann wird es ganz schwierig. Und wenn du dann morgens um zehn eine Tüte rauchst, dann ist’s vorbei, dann bleibst du auch liegen. Und die Erfahrung habe ich auch gemacht, schon sehr früh in meinem Leben, so mit 17, zehnte Klasse ungefähr – Standard halt. Damals habe ich auch noch Geräte geraucht, Bongs und so weiter, was ich heutzutage überhaupt nicht mehr mache. Alles außer Joints finde ich irgendwie ein bisschen infantil, das ist nicht mein Ding. Jedenfalls hatte ich das damals auch. Wenn die Option ist, in die Schule zu gehen – und ich wusste, ich will da nicht hin –, dann zieht man halt die Decke noch mal drüber. Und insofern kann ich das schon nachvollziehen. Auch bei Cannabis kann es laufen wie bei jeder anderen Droge oder was auch immer. Dann ist das ganz schnell eine gefährliche Nummer, man darf das auch nicht auf die leichte Schulter nehmen und nicht verherrlichen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich nie für eine Legalisierung gerade gemacht habe. Ich glaube auch, wenn jemand Gras haben will, der kriegt sein Gras schon – ob man das jetzt im Laden kauft oder anderswo. 

Highway: Aber das hat ja auch Nachteile für die Konsumenten. 

Moritz: Das ist richtig, aber da ist für mich nur eine Sache ausschlaggebend und das ist der medizinische Nutzen. In dem Moment, wo ein medizinischer Nutzen nachweisbar da ist und es Leute gibt, die nachweislich davon profitieren, dann ist das super und gar keine Frage, dass man das unterstützen und fördern muss. Aber das hat ja mit einer Legalisierung in Bezug auf das, was gerade zum Beispiel in Colorado passiert, nichts zu tun. Das ist ja Wahnsinn! Gibt es irgendein anderes Produkt auf der Welt, wo in den letzten zehn Jahren so viel Geld mit umgesetzt wurde, und das in so kurzer Zeit? Und wenn du dir das anguckst, dann weißt du auch ganz genau, das ist nur eine Frage der Zeit bis zur Legalisierung. Damit wird so viel Geld verdient, das kann niemand verleugnen. Aber ob ich das gutheiße, dass man an jeder Ecke Schokolade mit Weed drin und Energydrinks mit Weed in drei verschiedenen Stärken kaufen kann – da weiß ich nicht, ob ich das unterstützen will. 

Highway: Du scheinst kein großer Freund von oral konsumiertem Cannabis zu sein?  Moritz: Ja, das ist krass, das ist auch so ein Ding. Das habe ich einmal in meinem Leben gemacht und nie wieder. Das ist ein völlig anderes Spiel, das ist gar nicht dieselbe Droge. Ich hab das einmal in Amsterdam gemacht, mit 19 oder 20. Ich war komplett fertig. Das ging gar nicht, da ging es mir richtig scheiße. 

Highway: Wo wir gerade beim Thema sind – das ist ja so eine Kleinigkeit, die wir ein bisschen im zweiten Teil vermisst haben: die Absturzszenen. Wir erinnern uns da nur zu gerne an die Schwarz-weiß-Szenen aus dem ersten Teil... 

Moritz: Ja gut, die beiden sind halt auch älter geworden. Wenn man über 30 Jahre alt ist, dann passiert einem halt auch nicht mehr so ein Quatsch. 

Highway: Wie oft rauchst du denn eigentlich inzwischen? 

Moritz: Ich rauche schon hier und da mal gerne. Wenn die Situation entspannt ist und ich einen Grund habe, dann rauche ich gerne mal einen Joint, klar! Jetzt zum Beispiel habe ich einen Grund, oder? Grund zum Feiern – ihr seid da, es ist lustig, man sitzt hier und hat eine schöne Zeit, gestern haben wir uns zum ersten Mal Lommbock angeschaut. Das ist eine perfekte Situation. Früher habe ich auch gerne an besonderen Orten geraucht, das kennt ihr doch sicherlich auch – auf dem Empire State Building, auf dem Eiffelturm... 

Lucas: ...überall wo es hoch ist?

Moritz: Da sagt man dann, guck, da habe ich einen Joint geraucht. Das war aber natürlich vor allem, als man jünger war. Als Kiffen auch noch viel mehr etwas mit Rebellion zu tun gehabt hat. Und natürlich auch viel mit Inhalt. Meine erste Inspiration überhaupt zu kiffen, noch bevor ich mit Leuten zu tun hatte, die geraucht haben, waren eigentlich The Fabulous Furry Freak Brothers, frühe Underground-Comics, Gilbert Shelton und diese ganzen Sachen. Das hat mich angeklatscht, weil ich das einfach cool fand. Ich dachte mir, worum geht’s denn da, was rauchen die denn da? Also es gibt natürlich auch die Situation, wo dich irgendwas inspiriert, aber auch da geht es um Inhalt. Bob Marley zum Beispiel. Kiffen war früher noch mehr eine Rebellion. Es steht ja auch für etwas. Und das ist auch einer der Gründe, weswegen ich die Droge auch offen feiere. Natürlich gibt es auch negative Seiten, völlig klar. Wenn jemand individuell damit nicht klarkommt, dann ist das die Hölle auf Erden. Aber im Grundsatz, in Form und Wirkung, bei dem, was Cannabis mit dir macht, da überwiegen die positiven Anteile bei Weitem. Oder habt ihr schon mal in einem Coffeeshop in Amsterdam jemanden pöbeln sehen? Cannabiskonsumenten sind allgemein friedfertige Menschen, die meistens auch gerne reflektieren, nachdenklich sind und oft künstlerisch und kreativ tätig. Ich finde Kiffer sind ein sehr sympathisches Völkchen. Das ist ja mein persönlicher Geschmack, aber das sind alles Attribute, die ich bei Menschen sehr schätze. Wenn ich mir hingegen zum Beispiel den klassischen Coke-Head angucke, und ich kenne viele Leute, die Kokain konsumieren, das mag ich zum Beispiel gar nicht. Da wird sich selbst überschätzt und unheimlich viel Müll geredet. Ein bisschen mehr Kiffer-Spirit in der Welt und in der Weltpolitik würde alles definitiv verbessern. Wenn die alle mal zur richtigen Zeit einen Joint rauchen würden, dann wäre alles gut... Wenn die aber alle so abgehen würden wie Lucas, dann ist alles vorbei. Der drückt sofort auf den Knopf und dann ist Sense! Okay, ich werde das revidieren. Ich nehme das zurück. (Alle lachen) 

Highway: Also, dass Lucas bei den Dreharbeiten kein echtes Gras geraucht hat, haben wir inzwischen verstanden – oder vertun wir uns? Und wie sah es bei dir aus, Moritz? 

Moritz: Das kannst du gar nicht machen, stell dir das mal vor. 

Lucas: Du hast ja fünfzig Leute, die auf dich warten und die minutiös wie ein Uhrwerk arbeiten. 

Moritz: Das ist alles Tabak. Wir haben dann irgendwann angefangen, mit dem Tabak herumzuexperimentieren, was nimmt man da am besten, was kratzt am wenigsten und so. Weil, wenn du den Tabakjoint mit einem Pappfilter baust, das kratzt ja nur. Das ist so ekelhaft. Du musst ja dann auch ordentlich ziehen, damit das auch schön aussieht. Ich habe einen Nikotinflash gehabt! Nur wegen dem blöden Tabak.  Lucas, weißt du noch, oben auf dem Feld? Da lag ich erst mal schön fünf Minuten mit den Beinen hochgelegt, nur vom Tabak! Da ging gar nichts mehr. Also wenn du das mit Gras machen würdest, dann würdest du das auch nur genau eine Stunde machen...

Highway: Ob dicht oder nüchtern – was sowohl Lammbock als auch Lommbock ausmacht und auch ein bisschen das Herzstück darstellt, sind die absurden Wortgefechte zwischen Kai und Stefan. Wie darf man sich das vorstellen? Wie viel steht da schwarz-weiß im Drehbuch? Manchmal kommt es schon so rüber, als ob ihr euch etwas gehen lasst und improvisiert? 

Lucas: Alles ist nachweislich schwarz auf weiß so geschrieben wie gezeigt, beim ersten Teil und beim zweiten Teil auch. Und wenn man mal versucht hat, sich etwas Anderes auszudenken, war es dann objektiv nie besser als die Idee, die im Drehbuch stand. Bis auf eine kleine Reaktion, ein kleines Nachhaken oder so, weil es im Spiel ist, steht alles so im Drehbuch. Was ja aber auch der Spaß für uns ist. Dass man eben nicht im Zugzwang ist, sich irgendwas auszudenken, oder das Gefühl hat, irgendwas verbessern zu müssen, weil es nicht funktioniert. Nein, man setzt sich hin, lernt die Sachen, spielt die Sachen und freut sich darauf, es zu spielen und auch nachher zu sehen – das sind sehr lebendige, tolle Dialoge. 

Moritz: Ich kann nur sagen, das ist die Frage, die mir am liebsten gestellt wird. Denn wenn das so rüberkommt, das heißt ja, dass ihr eine Nähe zu den Figuren verspürt, dass ihr sogar soweit geht, zu sagen: kommt, ihr seid doch auch im echten Leben so wie Kai und Stefan. Dann ist das natürlich ein großes Kompliment. Aber Tatsache ist, wir sind es wirklich nicht. Also ich habe mit Kai echt nichts am Hut, mit Ausnahme seines Temperaments vielleicht... 

Lucas: Ja, und den in sich schlüssigen Theorien... (alle lachen) 

Moritz: Das wiederum ist fragwürdig! Nein, eigentlich gar nichts, charakterlich betrachtet. Auch dass ich ab und zu mal einen Joint rauche, hat nicht den geringsten Einfluss auf die Performance oder den Spirit des Ganzen – das seht ihr ja an Lucas.

Highway: Wie erklärt ihr euch denn eigentlich rückblickend den Kultstatus von Lammbock? 

Lucas: Das ist echt schwer zu erklären. Ich glaub, es gibt da keine Formel, weil es war ja nicht so geplant, sodass man sagen würde: wir machen jetzt einen Kultfilm. Lammbock hat irgendwie einen Nerv getroffen. Vielleicht trägt auch etwas dazu bei, dass man bei Lammbock irgendwie denkt, das ist ein Kifferfilm, aber man bekommt dann doch ein bisschen mehr – es ist halt nicht nur Cheech und Chong, sondern es gibt doch eine Freundschaftsgeschichte und es gibt doch ein paar ernstere Sachen, die angerissen werden. Es ist irgendwie anders fundiert. Was auch mit zum Kultstatus beiträgt, ist sicher auch die Wiederholbarkeit – dass man es sich gerne wegen der Details immer wieder anguckt. Und nicht zuletzt ein Grund ist natürlich auch unser eigener Spaß an der ganzen Geschichte. 

Highway: Der kommt auch auf jeden Fall rüber! Das ist auch ein ganz großer Pluspunkt für uns bei beiden Teilen. 

Lucas: Das freut uns, dass ihr das auch beim zweiten Teil so empfindet. Der erste Teil war auch echt die Messlatte. Wir wollten nicht einfach kalten Kaffee wieder aufwärmen und aus fadenscheinigen Gründen einen zweiten Teil machen, sodass man sich denkt, warum denn? – etwa so wie bei der Reunion von Guns’n’Roses. Aber deswegen hat es auch so lange gedauert, es musste erst mal ein Drehbuch kommen, das uns so begeistert hat. Christian musste die Idee haben und die kam halt erst 15 Jahre später – da ist der Funke dann aber so was von übergesprungen, das war so ein bisschen wie der A-Team-Ruf: Wotan kommt, Alexandra kommt, Antoine kommt, alle kommen. Da merkt man dann auch, das ist größer als einfach nur „wie überreden wir die Leute beim zweiten Teil mitzumachen?“. Der Funke war da, es war die richtige Zeit und das richtige Drehbuch und alle haben gesagt: das machen wir. Und ohne das hätte es keinen zweiten Teil gegeben.

Highway: Da uns die Zeit schon wieder davonrennt, für jeden noch eine Abschlussfrage. Lucas, wann kommt die Legalisierung in Deutschland? 

Lucas: Am 23. März 2017! 

Highway: Moritz, welche ist deine Lieblingssorte? 

Moritz: Guter marokkanischer Pollen! 

Highway: Vielen Dank für das Gespräch!

Wenn ein Bundesminister nach seinem Rücktritt ein gut dotiertes Pöstchen in der freien Wirtschaft erhascht, gilt das vielen kritischen Zeitgenossen als Zeichen von Kungelei und Lobbyismus. Wenn die Parallelen zwischen aktiver politischer Laufbahn und dem danach angebotenen Posten zu augenfällig sind, bekommt das Ganze schnell einen faden Beigeschmack.

 

Wenn nun bekannt wird, dass der ehemalige Gesundheits- und Wirtschaftsminister Philipp Rösler in den Verwaltungsrat des Schweizer Cannabisunternehmens Pure Holding wechselt, dann klappt dem erfahrenen Legalisierungsaktivist und Cannabisfreund wohl als erstes die Kinnlade runter. Ein ehemaliger Bundesminister im deutschsprachigen Cannabusiness, wer hätte das noch vor ein paar Jahren für möglich gehalten?

 

Als zweites schaut man dann ganz automatisch mal nach, was der gute Herr Dr. Rösler in seiner Ministerzeit denn so zum Thema Cannabis verzapft hat. Und, siehe da, in Sachen Medizinalcannabis hat er, schon vor seiner Ministerzeit, als er noch im niedersächsischen Landtag saß, durchaus stark gemacht. Besonders um die Palliativ- und Schmerztherapie ging es damals, aber zum Beispiel auch um die Behandlung von MS. Zu einer Zeit, als das Thema Cannabis, ob medizinisch oder nicht, noch so gar nicht im Trend lag.

 

Mag sein, dass die hier beschriebenen Vorgänge schon ein knappes Jahrzehnt her sind und Rösler in der Zwischenzeit bereits zahlreiche andere „Jobs“ angetreten hat: ein Zusammenhang zwischen seiner damaligen politischen Arbeit und seinem neuen Feld dürfte nichtsdestotrotz bestehen. Also zurück zur eingangs angeschnittenen moralischen Frage: welcher übellaunige Cannabisfreund würde jetzt bitteschön hergehen und Rösler verurteilen?

 

Ist es also nun vielmehr an der Zeit ein Loblied auf den FDP-Mann anzustimmen? Wohl kaum, denn Rösler hatte natürlich nie den „kleinen Kiffer“ im Kopf als vielmehr die Anliegen der Pharmaindustrie, ging es doch immer um verabeitete oder synthetische THC-Arzneimittel. Legale Blüten und Eigenanbau lagen, von den spärlich gesäten Ausnahmegenehmigungen einmal abgesehen, damals noch in weiter Ferne. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass Rösler auch der gesamten Medizinalcannabis-Bewegung, ob unbeabsichtigt oder nicht, einen Dienst erwiesen hat. Zumal auch die synthetischen Präparate wie Dronabinol ihre Wirkung nicht verfehlten, wurde das Thema seinerzeit medial immer mehr aufgeriffen und fand verstärkt Eingang in die kollektive Debatte.

 

Warum beispielsweise das Highway-Magazin Philipp Rösler trotzdem niemals einstellen würde (mal abgesehen davon, dass wir ihm nicht genug zahlen könnten), liegt, und da sind wir dann doch mal wieder beim Thema Moral, besonders an einem Skandälchen, das Röslers Ansehen als Minister nachhaltig geschadet hat: 2012 wurde auf sein Drängen hin der jährlichen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung geschönt, um die damals schon grassierende Ungleichheit der Vermögensentwicklung in Deutschland zu verharmlosen. So wurde beispielsweise eine kritische Passage zur sozialen Schere in der Art umgedeutet, dass sinkende Reallöhne eigentlich gar nichts Problematisches seien, sonderm vielmehr „Ausdruck struktureller Verbesserungen“. Wäre das nicht eine Diskriminierung von Cannabiskonsumenten, müsste man jetzt fragen: welches Kraut hat der denn..., aber lassen wir das. 

Na, wer von euch hat denn auch schon wieder so richtig Bock auf Weihnachten?

 

Okay, okay, wahrscheinlich eher die Minderheit, schließlich ist erstens noch fast Sommer und zweitens ist das familiäre Fressfest auch immer ganz schön anstrengend, zumindest, wenn man seine Familie anstrengend findet. Und trifft das nicht auf uns alle irgendwie zu?

 

Aber Weihnachten hat natürlich auch seine guten Seiten, die Ferien zum Beispiel oder den obligatorischen Adventskalender. Jeden Morgen erst mal ein kleines Geschenk, das macht Laune und erleichtert das frühe Aufstehen bzw. überhaupt irgendwann mal aufzustehen. Vor allem, wenn der Kalender so randvoll steckt mit den verschiedensten Hanf-Produkten, wie die neuen Adventskalender des Hanf Magazins. Ja, ihr habt richtig gelesen, in diesem Jahr wird es gleich mehrere Kalender geben, da wird bestimmt jeder Typ Cannabisfreund fündig. Egal ob Stoner, Grower oder Hanf- und CBD-Enthusiast, hier ist für alle etwas dabei.

 

Den klassischen Hanf-Kalender, der mit der letztjährigen Ausgabe vergleichbar ist und der von Lebensmitteln bis Kosmetika alles mögliche enthält, wo Hanf oder CBD draufsteht, gibt es übrigens in diesem Jahr in gleich zwei Ausführungen: die große, aufklappbare Gold-Version enthält nach Angaben des Herstellers Produkte im Warenwert von stolzen 700 Euro, die Silber-Variante immer noch für lohnenswerte 230 Euro. Versprochen werden Waren von namhaften Herstellern wie Marry Jane CBD, Vaay, Hans Brainfood, Hempamed und vielen weiteren.

 

Neu sind in diesem Jahr auch die Kalender für Stoner und Grower, die, wie die Bezeichnungen schon charmant unsubtil andeuten, vollgestopft sind mit Head- und Growshop-Artikeln, von Herstellern wie Black Leaf, Lumatek, Piecemaker, Bio Nova und Dipse. Gekrönt wird das Ganze mit einem einzigartigen Verpackungsdesign von Illustrator und Karikaturist Steve Stoned.

 

 Oben der Grower-Kalender, unten der für Stoner

 

Jeder der vier Kalender wird limitiert sein, schnell zuschlagen lohnt sich also. Mit dem Kauf eines Kalenders erhält man außerdem die Möglichkeit, an der großen Silvester-Tombola des Hanf Magazins teilzunehmen, die mit Preisen im Gesamtwert von 30.000 Euro aufwarten kann. Zu den Kalendern wird des Weiteren eine App gehören, mit deren Hilfe man sich über die Verwendungsmöglichkeiten der einzelnen Produkte informieren kann, was natürlich besonders dann Sinn macht, wenn man vor hat, das gute Stück an Freunde oder Verwandte zu verschenken, die bisher nur wenige Berührungspunkte mit dem Thema hatten.

 

Derartig ausgerüstet kann man sich dann im Dezember ganz entspannt zurücklehnen und selbst wenn Großtante Renate wieder einmal etwas zu tief ins Eierlikör-Glas geschaut hat und ihre beste Tom-Jones-Interpretation auspackt, dann gönnt man sich einfach ein paar beruhigende CBD-Tropfen aus dem Hanf-Kalender. Und vielleicht, aber nur vielleicht, schunkelt man ja insgeheim doch ein bisschen mit...

Ouch, das tut richtig weh! Da lässt man sich, angeblich im Auftrag eines Freundes, auf einen zwielichtigen 9.000-Euro-Weed-Deal in der Tiefgarage ein, macht natürlich ordentlich Paranoia durch, denn: was kann nicht alles schiefgehen bei so einer Angelegenheit? Und dann springen am Ende nur drei Kilogramm Blumenerde aus dem Baumarkt für den verdutzten Käufer dabei raus.

 

Bereits im Frühsommer 2017 ereignete sich diese bittere Story, wurde aber gerade erst in Dresden vor Gericht verhandelt. Hinter der Täuschung soll eine Unterweltgröße aus Coswig stehen, die mittlerweile schon wegen anderer Deals zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der unglückliche Käufer bzw. Kurier, der seinerzeit das angebliche Marihuana im Parkhaus abgeholt hatte, bekam aufgrund seines jungen Alters und, weil sein Führungszeugnis keinerlei Vorstrafen aufwies, 200 Arbeitsstunden aufgebrummt.

 

Also, nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen, möchte man meinen. Aber vielleicht waren es auch zwei, denn kurz nach dem Tatzeitpunkt hatte er besagten Unterwelt-Macker auf einem Parkplatz zur Rede gestellt und sich dabei einen Schlag ins Gesicht eingefangen. Das Weed hat er aööerdings bis heute nicht bekommen.

Das amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet rund um Brownsville, Süd-Texas, ist ein beliebter Anlaufpunkt für Schmuggler und illegale Einwanderer aus Lateinamerika. Aus Geldnot und Verzweiflung versuchen die Menschen nicht selten, den Golf von Mexiko in improvisierten Flößen, zum Beispiel aus alten Autoteilen und Plastikflaschen, zu überqueren und hoffen, auf diesem riskanten Weg unentdeckt in die Vereinigten Staaten zu gelangen, um ein neues Leben zu beginnen.

 

Die US-Küstenwache berichtet nun von einer ungewöhnlichen Überfahrt, in der abermals eine Art selbst gebautes „Floß“ eine wichtige Rolle spielte. Die vier Männer aus Mexiko und Honduras, die von den Beamten aufgegriffen wurden, nutzten als Schwimmkörper große, mit Marihuana gefüllte Behälter, die laut Polizeibericht einen eindeutigen Geruch verströmten. Insgesamt befanden sich in den Behältnissen etwa 146 Kilogramm Weed. Die Festgenommenen gaben an, man habe ihnen ein paar hundert Dollar für den Schmuggel des Marihuana in Aussicht gestellt. Falls die Angaben korrekt sind, muss man sich ernsthaft die Frage stellen, wie verzweifelt diese Menschen sind, um ein solches Wagnis für Leib und Leben einzugehen – und das für ein paar lächerliche Kröten. Wie schlimm muss es um ihre Heimat stehen, dass selbst die USA unter Trump ein derart verlockendes Ziel darstellen?

Und wieder eine Cannabis-Anlage, die es leider nicht geschafft hat. Im Stadtteil Lank-Latum in Meerbusch zwischen Düsseldorf und Krefeld wandte sich der Vermieter eines Einfamilienhauses an die Polizei, nachdem er bei einem Besuch des Objekts starken Cannabisgeruch und abgeklebte Fenster bemerkt hatte. Da wird man als Eigentümer natürlich schnell mal ein bisschen nervös, zumal das Haus erst seit Anfang dieses Jahres belegt gewesen sein soll.

 

Im Inneren des Wohnhauses fanden die Beamten dann auch tatsächlich etwa 700 Pflanzen, die, nach dem Polizeifoto zu urteilen, gerade erntereif waren oder zumindest kurz davor standen. In Presseberichten wird die Ausstattung der Pflanzung als professionell beschrieben, inklusive einer extra verlegten Starkstromleitung für das Belüftungs- und Beleuchtungssystem. Ersteres war dann wohl aber trotzdem nicht leistungsfähig genug, um eine Enttarnung zu verhindern. Das Abkleben der Fenster, die vielleicht kontraproduktivste aller Vorsichtsmaßnahmen, hat sich in diesem Fall einmal mehr als fatal für den Anlagen-Betreiber erwiesen. Zur Lage des Gebäudes äußerte sich die Polizei in nichtssagender Weise: weder befinde es sich abgelegener Lage noch in belebter Nachbarschaft.

 

 

Anfang Juni traf sich die Highway- Redaktion – natürlich mit anderthalb Metern Abstand – mit Philipp Frost, der durch die Erfindung der Hazelbox Teil der legalen Unternehmer, die Grow-Zubehör anbieten, geworden ist. Wie ist das so, dazu noch wenn man sein Geschäft in Bayern unterhält? Wir möchten mehr über ihn und sein Geschäft in Erfahrung bringen. Dazu gehört natürlich auch sein Produkt, das im Lauf der Zeit immer weiter entwickelt wurde – ein abschließbarer und möglichst leicht zu bedienender Growschrank, über dessen erstes Modell wir in der Erstausgabe von Highway vor bald fünf Jahren berichteten. Stilecht um 16:20 Uhr beginnt das Interview auf dem Throne of Weed...

 

Hallo Philipp, du bist Anfang 30, Gründer und Erfinder der Hazelbox, einem Grow-Schrank für Zuhause, und damit selbstständig auch im legalen Cannabusiness unterwegs. Erzähl uns doch, wie kam es dazu? 

Also ich fand es schon immer sehr interessant, zuhause eigene Früchte anzubauen, und hab das auch bei Freunden gesehen. Und ich habe mir gedacht, das kann doch eigentlich nicht sein, dass es da nicht einfach einen Kasten für gibt, mit dem man sofort loslegen kann, ohne sich selbst ein Set zusammenzustellen und eventuell noch was löten zu müssen oder so. Ich hab da mal ein bisschen in den Shops geschaut und hab gemerkt, dass man da auch ein gewisses Vorwissen braucht und dachte, das muss doch auch besser gehen. 

Wann war das? 

Angefangen mir Gedanken zu machen, habe ich so im Jahr 2013. Und zu der Zeit habe ich auch noch in einem WG-Zimmer gewohnt. Das heißt, ich hatte dabei auch die Überlegung: was ist, wenn ich mal nicht zuhause bin und Besuch in der Wohnung ist, kann man das auch irgendwie abschließen? So habe ich darüber nachgedacht, was sind denn so die Sachen, die die Leute von der Eigenversorgung abhalten? Thema Lautstärke, Thema Geruch, Thema Auffälligkeit, also dass da so ein komisches Zelt dann steht. Normalerweise geht ja auch kein Fremder einfach an einen Schrank dran, aber bei einem Zelt mitten im Raum kommen vielleicht schon Fragen auf. Diese ganzen Probleme haben wir versucht wegzubekommen und ein einfaches System für Leute zu entwickeln, die sich gar nicht so lang mit der technischen Thematik auseinandersetzen wollen oder können. Daraus ist dann die erste Version der Hazelbox entstanden – und die ist jetzt seit 2015 am Markt.

Welcher Aspekt war für dich der dringlichste an einer neuen Growschrank-Lösung? Das All-in-one-Paket? 

Ja schon, das hat sich Schritt für Schritt entwickelt, in der ersten Hazelbox war das noch nicht ganz so gegeben. Es war zwar schon etwas einfacher als bei einem Growzelt, aber man musste schon noch beispielsweise den Aktivkohlefilter und den Lüfter verbinden und die Lampe einzeln einhängen, bevor man starten konnte, also da waren auch schon noch ein paar Schritte nötig. Ich habe am Anfang teilweise auch noch mit einem kleinen Caddy selbst ausgeliefert und gesehen, dass die Kunden nicht nur aus 18-Jährigen Skatern mit Baseballcaps bestehen. Eine frühe Kundin war eine Dame über 60, die mit der Inbetriebnahme nicht ganz zurechtkam und da habe ich überlegt, wie man es noch einfacher gestalten kann, Stichwort All-in-one. Da haben wir mit den Kollegen von Lientec in Quickborn, die mit uns schon von Anfang an zusammenarbeiten, die Hazelbeam 2 entwickelt, die seit zwei Jahren auch automatisch in der neuen Hazelbox-Variante verbaut ist. 

Was darf man sich darunter vorstellen? 

Die Hazelbeam 2 ist ein komplettes System, das es so vorher noch nie gab und bei dem du Lüfter, Aktivkohlefilter, Timer und LED in einem verbaut hast.

Also in dem Fall ist kein Schrank drumrum? 

Sie ist zwar auch in unserer Hazelbox, unserem abschließbarem Growschrank, als Herzstück enthalten. Aber man kann sie auch autonom sehen und verwenden. Man könnte sie also auch einem Zelt oder einem alten Holzschrank verwenden, weil die Hazelbeam 2 einfach alles für einen macht, was man da so braucht – Luftdurchsatz, Filterung, Licht in verschiedenen Phasen vorprogrammiert, sodass man da keine verschiedenen Lampen oder Zeitschaltuhren bemühen muss und so weiter. Man muss im Prinzip die Hazelbeam nur einhängen, Netzstecker rein – und los geht’s. 

 

Hazelbox-Modelle im Vergleich (Klicken zum Vergrößern)

 

Wo kommen eure Kunden her? Was sind das so für welche, du sagtest gerade schon, ganz so klassisch (männlich, um die 20, Joint im Mund) wäre die Klientel nicht? 

Richtig, richtig, das sind weniger Skater in ihren Zwanzigern, die sich mal nebenbei so eine Box bestellen, grundsätzlich sind es eher Leute, von denen man gar nicht erwarten würde, dass sie sich mit dem Thema Eigenanbau daheim beschäftigen. Viele Leute, die eher im Alter meiner Eltern sind. 

Und sind die eher auf Anonymität bedacht oder gibt es persönlichen Kontakt? 

Also ausliefern tun wir seit geraumer Zeit europaweit mit Spedition, da kommt nicht mehr so viel Kontakt zustande. Aber dass sich da mal einer Sorgen macht wegen Datenschutz oder ähnlichem, das ist vielleicht einer von Zweihundert Fällen. Von Kundenseite kommen da eigentlich keine Bedenken oder Fragen in die Richtung. Wir haben aber auch eine sichere Seite, es gab noch nie Probleme. Wir achten sehr auf den Datenschutz, alle Daten werden nach Abschluss der Bestellung gelöscht. Der Kunde hat nur eine Kundennummer für Garantiezwecke. Newsletter wird man auch keinen bekommen. 

Wozu wird die Hazelbox eigentlich alles so genutzt – in manchen europäischen Staaten ist die Gesetzgebung ja auch lockerer, wird da viel Cannabis mit angebaut? 

Ja, das Thema Eigenanbau hat tatsächlich eine riesige Bandbreite. Urban Gardening, alles mögliche einfach zuhause anbauen, das ist natürlich mit der Hazelbox möglich. Wir hatten auch schon Universitäten als Kunden, um Kreuzungen zu züchten. Im befreundeten Ausland, wo die Gesetze es schon ermöglichen, sich seine tropischen Pflanzen mit erhöhtem Energiebedarf in kleinerer Stückzahl zu halten, wird die Box natürlich auch dafür genutzt. 

 

 

Eigenanbau in Europa (Klicken zum Vergrößern)

 

 

Und was Cannabis angeht – rauchst du es auch? 

Ja, ich bin seit 2017 Cannabispatient und fühle mich sehr gut damit. Derzeit kämpfe ich darum, dass die Kostenübernahme durch meine Krankenkasse gewährleistet wird.  Fährst du Auto, wenn du geraucht hast?  Bei mir ist es so, dass ich am Tag zuvor geraucht haben darf, nach dem Konsum selbst fahre ich nicht mehr Auto. 

Firmen- und Wohnsitz hast du in München. Spürst du da Vorbehalte der Behörden oder Institutionen gegenüber dir persönlich oder gegenüber der Firma? Und glaubst du, es wäre ein Unterschied, wenn du in einer anderen Stadt wie Hamburg oder Frankfurt wärst? 

Überhaupt nicht, muss ich sagen, was ich anfangs auch echt anders erwartet hätte. Man muss ja auch mit den verschiedensten Leuten zusammenarbeiten. Neulich sind wir beispielsweise in ein größeres Lager umgezogen, der Vermieter ist auch eher ein älterer Herr. Der hat sich aber unsere Website angeschaut und gesagt: „Sauber, das ist eine gute Idee, herzlich Willkommen!“ Und wir haben sofort die Halle bekommen. Ja irgendwie ist es fast schon so, als wäre das Gegenteil der Fall. Als ich vor ein paar Jahren einen Kredit für die Firma gebraucht habe, habe ich sofort das Geld bekommen, das Ganze sogar mit Förderung von einer Bank, die im bayrischen Wald ansässig ist. Der zuständige Sachbearbeiter lobte mich sogar noch für die innovative Idee. Auf Unfreundlichkeit oder Ablehnung stoße ich eigentlich nie. 

Und ganz allgemein gesprochen, auch abseits des bayrischen Raums, siehst du Probleme für junge Unternehmen im Cannabis-Sektor, die es nur für solche gibt, oder ist es ein Geschäft wie jedes andere?

Ich glaube, für einige ist das größte Problem erst einmal die Angst, mit ihrem Lebenslauf diese Richtung einzuschlagen. Man muss es natürlich auch irgendwann mal seinen Eltern erzählen, sag ich mal. Aber es birgt selbstverständlich auch Chancen, in unserem Fall sieht das so aus, dass fast der ganze Markt noch mit Zelten abgedeckt wird, allein in Deutschland, Österreich und Schweiz, so schätze ich, dürften das Hundert- bis Zweihunderttausend Zelte sein, die jährlich verkauft werden. Solche Zahlen machen es natürlich interessant, etwa ein Geschäft im Growtechnik-Bereich zu starten. Unsere Firma hat beispielsweise auch schon Anfragen von Investoren aus ganz anderen Branchen, die auch ein Auge auf den Bereich geworfen haben. 

Wie sieht die Zukunft der Growboxen aus? Was euch betrifft und allgemein gesprochen? Gibt es vielleicht auch Trends aus Amerika, deren Ankunft du erwartest? 

Andersherum! Die Trends werden von uns aus nach Amerika rüberschwappen. Denn auch in Amerika gibt es so etwas wie die Hazelbeam 2 noch nicht und wir sind dabei, das alles auf den Weg zu bringen und da rüberzubringen. Allgemein gesehen wird es vermutlich so sein, dass immer mehr Leute auf Eigenanbau setzen oder anfangen, sich dafür zu interessieren. Wir haben jetzt auch gesehen, dass wir aufgrund von Corona viel mehr Bestellungen als sonst hatten. Die Leute werden in Zukunft vermutlich auch mehr im Blick haben, dass eventuell mal wieder Zeiten kommen könnten, wo nicht immer alles gleich verfügbar ist. Und fast kein anderes Produkt wie unseres steht so für die Selbstversorgung zuhause wie unseres. Ich möchte in Zukunft alle Produkte noch einfacher machen, noch effektiver, noch zugänglicher. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber es gibt im Detail natürlich immer etwas zu verbessern. 

Eine Cannabis-Legalisierung in Deutschland wäre vermutlich auch für euer Geschäft zuträglich. Meinst du, da wird sich in näherer Zukunft etwas tun? 

Eigentlich bin ich ja grundsätzlich  optimistisch und auch gerade hier im bayrischen Raum hat sich total viel getan in den letzten Jahren. Deutschlandweit gesehen gibt es nun Rezepte und den CBD-Boom. Das kann man vielleicht auch etwas mit den Vorjahren der Cannabislegalisierungen in den USA vergleichen. Auf der anderen Seite ist es natürlich schwierig, da die Politik leider nicht immer so flexibel ist. In Baden-Württemberg haben wir jetzt die Grünen in der Regierung, da passiert trotzdem nichts. 

Zum Abschluss erkundigen wir uns bei einem Interview immer gerne nach der Lieblingssorte. Wie sieht es da bei dir aus? 

Als ich zum ersten Mal Bedrocan geraucht habe, war ich total fasziniert, wie gut es mir gefällt und wie gut und funktionstüchtig ich mich fühle. Das ist auch nach wie vor so.

Im Jahr 2016 sah eine Gruppe von Cannabis-Enthusiasten aus Humboldt, Kalifornien, eine einzigartige Gelegenheit, auf dem Markt, der hauptsächlich von Blüten, Vapes und Edibles dominiert wird, ein neuartiges Produkt einzuführen. Die Idee, inspiriert von den in nordischen Ländern weit verbreiteten Snus-Tabakbeuteln, war einfach, aber zu dieser Zeit überraschenderweise noch nicht existent. Die Gründer erkannten das Potenzial und begannen schnell mit der Entwicklung des ersten rauchfreien CBD-Beutels (Pouch), das THC-, tabak- und nikotinfrei ist – heute bekannt als Cannadips.

 

Was sind CBD-Pouches von Cannadips?

Cannadips CBD-Pouches sind kleine Faserbeutel, die zwischen der oberen Innenlippe und dem Zahnfleisch eingeklemmt werden, wobei die durchlässige Oberfläche die Freisetzung des Inhalts ermöglicht. Die Inhaltsstoffe im Inneren bestehen aus Breitspektrum-CBD, gepaart mit sorgfältig entwickelten Aromastoffen, die rein natürlich, gentechnikfrei, vegan und frei von Pestiziden sind. Die empfohlene Anwendungsdauer beträgt mindestens 30 bis 45 Minuten, um die Freisetzung des gesamten CBD zu ermöglichen, während die Aromen sogar bis zu zwei Stunden anhalten können. Die CBD-Pouches von Cannadips sind derzeit in den Sorten Natural Mint, Tangy Citrus und American Spice erhältlich – jeder dieser Pouches bietet ein geschmackliches Profil getreu seinem Namen, um den vollen Genuss sicherzustellen.

 

Warum Pouches?

Die in Cannabis enthaltenen Cannabinoide sind fettlöslich, was bedeutet, dass die Verbindungen entweder verbrannt oder in eine einnehmbare Form gebracht werden müssen, damit sie vom Konsumenten auch tatsächlich aufgenommen werden können. Methoden wie Rauchen und auch Vapen sind jedoch im Allgemeinen mit schädlichen Auswirkungen konnotiert und eine solche Einnahme erfordert eine längere Verarbeitung durch den Körper, wodurch gegenüber einem oralen Konsum Wirksamkeit verloren gehen kann.

Um also Abhilfe zu schaffen, arbeitete Cannadips eng mit ausgewählten Chemikern zusammen, die eine Methode entwickelten, um die Cannabinoide in den Pouches wasserdispergierbar zu machen. Mit anderen Worten, der CBD-Gehalt in Cannadips ist in Flüssigkeit bzw. in diesem Fall in Speichel löslich. Dieses wasserlösliche Format steigert die Bioverfügbarkeit des CBD und die Wirksamkeit der Absorption noch weiter. Tatsächlich ist die Bioverfügbarkeit von Cannadips CBD laut Cannadips etwa drei- bis viermal so hoch wie die von traditionellen CBD-Ölen oder -Tinkturen. Ein Beutel mit 10 Milligramm wasserdispergierbarem (oder wasserlöslichem) CBD, das im Mund absorbiert wird, ist demzufolge wirksamer als eine gleiche Menge CBD auf Ölbasis, die über den Mund eingenommen wird.

 

Die Vorteile des Pouch-Formats

Auch wenn die CBD-Pouches von Cannadips ursprünglich vom Snus-Tabakbeutel inspiriert wurden, wurde lediglich das Konzept des Beutels im Mund vollständig übernommen. Durch den Einsatz eines Beutels (Pouches) definierte Cannadips eine neue Marktnische für diejenigen, die CBD ohne jegliche Form der Inhalation und ohne unnötige Kalorienzufuhr (mit Essbarem) genießen möchten oder vielleicht einfach kein Liebhaber des Geschmacks oder der Einnahmeform von Ölen und Tinkturen sind. Die diskrete Verwendung von Beuteln gibt den Benutzern auch die Freiheit, sie jederzeit und überall zu nutzen, ohne jemanden in der Umgebung dadurch zu stören. Darüber hinaus können die Benutzer ihren CBD-Konsum nach eigenem Ermessen besser steuern, da sie die Dosierung jedes Pouches genau kennen.

 

THC-frei und laborgeprüft – bei voller Transparenz

Cannadips verwendet ein firmeneigenes Verfahren, das die wertvollen Terpen- und Flavonoidverbindungen, die in dem genutzten amerikanischen Hanf enthalten sind, bewahrt, und das enthaltene THC vollständig extrahiert, um ein hochwertiges, breitbandiges und THC-freies Endprodukt zu gewährleisten. Jede CBD-Dose von Cannadips wird mit 15 Beuteln geliefert, wobei jeder Beutel 10 Milligramm CBD enthält.

Für Cannadips ist es äußerst wichtig, die Verbraucher umfassend darüber zu informieren, was sich in jedem Beutel befindet. Daher wird jede Charge von Cannadips-CBD-Produkten ausführlich getestet, um das Cannabinoidprofil und die Potenz der Wirkstoffe zu bestimmen. Die Laborergebnisse sind online unter Cannadips.eu anhand der Chargennummer, die auf der Rückseite jeder Dose zu finden ist, leicht zu finden und jederzeit einsehbar. Jeder Laborbericht enthält auch detaillierte Angaben zu allen Inhaltsstoffen und ihren Herstellern, um den Verbrauchern vollständige Transparenz zu bieten.

 

Ein SpectrumLeaf-Unternehmen in Europa

Cannadips Europe gehört in Europa zu SpectrumLeaf, einem Unternehmen, das sich der Auswahl und Beschaffung hochwertiger CBD-Produkte verschrieben hat und sich ständig den Kundenbedürfnissen anpasst.